23.05.22
Risiko Management

Ukraine-Krieg: Gaszahlungen über Gazprombank ab Ende Mai

Hrywnja-Banknoten können in Euro getauscht werden ++ Ab Ende Mai sollen EU-Konzerne Gaszahlungen über Gazprombank tätigen ++ Moody's stuft Ukraine erneut herab ++ Der News-Überblick für Treasurer.

Update 23.05.2022: Hrywnja-Banknoten können in Euro getauscht werden

Ab morgen können geflüchtete Ukrainer ihre Hrywnja-Banknoten in Euro tauschen. Darauf haben sich das Bundesministerium der Finanzen, die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Kreditwirtschaft sowie die Nationalbank der Ukraine geeinigt. Die Vereinbarung umfasst ein Umtauschvolumen von zunächst 1,5 Milliarden Hrywnja (rund 47 Millionen Euro). 

Geflüchtete können einen Betrag von insgesamt bis zu 10.000 Hrywnja bei den teilnehmenden deutschen Banken und Sparkassen in Euro umtauschen. Die operative Umsetzung des Banknotenumtauschs mit den Banken und Sparkassen sowie die Rückführung der Banknoten an die Nationalbank der Ukraine erfolgt durch die Deutsche Bundesbank.

Update 23.05.2022: Stimmung der deutschen Wirtschaft besser

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Mai auf 93 Punkte gestiegen. Im April lag er bei 91,9 Punkten. Die Unternehmen waren merklich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Erwartungen veränderten sich hingegen kaum, die Unternehmen blieben weiter skeptisch. Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima beispielsweise nach dem Absturz im April wieder etwas erholt, allerdings bleibt die Mehrheit der Unternehmen pessimistisch.

Update 23.05.2022: Gaszahlungen über Gazprombank ab Ende Mai

Ab Ende Mai ändert sich die Zahlungsmethode der EU-Konzerne für russisches Gas. Der genaue Stichtag ist nicht bekannt. Im März hatte Präsident Putin angekündigt, dass sogenannte unfreundliche Staaten russisches Gas in Rubel zahlen sollen. Nun ist eine Art Kompromisslösung gefunden. Demnach sollen europäische Energiekonzerne ein Konto bei der Gazprombank eröffnen und in Dollar oder Euro zahlen. Gazprom nimmt dieses Geld, tauscht es in Rubel um und überweist das dann auf das eigentliche Geschäftskonto. Die EU-Kommission hat für die neue Zahlungsart Guidelines festgelegt.

Update 23.05.2022: Moody's stuft Ukraine erneut herab

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit der Ukraine erneut herabgestuft. Das Land wird jetzt mit Caa3 bewertet und der Ausblick ist negativ. Die Begründung für die Herabstufung ist, dass die Agentur mit einem „länger währenden militärischen Konflikt, als anfänglich erwartet“, rechnet.

Update 19.05.2022: Google Russland stellt Insolvenzantrag nach Kontensperrung

Russische Behörden haben das Bankkonto von Google Russland gesperrt. Das mache die Arbeit des russischen Büros unmöglich, erklärte ein Google-Sprecher. Daher habe Google einen Insolvenzantrag angekündigt. Nach Ausbruch des Ukraine-Krieges hatte Russland die Nachrichtenseiten des US-Technologiekonzerns gesperrt und die zum US-Konzern Meta gehörenden Plattformen Facebook und Instagram verboten.

Update 17.05.2022: Russisches Öl verkauft sich schlechter

Russisches Öl wird momentan mit hohen Abschlägen verkauft, so Barkow Consulting. Grund dafür ist, dass die europäischen Ländern weniger Öl kaufen und Russland neue Abnehmer braucht. Die Rohstoffpreise von dem russischen Ural-Öl und dem britischen Brent-Öl unterscheiden sich seit Russlands Invasion in der Ukraine stark – bisher entwickelten sich die beiden Ölpreise ähnlich. Im Vergleich zu den Brent-Preisen wird russisches Öl teils mit einem Abschlag von bis zu 32 Prozent verkauft.

Update 16.05.2022: Citi und Unicredit erwägen offenbar Anteilstausch

Die zwei Großbanken Citi und Unicredit sollen einem Bericht der „Financial Times“ zufolge einen Anteilstausch mit russischen Geldgebern erwägen. Auf diese Weise sollen die Institute hohe Abschreibungen beim Ausstieg aus russischem Geschäft vermeiden wollen, so der Bericht. Die Unicredit habe schon mehrere Angebote von Banken in Russland bekommen.

Update 16.05.2022: Russland-Exposure fällt laut Barkow auf 5,3 Milliarden Euro

Das Russland-Exposure deutscher Banken ist im März 2022 auf 5,3 Milliarden Euro gefallen. Das teilte Barkow Consulting mit. Das sei 38 Prozent weniger als  gegenüber dem Vormonat Dies sei der niedrigste Stand seit Beginn der Datenaufzeichnungen im Januar 1995 und entspreche circa 1 Prozent des gesamten Eigenkapitals (inkl. Nachrangkapital) deutscher Banken, so die Beratung.

Im Februar 2022 hatte das Russland-Exposure deutscher Banken noch 9 Milliarden Euro betragen. Allerdings sind die monatlichen Schwankungen sehr hoch.

Update 13.05.2022: Ukraine-Krieg beeinträchtigt Automobilbranche

Der Ukraine-Krieg beeinträchtigt die Automobilbranche. Zu diesem Ergebnis kommt ein Report der Ratingagentur Creditreform Rating zur europäischen Autobranche. Das liege vor allem an zwei Komponenten, die aus der Ukraine und Russland bezogen werden – Kabelbäume und Palladium. Russland ist mit einem Anteil von rund einem Drittel einer der wichtigsten Lieferanten für Palladium am Weltmarkt. Unter anderem wegen weiterer Lieferengpässen rechnet die Agentur mit einem „empfindlichen Rückgang“ der europäischen Automobilproduktion, wobei die deutschen Unternehmen wahrscheinlich am stärksten betroffen sein werden, so Creditreform Rating.

Update 13.05.2022: Commerzbank reduziert Russland-Geschäft

Die Commerzbank hat ihr Russland-Geschäft deutlich reduziert. Das verkündete die Bank zusammen mit den Quartalszahlen. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sei das Engagement gegenüber Russland um 36 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gesunken. Das Neugeschäft wurde eingestellt, aber die Commerzbank will deutsche und internationale Kunden weiterhin betreuen. Ein vollständiger Rückzug aus Russland oder ein Verkauf der Tochter Commerzbank Eurasija ist laut dem Handelsblatt nicht geplant.

Update 12.05.2022: Unicredit prüft Verkauf der Russland-Tochter

Die HVB-Mutter Unicredit befindet sich Berichten zufolge in Vorgesprächen zum Verkauf ihrer russischen Tochter. Zuvor seien die Italiener von interessierten Bietern angesprochen worden. Demnach wurde die Großbank von anderen Finanzinstituten kontaktiert und von Firmen, die an einer Banklizenz in Russland interessiert sind. Als Quelle werden informierte Kreise genannt.

Unicredit ist in Russland sehr stark im Privatkundengeschäft vertreten. Die Italiener haben jüngst 1,2 Milliarden Euro für Kreditverluste in Russland gebildet und den Wert der Tochter um 600 Millionen Euro abgeschrieben.

Update 12.05.2022: Siemens stellt Russland-Geschäft ein

Siemens wird sich nach 170 Jahre als Folge des Ukraine-Kriegs aus Russland zurückziehen. Das teilte der Konzern am heutigen Mittwoch mit. Die Münchener beziffern die Belastungen beim Gewinn im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 auf rund 600 Millionen Euro; vor allem das Geschäft mit Zügen litt unter den Abschreibungen und hatte einen Verlust zu verzeichnen.

Siemens hat eigenen Angaben zufolge „Verfahren eingeleitet, um seinen Industriebetrieb und alle industriellen Geschäftsaktivitäten einzustellen“. Bereits nach Ausbruch des Kriegs hat der Konzern das Neugeschäft in Russland und Belarus eingestellt.

„Wir verurteilen den Krieg in der Ukraine und haben beschlossen, unsere industriellen Geschäftsaktivitäten in Russland in einem geordneten Prozess zu beenden“, sagt Siemens-CEO Roland Busch. Der Konzern erzielte zuletzt rund 1 Prozent seines Gesamtumsatzes in Russland.

Update 12.05.2022: Deutsche Exporte nach Russland eingebrochen

Im März gab es deutsche Exporte nach Russland im Wert von 1 Milliarden Euro. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist das ein Einbruch um 58,7 Prozent im vergleich zum März 2021. Große Rückgänge hat das Amt bei großen Maschinen und chemischen Erzeugnissen.

Die Exporte in die Ukraine sanken ebenfalls um 45,7 Prozent auf 265,8 Millionen Euro. Aus der Ukraine nach Deutschland wurden Waren im Wert von 199,6 Millionen Euro importiert – 27,5 Prozent weniger als im März 2021.

Update 12.05.2022: KfW-Ergebnis leidet unter Ukraine-Krise

Die KfW kann im ersten Quartal ein deutlich gewachsenes Fördervolumen vermelden. Doch das Konzernergebnis ist deutlich geschrumpft, aber immer noch positiv und liegt bei 60 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte es noch bei 569 Millionen Euro gelegen. Der Rückgang resultiere maßgeblich aus den Folgen des Ukraine-Krieges, die ein Minus von 391 Millionen Euro auf das Bewertungsergebnis erzeugten. Bei der Bewertung des Russland-Ukraine-Portfolios habe die KfW sowohl die direkten als auch die indirekten Engagements mit einbezogen, teilte die Bank mit.

Das Risikovorsorgeergebnis im Kreditgeschäft lag bei -188 Millionen Euro. Im Vorjahr war es ein Plus von 60 Millionen Euro. Das Ergebnis sei geprägt durch Nettoaufwendungen der individuellen Kreditrisikovorsorge im Russland-Ukraine-Exposure. Außerdem habe die Bank eine zusätzliche latente Vorsorge gebildet, um der allgemeinen Unsicherheit Rechnung zu tragen.

Update 11.05.2022: US-Banken sollen Kundengeschäft mit Russland offenlegen

US-Kongressabgeordnete haben Bloomberg zufolge die Banken JP Morgan Chase und Goldman Sachs aufgefordert, detaillierte Informationen über Kunden herauszugeben, die mit russischen Anleihen handeln. Die Senatorin Elizabeth Warren und die Abgeordnete Katie Porter hätten Listen von Kunden erbeten, die seit Beginn des Ukraine-Kriegs mit russischen Staats- und Unternehmensanleihen handeln. Dem Bericht zufolge wurden auch Angaben zu den Volumina der Geschäfte und etwaiger Gewinne angefragt. Goldman Sachs und JP Morgan lehnen eine Stellungnahme ab.

Update 10.05.2022: Großunternehmen durch Krieg kaum beeinflusst

Die größten deutschen Unternehmen rechnen – trotz Krieg – mit guten Umsätzen. Die Wirtschaftskanzlei Allen & Overy hat Führungskräften von Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro befragt. Das Ergebnis: Rund 80 Prozent der Unternehmen haben seit der Invasion Russlands in der Ukraine keine Umsatzverluste verzeichnet. 74 Prozent der Entscheider erwarten gleichbleibende oder steigende Umsätze für 2022.

Auch bezüglich der Finanzierungsmärkte machen sich die Unternehmen kaum Sorgen – 78 Prozent sehen keinerlei Auswirkungen auf die Unternehmensfinanzierung. Neufinanzierungen stünden den Unternehmen nach dem ersten Schock offen, so Jan-Hendrik Bode, Counsel und Finanzierungsexperte bei Allen & Overy. „Anders stellt sich die Situation aber bereits jetzt für Unternehmen dar, die Zulieferer oder eigene Produktionsstandorte in der Ukraine haben und bei denen Produktions- und Umsatzeinbrüche drohen. Für diese Unternehmen wird nicht nur der Zugang zu neuen Finanzierungen schwerer. Auch für deren bestehende Finanzierungen stellen sich bereits heute schwierige Fragen, zum Beispiel ob betroffene Unternehmen vereinbarte Finanzkennzahlen auch zukünftig werden einhalten können.“

Die befragten Unternehmen halten darüber hinaus an ihren geplanten Investitionen fest. Das gilt nicht nur für Anlagen, Logistik/Lagerhaltung und Personal – sondern auch für Unternehmenstransaktionen. Der Großteil der Unternehmen schätzt die Russland-Krise als dauerhaft ein, was besonders den Bereich Energieversorgung beeinflusst. 47 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihre Energieversorgung neu ausrichten und dabei ausdrücklich keine Abkehr von der Energiewende: 85 Prozent setzen auf den Ausbau erneuerbarer Energien als Kern ihrer künftigen Versorgungsstrategie.

Update 10.05.2022: Zahl der Kreditausfälle könnte steigen

Die Zahl der Kreditausfälle im europäischen Raum könnte steigen – das gilt für private Haushalte sowie Unternehmen. Dem EY European Bank Landing Economic Forecast zufolge müsse man 2022 mit 3,4 Prozent mehr Zahlungsausfällen rechnen – 2023 könnten es 3,49 Prozent mehr Zahlungsausfälle sein. Zudem prognostiziert EY, dass wegen der Inflation und den Folgen des Ukraine-Krieges weniger Kredite nachgefragt werden. Trotzdem seien die Konjunkturaussichten für europäische Banken „vorsichtig optimistisch“, so EY.

Update 10.05.2022: Scope ist skeptisch für Deutschlands Banken

Die Ratingagentur Scope hält trotz der gelungenen Trendwende die Profitabilität und die Widerstandsfähigkeit der deutschen Bank nicht für stark genug, um den aktuellen Widrigkeiten zu trotzen. Die Inflation werde der Agentur zufolge den Druck auf der Kostenseite erhöhen, während die Risikovorsorge wahrscheinlich zunehmen werde, da der Ukraine-Krieg die Wachstumsaussichten belastete. Letztendlich sei das wirtschaftliche Umfeld für die Banken aber – auch bei einer Verschlechterung – „beherrschbar“.

Update 10.05.2022: Erste Unternehmen fragen Ukraine-Hilfskredite der KfW an

Seit Beginn dieser Woche können vom Ukraine-Krieg betroffene Unternehmen KfW-Hilfskredite beantragen. Die ersten Firmen fragen bereits danach, wie eine Kurzumfrage von DerTreasurer zeigt, an der sich Commerzbank, Deutsche Bank, DZ Bank, ING, LBBW und Unicredit (HVB) beteiligt haben.

Update 10.05.2022: Ostdeutsche Firmen sind optimistischer

Trotz des Ukraine-Krieges fürchten deutlich weniger ostdeutsche Firmen um ihr Überleben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Ifo-Instituts. Im April gaben 6,2 Prozent der Unternehmen an, dass sie in ihrer Existenz bedroht sind. Im Januar waren es noch 13,9 Prozent der befragten ostdeutschen Firmen. 

Anders sieht es in der ostdeutschen Industrie aus: 7,8 Prozent der Konzerne fürchten um ihr Fortbestehen – im Januar waren es 9,9 Prozent. „In der ostdeutschen Industrie spielen russische Gas- und Ölimporte traditionell eine wichtige Rolle“, erklärt Joachim Ragnitz, Vize-Chef der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts. Die Raffinerien in Schwedt/Oder und Leuna bekämen ihr Öl vorwiegend aus Russland und beliefern ganz Ostdeutschland mit Kraftstoffen.

Update 09.05.2022: Fraport hält an Russland-Beteiligung fest

Der Flughafenbetreiber Fraport hält an seiner Beteiligung am Flughafen im russischen St. Petersburg-Pulkovo fest. Das teilte das Unternehmen nach einer gemeinsamen Sondersitzung des Aufsichtsrats und des Vorstands mit. Als Begründung sagte das Unternehmen, man wolle dem Aggressor Putin nicht einen dreistelligen Millionenbetrag überlassen, indem man auf die Anteile verzichte. Zudem sei man in der Pflicht, die Vermögenswerte der Steuerzahler sowie der übrigen Fraport-Eigner zu erhalten. Fraport ist mit 25 Prozent an dem Flughafenbetreiber Northern Capital Gateway beteiligt.

 „Die Fraport-Beteiligung in Russland wird Tag für Tag kritisch überprüft – seit Kriegsbeginn und weiterhin“, sagte Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzender Michael Boddenberg. Momentan wird laut Fraport geprüft, ob der Flughafen Pulkovo militärisch genutzt wird. „Zur Frage einer möglichen militärischen Nutzung des Flughafen Pulkovo hat das Land die Bundesregierung eingeschaltet und um Klärung gebeten. Diese ist seitens des Bundes noch nicht abgeschlossen“, meldet das Unternehmen.

Update 05.05.2022: Starker Auftragsrückgang in deutscher Industrie

Die deutsche Industrie vermeldet unerwartet starke Auftragsrückgänge im März. Das Statistische Bundesamt teilte mit, dass die Unternehmen im März 4,7 Prozent weniger Bestellungen als im Vormonat hatten. Das ist der stärkste Einbruch seit Oktober 2021 und auch deutlich stärker als die Experten erwartet hatten.

Auch im Februar gingen die Aufträge um 0,8 Prozent zurück. Damit zeige sich im ersten Monat des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine bereits ein deutlicher Effekt der gestiegenen Unsicherheit auf die Nachfrage, sagte das Bundeswirtschaftsministerium im März. Eine rasche Besserung wird nicht erwartet.

Update 04.05.2022: EU genehmigt Unternehmenshilfen

Die EU-Kommission hat die Staatshilfen für Unternehmen, die durch die Russland-Sanktionen beeinträchtigt sind, genehmigt. Die Milliarden-Hilfen können als Kreditbürgschaften oder Darlehen mit günstigen Zinsen vergeben werden, teilte die Kommission mit. Das erste deutsche Hilfspaket soll einen Umfang von rund 11 Milliarden Euro haben. Das Sonderkreditprogramm der KfW wird voraussichtlich am 9. Mai starten.

Update 04.05.2022: EU plant Öl-Embargo und Banken-Sanktionen

Neues Sanktionspaket in Planung: Die EU-Kommission plant ein Öl-Embargo gegen Russland. Unternehmen aus Deutschland und den anderen EU-Staaten sollen in Zukunft kein russisches Öl mehr importieren dürfen. In dem geplanten Vorschlag sollen Übergangsfristen enthalten sein. Nach einer Auslaufphase von sechs Monaten soll ein Einfuhrverbot für Rohöl gelten, und nach einer Auslaufphase von acht Monaten dann auch ein Einfuhrverbot für Ölprodukte.

Zudem sind EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zufolge auch Sanktionen gegen weitere russische Banken geplant. Die Sberbank und zwei weitere große russische Banken sollen von Swift abgekoppelt werden. Zudem plant die EU-Kommission, dass europäische Wirtschaftsprüfer, Berater und sogenannte Spin-Doktoren nicht mehr für russische Unternehmen und den Kreml von Präsident Wladimir Putin arbeiten dürfen.

Update 03.05.2022: Zwei Hilfsprogramme der Bundesregierung startklar

Die ersten beiden Hilfsprogramme, mit denen die Bundesregierung die vom Ukraine-Krieg betroffenen Unternehmen unterstützen möchte, sind nun startklar. Das teilten das Wirtschafts- und Finanzministerium am heutigen Dienstag gemeinsam mit. Konkret handelt es sich um erweiterte Bürgschaftsprogramme und das KfW-Kreditprogramm mit zwei Programmkomponenten.

Die Erweiterungen bei den Bund-Länder-Bürgschaftsprogrammen für vom Ukraine-Krieg nachweislich betroffene Unternehmen sind laut den beiden Ministerien sogar schon gestartet. Dies betreffe die Bürgschaftsbanken und das Großbürgschaftsprogramm, heißt es in der Mitteilung. Betroffene Unternehmen könnten seit dem 29. April 2022 Anträge stellen.

