Thomas Griessbach Portrino, Autor bei DerTreasurer Nachrichten für Finanzverantwortliche Wed, 20 May 2026 08:23:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.dertreasurer.de/wp-content/uploads/2022/08/cropped-DerTreasurer-Favicon-32x32.png Thomas Griessbach Portrino, Autor bei DerTreasurer 32 32 Zinswende-Ticker: JP Morgan launcht Chase in Deutschland https://www.dertreasurer.de/news/asset-management/zinswende-ticker-die-wichtigsten-news-11806/ Wed, 20 May 2026 08:22:59 +0000 https://stage01.dertreasurer.de/uncategorized/niedrigzinsen-ticker-fed-erhoeht-leitzins-11806/ Zinsentscheidungen der internationalen Währungshüter, Analysten-Einschätzungen zum Zinsumfeld: Die wichtigsten Entwicklungen aus der Welt der Zinsen finden Sie hier im Zinswende-Ticker. Foto: christian.sommer.rs - stock.adobe.com

JP Morgan startet Chase in Deutschland und lockt Kunden mit 4 Prozent Zinsen ++ Erneute Zinspause der Fed ++ Die wichtigsten Entwicklungen im Zinsumfeld im Überblick.

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Zinsentscheidungen der internationalen Währungshüter, Analysten-Einschätzungen zum Zinsumfeld: Die wichtigsten Entwicklungen aus der Welt der Zinsen finden Sie hier im Zinswende-Ticker. Foto: christian.sommer.rs - stock.adobe.com

JP Morgan startet Chase in Deutschland und lockt Kunden mit 4 Prozent Zinsen ++ Erneute Zinspause der Fed ++ Die wichtigsten Entwicklungen im Zinsumfeld im Überblick.

20.05.2026

JP Morgan startet Digitalbank Chase in Deutschland

Die US-Großbank JP Morgan hat seine Digitalbank Chase in Deutschland gelauncht. Das Digitalangebot richtet sich an den Retail-Markt und lockt potentielle Kunden zu Beginn mit durchaus attraktiven Tagesgeld-Konditionen. Zum Start erhalten Sparer einen Zinssatz von 4 Prozent. Das Angebot gilt für vier Monate. Nach den ersten vier Monaten gelte der „aktuelle variable Zinssatz“ heißt es dazu auf der Webseite von Chase.

Mit dem neuen Digitalangebot reiht sich JP Morgan in die Riege anderer Auslandsbanken wie die spanische BBVA ein, die mit ihren Angeboten den hiesigen Hausbankenmarkt und damit vor allem Sparkassen und Volksbanken zunehmend unter Druck setzen.

JP Morgan plant, das Angebot von Chase in Zukunft über das Tagesgeldkonto hinaus zu erweitern. So kündigte Chase-Deutschland-Chef Daniel Llano an, die Produktpalette unter anderem in Richtung Girokonto ausbauen zu wollen.

30.04.2026

Die Fed belässt Leitzins unverändert

Die US-Notenbank Fed hat auf ihrer gestrigen Sitzung den Leitzins unverändert in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Die abermalige Zinspause war im Vorfeld erwartet worden, vor allem aufgrund der durch den Irankrieg ausgelösten Inflationssorgen.

Darüber hinaus hat der scheidende Fed-Präsident Jerome Powell bekanntgegeben, dass er vorerst als einfacher Direktor an Bord der Fed bleiben werde. Er begründete dies mit den Angriffen der Trump-Regierung auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank. Offiziell endet Powells Amtszeit als Fed-Präsident Mitte Mai.

28.04.2026

Keine Zinsänderung durch EZB, Fed und BoE erwartet

In dieser Woche stehen gleich drei wichtige Zentralbanktermine an. So wird am morgigen Mittwoch zunächst die Fed ihre nächste Leitzinsentscheidung bekanntgeben, am Donnerstag folgen dann EZB und Bank of England (BoE). Experten wie Kevin Thozet, Mitglied des Investment-Komitees bei Carmignac, rechnen bei allen drei Zinsentscheidungen mit keiner Änderung des jeweiligen Leitzinses.

Die US-Notenbank dürfe aufgrund einer stabilen Wirtschaft und hartnäckiger Inflation vorerst abwarten, meint Thozet. Die EZB navigiere derweil zwischen schwachem Wachstum und Preisrisiken durch Energie – hier würden erste Zinsschritte daher ab Juni als wahrscheinlich angesehen. Währenddessen stehe BoE vor dem größten Dilemma: Die britische Notenbank müsse eine hohe Inflation bekämpfen, während die heimische Wirtschaft und der Arbeitsmarkt deutlich schwächelten, so Thozet. Wie ihre Mitstreiter werde BoE jedoch wahrscheinlich vorerst einen abwartenden Ansatz bevorzugen. Die Märkte würden derzeit etwa zwei Zinserhöhungen bis zum Jahresende einpreisen.

19.03.2026

Erneut keine Leitzinsänderung durch die EZB

Trotz des Irankriegs und der steigenden Energiekosten haben sich die europäischen Währungshüter in ihrer heutigen Sitzung erneut für eine Zinspause entschieden. Damit verbleibt der für die Geldpolitik maßgebliche Einlagensatz unverändert bei 2,0 Prozent. Auf diesem Niveau liegt er bereits seit Juni 2025.

Der EZB-Rat sei entschlossen, dafür zu sorgen, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von 2 Prozent stabilisiert, heißt es in der Pressemitteilung der Notenbank zur heutigen Entscheidung.

Der Krieg im Nahen Osten habe zu deutlich unsichereren Aussichten geführt und durch höhere Energiepreise werde sich der Krieg auf kurze Frist erheblich auf die Inflation auswirken, heißt es weiter. Der EZB-Rat sei jedoch gut gerüstet, um diese Unsicherheit zu bewältigen. Die in nächster Zeit eingehenden Daten würden den Rat dabei unterstützen, die Auswirkungen des Krieges auf die Inflationsaussichten und die damit verbundenen Risiken zu beurteilen. Man beobachte die Lage genau und der datengestützte Ansatz werde dabei helfen, die Geldpolitik dementsprechend festzulegen.

19.03.2026

Fed hält an Zinspause fest

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) belässt den Leitzins wie erwartet in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Bereits bei ihrer Sitzung im Januar hatten die Notenbanker keine Leitzinsänderung vorgenommen. Ihre Entscheidung erklärte die Notenbank mit der anhaltend hohen Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten. Die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten auf die US-Wirtschaft seien ungewiss.

Der aus zwölf stimmberechtigten Mitgliedern bestehende geldpolitische Ausschuss der Fed war sich über die anhaltende Zinspause weitgehend einig. Nur Fed-Gouverneur Stephen Miran votierte für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte.

Auch bei der Europäischen Zentralbank (EZB) steht heute ein Zinsentscheid an. Dabei stehen die Notenbanker, die sich mit ihrer stabilen Zinspolitik eigentlich in einer guten Position wähnten, vor ungeahnten Problemen. Denn angesichts des Irankriegs haben sich die Erwartungen an die EZB komplett gedreht. Die Märkte rechnen nun anstatt mit der vagen Aussicht auf Zinssenkungen mit bis zu zwei Zinserhöhungen im Laufe des Jahres. Ob es schon in der heutigen Sitzung zu einem Zinsschritt kommen wird, bleibt dennoch abzuwarten. Viele Beobachter gehen von einer erneuten Zinspause aus.

05.02.2026

EZB belässt Leitzins bei 2 Prozent

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins auf ihrer ersten Ratssitzung 2026 unangetastet gelassen. Der für die Geldpolitik maßgebliche Einlagensatz bleibt somit unverändert bei 2,0 Prozent. Auf diesem Niveau liegt er bereits seit Juni 2025.

Die Inflation im Euroraum lag im Januar bei 1,7 Prozent, was der niedrigste Stand seit knapp fünf Jahren ist. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, dürfte im weiteren Jahresverlauf an den Märkten über Zinssenkungen durch die EZB spekuliert werden. phh

30.01.2026

Trump nominiert Kevin Warsh als neuen Fed-Chef

Kevin Warsh soll der neue Chef der Federal Reserve werden. Donald Trump hat den New Yorker am heutigen Freitag für das Amt vorgeschlagen, wie der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social mitteilte. „Ich kenne Kevin schon seit langer Zeit und habe keinen Zweifel daran, dass er als einer der großen Fed-Vorsitzenden in die Geschichte eingehen wird, vielleicht sogar als der Beste“, schreibt Trump in seinem Post.

Warsh soll der Nachfolger von Jerome Powell werden, dessen Mandat als Fed-Chef im Mai dieses Jahres endet. Warsh war bereits von 2006 bis 2011 Mitglied des Gouverneursrats der Fed und gilt als einer der schärfsten Kritiker von Powell. „Inflation ist eine Frage der Entscheidung – und die Bilanz der Federal Reserve unter ihrem Vorsitzenden Jerome Powell ist die einer Reihe unkluger Entscheidungen“, schrieb Warsh im vergangenen Jahr in einem Gastbeitrag im Wall Street Journal.

Warsh stehe mit seinem möglichen neuen Amt vor einem schwierigen Spagat, meint Elmar Völker, Senior Fixed Income Analyst im LBBW Research. „Einerseits muss er die nervösen Finanzmarktteilnehmer überzeugen, dass die Fed unter ihm weiterhin eine unabhängige Geldpolitik nach Lage der ökonomischen Fakten betreibt. Andererseits erwartet der US-Präsident, welcher ihn ernannt hat, in die geldpolitischen Erwägungen der Notenbank einbezogen zu werden.“

Die Bestellung von Warsh als Fed-Chef muss noch vom US-Senat bestätigt werden. Durch eine laufende Untersuchung des Justizministeriums gegen die Notenbank könnte jedoch gerade diese Bestätigung schwierig werden. So hat der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina, Mitglied des für Fed-Nominierungen zuständigen Bankenausschusses, bereits angekündigt, jede Fed-Nominierung Trumps zu blockieren, solange die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind.

29.01.2026

Fed hält Leitzins stabil

Die US-Notenbank hat sich in ihrer Zinssitzung am gestrigen Mittwoch gegen eine Zinssenkung entschieden. Die Mehrheit des zwölfköpfigen Zentralbankrates stimmte dafür, den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent beizubehalten. Die Mehrheit der Analysten hatten diese Entscheidung bereits erwartet.

Zuletzt hatte die Fed den Leitzins dreimal in Folge leicht gesenkt. Und auch für das laufende Jahr wird gemeinhin damit gerechnet, dass die Fed ihn in zwei Schritten bis auf 3,0 bis 3,25 Prozent senken könnte.

Die jetzige Zinspause begründete die Fed mit einer Stabilisierung des Arbeitsmarktes und einer anhaltend hohen Inflation. Es gebe derzeit anhand der vorliegenden Daten keinen Grund für eine Zinssenkung, so Fed-Chef Jerome Powell. Für gleichbleibende Zinsen stimmten insgesamt zehn der zwölf Mitglieder des Zentralbankrates. Lediglich Christopher Waller und Trumps Berater Stephen Miran sprachen sich für eine Senkung aus.

18.12.2025

EZB hält erneut an Zinspause fest

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Leitzinsen weiterhin konstant. In ihrer heutigen Sitzung entschieden sich die Währungshüter wie schon im Oktober gegen eine weitere Zinssenkung. Damit liegt der für die Finanzmärkte relevante Einlagezins unverändert bei 2 Prozent.

Die aktualisierte Beurteilung des EZB-Rats habe erneut bestätigt , dass sich die Inflation auf mittlere Sicht bei einem Zielwert von 2 Prozent stabilisieren dürfte, heißt es in einer Mitteilung der Zentralbank zur Entscheidung. So werde die durchschnittliche Gesamtinflation laut den jüngsten erstellten Projektionen 2025 bei 2,1 Prozent und im Jahr 2026 bei 1,9 Prozent liegen. Gleichzeitig dürfte Wirtschaftswachstum höher ausfallen als in den September-Projektionen angenommen, heißt es in der Mitteilung weiter. Getragen werde das vor allem durch die Binnennachfrage. 

18.12.2025

BoE senkt Leitzins erneut um 25 Basispunkte

Die Bank of England (BoE) hat die Leitzinsen in Großbritannien in ihrer heutigen Sitzung erneut um 25 Basispunkte auf nun 3,75 Prozent gesenkt. Es ist die sechste Zinssenkung der BoE seit August 2024. Das Votum für die Zinssenkung fiel erneut ziemlich knapp aus: Mit fünf zu vier Stimmen entschied am Ende eine hauchdünne Mehrheit über die nun niedrigeren Leitzinsen. Auf der Grundlage der aktuellen Daten dürfte der britische Leitzins auch weiterhin einen allmählichen Abwärtstrend verfolgen, heißt es in der Mitteilung der BoE. Die Entscheidung über eine weitere geldpolitische Lockerung werde jedoch schwieriger werden. let

11.12.2025

Weitere Leitzinssenkung der Federal Reserve

Die US-Notenbank Federal Reserve hat auf ihrer gestrigen Sitzung wie erwartet den Leitzins gesenkt. Dieser liegt nun 25 Basispunkte niedriger in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Es ist die dritte Leitzinssenkung der US-Währungshüter in Folge. Seit September 2024 hat die Fed den US-Leitzins um 1,75 Prozentpunkte gelockert.

Offen ist allerdings, wie es im Jahr 2026 weitergeht. Auf der gestrigen Sitzung stimmten drei der zwölf Fed-Mitglieder gegen die Leitzinssenkung, was viele Experten als Indiz für Uneinigkeit über den weiteren Kurs erachten. phh

30.10.2025

Keine Leitzinsänderung durch die EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Leitzinsen weiterhin konstant. In ihrer heutigen Sitzung entschieden sich die Währungshüter wie schon im September und im Juli gegen eine weitere Zinssenkung. Damit liegt der für die Finanzmärkte relevante Einlagezins unverändert bei 2 Prozent.

In einer Mitteilung zur Entscheidung verweist die EZB auf die stabile Inflationsrate in der Euro-Zone, die zurzeit in der Nähe des mittelfristigen Zielwerts von 2 Prozent liege. Die Beurteilung der Inflationsaussichten durch den EZB-Rat sei zudem weitgehend unverändert. Der Ausblick sei jedoch weiterhin von Unsicherheit geprägt, was insbesondere auf die anhaltenden globalen Handelskonflikte und geopolitischen Spannungen zurückzuführen sei. Man behalte sich weiterhin vor, von Sitzung zu Sitzung auf Basis der Daten über den geldpolitischen Kurs zu entscheiden. Die nächste Leitzinsentscheidung der EZB steht am 18. Dezember an. let

30.10.2025

Fed senkt Leitzins um 25 Basispunkte

Die US-Notenbank Fed hat auf ihrer gestrigen Sitzung den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt. Er liegt nun in einer Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent. Im September hatte die Fed den Leitzins zum ersten Mal in diesem Jahr gesenkt. Wie damals begründeten die Währungshüter ihren Schritt nun mit Schwächezeichen am US-Arbeitsmarkt.

Ob es im Dezember noch eine dritte Leitzinssenkung geben wird, bleibt abzuwarten. Laut Fed-Präsident Jerome Powell sei dies „keinesfalls eine ausgemachte Sache“. Mit zuletzt 3,0 Prozent lag die US-Inflation im September weiter deutlich über dem avisierten Zielwert von 2,0 Prozent. phh

28.10.2025

Erneute Zinssenkung durch die Fed erwartet

Analysten rechnen nach der anstehenden Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am 28. und 29. Oktober mit einer weiteren Leitzinssenkung um 25 Basispunkte. Es wäre die zweite Zinssenkung in Folge. Diese Präventivmaßnahme solle eine mögliche Verschlechterung des Arbeitsmarktes abmildern, schreibt François Rimeu, Senior Strategist bei Crédit Mutuel Asset Management, in seiner Einschätzung. Bei einer Senkung um 25 Basispunkte würde der Leitzins in der Spanne von 3,75 bis 4 Prozent liegen.

„Insgesamt dürfte die Fed einen vorsichtigen und risikobewussten Ansatz verfolgen und ihre Geldpolitik neutraler gestalten, um die Konjunktur zu stützen“, heißt es in der Analyse von Rimeu weiter. Jerome Powell dürfte das Wachstum als solide und den Arbeitsmarkt als weitgehend ausgewogen beschreiben, wenn auch mit moderaten Abwärtsrisiken. Gleichzeitig werde er einräumen, dass die Inflation teilweise aufgrund von Zöllen weiterhin erhöht sei, schätzt der Analyst. „Er dürfte jedoch erneut betonen, dass die Geldpolitik diese Zolleffekte ignorieren sollte.“

18.09.2025

Fed senkt Leitzins leicht

Das erste Mal in diesem Jahr hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Leitzins gesenkt. Dieser liegt nun in der Spanne von 4 bis 4,25 Prozent und ist damit 25 Basispunkte niedriger als zuvor. Viele Analysten hatten mit einer Zinssenkung gerechnet, nachdem der Arbeitsmarkt in den USA zuletzt schwächelte.

Die Fed teilte in einer Erklärung zur Zinssenkung indes mit: Das Wirtschaftswachstum habe sich abgeschwächt und der Beschäftigungszuwachs verlangsamt. Die „Abwärtsrisiken“ für die Beschäftigung seien sogar gestiegen. Zugleich sei die Inflation gestiegen und bleibe damit weiterhin hoch. Angesichts dieser „Verschiebung des Risikogleichgewichts“ habe man sich für eine Zinssenkung entschieden.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits seit Längerem auf einer Senkung des Leitzinses beharrt. Sein Vertrauter Stephen Miran, der erst am Dienstag als Mitglied des Gouverneursrats der Fed vereidigt wurde, votierte bei der jüngsten Zinssitzung sogar für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte.

