24.04.18
Software & IT

Bellin will Plattformanbieter werden

Der Treasury-Softwareanbieter Bellin will mit einer neuen App Kunden, Lieferanten und Banken vernetzen. Dafür setzen die Ettenheimer auf eine Kooperation mit Swift.

Bellin will künftig mehr als ein reiner Anbieter von Treasury-Software sein. Mit der seit Ende März verfügbaren GTB Hub App verfolgen die Ettenheimer das ambitionierte Ziel, eine bankunabhängige Plattform rund um Transaction-Banking-Services aufzubauen. „Über die App wollen wir Kunden, Lieferanten und Banken miteinander vernetzen und so völlig neue Dienstleistungen anbieten“, erklärt CEO Martin Bellin im Gespräch mit DerTreasurer.

Zum Start hat Bellin die App mit drei Funktionen ausgestattet: So können die registrierten Nutzer neue Banken suchen und bestehende Beziehungen bewerten. Das Bankverzeichnis der App basiert auf der Datenbank SwiftRef. Mit dem Finanznachrichtendienstleister hat Bellin eine entsprechende Kooperation geschlossen, die noch der inzwischen wieder zu Swift zurückgekehrte Sebastian Niemeyer eingefädelt hatte. „Perspektivisch könnte ich mir aber auch vorstellen, dass Banken selbst ihr App-Profil pflegen“, sagt Bellin.

Bellin will schnell Nutzer für die App gewinnen

Außerdem können Unternehmen die Bankstammdaten ihrer Lieferanten überprüfen. Das soll helfen, eine beliebte Masche von Betrügern zu unterbinden: Kriminelle geben ihre eigene Kontoverbindung als vermeintlich neues Bankkonto eines Lieferanten an, die nächste Überweisung an diesen Geschäftspartner landet so auf dem Konto des Betrügers. „Wenn Lieferanten ihre Daten selbst auf einer unabhängigen Datenbank hinterlegen und unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen pflegen können, sinkt das Betrugsrisiko massiv“, erklärt Bellin die Idee.

Ideen für Plattformen gibt es viele. Die meisten Betreiber scheitern allerdings daran, die nötige Reichweite aufzubauen. Bellin versucht daher, Unternehmen zunächst mit einer kostenlosen Hinterlegung ihrer Bankstammdaten zu locken. Parallel dazu will der Softwareanbieter die App mit weiteren Funktionen attraktiv für Nutzer machen. Unter anderem geht es um Transparenz bei grenzüberschreitenden Zahlungen: „Wir arbeiten an einer Lösung, die jeweiligen Stati einer GPI-Zahlung in der App in Zusammenarbeit mit den Banken verfügbar zu machen, ohne – zum jetzigen Zeitpunkt – auf eine direkte Anbindung an den Tracker von Swift zurückzugreifen,“ erklärt Martin Bellin.

Ab dem kommenden Jahr sollen die Lieferanten dann Staffelpreise zahlen – abhängig von der Zahl der Konten, die sie auf der App hinterlegen. In den ersten drei Wochen lag die Zahl der Downloads im dreistelligen Bereich.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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