Besicherung für OTC-Derivate

13.09.13 11:06

FX-Geschäfte bleiben von Margin-Regeln befreit

Von Andreas Knoch

Physisch gesettelte FX-Forwards und -Swaps bleiben von Einschusspflichten durch die EU-Derivateverordnung Emir ausgenommen.

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Besicherungspflichten sollen Ansteckungseffekte beim Ausfall einer Gegenpartei verhindern.

Die für Treasurer im Risikomanagement wichtigen FX-Derivate, die nicht über einen zentralen Kontrahenten abgewickelt werden, bleiben von Einschusspflichten durch die EU-Verordnung Emir verschont. Das geht aus den am Montag vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht und der Internationalen Wertpapieraufsicht IOSCO vorgelegten finalen Margin-Regeln für nicht zentral geclearte Derivate hervor. Demnach sind sowohl FX-Swaps als auch FX-Forwards, die physisch gesettelt werden, von so genannten Initial Margins befreit. Für Cross-Currency-Swaps gilt das jedoch nicht.

„Damit erkennen die Regulatoren an, dass das Risiko auf den FX-Märkten bereits gut gemanagt ist“, kommentierte James Kemp, Managing Director bei der Global Financial Markets Association, die Entscheidung. „Die Befreiung von Initial Margins garantiert, dass Unternehmen und Investoren auch künftig auf einen gut funktionierenden und kostengünstigen Devisenmarkt bauen können“, so Kemp. Zwar wären von den Einschusspflichten ohnehin nur die größten, im Fachjargon systemrelevanten, Corporates direkt betroffen gewesen. Über indirekte Effekte – etwa durch die Weitergabe höherer Kosten an die Endkunden – hätten aber auch kleinere Corporates die Zeche mit gezahlt. Gänzlich unbetroffen sind Corporate Treasurer von der Thematik jedoch nicht. Denn abseits von Emir und den nun vorgelegten Margin-Regeln haben viele Unternehmen mit Banken bereits bilaterale Besicherungspraktiken für OTC-Derivate vereinbart – oft auf Druck der Banken, mitunter jedoch auch auf Drängen der Unternehmen.

Für alle anderen Assetklassen werden die neuen Regelungen Anfang 2015 über einen Zeitraum von vier Jahren eingeführt. Sie sehen vor, dass beide Kontrahenten eines Geschäfts Initial Margins zwischen 1 Prozent (Zinsderivate mit einer Duration von bis zu 2 Jahren) und 15 Prozent (Rohstoff- und Aktienderivate) leisten müssen. Als Sicherheiten werden neben Cash auch Staats- und Unternehmensanleihen erstklassiger Schuldner sowie Bluechip-Aktien und Gold akzeptiert.

Knoch[at]derTreasurer.de