11.09.2025

EZB hält an Zinspause fest

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Leitzinsen weiterhin konstant. In ihrer heutigen Sitzung entschieden sich die Währungshüter wie schon im Juli gegen eine weitere Zinssenkung. Damit liegt der für die Finanzmärkte relevante Einlagezins unverändert bei 2 Prozent. Viele Analysten hatten bereits mit der Entscheidung gerechnet.

In einer Mitteilung zur Entscheidung verweist die EZB auf die stabile Inflationsrate in der Euro-Zone, die zurzeit in der Nähe des mittelfristigen Zielwerts von 2 Prozent liege. Die Beurteilung der Inflationsaussichten durch den EZB-Rat sei zudem weitgehend unverändert. Für 2025 gehe man von einer Gesamtinflation von durchschnittlich 2,1 Prozent aus. Für 2026 von einer Teuerungsrate von 1,7 Prozent. Man behalte sich weiterhin vor, von Sitzung zu Sitzung auf Basis der Daten über den geldpolitischen Kurs zu entscheiden. let

11.09.2025

Keine Leitzinssenkung durch EZB erwartet

Heute steht der nächste Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Viele Analysten rechnen erneut mit keiner Zinsänderung durch die Währungshüter.

David Zahn, Head of European Fixed Income bei Franklin Templeton, kommentiert die bevorstehende Zinssitzung wie folgt: „Wir gehen davon aus, dass die EZB ihre Zinsen bei ihrer Sitzung in dieser Woche unverändert lassen und erklären wird, dass sie von den Wirtschaftsdaten abhängig sind. Wir rechnen jedoch nicht mit weiteren Zinssenkungen durch die EZB.“ Die Inflation bleibe unter Kontrolle, und das für nächstes Jahr prognostizierte Wachstum dürfe der EZB Spielraum geben, die Zinsen für den Rest des Jahres unverändert zu lassen, heißt es in seinem Kommentar weiter. „Tatsächlich könnte die nächste Zinsänderung der EZB irgendwann im Jahr 2026 eine Anhebung sein.“

07.08.2025

BoE senkt Leitzins um 25 Basispunkte

Die Bank of England (BoE) hat auf ihrer heutigen Sitzung die dritte Leitzinssenkung in diesem Jahr beschlossen. Die britischen Notenbanker senkten die Zinsen um 25 Basispunkte auf nun 4 Prozent. Das Votum für die Zinssenkung fiel ziemlich knapp aus: Mit fünf zu vier Stimmen entschied am Ende eine hauchdünne Mehrheit über die nun niedrigeren Leitzinsen. Die BoE bekräftigte, sie werde bei weiteren Zinssenkungen unverändert einen „schrittweisen und vorsichtigen“ Ansatz wählen. let

31.07.2025

Fed hält die Leitzinsen weiterhin stabil

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins in ihrer gestrigen Sitzung erneut nicht verändert. Damit liegt dieser weiterhin bei 4,25 bis 4,5 Prozent. Analysten hatten diese Entscheidung der Währungshüter bereits erwartet.

Damit stellt sich die Fed erneut gegen US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte zuletzt immer wieder Leitzinssenkungen gefordert und Notenbankenchef Jerome Powell kritisiert. Powell begründete die Entscheidung der Währungshüter mit der andauernden Unsicherheit durch Trumps Zollpolitik.

Ganz einig waren sich die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses bei ihrer Entscheidung jedoch nicht. So stimmten die Direktoren Christopher Waller und Michelle Bowman für eine Zinssenkung um 0,25 Prozent. Beobachter bewerten die Gegenstimmen als mögliches Signal für eine Senkung der Leitzinsen durch die Fed bei ihrer nächsten Sitzung im September. let

30.07.2025

Analysten erwarten keine Zinsänderung von der Fed

Heute steht die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) an. An den Finanzmärkten wird bereits diskutiert, ob die Währungshüter die Leitzinsen, wie von US-Präsident Donald Trump gefordert, senken oder wie schon im Mai keine Änderung vornehmen werden. Aktuell liegen die Leitzinsen zwischen 4,25 und 4,5 Prozent.

Wie viele andere Analysten geht auch Klaus Niedermeier, Leiter Investment Strategie der Apobank, davon aus, dass sich die Fed dem Druck von Trump vorerst widersetzen und sich erneut für eine Zinspause entscheiden wird. Für diese „Wait-and-See“-Strategie gebe es makroökonomische Gründe. „Die zuletzt auf 2,7 Prozent gesunkene Inflationsrate liegt immer noch über dem 2-Prozent-Inflationsziel der US-Notenbank“, erklärt Niedermeier. Außerdem sei weiter unklar, ob und wie kräftig das US-Preisniveau durch die zahlreichen Strafzölle auf Importe steigen werde.

Spätestens ab Oktober erwartet Niedermeier dann wieder kräftige Leitzinssenkungen in den USA. Man gehe davon aus, dass die Fed den Zinskorridor bis Ostern 2026 in fünf Schritten auf 3 Prozent bis 3,25 Prozent senken werde. let

24.07.2025

EZB legt Zinspause ein

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Leitzinsen vorerst konstant. In ihrer heutigen Sitzung entschieden sich die Währungshüter gegen eine weitere Zinssenkung. Damit liegt der für die Finanzmärkte relevante Einlagezins weiterhin bei 2 Prozent.

In einer Mitteilung zur Entscheidung der Währungshüter verweist die EZB auf die aktuell zwar widerstandsfähige Wirtschaft, die zum Teil auf die Zinssenkungen des EZB-Rats in der Vergangenheit zurückzuführen sei. Das Umfeld sei jedoch noch immer außerordentlich unsicher, vor allem wegen aktueller Handelskonflikte. Man behalte sich weiterhin vor, von Sitzung zu Sitzung auf Basis der Daten über den geldpolitischen Kurs zu entscheiden.

Viele Analysten hatten bereits mit der Entscheidung gerechnet. Und auch die DerTreasurer-Community auf Linkedin hielt eine Zinspause für die wahrscheinlichste Option. 78 Prozent der 210 Teilnehmenden stimmten bei einer Umfrage für diese Annahme. Lediglich 22 Prozent rechneten mit einer weiteren Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte.

Zuletzt hatte die EZB den Zins sieben Mal in Folge gesenkt. Die nächste Sitzung mit Zinsentscheid findet am 11. September statt. let

16.07.2025

Nagel und Schnabel stimmen hawkishe Töne an

Sieben Mal in Folge hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins zuletzt gesenkt. Mit Blick auf die in der kommenden Woche anstehende Zinssitzung stehen die Zeichen aber eher auf Abwarten. So erklärte Bundesbank-Präsident und EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel in einem Interview mit dem „Handelsblatt“, dass geldpolitisch aktuell „eine Politik der ruhigen Hand“ gefragt sei.

Er begründete dies unter anderem mit den ungewissen Preiseffekten aus dem laufenden Handelskonflikt mit den USA. Im Juni lag die Inflationsrate im Euroraum bei 2,0 Prozent, was die EZB als optimal erachtet. Neben Nagel haben zuletzt mehrere weitere EZB-Verantwortliche hawkishe Töne angestimmt, darunter Isabel Schnabel, die die Messlatte für eine weitere Zinssenkung als „sehr hoch“ bezeichnete. phh

01.07.2025

EZB stellt Ergebnisse ihres Strategie-Updates vor

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Ergebnisse ihrer Strategieüberprüfung veröffentlicht. Demnach hält die EZB an ihren derzeit vorhandenen geldpolitischen Instrumenten fest. Deren Einsatz werde „weiterhin stets einer umfassenden Verhältnismäßigkeitsprüfung unterliegen“, heißt es in einer Mitteilung. Neben den klassischen Leitzinsanpassungen hält sich die EZB damit auch die Option zum Kauf von Staatsanleihen weiter offen.

Zudem bestätigt der EZB-Rat ihr bereits geltendes „symmetrisches mittelfristiges Inflationsziel in Höhe von 2 Prozent“. Um diese Symmetrie zu wahren, sei es wichtig, „auf starke, dauerhafte Abweichungen der Inflationsrate vom Zielwert in beide Richtungen mit angemessen kraftvollen oder lang anhaltenden geldpolitischen Maßnahmen zu reagieren“. Experten werten diese neu formulierte Passage als Indiz dafür, dass die EZB künftig noch entschlossener Abweichungen vom Inflationsziel in beide Richtrungen bekämpfen will.

Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde verfüge die Notenbanken damit über eine noch „solidere Grundlage, um in einem zunehmend unsicheren Umfeld unsere Geldpolitik durchzuführen und unser Preisstabilitätsmandat zu erfüllen“.

Vor der 2025 abgeschlossenen Überprüfung hatte die EZB ihre geldpolitische Strategie in den Jahren 2021 und 2003 auf den Prüfstand gestellt. Erstmals angewendet wird die aktualisierte Strategie auf der nächsten Ratssitzung am 23. und 24. Juli. phh

19.06.2025

Schweizer Nationalbank kehrt zur Nullzinspolitik zurück

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0 Prozent gesenkt. Mit der sechsten Zinssenkung in Folge reagierten die Schweizer auf die sinkende Inflation. Diese sank Mai von 0 Prozent auf -0,1 Prozent. Damit rutschte die Teuerungsrate erstmals seit März 2021 wieder in den negativen Bereich. Um Preisstabilität zu erreichen, strebt die SNB eigentlich eine Inflation zwischen 0 und 2 Prozent an.

„Mit der heutigen Lockerung der Geldpolitik wirkt die Nationalbank dem tieferen Inflationsdruck entgegen“, hieß es in einer Mitteilung der SNB zur Zinssenkung. „Die Nationalbank wird die Lage weiter genau beobachten und die Geldpolitik, wenn nötig, anpassen, um sicherzustellen, dass die Inflation mittelfristig im Bereich der Preisstabilität bleibt.“

05.06.2025

EZB senkt Leitzins erneut um 25 Basispunkte

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihrer heutigen Juni-Sitzung eine erneute Leitzinssenkung um 25 Basispunkte beschlossen. Es ist die achte Zinssenkung in Folge. Mit Wirkung zum 11. Juni liegt der Einlagenzinssatz nun bei 2,00 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,4 Prozent.

Viele Experten hatten bereits mit diesem Zinsschritt gerechnet, nachdem die Inflation im Euroraum weiter zurückgegangen war. Die Teuerungsrate lag im Mai bei 1,9 Prozent und damit sogar unter dem Inflationsziel der EZB von 2 Prozent. Entsprechend hat die Zentralbank heute auch ihre Inflationserwartungen für dieses Jahr von 2,3 auf 2,0 Prozent gesenkt. Für nächstes Jahr rechnet die EZB nun mit 1,6 Prozent anstatt bisher 1,9 Prozent. let

20.05.2025

Deutsche Banken streichen deutliche Gewinne ein

Die deutschen Banken haben im vergangenen Jahr ihren Gewinn vor Steuern auf 51,8 Milliarden Euro gesteigert. Das berichtet Barkow Consulting unter Berufung auf erste Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB). Demnach hätten die Banken mit ihrem Vorsteuergewinn einen neuen Rekord erreicht – und das trotz sinkender Zinsen. Für das Jahr 2023 vermeldete die EZB laut Barkow einen Gewinn für die deutschen Geldhäuser in Höhe von rund 46,6 Milliarden Euro. let

08.05.2025

BoE senkt Leitzinsen um 25 Basispunkte

Die Bank of England (BoE) hat in ihrer heutigen Zinssitzung beschlossen, die Leitzinsen in Großbritannien um weitere 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent zu senken. Bei ihrer Sitzung im März hatten sich die britischen Währungshüter zuletzt gegen eine Zinsänderung entschieden.

Das heutige Votum des Geldpolitischen Rates fiel hingegen überraschend uneins aus. Nur fünf der neun Mitglieder stimmten für eine Senkung der Zinsen um 0,25 Prozent, zwei weitere votierten für einen gleichbleibenden Leitzins und die übrigen Mitglieder forderten sogar eine Zinssenkung um 50 Basispunkte.

„Allein dieses Abstimmungsverhalten der Ratsmitglieder zeigt, wieviel Unsicherheit über den weiteren Fortgang von Wachstum und Inflation seit dem Ausbrechen des von Donald Trump vom Zaun gebrochenen Handelsstreits vorherrscht“, ordnet die LBBW die jüngste Zinsentscheidung der BoE ein.

Die Währungshüter würden zwar trotz der jüngst gefallen Energiepreise weiterhin von einer steigenden Inflation im Vereinigten Königreich auf 3,5 Prozent bis zum dritten Quartal 2025 ausgehen. Nun erwarte die BoE jedoch, dass die Inflationsrate ihren Zielwert von 2 Prozent bereits im ersten Quartal 2027 erreichen wird und damit neun Monate früher als bislang gedacht. Im weiteren Jahresverlauf dürften die Währungshüter ihren geldpolitischen Kurs mindestens noch zweimal lockern, heißt es in der Ersteinschätzung der LBBW weiter. let

08.05.2025

Inflationsrisiken lassen Fed abwarten

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins auf ihrer gestrigen Sitzung unverändert in der Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent belassen. Die US-Währungshüter begründeten dies unter anderem mit dem gestiegenen Risiko einer höheren Inflation. Zuletzt hatten sich die US-Verbraucherpreise allerdings deutlich abgeschwächt. Im März lag die die Inflation bei 2,4 Prozent, im Februar waren es noch 2,8 Prozent gewesen. phh

06.05.2025

Deutsche Banken sammeln weniger Zinserträge ein

Die Zinserträge deutscher Banken sinken. Das berichtet Barkow Consulting auf Grundlage erster Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) für das Jahr 2024. Diese weisen demnach für alle deutschen Banken einen Zinsertrag von 93,5 Milliarden Euro aus. Dies entspricht einem Rückgang von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2023 lagen die Zinserträge bei 97,25 Milliarden Euro.

Zuletzt waren die Erträge trotz Zinssenkungen der EZB überraschend gestiegen. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres beliefen sie sich auf 25,2 Milliarden Euro und waren damit 1,5 Milliarden Euro höher als im Vorquartal. let

17.04.2025

EZB senkt Leitzins um 25 Basispunkte

Die Europäischen Zentralbank (EZB) hat in ihrer April-Sitzung eine erneute Leitzinssenkung um 25 Basispunkte beschlossen. Es ist die siebte Zinssenkung in Folge. Mit Wirkung zum 23. April liegt der Einlagenzinssatz nun bei 2,25 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,4 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent.

Viele Experten hatten bereits mit diesem Zinsschritt gerechnet. Die EZB begründete ihre Entscheidung erneut mit dem gut voranschreitenden Disinflationsprozess. Im März sei sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation zurückgegangen. So belief sich die Teuerungsrate für den Euroraum im März auf 2,2 Prozent und lag damit nahe dem EZB-Ziel von 2 Prozent.

Aufgrund der aktuell von „außergewöhnlich hoher Unsicherheit“ geprägten Situation erfolge die Festlegung des weiteren gelpolitischen Kurses jedoch von Sitzung zu Sitzung, heißt es im Statement der Zentralbank. Die nächste Zinsentscheidung der EZB ist für den 5. Juni angekündigt. let

15.04.2025

Experten rechnen mit nächster Leitzinssenkung

Am kommenden Donnerstag steht die nächste Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Viele Analysten rechnen mit einer erneuten Leitzinssenkung um 25 Basispunkte. So auch Peter Goves, Head of Developed Market Debt Sovereign Research bei MFS Investment Management: „Wir sind fest davon überzeugt, dass die EZB diese Woche ihren Leitzins um 25 Basispunkte von 2,5 Prozent auf 2,25 Prozent senken wird – als Reaktion auf einen wahrscheinlichen negativen Nachfrageschock durch die US-Zölle.“

Es wäre die siebte Zinssenkung der EZB in Folge. Zuletzt wurden die Leitzinsen Anfang März um 25 Basispunkte gesenkt. Die EZB begründete den Schritt mit dem gut voranschreitenden Disinflationsprozess. Mit einer weiteren Zinssenkung läge der Leitzins am oberen Ende der neutralen Zone von 1,75 bis 2,25 Prozent. „Wir sind jedoch der festen Überzeugung, dass sich die Zinssätze bis zum unteren Ende der neutralen Spanne bewegen können, wenn nicht sogar darunter, da das Wachstum nach unten revidiert wird und die Abwärtsrisiken nach wie vor hoch sind“, teilt Analyst Goves in einer Mitteilung von MFS Investment Management mit. Vieles sei jedoch davon abhängig, wie sich die neuen Wirtschaftsdaten auf die mittelfristige Inflationseinschätzung auswirken. let

08.04.2025

US-Zölle lassen Renditen kurzfristiger Staatsanleihen kräftig sinken

Die neuen US-Zölle haben vielerorts die kurzfristigen Kapitalmarktzinsen auf Talfahrt geschickt. In der Schweiz notierte die Rendite für zweijährige Staatsanleihen Ende vergangener Woche gar leicht im negativen Bereich. Stand heute Vormittag liegt das Papier mit rund 0,03 Prozent wieder minimal über der Nulllinie.

Der Schweizer Leitzins notiert derzeit bei 0,25 Prozent. Es wird allerdings seit längerem spekuliert, ob die Schweizer Notenbank den Leitzins wieder in den Negativbereich drücken könnte. Im Gespräch mit der „FAZ“ hält der Geldpolitikexperte Volker Wieland dies in Anbetracht des starken Schweizer Franken für denkbar.

