Worauf sich Cash Manager einstellen müssen

29.10.15 15:32

Hanse-Orga-CEO: „Wir erzielen 15 Prozent Umsatzrendite“

Von Desiree Backhaus

Das Systemhaus Hanse Orga wird im kommenden Jahr die neue Software FS2 herausbringen. CEO Sven Lindemann über den FinanceSuite-Nachfolger und die Wachstumsambitionen der Hamburger.

Hanse Orga

Ist mit der Geschäftsentwicklung zufrieden, sieht aber noch Verbesserungspotentiale: Hanse-Orga-CEO Sven Lindemann.

Herr Lindemann, Hanse Orga hat gerade angekündigt, im kommenden Jahr eine neue Software namens FS2 an den Start zu bringen. Was sind die drei wichtigsten Neuerungen gegenüber der FinanceSuite?
Die Benutzeroberfläche ist durch ihre neue Kacheloptik übersichtlicher. Sie arbeitet mit den sogenannten Fiori Apps, die SAP im Zuge ihrer neuen ERP-Software S/4 HANA entwickelt hat. Wichtig ist auch das neue Reportingtool: Mithilfe einer Echtzeit-Datenbank können Treasurer jederzeit wichtige Finanzkennzahlen einsehen und Analysen erstellen. Und schließlich die Flexibilität: Nutzer können ihre Oberfläche selbst konfigurieren und so den Cash-Management-Prozess ihre Unternehmens optimal darstellen.

Sie wollen im kommenden März mit dem Rollout beginnen. Wann bedeutet das für Nutzer der bestehenden Software?
Die Kunden, mit denen wir jetzt aktiv in Projekten sind, werden wir zuerst aufsatteln. Wir rechnen damit, dass die Umstellung bis 2020 dauern wird, dann werden wir auch den Support für die bestehende FinanceSuite auslaufen lassen. Das bedeutet: Kunden können sie zwar weiter nutzen, müssen für die Wartung aber mit zusätzlichen Kosten rechnen.

Stichwort Kosten: Was werden die Unternehmen für FS2 zahlen müssen?   

Wir werden unseren Kunden jetzt ein Updateangebot machen. Wie das ausfallen wird, hängt vom Einzelfall ab: Wer zuletzt 2015 eine Lizenz erworben hat, wird tendenziell weniger bezahlen müssen, als jemand, der auf dem Stand von 2006 ist.

Hanse Orga will vor allem in der Region EMEA und den USA wachsen

Die Hanse Orga Gruppe wird 2015 aller Voraussicht nach einen Umsatz von 35,7 Millionen Euro erzielen, für 2020 haben Sie das Ziel 74,2 Millionen Euro ausgegeben – mehr als eine Verdopplung. Ist das nicht sehr ambitioniert?
Einerseits ja. Andererseits sind dafür Wachstumsraten von 15 bis 17 Prozent pro Jahr notwendig, die wir seit 2007 immer erzielt haben.

Wie profitabel sind Sie dabei?
Wir erzielen 15 Prozent Umsatzrendite, aber wir waren nie Ebit-getrieben. Stattdessen haben wir in unsere Produkte und weiteres Wachstum investiert.

Wo soll das Wachstum künftig herkommen?

Wir wollen vor allem unser internationales Geschäft ausbauen: 2020 soll die Region EMEA für 35 Prozent des Umsatzes stehen und die USA für 22 Prozent. Derzeit sind es gerade mal 16 bzw. 8 Prozent. Dafür haben wir mit Kevin Grant, ehemals IT2, einen neuen Vorstand an Bord geholt.

Lindemann: Konsolidierung in der Softwarebranche geht weiter

Haben Sie Pläne für Zukäufe wie vor einigen Jahren Cogon?
Nein, derzeit gibt es keine Pläne. Aber ich rechne mit einer weiteren Konsolidierung der Branche.

Regional haben Sie ihre Pläne dargelegt. Wo sehen Sie inhaltlich noch Wachstumspotentiale?
Wir wollen das Thema Working Capital Management vorantreiben. Ich sehe es als Klammer unserer Angebote, zu denen Zahlungsverkehr, Cash Management und das Financial Supply Chain Management zählen. Wie haben kürzlich eine Kooperation mit dem Portalanbieter Taulia geschlossen, um unsere Supply-Chain-Finance-Kompetenzen auszubauen.

Backhaus[at]derTreasurer.de