Siemens

14.09.18
Risiko Management

Siemens setzt in der Handelsfinanzierung auf Blockchain

Siemens will seine Handelsfinanzierungsgeschäfte digitalisieren und setzt dafür auf die Blockchain-Technologie. Mit an Bord sind Standard Chartered und der Plattformanbieter TradeIX.

Siemens will Bankgarantien im Außenhandel künftig mit Hilfe der Blockchain-Technologie vollständig digitalisieren. Dafür hat die Finanzsparte des Dax-Konzerns eine Kooperation mit dem Blockchain-Plattformanbieter TradeIX und Standard Chartered geschlossen. Das teilte die britische Großbank mit. Das Pilotprojekt wurde bereits im März in Betrieb genommen und soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Im Zentrum des Tests steht der Einsatz sogenannter Smart Contracts. Diese lösen automatisch ein gewisses Event aus – beispielsweise eine Zahlung –, wenn vorher definierte Bedingungen erfüllt sind, also etwa ein Schaden aufgetreten ist.

Siemens verspricht sich von der Automatisierung eine deutliche Beschleunigung des bislang papierbasierten Bankgarantieprozesses: „Unsere Handelsfinanzierungsgeschäfte werden reibungsloser, schneller und effizienter verlaufen“, sagt Michael Bueker, CFO für die Region Mittlerer Osten bei Siemens. Vor allem für Kunden mit großen Transaktionsvolumina will der Münchener Technologiekonzern das Aufsetzen von Bankgarantien bis hin zur Bearbeitung von Ansprüchen digitalisieren.

Blockchain-Boom im Trade-Finance-Geschäft

Das Pilotprojekt beschränkt sich zunächst auf die Vereinigten Arabischen Emirate. Standard Chartered lässt auf Anfrage von DerTreasurer allerdings durchblicken, dass das Trade-Finance-Angebot weltweit ausgerollt werden soll, sofern der Test erfolgreich verläuft: „Die Lösung war immer als globale Lösung geplant, um das papierintensive Bankgarantiegeschäft weltweit zu digitalisieren“, erklärt die Bank.

Die technologische Basis für die Blockchain-Lösung liefert TradeIX. Der Anbieter hat eine Infrastruktur für Handelsfinanzierung aufgebaut, auf die auch die Plattforminitiative Marco Polo zurückgreift. Dort haben sich insgesamt 21 Banken zusammengetan – darunter auch Standard Chartered –, um für den wachsenden Anteil des Außenhandels, der ohne Absicherung erfolgt, neue Produkte zu entwickeln. Marco Polo konkurriert mit den beiden Initiativen We.trade und Batavia, die sich ähnliche Ziele gesetzt haben. Zu den ersten Kunden der Blockchain-Plattform Batavia zählt der Autobauer Audi.  

Backhaus[at]derTreasurer.de

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