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11.07.18
Software & IT

Banken bauen Digitalangebot im Treasury aus

Das deutsche Firmenkundengeschäft ist hart umkämpft. Wer bestehen will, muss sein digitales Angebot für Treasurer ausweiten. Viele Banken haben hier noch Nachholbedarf, zeigt eine Studie.

Treasurer werden künftig mehr Dienstleistungen ihrer Bank online beziehen können. Das legt eine Umfrage der Denkfabrik FINANCE Think Tank unter insgesamt 14 europäischen Banken nahe, darunter neun deutsche Kredithäuser. Demnach planen zwei Drittel der Befragten, in den kommenden zwölf Monaten massiv in ihr digitales Angebot für Firmenkunden zu investieren. Der Grund: Die überwiegende Mehrheit der befragten Häuser (zwölf) hält Online-Portale für einen wichtigen oder sogar sehr wichtigen Faktor, um im hart umkämpften Firmenkundengeschäft zu bestehen. Das gilt sowohl für das Geschäft mit Großkonzernen als auch mit kleinen und mittelständischen Unternehmen. Das Gros der heute verfügbaren Portale wendet sich an beide Zielgruppen.

Mit den geplanten Investitionen wollen die Banken die online verfügbaren Produkte ausbauen. Besonders im Fokus steht das bislang kaum digitalisierte Kreditgeschäft. Fünf Banken wollen Darlehen in den kommenden zwölf Monaten in ihr Portal aufnehmen. Vier Häuser haben das nach eigenen Angaben bereits getan. Allerdings können Treasurer erst bei einer Bank den kompletten Prozess - vom Antrag bis zur Bestätigung - größtenteils oder vollständig digital vornehmen. Die Commerzbank hat kürzlich so einen digitalen Kreditprozess vorgestellt. Damit reagieren die Banken auf Kreditvermittlungsplattformen wie Creditshelf und Lendico, die mit einem schnellen digitalen Vergabeprozess bei Mittelständlern punkten wollen.

Schub für electronic Bank Account Management?

In vielen Fällen ist mit der Einbindung von Services ins Firmenkundenportal jedoch nur die Bereitstellung von Informationen oder die digitale Interaktion mit der Bank gemeint. Zu den Services, die tatsächlich online abgewickelt werden können, gehören der Zahlungsverkehr (zwölf Banken), das Garantiegeschäft im Außenhandel (sieben) und Angebote für das Währungsmanagement (sechs).

Ein weiterer Digitalisierungsfokus der befragten Banken liegt in der Anbindung neuer Kunden: So wollen zwei Drittel in den kommenden zwölf Monaten digitale Unterschriften akzeptieren. Acht Institute möchten potentiellen Neukunden das Hochladen von Dokumenten im Portal ermöglichen. Sollten diese Pläne Realität werden, wäre das eine gute Nachricht für Treasurer: Sie dürfen darauf hoffen, dass die Prüfprozesse ("Know Your Customer") künftig etwas schneller ablaufen. Auch die elektronische Verwaltung von Bankkonten ("eBam") könnte einen Schub bekommen. Heute gibt es hierfür zwar Softwarelösungen, viele Banken akzeptieren digital eingereichte Informationen aber nicht.

Backhaus[at]derTreasurer.de