Das KfW-Kreditprogramm, das unter dem Namen „KfW-Sonderprogramm UBR 2022“ läuft, ist das zweite Hilfsprogrammsoll voraussichtlich am 9. Mai 2022 starten. Unternehmen aller Größenklassen und Branchen sollen im Rahmen dieses Programms „Zugang zu zinsgünstigen Krediten mit weitgehender Haftungsfreistellung der Hausbanken“ erhalten, heißt es in der Pressemitteilung. Zusätzlich werde eine Konsortialfinanzierungsvariante mit substantieller Risikoübernahme angeboten.

Die Entscheidung, ob Anträge bewilligt werden, können aber erst nach der beihilferechtlichen Genehmigung fallen, betonen die Ministerien. Um Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der Europäischen Union zu vermeiden, muss die EU-Kommission solche Hilfsprogramme genehmigen. Die Bundesregierung befindet sich bei beiden Hilfsprogrammen eigenen Angaben zufolge „in weit fortgeschrittenen Gesprächen mit der EU-Kommission“. Beide Hilfsprogramme sollen bis zum Jahresende befristet sein.

Update 03.05.2022: Importe aus Russland und Ukraine laut ifo nur schwer ersetzbar

Deutsche Unternehmen können Importe aus Russland, der Ukraine oder Belarus nur schwer ersetzen. Das geht aus einer ifo-Umfrage hervor. Demnach könnten nur 13,8 Prozent der Industriefirmen mit Lieferproblemen aus diesen Ländern ihre Bezugsquellen kurzfristig komplett ersetzen. Für 43,4 Prozent sei dies nur teilweise möglich. Weitere 16,3 Prozent antworteten, andere Bezugsquellen seien wirtschaftlich nicht sinnvoll und 13,8 Prozent erklärten, dies sei gar nicht möglich.

„Der Wechsel von Bezugsquellen bereitet vielen Unternehmen Kopfzerbrechen“, sagt ifo-Forscher Klaus Wohlrabe. „Jahrelang erprobte Lieferketten und Produktionsprozesse lassen sich oft kurzfristig nicht umorganisieren“ ergänzt er. Viele Unternehmen seien auch indirekt betroffen, weil ihre eigenen Zulieferer Importe aus Russland beziehen.

Update 02.05.2022: Weniger Unternehmen fürchten um Existenz

Trotz des Ukraine-Krieges fürchten weniger Unternehmen um ihr Überleben. Das geht aus einer aktuellen Ifo-Umfrage hervor. Momentan sehen 7,1 Prozent der deutschen Unternehmen ihre Existenz bedroht. Im Januar 2022 betrug der Anteil noch 13,7 Prozent. Besonders gefährdet sind das Gastgewerbe und die Veranstaltungsbranche.

Update 29.04.2022: BIP ist gestiegen

Das Bruttoinlandsprodukt ist im 1. Quartal 2022 gegenüber dem 4. Quartal 2021 um 0,2 Prozent gestiegen. Die deutsche Wirtschaft hatte sich im vergangenen Sommer erholt und ist zum Ende des Jahres 2021 leicht zurückgegangen. Seit Ende Februar beeinflussen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine die konjunkturelle Entwicklung zunehmend, so das Statistische Bundesamt.

Update 29.04.2022: Russland weist deutsche Gaszahlungen zurück

Die Gazprombank hat Zahlungen für Gaslieferungen nach Deutschland und Österreich zurückgewiesen. Bloomberg zufolge seien Zahlungen der Gazprom Germania-Tochter GM&T abgewiesen worden. Die Zahlungen wurden über ein Konto der Gazprombank abgewickelt – so wie es die russische Regierung gefordert hatte. Laut Wirtschaftsministerium bestünden Unklarheiten bezüglich der Zahlungen. „Dies betrifft marginale Gasmengen von etwa 0,2 Prozent der russischen Importmengen nach Europa, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht aus Russland geliefert werden. Das Unternehmen kann diese geringe Menge über Ankäufe am Markt ersetzen“, heißt es in der Stellungnahme des Ministeriums dazu.

Update 28.04.2022: Baubranche beklagt Materialmangel

Die Materialengpässe auf dem Bau haben sich deutlich verschärft. Das ist der Ergebnis einer Umfrage des Ifo-Instituts. Im Hochbau waren im April 54,2 Prozent der Betriebe von Lieferengpässen betroffen – im März waren es 37,2 Prozent. Ähnlich sieht es beim Tiefbau aus: Im April stieg die Zahl der Unternehmen, die von Lieferengpässen betroffen sind, auf 46,2 Prozent (März 2022: 31,5 Prozent).

„Russland und die Ukraine sind wichtige Lieferanten von Baustahl, hier herrscht nun Knappheit. Beim Bitumen – benötigt für den Straßenbau und zur Abdichtung – gibt es weitere Verwerfungen. Die Herstellung vieler Baumaterialien ist zudem sehr energieintensiv“, erklärt Ifo-Forscher Felix Leiss. 

Update 28.04.2022: Mittelstand fürchtet Gas-Stopp

Der deutsche Mittelstand fürchtet einen Stopp der russischen Gaslieferungen. Gerade die kleinen und mittleren Unternehmen hätten in solch einem Fall „kaum Chancen, ihre Produktion schnell und flexibel zu verlagern“, sagte der Vorsitzende des Mittelstandsverbands BVMW, Markus Jerger, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Gleichzeitig gibt der Verband zu bedenken, dass viele Ursachen der schwierigen wirtschaftliche Situation tiefer liegen als der aktuelle Konflikt. „Sie sind vielmehr Ausdruck einer über Jahre verschleppten Transformation, die letztendlich das Wachstums- und Innovationspotential der deutschen Unternehmen vermindert hat und uns nun in unserer Anpassungsfähigkeit beschränkt“, erklärt Henning Vöpel, Sprecher des Wissenschaftlichen Beirats des Verbands.

Update 28.04.2022: Wintershall Dea verzeichnet Milliardenverlust

Wintershall Dea verzeichnet einen Milliardenverlust wegen seines Russlandgeschäfts. Der Öl- und Gaskonzern muss im ersten Quartal dieses Jahres unter anderem wegen der Nord Stream 2-Finanzierung 1,5 Milliarden Euro abschreiben. Der Nettoverlust belaufe sich auf 1 Milliarden Euro im Quartal, meldete das Unternehmen. Der russische Krieg in der Ukraine sei ein „fundamentaler Wendepunkt für Wintershall Dea, sagte Wintershall-CEO Mario Mehren.

Trotz Kritik hält Wintershall Dea an seinen bestehenden Beteiligungen an Projekten in Russland fest. Als Begründung nennt der Konzern, dass ansonsten „Milliardenwerte an den russischen Staat fallen würden. Die Zahlungen nach Russland habe man eingestellt, hieß es. Zudem werde es keine neuen Projekte in Russland oder mit russischen Partnern außerhalb Russlands mehr geben. Auch Uniper vermeldete kürzlich einen Milliardenverlust, der im Zusammenhang mit Nord Stream 2 und dem Russlandgeschäft steht.

Update 27.04.2022: Wie finanzieren sich Firmen in der Krise?

Von einer Krise in die nächste: Der Krieg in der Ukraine bereitet vielen Branchen Probleme – und das zu einem Zeitpunkt als sich die Konjunktur langsam von der Corona-Pandemie zu erholen schien. Das geht aus der neusten FINANCE-Firmenkundenstudie hervor, die FINANCE gemeinsam mit F.A.Z. Business Media | research und der Targobank durchgeführt hat.

Vor dem Krieg sahen 48 Prozent der Befragten das eigene Unternehmen im Aufschwung und 36 Prozent die eigene Branche. In der siebten Woche des Krieges stimmten nur noch 27 Prozent dieser Aussagen für ihr eigenes Unternehmen zu, und lediglich 18 Prozent in Bezug auf die Branche. Als Hauptherausforderungen nannten die Finanzentscheider Preissteigerungen beim Einkauf und Lieferkettenprobleme. Die Unternehmen nutzen immer häufiger mehrerer Instrumente, um das Working Capital zu stärken und gleichzeitig Liquidität zu sichern. Welche genau das sind, erfahren Sie hier in der Studie.

Update 27.04.2022: Uniper rechnet mit Milliardenverlust

Uniper vermeldet einen Milliardenverlust im ersten Quartal. Das geht aus dem vorläufigem Geschäftsberichten, den das Unternehmen am Dienstagabend vorlegte, hervor. Insgesamt liegt der Nettoverlust des Konzerns bei rund 3 Milliarden Euro. Grund seien zum einen Einbußen im Gasspeichergeschäft. Zum anderen musst Uniper voraussichtlich rund 2 Milliarden Euro wegen Nord Stream 2 und der russischen Tochter Unipro abschreiben.

Mehr über die Abschreibungen, die aus dem Ende von Nord Stream 2 resultierten, lesen Sie in einem ausführlichen Artikel unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 27.04.2022: BASF stoppt Russland-Geschäft

Ende des Russland-Geschäfts: BASF hat beschlossen die Geschäfte in Russland und Belarus bis Anfang Juli 2022 einzustellen. Ausgenommen davon seien Geschäfte zur Unterstützung der Nahrungsmittelproduktion, teilte das Unternehmen mit. „Diese Entscheidung wurde aufgrund der jüngsten Entwicklungen in diesem Krieg und im internationalen Recht getroffen, einschließlich des fünften EU-Sanktionspakets“, lautet die Mitteilung.

Die Mitarbeiter in Russland und Belarus werden bis zum Jahresende bezahlt. An den detaillierten Pläne arbeite man, so der Konzern. Der Umsatz der Gruppe in Russland und Belarus belief sich 2021 auf 1 Prozent.

Update 27.04.2022: Unternehmen korrigieren Umsatzerwartung nach unten

Deutsche Unternehmen korrigieren ihre Umsatzerwartung aufgrund der Folgen des Ukraine-Kriegs für dieses Jahr deutlich nach unten. Vor Kriegsbeginn rechnete lediglich jedes vierte Unternehmen für 2022 mit einem Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr. Aktuell geht branchenübergreifend mit 47 Prozent fast jedes zweite Unternehmen von schrumpfenden Umsätzen aus. Dies sind Ergebnisse der Horváth-Sonderbefragung zu wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs für die deutsche Wirtschaft.

Demnach haben die Unternehmen im Durchschnitt ihre Umsatzerwartung um 3,7 Prozentpunkte nach unten korrigiert – die Industrie sogar um 7,5 Prozentpunkte. „Drei Viertel der deutschen Industrieunternehmen kämpfen mit steigenden Rohstoffpreisen, 70 Prozent sind von Lieferkettenunterbrechungen betroffen, etwa 60 Prozent machen die hohen Energiekosten stark zu schaffen“, sagt Ralf Sauter Studienleiter und Partner der Managementberatung Horváth.

Der Verlust von Russland als Absatzmarkt spiele für die Unternehmen hingegen branchenübergreifend eine „erstaunlich geringe Rolle“. Für eine deutliche Mehrheit der befragten Unternehmen habe dieser Aspekt kaum oder überhaupt keine Auswirkungen, teilte Horváth weiter mit.

Fast neun von zehn Befragten geben in der Horváth-Studie an, vor dem Krieg relevantes Russlandgeschäft betrieben zu haben. Davon haben 95 Prozent bereits entschieden, ihre Geschäfte einzuschränken oder auszusetzen. Die meisten setzen auf einen temporären Rückzug aus dem Markt. 21 Prozent haben diesen bereits vollzogen und weitere 16 Prozent planen ihn. Jedes dritte Unternehmen will sich langfristig komplett zurückziehen oder hat dies bereits getan (7 Prozent bzw. 25 Prozent). Ein Viertel schränkt die Geschäfte zumindest ein oder hat dies bereits getan. Nur eine Minderheit von 5 Prozent lässt laut der Befragung das Russlandgeschäft weiterlaufen wie bisher.

Für die Horváth-Sonderbefragung „Wirtschaftliche Folgen des Ukrainekriegs“ im Vorfeld der Studie „CxO Priorities 2022“ wurde das Topmanagement von insgesamt 100 deutschen Unternehmen mit mindestens 200 Millionen Euro Jahresumsatz im Zeitraum 28. März bis 8. April 2022 befragt. 80 Prozent der branchenübergreifenden Stichprobe besteht aus Unternehmen ab 500 Millionen Euro Jahresumsatz, die Hälfte stammt aus dem Industriesektor.

Update 27.04.2022: Russland stellt Gaslieferungen an Polen ein

Russland liefert kein Gas mehr an Bulgarien und Polen. Am Morgen habe man die Lieferungen gestoppt, teilte Gazprom mit. Der Grund seien die fehlenden Zahlungen der Länder in Rubel für den Gas-Import. Die Lieferungen würden so lange ausgesetzt, bis entsprechende Zahlungen eingegangen seien. Importe in andere Länder Europas würden aber über den Transit durch die Ukraine fortgesetzt, teilte Gazprom weiter mit.

Dem polnischen Erdgaskonzern PGNiG zufolge sei dies ein Vertragsbruch von Seiten Gazproms. Man werde Schritte einleiten, um die Gaslieferung entsprechend den Vertragsvereinbarungen zu sichern.

Update 26.04.2022: Uniper sieht mögliche Lösung im Rubel-Streit um russisches Gas

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper hält die Abwicklung der Zahlungen für die russischen Gaslieferungen auch künftig für möglich, ohne die vom Westen verhängten Sanktionen zu verletzen und beruft sich dabei auf eine Lösung, die die EU-Kommission am vergangenen Freitag vorgeschlagen hatte. Das berichtet das Manager-Magazin.

Ende vergangener Woche hatte demnach ein Sprecher der EU-Kommission folgendes gesagt: „EU-Unternehmen können ihre russischen Geschäftspartner auffordern, ihre vertraglichen Verpflichtungen auf dieselbe Weise zu erfüllen wie vor der Verabschiedung des [russischen, Anm. d. Red.] Dekrets, d.h. durch Hinterlegung des fälligen Betrags in Euro oder Dollar.“ Das russische Dekret schließe ein Zahlungsverfahren, das in Einklang mit den Sanktionen der EU stehe, nicht aus. Jedoch sei das Verfahren für Ausnahmen von den Anforderungen des Dekrets noch unklar.

Uniper stehe in einem engen Austausch mit der Bundesregierung, heißt es in dem Bericht weiter.

Update 26.04.2022: Regierung erlaubt im Notfall Enteignung von Energiefirmen

Das Bundeskabinett hat eine Gesetzesnovelle gebilligt, mit der als letztes Mittel künftig Enteignungen von Energieunternehmen möglich sein sollen. Die Bundesregierung wappne sich damit weiter für eine Zuspitzung der Lage auf den Energiemärkten, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Das Gesetz sieht bei einer Gefährdung oder Störung der Energieversorgung „weitreichende Handlungsmöglichkeiten zur Krisenbewältigung“, heißt es weiter. Dazu gehöre, dass Unternehmen, die kritische Energieinfrastrukturen betreiben, bei Bedarf unter eine Treuhandverwaltung gestellt werden könnten. Als Ultima Ratio sei unter bestimmten Bedingungen auch eine Enteignung möglich, wenn die Sicherung der Energieversorgung nicht anders gewährleistet werden könne.

Die Regierung hofft Reuters-Informationen zufolge darauf, dass das Parlament noch im Mai der Überarbeitung des Energiesicherungsgesetzes abschließend zustimmt. Die erste Befassung im Bundestag sei diese Woche geplant.

Update 26.04.2022: Auftragsvolumen bricht ein, Zahlungen verspäten sich, zeigt Tradeshift-Index

Der Krieg in der Ukraine und die Abriegelungen in China setzen die Lieferketten weiter unter Druck. Das weltweite Auftragsvolumen ist in den ersten drei Monaten des Jahres 2022 eingebrochen. Das belegen neue Daten von Tradeshift. Der Q1 2022 Index of Global Trade Health von Tradeshift zeigt, dass die Gesamttransaktionen (Rechnungen und Bestellungen) zwischen Einkäufern und Lieferanten auf der Plattform im ersten Quartal 2022 um weitere 7 Punkte unter den prognostizierten Bereich gefallen sind. Die Auftragseingänge fielen demnach im ersten Quartal um 16 Punkte.
 
Die Daten zeigen auch, dass die Zahl der verspäteten Lieferantenzahlungen in den vergangenen sechs Monaten durchschnittlich 15,9 Prozent des Gesamtvolumens betragen hat. Damit waren fast doppelt so viele Lieferantenzahlungen verspätet wie in den sechs Monaten vor der Pandemie.

Update 25.04.2022: Indirekte Folgen des Ukraine-Krieges für Banken laut EBA-Direktor schlimmer

Die indirekten Folgen des Ukraine-Kriegs wie etwa steigende Energiepreise dürften die europäischen Banken nach Einschätzung der Europäischen Bankenaufsicht EBA stärker belasten als die unmittelbaren Konsequenzen aus dem Konflikt. „Die Erstrunden-Effekte des Ukraine-Kriegs sind für europäische Banken kein großes Problem“, sagte EBA-Direktor Jacob Gyntelberg im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Die indirekten Folgen des Kriegs, die Zweitrundeneffekte, dürften die europäischen Banken härter treffen.“ Vor allem deutsche und osteuropäische Banken dürften die Krise demnach zu spüren bekommen.

Update 25.04.2022: Rückzug aus Russland belastet SAP

Der Rückzug aus Russland infolge des Ukraine-Kriegs belastet den Softwarekonzern SAP. Im laufenden Jahr rechnet Finanzvorstand Luka Mucic mit einer Ergebnisbelastung von 350 Millionen Euro. Hinzu komme ein Restrukturierungsaufwand von 80 bis 100 Millionen Euro, wie er im Interview mit der F.A.Z. sagte. Im ersten Quartal sei demnach das bereinigte Betriebsergebnis des Softwarekonzerns um 4 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro gesunken.

Die Umsätze in Russland fielen nun weg, das Datencenter in Moskau müsse geschlossen werden, sagte Mucic weiter. Für die 1200 Beschäftigten in Russland suche der Konzern „möglichst verträgliche Optionen“. Wer will, bekomme eine Stelle außerhalb Russlands angeboten. Zugleich machte der CFO deutlich, dass der Konzern „perspektivisch über dieses Jahr hinaus“ nicht mehr in Russland vertreten sein werde.

Update 25.04.2022: Leoni baut Doppelstrukturen wegen Ukraine-Krieg auf

Der Autozulieferer Leoni reagiert mit dem Aufbau von Doppelstrukturen auf den Ukraine-Krieg. Die Nürnberger wollen an den ukrainischen Standorten festhalten, duplizieren aber gleichzeitig Produktionskapazitäten in anderen Ländern wie etwa Rumänien. Das berichtet die Wirtschaftswoche. Einem erneuten Stillstand der Bänder bei Fahrzeugherstellern wie zu Beginn des Ukraine-Krieges solle so vorgebeugt werden, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Update 25.04.2022: EU bereitet weitere Sanktionen vor

Die Europäische Union (EU) bereitet weitere Sanktionen gegen Russland vor. „Wir arbeiten an einem sechsten Sanktionspaket, und eines der Themen, die wir in Betracht ziehen, ist eine Form von Ölembargo“, sagte der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Valdis Dombrovskis, der Zeitung Times. „Wenn wir Sanktionen verhängen, müssen wir dies auf eine Weise tun, die den Druck auf Russland maximiert und gleichzeitig den Kollateralschaden für uns selbst minimiert.“

Update 22.04.2022: Ifo sieht EU bei Ölembargo in Zwickmühle

Europa steckt dem ifo Institut zufolge in einer Zwickmühle bei einem Stopp der Ölimporte aus Russland. „Einerseits würde mehr Zeit der EU die Möglichkeit geben, sich besser vorzubereiten, indem sie alternative Energiequellen organisiert, die Nachfrage senkt und auch die Logistik der Energieströme innerhalb der EU und in den einzelnen Ländern optimiert“, sagt ifo-Forscherin Karen Pittel. „Andererseits sollte ein Ölembargo auch nicht ewig aufgeschoben werden. Denn mehr Zeit würde es Russland erlauben, andere Abnehmer zu finden, während die Einnahmen aus der EU weiter fließen.“ Außerdem würden die Anreize in den EU-Staaten verringert, sich auf einen Stopp der russischen Energieversorgung vorzubereiten. 

