Kommt bald die rundum digitalisierte neue Treasury-Welt? Treasurer diskutierten auf einer KPMG-Veranstaltung.

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12.04.19
Software & IT

Was kann die Blockchain?

Treasurer diskutieren bei der zweiten KPMG-Konferenz „Digitalisierung im Treasury“. Neben der Blockchain erörterten die Experten noch weitere zahlreiche Themen.

Blockchain oder nicht Blockchain? Das war eine der Fragen, die bei der KPMG-Konferenz „Digitalisierung  im Treasury“ in der vergangenen Woche am Frankfurter Flughafen diskutiert wurde. Mögliche Einsatzfelder für die neue Technologie existieren einige, doch noch lässt die Serienreife auf sich warten. In der nicht immer innovationsfreundlichen Treasurer-Community gibt es daher zahlreiche Stimmen, die die Technologie für gänzlich überbewertet halten.

Mehrwert der Blockchain im KYC-Prozess

Zu den Befürwortern der Blockchain-Technologie zählt Martin Bellin. „Blockchain kann dabei helfen, den KYC-Prozess zu erleichtern“, sagte der Gründer und CEO der gleichnamigen Treasury-Software-Anbieters, und stellte eine neue Idee für das Bankmandatsmanagement vor: Konkret geht es um eine digitale Datenbank, in der alle Zeichnungsberechtigten festgehalten sind. Im Gegensatz zur heutigen, papierbasierten Praxis sollten Banken künftig direkt darauf Zugriff erhalten.

„Durch eine Public-Blockchain können Daten manipulationssicher zwischen Bank und Treasury-Abteilung ausgetauscht werden“, meint Bellin. Echtzeit-Updates und ein sicherer Datenaustausch wären so möglich – und viele Aktenordner gespart.

Treasurer testen Künstliche Intelligenz und Robotics

Doch Blockchain war bei weitem nicht das einzige Thema, dass bei der KPMG-Veranstaltung diskutiert wurde. Dashboard Reporting, der Einsatz Künstlicher Intelligenz und Robotics – was vor einiger Zeit noch Schlagworte waren, hält immer mehr Einzug in das Treasury. Rundum digitalisiert hat inzwischen beispielsweise der Süßwarenhersteller Storck seine Treasury-Prozesse. Dort hat der scheidende Werner Brinkkötter eine Digital-Banking-Strategie entwickelt – und das mit einem sehr überschaubaren Team.

Dass am Ende kaum mehr ein Treasurer für eine rundum digitalisierte schöne neue Treasury-Welt nötig sein könnte, ist auch eine der Befürchtungen, die immer wieder geäußert wird. In der abschließenden Podiumsdiskussion stellte KPMG-Partner Christian Debus die Frage, wie sich der Digitalisierungswandel auf die Finanzabteilung auswirke, wenn „lästige Pflichtaufgaben“ automatisiert würden.

Digitalisierung ruft auch Ängste hervor

Je nach Perspektive – Sachbearbeiter versus potentielle Führungskraft – gingen damit viele Ängste einher, hielt Christian Lorenz von der Deutschen Gesellschaft für Personalwesen dem entgegen. Nur durch konstruktive Kommunikation könnten diese den Mitarbeitern genommen werden. Indes hielt sich die Angst, dass Treasurer sich durch die Digitalisierung bald selbst marginalisieren, (noch) in Grenzen.

Dentz[at]derTreasurer.de

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