Investitionen in Automatisierungstechnik sind der größte Emir-Kostenblock

03.12.13 08:30

Emir aus eigener Kraft

Von Andreas Knoch

Viel der deutschen Treasury-Abteilungen versuchen die Mehrarbeit durch Emir mit dem bestehenden Personal im Backoffice zu stemmen. Aber auch der Automatisierungsgrad im Treasury soll erhöht werden.

Emir aus eigener Kraft

Thinkstock / Getty Images

Die Mehrarbeit durch Emir, insbesondere die durch das Reporting und die Risikominderungstechniken, versuchen die Treasury-Abteilung deutscher Unternehmen mehrheitlich mit dem bestehenden Personal im Backoffice zu bewältigen. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Mitgliederbefragung des Verbandes Deutscher Treasurer (VDT). Keinen Personalaufbau planen 90 Prozent der kleinen und 86 Prozent der mittelgroßen Unternehmen. „Selbst große Unternehmen wollen die neuen Anforderungen zu mehr als zwei Dritteln ohne zusätzliche Mitarbeiter erfüllen“, sagt VDT-Vorstandsmitglied Carsten Rüth. Dem vergleichsweise moderaten Personalaufbau stehen jedoch teilweise erhebliche Investitionen in Automatisierungstechniken gegenüber.

„Ein erstaunlich hoher Anteil der VDT-Mitglieder überlegt, wegen Emir den Automatisierungsgrad im Treasury zu erhöhen“, zeigt sich Christian Debus, Partner im Bereich Finanz- und Treasury-Management bei KPMG, überrascht. Und zwar nicht nur die großen Unternehmen mit Jahresumsätzen jenseits der Marke von 5 Milliarden Euro. „Diese haben in der Regel ein derivatives Geschäftsvolumen, das manuelle Prozesse weitgehend verbietet. Allerdings denken auch mittelständische Treasury-Abteilungen ernsthaft darüber nach, vor allem die Geschäftsbestätigungen und das Transaktionsreporting stärker zu automatisieren.“ Der VDT-Umfrage zufolge planen Konzerne überwiegend mit Emir-Implementierungskosten im sechsstelligen Euro-Bereich.

Reportinglösungen: Nachholbedarf bei Systemanbieter

Allerdings gibt es wenige Wochen vor dem Start der Meldepflicht nach wie vor einen erheblichen Nachholbedarf seitens der Systemanbieter. Bis dato haben lediglich einige der etablierten Anbieter entsprechende Reportinglösungen im Programm. „Unser Systemanbieter will bis Mitte Dezember ein Update liefern. Ob das funktioniert, werden wir angesichts der heranrückenden Weihnachtsfeiertage und des nahenden Jahreswechsels aber nicht ausgiebig testen können“, sagt der Treasurer eines Großkonzerns. Insbesondere die Schnittstellen und die Abstimmung der Systemanbieter mit den Transaktionsregistern bergen Herausforderungen.


Problematisch dabei ist insbesondere die Befüllung der zahlreichen Datenfelder, die durch die Regulierung verlangt werden. Diese Daten – wie beispielsweise der Unique Trade Identifier (UTI) – waren bisher nicht Bestandteil des Abstimmungsprozesses zwischen den Kontrahenten. Zudem ist ein großer Teil dieser Daten regelmäßig nicht in den Treasury-Systemen erfasst. Und so wächst in nicht wenigen Treasury-Abteilungen der Frust ob der Lücken im System. Der späte Zulassungstermin der Transaktionsregister, von den Anbietern oftmals als Grund angeführt, taugt dabei wenig. Die VDT-Studie können Sie hier herunterladen.

Knoch[at]derTreasurer.de