Bei Öl sei davon auszugehen, dass ein Rückgang der russischen Lieferungen durch andere Quellen ausgeglichen werden könne, sagt die Expertin des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts. „Aber dies für Kohle und Öl gleichzeitig zu ermöglichen, während Engpässe bei russischem Gas drohen, ist eine Herausforderung.“

Ein Kohle-Embargo wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine hatte die EU bereits für den Sommer beschlossen. Allerdings könnte ein Öl- oder Gasembargo Russland wesentlich härter treffen als das Kohle-Embargo.

Update 21.04.2022: Deutsche Exporte nach Russland gehen deutlich zurück

Die deutschen Exporte nach Russland sind im März infolge des Ukraine-Kriegs und der Sanktionen des Westens deutlich zurückgegangen. Sie fielen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 57,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit lag Russland im März 2022 nur noch auf Rang zwölf der wichtigsten Zielländer für deutsche Exporte außerhalb der EU. Im Februar 2022 hatte Russland noch Rang 5 belegt. Damals summierten sich die deutschen Exporte nach Russland trotz eines bereits merklichen Rückgangs gegenüber Januar noch auf 2,4 Milliarden Euro.

Update 20.04.2022: EU genehmigt Milliarden-Hilfe für Firmen

Die EU hat die Hilfen für deutsche Unternehmen genehmigt. Deutschland kann vom Ukraine-Krieg betroffene Unternehmen mit bis zu 20 Milliarden Euro unterstützen. „Unterstützt werden können Unternehmen jeder Größe und aus allen Wirtschaftszweigen mit Ausnahme der Finanzbranche“, heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission. Die Hilfen können nur bis zum 31. Dezember 2022 gewährt werden. Vor Ablauf der Frist prüft die Kommission, ob eine Verlängerung notwendig ist.

Update 20.04.2022: Continental reaktiviert Produktion in Russland

Der F.A.Z. zufolge hat Continental seine Produktion in Russland vergangene Woche wieder aufgenommen. Der Autozulieferer hat demnach das Reifenwerk in Kaluga reaktiviert. Anfang März war der Betrieb gestoppt worden. Das Unternehmen begründete den aktuellen Schritt mit der Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Russland. 

Update 20.04.2022: Bafin setzt neuen Vorstand bei VTB Europe ein

Die Bafin hat bei der VTB Europe einen Sonderbeauftragten eingesetzt. Dieser Sonderbeauftrage habe Geschäftsleiterbefugnisse, teilte die Finanzaufsicht mit. Er werde gemeinsam mit dem einzigem verbliebenen Vorstandsmitglied „die Rückführung der Geschäftstätigkeit der VTB Bank (Europe) SE weiter fortsetzen“, so die Bafin.

Ende März verließen vier von fünf Vorständen den Ableger der russischen Bank. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens zwei Geschäftsleiter.

Update 19.04.2022: SAP verlässt Russland vollständig

Nachdem SAP zunächst sein Neu- und Cloudgeschäft in Russland und Belarus eingestellt hatte, kündigte der IT-Konzern heute den vollständigen Rückzug aus dem Russland-Geschäft an. Das Unternehmen sei dabei, den gesamten Cloud-Betrieb in Russland einzustellen. Bestandskunden sollen für ihre Software künftig keine Updates und technische Unterstützung mehr erhalten.

Der deutsche Konzern habe nicht-sanktionierte Unternehmen in Russland vor die Wahl gestellt, ihre Daten in den Rechenzentren löschen zu lassen, in Eigenregie zu übernehmen oder in ein Rechenzentrum außerhalb Russlands zu überführen. Darüber hinaus plant SAP den Support und die Wartung der On-Premise-Produkte einzustellen, das ist Software, die in eigenen Rechenzentren betrieben wird.

Gegenüber dem Handelsblatt sagte Finanzchef Luka Mucic, dass die Software aber bei einigen russischen Unternehmen wegen rechtlichen Verpflichtungen teilweise noch über Jahre funktionieren werde. CFO Mucic zufolge machen die Geschäfte in Russland, der Ukraine und Belarus zusammen 1,5 Prozent des Gesamtumsatzes von SAP aus.

Update 19.04.2022: Henkel stoppt Russland-Geschäft

Henkel gab heute bekannt, das Russland-Geschäft aufzugeben. Der Umsetzungsprozess werde nun vorbereitet. Währenddessen werden laut Mitteilung die 2.500 Mitarbeiter in Russland weiterbeschäftigt. Der Dax-Konzern erwirtschaftete bislang etwa eine Milliarde Euro Umsatz in Russland – das sind rund 5 Prozent des Gesamtumsatzes.

Update 19.04.2022: Russland verstößt gegen Vertragsrichtlinien

Moody's zufolge könnten die jüngsten Bondzahlungen von Russland in Rubel als Zahlungsausfall gewertet werden. Am 4. April hat Russland zwei Anleihen, die 2022 und 2042 fällig sind, in Rubel gezahlt, statt in US-Dollar. Dies ist der Ratingagentur zufolge ein Vertragsbruch – wenn bis zum Ende der Schonfrist, am 4. Mai, keine neuen Zahlungen eingehen.

Update 14.04.2022: Russland-Exposure deutscher Banken ist gestiegen

Das Russland-Exposure deutscher Banken ist im Februar 2022 auf 9 Milliarden Euro gestiegen, so Barkow Consulting. Im Dezember 2021 betrug es noch 6 Milliarden Euro – damit stieg das Exposure in nur zwei Monaten um 50 Prozent. Die monatlichen Schwankungen sind allerdings sehr hoch und die relative Bedeutung mit 1,7 Prozent des Eigenkapitals deutscher Banken inklusive Nachrangkapital nach wie vor gering, so die Agentur.

Update 13.04.2022: So reagieren laut Deloitte-Umfrage deutsche Firmen auf den Ukraine-Krieg

Der Ukraine-Krieg beschäftigt auch deutsche Unternehmen. Zwar will nur eine Minderheit von ihnen sich dauerhaft aus dem russischen Markt zurückziehen, ein großer Teil macht diese Entscheidung aber von der weiteren Entwicklung des Krieges in der Ukraine abhängig. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage unter Führungskräften mittlerer bis großer Unternehmen in Deutschland im Auftrag von Deloitte.

An der Online-Umfrage haben 354 Personen aus dem mittleren bis hohen Management in Unternehmen mit 250 oder mehr Mitarbeitern zwischen dem 28. März 2022 und dem 4. April 2022 teilgenommen.

Demnach haben rund ein Drittel der befragten Unternehmen geschäftliche Verbindungen nach Russland. Fast zwei Drittel (64 Prozent) von ihnen haben bereits auf die aktuelle Situation reagiert und ihre Geschäftstätigkeit in Russland zunächst eingestellt. Allerdings planen nur 36 Prozent, sich dauerhaft aus dem russischen Markt zurückzuziehen, 42 Prozent machen dies von der weiteren Entwicklung abhängig.

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine beeinflusst auch die Lieferketten und die Versorgung der Unternehmen. Laut der Umfrage sind mehr als ein Drittel der Befragten (36 Prozent) durch die Sanktionen gegen Russland in der Versorgung mit Rohstoffen oder Zulieferprodukten betroffen. Infolgedessen wollen 44 Prozent ihre Lieferketten weiter diversifizieren.

Zudem sorgt sich die Mehrheit der befragten Unternehmen verstärkt vor Cyber-Angriffen. So erwartet mehr als die Hälfte der Firmen (54 Prozent) höhere Cyber-Risiken, vor allem im Public Sector und bei Finanzdienstleistungen. Viele der Unternehmen haben bereits auf diese Sorge reagiert: 77 Prozent der Unternehmen, die mit einer Zunahme von Cyberrisiken rechnen, haben Maßnahmen gegen eine erhöhte Cyber-Bedrohungslage ergriffen.

Update 12.04.2022: Chemiekonzerne schreiben Milliarden ab

Nord Stream 2 kommt den Chemiekonzernen teuer zu stehen: Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV muss im ersten Quartal zwei Milliarden Euro abschreiben. Eine Milliarde Euro kommen aus dem Ende von Nord Stream 2. An der Finanzierung ist neben OMV auch Uniper beteiligt. Der restliche Betrag ergibt sich aus einer Beteiligung am russischen Gasfeld Juschno Russkoje. OMV ist an dem Gasfeld über zwei Firmen mit einem Anteil von knapp 25 Prozent beteiligt.

BASF muss ebenfalls Milliarden wegen Nord Stream 2 abschreiben. Wegen einer Mehrheitsbeteiligung an Wintershall Dea nimmt der Chemiekonzern Wertberichtigungen in Höhe von 1,1 Milliarde Euro vor. 

Update 12.04.2022: Exporteure fürchten Probleme bei Transport- und Energiekosten

Steigende Transport- und Energiekosten sind die Hauptrisiken für deutsche Exporteure. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung des Kreditversicherer Allianz Trade zu den Export-Aussichten. Auch vor dem Ukraine-Krieg wurden die Transport- und Energiekosten als größtes Risiko genannt, allerdings sehen nun mehr als die Hälfte der Befragten diese Bereiche als kritisch an, zuvor war es nur knapp ein Drittel.

Zudem sehen mehr Exporteure als vor dem Krieg Zahlungsausfälle als Problem: Sechs von zehn Unternehmen erwarten für das laufende Jahr, dass mehr Zahlungen ausfallen. Optimistisch sind die Exporteure dennoch: 84 Prozent rechneten für 2022 mit einem Umsatzwachstum. 

Update 11.04.2022: Erster Zahlungsausfall eines russischen Unternehmens

Infolge des Kriegs kam es zum ersten Zahlungsausfall eines russischen Unternehmens. Wie das EMEA Credit Derivatives Determinations Committee feststellte, ist bei einer einer von der Russischen Eisenbahn ausgegebenen Anleihe ein Zahlungsversäumnis aufgetreten. Dabei handelt es sich um ein Darlehen in Höhe von 250 Millionen Schweizer Franken mit Fälligkeit in 2026. Bank of America, Goldman Sachs und JP Morgan sind einige der Ausschussmitglieder, die einen Zahlungsausfall sehen.

Update 11.04.2022: Société Générale will Rosbank verkaufen

Die Société Générale kündigte an, ihre russische Banktochter Rosbank und deren Versicherungstöchter zu verkaufen. Käufer soll der russische Milliardär Wladimir Potanin sein. Daraufhin zog der Aktienkurs der französischen Großbank an der Pariser Börse an und stieg zeitweise um bis zu 8,2 Prozent. Der Kurs der Rosbank sprang nach der Ankündigung an Moskauer Börse rund 40 Prozent nach oben.

Update 11.04.2022: VTB Europe von russischer Mutter abgeschirmt

Die Finanzaufsicht Bafin hat der Geschäftsleitung der VTB Bank (Europe) SE unmittelbar untersagt, Weisungen der Eigentümerin, der PJSC VTB Bank mit Sitz in St. Petersburg, zu befolgen. Diese Maßnahmen führten laut Mitteilung – gemeinsam mit dem bereits vor Wochen erlassenen Verbot, Zahlungen oder sonstige Vermögensverschiebungen zugunsten von Unternehmen der VTB-Gruppe vorzunehmen – zu einer vollständigen Abschirmung der VTB Bank Europe von der Muttergesellschaft.

Die PJSC VTB Bank hat demnach ab sofort keine Kontrolle mehr über die VTB Bank Europe und kann nicht über finanzielle Vermögenswerte oder wirtschaftliche Ressourcen verfügen. Die Deutsche Bundesbank hat vor dem Hintergrund ihrer Zuständigkeiten im Bereich der Finanzsanktionen zudem mitgeteilt, dass es sich auch aus ihren Erkenntnissen nicht ergibt, dass die VTB Bank Europe durch ihre Muttergesellschaft im Sinne der EU-Finanzsanktionen kontrolliert wird. Somit ist die operative Geschäftslage der VTB Bank Europe grundsätzlich unverändert. Einleger können weiterhin frei über ihr Geld verfügen und Schuldner können ihre Kredite mit Zins und Tilgung bedienen.

Update 08.04.2022: Unternehmen bekommen Hilfspaket

Für Unternehmen in Deutschland, die unter den wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs leiden, will die Regierung ein Hilfspaket bereitstellen. Die KfW soll dazu ein Kreditprogramm auflegen. Über das KfW-Programm von über 7 Milliarden Euro sollen der FAZ zufolge Unternehmen aller Größenklassen Zugang zu zinsgünstigen, haftungsfreien Krediten erhalten. Auch sollen einzelne, während der Corona-Pandemie eingeführte Erweiterungen bei Bund-Länder-Bürgschaftsprogrammen für vom Ukraine-Krieg nachweislich betroffene Unternehmen fortgesetzt werden. Auch soll die KfW bis zu 100 Millionen Euro für Kredite bereitstsellen, die der Bund mit einer Garantie unterlegt. Zudem sollen besonders betroffene Unternehmen Eigenkapital- oder Hybridkapitalspritzen erhalten. 

Update 07.04.2022: Shell schreibt Milliarden aus Russland-Geschäft ab

Wegen ihres Russland Rückzugs schreibt Shell im ersten Quartal 4 bis 5 Milliarden US-Dollar nach Steuern ab. Das gab das Unternehmen heute bekannt. Die Wertberichtigungen werden durch die höheren Gewinne aus dem Öl- und Gashandel abgefangen, so Shell. Man werde im ersten Quartal von 2022 durch den Ölhandel deutlich mehr einnehmen als im vorherigen Quartal.

Update 07.04.2022: Verbraucherpreise in Deutschland steigen dauerhaft

Laut DIW Berlin schlägt sich der erhöhte Ölpreis schon jetzt in den Verbraucherpreisen in Deutschland nieder. Der Prognose des Instituts zufolge wird der aktuelle Ölpreisschock die Verbraucherpreise in Deutschland um bis zu 1,5 Prozent über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren erhöhen – selbst wenn der Ölpreis schon wieder auf sein Vorkriegsniveau gefallen ist. Ähnliches gilt für den gesamten Euroraum.

Update 06.04.2022: Russland zahlt Eurobonds in Rubel

Russland hat erstmals Schulden von Anleihen in Rubel statt in US-Dollar gezahlt. Der Hintergrund war, dass die russische Regierung Zahlungen für Eurobonds in Höhe von rund 650 Millionen US-Dollar ausstehen hatte. Das US-Finanzministerium verhinderte am Montag russische Zahlungen über eine amerikanische Korrespondenzbank. In den Anleiheverträgen ist keine Zahlungsoption in Rubel vereinbart.

Update 06.04.2022: Welthandel bricht im März um 2,8 Prozent ein

In Folge des Ukraine-Krieges ist der Welthandel zwischen März und Februar um 2,8 Prozent eingebrochen. Das ist das Ergebnis des Kiel Trade Indicators, der den Schiffsverkehr an 500 Häfen weltweit trackt. Importe nach Russland sind im März um 9,7 Prozent zurückgegangen, die Exporte fielen um 5 Prozent. An den drei größten Häfen Russlands, St. Petersburg, Wladiwostok und Novorossiysk, ist der Containerfrachtverkehr bereits um die Hälfte eingebrochen, so das Kieler Institut.  "Russlands zunehmende Isolation zeigt sich in einem abrupten Rückgang der an- und ablegenden Containerschiffe in den dortigen Häfen", so der Bericht des Kieler Instituts. 

Die Ukraine ist noch stärker betroffen: Das Land sei praktisch vom internationalen Seehandel abgeschnitten. Den wichtigsten Hafen des Landes, Odessa, hat seit Kriegsausbruch kein großes Containerschiff mehr angelaufen, erläutert das Kiel Institut für Weltwirtschaft.

Auch der europäische Handel wird durch den Krieg beeinflusst: Die Exporte gingen um 5,6 Prozent, die Importe um 3,4 Prozent zurück. Entgegen dem globalen Trend ist Chinas Handel kaum betroffen, Exporte gingen 0.9 Prozent zurück und die Importe stiegen sogar um 0,9 Prozent.

Update 06.04.2022: USA blockieren Zinszahlungen Russlands

Das US-Finanzministerium blockiert Zins- und Tilgungszahlungen der russischen Regierung, berichtet Reuters. Russland musste am Montag Zahlungen für zwei russische Staatsanleihen leisten. Zum einen stand eine Tilgungszahlung für eine Anleihe in Höhe von 552 Millionen US-Dollar aus. Zusätzlich muss die russische Regierung Zinszahlungen in Höhe von 84 Millionen US-Dollar leisten.

Die Korrespondenzbank JP Morgan erhielt aber laut Reuters keine Genehmigung, die jüngsten Zahlungen für russische Staatsanleihen zu bearbeiten. Ziel ist des Verbots sei laut US-Finanzministerium, dass Moskau nun entscheiden müsse, ob es für die Zahlungen auf Devisenreserven unter seiner direkten Kontrolle zurückgreife. 

Ob der Kreml die Zahlungen unter den neuen Bedingungen leistet, ist unklar. Russland hat nun eine 30-tägige Verzugsfrist. Die aktuell geltende Regel, dass Banken sich Genehmigungen des Finanzministeriums einholen müssen, um Gelder aus Anlagen in Russland anzunehmen, gilt nur noch bis zum 25. Mai. Danach werden keine Genehmigungen mehr erteilt.

Update 06.04.2022: CFO erwarten negative Folgen durch Ukraine-Krieg

Fast alle CFOs erwarten, dass sich der Ukraine-Krieg auch negativ auf die deutsche Wirtschaft auswirkt: Neun von zehn Finanzchefs gehen von stark negative oder eher negative Folgen für das wirtschaftliche Umfeld in Deutschland aus. Das ist das Ergebnis unserer Schwesterpublikation FINANCE, die CFOs im deutschsprachigen Raum befragt hat. Weitere Ergebnisse der Studie lesen Sie bei FINANCE.

Update 06.04.2022: VNG sichert sich mit Krediten ab

Die VNG setzt auf Backup-Kredite wegen des Ukraine-Kriegs und möglichen Auswirkungen auf den Energiemarkt. Zum einen hat der Gaskonzern einen Kredit mit der KfW mit einer Laufzeit bis April 2023 abgeschlossen. Zusätzlich hat VNG einen bestehenden Kreditrahmen mit ihrem Hauptaktionär EnBW erweitert. Durch beide Maßnahmen kommt der Gaskonzern auf einen Finanzierungsrahmen von rund 1 Milliarde Euro.

Update 05.04.2022: EU-Kommission schlägt Importverbot für Kohle aus Russland vor

Die EU-Kommission hat laut dpa neue Russland-Sanktionen vorgestellt. Das Paket beinhaltet nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unter anderem ein Importverbot von russische Kohle, eine Hafensperre für russische Schiffe sowie weitere Beschränkungen für den Handel mit Russland. Die 27 EU-Staaten müssen nun darüber abstimmen, ob die Sanktionen verhängt werden.

Update 05.04.2022: Erwartung der Automobilbranche drastisch eingebrochen

Die Automobilbranche wird durch den Ukraine-Krieg stark beeinflusst. Die Erwartungen der deutschen Autohersteller und ihrer Zulieferer sind im März so stark eingebrochen wie nie zuvor, so das Ifo-Institut. Der Indikator für die Branche fiel auf minus 43,1 Punkte, nach plus 14,4 im Februar. Als Gründe werden unter anderem steigende Energiepreise sowie der Mangel an Vorprodukte genannt.

