Softwareanbieter will im Ausland wachsen

18.06.14 09:00

TIS stärkt Kapital

Von Markus Dentz

Mit einer neuen Finanzierungsrunde hat die Treasury Intelligence Solutions, kurz TIS, ihr Kapital gestärkt. Der Software-Anbieter will im Ausland wachsen, perspektivisch auch in den Vereinigten Staaten.

Softwareanbieter TIS will im Ausland wachsen

Thinkstock / Getty Images

TIS will sich internationaler aufstellen

„TIS wächst stark“, sagt Jörg Wiemer, CEO von TIS

Jörg Wiemer

Der Cloud-Plattformanbieter TIS hat jüngst sein Kapital gestärkt. 4 Millionen Euro haben die VC-Gesellschaften Zobito aus Schweden sowie Target Partners aus München beigesteuert, um das Wachstum des Walldorfer Softwareanbieters zu unterfüttern. Während die Schweden neu im Gesellschafterkreis sind, hatte sich Münchener Target Partners bereits vor vier Jahren an der ersten Finanzierungsunde beteiligt. „TIS wächst stark“, sagt Jörg Wiemer, CEO des Walldorfer Softwareanbieters. „Im letzten Jahr hat sich unser Umsatz fast versechsfacht.“ Während er genaue Umsatzzahlen nicht preisgeben wollte, beziffert er die Zahl der Kunden auf inzwischen rund 50. Zu dem Kreis gehören beispielsweise Volkswagen, Dachser oder Fujitsu. Die Konzerne nutzen die TIS-Software, um Bankkonten zu steuern oder um Zahlungsströme konzernweit zu vereinheitlichen und zu analysieren.

Mit dem frischen Geld will der Cloud-Anbieter weiter expandieren: Nicht nur in der Heimatregion DACH, sondern zunehmend auch in Großbritannien und in Benelux, wo TIS in Amsterdam eine eigenes Büro unterhält. „In der Planung ist auch eine Präsenz in den USA, erste US-Kunden haben wir bereits“, sagt der ehemalige SAP-Treasurer Wiemer. Momentan sei das aber noch Zukunftsmusik, dafür sei eine nächste Finanzierungsrunde nötig, die schon angedacht ist.

Jörg Wiemer: Kunden wünschen unkomplizierte Einführung

Das zentrale Tool ist das Management des Zahlungsverkehrs in der SAP-Umgebung, genannt Bank Transaction Manager (BTM). Daneben bietet TIS noch Bank Account Management (BAM) und einen Gebührenmanager (BFM) an. „Wir konzentrieren uns klar auf das Thema Smart Payments, Better Decisions und wollen kein breites Treasury-Tool anbieten“, sagt Wiemer. Damit grenze sich der Anbieter gegenüber Wettbewerbern ab. Die zunehmende Konsolidierung im Markt für Treasury-Management-Software sieht er deshalb relativ gelassen. „Für unsere Kunden ist es wichtig, dass die TIS-Lösung als Software-as-a-Service, also ohne großes IT-Projekt, eingeführt werden kann“, sagt Wiemer. Vorbehalte gegenüber Cloud-Computing, besonders Sicherheitsbedenken, nehmen aus seiner Sicht ab. Außerdem versucht TIS über die eigene ISO-Zertifizierung und die des genutzten Rechenzentrums in Frankfurt Bedenken weiter zu zerstreuen.

Dentz[at]derTreasurer.de