Mit neuer Software sollen die Risiken in der Lieferkette transparenter gemacht werden.

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24.06.14
Software & IT

Bessere Risikotransparenz bei Lieferketten

Mit dem Tool „Supply Risk Network“ der Firma Riskmethods, einem Software-Entwickler aus München, sollen die Risiken rund um die Lieferketten transparenter gemacht werden. Dass soll Unternehmen erleichtern, diese Risiken zu senken und es Versicherern ermöglichen, die richtigen Limits festzulegen.

Nach den verheerenden Katastrophen der letzen Jahre in Asien gestaltet sich die Versicherung komplexer Lieferketten schwieriger. Versicherer verlangen detaillierte Informationen von Unternehmen, um Risiken besser einschätzen zu können. Der Industrieversicherungsmakler und Risikoberater Marsh ist der Ansicht, dass Kunden, die die neue Software „Supply Risk Network“ nutzen, eine höhere Transparenz über ihre Lieferketten herstellen können und damit auch Versicherern helfen, Risiken besser zu kalkulieren. „Diese Lösung soll Informationen strukturiert und handhabbar machen“, sagt Georg Bräuchle, Geschäftsführer von Marsh Deutschland.

„Supply Risk Network“ soll Unternehmen einen Überblick über ihre Zulieferer und Transportwege verschaffen. „Große Unternehmen kümmern sich bereits selbst um diese Art von Risikomanagement in der Lieferkette – wir wollen mit diesem Tool diese Intelligenz auch den mittelständischen Unternehmen zur Verfügung stellen“, erklärt Rolf Zimmer, Gründer und Geschäftsführer von Riskmethods.

Immer noch Nachholbedarf beim Thema Supply Chain Risks

Der Aufwand für den Kunden soll dabei gering sein. Sobald die Adressen der Zulieferer in das System eingegeben sind, beginnt die Risikoanalyse. Dazu werden verschiedene Datenbanken in das System eingespeist. Gleichzeitig erfolgt eine ständige, automatisierte Internetrecherche. Rund 80 Risikoindikatoren werden betrachtet, dazu gehören unter anderem Naturgewalten, politische Störungen, Qualität und Kreditwürdigkeit der Lieferanten. Der Nutzer wird fast in Echtzeit über Risiken informiert, die seine Lieferketten betreffen.

Auch von Seiten der Versicherer ist zu hören, dass Unternehmen immer noch Nachholbedarf im Bereich Supply-Chain-Risk-Management haben. „Viele Unternehmen verfügen nicht über ausreichende Personalressourcen und die Systematik, um sich mit ihren Lieferketten im Detail auseinanderzusetzen – dabei können solche Programme helfen“, sagt Peter Sprengart, Experte für Supply Chain Insurance bei Zurich. Er empfiehlt jedoch, sich nicht ausschließlich auf solche Hilfsmittel zu verlassen: „Das ist ein Anfang. Die Unternehmen müssen sich jedoch intern noch mehr mit den Risiken befassen, um sie dann auch mindern zu können.“

Die cloudbasierte Lösung gibt es ab 990 Euro monatlich. Unternehmen, die bei Marsh Kunde sind, erhalten zudem einen aufbereiteten Bericht aus den Risikoanalysen der Software für die Verhandlungen mit potentiellen Versicherern.

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