Update 05.04.2022: EU-Kommission bereitet offenbar Kohle-Embargo vor

Mehrere Nachrichtenagenturen berichten, dass die EU-Kommission Einschränkungen russischer Kohleimporte vorbereitet. Laut dpa sollen russische Kohleimporte Teil des nächsten Sanktionspakets gegen Russland sein. Genaueres sei noch nicht klar. Die Agentur Reuters schreibt, die EU-Kommission plane ein komplettes Verbot von Kohleimporten aus Russland.

Update 04.04.2022: Gazprom Germania kommt unter Treuhandverwaltung

Wirtschaftsminister Robert Habeck kündigte heute an, die deutsche Gazprom-Tochter unter treuhänderische Verwaltung durch die Bundesnetzagentur zu stellen. Die Bundesnetzagentur ist zunächst bis zum 30. September 2022 berechtigt, die Geschäftsführung von Gazprom Germania abzuberufen sowie eine neue einzusetzen. Habeck begründet diesen Schritt mit den unklaren Rechtsvorschriften und einem Verstoß gegen Meldevorschriften. Erst am Freitag hatte Gazprom angekündigt, die deutsche Tochter zu verkaufen.

Update 04.04.2022: Exporte stiegen trotz Krieg

Trotz des Kriegsbeginns in der Ukraine im Februar sind die deutschen Exporte in diesem Monat um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 124,7 Milliarden Euro gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten für den Februar nur mit einem Wachstum von 1,5 Prozent gerechnet. 

Die Importe legten mit 4,5 Prozent ebenfalls kräftig zu. Allerdings brachen die Im- und Exporte aus und nach Russland ein. Im Februar wurden rund 6,3 Prozent weniger exportiert als im Vormonat und die Importe brachen sogar um 7,4 Prozent ein.

Update 04.04.2022: JP Morgan beziffert möglichen Verlust auf eine Milliarde

JP Morgan droht wegen ihres Russland-Engagements ein Verlust von bis zu einer Milliarde US-Dollar. Das schrieb Vorstandschef Jamie Dimon am Montag in einem Brief an die Aktionäre der Bank. Woher die Verluste kommen, sagte Dimon nicht. Er bekräftigte aber, dass die Bilanz von JP Morgan ein Bollwerk sei und die Bank auch Verlusten von zehn Milliarden US-Dollar verkraften könnte. Der JP Morgan-CEO erwartet durch den Ukraine-Krieg Zweitrunden- und indirekte Effekte auf Unternehmen und Länder. Der Krieg in der Ukraine werde die Weltwirtschaft verlangsamen und die Geopolitik für Jahrzehnte beeinflussen, so Dimon.

Update 04.04.2022: Privatbanken prognostizieren schwere Rezession bei Importstopp

Im Falle eines Lieferstopps von russischem Öl und Gas rechnen deutsche Privatbanken mit einer schweren Rezession. „Eine deutliche Rezession in Deutschland wäre dann kaum zu vermeiden“, sagte Deutsche Bank-Chef Christian Sewing bei einer Veranstaltung des Bundesverbands deutscher Banken. Bereits jetzt sei die Konjunktur durch den Ukraine-Krieg erheblich belastet. „Die Chefvolkswirte der privaten Banken haben ihre Prognose gegenüber den Einschätzungen vor Ausbruch des Krieges halbiert“, so Sewing. Für 2022 werde jetzt nur noch ein Wachstum von rund zwei Prozent erwartet – und auch diese Prognose stehe unter Vorbehalt.

Update 04.04.2022: Analysten erwarten keine Änderungen für Gas-Abnehmer

Die Anordnung Putins Gaszahlungen nur in Rubel anzunehmen, wird keine großen Konsequenzen mit sich bringen, so die Meinung einiger Analysen.  „Für die deutschen Unternehmen dürfte sich unter dem Strich nicht besonders viel ändern“, sagte Ulrich Leuchtmann, Leiter der Devisen-Abteilung bei der Commerzbank, vergangene Woche.

Auch Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen sieht es ähnlich: „Letztlich ändert sich an der bisherigen Zahlungsweise nur wenig, wenn die Abnehmerländer ihre Gas-Rechnung weiter in ihren Landeswährungen bezahlen und eine russische Bank die Devisen in Rubel umtauscht.“ Allerdings sei die Frage, inwieweit Zusagen der russischen Führung angesichts der trüben politischen Beziehungen zum Westen noch Glauben zu schenken sei. „Ein komplettes Gas-Embargo, also ein Lieferstopp, ist meines Erachtens nach wie vor nicht auszuschließen.“

Update 01.04.2022: Gazprom gibt offenbar deutsche Tochter auf

Der russische Gaskonzern Gazprom gibt seine deutsche Tochter Gazprom Germania auf. Das teilte der Konzern heute auf seinem Telegram-Kanal mit. Der Konzern werde sich von Gazprom Germania und deren Beteiligungen, darunter die Firma Gazprom Marketing & Trading, zurückzuziehen. Weiteres ist nicht bekannt. Unklar ist, ob die Mitteilung Konsequenzen für die Gaslieferungen nach Deutschland hat.

Update 01.04.2022: Vier Vorstände der VTB Europe treten zurück

Laut Handelsblatt Informationen haben vier von fünf Vorständen die VTB Europe vergangene Woche verlassen. Oxana Kozliouk und Oleg Osipenko, die beide ukrainische Staatsbürger sind, wollten aufgrund der russischen Invasion nicht mehr für die Bank tätig sein. Vorstandschef Nicholas Hutt und sein Kollege Zac Fortune seien britische Staatsbürger und dürften wegen der Sanktionen nicht länger für VTB arbeiten, so das Handelsblatt. Das einzig verbleibende Vorstandsmitglied ist CFO Miro Zadro.

Update 01.04.2022: Enteignung russischer Tochterunternehmen steht im Raum

Nach Handelsblatt Informationen soll das Wirtschaftsministerium die Enteignung und Verstaatlichung der deutschen Töchter der russischen Energiekonzerne Gazprom und Rosneft durchspielen. Der Grund für solche Überlegungen sind dem Artikel zufolge Sorgen um die Versorgungssicherheit in Deutschland. Die Bundesregierung will eine massive Beeinträchtigung der Energieversorgung verhindern.

Update 01.04.2022: Russische Industrie schrumpft stark

Die russische Industrie schrumpf stark: Der S&P Global-Einkaufsmanagerindex sank im März um 4,5 Punkte auf 44,1 Zähler – das ist der niedrigste Stand seit Mai 2020. Grund für den Abwärtstrend waren demnach stark steigende Lieferzeiten und Materialengpässe. Die Umfrage verzeichnet den stärksten Anstieg der Verkaufspreise und den kräftigsten Anstieg der Kosten seit Beginn der Datenerhebung im September 1997.

Update 01.04.2022: Keine Erholung bei Materialengpässen

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich verschärft. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts klagen 80,2 Prozent der Firmen im März über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Im Februar waren es 74,6 Prozent.

In den Schlüsselbranchen der deutschen Industrie sind die Anteile auf sehr hohem Niveau fast unverändert geblieben. Rund 90 Prozent der Unternehmen aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Elektroindustrie berichten von Lieferproblemen. In der Chemischen Industrie stieg der Anteil von 58,4 auf 70,5 Prozent. „Ursprünglich hatten die Unternehmen für den Sommer mit einer Entspannung gerechnet. Die wird sich nun weiter verzögern“, ergänzt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen.

Update 01.04.2022: Krieg gefährdet Umsätze des Mode-Einzelhandels

Laut einer Allianz Trade Studie könnte der Ukraine-Krieg den Einzelhandel stark treffen. In Europa könnten 2022 rund 4,85 Milliarden Euro an Konsumausgaben für Mode verloren gehen, davon entfallen 1,12 Milliarden Euro auf Deutschland.

Update 31.03.2022: Gaszahlungen nun doch in Rubel?

Der Wechselkurs Russlands geht weiter. Der russische Präsident hat heute nach eigenen Angaben ein Dekret unterzeichnet, wonach ausländische Käufer russisches Gas von Freitag an in Rubel zahlen müssen. Verträge würden gestoppt, wenn diese Zahlungen nicht erfolgten, sagt Putin. Diese Aussage steht im Gegensatz zu der Zusicherung Putins gestern in einem Gespräch mit Olaf Scholz. In diesem hatte der russische Präsident zugesagt, dass die Gaslieferungen in Euro bezahlt werden können.

Wie genau die Zahlungen ablaufen, ist unklar. Putin zufolge sollen Käufer für die Gaszahlungen Konten bei der Gazprombank nutzen. Ausländische Käufer müssen die Beträge in ihren Währung auf sogenannte "K"-Konten überweisen. Die Gazprombank soll dann im Namen des Käufers Rubel auf ein weiteres "K"-Konto transferieren. Die russische Bank überträgt die Zahlungen auf die Konten von Gazprom in Rubel, so das Dekret, das Reuters vorliegt. Unklar ist bisher, ob die Staaten selbst bereits in Rubel zahlen müssen oder eine Euro-Zahlung direkt konvertiert wird.

 

Update 31.03.2022: Uniper verlängert KfW-Kreditfazilität

Uniper verlängert eine Kreditfazilität der KfW in Höhe von bis zu 2 Milliarden Euro. Die Linie wäre eigentlich am 30. April 2022 ausgelaufen, wurde nun aber um ein Jahr verlängert. Als Grund nannte der Energiekonzern die Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg und die damit verbundene Volatilität an den Rohstoffmärkten.

Update 31.03.2022: Ritter Sport, Fresenius und Co. stoppen Russlandgeschäft nicht

Das Unternehmen Ritter Sport hat einen Shitstorm für ihre Entscheidung bekommen, ihr Russlandgeschäft fortzusetzen. Der Schokoladenhersteller macht laut eigenen Angaben 10 Prozent des Umsatzes in Russland, das sind zwischen 40 und 50 Millionen Euro. Auch Fresenius begründet bei Linkedin ausführlich, warum sie sich nicht aus dem Russlandgeschäft zurückziehen. Laut CEO Stephan Sturm hätte man eine Verantwortung gegenüber russischen Patienten und Patientinnen. Finanzielle Interessen stünden nicht im Vordergrund. Auch Unternehmen wie Globus, Metro, Merck, Henkel, Siemens, BASF und Bayer setzen ihr Geschäft in Russland fort.

Bis zum Ausbruch des Ukraine-Kriegs waren laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rund 3.650 deutsche Firmen in Russland aktiv. 

Update 31.03.2022: VTB Europe steht zum Verkauf

Die russische Bank VTB stellt ihren europäischen Ableger zum Verkauf, berichtet Bloomberg. Ob eine Veräußerung gelinge, sei wegen des Kriegs in der Ukraine und der Sanktionen gegen Russland jedoch ungewiss, sagten Insider gegenüber dem Handelsblatt. Eine solche Transaktion abzuwickeln, ohne gegen Sanktionen der EU, der USA und Großbritanniens zu verstoßen, sei alles andere als trivial. Die VTB Europe mit Sitz in Frankfurt unterliegt der Kontrolle der Bafin.

Update 31.03.2022: Gazprom prüft offenbar Stopp von Gaslieferungen

Der russische Energiekonzern Gazprom prüft einem Zeitungsbericht zufolge die Optionen, Gaslieferungen in sogenannte unfreundliche Länder, zu denen auch Deutschland gehört, zu stoppen. Das berichtet die russische Zeitung „Kommersant“ unter Berufung auf Insider. Auch die möglichen Konsequenzen daraus würden evaluiert.

Update 31.03.2022: Putin sichert Scholz Gaszahlung in Euro zu

Bei einem gestrigen Telefonat hat Wladimir Putin Bundeskanzler Olaf Scholz zugesichert, dass sich beim Bezahlen der russischen Gaslieferungen für europäische Abnehmer nichts ändere. Rechnungen können demnach weiter in Euro beglichen werden. Das teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit mit.

Allerdings habe Putin in dem Telefonat gesagt, das Gaslieferungen ab dem 1. April in Rubel zu begleichen seien, so Hebestreit. Zugleich habe der russische Präsident aber zugesichert, dass europäische Unternehmen ihre Rechnungen für russisches Gas weiterhin in Euro begleichen können. Die Zahlungen würden demnach wie üblich an die Gazprom-Bank überwiesen, die nicht von den Sanktionen betroffen sei. Die Bank konvertiere dann das Geld in Rubel. Dem Regierungssprecher zufolge habe Kanzler Scholz um weitere, schriftliche Informationen gebeten und dem Verfahren als solchem nicht zugestimmt. 

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sagte in einem Interview mit RTL Direkt er ist skeptisch, ob Russland tatsächlich weiter Zahlungen für Gaslieferungen in Euro akzeptiert. Man müsse abwarten, wie die Putin-Regierung ihre Drohung heute in einem Gesetz konkretisieren werde. Die russische Regierung kündigte an, am heutigen Tag weitere Details zu den Zahlungsmodalitäten für Gas vorzulegen.

Update 30.03.2022: EU durchsucht deutsche Gazprom

Laut Bloomberg durchsuchten EU-Beamte die Büros von Gazprom Germania. Bei der Durchsuchung soll es um wettbewerbswidriges Verhalten bezüglich der Energiepreise gehen. Es steht der Verdacht im Raum, dass Gazprom die Gaszufuhr gedeckelt hat, um den Druck auf Politiker bezüglich Nord Stream 2 zu erhöhen. Die Ermittlungen wurden schon vor dem Kriegsbeginn in die Wege geleitet.

Update 30.03.2022: Gas muss vorerst doch nicht in Rubel gezahlt werden

Die Gaslieferungen nach Europa müssen vorerst doch nicht in Rubel bezahlt werden. Eine entsprechende Anordnung Putins tritt am Donnerstag noch nicht in Kraft. Das sagte der Kremlsprecher Dmitri Peskow heute. Die Umstellung solle schrittweise erfolgen.

Diese Woche kündigte der Kreml an, bis Donnerstag Details zu den Zahlungsmodalitäten für sogenannte unfreundliche Staaten – zu denen auch die EU gehört – bekanntzugeben. Putin will sich mit Vertretern von Gazprom und der Zentralbank treffen, um sich über den Stand der Dinge informieren zu lassen.

Update 30.03.2022: Erwartungen der Leasing-Branche sind negativ

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die Leasing-Branche fiel im März von 22,9 auf 15,8 Punkte. Dieser Index setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Aktuell ist die Lage der Branche noch gut, die Punktzahl für die aktuelle Lage stieg von 36,9 auf 37,6 an. Allerdings sind die Erwartungen negativ: Die Erwartungskomponente fiel von 9,7 auf minus 4,1 Punkte.

Russland spielt zwar als Absatzmarkt und Produktionsstandort für die Branche keine bedeutsame Rolle, anders sieht dies als Rohstofflieferant und für die Gasversorgung aus. Deutsche Leasing-Unternehmen sind seit den Sanktionen 2014 anlässlich der Annexion der Krim mit einem sehr überschaubaren Neugeschäft in Russland aktiv. 

Update 30.03.2022: Wirtschaftsweise senken Konjunkturprognose deutlich

Die Wirtschaftsweisen senken ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 1,8 Prozent. Im November hatten das Beratergremium noch mit einem Wachstum von 4,6 Prozent gerechnet. Verschiedene Institute hatten ihre Prognose zuletzt bereits nach unten korrigiert.

Update 30.03.2022: Ifo: Firmen wollen Preise erhöhen

Mehr Firmen wollen in den kommenden drei Monaten ihre Preise erhöhen. Der Ifo-Preiserwartungsindex stieg gegenüber Februar um 7 Punkte – nun liegt der Index bei einem Höchstwert von 54,6 Punkten. Die meisten Preissteigerungen werden im konsumnahem Bereich erwartet.

„Der Angriff Russlands auf die Ukraine treibt nicht nur die Energiekosten in die Höhe, sondern auch die Preise vieler Agrarrohstoffe“, erklärte Ifo-Experte Timo Wollmershäuser. Die Inflation könne in diesem Jahr auf deutlich über 5 Prozent steigen.

Update 29.03.2022: HSBC folgt offenbar Sprachregeln des Kremls

Die HSBC folgt offenbar den politischen Sprachregeln des Kremls. Laut Recherchen der „Financial Times“ änderte die HSBC in mehreren Publikationen von Analysten im Bezug auf die Ukraine das Wort „Krieg“ zu „Konflikt“. Diese Änderungen hätten zu Protest und einer Debatte bei den Mitarbeitern der britischen Bank geführt, so die Quelle der Financial Times. Welche Banken sich nun endgültig aus Russland zurückgezogen haben, erfahren Sie in dem Artikel unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 29.03.2022: Energieimportstopp hätte weitreichende Konsequenzen

Der Stopp russischer Energielieferungen würde sich spürbar auf Deutschland auswirken, wie Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) nun in einer Studie angegeben haben. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) könnte nach anderthalb Jahren demnach um bis zu drei Prozent sinken – sowohl in Deutschland als auch Italien. „Durch den Importstopp wird ein Teil des Kapitalstockes unbrauchbar, ihn zu ersetzen benötigt Zeit“, erklären die Autoren des DIW. „Deswegen ist der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes langwierig: Selbst nach 40 Quartalen ist die wirtschaftliche Aktivität noch nicht wieder auf dem Niveau von vor dem Ukraine-Krieg.“

Die Inflation könnte durch den Krieg laut den Autoren um bis zu 2,3 Prozentpunkte ansteigen. Allerdings ist die Aussage mit der Annahme verknüpft, dass der Leitzins mittelfristig um 0,5 Prozentpunkte steigt. „Sollte die Zentralbank den Leitzins nicht erhöhen, um keine negativen Wirkungen auf Finanzierungsbedingungen und Kreditvergabe auszuüben, würde das zu einer schwächeren Rezession führen als im Modell aufgezeigt“, so der DIW-Bericht.

Das DIW resümiert, dass die Schwere der Rezession ähnlich der, der Coronapandemie wäre und dementsprechend auch mit zielgenauer makroökonomischer Wirtschaftspolitik deutlich begrenzt werden könnte. Den vollständigen Bericht lesen Sie hier.

Update 29.03.2022: Russland will bis Donnerstag Gaszahlungsfrage klären

Der Kreml beharrt auf Gaszahlungen in Rubel. Kreml-Sprecher Dmitry Peskov sagte heute, dass Russland bis Donnerstag die Zahlungsmodalitäten für Gaslieferungen festlegen werde. Er bekräftigte, dass ausländische Käufer in Rubel zahlen müssen.

Update 29.03.2022: Ifo-Beschäftigungsbarometer geht zurück

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen geht deutlich zurück. Das geht aus dem Ifo-Beschäftigungsbarometer hervor. Im März ist das Barometer auf den Wert von 102,1 Punkte gefallen, im Vormonat waren es 104,3 Punkte. Der Angriff Russlands auf die Ukraine lässt Unternehmen bei den Personalplanungen zurückhaltender werden, resümiert das Institut.

Update 29.03.2022: Credit Suisse stoppt Neugeschäft in Russland

Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge nimmt die Schweizer Bank Credit Suisse keine Neukunden in Russland mehr an. Die Bank reduziere ihr Engagement in dem Land und helfe Kunden, ihr Russland-Engagement abzubauen, heißt es in dem internen Dokument, das Reuters vorliegt. Zudem seien Aufgaben aus Russland weg verlagert worden und Mitarbeitende würden bei der Verlegung an andere Standorte unterstützt.

Update 29.03.2022: EZB-Chef-Bankenaufseher mahnt zur Einhaltung der Sanktionen

EZB-Chef-Bankenaufseher Andrea Enria mahnt Geldinstitute, die gegen Russland verhängten Sanktionen einzuhalten. Die Banken müssten sicherstellen, dass sie über starke interne Prozesse und Kontrollen verfügten, um einen Bruch der Strafmaßnahmen zu vermeiden, sagte der Italiener am Montag. Ein Bruch der Sanktionen könne zu finanziellen und Reputationsschäden führen.