Auch in Deutschland gingen Bundesanleihen mit kurzer Laufzeit nach unten, allerdings sind sie infolge höherer Leitzinsen noch deutlich in positivem Terrain.

01.04.2025

Teuerungsrate sinkt im März auf 2,2 Prozent

Die Inflationsrate im Euro-Raum ist im März auf 2,2 Prozent gesunken. Das geht aus der Schnellschätzung des europäischen Statistikamts Eurostat vom heutigen Dienstag hervor. Im Februar hatte die Teuerungsrate noch bei 2,3 Prozent gelegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für die Währungsunion mittelfristig eine Teuerungsrate von 2 Prozent an. Damit sie diesem Ziel näherkommt, hatte die Zentralbank den Leitzins seit Sommer 2024 mehrfach auf nun 2,5 Prozent gesenkt. Die nächste Zinssitzung der EZB findet am Gründonnerstag statt. Ob eine weitere Zinssenkung erfolgen wird oder ob die Zentralbank eine Zinspause eingelegt wird, ist jedoch noch offen. Die Inflationsraten dürften jedoch die Position derjenigen stärken, die sich für eine Zinssenkung einsetzen.

26.03.2025

Deutschlands Großbanken steigern Gewinne deutlich

Deutschlands Großbanken haben ihren Vorsteuergewinn im vergangenen Jahr um 12 Prozent auf 26,8 Milliarden Euro steigern können. Dies berichtet Barkow Consulting. Mit 14,1 Milliarden Euro fiel der Vorsteuergewinn demnach im zweiten Halbjahr etwas höher aus als in den ersten sechs Monaten (12,7 Milliarden Euro) – trotz der im Juni 2024 eingeleiteten Zinswende der EZB.

Laut Barkow dürfte es sich um den höchsten Gewinn vor Steuern seit 25 Jahren handeln. Aufgrund unterschiedlicher Statistiken könnte es sich sogar um den kumuliert höchsten Vorsteuergewinn aller Zeiten für Deutschlands Großbanken handeln, heißt es in der Analyse. phh

20.03.2025

Keine Zinsänderung in Großbritannien

Die Leitzinsen in Großbritannien bleiben unverändert bei 4,5 Prozent. Das hat der Geldpolitische Rat der Bank of England (BoE) am heutigen Donnerstag bekannt gegeben. Die Entscheidung des Gremiums fiel mit 8 zu 1 Stimmen eindeutig aus. Ein Mitglied hatte für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte votiert.

„Es herrscht derzeit eine große wirtschaftliche Unsicherheit“, begründete BoE-Chef Andrew Bailey die Entscheidung. „Wir sind aber immer noch der Meinung, dass die Zinssätze allmählich sinken werden. Wir werden sehr genau darauf achten, wie sich die globale und die heimische Wirtschaft entwickeln.“ Die BoE bleibt damit ihrem Kurs treu, die Leitzinsen „graduell und vorsichtig“ zu senken. let

20.03.2025

SNB senkt Leitzins um 25 Basispunkte

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,25 Prozent gesenkt. Es ist die fünfte Leitzinssenkung der Nationalbank in Folge.

Mit dem heutigen Zinsschritt stelle die Nationalbank sicher, dass die monetären Bedingungen angesichts des schwachen Inflationsdrucks und der erhöhten Abwärtsrisiken für die Inflation angemessen bleiben, heißt es in der Stellungnahme der SNB. Zudem seien die Wirtschaftsaussichten für die Schweiz deutlich unsicherer geworden.

Die Nationalbank will die Lage nun weiter genau beobachten. Sie werde die Geldpolitik, wenn nötig anpassen, um sicherzustellen, dass die Inflation mittelfristig im Bereich der Preisstabilität von 0 bis 2 Prozent bleibe. Die Inflation in der Schweiz ist zuletzt weiter gesunken und betrug im Februar 0,3 Prozent, nach 0,4 Prozent im Januar. Damit liegt sie so tief wie zuletzt im April 2021. let

20.03.2025

Fed belässt Leitzins unverändert

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins auf ihrer gestrigen Sitzung erneut unangetastet gelassen. Er liegt damit weiterhin in der Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent. Auf diesem Niveau verharrt der US-Leitzins seit Dezember vergangenen Jahres.

Die Fed um ihren Präsident Jerome Powell hält sich weiter bedeckt, was mögliche Zinssenkungen in diesem Jahr angeht. Dies dürfte nicht zuletzt an der aggressiven Zollpolitik der neuen Trump-Regierung liegen, die potentiell inflationstreibend ist. Aktuell rechnet die Fed mit einer Teuerungsrate von durchschnittlich 2,7 Prozent für die USA.

Der nächste Zinsentscheid der Fed ist am 6. Mai. phh

06.03.2025

Erneute Leitzinssenkung durch die EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihrer März-Sitzung eine erneute Leitzinssenkung um 25 Basispunkte beschlossen. Es ist die sechste Zinssenkung in Folge. Der Einlagenzinssatz liegt nun bei 2,5 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,9 Prozent.

Viele Experten hatten bereits mit diesem Zinsschritt gerechnet. Die EZB begründete ihre Entscheidung erneut mit dem gut voranschreitenden Desinflationsprozess. Die Inflation habe sich im Wesentlichen im Einklang mit den Projektionen entwickelt und dürfe sich nachhaltig im Bereich des mittelfristigen EZB-Zielwerts von 2 Prozent einpendeln, heißt es im geldpolitischen Statement der Zentralbank. Für 2025 erwartet die EZB eine Gesamtinflation von durchschnittlich 2,3 Prozent. Die nächste geldpolitische Sitzung des EZB-Rates findet bereits im April statt. let

05.03.2025

Markt erwartet erneute Leitzinssenkung

Am Donnerstag steht der nächste Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) bevor. Viele Experten rechnen mit einer erneuten Senkung der Leitzinsen. Etoro-Marktanalyst Maximilian Wienke sagt: „Im März dürfte die EZB erneut die Zinsen senken, ein Schritt von 2,75 Prozent auf 2,5 Prozent gilt als sicher – alles andere wäre eine Überraschung.“ Der Rückgang der Inflation auf 2,4 Prozent bestätige diesen Kurs.

Schwieriger wird laut den Experten hingen der weitere Zinsausblick nach der EZB-Sitzung am Donnerstag. „Nach der März-Sitzung wird der Zinsausblick unklarer. Die Lage ist kompliziert – besonders durch unkalkulierbare Faktoren wie Trumps unberechenbare Zollpolitik und die Frage eines möglichen Endes des Ukraine-Krieges“, beschreibt Wienke die aktuelle Situation. Zwar dürften in diesem Jahr weitere Zinssenkungen folgen, ein genauer Fahrplan sei jedoch nicht zu erwarten.

„Neue Signale aus der EZB deuten darauf hin, dass das Tempo der Zinssenkungen angepasst werden könnte – statt monatlicher Schritte wären quartalsweise Senkungen eine Option“, schätzt Bastian Freitag, Head of Fixed Income Deutschland bei Rothschild & Co Wealth Management. let

19.02.2025

Kommt EZB-Zinssenkungszyklus zum Ende?

Seit dem Sommer 2024 hat die EZB fünfmal die Leitzinsen im Euroraum gesenkt. Laut Isabel Schnabel, eines von sechs Direktoriumsmitgliedern der EZB, sollte nun über ein Ende des Zyklus nachgedacht werden.

Wie sie im Interview mit der „Financial Times“ erklärte, nähere man sich dem Punkt, an dem die EZB bei den Zinssenkungen möglicherweise „pausieren oder stoppen“ müsse. Schnabel wisse zwar nicht, was bei den kommenden Sitzungen des EZB-Rates passieren wird, „aber wir müssen die Diskussion darüber beginnen“, so die Ökonomin.

Der nächste Zinsentscheid der EZB steht Anfang März an. An den Finanzmärkten wird erwartet, dass die europäischen Währungshüter dabei erneut zur Tat schreiten und den derzeit bei 2,75 Prozent liegenden Einlagensatz um 0,25 Prozentpunkte senken werden. phh

11.02.2025

BGH-Urteil: Moody’s erwartet geringe Finanzfolgen

Das Ratinghaus Moody’s schätzt die finanziellen Auswirkungen des BGH-Urteils zu Verwahrentgelten für den Bankensektor als gering ein. In einem Kommentar der Ratingagentur heißt es, die finanziellen Folgen für die meisten deutschen Banken seien überschaubar. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am gestrigen Montag. Man rechne mit einer geringen Höhe an möglichen Rückzahlungen. Als Gründe nennt Moody’s den fehlenden automatischen Erstattungsmechanismus, weswegen betroffene Kunden ihre Ansprüche individuell geltend machen müssten. Zum anderen könnten mögliche Forderungen, die vor dem 1. Januar 2022 entstanden sind, bereits verjährt sein.

Dennoch berge die Grundsatzentscheidung gewisse Reputations- und soziale Risiken für den Finanzsektor, schätzt das Ratinghaus. „Das Urteil stärkt insbesondere den Verbraucherschutz zu einer Zeit, in der die Branche auf faire Preisgestaltung und Transparenz geprüft wird“, so Moody‘s. Eine kundenunfreundliche Umsetzung des Urteils könnte zudem die Aufsichtsbehörden auf den Plan rufen. Einige Geldhäuser könnten sich nach Einschätzung von Moody’s daher entscheiden, erhobene Entgelte automatisch zurückzuerstatten.

Der Bundesgerichtshof hatte vergangene Woche entschieden, dass auf Tagesgeld- und Sparkonten keine Negativzinsen beziehungsweise Verwahrentgelte erhoben werden dürfen. Rund 455 Banken sollen hierzulande die ab Mitte 2014 von der EZB erhobenen negativen Einlagezinsen für Geschäftsbanken an ihre Kunden weitergereicht haben. Dagegen hatten verschiedene Verbraucherzentralen geklagt. Ob Kunden die gezahlten Zinsen zurückfordern können, hatte der BGH indes offengelassen. let

04.02.2025

BGH-Urteil zu Banken-Verwahrgelten

Schlechte Nachrichten für Banken und Sparkassen: Der BGH hat gestern in einem Grundsatzurteil entschieden, dass sogenannte Negativzinsen beziehungsweise Verwahrentgelte auf Bankguthaben teilweise unzulässig sind. Laut BGH dürfen keine Negativzinsen auf Tagesgeld- und Sparkonten erhoben werden, bei Girokonten sind sie dagegen gemäß Urteil grundsätzlich zulässig.

Geklagt hatten diverse Verbraucherzentralen. Hintergrund sind die ab Mitte 2014 von der EZB erhobenen negativen Einlagezinsen für Geschäftsbanken, die Letztere in den Folgejahren oftmals an ihre Kunden weitergereicht hatten. Laut dem Finanzvergleichsportal Verivox soll die Praktik hierzulande von mehr als 455 Geldhäusern verfolgt worden sein. Ob Kunden die gezahlten Zinsen nun zurückfordern können, hat der BGH indes nicht entschieden. phh

 

30.01.2025

EZB senkt Leitzins auf erster Ratssitzung 2025

Die EZB hat in ihrer heutigen Januar-Sitzung beschlossen, die drei Leitzinssätze jeweils um 25 Basispunkte zu senken. Es ist die fünfte Leitzinssenkung der Zentralbank in Folge. Der am Finanzmarkt derzeit richtungsweisende Einlagenzinssatz liegt nun bei 2,75 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,9 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 3,15 Prozent.

Am Markt war die Entscheidung bereits erwartet worden. Die EZB begründete die erneute Zinssenkung mit dem gut voranschreitenden Disinflationsprozess: Die Inflation habe sich im Wesentlichen im Einklang mit den Projektionen entwickelt und dürfte im laufenden Jahr zum mittelfristigen EZB-Zielwert von 2 Prozent zurückkehren, heißt es im geldpolitischen Statement der Zentralbank. Die nächste geldpolitische Sitzung des EZB-Rates findet im März statt. let

29.01.2025

Fed lässt weiteren Zinsschritt aus

Die US-Notenbank Fed hat in ihrer ersten Sitzung nach dem Wiedereinzug von Donald Trump ins Weiße Haus keine weitere Zinssenkung vorgenommen. Die Leitzinsspanne liegt unverändert bei 4,25 bis 4,5 Prozent. Die Inflation sei nach wie vor „etwas erhöht“, begründete die Fed ihre Entscheidung für die Zinspause. „Wir wissen, dass eine zu schnelle oder zu starke Lockerung der geldpolitischen Restriktionen den Fortschritt bei der Inflationsbekämpfung beeinträchtigen könnte“, sagte Fed-Chef Jerome Powell. let

28.01.2025

Analysten prognostizieren erneute Zinssenkung durch die EZB

Analysten von Vanguard und Rothschild erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer Sitzung am 30. Januar erneut die Leitzinsen senken wird. Beide Häuser gehen von einer Senkung um 25 Basispunkte aus. Damit würden die Leitzinsen bei 2,75 Prozent liegen. Der letzte Zinsschritt liegt erst knapp einen Monat zurück. Auf ihrer Dezembersitzung hatte die EZB die Leitzinsen ebenfalls um 25 Basispunkte auf 3 Prozent gesenkt. Es war die vierte Zinssenkung seit Juni 2024.

Neben der Senkung im Januar erwarten die Analysten weitere Zinsschritte im Verlauf des Jahres. Seit der letzten Sitzung hätten sowohl die Konjunktur- als auch die Inflationsdaten den Prognosen der EZB entsprochen, erläutert Shaan Raithatah, Senior Economist der Vanguard Investment Strategy Group in einer Mitteilung des Hauses. Angesichts der relativ günstigen Inflationsaussichten und des gedämpften Wachstums sei davon auszugehen, dass die EZB die Zinssätze so weit senkt, dass sie im Sommer bei 1,75 Prozent liegen. Zu den Hauptrisiken für die Einschätzung der Zinsschritte gehören laut Raithatah jedoch ein weiterer Anstieg der Energiepreise, höhere Zölle und sowie die Wahlen in Deutschland im Februar.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch Bastian Freitag, Head of Fixed Income Deutschland bei Rothschild & Co Wealth Management: „Die bevorstehende Sitzung der Europäischen Zentralbank leitet ein weiteres Jahr wichtiger geldpolitischer Entscheidungen ein. Angesichts der aktuellen Datenlage halten wir bei Rothschild & Co in jeder der kommenden vier Sitzungen Zinssenkungen von 25 Basispunkten für möglich.“ Bei einem „negativen Wachstumsschock“, ausgelöst durch die restriktive Handels- und Zollpolitik von Donald Trump, könne die EZB die Zinsen sogar noch stärker senken als bisher erwartet.

16.01.2025

EZB-Protokolle deuten auf weitere Zinssenkungen hin

Laut den Protokollen ihrer jüngsten Zinssitzung im Dezember signalisiert die Europäische Zentralbank (EZB) weitere moderate Zinssenkungsschritte. Konkret heißt es in den am heutigen Donnerstag veröffentlichten Protokollen der Notenbank vom 11. und 12. Dezember 2024 , dass angesichts bestehender Unsicherheiten ein vorsichtiges Vorgehen nach wie vor gerechtfertigt sei. Nichtsdestotrotz sei ein schrittweises Zurückfahren der restriktiven Geldpolitik als angemessen erachtet worden, sollte sich die Basisprognose für die Inflation in den nächsten Monaten und Quartalen bestätigen.

Die EZB hatte auf ihrer Dezember-Sitzung ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 3 Prozent gesenkt. Es war die vierte Zinssenkung seit Juni 2024. Für die Zinssitzung Ende Januar wird am Finanzmarkt eine weitere Senkung um 0,25 Prozentpunkte erwartet.

19.12.2024

Kein Zinsschritt der Bank of England

Die Bank of England lässt die Zinsen unverändert bei 4,75 Prozent. Grund ist die anhaltende Inflation. Zweimal hat die Zentralbank die Zinsen in diesem Jahr bereits gesenkt. Die Entscheidung, auf einen weiteren Zinsschritt zu verzichten, fiel jedoch nicht einstimmig. Drei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses hatten für eine Zinssenkung auf 4,5 Prozent votiert.

„Nach unserer Prognose wird die Bank of England ihren Leitzins im nächsten Jahr um einen Prozentpunkt nach unten schleusen. Damit dürfte die Bank of England aber immer noch zögerlicher agieren als ihre Kollegen im Frankfurter Skytower“, kommentierten die Volkswirte der LBBW die Entscheidung. ako

18.12.2024

Fed hat Leitzins erneut gesenkt

Die amerikanische Notenbank Fed hat den Leitzins erneut gesenkt. Die Senkung betrug 0,25 Prozentpunkte, die Leitzinsspanne liegt nun bei 4,25 bis 4,5 Prozent. Der Schritt war von Beobachtern erwartet worden. Für das kommende Jahr hat die Zentralbank aber einen langsameren Rhythmus angekündigt. Die Inflation hatte zuletzt wieder etwas zugelegt. Die angekündigten Zölle des nächsten US-Präsidenten Donald Trump könnten die Teuerung weiter anheizen. ako

12.12.2024

EZB senkt Leitzins auf 3 Prozent

Die EZB hat heute wie erwartet ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 3 Prozent gesenkt. Mit der Zinsentscheidung erreicht sie den oberen Rand des neutralen Zinsbereichs. „Das passt zur aktuellen Inflationsrate, die leicht über dem mittelfristigen Ziel der EZB von 2 Prozent liegt“, sagt Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. Bei Leitzinsen zwischen 2 und 3 Prozent gilt die Geldpolitik als neutral – sie bremst die Nachfrage nicht, stimuliert sie aber auch nicht.

