Treasurer müssen Datenerhebung sicherstellen

25.04.13 15:26

Emir: Meldepflicht rückt näher

Von Andreas Knoch

Nach aktuellem Stand der Dinge müssen Treasurer ab Ende September ihre Derivategeschäfte an ein Transaktionsregister melden. Dabei betrifft die Meldepflicht nicht nur den Abschluss und die Beendigung neuer Kontrakte, sondern auch historische Geschäfte.

Emir: Meldepflicht rückt näher

iStock / Thinkstock / Getty Images

Die Emir-Verordnung ist auch ein Datenkrake.

Nach aktuellem Stand der Dinge müssen Treasurer ab Ende September ihre Derivategeschäfte an ein Transaktionsregister melden. In einem ersten Schritt sind Zins- und Kreditderivate betroffen, ab dem 1. Januar 2014 alle anderen Derivate, darunter auch die für Corporates besonders relevanten FX- und Rohstoffderivate. Zwar gibt es aktuell noch keine von der Esma zertifizierten Transaktionsregister; zurzeit sind lediglich zwei Anbieter, dar-unter Regis-TR, im fortgeschrittenen Zertifizierungsprozess. Für Treasurer drängt dennoch die Zeit, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen: Zum einen muss ein geeignetes Transaktionsregister vorausgewählt und zum anderen die Aufbereitung und Anbindung der geforderten Daten sichergestellt werden.

Dabei betrifft die Meldepflicht nicht nur den Abschluss und die Beendigung neuer Kontrakte sowie alle Parameteränderungen während der Laufzeit, sondern auch historische Geschäfte. Stichtag ist der 16. August 2012. Für Treasurer heißt das, ihre Systeme zu durchkämmen und die entsprechenden Daten herauszufiltern. Zwar arbeiten die TMS-Anbieter zurzeit fieberhaft an Tools, mit denen die Meldepflicht künftig automatisch erfolgt. Doch längst nicht jedes Treasury kann auf ein TMS zurückgreifen. Prinzipiell kann die Meldung auch an den Kontrahenten delegiert werden. Da aber auch gruppeninterne Transaktionen meldepflichtig sind, werden viele Treasurer um eine individuelle Datenaufbereitung nicht umhinkommen.

knoch[at]dertreasurer.de