Update 28.03.2022: Streit um Gaszahlungen geht weiter

Heute hat die G7-Gruppe abgelehnt, Gaslieferungen in Rubel zu zahlen. Vergangene Woche hatte der russische Präsident Wladimir Putin angekündigt, Zahlungen für Gaslieferungen von sogenannten unfreundlichen Staaten nur noch in Rubel entgegenzunehmen.  

Laut der russischen Nachrichteagentur RIA hat der russische Politiker Ivan Abramov heute gesagt, wenn die G7-Staaten nicht Rubel zahlen, werde es zu einem Stopp der Gaslieferungen kommen.

Update 28.03.2022: Exporterwartungen deutlich eingebrochen

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren ist in Folge des Ukrainekriegs deutlich eingebrochen. Das Ifo-Barometer für die Exporterwartungen stürzte im März auf minus 2,3 Punkte ab. Im Februar lag es noch bei plus 17,0 Punkten. 

Einen stärkeren Rückgang gab bisher nur zu Beginn der Coronapandemie im April 2020 mit minus 31,2 Punkten. „Insbesondere Unternehmen mit wirtschaftlichen Verbindungen zu Russland blicken deutlich pessimistischer auf die kommenden Monate“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Der Zuwachs der Exporte wird sich merklich verlangsamen.“ Besonders betroffen seien Autohersteller und ihre Zulieferer. Auch die Gummi- und Kunststoffindustrie sowie die Drucker gehen von einem Rückgang der Exporte aus.

Update 25.03.2022: Deutsche Politiker lehnen Gaszahlungen in Rubel ab

Der russische Präsident Wladimir Putin habe den Energieriesen Gazprom angewiesen, Zahlungen für seine Erdgasexporte in Rubel zu akzeptieren, so eine Kreml-Mitteilung. In den kommenden Tagen solle der Konzern herausfinden, wie dies geschehen könne.

Finanzminister Christian Lindner riet den Energieversorgern im einem Welt-TV-Interview, sie sollten die Gaslieferungen gemäß den Verträgen in Euro oder Dollar zahlen. Auch Kanzler Olaf Scholz äußerte sich ähnlich.

Update 25.03.2022: Ifo-Geschäftsklimaindex signalisiert Rezession

Dem Ifo-Geschäftsklimaindex zufolge wird die deutsche Wirtschaft „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ in eine Rezession rutschen. Die Einschätzungen der Unternehmen seien getrübt und somit sei ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zu erwarten. Der Index für die Geschäftserwartungen fällt massiv von 98.4 auf 85.1. – das ist der stärkste Einbruch seit Ausbruch der Corona-Pandemie.

Besonders betroffen ist laut Ifo das verarbeitende Gewerbe (siehe unten). Neben hohen Energiekosten und Lieferkettenproblemen machen den Unternehmen auch Corona-Lockdowns in China zu schaffen. Es fehlen beispielsweise Kabelbäume für die Autoindustrie, die größtenteils in der Ukraine produziert werden.

Update 25.03.2022: Verarbeitendes Gewerbe und Handel fürchtet Risiken durch Krieg

Etwa ein Drittel des Mittelstands in Deutschland fürchtet die Folgen des Ukraine-Kriegs. Das zeigt eine aktuelle Befragung von KfW Research. Befragt wurden 2.220 Mittelständler mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro. Rund 14 Prozent der Unternehmen sehen in dem Konflikt ein hohes Risiko für ihre Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Weitere 22 Prozent stufen den Krieg als ein mittleres Risiko ein. 

Besonders besorgt zeigten sich Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe und dem Handel. 17 Prozent beziehungsweise 22 Prozent sehen den Krieg als hohes Risiko an. Die steigenden Energiepreise und Lieferkettenprobleme werden von den befragten Unternehmen als größte Problemquelle wahrgenommen.

Update 24.03.2022: Commerzbank erhöht ihre Krisenvorsorge nicht

Im Gegensatz zur Deutschen Bank erhöht die Commerzbank ihre Vorsorge für Kreditausfälle in Folge des Ukraine-Kriegs nicht. Bei der Aufsichtsratssitzung am gestrigen Mittwoch wurden die Auswirkungen des Krieges thematisiert, aber keine Anpassung der Vorsorge für Kreditausfälle erörtert.

Update 24.03.2022: Ratingagentur Fitch zieht russische Ratings zurück

Die Ratingagentur Fitch kündigt an, bis zum 15. April alle ausstehenden russischen Bewertungen zurückzuziehen. Damit folgt sie dem durch die EU initiierten Verbot, wonach europäische Ratingagenturen russische Unternehmen nicht mehr bewerten dürfen.

Update 24.03.2022: Die Moskauer Börse startet im Teilbetrieb

Nach knapp einem Monat Pause hat heute die Moskauer Börse ihren Handel wieder aufgenommen. Allerdings nur im Teilbetrieb: Es durften nur Aktien von 33 Unternehmen gehandelt werden, darunter Papiere des Gasmonopolisten Gazprom, des Ölkonzerns Lukoil und der staatlichen Fluggesellschaft Aeroflot.

Update 23.03.2022: EU-Kommission vereinfacht Staatshilfen

Unternehmen, die von den wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs besonders betroffen sind, soll einfacher an staatliche Unterstützung kommen. Das gab die EU-Kommission heute bekannt.

Konkret sollen betroffene Unternehmen in der EU bis zu 400.000 Euro an staatlicher Unterstützung bekommen. Für die Branchen Landwirtschaft, Fischerei und Fischzucht seien bis zu 35.000 Euro vorgesehen. Im Energiebereich sind noch größere Hilfen geplant. 

So sollen Unternehmen, die stark unter den sprunghaft steigenden Energiepreisen leiden, bis zu 30 Prozent ihrer Aufwendungen ersetzt bekommen. Das ist allerdings bei zwei Millionen Euro gedeckelt. Davon dürften unter anderem Aluminium-, Glasfaser- und Düngemittel-Hersteller profitieren. Die nun erneut gelockerten Regeln für Staatshilfen gelten bis zum Ende des Jahres. 

Update 23.03.2022: Russisches Gas muss in Rubel bezahlt werden

Gaslieferungen aus Russland müssen Kunden aus Deutschland und andere EU-Staaten künftig in Rubel bezahlen. Der russische Präsident Wladimir Putin wies am Mittwoch die Regierung an, keine Zahlungen in Dollar oder Euro mehr zu akzeptieren.

Betroffen sind jene "unfreundliche Staaten", die Russland als Reaktion auf die Sanktionen auf eine schwarze Liste gesetzt hat, darunter sind die EU-Staaten aber auch die USA, Schweiz, Japan, Kanada und die Ukraine. Die Ankündigung Russlands ist bei der deutschen Gaswirtschaft auf Unverständnis gestoßen. "Wir haben die Meldung, dass Russland Gaslieferungen nur noch im Rubel abwickeln will, mit großer Irritation zur Kenntnis genommen", sagte der Vorstand des Branchenverbandes Zukunft Gas, Timm Kehler, der Deutschen Presse-Agentur.

Update 22.03.2022: Ukraine-Krieg führt laut Euler Hermes zu steigenden Insolvenzen in Europa

Der Ukraine-Krieg führt zu steigenden Insolvenzen in Europa. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Kreditversicherer Euler Hermes. Demnach könnten ohne entsprechende Gegenmaßnahmen die Insolvenzen in Europa mit einem Plus von 23 Prozent in diesem Jahr deutlich stärker steigen als ursprünglich erwartet. Auch in Deutschland erwartet der Kreditversicherer mit einer Zunahme von 4 Prozent eine Trendwende bei den Insolvenzen. Hierzulande ist die Zahl der Insolvenzen derzeit aber immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau.

Auch die gestiegenen Energiepreise haben Folgen. Die Entwicklung der Energiepreise haben zu einer deutlich höheren Inflationsrate geführt als ursprünglich erwartet. Die Euler-Hermes-Experten haben durch den Konflikt in der Ukraine ihre Prognose für Deutschland um 2,2 Prozentpunkte nach oben korrigiert: Sie erwarten für die Bundesrepublik in diesem Jahr nun eine Teuerung um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – bei einer weiteren deutlichen Eskalation des Ukraine-Konflikts sogar um +7 Prozent.

Update 22.03.2022: Russland wendet Staatspleite offenbar ab

Russland bedient eine weitere Zinszahlung für eine Anleihe und wendet damit eine Staatspleite vorerst ab. Die US-Bank JP Morgan habe Russlands anstehende Zinszahlungen auf eine 2029 fällige Staatsanleihe in die Wege geleitet, sagt ein Finanzmarktteilnehmer der Nachrichtenagentur Reuters. Die Zahlung sei zum nächsten Schritt übergegangen, bevor das Geld an die Anleihegläubiger ausgezahlt werde. Russland musste am Montag eine Zahlung in Höhe von 66 Millionen Dollar für die Anleihe an die Gläubiger leisten.

Schon vergangene Woche (siehe unten) musste Russland Zinszahlungen für Anleihen leisten.

Update 21.03.2022: Bundesbank: Russischer Angriff schwächt wirtschaftliche Erholung „erheblich“

In ihrem aktuellen Monatsbericht schreibt die Bundesbank, dass sich die wirtschaftliche Lage im 1. Quartal 2022 trotz Omikron-Welle besser entwickelt hat als erwartet. Allerdings beende der Angriff Russlands diesen Trend: die veränderte Situation werde die wirtschaftliche Aktivität „spürbar belasten“. Die Lieferkettenprobleme dürften sich wieder verstärken, schreibt die Bundesbank.

Der Anstieg internationaler Rohölpreise verstärkte sich laut Bericht nach dem russischen Einmarsch nochmal sprunghaft. Ein Anstieg der Inflationsrate werde in den kommenden Monaten vor allem wegen der steigenden Energiepreise erwartet. Allerdings erwarten die Experten auch einen zusätzlichen Auftrieb der Preise für Nahrungsmittel und Industriegüter. Grund dafür seien der Einbruch der Weizenexporte aus der Ukraine und Russland beziehungsweise neue Störungen der Lieferketten.

Update 21.03.2022: Julius Bär äußert sich zum Russland-Geschäft

Die Schweizer Bank Julius Bär hat heute eine Erklärung zum Russland-Geschäft abgegeben. Seit der Invasion in der Ukraine nehme die Bank keine neuen Kunden mit Wohnsitz in Russland auf. Nach eigene Angabe habe Julius Bär ein Kreditengagement mit einer niedrigen einstelligen Anzahl an Kunden, die von den kürzlich eingeführten Sanktionen betroffen sind. Diese seien vollständig durch Vermögenswerte besichert.

Zudem verkündete die Bank, dass der Beleihungswert von russischen Vermögenswerten, einschließlich solcher, die an Märkten außerhalb Russlands gehandelt werden, im Februar 2022 auf null reduziert wurde.

Darüber hinaus gaben die Schweizer Details zu ihrer russischen Beratungstocher bekannt: Der Nettovermögenswert der Beratungstochtergesellschaft Julius Baer CIS Ltd. in Moskau belief sich per 31. Dezember 2021 auf 0,4 Millionen Franken. „Die Gruppe reduziert ihre Tätigkeit vor Ort im Einklang mit vertraglichen Vereinbarungen und sorgt gleichzeitig für die Sicherheit ihrer wenigen Mitarbeitenden“, so Julius Bär.

Update 21.03.2022: Deutsche-Bank-Chef Sewing warnt vor neuen Sanktionen

Der Vorstandschef der Deutschen Bank, Christian Sewing, warnt vor zu frühen neuen Sanktionen gegen Russland.  „Wir sollten die verkündeten Sanktionen zunächst einmal wirken lassen“, sagte Sewing der „Welt am Sonntag“. Ob es schärfere Sanktionen brauche, müsse immer wieder neu überprüft werden. Denn: „Diese Sanktionen haben aber eben auch einen negativen Effekt auf uns, und das müssen wir durchhalten.“ Er merkte gegenüber der Zeitung auch an, dass man sich mit dem Wissen von heute schon früher aus dem Russland-Geschäft zurückgezogen hätte.

Update 21.03.2022: 80 Prozent der Unternehmen durch Krieg und Sanktionen betroffen

Laut einer Blitzumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages spürt die deutsche Wirtschaft die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine stark. Befragt wurden 3.700 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen. Der Umfrage zufolge sehen sich 78 Prozent vom Krieg und seinen Auswirkungen geschäftlich betroffen. 60 Prozent der befragten Unternehmen berichten von indirekten Folgen wie steigenden Preisen und gestörten Lieferketten. 18 Prozent sind durch direkte Folgen wie den Verlust von Kunden oder Lieferanten betroffen. Nur 22 Prozent gaben an, sie spürten bisher keine Auswirkungen von Krieg und Sanktionen.

Fast alle Unternehmen – neun von zehn – berichten von höheren Energiekosten als spürbaren Effekt. Besonders ausgeprägt ist der Effekt bei Industriebetrieben. Fast 90 Prozent dieser Unternehmen leiden unter fehlenden Rohstoffen und Vorleistungen. Nur 9 Prozent sind gar nicht betroffen durch Krieg, Sanktionen und Gegensanktionen. Ungeachtet der Folgen sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, man höre kaum Kritik an den verhängten Sanktionen.

Update 18.03.2022: Nach Kritik: Bosch zieht sich aus Russlandgeschäft zurück

Bosch gab heute bekannt, das Russlandgeschäft massiv einzuschränken. Das betreffe sowohl Lieferungen in das Land als auch die dortige Fertigung, erklärte das Unternehmen. Der Handel mit Ersatzteilen sei bereits zum Erliegen gekommen. Der Konzern liefere auch keine Lastwagen-Komponenten mehr in Russland und an russische Kunden. Zudem laufe ein Überprüfung, ob Bosch-Teile missbräuchlich in „nicht-zivilen Anwendungen“ verbaut worden seien.

Diese Woche war Bosch in die Kritik geraten: Der ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba hatte Bosch Anfang der Woche vorgeworfen, Komponenten für russische Infanteriefahrzeuge geliefert zu haben. Das Unternehmen bestritt diesen Vorwurf.

Heute berichtete der Spiegel, dass das Bundeswirtschaftsministerium deswegen gegen Bosch ermittle. Die Ermittlung soll klären, ob das Unternehmen gegen ein Exportverbot für Güter verstoßen hat, die sowohl zivil als auch militärisch verwendet werden können. Bei dem Vorwurf des Sanktionsverstoß geht es um die EU-Sanktionen, die 2014 nach der Krim-Annexion verhängt wurden. 

„Selbstverständlich halten wir uns an alle bisherigen und künftigen rechtlichen und gesetzlichen Vorgaben – dazu gehören auch Sanktionen“, hieß es nun in der Mitteilung von Bosch.

Update 18.03.2022: Deutsche Bank legt 100 Millionen Euro mehr für Kreditausfälle zurück

Die Deutsche Bank legt wegen des Kriegs in diesem Quartal weitere 100 Millionen Euro für möglich Kreditausfälle zurück. Das sagte Finanzvorstand James von Moltke am Donnerstag bei einer Konferenz von Morgan Stanley. Damit beläuft sich die Risikovorsorge im ersten Quartal auf 250 bis 300 Millionen Euro.

Update 18.03.2022: Russische Anleihen wurden offenbar bedient

Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters haben einige Besitzer von russischen Dollar-Anleihen die fälligen Zinszahlungen erhalten. Insgesamt sind Zahlungen in Höhe von 117 Millionen US-Dollar fällig. Die Zahlungen werden als erster Test gewertet, ob die Regierung in Moskau ihren internationalen Schuldenverpflichtungen nachkommen kann, nachdem der Westen den russischen Finanzmarkt mit Sanktionen treffen will.

Andere Anspruchsberechtigte erklärten gegenüber Reuters, dass sie die Zahlung noch nicht erhalten hätten, aber optimistisch seien diese noch zu erhalten.

Update 18.03.2022: S&P stuft Kreditwürdigkeit Russlands herab

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Russlands weiter herabgestuft. Wie S&P am Donnerstagabend mitteilte, sinkt die Bonität auf CC. Laut der Agentur sei das Land sehr anfällig für Zahlungsausfälle.

S&P zufolge hätten einige Investoren ihre Zinszahlung für russische Anleihen, die am Mittwoch fällig waren, aufgrund von technischen Problemen wegen der Sanktionen nicht erhalten (siehe unten). Bei anderen Schuldenzahlungen könne es zu ähnlichen Problemen kommen, so die Ratingagentur.

Update 17.03.2022: Verwirrung um Zinszahlung für russische Anleihen

Fragezeichen rund um Zinszahlung: Eigentlich hätte Russland heute Zinszahlungen für zwei ausländische Anleihen in Höhe von 117,2 Millionen US-Dollar zahlen müssen. Die Zahlungen waren heute fällig. Das russische Finanzministerium teilte mit, dass das Geld am Montag überwiesen worden sei. Allerdings haben ntv zufolge einige Halter dieser Papiere ihr Geld noch nicht erhalten.

Update 17.03.2022: Krieg gefährdet globales Wachstum und Erholung der deutschen Wirtschaft

Der Krieg in der Ukraine gefährdet das globale Wachstum: Laut OECD-Analyse könnte das Wachstum um mehr als einen Prozentpunkt schrumpfen. Die Auswirkung des Schocks sei für jede Region unterschiedlich, wobei besonders diejenigen Volkswirtschaft mit einer gemeinsamen Grenze mit Russland betroffen sein könnten. Zudem habe der Krieg Auswirkungen auf die Inflation – diese könnte in Zukunft um mehr als zwei Prozentpunkte steigen.

Auch in Deutschland könnte der Krieg die Erholung der Wirtschaft gefährden. Zu diesem Schluss kommt eine Konjunkturprognose des Leibniz-Institutes für Wirtschaftsforschung in Halle. Die Invasion Russlands habe die „wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa drastisch verschlechtert“, heißt es von dem Institut. 

Im Dezember gingen die Ökonomen für 2021 noch von einem Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent aus. Nun liegt die Prognose bei 3,1 Prozent. Dass das prognostizierte Wachstum vergleichsweise hoch ausfällt, liegt daran, dass viele Pandemie-Restriktionen aufgehoben werden, was der Wirtschaft einen Schub verleihen könnte. Zuvor hatten bereits die Volkswirte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und des Essener RWI ihre Wachstumserwartungen gestutzt.

Update 17.03.2022: Baker Tilly schließt russische Mitgliedsfirmen aus

Das Beratungshaus Baker Tilly International schließt ihre Mitgliedsfirmen in Russland und Belarus aus dem globalen Netzwerk aus.

Außerhalb bestehender gesetzlicher Verpflichtungen werden sämtliche Baker Tilly Unternehmen für keine Regierungskunden oder staatseigenen Unternehmen Russlands oder Belarus oder sanktionierte Unternehmen, Organisationen oder Einzelpersonen mehr tätig werden, gab das Unternehmen bekannt.

Update 17.03.2022: Auch Raiffeisen prüft Rückzug aus Russland

Zahlreiche Banken gaben in den vergangenen Tagen bekannt, den Ausstieg aus dem Russland-Geschäft zu prüfen. Nun folgt auch die Raiffeisen Bank International. Man prüfe alle Optionen, unter anderem auch einen Ausstieg bei der russischen Tochterbank, sagte RBI-Vorstandsvorsitzender Johann Strobl in einer Pressemitteilung.

Anfang März hatte Strobl einen Rückzug aus Russland wegen des Ukrainekrieges oder einen Verkauf der Tochterbank noch ausgeschlossen. 

Update 17.03.2022: Firmen sehen neue Lieferkettenprobleme durch Krieg

Durch den Krieg in der Ukraine verschärfen sich auch die Probleme in den Lieferketten der Wirtschaft enorm, so der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). „Inzwischen erreichen uns auf vielen Kanälen Rückmeldungen über eine starke Zunahme der Probleme“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

Laut einer laufenden DIHK-Blitzbefragung zu den wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine meldeten rund 60 Prozent der Unternehmen zusätzliche Störungen in der Lieferkette und der Logistik als Folge des Krieges. Schon vor Kriegsbeginn hatte ein Großteil der Unternehmen Probleme mit ihren Lieferketten.