„Auch wenn es zunächst danach aussieht, dass die EZB ruhigeres Fahrwasser erreicht: Die weitere Entwicklung der Inflation im kommenden Jahr bleibt unsicher“, warnt Herkenhoff.

12.12.2024

EZB wird Zinsen heute wohl senken

Die EZB wird die Zinsen in diesem Jahr voraussichtlich zum vierten Mal senken. Die meisten Analysten prognostizieren eine weitere Senkung des Einlagensatzes um einen Viertelpunkt auf 3 Prozent.  

In diesem Zuge erwarten die Experten auch Veränderungen im Dax. Der Dax notiert am heutigen Dienstag knapp unter seiner Rekordmarke vom Montag und hat in diesem Jahr bereits mehr als 20 Prozent zugelegt. Erfüllt die EZB heute die Erwartungen, könnte es noch weiter aufwärts gehen.

12.12.2024

SNB senkt ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf 0,50 Prozent

Die Schweizerischen Nationalbank (SNB) hat entschieden, den Leitzins um 50 Basispunkte auf 0,50 Prozent zu senken. „Der neue SNB-Chef Martin Schlegel setzt mit der beherzten Zinssenkung um gleich 50 Basispunkte bereits zu Beginn seiner Amtszeit ein Ausrufezeichen“, sagt Katja Müller, Senior Economist im LBBW Research. Die SNB verwies in ihrer Begründung auf den nochmals deutlich niedrigeren Inflationsdruck. Die bedingten Inflationsprognosen wurden abermals nach unten genommen.

Der explizite Hinweis auf mögliche weitere Zinssenkungen in den nächsten Quartalen ist in der aktuellen Lagebeurteilung allerdings nicht mehr enthalten. „SNB-Chef Martin Schlegel signalisierte bereits im Vorfeld der Zinsentscheidung eine weitere Lockerung der Geldpolitik und schloss auch Negativzinsen nicht aus. Die niedrige Inflation in Verbindung mit der verhaltenen Konjunkturentwicklung und dem starken Schweizer Franken lassen Spielraum für eine weitere Reduktion des Leitzinses“, so Müller. Beim nächsten Zinsentscheid im März wird nach Einschätzung der LBBW eine weitere Senkung des Leitzinses folgen, allerdings nur um 25 Basispunkte.

 

14.11.2024

Schwierige Zeiten für die Fed?

Die Debatte um die Unabhängigkeit der Federal Reserve geht weiter: Elon Musk, milliardenschwerer Unternehmer und einer der prominentesten Unterstützer von Donald Trump im Wahlkampf, hat sich in die Diskussion um Fed-Chef Jerome Powell eingeschaltet. Nachdem der republikanische Senator Mike Lee die Fed auf X (ehemals Twitter) kritisiert hatte, reagierte Musk mit einem „100“-Emoji – einem Symbol für vollständige Zustimmung. Lee nennt die Fed in seinem Beitrag als Beispiel, wie sich die US-Gesellschaft zunehmend von der Verfassung entfernt und forderte die Abschaffung der Institution.

Hintergrund der Debatte ist Powells wiederholte Ablehnung, zurückzutreten, sollte Trump nach einem Wahlsieg 2024 seine Ablösung fordern. Zentralbanken sollen möglichst politikunabhängig agieren, um Preisstabilität zu gewährleisten. Trumps Umfeld und Unterstützer arbeiten Berichten zufolge bereits an einem Plan, die Macht der Fed einzuschränken und die Kontrolle des Präsidenten zu stärken.

08.11.2024

Leitzinssenkungen von Fed und Bank of England

Die Fed hat den US-Leitzins im Rahmen ihrer gestrigen Zinssitzung um 25 Basispunkte gesenkt. Damit liegt dieser nun im Korridor von 4,5 bis 4,75 Prozent. Es ist die zweite Zinssenkung der Fed in Folge. In ihrem Statement betonen die US-Währungshüter, dass sie mehr Vertrauen gewonnen hätten mit Blick auf das Ziel, die Inflation nachhaltig in Richtung 2 Prozent zu drücken.

„Wie erwartet hat die US-Notenbank den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt und könnte im Dezember eine Pause einlegen. Fed-Chef Jerome Powell gab zwar keine konkreten Hinweise auf den weiteren Kurs, räumte jedoch ein, dass die Stärke der US-Wirtschaft zuletzt überraschend positiv ausgefallen ist und die Kerninflation hartnäckiger bleibt als noch im September prognostiziert. Das deutet darauf hin, dass die gestrige Zinssenkung die letzte in diesem Jahr gewesen sein könnte“, erklärt Felix Schmidt, Senior Economist bei Berenberg. Wie die Fed weiter verfährt, könnte auch von den Entscheidungen des designierten US-Präsidenten Donald Trump abhängen, insbesondere dann, wenn diese inflationstreibend wirken.

Parallel hat auch die Bank of England (Boe) ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Er liegt nun bei 4,75 Prozent. Die britische Zentralbank zeigte sich ebenfalls optimistisch, dass die Inflation sich in den kommenden Monaten weiter abschwächen wird, womit zusätzliche Zinssenkungen an der Tagesordnung bleiben dürften. phh

07.11.2024

Ampel-Aus: Zehnjährige Bunds klettern auf 2,5 Prozent

Ende der Ampel-Koalition hat auch Auswirkungen an den Finanzmärkten. So sind die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen am heutigen Donnerstag in der Spitze auf knapp 2,5 Prozent deutlich angestiegen. Es ist der höchste Wert seit über drei Monaten. Im September hatte die Bund-Rendite noch bei etwa 2 Prozent gelegen. Ein Grund für den Anstieg dürfte in der Unsicherheit über die weitere Schuldenpolitik in Deutschland liegen.

Die Börsianer reagierten hingegen erleichtert auf das Ende der Ampel-Koalition. So stieg der DAX bis zum heutigen Mittag um 1,3 Prozent auf knapp 19.300 Punkte. phh

06.11.2024

Fed entscheidet über weitere Zinssenkung

Morgen wird die Entscheidung der Fed über eine weitere Zinssenkung verkündet. Bisher sind die Märkte davon ausgegangen, dass die Zinsen um weitere 25 Basispunkte reduziert werden sollen.

„Bislang folgen die Märkte dem Spielplan nach Trumps Sieg von 2016 – Aktien steigen, während langlaufende US-Staatsanleihen in der Erwartung einer fiskalischen Expansion verkauft werden. Wir gehen davon aus, dass sich die Aufmerksamkeit auf die inflationären Auswirkungen der Zölle und der Einwanderungsbeschränkungen verlagern wird“, kommentiert Gordon Shannon, Portfolio Manager bei Twenty Four Asset Management, einer Boutique von Vontobel, zum Wahlsieg von Donald Trump.

Die Fed habe eine Äußerung zur Wahrung ihrer Neutralität und Unabhängigkeit bisher vermieden. „Aber ihre Reaktion auf diese Maßnahmen wird entscheidend sein, wohin sich die Vermögenspreise entwickeln“, so Shannon.

31.10.2024

Weitere Zinssenkung der Fed im November?

Die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) könnte die Zinsen in ihrer Sitzung im November erneut senken. Felix Schmidt, Senior Economist bei Berenberg , geht von einer Zinssenkung um 25 Basispunkten aus. „Denn anders als im Euroraum läuft die US-Konjunktur trotz der restriktiven Geldpolitik weiter rund und die Kerninflation ist im September sogar leicht gestiegen“, so Schmidt.

Die Fortsetzung der Zinssenkungen in den kommenden Monaten werde stark vom Ausgang der Wahlen am 5. November abhängig sein. Denn sollte Donald Trump erneut ins Weiße Haus einziehen, könnten Steuersenkungen die Konjunktur zunächst weiter ankurbeln. Zudem würden zusätzliche Zölle und eine strengere Einwanderungspolitik zu einer höheren Inflation führen. „Dies würde die Fed wahrscheinlich dazu zwingen, ihren Zinssenkungszyklus früher zu beenden, als dies sonst der Fall wäre“, sagt der Experte. (sab)

24.10.2024

Unterschiedliche Zinssignale von EZB-Räten

Noch sind es einige Wochen hin bis zur nächsten Ratssitzung der EZB am 12. Dezember. Klar scheint bereits jetzt, dass es infolge rückläufiger Inflation und anhaltender Konjunkturschwäche eine weitere Leitzinssenkung geben wird. Die Frage ist nur, wie hoch diese ausfallen soll. Erste EZB-Vertreter bringen sich diesbezüglich nun in Stellung.

So sprach sich der österreichische Notenbankchef Robert Holzmann in einem TV-Interview am gestrigen Mittwoch gegen eine Leitzinssenkung um 0,5 Prozentpunkte aus. Ein solcher Schritt sei mit Blick auf die aktuelle Datenlage nicht gerechtfertigt, so Holzmann. Anders sieht es der portugiesische Zentralbankchef Mario Centeno. Seiner Meinung nach deuteten die Konjunkturdaten in Richtung einer Verringerung um 0,5 Prozentpunkte. phh

17.10.2024

EZB senkt Leitzins um 25 Basispunkte

Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer heutigen Sitzung eine weitere Zinssenkung beschlossen. Sie senkte den Satz für Bankeinlagen um 25 Basispunkte auf 3,25 Prozent. Zudem wurden die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und die Spitzenrefinanzierungsfazilität auf 3,4 und 3,65 Prozent gesenkt. Bereits im Juni und im September hatte die EZB ebenfalls eine Zinssenkung um 25 Basispunkte vorgenommen.

„Die aktuellen Daten zur Inflation zeigen, dass der Disinflationsprozess gut voranschreitet“, teilt die Zentralbank in ihrer Stellungnahme zur Zinssenkung mit. „Die Inflationsaussichten werden zudem durch aktuelle Konjunkturindikatoren beeinflusst, die schwächer ausgefallen sind als erwartet.“ Unterdessen seien die Finanzierungsbedingungen weiterhin restriktiv. „Die Inflation dürfte in den kommenden Monaten anziehen, bevor sie im Laufe des nächsten Jahres auf den Zielwert zurückgeht“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Der EZB-Rat werde die Leitzinsen so lange wie erforderlich restriktiv halten, bis das mittelfristige Ziel einer Inflationsrate von 2 Prozent erreicht sei.

„Die Zinssenkung der EZB um 0,25 Prozentpunkte ist gerechtfertigt, auch in dieser Höhe“, kommentiert Jan Viebig, Chief Investment Officer von ODDO BHF, die Zinsentscheidung der EZB. Eine größere Zinssenkung hätte Risiken mit sich gebracht, da die Kerninflation im Euroraum weiterhin bei 2,7 Prozent und damit über dem mittelfristigen Inflationsziel liege. „Die Inflationsrisiken, die weiterhin auf der Wirtschaft lasten, sollten nicht unterschätzt werden.“ Insbesondere die Energiepreise seien schwer zu prognostizieren und würden angesichts der zahlreichen geopolitischen Risiken Unwägbarkeiten für die Geldpolitik bergen. let

17.10.2024

Treasury-Experten rechnen mit Zinssenkung

Am heutigen Donnerstag findet die nächste Sitzung der Europäischen Zentralbank mit Zinsentscheid statt. Viele Analysten erwarten eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte. Auch ein großer Teil der DerTreasurer-Community rechnet mit einer weiteren Senkung des Leitzinses seitens der EZB. In einer Umfrage auf Linkedin gaben 75 Prozent der 332 Befragten an, dass sie eine Senkung um 25 Basispunkte erwarten. Lediglich 5 Prozent gehen davon aus, dass die EZB die Zinsen um 50 Basispunkte senken wird. Jeder fünfte Umfrageteilnehmer denkt, dass die Zentralbank den aktuellen Leitzins beibehält. let

02.10.2024

Inflationsrate im Euroraum fällt unter 2 Prozent

Laut einer ersten Schätzung des Statistikamtes Eurostat lag die Inflationsrate im Euroraum im September bei 1,8 Prozent. Damit belief sich diese zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren wieder unter der EZB-Zielmarke von 2 Prozent. Der Rückgang der Teuerung ist laut Eurostat vor allem mit der Entwicklung der Energiepreise zu erklären.

An den Märkten werde deshalb mit einer weiteren Zinssenkung der Euro-Währungshüter gerechnet, wie unter anderem die Multi-Asset-Anlageplattform E-Toro feststellt. So habe der Euro unmittelbar nach der Verkündung der ersten Inflationsprognose an Wert verloren, während die Preise für Anleihen gestiegen seien. Konkret habe der Euro/US-Dollar-Kurs wenige Minuten nach der Veröffentlichung um 0,26 Prozent tiefer notiert in Richtung der Marke von 1,11. Parallel sei der Preis für die zehnjährige deutsche Staatsanleihe um 0,51 Prozent nach oben geklettert – laut E-Toro der höchste Stand seit Februar dieses Jahres. phh

19.09.2024

Fed senkt Leitzins um 50 Basispunkte

Die Fed hat in ihrer Sitzung am gestrigen Mittwoch einen überraschend großen Zinsschritt beschlossen. Die US-Notenbank senkte den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf einen Korridor von 4,75 bis 5 Prozent. Es ist die erste Änderung des US-Leitzinses seit 14 Monaten. Ab März 2022 erhöhte die Fed den Zins immer weiter. Zuletzt lag er mehr als ein Jahr lang bei einer Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent.

Am Markt war die Zinswende bereits erwartet worden. Über die Größe des Zinsschritts wurde jedoch bis zuletzt diskutiert. Das zeigt auch eine Umfrage in der DerTreasurer-Community auf Linkedin. 64 Prozent der 224 Befragten erwarteten eine Zinssenkung um 25 Basispunkte. Nur 25 Prozent rechneten mit einer Senkung um 50 Basispunkte und lediglich 11 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarteten keinerlei Zinsänderung. Die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank ist für November angesetzt. let

12.09.2024

Nächster Zinsschritt der EZB

Wie erwartet hat die EZB den Satz für Bankeinlangen um 25 Basispunkte auf 3,5 Prozent gesenkt. Es ist der zweite Zinsschritt der Zentralbank in diesem Jahr. Im Juni hatte sie die Zinsen zum ersten Mal seit Jahren gesenkt. Der Hauptrefinanzierungssatz wurde zudem heute auf 3,65 Prozent von 4,25 Prozent gesenkt. Der Spitzenrefinanzierungssatz liegt nun bei 3,9 Prozent nach 4,5 Prozent. „Der EZB-Rat ist entschlossen, für eine zeitnahe Rückkehr der Inflation zum mittelfristigen Ziel von 2 Prozent zu sorgen. Er wird die Leitzinsen so lange wie erforderlich ausreichend restriktiv halten, um dieses Ziel zu erreichen“, heißt es unter anderem von der Zentralbank.

„Die Zinssenkung der EZB um 25 Basispunkte erscheint angesichts der nachlassenden Inflation und der stagnierenden Wachstumsdynamik gerechtfertigt“, kommentiert Benjamin Born, Professor für Makroökonomie an der Frankfurt School of Finance & Management. Dennoch bestünden weiterhin Inflationsrisiken, weshalb die EZB auch künftig vorsichtig und situationsabhängig agieren müsse. „Eine deutliche Marktreaktion auf die heutige Entscheidung ist nicht zu erwarten, da die Zinssenkung bereits weitgehend eingepreist war.“ ako

11.09.2024

Treasury-Experten gehen von Zinssenkung aus

Ein großer Teil der Treasury-Spezialisten rechnet am morgigen Donnerstag mit einer Senkung des Leitzinses seitens der Europäischen Zentralbank (EZB). In einer Umfrage auf Linkedin gaben 74 Prozent der Befragten an, dass sie eine Senkung um 25 Basispunkte erwarten. Weitere 8 Prozent gehen sogar davon aus, dass die EZB die Zinsen um mehr als 25 Basispunkte senken wird. Nur knapp jeder sechste Umfrageteilnehmer denkt, dass die Zentralbank den Status quo beibehält.

Quelle: Linkedin
Quelle: Linkedin

„Nach einer vorsichtigen Pause auf der Juli-Sitzung scheint eine Senkung des EZB-Einlagensatzes um 25 Basispunkte im Laufe dieser Woche so gut wie sicher, begleitet von etwas stärkeren technischen Senkungen der Refinanzierungs- und Spitzenrefinanzierungssätze“, kommentiert Jill Hirzel, Senior-Anlagespezialistin bei Insight Investment. „Wir stimmen nicht mit den Spekulationen überein, dass die Bank zu einem aggressiveren Lockerungszyklus übergehen wird, und erwarten eine weitere Pause im Oktober, bevor sie im Dezember eine weitere Senkung vornimmt, denn die Botschaft wird wahrscheinlich weiterhin Vorsicht und schrittweises Vorgehen lauten.“ Die Expertin geht auch davon aus, dass die Zentralbank ihre Inflationsprognosen, insbesondere die Kerninflation, nach oben korrigieren wird, obwohl sich die Wachstumsaussichten angesichts der jüngsten Datenenttäuschungen verschlechtert hätten.

jae

29.08.2024

Robert Holzmann ist gegen Zinssenkung

Auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole hat sich der Rat der Europäischen Zentralbank für die erste Senkung der Leitzinsen im September ausgesprochen. Als Einziger stimmte Ratsmitglied Robert Holzmann, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, dagegen. Der Kampf gegen die Inflation sei noch nicht gewonnen, der Zeitpunkt der Zinssenkung komme somit zu früh, meint Holzmann. Er hoffe, dass in Zukunft wieder auf Basis der letzten verfügbaren Daten entschieden werde. sab

22.08.2024

Fed: „Überwältigende Mehrheit“ für Leitzinssenkung im September

Seit Wochen wird an den Kapitalmärkten darüber spekuliert, wann die Fed erstmals seit März 2020 die Leitzinsen wieder senken wird. Wie die gestern veröffentlichten Protokolle des Offenmarktausschusses (FOMC) zeigen, plädierten mehrere US-Notenbanker bereits Ende Juli für eine erste geldpolitische Lockerung. Am Ende entschieden sich die Währungshüter allerdings dagegen. Laut Protokoll war parallel aber die „überwältigende Mehrheit“ der Ansicht, dass eine Leitzinssenkung nun auf der nächsten Sitzung im September angebracht sein dürfte.

