Commerzbank: Unternehmen hinken bei Sepa-Umstellung hinterher

27.03.13 15:16

Banken bereiten Konvertierungslösungen vor

Von Desiree Backhaus

Die Banken befinden sich einer Zwickmühle: Bisher haben laut einer aktuellen Studie der Commerzbank erst 10 Prozent der Unternehmen auf Sepa umgestellt. Einige Banken bereiten sich nun darauf vor, nach dem 1. Februar 2014 Konvertierungslösungen anzubieten. Doch das ist eigentlich nicht gewollt.

Banken bereiten Konvertierungslösungen vor

Commerzbank AG

Sepa Commerzbank

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Doch im Hinblick auf die Sepa-Umstellung ist dieser Zeitpunkt gekommen. „Wir sind zutiefst überzeugt davon, dass nicht alle Unternehmen rechtzeitig zum 1. Februar 2014 umgestellt haben werden“, sagt Klaus Windheuser, Leiter des globalen Cash Managements bei der Commerzbank.

 

Seine Bank stellte in dieser Woche eine Studie vor, wonach erst 10 Prozent der 6.000 befragten Firmenkunden vollständig auf Sepa umgestellt haben. 34 Prozent der kleinen Mittelständler bis 12,5 Millionen Euro Umsatz haben sich noch gar nicht mit dem Thema befasst. Bei den Großkunden geben gerade einmal 4 Prozent an, vollständig auf Sepa umgestellt zu haben. Immerhin beschäftigen sich hier 61 Prozent intensiv mit Sepa.

 

Doch an dem Stichtag wird nicht gerüttelt: „Eine weitere Verschiebung wird es nicht geben. Treasurer sollten diese Hoffnung aufgeben“, hatte der Chairman des European Payment Councils (EPC), Javier Santamaria, erst vergangene Woche bei einer Konferenz angemahnt.

 

Banken bringt das in eine Zwickmühle. Die EU-Sepa-Verordnung verpflichtet sie, mit dem Stichtag weder alte Kontodaten noch alte Formate anzunehmen. Doch keine Bank will das Risiko eingehen, Zahlungen ihrer Firmenkunden nicht ausführen zu können. Die Banker argumentieren vordergründig mit der Funktionsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Zwischen den Zeilen schwingt aber auch der Wettbewerb mit anderen Geldhäusern mit: Denn viele wollen sich mit Sepa strategisch als Dienstleister positionieren und können es sich deshalb nicht leisten, Unternehmen im Regen stehen zu lassen.

Daher arbeiten Häuser wie die Commerzbank, JP Morgan, Bank of America oder ING und viele andere – mehr oder weniger offen – an Konvertierungslösungen. Was diese bieten, variiert: Einige Banken halten nur ihre Konvertierungsangebote für BIC und IBAN nach dem Stichtag noch aufrecht. Manche konvertieren auch Formate, so wie die Commerzbank: „Wir bereiten uns darauf vor, DTAUSFormate sowie Kontonummer und BLZ nach dem Stichtag in Sepa-konforme Formate und Daten zu konvertieren“, sagt Windheuser. „Auch für Basis- Lastschriften arbeiten wir an einer Lösung.“ Dieses Angebot werde aber nicht kostenlos sein. Ähnliche Töne sind auch aus anderen Geldhäusern zu vernehmen. Der Anreiz, die Umstellung doch noch „in time“ zu schaffen, bleibt hoch.

Backhaus[at]derTreasurer.de