Update 16.03.2022: Barkow veröffentlicht Graphiken zu Ukrainekrieg

Der Ukrainekrieg hatte umfangreiche Sanktionen gegen Russland und Belarus zur Folge. Die Beratung Barkow Consulting hat mehrere Finanzdaten zum Thema in Graphiken aufbereitet. Beispielsweise welches Land das höchste Kredit-Exposure in Russland hat oder welche Güter von der Ukraine am meisten exportiert werden.

Update 16.03.2022: Schweiz schließt sich EU-Sanktionen an

Die Schweiz schließt sich dem neuen Sanktionspaket der EU weitesgehend an. Die Reise- und Finanzsanktionen werden auf 197 Personen und neun Organisationen aus Russland ausgeweitet, erklärte der Bundesrat heute Mittag. Damit entspricht die Sanktionsliste der aktualisierten EU-Sanktionsliste, die gestern herausgegeben wurde.

Zudem verhängt die Schweiz neue Maßnahmen gegen Belarus. So werde etwa die Ausfuhr von sowohl zivil als auch militärisch einsetzbaren Gütern unabhängig vom Endverwendungszweck oder Endverbraucher verboten. Auch die Einfuhrverbote und Finanzsanktionen gegenüber Belarus werden verschärft. Die Maßnahmen sind heute Mittag in Kraft getreten.

Update 16.03.2022: Credit Suisse will Russland-Geschäft prüfen

Die Credit Suisse stellt ihr Russland-Geschäft auf den Prüfstand. Das gab die Schweizer Bank gestern bei einer Investorenveranstaltung bekannt. Bis jetzt habe man noch keinen Beschluss über die Aktivitäten in Russland gefällt. Vergangene Woche hatte die Bank das Kreditengagement in Russland per Ende 2021 auf 848 Millionen Franken beziffert.

Update 16.03.2022: EZB rät Banken zur Vorsicht bei russischen Kunden

Laut Reuters rät die EZB den Banken, dass sie russische und belarussische Kunden besonders genau prüfen sollen. Dies gelte auch für Personen, die nicht auf der Sanktionsliste stehen und EU-Bewohner sind. Die Vorsichtsmaßnahmen sollen dazu dienen, dass westliche Sanktionen nicht umgangen würden.

Update 15.03.2022: EU beschließt neue Sanktionen gegen Russland

Die EU-Kommission hat heute ein neues Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Die Sanktionen umfassen eine Ausfuhrsperre für Luxusgüter nach Russland, Einfuhrbeschränkungen für bestimmte Produkte der russischen Eisen- und Stahlindustrie sowie ein Verbot neuer Investments in den russischen Energiesektor. Darüber hinaus wird die Liste sanktionierte Person aus Putins Umfeld erweitert.

Zudem dürfen der russische Staat und russische Unternehmen künftig nicht mehr von Ratingagenturen aus der EU bewertet werden, um den Zugang zum EU-Finanzmarkt einzuschränken.

Update 15.03.2022: Unicredit erwägt Rückzug aus Russland

Italiens zweitgrößte Bank Unicredit erwägt nach der russischen Invasion der Ukraine einen Rückzug aus Russland. Das Geldhaus unterziehe seine Geschäfte dort einer dringenden Überprüfung, sagte Bankchef Andrea Orcel laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ am Dienstag auf einer Finanzkonferenz des US-Instituts Morgan Stanley. „Wir erwägen einen Austritt, aber wir müssen natürlich die Komplexität und die Folgen dessen, was wir dort tun, abgleichen“, sagte Orcel demnach. Die Entscheidung sei schwierig und könne einige Zeit in Anspruch nehmen, zitiert ihn Reuters.

Die Muttergesellschaft der deutschen HypoVereinsbank ist besonders stark in Russland engagiert. In der vergangenen Woche hatte die Bank ein Szenario präsentiert, wonach eine vollständige Abschreibung des Russland-Geschäfts Unicredit über 7 Milliarden Euro kosten würde. Die Bank beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter in Russland.

Update 15.03.2022: Uniper droht Rating-Herabstufung

Der Energiekonzern Uniper könnte im Rating herabgestuft werden. Das teilte die Ratingagentur Scope Rating mit. Bisher hat Uniper ein BBB+ Rating und ist damit noch im Investment Grade Bereich. Nun werde das Rating erneut überprüft. Gründe hierfür sind laut Scope weitere Sanktionen, die von den USA und der EU erwartet werden, sowie regulatorische Maßnahmen durch Russland.

Update 14.03.2022: Citigroup will sich mehr aus Russland-Geschäft zurückziehen

Die Citigroup will sich mehr aus dem Russland-Geschäft zurückziehen als bisher geplant. Das gab die Bank in ihrem Blog bekannt. Im April vergangenen Jahres hatte die Bank bereits mitgeteilt, aus dem Verbraucher-Geschäft in Russland aussteigen zu wollen. Heute verkündete die Bank, dass sie sich aus weiteren Geschäftsbereich zurückziehen werde.

Der noch verbleibende Geschäftsbetrieb in Russland und das Engagement in dem Land würden weiter reduziert. Unternehmenskunden in Russland würden dabei unterstützt, ihre Geschäfte dort auszusetzen und abzuwickeln. Zudem erklärte die Citogroup, dass sie keine Neugeschäfte in Russland mehr machen werde.

Update 14.03.2022: Leoni fürchtet starke Einbußen durch Ukrainekrieg

Der Nürnberger Autozulieferer Leoni hat Details zur aktuellen Lage bekanntgegeben. Leoni erwartet infolge des Krieges in der Ukraine negative Auswirkungen für Umsatz, Ergebnis und Free Cashflow im Geschäftsjahr 2022.

„Insbesondere geht der Vorstand davon aus, dass reduzierte Produktionsvolumina und teilweise Produktionsausfälle an seinen zwei Standorten in der Ukraine im Laufe des Geschäftsjahres 2022 nicht vollumfänglich aufgefangen werden können. Auch das lokale Russland-Geschäft des Leoni-Konzerns wird durch geopolitische Konsequenzen, etwa durch Sanktionsmaßnahmen, betroffen sein“, so eine Mitteilung des Unternehmens. Auch indirekte Folgen könnten das Geschäft des Autozulieferers negativ beeinflussen.

Für das laufende Geschäftsjahr wurde für die Produktion der beiden Werke in der Ukraine bisher ein Umsatz von zusammen unter 300 Millionen Euro geplant. Für die russischen Aktivitäten des Leoni-Konzerns wurde ein Umsatz von unter 100 Millionen Euro einkalkuliert. Kernvermögenswerte in den Gesellschaften der beiden Länder sind Sachanlagen und Vorräte (rund 125 Millionen Euro) und könnten zumindest teilweise wertgemindert sein, gab das Unternehmen bekannt.

Eine Analyse der aktuellen Situation bei Leoni finden Sie bei unserer Schwester-Publikation FINANCE.

Update 14.03.2022: Ekotechnika steht wohl vor schwierigen Monaten

Der vor allem in Russland aktive deutsche Landmaschinenhändler Ekotechnika hat bekanntgegeben, dass John Deere, der Hauptlieferant der Gruppe, in einer Pressemitteilung einen Lieferstopp nach Russland erklärt hat. Das bedeute, dass zunächst außer den bereits in Russland auf Lager befindlichen Maschinen und Ersatzteilen keine weiteren verkauft werden können. Auch andere Lieferanten hätten intern kommuniziert, dass weniger oder keine Maschinen und Ersatzteile mehr nach Russland geliefert würden.

Die Gruppe analysiere derzeit die Auswirkungen dieser Maßnahmen, hieß es weiter. Diese dürften enorm sein, da der Verkauf von internationaler Landtechnik in Russland das Hauptgeschäftsfeld von Ekotechnika ist. Zudem steht in diesem Jahr eine Refinanzierung an: Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten beliefen sich Ende September 2021 auf rund 37 Millionen Euro, schon im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen seine Covenants gebrochen. Die Banken seien daher berechtigt, eine vorzeitige Rückzahlung zu fordern, hieß es im Geschäftsbericht, der Ende Januar veröffentlicht wurde. Die Konzerngesellschaften von Ekotechnika nehmen kurzfristige Darlehen hauptsächlich von russischen Banken in Anspruch.

Update 14.03.2022: Russland droht mit Enteignungen

Russische Behörden haben laut „Wall Street Journal“ internationalen Unternehmen mit Verhaftungen oder Beschlagnahmung von Vermögen gedroht, falls sie sich wegen des Ukrainekriegs aus Russland zurückziehen. Russische Staatsanwälte hätten Unternehmen wie Coca-Cola, McDonald's, Procter & Gamble und IBM bereits kontaktiert und vor schweren Konsequenzen gewarnt, falls sie die russische Regierung kritisieren, so der Medienbericht. Die Drohungen seien via Anruf, Brief und persönlichen Besuchen kommuniziert worden.

Update 14.03.2022: Fitch rechnet mit Zahlungsausfall von russischen Rohstoffkonzernen

Die Ratingagentur Fitch stuft die Kreditwürdigkeit von russischen Rohstoffkonzernen herab. Insgesamt wurden 28 Rohstoffkonzerne auf ein CC-Rating heruntergestuft. Ein Zahlungsausfall jeglicher Art sei wahrscheinlich. Auf der Liste stehen unter anderem der Gaskonzern Gazprom und der Ölkonzern Lukoil. Die vollständige Liste finden Sie hier.

Auch Moody's hatte Gazprom und Lukoil herabgestuft mit der Begründung, dass die von der russischen Regierung erteilte Erlaubnis, Schulden bei sogenannten feindlichen Ländern in Rubel zurückzuzahlen, die Fähigkeit dieser Unternehmen gefährde, ihre Gläubiger pünktlich zu bezahlen.

Vergangene Woche hatte Fitch die Kreditwürdigkeit Russlands von B auf C herabgestuft. Auch die Ratinghäuser Moody’s und S&P schlossen sich diesem Rating an.

Update 14.03.2022: Deutsche Bank äußert sich zum Russlandgeschäft

Die Deutsche Bank äußert sich in einer Stellungnahme zum Russlandgeschäft. Die Bank lässt sich wie folgt zitieren: „Zur Klarstellung: Die Deutsche Bank hat ihr Engagement und ihre Präsenz in Russland seit 2014 substanziell verkleinert. Wie einige unserer internationalen Wettbewerber sind wir dabei, unser verbleibendes Geschäft in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben herunterzufahren. Gleichzeitig helfen wir unseren bestehenden nichtrussischen, internationalen Kunden dabei, ihren Geschäftsbetrieb im Land zu verringern. Wir machen in Russland kein Neugeschäft mehr.“

Update 11.03.2022: Blackrock erleitet Verluste in Höhe von 17 Milliarden US-Dollar

Der Assetmanager Blackrock hat durch den Ukrainekrieg einen Wertverlust von russischen Assets in Höhe von 17 Milliarden US-Dolllar hinnehmen müssen. Das berichtet die „Financial Times“.

Laut Blackrock hielten ihre Kunden Ende Januar russische Assets in Höhe von 18,2 Milliarden US-Dollar, die nun größtenteils unverkaufbar wären. Kurz nach Kriegsbeginn stellte der weltgrößte Vermögenverwalter alle Käufe von russischen Papieren ein. Nach Angaben eines Firmensprechers war der Gesamtwert aller russischen Positionen am 28. Februar sogar auf eine Milliarde Dollar gefallen.

Update 11.03.2022: Auslandsbankenverband plant Ausschluss von VTB Bank Europe

Der Verband der Auslandsbanken in Deutschland (VAB) hat die VTB Bank Europe mit sofortiger Wirkung als Mitglied suspendiert. Es sei geplant, dass die nächste Mitgliederversammlung des VAB satzungsgemäß über einen vom Vorstand einzubringenden Ausschlussantrag gegen die VTB Bank Europe S.E. entscheidet, teilte der Verband der Auslandsbanken in Deutschland mit.

Die deutsche Tochtergesellschaft VTB Bank Europe mit Sitz in Frankfurt am Main verletze  angesichts des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen die Verbandsinteressen des VAB „gröblich“. Eine Förderung ihrer Interessen durch den VAB durch eine Teilnahme am Vereinsleben sei dem Verband damit „nicht weiter zumutbar“, heißt es in dem Mitteilung weiter.

Update 10.03.2022: Goldman Sachs zieht sich aus Russland zurück

Die Investmentbank Goldman Sachs zieht sich aus dem Russland-Geschäft zurück. Das verkündete eine Sprecherin der amerikanischen Bank am Nachmittag. Der Grund für den Rückzug sei, dass die Einhaltung regulatorischer und lizenzrechtlicher Vorschriften gewährt werden müsse.

Die Bank konzentriere sich nun darauf, Klienten bei der Verwaltung oder Abwicklung bereits bestehender Verpflichten auf dem russischen Markt zu helfen und sich um das Wohlergehen seiner Angestellten dort zu kümmern. Die Bank hat nach eigenen Angaben 80 Mitarbeiter in Russland.

Update 10.03.2022: Britische Regierung sanktioniert weitere Oligarchen

Die britische Regierung hat Sanktionen gegen sieben russische Oligarchen verhängt. Auf der Liste stehen die Chefs der russischen Energiekonzerne Rosneft und Gazprom, Igor Setschin und Alexej Miller sowie der Chef des Pipeline-Riesen Transneft, Nikolai Tokarew.

Darüber hinaus finden sich auch Chefs von Banken auf der Liste. Der Vorsitzende der Bank Rossiya, Dmitri Lebedew, und der Vorsitzende der VTB Bank, Andrej Kostin, werden künftig sanktioniert. Zudem steht auch der Roman Abramowitsch, der Besitzer des englischen Fußballklubs FC Chelsea, auf der neuen Sanktionsliste.

Update 10.03.2022: Deutsche Bank nennt Details zu Russlandrisiko

Die Deutsche Bank hat Details zu ihrer Risikoposition in Russland und in der Ukraine veröffentlicht. „Dieses Engagement ist sehr begrenzt und größtenteils abgesichert“, teilte die Bank am gestrigen Mittwochabend mit. Dabei seien auch die Risiken aus dem jeweiligen Geschäft vor Ort berücksichtigt.

Der Mitteilung zufolge hat die blaue Bank ihre Präsenz und ihr Engagement in Russland seit 2014 „deutlich verringert und in den vergangenen beiden Wochen nochmals reduziert“. „Unsere direkten Risikopositionen sind derzeit sehr begrenzt und werden strikt gesteuert“, wird Risikovorstand Stuart Lewis dort zitiert. „Die Zweit- und Drittrundeneffekte, die sich aus der aktuellen Situation einschließlich Sanktionen und Cyberrisiken ergeben, überwachen und evaluieren wir aufmerksam.“

Demnach machten die Kreditengagements der Bank mit Russland- und Ukraine-Bezug nur einen „sehr geringen Teil“ des gesamten Kreditportfolios aus. Zum 31. Dezember 2021 setzte sich das Kreditengagement gegenüber Russland und der Ukraine Bankangaben zufolge wie folgt zusammen: Das Netto-Kreditengagement in Bezug auf Russland lag bei 600 Millionen Euro, nach Berücksichtigung von Garantien und Sicherheiten.

Davon stammen 500 Millionen Euro aus Beziehungen mit großen russischen Unternehmen mit wesentlichem Geschäft und Cashflow außerhalb Russlands. Diese Kredite sind laut der Deutschen Bank außerhalb Russlands gebucht. Die restlichen 100 Millionen Euro sind Kredite an Tochtergesellschaften von internationalen Unternehmen. Diese seien vorwiegend durch Garantien der Muttergesellschaften abgesichert und zu rund 50 Prozent außerhalb Russlands gebucht, heißt es in der Mitteilung weiter.

Das Brutto-Kreditengagement in Russland betrug demnach 1,4 Milliarden Euro, was rund 0,3 Prozent des gesamten Kreditbuchs entspricht. Das Netto-Kreditengagement in Bezug auf die Ukraine lag bei 42 Millionen Euro, das Brutto-Engagement bei 600 Millionen Euro.

Außerdem betont die Bank, dass der größte Teil der Derivateposition der Deutschen Bank in Bezug auf Russland inzwischen abgewickelt sei.

Im Hinblick auf das Technologiezentrums der Bank in Russland teilte das Kreditinstitut mit, dass „auch die operationellen Risiken aus einer möglichen Schließung des Technologiezentrums“ begrenzt seien. Es handele sich „nur um eines von mehreren Technologiezentren der Bank weltweit“, ein Ausfall stelle deshalb kein wesentliches Risiko für den globalen Geschäftsbetrieb dar. Die Bank sieht die Risiken eigenen Angaben zufolge „als überschaubar“ an und hat überprüft, dass ihre Technologiezentren an den anderen Standorten die Entwicklungskapazitäten des russischen Standorts übernehmen können.

Das Magazin „DUP Unternehmen“ hatte Anfang der Woche gewarnt, dass der Ukrainekrieg zu einem IT-Risiko für die Deutsche Bank werden könnte, da rund ein Viertel der IT-Entwicklungsarbeit von Spezialisten in Russland geleistet wird.

Heute kündigte die Bank zudem an, ihre Rendite bis 2025 auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE) auf mehr als 10 Prozent zu steigern wolle. Organisch wolle die Deutsche Bank „zusätzliches materielles Eigenkapital in beträchtlichem Umfang“ generieren.

Update 09.03.2022: Digitalunternehmen erwarten verschärfte Bedrohungslage

Cybersicherheit: Viele Digitalunternehmen erwarten eine verschärfte Bedrohungslage durch die Aggression Russlands in der Ukraine. Das hat eine nicht-repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergeben, an der sich 100 Unternehmen der Digitalbranche beteiligt haben.

8 von 10 Unternehmen gehen von einer verschärften Bedrohungslage aus. 67 Prozent der Befragten denken, dass sich die Bedrohungslage im Cyberraum in Zukunft verschärfen wird. Weitere 17 Prozent sehen sogar bereits konkrete Anzeichen dafür. Jedes dritte Unternehmen hat seine IT-Schutzmaßnahmen kurzfristig hochgefahren. Wie sich Treasurer vor Cybercrime schützen können, erfahren Sie in unserem neusten Artikel.

Update 09.03.2022: Hohe Energiepreise belasten 62 Prozent der Unternehmen

Vor allem hohe Energiepreise und fehlende Gaslieferungen belasten deutsche Unternehmen. Das zeigt eine Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), bei der 200 Unternehmen in der ersten Kriegswoche befragt wurden. 62 Prozent von ihnen erwarten eher große bis sehr große Belastungen infolge der erhöhten Energiepreise, in der Industrie sind es sogar 70 Prozent. 

Fast jedes dritte befragte Unternehmen erwartet Probleme infolge fehlender Gaslieferungen. Gas wird nicht nur zur Energiegewinnung, sondern auch als Rohstoff in der Industrie eingesetzt, beispielsweise bei Chemie- und Pharmaunternehmen. Rund ein Drittel der Unternehmen erwartet, dass ausfallende Lieferungen zu einer Belastung werden.

Update 09.03.2022: EU einigt sich auf neue Sanktionen

Die EU-Staaten haben sich auf weitere Sanktionen gegen Russland und Belarus geeinigt. Das teilte die französische Ratspräsidentschaft auf Twitter mit. Demnach werden Sanktionen gegen weitere Veranwortliche in Russland verhängt. Zudem werden wie bereits angekündigt drei belarusische Banken von Swift ausgeschlossen. Weitere Sanktionen zielen auf die Schifffahrtsbranche ab. Laut dem französischen Ratsvorsitz sollen auch Schlupflöcher in den bisherigen drei Sanktionspaketen geschlossen werden. Demnach soll es Vorschriften zu Kryptowährungen geben und es werden Exportverboten für bestimmte Technologien ergänzt.

