Ab Ende September sind Live-Transaktionen über die Trade-Finance-Plattform Marco Polo technisch möglich, kündigt Technologieanbieter Tradeix an.

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10.09.19
Software & IT

Blockchain-Plattform Marco Polo beendet Pilotphase

Das Trade-Finance-Netzwerk Marco Polo entwickelt sich weiter. Live-Transaktionen sollen ab Ende September auf der Plattform technisch möglich sein, sagt David Sutter, Strategiechef beim Technologieanbieter Tradeix.

Die Blockchain-Plattform Marco Polo steht kurz vor einem wichtigen Meilenstein: „Ab Ende September können Unternehmen Live-Transaktionen über Marco Polo abwickeln“, kündigt David Sutter, Chief Strategy Officer beim Technologieanbieter Tradeix, an. Die US-Amerikaner haben die Plattform auf Basis der Blockchain-Technologie Corda des Fintechs R3 entwickelt.

Bislang befindet sich das Trade-Finance-Netzwerk noch in der Pilotphase. Das bedeutet, dass historische Transaktionen, die bereits auf dem klassischen Weg stattgefunden haben, lediglich auf der Blockchain nachgebildet werden. Eine ausschließliche Abwicklung über die Plattform war bislang aus technischen Gründen nicht möglich. Ab Ende September soll das nun anders sein, denn die Technologie ist inzwischen so ausgereift, dass eine digitale Abwicklung von Handelsgeschäften auch mit mehreren Parteien und über Grenzen hinweg einwandfrei funktioniert.

Die Finanzindustrie rechnet aber noch für längere Zeit mit einigen regulatorischen Hindernissen. Durch die papierbasierte Dokumentation ist der bürokratische Aufwand derzeit massiv. Durch die Digitalisierung könnten bei jedem Handelsgeschäft eine Vielzahl an Papierunterlagen eingespart werden, was die Prozesse nicht nur vereinfachen, sondern auch deutlich beschleunigen würde.

Reges Interesse aus Deutschland an Marco Polo

Während der Pilotphase haben dieses Jahr Unternehmen wie der Technologiekonzern Voith, der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB sowie der Spezialglashersteller Schott gemeinsam mit der Commerzbank und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) das Trade-Finance-Netzwerk Marco Polo bereits aktiv getestet. Bei einer Transaktion Mitte August war mit dem Logistiker Logwin erstmals auch eine unabhängige dritte Partei involviert, die das Zahlungsversprechen zugunsten des Verkäufers ausgelöst hatte.

Sutter sieht für das Interesse aus Deutschland zwei Gründe: Zum einen sei Deutschland eine große Handelsnation. Zum anderen stamme mit Commerzbank, LBBW, BayernLB, Helaba und S-Servicepartner  ein großer Anteil der über 25 Bankpartner des Netzwerks aus Deutschland. „Wir sind mit weiteren Banken und anderen externen Service- und Logistikanbietern, Versicherungen und Kreditversicherern aus dem deutschsprachigen Raum in Gesprächen“, sagt Sutter. Er geht davon aus, dass in den kommenden 18 Monaten weitere Mitglieder zu Marco Polo dazustoßen werden.

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