Einbindung von neuen Technologien

04.04.18 09:49

Mercks langer Weg zum neuen Treasury-System

Von Markus Dentz

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck hat ein neues Treasury-Management-System eingeführt. Jörg Bermüller berichtet über das sechsjährige Mammutprojet der Implementierung.

Jörg Bermüller hat bei Merck das neue Treasury-Management-System eingeführt.

Mario Drescher/Merck

Jörg Bermüller hat bei Merck das neue Treasury-Management-System eingeführt.

Aufatmen bei Merck: Die Erleichterung ist Jörg Bermüller, Leiter des Cash & Risk Managements, noch deutlich anzumerken, als er über das aufwendige Treasury-Software-Projekt berichtet, das die Darmstädter die vergangenen sechs Jahre beschäftigt hat – und das im Herbst 2017 erfolgreich beendet werden konnte.

„Wir haben unsere Systemlandschaft im Treasury komplett neu aufgestellt“, berichtet Bermüller in der Zentrale des Pharma- und Chemiekonzerns. Der Zahlungsverkehr, das Risikomanagement, die zahlreichen Schnittstellen zu den Banken – all dies wurde auf neue Beine gestellt. Dabei hat die Finanzabteilung des Dax-Konzerns sorgfältig darauf geachtet, neuere Technologien wie Big-Data-Analysen oder Cloud Computing einzubinden, ohne dass die IT-Sicherheit dabei auf der Strecke blieb.

Merck konnte nicht weiter auf Treasury-System Finavigate bauen

Ganz freiwillig ging Merck den Schritt in die neue Treasury-Management-System-Welt nicht. Im Jahr 2011 wurde klar, dass der bisherige Anbieter Siemens sein Treasury-Management-System-Tool Finavigate nicht weiter anbieten würde. „Die Nachricht traf uns wie ein Schock“, erinnert sich Bermüller, denn Merck sei eigentlich sehr zufrieden mit der Software gewesen.

Klar war, dass Siemens Merck genügend Zeit zum Umbau einräumen würde. Dass der Weg dahin geschlagene sechs Jahre dauern würden, hätten sich damals allerdings weder die Darmstädter noch die Münchener träumen lassen.

Kein Anbieter erfüllte Mercks Anforderungen vollständig

Nach der Phase der Analyse war klar, dass Merck die eingeschliffenen Prozesse von Finavigate weitgehend aufrechterhalten und sich nicht einfach an der Logik eines neuen Treasury-Management-System-Tools ausrichten wollte. Nach einer Ausschreibung stellte sich heraus, dass kein Anbieter die Anforderungen vollständig erfüllte. Auch Sungard, die seit Herbst 2015 zum US-Zahlungsdienstleister FIS gehört, hatte nicht alle Funktionalitäten in petto, sagt der Treasurer. „Der Anbieter konnte uns aber immerhin glaubhaft machen, dass er die Anforderungen künftig erfüllen würde.“

Das Risikomanagement-Tool Quantum hatte Merck bereits in einer Vorläuferversion v4.5 im Einsatz gehabt – die neue Version v6 war allerdings anders und aus Merck-Sicht sogar noch besser aufgebaut. Im Cash Management entschied man sich ebenfalls für ein FIS-System: Trax.

Wie Auswahl und Implementierung im Detail abliefen, erfahren Sie in der neuen Printausgabe, die auch als E-Paper erhältlich ist.

Dentz[at]derTreasurer.de

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