Der nun getroffene EU-Beschluss wird nach Angaben des französischen Ratsvorsitzes verschriftlicht, danach können die neuen Sanktionen im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden und in Kraft treten.

Update 09.03.2022: Russland droht Staatspleite

Russland droht im Zuge des Angriffskriegs auf die Ukraine und der damit einhergehenden Sanktionen die Staatspleite. Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit des Landes von B auf C herabgestuft. Damit liegt Russland nun noch tiefer im Ramschbereich. Die Staatspleite dürfte nun unmittelbar bevorstehen, teilte Fitch mit. Es gebe gestiegene Zweifel an Russlands Zahlungsbereitschaft. Zuvor hatten auch die Ratinghäuser Moody’s und S&P Russland tief in den Ramschbereich herabgestuft.

Durch die Sanktionen hat Russland nur eingeschränkte Möglichkeiten, seine Schulden bei internationalen Geldgebern zu zahlen. Russland verfügt eigentlich über eine gut gefüllte Staatskasse, hat aber nicht mehr vollen Zugriff auf seine Währungsreserven. Auch die hohen Rücklagen der russischen Zentralbank in Höhe von 600 Milliarden Euro sind größtenteils blockiert. Experten wie der DIW-Präsident Marcel Fratzscher oder die US-Investmentbank Morgan Stanley rechnen daher mit einem Zahlungsausfall Russlands als wahrscheinlichstes Szenario.


Update 09.03.2022: Unicredit legt Russland-Risiko offen

Die Unicredit legte gestern Abend Zahlen zu ihrem Russland-Geschäft vor. Die italienische Bank ist eines der europäischen Geldhäuser mit dem intensivsten Russland-Geschäft. Laut eigenen Angaben hat sie in Russland eine selbstfinanzierte Kreditposition in Höhe von 7,8 Milliarden Euro. Die risikogewichtete Aktiva liegen bei 9,4 Milliarden Euro und das Eigenkapital beträgt 2,5 Milliarden Euro. Das direkte Exposure der Unicredit Bank Russia wurde unter Berücksichtigung von Devisenabsicherungen auf rund 1,9 Milliarden Euro reduziert, so die Bank.

Update 08.03.2022: Belarussische Banken sollen von Swift ausgeschlossen werden

Laut EU-Kommission sind Sanktionen gegen weitere russische Oligarchen und drei belarussische Banken geplant, so die Nachrichtenagentur Reuters. Die Beratungen der neuen Strafmaßnahmen sollen heute Nachmittag beginnen. Der Agentur zufolge plant die EU, drei belarussische Banken aus Swift auszuschließen.

Auch Finanzminister Christian Lindner verkündete bei einer Pressekonferenz am Nachmittag, dass Deutschland weitere Sanktionen gegen Russland und „Unterstützer des Krieges in Belarus“ plane.

Update 08.03.2022: Europäische VTB-Tochter darf keine Einlagen mehr sammeln

Laut „Handelsblatt“-Informationen darf die europäische Tochter der russischen Staatsbank VTB keine Einlagen von Privatanlegern mehr einsammeln. Die Aufsichtsbehörden hätten einen Einlageaufnahmestopp erlassen.

Bisher war nur bekannt, dass die in Frankfurt ansässige Bank keine Neukunden mehr annimmt. Einige Banken wie beispielsweise die BayernLB haben Überweisungen an die VTB untersagt. Seit Tagen kursieren Gerüchte über eine Schließung der VTB Europe.

Update 08.03.2022: Uniper stoppt Neuinvestitionen in Russland

Uniper kündigte am gestrigen Abend an, keine Neuinvestitionen in Russland mehr zu tätigen. Der Verkaufsprozess von dem russischen Unternehmens PAO Unipro, bei dem Uniper Mehrheitseigentümer ist, wurde vorerst gestoppt, soll aber später fortgesetzt werden. Bis auf Weiteres werden keine Mittel an Unipro überwiesen, so das Düsseldorfer Unternehmen.

Darüber hinaus schreibt Uniper das Geld ab, welches es in die Ostseepipeline Nord Stream 2 investiert hat – es handelt sich um 987 Millionen Euro bestehend aus einem Darlehen und Zinsen. Uniper werde künftig keine neuen langfristigen Gaslieferverträge mit Russland abschließen. An bestehenden langfristigen Gasimportverträgen wolle man aber festhalten. Eine ausführliche Analyse zur Situation bei Uniper können Sie bei unserer Schwester-Publikation FINANCE nachlesen.

Update 08.03.2022: Ukrainekrieg könnte IT-Risiko für Deutsche Bank sein

Der Krieg Russlands in der Ukraine könnte zu einem Risiko für die IT-Sicherheit der Deutschen Bank werden, schreibt die „DUP Unternehmen“. Nach Recherche des Magazins lässt die Deutsche Bank ein Viertel der IT-Entwicklungsarbeit von Spezialisten in Russland leisten. Dadurch könne es dazu kommen, dass beispielsweise Konten oder Depots blockiert werden. Ein Sprecher der Deutschen Bank wies die Vorwürfe zurück und bekräftigte, dass der Betrieb des täglichen Handelsgeschäfts nicht beeinträchtigt werden wird.

Update 07.03.2022: UBS reduziert Russlandrisiko

Die Schweizer Großbank UBS hat die Risiken gegenüber Kunden mit Russland-Bezug in den vergangenen Wochen zurückgefahren, das berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“. Ende 2021 belief sich das direkte Länderrisiko Russland auf 634 Millionen Dollar, wie dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht der UBS zu entnehmen war. Laut Reuters umfasst die Zahl unter anderem Handelsfinanzierungen, ein Darlehen an ein nicht-russisches Unternehmen mit wichtigen Standorten in dem Land, Bargeldkonten oder das Emittentenrisiko bei Wertpapier-Beständen.

Im laufenden Jahr habe die UBS das Risiko gegenüber russischen Kunden aber zurückgenommen, schreibt Reuters. Zudem überwache das Geldhaus das Abwicklungsrisiko bei einigen noch offenen Transaktionen. Etwaige Marktschließungen, Devisenkontrollen oder Sanktionen könnten dafür sorgen, dass die UBS Zahlungen nicht abwickeln oder Vermögenswerte nicht verwerten kann, so der Bericht.

Update 07.03.2022: KPMG und PwC trennen Russlandgeschäft ab

Die Wirtschaftsprüfungshäuser KPMG und PwC trennen sich von ihrem Russland-Geschäft. Die bisherigen russischen Mitgliedsunternehmen werden aus ihren globalen Verbünden ausscheiden, teilten die Buchhaltungsriesen in der Nacht zum Montag mit. Als Grund nannten die WP-Häuser explizit die russische Invasion in der Ukraine. Die großen Wirtschaftsprüfer agieren als globale Netzwerke aus örtlichen Firmen, die den dortigen Partnern gehören. Auch EY und Deloitte teilten diese Schritte inzwischen ebenfalls mit.

Update 07.03.2022: ING mit Russland-Exposure über 700 Millionen Euro

Die niederländische Großbank hat ein beachtliches Russland-Exposure. Darlehen in Höhe von 700 Millionen Euro seien durch die Sanktionen gegen das Land betroffen, schrieb die Bank in einer Mitteilung. Die ING gab darüber hinaus an, insgesamt 5,3 Milliarden Euro an Darlehen an russische Kreditnehmer in den Büchern stehen zu haben. Das entspreche 0,9 Prozent des gesamten Kreditbuchs der Bank. In der Ukraine hat die Bank demnach 500 Millionen Euro an Krediten ausgegeben. Der Swift-Ausschluss von einigen russischen Banken habe derweil keinen "materiellen Effekt", schrieb das Geldhaus.

Update 07.03.2022: Russlands Banken wollen auf chinesische Kreditkarten setzen

Die US-Kreditkartenanbieter Visa, Mastercard und American Express haben am Wochenende bekanntgegeben, ihr Geschäft in Russland auszusetzen. Zuvor hatten Mastercard und Visa bereits eine Reihe russischer Finanzinstitute aus ihrem Zahlungsnetzwerk ausgeschlossen. Nun erwägen laut der russischen Zentralbank einige russische Institute, das chinesische Kreditkartensystem Unionpay zu nutzen.

Einige Banken, darunter die größte russische Bank Sberbank, wollen entsprechende Karten ausgeben, so die russische Zentralbank. Auch die größte Privatbank des Landes, Alfa Bank arbeitet eigenen Angaben zufolge bereits an der Einführung des neuen Systems, berichtet tagesschau.de. Russischen Nachrichtenagenturen zufolge wollen auch Rosbank, Tinkoff Bank und die Credit Bank of Moscow (MKB) auf Unionpay ausweichen.

In Russland ausgestellte Kreditkarten, die auf Mastercard oder Visa basieren, funktionieren ab Mittwoch nicht mehr im Ausland. Innerhalb Russlands würden die Karten bis zu ihrem Ablaufdatum akzeptiert, teilte die Notenbank mit.

Update 04.03.2022: BME stellt Info Point zur Ukraine-Krise zusammen

Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) hat einen Info Point zusammengestellt, in dem nicht nur Mitglieder sondern auch alle anderen Interessierten aktuelle Informationen rund um den Ukraine-Konflikt finden können. Die Krise hat direkte Auswirkungen auf Lieferketten, Logistikrouten und Energiepreise und betrifft daher auch die Mitglieder des BME. Zusammengestellt sind Links, Checklisten, Dokumente und Hintergrundinformationen. Hier kommen Sie zum Info Point.

Update 04.03.2022: Schweiz übernimmt weitere EU-Sanktionen

Der Schweizer Bundesrat hat heute beschlossen, weitere EU-Sanktionen gegen Russland zu übernehmen. Die Schweiz hatte sich vergangene Woche bereits überraschend den EU-Sanktionen, die am 23. und 25. Februar 2022 beschlossen wurden, angeschlossen.

Der Bundesrat übernimmt nun auch die EU-Finanzsanktionen vom 1. März, unter anderem sind Transaktionen mit der russischen Zentralbank nicht mehr erlaubt. Personen, die auf der EU-Sanktionsliste stehen, werden von der Schweiz ebenfalls sanktioniert. Darüber hinaus ist unter anderem die Ausfuhr von Dual-Use-Güter untersagt. Die Änderungen treten am Freitag um 18 Uhr in Kraft.

Update 04.03.2022: Kryptowährungen können Sanktionen nicht abdämpfen

Kryptowährungen können westliche Sanktionen gegen Russland nicht abdämpfen, so die Ratingagentur S&P. Die vergangenen Tage gab es die Befürchtung, dass Russland Sanktionen umgehen könnte, indem es Kryptowährungen verwendet. Die Nachfrage nach Kryptowährungen ist in Russland in den vergangenen Tagen enorm gestiegen.

Allerdings geht S&P davon aus, dass Kryptowährungen nicht weit genug verbreitet sind, um die Sanktionen auf breiter Ebene zu umgehen. Zudem gäbe es Regularien bezüglich des Tauschs von Kryptowährung in Fiat Währungen – auch wenn Kryptowährungen größtenteils unreguliert sind. Die Agentur geht davon aus, dass Kryptowährungen vor allem von Privatpersonen nachgefragt wurden, die ihre Ersparnisse absichern wollen.

Update 04.03.2022: LBBW, Commerzbank und Deutsche Bank führen noch Zahlungen nach Russland aus

Die LBBW, die neben der Helaba für einen Teil der Sparkassen den Zahlungsverkehr abwickelt, führt laut dem Handelsblatt bisher noch bestimmte Transaktionen nach Russland aus. „Natürlich unter strenger Einhaltung aller sanktions- und compliancerelevanten Vorgaben“, erklärte die Bank gegenüber der Zeitung. „Aber wir prüfen fortlaufend, ob wir auch weiterhin Zahlungen durchführen.“

Auch bei der Commerzbank können Privat- und Firmenkunden demnach derzeit prinzipiell weiter Zahlungen nach Russland durchführen. „Grundsätzlich läuft der Zahlungsverkehr – unter laufender Berücksichtigung der Sanktionen – aktuell weiter“, zitiert die Zeitung eine Sprecherin. Zahlungsaufträge aus und nach Russland könnten sich aufgrund der allgemeinen Verunsicherung im Markt jedoch deutlich verzögern, oder sie könnten ganz zurückgewiesen werden.

Ähnlich ist die Lage bei der Deutsche Bank: Sie führe „derzeit im Grundsatz grenzüberschreitende Zahlungen nach Russland aus, immer unter der Berücksichtigung der erlassenen Sanktionen und möglicher Risikoerwägungen“, heißt es in dem Zeitungsbericht. Allerdings sei im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr mit Russland mit Einschränkungen zu rechnen. „Hierbei handelt es sich um eine rein faktische Aussage, die keinerlei Zusage oder Garantie für die Ausführung einer Zahlung begründet.“

Update 04.03.2022: DZ Bank und Helaba haben Zahlungsverkehr mit russischen Banken eingestellt

Die DZ Bank und die Helaba haben den Zahlungsverkehr mit russischen Banken seit Anfang der Woche eingestellt. Das berichtet das Handelsblatt. Davon seien sowohl Geschäftskunden als auch private Kunden betroffen.

Über die DZ Bank wickeln fast alle der knapp 800 Volks- und Raiffeisenbanken ihren Zahlungsverkehr ab. Die Helaba macht dies für viele der Sparkassen.

Die Landesbank will  dem Zeitungsbericht zufolge erst einmal die verschiedenen Sanktionslisten eingehend prüfen. Da es auch Sanktionen gegen bestimmte Sektoren gebe, müsse die Bank zudem wissen, was der Zweck von Zahlungen sei, heißt es in den Bericht weiter.

Update 04.03.2021: ERP-Häuser stellen Russlandgeschäft ein

Die ERP-Riesen Oracle und SAP machen keine Geschäfte mehr mit oder in Russland. Das haben die beiden Softwaregiganten mitgeteilt. Beide Konzerne stünden an der Seite der Ukraine. SAP teilte in einer Solidaritätsbekundung mit der Ukraine mit, man werde Geschäfte gemäß der Sanktionsliste einstellen. Zudem pausiere man den Vertrieb jeglicher SAP-Produkte und Services in Russland. Darüber hinaus stellt SAP rund 1 Million Euro zur humanitären Hilfe zur Verfügung und arbeitet eng mit dem Deutschen Roten Kreuz zusammen. 

Update 04.03.2022: Deutscher Sparkassentag um ein Jahr verschoben

Wegen des Krieges in der Ukraine verschieben die deutschen Sparkassen ihren für den 11. und 12. Mai 2022 geplanten Deutschen Sparkassentag in Hannover auf Mai 2023. Das hat der Gesamtvorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) entschieden.

Update 04.03.2022: Kreditversicherer schränken Neugeschäft ein

Der Kreditversicherer Atradius wird vorerst keine neuen oder zusätzlichen Deckungen mehr anbieten. Zudem wird der Deckungsschutz der Kunden entsprechend ihres aktuellen Bedarfs angepasst, da viele wohl bereits ihren Handel mit Unternehmen in der Russland und/oder der Ukraine reduziert oder eingestellt haben.

GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin erwartet, dass auch andere Kreditversicherer ähnlich reagieren und Limite zurückschrauben oder gänzlich streichen werden. Zudem sei zu erwarten, dass es Aufpreise auf gewisse Limite geben werde – auch über Russland und die Ukraine hinaus. Das Interesse an Neugeschäft sei gesunken und die Konditionen könnten steigen.

Update 03.03.2022: KfW-Kreditprogramm soll deutsche Firmen stützen

Bundeswirtschaftsminister Habeck geht davon aus, dass die Sanktionen gegen Russland auch deutsche Unternehmen treffen werden. Betroffene Firmen sollen deshalb Unterstützung bekommen, die Regierung legt ein KfW-Kreditprogramm dafür auf. Es entspräche dem Konzept aus der Corona-Pandemie. Die Pläne seien noch nicht abschließend abgestimmt. Der Minister sprach sich zudem gegen ein Importverbot von Öl, Gas oder Kohle aus Russland aus. Damit würde man den sozialen Frieden in der Republik gefährden, zitiert ihn „Tagesschau.de“.

Update 03.03.2022: Schließung von VTB in Europa?

Laut „Finanzen.net“ bereiten die Behörden Insidern zufolge derzeit eine mögliche Schließung der europäischen Tochter der zweitgrößten russischen Bank VTB Bank vor. Grund dafür seien wachsende Sorgen vor den Auswirkungen der westlichen Sanktionen auf das Geldhaus, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der europäische Betrieb der VTB Bank könnte innerhalb von Tagen durch die Aufsichtsbehörden in Deutschland eingestellt werden.

Update 03.03.2022: Unicredit droht Abschreibung des Russlandgeschäfts

Laut der „Börsen-Zeitung“ könnte die Unicredit das Russlandgeschäft abschreiben. Das würde die italienische Großbank Insidern zufolge etwas über 1 Milliarde Euro kosten. Zudem würde das Geldhaus dann bei seiner Kapitalquote etwa 35 Basispunkte einbüßen, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Börsenzeitung. Unicredit gehört zu den europäischen Finanzkonzernen, die vergleichsweise stark in Russland engagiert sind. Die Bank hat 2,3 Milliarden Euro Eigenkapital bei ihrer russischen Tochter gebunden, das entspricht etwa 3,7 Prozent des gesamten Eigenkapitals. 

Update 03.03.2022: Mercedes-Benz und VW stoppen Russland-Geschäft

Nach BMW, Siemens und Wintershall Dea stoppt auch Mercedes-Benz das Russland-Geschäft. Der Autobauer stellt den Export von Neuwagen ein. Dieser Schritt wurde schon seit Tagen diskutiert. Zudem muss wegen fehlender Teile aus der Ukraine die Fertigung in Sindelfingen gedrosselt werden.

Auch VW stoppt sein Russland-Geschäft. Dazu gehört die Produktion von Fahrzeugen in Russland und Exporte in die Russische Föderation.

Update 03.03.2022: EU setzt 22 belarussische Streitkräft auf Sanktionsliste

Der europäische Rat hat gestern beschlossen, 22 ranghohe Angehörige der belarussischen Streitkräfte zu sanktionieren. Seit dem 24. Februar waren bereits 20 Angehörige der belarussischen Streitkräfte auf der Sanktionsliste. Die Vermögenswerte dieser Personen werden eingefroren und es ist verboten, den sanktionierten Personen Gelder bereitzustellen. Mittlerweile sind laut Meldung des europäischen Rats 702 Personen und 53 Organisationen auf der Sanktionsliste.

Zudem hat der europäische Rat weitere Handelsbeschränkungen gegen Belarus für Güter wie beispielsweise Holz und Dual-Use-Güter eingeführt.

Update 03.03.2022: Tui-Aktionär muss aus dem Aufsichtsrat

Der Reiseveranstalter Tui hat mitgeteilt, das Großaktionär Alexey Mordashov nicht mehr über seine Anteile an der Tui AG verfügen kann. Mordashov steht demnach auf der Sanktionsliste der EU. Der russische Staatsbürger ist seit rund 15 Jahren Aktionär von Tui und hält aktuell rund ein Drittel des Aktienkapitals. Zwei Drittel der Aktionärinnen und Aktionäre seien private und institutionelle Anleger und kommen aus Deutschland, der EU, dem Vereinigten Königreich und den USA.

Die EU-Sanktionen beträfen „Herrn Mordashov als Person, nicht die Tui AG, an der er als Aktionär beteiligt ist“, betonte Tui.  Die Sanktionen hätten daher keine Auswirkung auf das operative Geschäft des Reiseveranstalters.

Update 2.3.2022: Wintershall Dea schreibt Nord-Stream-2-Finanzierung ab

Wintershall Dea will in Russland keine zusätzlichen Projekte mehr zur Förderung von Gas und Öl vorantreiben oder umzusetzen. Auch die Finanzierung von Nord Stream 2 in Höhe von rund 1 Milliarde Euro soll gestrichen werden.

