Sepa-Lastschriften bereiten Kopfzerbrechen

11.07.13 08:48

Sepa-Umstellung bei DPD GeoPost: „Zu 90 Prozent fertig“

Von Desiree Backhaus

Der Paketdienst DPD beschäftigt sich bereits seit 2010 mit Sepa. Im Interview mit Der Treasurer verrät Hendrik Jakubowski, Leiter Investitions-, Risiko- und Cash Management warum Penny-Tests so wichtig sind, wie DPD seine Lastschriftkunden anspricht und wo es noch hakt.

Bei DPD GeoPost kam Sepa-Umstellung in Deutschland bereits 2010 ins Rollen. Am Ziel ist der Paketzusteller noch nicht ganz.

DPD

Bei DPD GeoPost kam Sepa-Umstellung in Deutschland bereits 2010 ins Rollen. Am Ziel ist der Paketzusteller noch nicht ganz.

Trotz guter Vorbereitung, blickt er dem Sepa-Enddatum sorgenvoll entgegen: Hendrik Jakubowski von DPD GeoPost.

Hendrik Jakubowski.

Bei der Paketzustellung kommt es auf Schnelligkeit und das richtige Timing an. Das weiß man beim Paketdienst DPD, der Kunden in ganz Europa beliefert. Nach dieser Devise ging das Unternehmen, das zum französischen Staatskonzern La Poste gehört, auch die Sepa-Umstellung im Zahlungsverkehr an. In den Jahren 2010 und 2011 rollte DPD in Deutschland ein Konzeptionsprojekt aus und bestimmte eine Sepa-Verantwortliche, im vergangenen Jahr ging es dann an die Umsetzung.

Deshalb kann Hendrik Jakubowski, Leiter Investitions-, Risiko- und Cash Management im Shared Service Center in Koblenz, jetzt sagen: „Wir sind zu 90 bis 95 Prozent fertig mit der internen Umstellung unserer Systeme.“ Die Stammdatenkonvertierung auf IBAN und BIC lief mit dem Tool des Bankenverlags reibungslos und preiswert, das SAP-System kann nach einem notwendigen Update nun auch das XML-Format erstellen und verarbeiten und seit März erfolgen Überweisungen, inklusive aller Gehaltszahlungen, nun als Sepa-Überweisung.

Alles gut, könnte man meinen. Doch Jakubowski ist besorgt: „Obwohl wir intern gut vorbereitet sind, bereitet mir die Abschaltung der alten Zahlungsformate im kommenden Februar Sorgen“, sagt er. Insbesondere die Umstellung auf die Sepa-Lastschrift bereitet ihm Kopfzerbrechen. Denn von etwa der Hälfte seiner Kunden in Deutschland zieht das Unternehmen Lastschriften ein. Läuft bei der Umstellung auf Sepa-Mandate etwas nicht glatt, könnte DPD GeoPost lange auf einem Großteil offener Forderungen sitzen bleiben.

Tests: Probleme beim Verarbeiten von Sepa-Zahlungen bei manchen Empfängerbanken

Denn längst nicht alle Akteure sind bei der Sepa-Umstellung so schnell wie DPD GeoPost. Zwar können die Hausbanken des Unternehmens – die Commerzbank, die Deutsche Bank und Société Générale – elektronische XML-Dateien verarbeiten, sagt der Treasurer: „Aber Testtransaktionen, die wir gemacht haben, zeigen, dass es bei einigen Empfängerbanken und -instituten noch hakt.“ Insbesondere in Spanien und der Schweiz, aber auch vereinzelt in Deutschland, sei dies der Fall.


Diese Probleme tauchten bereits bei der Umstellung der Überweisungen auf, bei den Lastschriften sind die Auswirkungen allerdings noch gravierender: „Wir haben in diesen Tests erlebt, dass Banksacharbeiter nicht wissen, wie mit den neuen Sepa-Mandaten zu verfahren ist. Aus Versehen kann es zur Löschung von Lastschriftmandaten kommen. Dann ist die Referenznummer weg, und wir müssen ein neues Mandat vom Kunden einholen“, erklärt Jakubowski. Der Aufwand wäre enorm.

DPD GeoPost hält sich deshalb bei der Konvertierung der Lastschriften noch zurück. Hier muss das Unternehmen auch noch die letzten 5 bis 10 Prozent der eigenen Vorbereitung leisten: Es wird kurzfristig alle seine Lastschriftkunden anschreiben, um ihnen Sepa zu erklären und ihnen die Mandatsnummer sowie die Gläubiger-ID von DPD GeoPost mitzuteilen, unter der künftig ihre Konten belastet werden. Bestandskunden migriert der Paketzusteller zunächst auf die Core-Lastschrift, Neuverträge sollen als B2B vereinbart werden. „In neuen Verträgen wird der Kunde aufgefordert das Mandat bei seiner Bank zu hinterlegen“, erklärt Jakubowski. Die Debitorenbank darf eine B2B-Sepa-Lastschrift nämlich nur dann durchleiten, wenn ihr ein gültiges Mandat vorliegt. „Wenn unser Kunde das Mandat nicht an seine Bank weiterleitet, kann die Lastschrift nicht durchlaufen.“

backhaus[at]derTreasurer.de