Iban First ist in den deutschen Markt eingetreten und ist auf Währungsmanagement spezialisiert.

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03.02.21
Risiko Management

FX-Fintech Iban First will in den Mittelstand

Iban First ist seit kurzem im deutschen Markt und will vor allem den Mittelstand erobern. Was das FX-Fintech genau vor hat, erklärt Deutschlandchef Mark Elser.

Das Fintech Iban First ist Mitte Januar in den deutschen Markt eingetreten. Die Tochter der gleichnamigen belgischen Mutter ist darauf spezialisiert, Mittelständler beim grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zu unterstützen und vor allem die bei Überweisungen anfallenden Währungswechsel zu managen. 

Iban First zielt auf KMU ab

Managing Director der hiesigen Niederlassung ist Mark Elser, der zuletzt bis August 2020 für die LBBW die Niederlassung Unternehmenskunden in Nürnberg leitete. „Wir wollen den Zahlungsverkehr transparenter machen“, sagt er. „Die Daten sind da, wir machen sie nur visibel.“

Das erste Büro hat Iban First in München eröffnet. Für dieses Jahr plant Elser noch einen zweiten Standort in einer deutschen Großstadt, insgesamt will er Ende 2021 rund 25 Mitarbeiter beschäftigen. Iban First wähnt speziell im kleineren Mittelstand eine Marktlücke, da sich das FX-Geschäft für Banken in diesem Segment oft nicht lohnt. „Unser Sweet Spot sind Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro“, sagt Elser. Außerhalb von Deutschland habe man aber auch deutlich größere Kunden.

Kleinere Unternehmen, meistens in Familienbesitz, hätten häufig keinerlei Hedging-Strategie, erklärt Elser. So überwiesen viele kleinere Unternehmen Geld etwa nach China, „sie sehen dann aber erst auf der Abrechnung, was der Wechselkurs war“, so Elser. „Bei uns sieht der Kunde in Echtzeit, was die FX-Kosten sind und damit auch, wie viel die Transaktion kostet.“

Daten aus GPI Swift und Sepa

Iban First bietet in Deutschland auch seinen sogenannten Payment-Tracker an. Damit können Treasurer Iban-First-Manager Elser zufolge sehen, wo auf der Welt sich das überwiesene Geld gerade befindet. „Dann muss man nicht extra beim Firmenkundenberater anrufen, um zu erfahren, was der Status ist.“

Iban First speist seine Plattform über offiziell verfügbare Daten wie etwa aus dem GPI-Swift-Netzwerk oder Sepa. Die Nutzung erfolgt über einen Browser oder auch über Schnittstellen (API). Weil das Währungsmanagement-Fintech PSD2-akkreditiert sei, könne man auch Kontoinformationen von Drittbanken anzeigen und Zahlungen von einem Bankkonto aus starten, sagt Elser. Eine Kontoeröffnung sei kostenlos. „Geld verdienen wir vor allem mit dem Währungsgeschäft“, erklärt der Ex-Banker. „Da schlagen wir eine Marge drauf.“ Wo die liegt, will er jedoch nicht preisgeben.

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