Update 2.3.2022: Asset Manager frieren Osteuropa-Fonds ein

Mehrere Fondsanbieter frieren Russland- und Osteuropa-Fonds ein. Das heißt, dass keine Neuinvestitionen möglich sind, aber auch keine Anteilsverkäufe. Dazu gehören Medienberichten zufolge unter anderem Union Investment, JP Morgan oder Amundi.

Union Investment nennt als Grund, „dass der russische Aktienmarkt, an dem ein wesentlicher Teil der Vermögenswerte des Fonds amtlich notiert oder gehandelt wird, für ausländische Investoren aktuell eingeschränkt ist“ Dadurch sei es derzeit nicht möglich, über einen Großteil der Anlagen des Fonds zu verfügen und eine ordnungsgemäße Berechnung des Anteilwertes sicherzustellen. Ein Management des Fonds sei somit im Interesse der Anleger nicht mehr adäquat zu gewährleisten. Sobald diese Beschränkungen wieder entfallen, werde Union Investment die getroffene Maßnahme aufheben.

Update: 02.03.2022: Sieben russische Banken werden aus Swift ausgeschlossen werden

Seit Tagen wird über den Swift-Ausschluss von Russland diskutiert. Nun ist es offziell, dass sieben russische Banken ausgeschlossen werden. Betroffen sind die Banken VTB, Bank Otkritie, Novikombank, Promsvyazbank, Rossiya Bank, Sovcombank und VEB. Das sind rund ein Viertel des russischen Bankenmarkts. Die größte und die drittgrößte Bank, Sberbank und Gazprom Bank, bleiben erstmal verschont.

Update 02.03.2022: Sberbank Europe muss schließen

Die Europatochter der russischen Sberbank muss ihren Betrieb einstellen. Die in Wien ansässige Bank müsse ihren Geschäftsbetrieb „mit sofortiger Wirkung“ beenden, teilte die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) in der Nacht zum Mittwoch mit. Sie folgt damit einer Anweisung der Europäischen Zentralbank (EZB), die dem Kreditinstitut die Fortführung des Geschäftsbetriebs untersagt hat.

Eine Sanierung oder Abwicklung der Bank gemäß der Europäischen Bankensanierungs- und Abwicklungsrichtlinie sei nicht im öffentlichen Interesse, hieß es vom Single Resolution Board (SRB), der europäischen Abwicklungsbehörde für Banken.

Mit diesem Schritt wird automatisch der Einlagensicherungsfall ausgelöst. Damit hat das österreichische Einlagensicherungssystem gedeckte Einlagen bis zu einem Beitrag von 100.000 Euro innerhalb von längstens zehn Bankarbeitstagen auszuzahlen. Ein Zugriff auf die Konten ist nicht mehr möglich.

Insgesamt hat die Sberbank Europe rund 65.000 Kunden, davon sollen rund 35.000 Kunden aus Deutschland stammen, berichten verschiedene Medien. Für diese deutsche Kunden wird die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) im Auftrag und auf Rechnung der Einlagensicherung Austria die operative Abwicklung übernehmen, heißt es seitens des Bundesverbands deutscher Banken. Die deutschen Kunden halten laut dem Bankenverband bei der Sberbank Europe insgesamt Einlagen in Höhe von 1 Milliarde Euro. Davon seien 913 Millionen Euro von der Einlagensicherung Austria gesichert.

Update: 02.03.2022: Deutsche Börse handelt nicht mehr mit russischen Papieren

Seit heute gibt es an der Deutschen Börse keinen Handel mehr mit russischen Papieren. Dazu zählen Anleihen, Aktien und Derivate. Im öffentlichen Interesse werde der Kauf und Verkauf dieser Papiere ab Mittwoch bis auf Weiteres eingestellt, teilte die Deutsche Börse mit. Bereits seit Montag hatte der Börsenbetreiber den Handel mit Papieren russischer Banken und anderer Firmen, die von Sanktionen betroffen sind, ausgesetzt. 

Update: 02.03.2022: Siemens und BMW ziehen sich aus dem Russland-Geschäft zurück

Erste deutsche Unternehmen verabschieden sich aus Russland. Nach Daimler Truck stoppt auch BMW die Produktion in und den Export nach Russland. Siemens stellt das Neugeschäft nach Russland ein und will nur bereits vertraglich vereinbarte Serviceleistungen wie Züge erbringen.

Update: 02.03.2022: Netto-Exposure von Commerzbank in Russland bei 1,3 Milliarden Euro

Die Commerzbank ist tief besorgt über den Angriff Russlands auf die Ukraine. Das Exposure von Deutschlands zweitgrößter Bank in Russland und der Ukraine ist laut eigenen Angaben „überschaubar“ und wurde in der Vergangenheit bereits „deutlich“ reduziert. Das Netto-Exposure in Russland liegt bei 1,3 Milliarden Euro, teilte die gelbe Bank mit. Das entspreche rund 0,4 Prozent des Gesamtexposures der Commerzbank.

Zusätzlich zu diesem Exposure hat die Bank eigenen Angaben zufolge ein Exposure mit Russland-Bezug in Höhe von rund 600 Millionen Euro, das hauptsächlich aus Vorfinanzierungen für Rohstoffexporte besteht. Das Exposure in der Ukraine liegt demnach unter 100 Millionen Euro. Politische Entscheidungen und Sanktionen setzt die Bank vollumfänglich um.

Die Commerzbank beschäftigt in Russland rund 135 Mitarbeiter und begleitet dort eigenen Angaben zufolge vor allem deutsche Mittelständler und internationale Unternehmen mit Beziehungen zu Deutschland. In der Ukraine beschäftigt die Commerzbank einen Mitarbeiter.

Update 01.03.2022: RBI will Dividendenvorschlag verändern

Aufgrund des Kriegs in der Ukraine will die Raiffeisen Bank International (RBI) auf der nächsten HV vorschlagen, den gesamten Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2021 auf neue Rechnungen vorzutragen. Der ursprünglich bekanntgegebene Dividendenvorschlag belief sich auf 1,15 Euro je Aktie. Zudem hat die EZB Banken mit engen Verbindungen zu Russland unter strengere Beobachtung gestellt, dazu gehört auch die RBI.

Update 01.03.2022: Russland will ausländische Gelder im Land halten

Russland will das Abfließen ausländischer Investitionen verhindern. Der russische Ministerpräsident Michail Mischustin bereite einen Entwurf für ein Präsidialdekret vor, das auf „vorübergehende Beschränkungen“ für den Ausstieg ausländischer Investoren aus russischen Vermögenswerten abzielt, so „ntv“ unter Berufung auf russische Nachrichtenagenturen. Den Unternehmen solle ermöglicht werden, fundierte Entscheidungen zu treffen und nicht unter „politischem Druck“, sagte Mischustin demzufolge.

Update 01.03.2022: Maersk stellt Containerverkehr mit Russland ein

Der weltweit größte Reedereikonzern Maersk stellt vorübergehend den gesamten Containerverkehr von und nach Russland ein. „Da die Stabilität und Sicherheit unserer Abläufe bereits direkt und indirekt durch die Sanktionen beeinträchtigt wird, werden neue Buchungen von Maersk im See- und Landverkehr von und nach Russland vorübergehend ausgesetzt“, teilte Maersk mit.

Die Entscheidung betreffe alle russische Häfen. Lebensmittel, medizinische und humanitäre Lieferungen seien ausgenommen. Maersk betreibt Containerschifffahrtsrouten nach St. Petersburg und Kaliningrad in der Ostsee, Novorossiysk im Schwarzen Meer und nach Wladiwostok und Wostochny an der russischen Ostküste. Auch eine 31-Prozent-Beteiligung an dem russischen Hafenbetreiber Global Ports werde laut Maersk geprüft.

Update 01.03.2022: Mastercard und Visa schließen Russland aus

Die US-Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa schließen eine Reihe russischer Finanzinstitute aus ihrem Zahlungsnetzwerk aus. Sie begründeten den Schritt mit der Einhaltung der staatlich beschlossenen Sanktionen gegen Russland nach dessen Angriff auf die Ukraine. Das berichtet das Portal „Tagesschau.de“.

Mastercard werde mit den Regulierungsbehörden zusammenarbeiten, um die Verpflichtungen vollständig einzuhalten, teilte der Dienstleister demnach mit. Visa kündigte dem Bericht zufolge an, auch auf die Umsetzung möglicher weiterer Sanktionen vorbereitet zu sein.

Update 01.03.2022: BDI und IG-Metall unterstützen Sanktionen

Die Industriegewerkschaft-Metall und der BDI, der Bundesverband der Deutschen Industrie, verurteilen in einer gemeinsamen Erklärung den Angriffskrieg von Waldimir Putin. Beide Organisationen erklären, dass sie „mit Nachdruck“, die von der Bundesregierung, der Europäischen Union und den westlichen Bündnispartnern verhängten Sanktionsmaßnahmen gegen Russland unterstützen. „Wir sind davon überzeugt, dass nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg nur auf der Grundlage von Frieden, Freiheit und Demokratie erreichbar ist, und sind bereit, unseren Beitrag hierfür zu leisten.“

Seit dem Wochenende haben sich die Ereignisse am Kapitalmarkt überschlagen. Unsere Schwesterpublikation FINANCE hat die wichtigsten News wie die Trennung von Gazprom und Schalke, den Verkauf der Rosneft-Anteile durch BP und die Reaktion deutscher Rüstungskonzerne in einem Überblicksartikel zusammengefasst.

Update 01.03.2022: Russland hat Goldreserven aufgefüllt

Aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine wurde  Russland mit zahlreichen Sanktionen belegt. Unter anderem wurden ausgewählte russische Banken vom Finanznachrichtendienst Swift ausgeschlossen. Auch die Währungsreserven der russischen Zentralbank wurden eingefroren. Die Sanktionen dürften den Zahlungs- und Kapitalverkehr mit internationalen Partnern deutlich erschweren.

Doch Russland hat seine Kriegskasse in den vergangenen Jahren erheblich aufgefüllt, berichtet Barkow Consulting. Die Gold- und Devisenreserven der russischen Zentralbank beliefen sich Ende Januar 2022 auf 630 Milliarden US-Dollar, davon 132 Milliarden Dollar in Gold. Sie sind in nur 5 Jahren um 67 Prozent gestiegen, schreibt Barkow. Darüber hinaus besitzt Russland noch weitere Vermögenswerte über den Russian National Wealth Fund mit einem verwalteten Vermögen von 198 Milliarden US-Dollar (Stand November 2021).

Die Gold- und Devisenreserven Russlands sind im internationalen Vergleich sehr hoch. Es kommt nun stark darauf an, wo das Land diese aufbewahrt. Bei Gold ist zudem das Problem, dass es in ein Zahlungsmittel konvertiert werden muss. In dieser Hinsicht dürften die Sanktionen Schmerzen.

Update 28.02.2022: Die Schweiz schließt sich EU-Sanktionen an

Die Schweiz will sich den Sanktionsmaßnahmen der Europäischen Union gegen Russland anschließen. Das berichten verschiedene Nachrichtenagenturen. Die Vermögen von gelisteten Personen und Unternehmen seien ab sofort gesperrt, teilte demnach der Bundesrat mit. Auch die Finanzsanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin, Ministerpräsidenten Michail Mischustin und Außenminister Sergej Lawrow würden sofort vollzogen werden. Die Schweiz schließt zudem ihren Luftraum ebenfalls für Flüge aus Russland und Flugzeuge mit russischem Kennzeichen.

Die Entscheidung der Schweizer hatte sich heute schon abgezeichnet. Die Regierung hatte mit Verweis auf die eigene Neutralität bislang gezögert entsprechende Schritte einzuleiten.

Update 28.02.2022: Deutsche Bank richtet Informationsportal ein

Die Deutsche Bank hat ein Informationsportal für Unternehmenskunden eingerichtet, das sich mit den wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine beschäftigt. Die Website bietet erste Informationen zu vielen Fragen, die sich insbesondere für international tätige Unternehmen nun stellen, schreibt das Institut. „Die vergangenen Tage haben unsere Sicht auf die Welt und unser Gefühl für globale Sicherheit auf den Kopf gestellt“, sagt Stefan Hoops, Leiter Unternehmensbank bei der Deutschen Bank. „Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat auch schwerwiegende wirtschaftliche Folgen und Auswirkungen auf unsere Kunden. Gerade jetzt wollen wir deshalb Unternehmen zur Seite stehen – mit kompetenter Beratung und praktischen Informationen.“

Update 28.02.2022: Daimler Truck stellt Russland-Aktivitäten ein

Der Lastwagenbauer Daimler Truck hat wegen des Ukraine-Krieges alle geschäftlichen Aktivitäten in Russland vorerst eingestellt. „Wir stehen als Unternehmen für eine friedliche globale Zusammenarbeit und lehnen jede Form vom militärischer Gewalt kategorisch ab", sagte ein Sprecher des Unternehmens der DPA. Das „Handelsblatt“ hatte zuvor berichtet, dass Daimler Truck die Kooperation mit dem russischen Panzerwagenhersteller Kamaz gestoppt hat.

Daimler Truck kooperiert nach eigenen Angaben seit 2012 mit dem russischen Lkw-Hersteller Kamaz, den es mit Teilen für zivile Fahrzeuge beliefert. Diese Lieferungen seien nun eingestellt worden.

Update 28.02.2022: Friert die Schweiz russische Vermögen doch ein?

Die Schweiz scheint nun doch eine Kehrtwende in Erwägung zu ziehen: Wie Medien berichten, soll der Schweizer Bundespräsident Ignazio Cassis überraschend ein mögliches Einfrieren russischen Kapitals ins Gespräch gebracht haben. Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass der Bundesrat bei seiner außerordentlichen Sitzung an diesem Montag beschließen werde, russische Vermögenswerte in der Schweiz einzufrieren, sagte Cassis nach einem Bericht der Schweizer Nachrichtenagentur. Auch die Möglichkeit, den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu sanktionieren, müsse auf den Tisch.

Kurz zuvor hatte Cassis noch auf die Schweizer Neutralität verwiesen. Zahlen der Nationalbank zufolge lagen im vergangenen Jahr russische Vermögenswerte über 15 Milliarden Schweizer Franken auf Schweizer Konten.

Update 28.02.2022: Sberbank Europe steht vor dem Aus

Die EZB-Bankenaufsicht hält die Überlebensfähigkeit der europäischen Töchter der russischen Sberbank wegen der Auswirkungen der Finanzsanktionen für stark gefährdet, das berichtet die Nachrichtenagentur DPA. Die Europäische Zentralbank sei zur Beurteilung gelangt, dass die Sberbank Europe AG mit Hauptsitz in Wien sowie ihre beiden Tochtergesellschaften in der Bankenunion, die Sberbank d.d. in Kroatien und die Sberbank banka d.d. in Slowenien, „ausfallen oder wahrscheinlich ausfallen“ werden, teilte die EZB in der Nacht zum Montag mit. Bei der Sberbank Europe AG und ihren Tochtergesellschaften ist es zu erheblichen Abflüssen von Einlagen gekommen sein.

Als Reaktion auf die EZB-Einschätzung hat die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) den Geschäftsbetrieb der Sberbank-Europatochter vorübergehend fast komplett unterbunden. Wie die FMA mitteilte, darf die in Wien ansässige Bank „keinerlei Auszahlungen, Überweisungen oder andere Transaktionen durchführen“.

Die Sberbank Europe ist eine 100-prozentige Tochter der mehrheitlich in Staatsbesitz stehenden Sberbank in Moskau. Das Institut ist vor allem bei Privatanlegern aktiv, hat aber auch Unternehmenskunden in Österreich, Bosnien Herzegowina, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Serbien und Slowenien. 

Update 28.02.2022: Rubelkurs bricht massiv ein

Crash für die russische Währung: Nach Bekanntgabe der Sanktionen vom Wochenende büßt der Rubel zeitweise über 40 Prozent gegenüber dem US-Dollar ein. Vor allem die Maßnahmen gegen die russische Zentralbank dürften den dramatischen Kurssturz ausgelöst haben. Dazu zählt auch ein Verbot von Transaktionen mit dem Vermögen der Bank in Euro.

Einige Unternehmen mit Russland-Exposure dürfte der Kurssturz kalt erwischt haben. Das Hedging der russischen Währung ist sehr teuer und wird deshalb von vielen Treasurern nicht aktiv betrieben. Das Bewusstsein für die Risiken dürfte aber bereits nach der Ukraine-Krise 2014 gestiegen sein. Hier ein Erfahrungsbericht des damaligen Knorr-Bremse-Treasurers Sigurd Dahrendorf.

Update 27.02.2022: Swift soll für Russland teilweise gekappt werden

Russische Banken, die bereits von Sanktionen betroffen sind, sollen von Swift ausgeschlossen werden. Wenn erforderlich, würden auch weitere russische Banken vom Finanznachrichtendienst ausgeschlossen, teite die Bundesregierung am gestrigen Abend (26.2.) mit. Zudem sollen die Möglichkeiten der russischen Zentralbank eingeschränkt werden, den Rubel mit internationalen Finanzgeschäften zu stützen. Wohlhabende Russen und deren Angehörige sollen sich zudem keinen goldenen Pass in der Europäischen Union besorgen können.

Hinter dem Swift-Ausschluss stehen die Vereinigten Staaten, Frankreich, Kanada, Italien, Großbritannien, die EU-Kommission und Deutschland. Zuvor hatten die Staaten noch gezögert, den Swift-Anschluss für russischen Banken einzuschränken. Die Diskussionen darüber liefen aber schon seit Wochen.

Update 25.2.2022: Hermes-Bürgschaften werden gestrichen

Für deutsche Unternehmen wird das Geschäft mit Russland erschwert. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, hat die Bundesregierung die Bewilligung für Hermes-Bürgschaften und Investitionsgarantien für Russland bis auf weiteres ausgesetzt. Ein Ministeriumssprecher habe das auf Anfrage bestätigt.

Das Instrument der Exportgarantien schützt deutsche Unternehmen vor Zahlungsausfällen ihrer Kunden. Die Bürgschaften, die im Namen der Bundesregierung von Euler Hermes bearbeitet werden, sind beliebt. Laut „Handelsblatt“ wurden in den ersten sechs Monaten des Vergangenen Jahres Deckungszusagen in Höhe von 820 Millionen Euro erteilt.

Update 25.2.2022: Uneinigkeit um Vorgehen bei Swift

Die EU hat ein Paket an Sanktionen gegen Russland auf dem Weg gebracht. Dazu gehören unter anderem Exportkontrollen bestimmter Produkte und Einschränkungen in der Visapolitik. Während die Regierungschefs Geschlossenheit demonstrieren wollen, gibt es bei einer Frage allerdings Uneinigkeit: dem möglichen Ausschluss Russlands von Swift.

Während einige fordern, russische Banken von dem globalen Zahlungssystem abzuschneiden, gibt es einige ablehnende Stimmen. Dazu gehört unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz sowie Österreichs Kanzler Karl Nehammer. „Swift ist derzeit auch in den Vorschlägen kein Thema", sagte Nehammer Medienberichten zufolge. „Hintergrund des Ganzen ist, dass die Aussetzung von Swift weniger die Russische Föderation treffen würde als die Europäische Union.“ Denn dann würden Milliarden an Euro europäischer Banken in Russland festhängen.

Update 24.2.2022: Einmarsch in die Ukraine

Am frühen Morgen des 24. Februar 2022 hat der russische Präsident Wladimir Putin den Einmarsch in die Ukraine einberufen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Kriegszustand befohlen. Damit ist die nächste Eskalationsstufe des Konflikts erreicht. Treasurer müssen sich auf tiefe Einschnitte in ihrem Russland- und Ukraine-Geschäft einstellen. Welche Sanktionen es bereits gibt, welche im Raum stehen und wie sich Banken hierzulande vorbereiten, lesen Sie bei DerTreasurer.

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