Kosten bei falschen Buchungen sind hoch

14.03.13 15:16

Storck arbeitet mit Dummy BIC

Von Desiree Backhaus

Wenn bei einer Sepa-Zahlung der BIC falsch ist, kann es teuer werden. Der Süßwarenhersteller Storck arbeitet deshalb mit einem Platzhalter, den die Bank durch den korrekten BIC ersetzt. Werner Brinkkötter, Vice Head of Bookkeeping, und Klaus Hukriede, Group Treasurer, erklären das System.

Der Süßwarenhersteller Storck will seinen Banken den Dummy BIC schmackhaft machen.

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Der Süßwarenhersteller Storck will seinen Banken den Dummy BIC schmackhaft machen.

Wer BICs bei der Sepa-Umstellung falsch konvertiert, für den kann es teuer werden. Diese leidvolle Erfahrung hat der Süßwarenhersteller Storck im vergangenen Jahr gemacht: Als Testlauf stellte das Berliner Unternehmen den Zahlungsverkehr seiner spanischen Tochter bereits frühzeitig auf Sepa um. Da einige BICs falsch waren, kamen einzelne Buchungen nicht beim richtigen Empfänger an. Das ist doppelt ärgerlich, denn: „Sepa kennt kein Reklamationsverfahren. Wenn der BIC falsch ist, landet das Geld in der Regel bei der falschen Bank“, sagt Werner Brinkkötter, Vice Head of Bookkeeping bei Storck. „Und normalerweise bekomme ich nicht einmal mit, dass die Zahlung nicht beim richtigen Empfänger angekommen ist. Das ist besonders ärgerlich bei Gehältern.“

 

Das Problem: Bei Sepa-Überweisungen prüfen Banken nicht mehr automatisch, ob IBAN, BIC und der Name des Kontoinhabers zusammenpassen. Geht das Geld an den falschen Empfänger, können Unternehmen es nur mühsam wieder zurückbekommen. Um diese Fehler zu vermeiden, hat sich Storck jetzt mit vier seiner insgesamt 20 Banken auf ein neues Konzept geeinigt: Wenn Storck im Juni auch seinen deutschen Zahlungsverkehr auf Sepa umstellt, trägt das Treasury des Süßwarenherstellers in das Feld für den BIC nur einen Dummy, also einen Platzhalter, ein. Die Bank ersetzt diesen dann durch den korrekten BIC der jeweiligen Empfängerbank. Freilassen dürfen Unternehmen das Feld nicht – zumindest noch nicht. Die Angabe des BIC ist im inländischen Zahlungsverkehr ab dem 1. Februar 2014 optional, zwei Jahre später dann auch bei grenzüberschreitenden Zahlungen. Erst 2016 gilt überall: IBAN only.

 

„Durch dieses Verfahren schalten wir zumindest den BIC als Fehlerquelle aus, und das Risiko falscher Buchungen sinkt, denn die IBAN hat ja eine Prüfziffer“, sagt Brinkkötter. Außerdem verringert sich der Nachpflegeaufwand für Storck: „Ein einmaliges Update unserer Daten ist nicht das Problem. Die Fehler entstehen vor allem dann, wenn Mitarbeiter oder Lieferanten ihre Bankverbindung nach unserer Konvertierung noch einmal ändern“, sagt Klaus Hukriede, Group Treasurer bei Storck. Prüft das Unternehmen jedes Mal, ob BIC und IBAN noch zusammenpassen, kostet das Zeit und Geld. Tut es das nicht, riskiert es falsche Zahlungen.

 

Das Interesse anderer Unternehmen am Dummy BIC sei deshalb groß, beobachtet Brinkkötter. Für Banken bedeutet die Lösung allerdings einen Mehraufwand, da sie die Platzhalter ersetzen müssen. Brinkkötter sagt: „Ich bin trotzdem überzeugt, dass in den kommenden Monaten noch mehr Banken dieses Konzept übernehmen werden. Denn wenn IBAN only kommt, haben sie sowieso den gleichen Aufwand, weil sie ein leeres Feld durch den richtigen BIC ersetzen müssen.“ Daher könnten sie den Service ebenso gut bereits jetzt anbieten und ihren Kunden entgegenkommen.

Backhaus@derTreasurer.de