An den Finanzmärkten erhofft man sich diesbezüglich weitere Details auf dem heute beginnenden Notenbanktreffen in Jackson Hole. Fed-Präsident Jerome Powell wird dort am morgigen Freitag sprechen. phh

01.08.2024

Fed belässt Leitzins in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent

Die US-Notenbank Fed hat auf ihrer jüngsten Sitzung den Leitzins erneut unverändert belassen. Damit liegt dieser nun seit etwa einem Jahr in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent. Zugleich signalisierte Fed-Chef Jerome Powell, dass sich dies bald ändern könnte. „Die Wirtschaft nähert sich dem Punkt, an dem wir unseren Leitzins senken können“, so Powell. Auch Inflation war in den USA zuletzt leicht rückläufig: Die Verbraucherpreise stiegen im Juni nur noch um 3,0 Prozent nach 3,3 Prozent im Mai. phh

18.07.2024

EZB belässt Leitzinsen über den Sommer unverändert

Die EZB hat in ihrer Juli-Sitzung beschlossen, die drei Leitzinssätze unverändert zu belassen. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt weiterhin bei 4,25 Prozent, der Einlagenzinssatz bei 3,75 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 4,5 Prozent.

Am Markt war die Entscheidung bereits erwartet worden. Das zeigt auch eine Umfrage in der DerTreasurer-Community auf Linkedin. 79 Prozent der 242 Befragten stimmten für unveränderte Zinsen. 20 Prozent erwarteten eine weitere Zinssenkung. Im August geht die Notenbank nun in die Sommerpause. Die nächste geldpolitische Sitzung des EZB-Rates findet im September statt.

10.07.2024

Zinssenkungen wohl erst im September

Bei der kommenden Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) ist wohl nicht mit weiteren Zinssenkungen zu rechnen. „Ich sehe keinen Anlass für eine Zinssenkung im Juli“, sagte EZB-Ratsmitglied und Notenbanker Klaas Knot am Montag im Interview mit dem „Handelsblatt“. Für die EZB-Sitzung im September werde hingegen „wirklich wieder alles offen sein“. Die Europäische Zentralbank hatte im Juni eine Zinssenkung von 25 Basispunkten beschlossen. Ein bis zwei weitere Zinssenkungen werden in diesem Jahr von Marktteilnehmern erwartet. let

05.07.2024

Dispozinssatz auf hohem Niveau

Der Dispozinssatz für Privatkunden ist im Mai 2024 auf 11,22 Prozent gestiegen – das ist der höchste Stand seit der Finanzkrise im Jahr 2009, teilt „Barkow Consulting“ mit. Es wird jedoch erwartet, dass die Dispozinsen aufgrund automatischer Zinsanpassungen nach der EZB-Entscheidung zeitnah wieder sinken werden.

Der Dispozinssatz liegt auf dem höchsten Niveau seit 2009. Foto: Barkow Consulting
Der Dispozinssatz liegt auf dem höchsten Niveau seit 2009. Foto: Barkow Consulting

27.06.2024

Sparkassen senken Zinsen schneller als sie erhöhen

Die Sparkassen haben während des Zinserhöhungszyklus der EZB Zinsvorteile nur zögerlich und in geringem Umfang an ihre Kunden weitergegeben, zeigt ein Bericht von Barkow Consulting. Ein Marktmonitoring von 352 Sparkassen ergab beim Tagesgeld einen durchschnittlichen Zinssatz von nur 0,53 Prozent. Zudem zeigt das Monitoring, dass Sparkassen Zinssenkungen schneller weitergeben als Zinserhöhungen; in den drei Wochen seit der letzten EZB-Zinssenkung haben bereits 11 Sparkassen die Zinsen gesenkt. evb

20.06.2024

Schweizer stimmen für Zinssenkung, Briten dagegen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat überraschend den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent gesenkt. Im Vorfeld hatte eine knappe Mehrheit der von Bloomberg befragten Ökonomen keine Veränderung erwartet. Bereits im März dieses Jahres hatte die Notenbank die Zinsen gesenkt.

Anders die Bank of England (BoE). Sie beließ den Leitzins bei 5,25 Prozent. Die Entscheidung fiel mit sieben zu zwei Stimmen.

13.06.2024

Fed zieht nicht nach

Die amerikanische Notenbank Fed belässt die Zinsen auf dem aktuellen Niveau. Derzeit liegen die Zinsen in einer Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent. „Der Ausschuss geht davon aus, dass eine Senkung des Zielbandes erst dann angebracht ist, wenn er ein größeres Vertrauen darin gewonnen hat, dass sich die Inflation nachhaltig in Richtung 2 Prozent bewegt“, heißt es in einer Mitteilung der Fed. Die EZB hatte die Leitzinsen vergangene Woche um 25 Basispunkte gesenkt. evb

13.06.2024

Bank of Japan entscheidet über Zinsen

Nach der EZB und der Fed steht die nächste Zinssitzung der Bank of Japan (BoJ) morgen an. „Im Gegensatz zur Europäischen Zentralbank und der Federal Reserve hat sich die Geldpolitik der Bank of Japan bisher als weniger berechenbar erwiesen. Dennoch wird erwartet, dass die BoJ am Freitag die Zinsen unverändert bei 0,1 Prozent belässt“, kommentiert Ben Laidler, Global Markets Strategist bei eToro. „Im März hatte die BoJ bereits einen bedeutenden Kurswechsel vollzogen, indem sie ihre Negativzinspolitik beendete und das Programm zur Steuerung der Zinskurve strich.“ evb

06.06.2024

EZB senkt Leitzinsen um 25 Basispunkte

Die EZB hat beschlossen, die drei Leitzinssätze um jeweils 25 Basispunkte zu senken. „Auf Grundlage einer aktualisierten Beurteilung der Inflationsaussichten, der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation und der Stärke der geldpolitischen Transmission ist es nun angemessen, den Grad der geldpolitischen Straffung zu reduzieren, nachdem die Leitzinsen neun Monate lang unverändert geblieben waren“, heißt es in der Pressemitteilung.

Der Hauptrefinanzierungssatz liegt nun bei 4,25 Prozent, der Einlagenzinssatz bei 3,75 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 4,5 Prozent.

06.06.2024

Ist die kommende Zinssenkung ein Fehler?

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank glaubt, dass sich die erwartete Zinssenkung der EZB diese Woche in der Rückschau vermutlich als Fehler erweisen wird. Dafür spräche, dass die die Verbraucherpreise ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel seit Jahresanfang wieder stärker steigen – und zwar mit aufs Jahr hochgerechnet 3,5 Prozent, also deutlich über dem Inflationsziel der EZB. Außerdem habe sich der Anstieg des Tariflohnindex für den Euroraum im ersten Quartal wieder auf 4,7 Prozent beschleunigt. Krämer sagt, ein Abwärtstrend sei bei den Tariflohnsteigerungen noch nicht zu erkennen. Zudem stiegen die konjunkturellen Frühindikatoren. Damit nehme das Risiko zu, dass die Unternehmen bald wieder über mehr Preissetzungsmacht verfügen.

04.06.2024

Zinssenkung am Donnerstag erwartet

Eine Umfrage in der DerTreasurer-Community auf Linkedin zeigt, dass die Mehrheit am Donnerstag mit der ersten Zinssenkung der EZB rechnet. 59 Prozent der 719 Teilnehmer geben das an. Das Ergebnis des Stimmungsbildes zeigt aber auch, dass die Marktlage auch durchaus anders eingeschätzt werden kann. Mit 40 Prozent rechnet ein beachtlicher Teil der Befragten damit, dass sich die Zinsen nicht ändern werden.

27.05.2024

Weitere Anzeichen für Zinssenkung im Juni

Die Anzeichen für eine erste Zinssenkung bei der EZB-Sitzung am 6. Juni verdichten sich. Der Chefvolkswirt der EZB, Philip Lane, sagte in einem Interview mit der „Financial Times“ am Montag: „Wenn es keine großen Überraschungen gibt, ist das, was wir sehen, ausreichend, um die höchste Stufe der Beschränkung aufzuheben.“

Ähnlich äußerte sich der französische Zentralbankchef Francois Villeroy de Galhau gegenüber der „Börsenzeitung“: „Wenn es keine Überraschung gibt, ist die erste Zinssenkung im Juni beschlossene Sache, aber danach haben wir mehrere Freiheitsgrade.“

Mit Blick auf weitere mögliche Zinssenkungen sagte er der „Börsenzeitung“: „Ich lese manchmal, dass wir die Zinsen nur einmal im Quartal senken sollten, wenn neue EZB-Prognosen vorliegen, und daher den Juli ausschließen sollten.“ Von diesem Vorgehen halte er wenig. „Ich sage nicht, dass wir uns auf den Juli festlegen sollten, aber wir sollten hinsichtlich des Zeitpunkts und des Tempos unsere Freiheit behalten.“

Chefvolkswirt Lane erklärte in dem „FT“-Interview, dass die EZB die Zinssätze das ganze Jahr über in einem restriktiven Bereich halten müsse und weitere Fortschritte bei der Inflation erforderlich seien. evb

 

10.05.2024

Bank of England belässt Leitzins unverändert

Die Bank of England (BoE) hat den Leitzins auf ihrer gestrigen Sitzung unverändert bei 5,25 Prozent belassen. Sieben der neun stimmberechtigten BoE-Notenbanker stimmten für den Status quo, bei dem vorherigen Treffen waren es noch acht gewesen. Im März hatte die Inflation in Großbritannien bei 3,2 Prozent und damit über dem 2-Prozent-Inflationsziel der BoE gelegen.

Die schwedische Notenbank Sveriges Riksbank hat am Mittwoch hingegen ihre erste Leitzinssenkung seit 2016 vorgenommen. Dieser liegt nun 0,25 Prozent niedriger bei 3,75 Prozent.

01.05.2024

Fed hält Leitzinsen konstant

Die Fed lässt den Leitzins auf der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent weiter stabil. „Ich denke, es ist unwahrscheinlich, dass der nächste Schritt eine Zinserhöhung sein wird“, sagte der Chef der US-Fed auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. Grund dafür sei die immer noch zu hohe Inflation.

11.04.2024

EZB lässt Zinsen unverändert

Der EZB-Rat hat bei der heutigen Sitzung beschlossen, die Zinsen im Euro-Raum nicht zu ändern. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt weiterhin bei 4,5 Prozent, der Einlagenzinssatz bei 4 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 4,75 Prozent. Viele Marktbeobachter gehen von einer ersten Zinssenkung im Juni aus.

„Die EZB wird immer optimistischer, dass die Voraussetzungen für eine Lockerung der Geldpolitik gegeben sind. Niemand sollte von einer Zinssenkung im Juni überrascht sein“, kommentiert Mark Wall, Chief European Economist von Deutsche Bank Research. „Die Frage ist, ob die anhaltende Vorsicht der EZB in Bezug auf die inländische Inflation bedeutet, dass eine weitere Zinssenkung im Juni und Juli weniger wahrscheinlich ist. Die Rücknahme der restriktiven Maßnahmen, um es mit den Worten von Präsidentin Lagarde auszudrücken, könnte eher schrittweise erfolgen.“

09.04.2024

Leitzinsen bleiben voraussichtlich unverändert

Am Donnerstag entscheidet der EZB-Rat über die Leitzinsen im Euro-Raum. „Die Europäische Zentralbank dürfte am Donnerstag die Füße still halten“, kommentiert Ann-Katrin Petersen, Leiterin Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Osteuropa beim Blackrock Investment Institute. „Allerdings haben für sich genommen die eingehenden Daten, einschließlich der jüngsten Inflationszahlen, die Argumente für eine erste Zinssenkung der EZB im Juni gestärkt, welche am Terminmarkt nunmehr vollständig eingepreist ist.“

Die EZB werde ihre Reaktionsfunktion voraussichtlich weiterhin anhand von drei Kriterien ausrichten: den Inflationsaussichten, der Dynamik der unterliegenden Inflation und der Stärke der geldpolitischen Transmission, erklärt Petersen. „EZB-Vertreter haben durchblicken lassen, dass ihr Vertrauen in das erste Element, ihre Inflationsprognose, gestiegen ist.“ Petersen betont: „2024 wird das Jahr der Zinswende.“

„Auf fundamentaler Seite kommt es in den nächsten Tagen wohl darauf an, dass die EZB die Zinssenkungsperspektive erhält und möglicherweise konkretisiert“, zitiert die dpa die Experten der Landesbank Helaba. Die technischen Indikatoren mahnten jedoch vor zu viel Optimismus.

Eine Linkedin-Umfrage von DerTreasurer zur Zinsentscheidung diesen Donnerstag hat ergeben, dass die überwiegende Mehrheit – 85 Prozent – damit rechnet, dass die EZB die Zinsen auf dem aktuellen Niveau belässt. Lediglich 15 Prozent der Befragten erwarten eine erste Zinssenkung.

21.03.2024

Fed: Zinssenkung lässt weiter auf sich warten

Auf ihrer gestrigen Sitzung hat die US-Notenbank Fed den Leitzins zum fünften Mal in Folge unangetastet gelassen. Der geldpolitische Schlüsselsatz verharrt damit weiter in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent. Gleichzeitig rechnet die Fed für dieses Jahr im Mittel weiter mit einem Leitzins in Höhe von 4,6 Prozent – dies spricht noch für drei Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf. phh

14.03.2024

EZB setzt auch in Zukunft auf Anleihekäufe

Der EZB-Rat hat einen neuen geldpolitischen Handlungsrahmen verabschiedet. Dieser beinhaltet Pläne für weitere Anleihekäufe. Zwar sollen das Coronakrisen-Programm PEPP und das längerfristige Anleihekaufprogramm APP abgebaut werden, aber gleichzeitig heißt es auch: „Neue strukturelle längerfristige Refinanzierungsgeschäfte und ein strukturelles Wertpapierportfolio werden zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt, wenn sich wieder eine dauerhafte Ausweitung der Bilanz des Eurosystems abzeichnet.“ Diese Geschäfte werden dazu beitragen den strukturellen Liquiditätsbedarf des Bankensektors zu decken, so die Mitteilung.

Eine weitere Änderung umfasst neue längerfristige Kreditgeschäfte mit Banken, die künftig bestehende kurzfristige Kredite (MRO) sowie dreimonatige Langfristkredite (LTRO) ergänzen. Zudem werden die Zinsregeln für kurzfristige Kredite angepasst: Der Zinsabstand des Hauptrefinanzierungssatz im Vergleich zum Einlagensatz soll sich ab dem 18. September von 0,5 auf 0,15 Prozentpunkte verringern. Der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität wird so angepasst, dass der Abstand zwischen dem Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und dem Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte unverändert bei 25 Basispunkten liegt. Die Notenbank steuert die Wirtschaft nun hauptsächlich über den Einlagensatz als Hauptleitzins, behält aber alle drei Leitzinsen bei.

07.03.2024

Keine Zinsänderung der EZB

Die EZB hat beschlossen, die Zinsen unverändert zu lassen. Der Leitzins, zu dem sich Banken im Euroraum frisches Geld bei der EZB besorgen können, liegt damit weiterhin bei 4,5 Prozent. Der Einlagezins bleibt bei 4,0 Prozent. Zur Inflationsentwicklung heißt es in dem aktuellen EZB-Statement: „Obwohl die meisten Messgrößen der zugrunde liegenden Inflation weiter zurückgegangen sind, bleibt der inländische Preisdruck hoch, was zum Teil auf den starken Anstieg der Löhne zurückzuführen ist.“

Mark Wall, Chief European Economist der Deutschen Bank, kommentiert: „Angesichts der Korrekturen an den Prognosen der Experten und der leicht veränderten Formulierung der Erklärung rückt die EZB näher an die erste Zinssenkung heran. Es wird den Markt nicht überraschen, dass die EZB von Sitzung zu Sitzung einen datenabhängigen Ansatz verfolgt.“

07.03.2024

EZB vor Entscheid: Zinssenkung unwahrscheinlich

Am Nachmittag findet die nächste Zinssitzung der EZB statt. Allgemein wird erwartet, dass die Währungshüter die Leitzinsen im Euroraum vorerst unverändert lassen werden. Auch in einer Linkedin-Umfrage von DerTreasurer geht eine Mehrheit von rund 86 Prozent davon aus, dass die EZB die Zinsen unverändert lässt. 12 Prozent rechnen mit einer ersten Zinssenkung. Nur 2 Prozent erwarten eine weitere Zinserhöhung.

Der Leitzins, zu dem sich Banken im Euroraum frisches Geld bei der EZB besorgen können, liegt derzeit bei 4,5 Prozent. Parken die Geldhäuser Einlagen bei der Notenbank, erhalten sie dafür 4,0 Prozent Zinsen.

