Würth

18.05.20
Software & IT

Würth nutzt KYC-Register von Swift

Der Großhandelskonzern Würth hat am Aufbau des KYC-Registers von Swift mitgearbeitet. Jetzt beginnt das Treasury damit, Profile anlegen – und gibt Einblicke in seine Hoffnungen und Erfahrungen.

Vor knapp fünf Monaten hat Swift sein KYC-Register für Firmenkundendaten offiziell gelauncht. Seither befüllen die ersten Unternehmen ihre Profile und führen Live-Tests mit den Banken durch. Zu den Pilotkunden gehört auch der Großhandelskonzern Würth, der gemeinsam mit Unternehmen wie BMW, Unilever, Siemens und Spotify aktiv am Aufbau der Plattform mitgewirkt hat.

„Wir haben 400 Konzerngesellschaften in 80 Ländern und müssen aufgrund unserer dezentralen Aufstellung sehr viele Banken bedienen“, berichtete Jonathan Schläpfer, Head of Treasury Operations bei Würth Finance in der Schweiz, jüngst in einem digitalen Roundtable, den DerTreasurer gemeinsam mit Swift durchführte. „Deshalb war für uns immer klar, dass es für den KYC-Prozess eine zentrale Plattform braucht.“

Würth-Treasury erhofft sich einige Vorteile

Schläpfer verspricht sich vier Vorteile von dem Plattformansatz. Erstens helfe das Tool, den internen Prozess zu strukturieren: „Wir sehen auf einen Blick, welche Dokumente man braucht, um ein Konto zu eröffnen oder Bankbeziehungen zu unterhalten.“ Zweitens sei eine Plattform als Kommunikationskanal sicherer und transparenter als E-Mails: „Wir sehen, wer unsere Daten konsumiert hat, das hat einen enormen Mehrwert“, so der Treasurer.

Drittens hoffe er, dass Banken den über die Plattform zur Verfügung gestellten Informationen mehr Vertrauen schenkten, da die Dokumente von Swift verifiziert würden. „Das führt hoffentlich zu weniger Nachfragen“, so Schläpfer. Erfahrungswerte habe er aber noch keine. „Wir haben gerade erst mit dem Live-Testing begonnen.“

Swift strebt KYC-Standardisierung an

Am schwierigsten zu erreichen sein dürfte allerdings der vierte Vorteil, den sich nicht nur Würth, sondern auch viele andere Unternehmen erhoffen: die Standardisierung der KYC-Vorgaben unter den Banken. Sebastian Niemeyer, der bei Swift als Senior Market Manager tätig ist, gibt sich optimistisch, dass ein „80- bis 90-prozentiges Level der Standardisierung“ möglich sei. „Wir sind von den Banken gegründet worden, um genau solche Probleme zu lösen. Standardisierung ist seit Gründung der Genossenschaft unser Kerngeschäft.“

In den Arbeitsgruppen würden sich Banken und Unternehmen detailliert auf Feldebene über jede Anforderung austauschen. „Dieser Dialog hat schon einige Fortschritte gebracht, und wir werden ihn fortsetzen“, so Niemeyer.

Backhaus[at]derTreasurer.de

Wie die Plattform konkret funktioniert und wie das Preismodell aussieht, erfahren Sie hier im Videomitschnitt zur Veranstaltung.