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11.10.19
Software & IT

Treasurer sind besorgt über Datenqualität

Ohne saubere Daten funktioniert Digitalisierung nicht. Deshalb arbeitet gerade nahezu jede Treasury-Abteilung daran, eine Datenstrategie zu definieren. Die Umsetzung ist jedoch schwieriger als gedacht.

Viele Treasurer sind besorgt über die Qualität der Daten, mit denen ihre Abteilung arbeitet. Das zeigt eine aktuelle Umfrage, die die Fachzeitschrift Economist im Auftrag der Deutschen Bank unter 300 Treasury-Verantwortlichen weltweit durchgeführt hat. Demnach sind 42 Prozent der Befragten „sehr besorgt“ über die Qualität der Finanz- und Geschäftsdaten in ihrem Unternehmen. Weitere 27 Prozent sind „etwas besorgt“.

Auffällig ist, dass die Bewertung der Datenqualität stark variiert: Je stärker die Befragten selbst im operativen Tagesgeschäft involviert sind und Daten aufbereiten, desto skeptischer schauen sie auf deren Qualität. So ist die Sorgen um die Datenqualität in den unteren Ebenen deutlich stärker ausgeprägt als bei den Teilnehmern in Treasury-Führungspositionen.

Hinzu kommt ein zweiter Faktor, der nicht mitarbeiter- sondern unternehmensabhängig ist: Je intensiver sich eine Treasury-Abteilung bereits mit der Aufbereitung der Daten befasst hat, desto ausgeprägter ist die Sorge über deren Qualität. Insgesamt gab gut die Hälfte der Befragten an, ihre Abteilung verfüge bereits über eine sehr gut definierte Datenstrategie. Von diesen blicken 60 Prozent mit großer Beunruhigung auf die Qualität der Daten.

Viele Hürden behindern Datenstrategie im Treasury

Von den Umfrageteilnehmern, deren Unternehmen im Hinblick auf einer Datenstrategie noch eher am Anfang stehen, ist nur gut jeder fünfte unzufrieden. Das lässt darauf schließen, dass die Baustellen, die im Zuge der Digitalisierung auf Treasurer zukommen, größer sind, als von einigen Finanzverantwortlichen derzeit angenommen.

Die geringe Datenqualität ist aber nicht die größte Herausforderung, die die Befragten nach eigener Wahrnehmung meistern müssen, um künftig datengetriebener agieren zu können. An erster Stelle der Hürden nennen die Treasurer die technische Komplexität, die mit der Integration von externen und internen Datensets verbunden ist (40 Prozent). Ein Drittel der Treasurer sieht die hohen Kosten für externe Daten als Problem, jeder vierte nennt zudem den Mangel an Wissen und Personen, um Daten zu analysieren.

Großes Potential bei Geldanlage und FX-Management

Klar ist jedoch, dass eine Datenstrategie notwendig ist: Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Treasury-Abteilung effizienter agieren können und bessere Entscheidung treffen können. Auf die Frage, welche Treasury-Aufgaben am meisten von einer Datenstrategie profitieren würden, fallen die Antworten der Befragten recht unterschiedlich aus: Mit 29 Prozent liegt die kurzfristige Geldanlage knapp vor Cashflow-Forecasting (25 Prozent) sowie der Identifizierung und Messung von FX-Risiken (24 Prozent).

„Treasurer in Führungspositionen halten die Finanzdaten des Unternehmens für besser als ihre Mitarbeiter, die täglich damit zu tun haben.“

Insgesamt, so stellen die Studienautoren wenig überraschend fest, schafft eine Datenstrategie dort am meisten Mehrwert, wo Informationen über viele Tochtergesellschaften verteilt anfallen und ein großes Volumen an Transaktionen entsteht. Dazu zählt neben dem Währungsmanagement,  das Liquiditätsmanagement und der Zahlungsverkehr.

Cloud und Big Data-Technologie werden wichtiger

Im Umgang mit Daten spielen vor allem neue Technologien eine wichtige Rolle. 44 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Cloud in den kommenden fünf Jahren die wichtigste Technologie für das Treasury wird, gefolgt von Big-Data-Analysen (42 Prozent) und künstlicher Intelligenz (37 Prozent). In einer Umfrage von DerTreasurer in Kooperation mit der HSBC unter 166 Treasurern hatte KI den ersten Platz belegt.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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