Charles Diebel, Head of Fixed Income bei Mediolanum International Funds, rechnet damit, dass es keine Anpassung der offiziellen Ziele für die Zinssätze geben wird. „Es wird jedoch aufschlussreich sein, wie die Notenbank ihre Entscheidung begründet. Nach den zuvor ehrgeizig eingepreisten Zinssenkungen haben sich die Erwartungen des Marktes mittlerweile wieder normalisiert und sind wieder sehr viel näher an den offiziellen Erwartungen der EZB.“

Derweil zeigen sich die Folgen der Zinserhöhung bei den deutschen Unternehmen. Die Unternehmen haben ihre ursprünglich geplanten Investitionen aufgrund der höheren Zinsen in den vergangenen eineinhalb Jahren um durchschnittlich 8,4 Prozent reduziert, zeigen ifo-Konjunkturumfragen vom Dezember 2023. „Unternehmen investieren wegen höherer Zinsen deutlich weniger in Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Auch Investitionen in Forschung und Entwicklung sind betroffen“, sagt ifo-Forscher Manuel Menkhoff. „Obwohl die Gesamtheit aller befragten Unternehmen im Durchschnitt 8,4 Prozent weniger investiert, zeigt sich aber auch, dass 80 Prozent der Unternehmen ihre Investitionspläne bisher überhaupt nicht angepasst haben“, sagt ifo-Forscherin Lea Best.

23.02.2024

EZB-Rat hat keine Eile bei Leitzinssenkung

Die Europäische Zentralbank (EZB) signalisiert Zurückhaltung bei der Anpassung der Leitzinsen. Laut einem nun veröffentlichten Protokoll bestand bei einer geldpolitischen Sitzung Ende Januar Einigkeit darüber, dass eine vorzeitige Senkung riskanter sei als eine verzögerte Lockerung der Leitzinsen. Die Währungshüter betonen die Gefahren einer zu schnellen Zinssenkung, die hohe Reputationskosten nach sich ziehen könnte. evb

21.02.2024

Zinsgeschäft der Bundesbank leidet

Die Deutsche Bundesbank wird an diesem Freitag ihren Geschäftsbericht 2023 vorstellen. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet, soll das Institut einen zweistelligen Milliardenverlust im Zinsgeschäft im vergangenen Jahr eingefahren haben. Auffangen kann die Bundesbank das Minus demnach nur mithilfe der Auflösung von Rückstellungen, die sich momentan auf etwa 19,2 Milliarden Euro belaufen. Laut Neuer Zürcher Zeitung dürfte dieser Betrag fast ganz aufgezehrt werden.

Laut einer Quelle der FAZ sind die kolportierten Größenordnungen wohl realistisch. Damit würde die Bundesbank bereits zum vierten Mal in Folge keinen Gewinn an den Bundeshaushalt überweisen. Die massiven Verluste im Zinsgeschäft seien auf eine komplexe Wirkungskette infolge der jüngsten Zinserhöhungen sowie den früheren Anleihekäufen zurückzuführen. phh

01.02.2024

Bank of England lässt Leitzins unverändert

Die Bank of England belässt den Leitzins unverändert bei 5,25 Prozent. Eine Mehrheit von sechs Mitgliedern stimmte für diese Entscheidung. Zwei Mitglieder votierten für eine Zinserhöhung. Ein Mitglied der Notenbank stimmte für eine Zinssenkung. „Die Bank of England hatte heute einen schwierigen Balanceakt zu bewältigen: Sie musste einen Schritt in Richtung künftiger Zinssenkungen machen, gleichzeitig aber eine ausreichend restriktive Haltung einnehmen, um den Optimismus an den Märkten in Grenzen zu halten“, erklärt April LaRusse, Head of Investment Specialists bei Insight Investment. „Wir sind der Ansicht, dass sie diese Aufgabe recht gut bewältigt hat.“ evb

29.01.2024

Euro fällt auf Sechs-Wochen-Tief

Der Euro-Kurs ist auf den tiefsten Stand seit mehr als sechs Wochen gesunken. Am Nachmittag kostete ein Euro zwischenzeitlich 1,0798 US-Dollar. Am Morgen war der Euro-Kurs noch einen halben Cent höher gehandelt worden. Belastet wurde der Euro durch Spekulationen auf Leitzinssenkungen der EZB. evb

25.01.2024

EZB hält erneut die Füße still

Auf ihrer ersten Ratssitzung des Jahres 2024 hat die Europäische Zentralbank (EZB) keine Änderungen an ihrer Zinspolitik vorgenommen. Der Leitzins liegt damit unverändert auf dem Niveau von 4,5 Prozent. Es ist bereits die dritte Zinspause der EZB in Folge.

An den Finanzmärkten wird aufgrund der rückläufigen Inflationsrate seit Längerem über mögliche Zinssenkungen der EZB spekuliert. EZB-Präsidentin Christine Lagarde wollte sich dazu heute allerdings nicht äußern. phh

24.01.2024

Chinesische Notenbank lockert Geldpolitik

Die chinesische Notenbank senkt ihren Reservesatz für Geschäftsbanken um 0,5 Prozentpunkte. Mit der Maßnahme, die am 5. Februar in Kraft treten wird, soll die schwächelnde chinesische Wirtschaft gestützt werden. Nach Angaben von Zentralbankchef Pan Gongsheng wird dadurch umgerechnet knapp 130 Milliarden Euro an zusätzlicher Liquidität für das Finanzsystem freigesetzt. phh

17.01.2024

EZB signalisiert mögliche Zinssenkungen

Die Europäische Zentralbank könnte im Sommer die Zinsen senken, so Präsidentin Christine Lagarde in einem „Bloomberg“-Interview. Die Zentralbankchefin betonte jedoch, dass Entscheidungen datenabhängig seien und weiterhin Unsicherheiten bestünden. Trotz der Aussicht auf niedrigere Zinsen warnt Lagarde vor zu aggressiven Marktreaktionen. Die Geldmärkte haben ihre Erwartungen bereits angepasst und rechnen nun mit einer Senkung um 140 Basispunkte bis Jahresende. evb

14.12.2023

Auch Bank of England hält Füße still

Nach Fed und EZB hat auch die Bank of England (BoE) ihren Leitzins unangetastet gelassen. Zum dritten Mal in Folge bleibt er bei 5,25 Prozent. Der Entschluss fiel mit sechs zu drei Stimmen. Am Markt war die abermalige Zinspause mehrheitlich erwartet worden.

In ihrem geldpolitischen Ausblick vertritt die BoE unverändert die Ansicht, dass bei anhaltendem Inflationsdruck weitere Verschärfungen der Geldpolitik erforderlich sein könnten. Nach Höchstwerten von über 11 Prozent im vergangenen Jahr war die Inflation in Großbritannien zuletzt auf 4,6 Prozent gefallen.

14.12.2023

EZB lässt Zins unverändert

Auch die Europäische Zentralbank nimmt keinen Zinsschritt vor. Der Leitzins bleibt weiterhin bei 4,5 Prozent. Diese Entscheidung war erwartet worden. Es gibt bereits Spekulationen über erste Zinssenkungen im neuen Jahr.

Die Inflationsraten im Euro-Raum waren zuletzt merklich zurückgegangen. Im November lag sie bei 2,4 Prozent, nach 2,9 Prozent im Oktober.

14.12.2023

Fed lässt Leitzinsen unverändert

Die US-Notenbank hat erneut keinen Zinsschritt durchgeführt. Zum dritten Mal in Folge bleibt der Zins unverändert in der Spanne von 5,25 bis 5,5%. Die Entscheidung der Fed war erwartet worden.  Seit März 2022 hatte sie den Leitzzins im Kampf gegen die Inflation elfmal erhöht. Er liegt nun auf dem höchsten Wert seit 2001. Im kommenden  Jahr könnte es sogar erste Zinssenkungen geben.

29.11.2023

EZB diskutiert über Ende von Pepp-Programm

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat angedeutet, dass die Währungshüter bald darüber beraten werden, das Pandemie-Anleihe-Kaufprogramm Pepp vorzeitig zu beenden. Nach aktueller Beschlusslage soll die Wiederanlage bis mindestens Ende 2024 fortgeführt werden. Einige Ratsmitglieder hatten sich in den vergangenen Monaten dafür ausgesprochen, die Pepp-Käufe zu beenden. evb

22.11.2023

Neue Leitzinssignale von EZB-Präsidentin Lagarde

In einer Rede anlässlich des 100. Jahrestages der Währungsreform in Deutschland hat EZB-Präsidenten Christine angedeutet, der Zinsgipfel könnte erreicht sein. Ihre Aussagen werden so gewertet, dass das Zinsniveau zunächst konstant bleiben wird. Nie zuvor sei die Geldpolitik in einem solchen Umfang und einer solchen Geschwindigkeit gestrafft worden. Es herrsche Unsicherheit, wie der Effekt der Maßnahmen ausfallen werde. Daher müsse jetzt abgewartet werden, bis die Instrumente ihre Wirkung entfalten.

Auf ihrem nächsten Zinsentscheid am 14. Dezember dürfte die EZB den Leitzins also wie bereits im Oktober bei 4,5 Prozent belassen. Davor hatten die Euro-Währungshüter seit Juli 2022 zehnmal infolge an der Zinsschraube gedreht.

10.11.2023

Verschärfte Kreditstandards treffen auf schwache Nachfrage

Jüngste Bankenumfragen in den USA und Europa deuten auf eine weitere Verschärfung bei der Kreditvergabe hin. Das beobachten die Researcher von Aegon Asset Management. Demnach lassen sich für die USA aus der Oktoberausgabe der Senior Loan Officer Opinion Survey strengere Vergabestandards von Banken erkennen, etwa bei Wohnimmobilienkrediten an Privathaushalte sowie sämtlichen Verbraucherkreditkategorien. Diese erhöhten Anforderungen träfen dabei auf eine schwächere Kreditnachfrage.

Ein ähnliches Bild ergibt sich laut Aegon in Europa: In der Umfrage zur Kreditvergabe der europäischen Banken rechnen die befragten Institute mit einer weiteren Verschärfung der Kreditbedingungen, die auf eine schwächere Nachfrage treffen dürfte. Im zurückliegenden dritten Quartal seien insbesondere die Standards für Wohnungsbaukredite restriktiver geworden, mit einem regionalen Schwerpunkt auf Frankreich und Italien.

02.11.2023

Bank of England belässt Zinsen

Neben der Fed lässt auch die Bank of England die Leizinsen unverändert. Die Mehrheit des Ausschusses stimmt mit 6 zu 3 Stimmen für unveränderte Zinssätze. 

„Ich gehe davon aus, dass die Chancen für eine weitere Zinserhöhung in diesem Zyklus sehr gering sind, da die Konjunktur und die Zukunftsindikatoren auf eine geringere Aktivität bei sinkender Inflation hindeuten“, kommentiert James Lnych, Portfolio Manager bei Aegon Asset Management das Verhalten der BoE. „Die Frage sollte nun lauten, wann die BoE die Zinsen senken wird und wie schlecht die Aussichten sein müssen, damit die BoE von ihrer derzeitigen ,Pause‘ abrückt.“

02.11.2023

Fed legt weitere Zinspause ein

Die US-Notenbank Fed hat in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, den Leitzins beizubehalten. Er bleibt in einer Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent. Schon bei der vorherigen Sitzung im September hatten die Währungshüter den Zinssatz nicht angehoben.

30.10.2023

Schweizer Notenbank will eigene Zinskosten senken

Die Schweizerische Nationalbank will die Verzinsung von Sichtguthaben anpassen. Die Nationalbank reduziert eigenen Angaben zufolge zum 1. Dezember den Faktor für die Obergrenze, die bei der abgestuften Verzinsung der Sichtguthaben zur Anwendung kommt. Zudem würden Sichtguthaben, die zur Erfüllung der Mindestreserven gehalten würden, nicht mehr verzinst.

26.10.2023

EZB belässt Leitzinsen

Die EZB hat bei ihrer heutigen Sitzung eine Zinspause beschlossen. Der Leitzins bleibt, wie von den meisten Experten erwartet, bei 4,5 Prozent. Der ifo-Präsident Clemens Fuest begrüßt die Entscheidung: „Die schnellen Zinserhöhungen seit etwa einem Jahr haben dazu beigetragen, die Inflation zu dämpfen und die Inflationserwartungen zu stabilisieren, und diese Entwicklung wird sich voraussichtlich in den kommenden Monaten fortsetzen. Für Zinssenkungen ist es allerdings noch zu früh. Dafür muss die Inflation weiter zurückgehen. Vor allem wegen hoher Lohnabschlüsse und Risiken bei den Energiepreisen ist nicht garantiert, dass das so kommt.“

25.10.2023

Beobachter rechnen mit Zinspause

Wieder einmal sind die Augen gespannt auf die EZB gerichtet, die am morgigen Donnerstag über weitere Zinsschritte entscheidet. Die meisten Experten rechnen mit einer Zinspause. „Zum momentanen Zeitpunkt sehen wir die Leitzinsen der EZB auf einem ausreichend hohen Niveau, welches für eine längere Zeit gehalten wird (High for Longer)“, kommentiert Jens Franck, Leiter Portfoliomanagement bei NordIX. 

Auch Ann-Katrin Petersen, Senior-Kapitalmarktstrategin bei Blackrock, rechnet mit der ersten Zinspause seit dem Sommer. „Unseres Erachtens dürfte die EZB erst weit ins Jahr 2024 Zinssenkungen wagen. Der unterliegende Inflationsdruck fällt auf absehbare Zeit weiterhin hartnäckig hoch aus, angesichts eines engen Arbeitsmarkts und gedämpfter Produktivität.“

Ähnlich äußert sich Jill Hirzel, Senior Investment Specialist bei Insight Investment: „Es werden alle Augen auf Präsidentin Lagarde gerichtet sein und darauf, ob ihr Ton sich angesichts der Abschwächung der Wirtschaftsdaten in den letzten Wochen ändert“, prognostiziert Hirzel. „Die Fragestunde nach der Sitzung wird ebenfalls im Mittelpunkt stehen. Es wird erwartet, dass die EZB das Ende der Reinvestitionen aus ihrem pandemischen Notkaufprogramm für Anleihen, das derzeit bis Ende 2024 läuft, bekannt geben wird.“

Die DerTreasurer-Community ist mehrheitlich der gleichen Meinung: In einer Linkedin-Umfrage gaben rund 80 Prozent an, dass sie mit einer Zinspause rechnen. Der Rest stimmte für die Option einer weiteren Zinserhöhung ab. Für eine Zinssenkung votierte niemand.

16.10.2023

KMU-Kredite von Commerzbank und EIB

Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Commerzbank haben zur Unterstützung mittelständischer Unternehmen ein neues Garantieprogramm aufgelegt. Firmen mit 250 bis 3000 Beschäftigten in Deutschland und der Europäischen Union können Kredite beantragen. Insgesamt stehen 400 Millionen Euro zur Verfügung, wobei die von der EIB gewährten Garantien bis zu 50 Prozent des Portfolios abdecken werden.

Anlass der Kooperation ist zum einen die Sorge, dass Mittelständler infolge von Ukraine-Kriegs, steigender Zinsen und hoher Inflation zunehmend schwierig an neue Finanzierungen kommen. Andreas Kern, Leiter Corporate Lending der Commerzbank, erklärt zudem: „Der hohe Investitionsbedarf unserer Unternehmenskunden zur Finanzierung des Übergangs zur Nachhaltigkeit in Verbindung mit den aktuellen globalen Herausforderungen erfordert starke und zuverlässige Finanzierungspartner.“

Ähnliche Garantieprogramme hat die EIB zuletzt bereits unter anderem mit der Deutschen Bank und Berenberg konzipiert. Sie sind Teil des EU-weiten „Linked Risk Sharing“-Programms, das den Zugang zu Finanzierungsmitteln erleichtern soll.

10.10.2023

Hamas-Angriff auf Israel treibt Ölpreis

Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten treibt den Ölpreis nach oben und sorgte für Unsicherheit an den internationalen Märkten. Ein Anstieg des Ölpreises könnte die Inflation antreiben und Notenbanken zu weiteren Zinsschritten zwingen. Doch bislang fällt die Reaktion der Märkte verhalten aus. Während Dax und Dow Jones zum Wochenbeginn nachgaben, starten sie am Dienstag bereits wieder mit einem Plus. Grund für die Erholung könnten unter anderem Signale der Fed sein, die nahelegen, dass keine weiteren Zinsschritte nötig sein werden.
  
Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, sagte gegenüber der F.A.Z. am Montag: „Die entscheidende Frage ist, ob sich aus der komplexen Lage im Nahen Osten eine weitere Eskalation entwickelt. Diese Möglichkeit muss man eher annehmen als früher, weswegen erhöhte Wachsamkeit das Gebot der Stunde ist.“

21.09.2023

Fed bleibt bei 5,25 bis 5,5 Prozent

Die US-Notenbank Fed hat beschlossen, den Leitzins vorerst unverändert zu lassen. Die Spanne bleibt bei 5,25 bis 5,5 Prozent. Die Notenbank hat noch nicht entschieden, wie es weitergehen soll. Eine mögliche Zinserhöhung im November oder Dezember ist jedoch nicht ausgeschlossen. Die Inflation in den Vereinigten Staaten bleibt weiterhin hoch. Der Arbeitsmarkt zeigt derzeit leichte Schwächen, aber die Wirtschaft funktioniert gut.

