Misys-CEO Nadeem Syed verfolgt die Börsenpläne vorerst nicht weiter.

Misys

08.11.16
Software & IT

Misys legt IPO-Pläne auf Eis

Das widrige Umfeld hat die Börsenpläne des Softwareanbieters Misys durchkreuzt. Wie es weitergeht, ist unklar.

Der Anbieter für Finanzsoftware Misys hat seine Börsenpläne auf Eis gelegt. Als Grund nannte das britische Unternehmen das unruhige Marktumfeld, da Investoren aufgrund des Brexit-Votums derzeit sehr vorsichtig seien. Ursprünglich sollte der Börsengang 4,5 Milliarden Pfund schwer sein, das Volumen hatte Misys jedoch in der Vorwoche auf 3,5 Milliarden Pfund eingedampft. Investoren bewerten Misys derzeit nur halb so hoch wie den Schweizer Konkurrenten Temenos, heißt es in einem Bericht von Reuters. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Unternehmen ihren IPO an der Londoner Börse abgesagt, darunter die Fitnessstudiokette Pure Gym.

Der Misys-Börsengang wäre jedoch der größte des laufenden Jahres gewesen. Mit dem Gang auf das Parkett wollte Misys ein Viertel der Unternehmensanteile verkaufen und so 500 Millionen Britische Pfund einnehmen (umgerechnet 550 Millionen Euro). Zudem wollte der Finanzsoftwareanbieter dem Vernehmen nach Schulden zurückzahlen. Reuters zufolge hatte Misys bereits eine Woche lang die Bücher gefüllt, ehe das Unternehmen sich entschied, den Stecker für den IPO zu ziehen.

Misys: Auswirkungen des geplatzten Börsengangs unklar

Misys war schon einmal börsennotiert. Vor vier Jahren wurde das Unternehmen vom Private-Equity-Investor Vista für knapp 1,3 Milliarden Pfund übernommen. Das PE-Haus nahm Misys vom Parkett und fusionierte später mit Turaz, einer früheren Softwareeinheit von Thomson Reuters.

Auch wenn ein Großteil der Misys-Kunden Banken und Finanzinstitute sind, ist das Unternehmen auch für deutsche Treasury-Abteilungen relevant: „Im deutschen Corporate-Treasury-Geschäft sind wir für unseren Confirmation Matching Service bekannt, mit dem Backoffice-Abteilungen Transaktionen bestätigen und mit ihren Kontrahenten abgleichen“, sagte CEO Nadeem Syed vor rund zwei Jahren gegenüber DerTreasurer.  Welche Auswirkung der abgeblasene IPO auf die weitere Strategie der Briten hat, ist nicht bekannt.

Eich[at]derTreasurer.de

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