Bis 2027 müssen Unternehmen, die SAP einsetzen, auf die neue Plattform S/4 Hana umstellen. Deshalb müssen sich deutsche Treasury-Abteilungen auf Umrüstungen einstellen: Dem Deutschen Verband der SAP-Anwender (DSAG) zufolge haben erst 10 Prozent der Unternehmen auf S/4 Hana upgegradet, 40 Prozent planen es aber laut Studie in den kommenden drei Jahren.
DerTreasurer-Themenseiten
Für Treasury-Abteilungen wirft das Update Fragen auf: Elektronische Zahlungen und die Einziehung von Kontoauszügen könnten nicht einfach angehalten und neu gestartet werden, sobald sie vollständig in S/4 Hana wieder aufgebaut und getestet wurden, wie Jörg Wiemer, Gründer und Strategieverantwortlicher des Zahlungsverkehrsspezialisten TIS, erklärt. „Denn es kann Monate dauern, die vollständige Bankkonnektivität im neuen ERP-System einzurichten und alle Bankformate zu entwickeln, die für ausländische Transaktionen erforderlich sind.“
So läuft die Migration ab
Prozesskontinuität sei deshalb dringend nötig, damit die Geschäfte auch während der Migration unterbrechungsfrei durchlaufen. Speziell die Anbieter von Zahlungsverkehrssoftware wittern hier ihre Chance. Während SAP selbst die eigenen Treasury- und Cash-Management-Funktionalitäten positioniert, plädiert etwa TIS für eine Entkoppelung von ERP- und Treasury-Funktionalitäten.
„Prinzipien wie die Entkoppelung sind im Zahlungsverkehr gut anwendbar, da es eine natürliche Schnittstelle zum ERP-System ist“, sagt Erol Bozak, Mitgründer und Produktchef bei TIS.
Wie die Auslagerung von Zahlungs- und Bankprozesse genau funktioniert, finden Sie nach dem Login im E-Magazin 18-2020.
Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury.