Deutsche Treasury-Experten hat die Zinspause nicht allzu sehr überrascht. Bei einer Umfrage auf dem Karriereportal Linkedin hatten 57 Prozent angegeben, dass die Fed die Zinsen nicht weiter erhöht. Der Rest hatte jedoch mit einer weiteren Erhöhung gerechnet.

Die Geldpolitiker gehen davon aus, dass die Zinsen im kommenden Jahr nicht so stark sinken werden wie bisher angenommen. Dies geht aus den wirtschaftlichen Projektionen der Geldpolitiker hervor, die ebenfalls veröffentlicht wurden. Demnach könnte die US-Notenbank die Zinsen bis 2024 zweimal um je einen Viertel-Prozentpunkt senken. Zuvor hatten Beobachter eine Senkung von bis zu 1 Prozent erwartet.

21.09.2023

SNB dreht nicht an der Zinsschraube

Die Schweizer Nationalbank hat beschlossen, vorerst keine weiteren Zinserhöhungen vorzunehmen. Nach fünf aufeinanderfolgenden Erhöhungen bleibt der Leitzins bei 1,75 Prozent, wie die SNB am Donnerstag bekannt gab.

Die Geldpolitik der letzten Quartale, die deutlich gestrafft wurde, wirkt dem immer noch vorhandenen Inflationsdruck entgegen, erklärte die SNB. Es ist jedoch möglich, dass in Zukunft weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen, um langfristig Preisstabilität zu gewährleisten.

Um angemessene monetäre Bedingungen sicherzustellen, ist die Nationalbank weiterhin bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv zu werden. In der aktuellen Situation stehen dabei vor allem Devisenverkäufe im Fokus, wie bereits zuvor angekündigt.

Im Juni 2022 hat die SNB erstmals seit fünfzehn Jahren den Zinssatz um einen halben Prozentpunkt angehoben, gefolgt von vier weiteren Erhöhungen bis Juni.

14.09.2023

EZB hebt Zinsen um 25 Basispunkte an

Der EZB-Rat hat beschlossen, die drei Leizinsen um jeweils 25 Basispunkte anzuheben. Dementsprechend liegt der Zins für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte nun bei 4,5 Prozent. Die Zinsen für Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität steigen auf 4,75 Prozent beziehungsweise 4 Prozent.

Diesmal war die Zinsentscheidung der EZB so knapp wie nie. In einer Umfrage von DerTreasurer bei Linkedin hatten 64 Prozent auf eine Anhebung um 25 Basispunkte getippt, 33 Prozent sind von einer Zinspause ausgegangen und nur 3 Prozent sind davon ausgegangen, dass die EZB die Zinsen um 50 Basispunkte anheben wird.

11.09.2023

Unsicherheit vor Zinsentscheidung

Vor der am Donnerstag anstehenden Sitzung der Europäischen Zentralbank gehen die Erwartungen stark auseinander. Bisher sind sich die Beobachter uneins, ob die Währungshüter eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte oder eine Zinspause verkünden werden.

Für die EZB sei eine weitere Zinsanhebung erst für Oktober wahrscheinlich, meint Bernd Meyer, Chefanlagestratege und Leiter Multi Asset im Wealth and Asset Management bei Berenberg. EZB-Ratsmitglied Klaas Knot sagte kürzlich in einem Interview, dass ein weiterer Zinsschritt immer noch möglich, aber nicht sicher sei.

31.08.2023

Zinspause der EZB?

In zwei Wochen entscheidet der EZB-Rat darüber, ob die Zinsen erneut angehoben werden. Tomasz Wieladek, Chefvolkswirt für Europa bei T. Rowe Price, rechnet mit einer Zinspause aufgrund der jüngste Inflationsdaten. „In Jackson Hole hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde erneut betont, dass die EZB datengetrieben agieren muss. Diese Botschaft wurde heute von EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabl bekräftigt“, so Wieladek. „Bisher deuten die realwirtschaftlichen Daten für August auf eine Zinspause hin, besonders spricht der starke Rückgang des Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor dafür.“

22.08.2023

Chinesische Notenbank mit Mini-Zinssenkung

Die chinesische Notenbank People’s Bank of China (PBoC) hat auf ihrer jüngsten Sitzung den einjährigen Referenzzinssatz für Bankkredite an Unternehmen und Haushalte leicht von 3,55 auf 3,45 Prozent gesenkt. Der Zinssatz für fünfjährige Kredite wurde derweil auf 4,20 Prozent belassen. An den Märkten war man zuletzt von einer deutlicheren Zinssenkung ausgegangen.

17.08.2023

Barkow-Consulting-Corporate-Credit-Index erreicht 14-Jahres-Hoch

Der Barkow-Consulting-Corporate-Credit-Index steigt auf 4,79 Prozent – damit liegt er nahe an den Höchstständen der vergangenen 14 Jahre. Gegenüber dem Tiefststand von 0,92 Prozent im August 2019 hat sich der Index damit mehr als verfünffacht. Der Index beschreibt den durchschnittlichen Zinssatz für Unternehmenskredite mit einer Laufzeit von fünf Jahren.

27.07.2023

EZB erhöht Leitzins auf 4,25 Prozent

Auch die EZB zieht nach und erhöht den Leitzins zum neunten Mal in Folge. Der Leitzins wurde um 0,25 Prozentpunkte angehoben und liegt nun bei 4,25 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 2008. 

Der Einlagenzins, das ist der Betrag, den Banken erhalten, wenn sie überschüssiges Geld auf ihrem EZB-Konto parken, beträgt 3,75 Prozent. Das ist die höchste Vergütung seit 2000.

26.07.2023

Fed erhöht den Leitzins auf den höchsten Stand seit 22 Jahren

Die Fed hat den Leitzins erneut angehoben. Er liegt nun in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 22 Jahren.

22.06.2023

Zentralbanken heben Leitzinsen an

Mehrere Zentralbanken haben heute ihre Leitzinsen angehoben: Bei der Bank of England fiel der Anstieg überraschend hoch aus. Die Erhöhung betrug 0,5 Prozentpunkt, somit liegt der Leitzins nun bei 5 Prozent. Es ist die 13. Zinserhöhung in Folge.

Auch die Schweizer Nationalbank hebt die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte auf 1,75 Prozent an. Zugleich deutet der Chef der Schweizer Währungshüter ein weiteren Zinsschritt im September an.

Einen deutlichen Zinsschritt machte die türkische Zentralbank. Der Leitzins wurde von 8,5 auf 15 Prozent angehoben. Erst kürzlich wurde mit Hafize Gaye Erkan eine neue Zentralbank-Chefin ernannt.

15.06.2023

EZB hebt Leitzins erneut an

Die EZB hat auf ihrer Ratssitzung am Donnerstag die Leitzinsen ein weiteres Mal angehoben. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt nun bei 4 nach zuvor 3,75 Prozent. Es ist bereits die achte Erhöhung in Folge seit Juli 2022. Die Inflation in der Eurozone hatte im Mai zwar stärker als erwartet nachgegeben. Mit 6,1 Prozent liegt sie aber nach wie vor deutlich über dem mittelfristigen EZB-Ziel von zwei Prozent.

15.06.2023

FED legt Zinspause ein

Die Federal Reserve pausiert mit einer weiteren Zinserhöhung. Die US-Notenbank beließ den Leitzins nach zehn Anhebungen in Folge am Mittwoch in der Spanne von 5,0 bis 5,25 Prozent. Die FED will die Ruhepause  dazu nutzen, um weitere Daten zu sichten, bevor sie über eine weitere Erhöhung entscheidet. Die nächste Sitzung findet im Juli statt.

An diesem Donnerstag entscheidet auch die EZB über eine mögliche Zinserhöhung. Volkswirte gehen von keiner Pause aus und erwarten eine Erhöhung des Einlagensatzes auf 3,5 Prozent.

14.06.2023

Ein Drittel der Unternehmen gegen weitere Zinsanhebung

Fast jedes dritte deutsche Unternehmen ist gegen einen weiteren Zinsschritt der Europäischen Zentralbank. Das hat eine aktuelle Umfrage des Kreditversicherers Atradius unter mehr als 350 Unternehmen in Deutschland ergeben. 26 Prozent glauben zudem, dass die Geldpolitik der Notenbanken die Konjunktur behindert. 57 Prozent sagen allerdings, die Konjunktur würde durch die Zinsen nur teilweise behindert.

Besonders harsch ist die Kritik in der Baubranche. Das spiegelt sich auch in der Zahlungsmoral wider. In dem Sektor dauern Zahlungen laut dem Kreditversicherer im Durchschnitt derzeit 30 bis 60 Tage, Zahlungsverzögerungen und Insolvenzen nehmen zu. Atradius erwartet, dass die Insolvenzen im Baugewerbe 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 25 bis 30 Prozent steigen werden, wobei kleine und mittlere Unternehmen am stärksten gefährdet seien.

11.05.2023

BoE setzt ihren restriktiven Kurs fort

Die Bank of England (BoE) hat den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,5 Prozent angehoben. Es handelt sich bereits um die zwölfte Erhöhung in Folge. Die Inflation lag in Großbritannien zuletzt bei über 10 Prozent. In ihrer Forward Guidance deutete die BoE die Bereitschaft zu weiteren Zinsschritten an, sofern die Inflationsdynamik hartnäckiger als bislang erwartet ausfalle.

11.05.2023

BGH schafft Klarheit im Streit um Negativzinsen

Im Streit um die Zahlung von Negativzinsen ist das Land Nordrhein-Westfalen vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gescheitert. Nach Ansicht der Karlsruher Richter hat das Bundesland keinen Anspruch auf Negativzinsen von der DZ Hyp. Die beiden Parteien hatten 2007 ein Schuldscheindarlehen über 100 Millionen Euro mit einer Zinsgleitklausel vereinbart. Eine Zinsuntergrenze wurde damals nicht festgelegt. 

Warum das BGH dennoch entschied, dass keine Negativzinsen gezahlt werden müssen, und welche Auswirkung das Urteil für andere Unternehmensfinanzierungen hat, lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation Der Neue Kämmerer.

04.05.2023

EZB mit siebter Zinserhöhung in Folge

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Schlüsselzinssätze im Euroraum um weitere 25 Basispunkte angehoben. Damit liegt der Hauptrefinanzierungssatz nun bei 3,75 Prozent, der Einlagenzins beträgt 3,25 Prozent.

Es handelt sich bereits um die siebte Zinsanhebung der EZB in Folge. Gleichzeitig wurde dabei zum ersten Mal eine Erhöhung um 25 Basispunkte gewählt – bislang lagen die Zinsschritte mindestens bei 50 Basispunkten.

Während die EZB ihr Tempo bei den Zinsen also drosselt, soll der Bilanzabbau beschleunigt werden: Bereits ab Juli sollen auslaufende Anleihen aus dem Kaufprogramm APP nicht mehr ersetzt werden. Mit den Maßnahmen hofft die Notenbank der anhaltend hohen Inflation im Euroraum Herr zu werden. Im April war diese leicht von 6,9 auf 7,0 Prozent gestiegen.

03.05.2023

Fed erhöht Zinsen erneut

Die US-Notenbank Federal Reserve hat erneut die Zinsen angehoben – trotz der Turbulenzen am Bankenmarkt. Auch die Pleite der Bank First Republic sorgte nicht für eine Pause seitens der Fed. Der Zinsanstieg lag bei 0,25 Prozentpunkten. Der Leitzins liegt nun bei 5 bis 5,25 Prozent. Damit hat die Fed den Zins auf das höchste Niveau seit 2007 angehoben.

Ob die Europäische Zentralbank der US-Notenbank folgt und ebenfalls einen weiteren Zinsschritt beschließt, entscheidet sich heute. „Wir erwarten, dass die EZB das Tempo der Zinserhöhungen am kommenden Donnerstag von 50 auf 25 Basispunkte verlangsamt. Der Leitzins hat das restriktive Niveau von 3 Prozent erreicht“, kommentierte Patrick Barbe, Head of European Investment Grade Fixed Income bei dem US-amerikanischen Vermögensverwalter Neuberger Berman, die heute erwartete Entscheidung im Vorfeld. Er verweist auch auf die gesunkene Inflationsrate von 10,6 Prozent im Oktober auf 7 Prozent im April.

23.03.2023

BoE hebt Leitzins auf 4,25 Prozent

Die Bank von England (BoE) erhöht den Leitzins um einen Viertel-Punkt auf 4,25 Prozent. Es war bereits die elfte Anhebung in Folge.

23.03.2023

SNB hebt Leitzins auf 1,5 Prozent an

Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) hebt den Leitzins um 50 Basispunkte auf 1,5 Prozent an. 

22.03.2023

FED erhöht Leitzins weiter

Trotz der Bankenkrise hob die US-Notenbank Fed den Leitzins um weitere 0,25 Prozentpunkte, damit liegt er nun in der Spanne von 4,75 bis 5,0 Prozent. Die in den USA gehäuft aufgetretenen Probleme von Regionalbanken wie die Pleite der SVB werden auch als Folge der rasant angehobenen Zinsen zur Bekämpfung der Inflation gesehen.

16.03.2023

EZB erhöht Leitzins auf 3,5 Prozent

Die EZB hält an ihrem geldpolitischen Kurs fest: Trotz der aktuell äußert angespannten Stimmung an den Finanzmärkten hebt sie den Leitzins um weitere 50 Basispunkte auf nun 3,5 Prozent an. Ziel ist die Bekämpfung der nach wie vor zu hohen Inflation im Euroraum. Im Februar hatte die Teuerung laut Eurostat bei 8,5 Prozent nach 8,6 Prozent im Januar gelegen.

Mit Blick auf die größer werdenden Sorgen um den Bankensektor im Anschluss an die Pleite der amerikanischen Silicon Valles Bank beschwichtigt die EZB: „Der Bankensektor des Euroraums ist widerstandsfähig: Kapital- und Liquiditätspositionen sind solide.“

16.03.2023

Dispozins steigt stärker als Sparzins

Änderungen beim EZB-Leitzins beeinflussen naturgemäß die Entwicklung von Dispo- und Sparzinsen bei Banken. Laut einer Analyse von Finanztip unter fünf deutschen Kreditinstituten steigen die Zinsen für Schuldner aktuell aber stärker als die für Guthaben. Demnach haben alle fünf betrachteten Banken (Comdirect, Consorsbank ,DKB, Hamburger Sparkasse und ING) ihre Dispo-Zinssätze seit März 2022 um mindestens zwei Prozentpunkte erhöht. Im Fall von Comdirect und Hamburger Sparkasse betrugt das Wachstum im Jahresvergleich gar rund drei Prozentpunkte.

Beim Tagesgeld boten die vier von Finanztip betrachteten Direktbanken im März 2022 derweil überhaupt keine Verzinsung. Laut der Untersuchung bekommen Neukunden bei der Consorsbank aktuell immerhin wieder 2,10 Prozent und bei der ING 2 Prozent. Der Haken daran: Diese Angebote sind zeitlich begrenzt. Die Comdirect bietet 0,5 Prozent, die DKB will dagegen erst ab April das Geld auf dem Tagesgeld verzinsen – mit 1 Prozent.

28.02.2023

Baufinanzierungsbestand stark rückläufig

Der Bestand von Baufinanzierungen ist stark rückläufig – insgesamt ist der Rückgang so stark wie seit 2014 nicht mehr, berichtet Barkow Consulting. Das ausstehende Volumen deutscher Hypothekarkredite sei im Januar 2023 zum ersten Mal seit 2016 gesunken. Es ist im Monatsvergleich um 1,6 Milliarden Euro rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wächst der deutsche Hypothekenbestand jedoch immer noch mit einer überdurchschnittlichen Rate von 5,2 Prozent im Jahresvergleich.

03.02.2023

Dispozinsen steigen stark

Die Dispozinsen sind in den vergangenen drei Monaten laut Barkow Consulting so stark gestiegen wie nie. Nun liegen die Zinsen mit über 8,5 Prozent auf dem höchsten Stand seit über 5 Jahren. Der Dezember-Anstieg von 0,33 Prozentpunkte ist der dritthöchste seit Beginn der Zeitreihe vor über 19 Jahren. In den Vormonaten fiel der Anstieg sogar noch etwas höher aus.

Barkow Consulting zufolge haben sich die Finanzierungskosten für die Nutzung des privaten Dispos seit Beginn der Zinswende im Juli 2022 um 22 Prozent erhöht.

02.02.2023

EZB zieht Fed nach

Die Europäische Zentralbank hebt den Leitzins erneut an. Um 0,5 Prozentpunkte steigt er auf nun 3 Prozent. Der Einlagensatz steig auf 2,5 Prozent. Die letzte Zinserhöhung erfolgte im vergangenen Dezember ebenfalls um 0,5 Prozent.

Damit setzt die Zentralbank ihre Kurs gegen die hohe Inflation fort. Die war zwar zuletzt gesunken, liegt allerdings immer noch deutlich über der 2 Prozent Zielmarke der Zentralbank. Zudem gilt der Rückgang der Inflation zuletzt nicht als Zeichen der Entwarnung, da die Kerninflation – ohne die schwankungsreichen Preise etwa für Lebensmittel oder Energie – bei rund 5,2 Prozent verharrt.

02.02.2023

Fed erhöht Leitzinsen in kleinerem Schritt

Die US-Zentralbank hat den Leitzins erneut erhöht. Allerdings fiel der Schritt mit 0,25 Prozent kleiner aus als die Schritte zuvor. Die neue Spanne liegt bei 4,5 bis 4,75 Prozent. Fed-Chef Jerome Powell betonte jedoch, dass die Zeit der Zinserhöhungen noch nicht vorbei sei. Die Bank werde auf Kurs bleiben.

