Lösung für Lieferantenfinanzierungen

19.08.14 08:00

Neue Handelsplattform für Supply-Chain-Finance

Von Markus Dentz

CRX SCF Suite ist eine Handelsplattform zur Finanzierung von Lieferantenforderungen. Im Herbst soll das innovative Modell starten, die Initiatoren sind keine Unbekannten.

Supply-Chain-Finance: CRX Markets bietet einen Lösung für die Finanzierung von Lieferantenforderungen an.

CRX Markets

Moritz von der Linden, bei CRX Markets zuständig für Sales & Marketing: "eine Alternative zu den Lösungen der Banken und Factoringanbieter".

Supply-Chain-Finance (SCF) war in den vergangenen Jahren ein vielgenutztes Modewort der Banken. Inzwischen nutzen immer mehr Unternehmen die Möglichkeiten der Lieferantenfinanzierung, das lockt auch neue Technologieanbieter an. Eine spannende Möglichkeit hat der neue Anbieter CRX Markets entwickelt. Hinter dem Start-up stehen mit dem Handelsplattformanbieter 360T als Hauptaktionär und der Commerzbank als strategischer Partner zwei bekannte Namen.

Die Idee hinter der CRX SCF Suite ist, dass Unternehmen über die gleichnamige Handelsplattform automatisiert Angebote einholen können, um Lieferantenrechnungen zu finanzieren und zu verwalten. Im Prinzip können Unternehmen damit die Vorteile der Lieferantenfinanzierung realisieren, zu denen die Working-Capital-Optimierung gehört (u.a. Verlängerung der Zahlungsziele). „Wir bieten damit eine Alternative zu den Lösungen der Banken und Factoringanbieter, die ein Unternehmen auf eine Finanzierungsquelle limitieren“, sagt Moritz von der Linden, bei CRX Markets zuständig für Sales & Marketing sowie ehemaliger COO und Mitgründer von 360T (Foto).

Drei Module für die Refinanzierung

Zur Nutzung bietet CRX Markets drei Module an: die Refinanzierung über bestehende Banklinien („Banken APF“). Die Hausbanken können über das webbasierte Tool Gebote abgeben. Hinzu kommen eine Verbriefung und damit der Forderungsverkauf an Nichtbanken: Die verifizierten Forderungen werden dabei gebündelt und als handelbares Finanzprodukt verbrieft („Multi-Investor APF“). Daneben gibt es das sogenannte „Dynamic Discounting“, bei dem das traditionelle Skontomodell auf tagesspezifische Skontierung bis zur Rechnungsfälligkeit erweitert wurde. Lieferantenrechnungen können manuell auf die Plattform hochgeladen werden. Für SAP-Standardfunktionalitäten gibt es ein spezielles „Add-on“, das Lieferantenrechnungen extrahiert und überträgt.

Bei potentiellen Investoren herrscht großes Interesse, heißt es seitens der Initiatoren. Ob Unternehmen den neuen Service nutzen, wird die spannende Frage sein. „Ab Herbst wollen wir live gehen“, sagt Moritz von der Linden. Nutzen genug Corporates das Tool, folgen erfahrungsgemäß auch die Banken.

Dentz[at]derTreasurer.de