Treasury-Berichtswesen automatisieren

28.11.17 10:20

Neue Technologien helfen beim Reporting

Von Desiree Backhaus

Digitalisierungsprojekte machen auch vor dem Treasury nicht halt. Die fünf Technologien Cloud, Process Robotics, Analytics und Visualisierungen im Reporting, Cognitive Computing sowie Blockchain können den Treasurern nicht nur dabei helfen, das Berichtswesen zu automatisieren.

Treasurer wollen Reports besser visualisieren.

Nico El Nino/iStock/Thinkstock/Getty Images

Treasurer wollen Reports besser visualisieren.

Das Reporting steht bei vielen Treasury-Abteilungen derzeit im Fokus der Digitalisierungsinitiativen. Dabei geht es sowohl um die Automatisierung des Berichtswesens als auch um bessere Auswertungen und Visualisierungen der Treasury-Kennzahlen für die eigene Abteilung und das Management. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Deloitte unter 45 Treasury- und Finanzverantwortlichen.

Die Beratung hat die Implementierungswahrscheinlichkeit von fünf Technologien im Treasury abgefragt: Cloud, Process Robotics, Analytics und Visualisierungen im Reporting, Cognitive Computing sowie Blockchain. Das Reporting führt die Rangliste an: Die Hälfte der Befragten stuft die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Abteilung in diesem Bereich neue Technologien einführen wird, als hoch ein. Weitere 45 Prozent schätzen dies immerhin als mittelmäßig wahrscheinlich ein. Das ist insofern nicht überraschend, als es heute schon Analyse- und Visualisierungstools gibt, während sich Blockchain-Anwendungen und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz noch ganz am Anfang befinden.

Treasurer werten große Datenbestände oft noch manuell aus

Dennoch erfolgen die Auswertung großer Datenbestände („Big Data“) und die visuelle Aufbereitung der Treasury-Berichte heute oft noch manuell, wie die Studie zeigt: 78 Prozent der befragten Finanzverantwortlichen nutzen für das Reporting auch oder sogar ausschließlich Excel, gut jeder vierte setzt Powerpoint ein. Insgesamt gibt knapp die Hälfte an, die Datenaufbereitung sei zeitintensiv. Rund die Hälfte der Befragten nutzt die Möglichkeiten eines Treasury-Management-Systems, lediglich 13 Prozent greifen zusätzlich auf Business-Intelligence-Software zurück, um Berichte zusätzlich aufzubereiten.

Die Crux: Treasury-Management-System-Angebote bieten oft nur Standardlösungen, die zwar eine Automatisierung der Reports ermöglichen – nicht aber den unternehmensspezifischen Anforderungen an das Berichtswesen gerecht werden. Nur 4 Prozent der Befragten halten die Visualisierung im Treasury-Management-System für ausreichend. Jeder vierte prüft daher derzeit, ob eine Business-Intelligence-Software helfen kann, komplexe Daten verständlicher darzustellen.

Treasurer fragen sich, wann sich das Investment rentiert

Allerdings stellen sich viele Treasurer die Frage nach dem Business Case: Wenn bislang für die Erstellung von Reports Geld an den Treasury-Management-System-Provider fließt, lässt sich das gegenrechnen. Aber wie misst man, ob eine benutzerfreundliche Darstellung der Kennzahlen wirklich Entscheidungen verbessert? In vielen Fällen dürfte daher der Finanzchef als Adressat der Management-Reports entscheiden, was ihm ein besseres Treasury-Berichtswesen wert ist.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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