Neues Compliance-Modul von Omikron

12.06.17 09:03

Sanktionsprüfungen im Treasury

Von Sabine Paulus

Unternehmen müssen jede ausgehende Transaktion gegen Sanktionslisten abgleichen. Ein neues Compliance-Modul des Systemhauses Omikron kann Treasurern bei der Embargo- und Sanktionslisten-Prüfung helfen.

Compliance-Fragen stellen sich auch im Treasury.

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Compliance-Fragen stellen sich auch im Treasury.

Compliance-Anforderungen machen auch vor dem Treasury nicht halt. Gerade im Zahlungsverkehr werden die regulatorischen Vorgaben immer strenger. So sind Unternehmen im Rahmen der Anti-Terrorismusfinanzierung dazu verpflichtet, jede ausgehende Transaktion gegen Sanktionslisten abzugleichen. Das Systemhaus Omikron hat ein neues Modul auf den Markt gebracht, mit dem Treasurer jede geschäftliche Zahlungstransaktion einer Embargo- und Sanktionslisten-Prüfung unterziehen können, noch bevor sie an die Bank gesendet wird.

Omikron reagiert damit nach eigenen Angaben auf Nachfrage diverser Unternehmen, die eine zentrale Lösung suchen: „In den ERP-Systemen erfolgt der Abgleich gegen Sanktionslisten heute schon oft in den Stammdaten, aber nicht in den Transaktionsdaten“, erklärt Gregor Opgen-Rhein, Account Manager bei dem Kölner Systemhaus. „Wenn ein Unternehmen mehrere ERP-Systeme gleichzeitig nutzt, ist die Prüfung der Zahlungsvorgänge deshalb komplex, zeitraubend und damit letztendlich kostspielig.“

Compliance-Tool fungiert als eine Art „Sicherheitsgurt“

Hier setzt das Compliance-Tool von Omikron an: Es kann an der zentralen Schnittstelle zwischen ERP- und Zahlungssystem implementiert werden und fungiert als eine Art „Sicherheitsgurt“. Die Daten werden gegen verschiedene, täglich aktualisierte Sanktionslisten geprüft. Sollte eine Transaktion als auffällig eingestuft werden, wird sie noch einmal gegen eine sogenannte „Whitelist“ abgeglichen. In dieser legt das Unternehmen Geschäftspartner ab, die es als vertrauenswürdig einstuft.
Ist die Transaktion auch nach einer manuellen Prüfung nach wie vor verdächtig, kann der Treasurer sie ablehnen, und die Zahlung wird nicht an die Bank übertragen. So verhindert das Unternehmen, dass erst bei der Bank die verdächtige Zahlung identifiziert wird und das Geld in einem aufwendigen Verfahren zurückgeholt werden muss.

Das Modul „Denied Party Check“ bietet Omikron zufolge denjenigen Unternehmen, die ihren Zahlungsverkehr zentralisiert haben, den größten Mehrwert, da es einmalig in eine bestehende Electronic-Banking-Lösung oder eine Payment Factory integriert werden kann. Aber auch wenn Tochtergesellschaften andere Systeme verwenden und der Zahlungsverkehr nicht vollständig zentralisiert ist, können Unternehmen das Modul nutzen. „Dabei werden die Transaktionsdaten über das dezentrale ERP-System an das zentrale System übergeben oder es wird ein Schattensystem des zentralen Systems aufgebaut“, sagt Opgen-Rhein.

Kosten und Implementierungsaufwand des Compliance-Moduls

Die Kosten hängen Omikron zufolge vom Einsatzbereich ab. Das Lizenzmodell kann sowohl mit einer einmaligen Lizenzgebühr und jährlicher Wartung als auch auf Basis eines monatlichen Entgelts vereinbart werden. Details zu den Kosten nennt Opgen-Rhein aber nicht.

Der Implementierungsaufwand für das Modul ist Opgen-Rhein zufolge zudem überschaubar: „Wir kalkulieren den Aufwand für die Implementierung in eine bestehende Lösung aus unserem Haus grob mit zwei bis fünf Arbeitstagen.“ Dies sei auch abhängig von der Anzahl der anliefernden ERP-Systeme und damit von der Anzahl der zu prüfenden Zahlungsprozesse.

Paulus[at]derTreasurer.de

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