Die elektronische Unterschrift bietet für Treasurer Zeitgewinne bei der Kreditvergabe, Kontoeröffnung und dem Wertpapiergeschäft.

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27.09.19
Software & IT

E-Signatur bringt Rechtssicherheit und Zeit

Seit Juli 2016 ist die elektronische der handschriftlichen Unterschrift gegenüber gleichwertig. Treasurer können so enorme Zeitgewinne bei der Kreditvergabe, Kontoeröffnung und dem Wertpapiergeschäft verbuchen. Dafür müssen aber die Hausaufgaben gemacht sein.

Die Digitalisierung des Treasury kennt viele Baustellen: Predictive Analytics im Liquiditätsmanagement, die Automatisierung des FX-Hedgings oder auch digitale Schuldscheine. Neben diesen großen Projekten rückt nun auch die letzte Meile vieler Prozesse in den Blick der Treasury-Chefs - die elektronische Signatur.

Der Immobilienkonzern Vonovia arbeitet seit etwa einem Jahr daran, den Unterschriftenprozess im Garantiegeschäft zu digitalisieren. Der Maschinenbauer Dürr erprobte jüngst beim Abschluss eines Konsortialkredits die elektronische Vertragsunterzeichnung mit den Banken. Und die Schuldscheinplattform VC Trade ermöglicht seit kurzem die papierlose Schuldscheinemission mittels elektronischer Unterschrift. Möglich macht das seit Juli 2016 die eIDAS-Verordnung der EU. Damit erklärte die Politik die Gleichwertigkeit der elektronischen zur handschriftlichen Signatur.

E-Signaturen beschleunigen das Tagesgeschäft

Das Potential der elektronischen Unterschrift, das Tagesgeschäft von Treasurern zu erleichtern, sei enorm, meint Frank Harter, Managing Director bei DocuSign, einem globalen Anbieter elektronischer Signaturen, der unter anderem die Deutsche Bank, BASF und SAP zu seinen Kunden zählt: „Rund 80 Prozent der elektronisch signierten Dokumente, die über unsere Plattformen laufen, werden innerhalb eines Tages abgearbeitet.“ Papierhafte Verträge lägen dagegen oft wochenlang in der Post, und es komme immer wieder zu Prozessfehlern. Hinzu kommt: „E-Signaturen sind rechtssicherer, weil IP-Adressen und Zeitstempel dokumentiert werden.“

Bei Banken ist noch Überzeugungsarbeit nötig

Harter sieht einige lohnende Anwendungsfälle für die E-Signatur im Treasury: „Neben der Kreditvergabe gehören dazu etwa die Kontoeröffnung sowie Wertpapiergeschäfte.“ Beispiel Commercial Paper: Hier war das US-Unternehmen DocuSign an dem Pilotprojekt von Continental und Siemens beteiligt.

Im Februar handelten die beiden Dax-Unternehmen ein Commercial Paper über eine Blockchain-Plattform der Commerzbank. Dabei organisierte DocuSign die elektronischen Unterschriften der beiden Firmen, um auch diesen Schritt vollständig zu digitalisieren.

Das Problem aus Sicht vieler Treasurer: Sie müssen zunächst die Banken davon überzeugen, eine digitale Signatur zu akzeptieren - was wiederum voraussetzt, dass alle Informationen und Dokumente digital vorliegen. „Das ist bei vielen Banken noch nicht der Fall“, räumt Harter ein. Wer seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, kann also auch nicht von der E-Signatur profitieren.

ploner[at]DerTreasurer.de