Der Dow Jones sackte nach der Entscheidung zunächst ab, konnte sich aber wieder erholen. Der Dax und der MDax legten nach der Zinserhöhung in den USA beide zu. Nun sind die Augen auf die Europäische Zentralbank gerichtet, die heute über den nächsten Schritt entscheidet.

01.02.2023

Ifo-Institut rechnet mit weiteren Zinserhöhungen der EZB

Das Ifo-Institut rechnet in den kommenden Monaten mit weiteren Zinserhöhungen der EZB. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres zeigten 74 von 109 Waren und Dienstleistungen, die in den deutschen Verbraucherpreisindex einfließen, eine Teuerungsrate von mehr als 4 Prozent. Die Preise für 28 Waren und Dienstleistungen sind um mehr als 10 Prozent gestiegen. Neben Energie und Nahrungsmitteln verteuerten sich unter anderem Flugtickets (15,1 Prozent), Schreibwaren (13,0 Prozent), PKWs (9,3 Prozent) und Pauschalreisen (8,9 Prozent) besonders stark.

So erwartet das Institut für dieses Jahr eine Verlangsamung des Preisanstiegs. Jedoch dürfte der Anstieg der Verbraucherpreise ohne Energie und Nahrungsmittel, die sogenannte Kerninflationsrate, in Deutschland bei 4,9 Prozent und damit weit über der EZB-Zielmarke von 2,0 Prozent bleiben. „Da sich im übrigen Euro-Währungsgebiet eine ähnliche Entwicklung abzeichnet, wird die EZB wohl weiter an der Zinsschraube drehen. Wir gehen davon aus, dass die Zinsen bis zum Sommer auf 4 Prozent steigen werden“, sagt Ifo-Inflationsexperte Sascha Möhrle.

31.01.2023

Cash-Bestände der Banken sinken drastisch

Laut Barkow Consulting sind die Cash-Bestände der deutschen Banken seit dem Ende der negativen EZB-Zinsen im Juli 2022 um 63 Prozent gesunken. Im Juli und August 2022 betrug der Rückgang über 50 Prozent. Während der Negativzinsphase der EZB wuchs der Bargeldbestand deutscher Banken stark an. Zwischen Juni 2014 und April 2022 hatten sich die Cash-Bestände mehr als vervierfacht – zwischenzeitlich auf einen Wert von 51 Milliarden Euro. 

30.01.2023

Energiepreise steigen 2023 um 40 Prozent

Der Energiepreisschock könnte verzögert bei den Unternehmen ankommen. Laut einer Studie von Allianz Trade werden deutsche Unternehmen 2023 rund 40 Prozent mehr für Energie zahlen als vor dem Ukrainekrieg. Im vergangenen Jahr sei der Anstieg noch moderat gewesen. „Grund dafür waren die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen sowie die laufenden Langzeitkontrakte der Unternehmen, die nur teilweise an kurzfristige Marktpreisentwicklungen gebunden sind“, heißt es vom Kreditversicherer. 

Die nun anstehenden Preiserhöhungen bei Energie seien eine Hausnummer, so Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Aber die deutschen Unternehmen – und insbesondere der deutsche Mittelstand – sind krisenfest und solide finanziert. Zudem federt der staatliche Gaspreisdeckel die Preisentwicklung deutlich ab.“

Die große Angst vor einer Deindustrialisierung durch den Energiepreisschock sei allerdings unbegründet, berichtet Bogaerts. „Der Energieverbrauch macht nur einen kleinen Teil der Produktionskosten im verarbeitenden Gewerbe aus. Lohnkosten und Wechselkurse haben auf die preisliche Wettbewerbsfähigkeit einen viel größeren Einfluss.“ 

23.01.2023

EZB will Zinsen weiter anheben

Laut dem niederländischen Ratsmitglied Klaas Knot wird die EZB die Zinsen schon bald weiter anheben – um je 0,5 Prozentpunkte im Februar und März. Auch nach diesen Zinsschritten würden weitere Schritte in den darauffolgenden Monaten folgen. „Ich denke, dass wir bis zum Sommer im Straffungsmodus bleiben werden“, lässt sich der niederländische Zentralbankchef zitieren. Der Zeitpunkt für eine Verlangsamung der Zinserhöhungen sei „noch weit entfernt“.

Ein Bloomberg-Artikel hatte vergangene Woche auf kleinere Zinsschritte hingedeutet. In Folge dessen betonten Offizielle rund um Präsidentin Lagarde die unveränderte Notwendigkeit von höheren Zinsschritten.

23.01.2023

Nachfrage nach Dispokrediten steigt

Unternehmen greifen vermehrt auf Dispokredite zurück, zeigen Daten von Barkow Consulting. Das Dispo-Volumen steigt aktuell so stark wie nie – teilweise werden Höchstwerte bis zu über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. Die Beratung gibt allerdings auch zu bedenken, dass Dispokredite während der Corona-Pandemie wegen der Verfügbarkeit von KfW-Krediten weniger genutzt wurden.

10.01.2023

Einlagenzinsen steigen auf über 2,5 Prozent

Die Zinsen für Bankeinlagen von Unternehmen sind im November 2022 stark gestiegen. So verzeichneten neue Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit bis zu einem Jahr einen Anstieg von 0,62 Prozentpunkten auf insgesamt 1,43 Prozent pro Jahr, heißt es von Barkow Consulting. Dies ist der größte Anstieg seit Beginn der Zeitreihe vor fast 20 Jahren und der höchste Stand seit über 13 Jahren. Ähnliches gilt für Bankeinlagen mit längerer Laufzeit. Sie haben sogar einen Zinssatz von 2,66 Prozent erreicht. 

Lediglich bei Sichteinlagen/Tagesgeld fällt der Anstieg bislang noch deutlich geringer aus. Die Daten unterscheiden hier aber auch nicht zwischen Bestand und Neugeschäft, was einen Teil des geringeren Anstieges erklärt. Ein Freshfields Corporate Cash Barometer 2022 hatte zuletzt ergeben, dass deutsche und europäische Unternehmen rund 765 Milliarden Euro Cash bei Banken in Deutschland geparkt haben.

16.12.2022

EZB hebt Zinsen an

Wie die EZB am gestrigen Donnerstag mitteilte, hebt sie den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte an. Zusätzlich hat die Notenbank die Grundzüge der Anleihereduzierung beschlossen. Die Fed hatte ihren Leitzins diese Woche ebenfalls um 0,5 Prozentpunkte anhoben, ähnlich wie die Schweizer Nationalbank. Es war die vierte Zinserhöhung der EZB in diesem Jahr.

15.12.2022

Fed hebt den Leitzins weiter an

Die US-Notenbank hat den Leitzins um weitere 0,5 Prozentpunkte angehoben. Diese Anhebung war vom Markt erwartet worden. Damit fällt der Zinsschritt etwas geringer aus als die vorherigen Anpassungen. Die Fed hatte den Zins viermal um jeweils 0,75 Prozentpunkte angehoben. Der Zins liegt jetzt in einer Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent.

Nach der Entscheidung der Fed von gestern sind heute alle Augen auf die EZB gerichtet. Im Kampf gegen die Inflation wird auch von der europäischen Notenbank heute ein weiterer Zinsschritt erwartet.

03.11.2022

Bank of England schraubt Zinsen nach oben

Die britische Notenbank hat den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte angehoben. Das ist die größte Zinserhöhung seit 1989. Der Zins liegt nun bei 3 Prozent. Der Schritt war wegen einer Inflationsrate um die 10 Prozent erwartet worden.

03.11.2022

Fed mit deutlichem Zinsschritt

Fed-Chef Jerome Powell hat gestern zum vierten Mal in Folge einen deutlichen Zinsschritt angekündigt. Der Leitzins wird um 0,75 Prozentpunkte erhöht. „Es wird angemessen sein, das Tempo der Erhöhungen zu verlangsamen“, kündigte der Leiter der amerikanischen Notenbank an. Im Dezember findet die nächste Sitzung der Notenbank statt. Am heutigen Tag wird erwartet, dass auch die britische Zentralbank den Leitzins um 0,75 Punkte auf 3 Prozent anhebt.

27.10.2022

EZB erhöht Zinsen erneut

Die EZB hebt den Leitzins um weitere 0,75 Prozentpunkte an. Damit liegt der Zins nun bei zwei Prozent. Der Zins, den Banken für ihre Einlagen bei der EZB bekommen, steigt ebenfalls – von 0,75 auf 1,5 Prozent. Die europäische Zentralbank hatte die Zinsen zuletzt im September angehoben. Auch der heutige Schritt war erwartet worden, da Inflation im Euro-Raum auf einem Rekordhoch von 9,9 Prozent liegt.

Update 28.09.2022: Refinanzierung von Anleihen so teuer wie nie

Refinanzierungen von Anleihen sind für europäische Unternehmen so teuer wie lange nicht. Die Zinsdifferenz zwischen ausstehenden und aktuell neu begebenen Unternehmensanleihen stieg laut einem von Bloomberg aggregierten Index am Montag auf 250 Basispunkte. Das ist der höchsten Wert seit 1998, als der Index erstmals berechnet wurde. Der Index bezieht sich auf Euro-Anleihen von Investment-Grade-Unternehmen. 

Demnach müssen Unternehmen 2,5 Millionen Euro mehr an Zinsen zahlen, wenn sie Anleihen in Höhe von 100 Millionen Euro refinanzieren. Noch zu Jahresanfang lag die Rendite neuer Anleihen etwa 90 Basispunkte unter der ausstehender Schulden.  Die Kehrtwende ist besonders drastisch: Der Sprung von 339 Basispunkten seit Anfang 2022 ist weit größer als der letzte Rekord, der von 1999 stammt.

Update 27.09.2022: Zinsen für Kredite fast verdreifacht

Die Zinsen für Unternehmenskredite sind deutlich gestiegen. Der Barkow-Consulting-Corporate-Credit-Index, der den Durchschnittszins von Unternehmenskrediten mit fünfjähriger Laufzeit anzeigt, liegt mit 4,38 Prozent auf dem höchsten Stand seit über 11 Jahren. Im Verlauf des Jahres 2022 ist der Barkow-Consulting-Corporate Credit-Index um 177 Prozent gestiegen und hat sich entsprechend fast verdreifacht.

Barkow Consulting

Update 22.09.2022: Fed hebt Leitzins an

Die Fed hat ihren Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3 bis 3,25 Prozent erhöht. Bereits im Juni und Juli hatte die Notenbank das Zinsniveau um jeweils 0,75 Prozentpunkte erhöht. 

Update 08.09.2022: EZB erhöht Leitzins um 0,75 Prozentpunkte

Wie von der Mehrheit der Ökonomen erwartet hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit einem weiteren deutlichen Zinsschritt auf die anhaltend hohe Inflation reagiert und den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf nun 1,25 Prozent erhöht. Es ist die stärkste Leitzinsanhebung seit 20 Jahren und es könnte nicht die letzte gewesen sein. Denn die EZB hält sich die Tür für weitere Zinsschritte in den kommenden Monaten weit offen.

Update 08.09.2022: EZB vor historischer Zins-Entscheidung

Die Mehrheit der Ökonomen erwartet heute von der EZB eine historische Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte. Es wäre die stärkste Leitzinsanhebung seit der Einführung des Euro als Buchgeld 1999. Experten verweisen zur Begründung auf die extrem hohe Inflation.

Update 05.08.2022: Bank of England erhöht Leitzins deutlich

Die Bank of England hat den Leitzins um 50 Basispunkte auf 1,75 Prozent angehoben. Es ist der größte Zinssprung seit der 1997 erlangten Unabhängigkeit der Notenbank. Der geldpolitische Ausschuss stimmte mit einer deutlichen Mehrheit von acht zu eins für den Zinsschritt.

„Wie erwartet hat die Bank of England den Leitzins um 50 Basispunkte auf 1,75 % erhöht“, sagt David Zahn, Head of European Fixed Income bei Franklin Templeton Fixed Income. „Interessanter waren jedoch die Prognosen für eine Rezession zum Jahresende, die voraussichtlich über ein Jahr andauern wird.“ Auch herrsche große Ungewissheit über die künftige Wachstumsentwicklung und die Inflation, so dass die Zentralbank künftig viel stärker auf die Wirtschaftsdaten reagieren müsse.

Update 29.07.2022: Geldmarktfonds wieder im positiven Bereich

Erstmals seit langer Zeit erzielt der Amundi European Money Market Funds wieder eine positive Rendite. Das teilte heute Amundi-Experte Sven Lorenz auf Linkedin mit. Damit hat die Zinswende auch die ganz kurzlaufenden Papiere erreicht. Der Geldmarktfonds hatte während der Negativzinsphase ebenfalls negative Renditen erzielt.

Update 28.07.2022: Fed erhöht erneut Leitzins deutlich

Wie allgemein erwartet worden ist, hat die Federal Reserve (Fed) den Leitzins erneut deutlich angehoben. Angesichts der starken Inflation in den USA hat die US-Notenbank den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte erhöht. Damit setzt die Fed laut Tiffany Wilding, Ökonomin für Nordamerika von PIMCO, den Mittelpunkt ihrer Zielzinsspanne auf 2,35 Prozent – knapp unterhalb ihrer Schätzung für einen längerfristig neutralen geldpolitischen Kurs.

Seitens der Fed ist es die vierte Erhöhung des Leitzinses in diesem Jahr und seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Bereits im Juni dieses Jahres hatte die US-Notenbank einen solch großen Zinsschritt getan und den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte nach oben gesetzt. Das war der größte Zinsschritt seit 1994, also seit fast 30 Jahren.

Laut Fed-Chef Jerome Powell könnte schon im September die nächste Zinsanhebung folgen.

Update 27.07.2022: DWS verzeichnet überraschend großen Kapitalabfluss

Kunden der DWS haben im zweiten Quartal wegen der Turbulenzen an den Kapitalmärkten und anziehender Zinsen überraschend viel Geld abgezogen, meldet die Deutsche-Bank-Tochter. Insgesamt haben sich der Nettomittelabschluss in dem Quartal auf 25 Milliarden Euro belaufen. Ohne die niedrigmargigen Geldmarktprodukte habe der Rückgang nur bei rund 300 Millionen Euro gelegen, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

Update 26.07.2022: OLB hebt Verwahrentgelt gänzlich auf

Die Oldenburgische Landesbank AG (OLB) hebt ab 1. August 2022 das Verwahrentgelt für ihre Kunden gänzlich auf. Das teilte die Bank am heutigen Dienstag mit. Auch Firmenkunden müssten nicht länger dafür zahlen, ihr Geld bei der OLB zu parken.

Update 22.07.2022: 3-Monats Euribor überschreitet erstmals Null-Linie

Der 3-Monats Euribor hat am 15. Juli 2022 die Null-Linie nach oben überschritten und bewegt sich nun zum ersten Mal seit über sieben Jahren wieder im positiven Bereich. Aktuell steht er bei 0,13 Prozent. Angesichts dessen warnen die Analysten des Münchener Finanzierungsspezialisten FCF Fox Corporate Finance, dass diese Entwicklung die Kosten der Unternehmensfinanzierung erhöhen und damit auch die Gewinnmargen schmälern können. Denn Treasurer müssen nun damit rechnen, dass beim nächsten Zinsfixing ihrer variabel verzinsten Unternehmenskredite der zu zahlende Zins steigen wird.

Der Hintergrund: In Deutschland gehört der 3-Monats Euribor zu den wichtigsten Referenzzinssätzen für variabel verzinste Unternehmenskredite. In der Regel berechnet sich der Zins solcher Darlehen aus der Summe des Referenzzinssatzes und der Risikomarge der Bank. In den vergangenen Jahren lag der 3-Monats Euribor konstant unter der Null-Marke, Banken gaben diesen Negativ-Zins jedoch in der Regel laut FCF nicht an die Kreditnehmer weiter. Unternehmen zahlten für ihre Darlehen somit normalerweise „nur“ die Risikomarge, da der 3-Monts Euribor für die Zinsberechnung mit „Null“ angenommen wurde, solange er tatsächlich unter Null lag.

Eine gute Indikation für die erwartete Entwicklung des 3-Monats Euribor über die nächsten fünf Jahre bietet laut FCF der korrespondierende Swap-Satz, der zuletzt bei 1,70 Prozent lag. Dies bedeute, dass der Kapitalmarkt davon ausgeht, dass der 3-Monats Euribor über die kommenden fünf Jahre und zeitlich gewichtet im Durchschnitt bei eben diesen 1,70 Prozent liegen werde, heißt es seitens der Investmentbank. Für Unternehmen, die bislang eine Risikomarge von rund 1,75 Prozent gezahlt hätten, bedeute dies de facto eine Verdopplung des Zinsaufwands in den kommenden fünf Jahren.

Update 21.7.2022: EZB beendet Negativzinsumfeld

Nun fällt der Zinsschritte also doch größer aus als ursprünglich angekündigt. Um jeweils 50 Basispunkte wird die Europäische Zentralbank die Leitzinsen anheben. Der EZB-Rat ist zu der Einschätzung gekommen, dass ein größerer erster Schritt angemessen sei als auf der letzten Sitzung avisiert. Grund dafür sind die Inflationsrisiken.

Damit steigt auch der Einlagensatz für Banken wieder aus dem negativen Bereich auf Null Prozent. Für Treasurer ist damit voraussichtlich auch das Ende der Verwahrentgelte eingeläutet. Viele Banken haben entsprechende Anpassungen gegenüber DerTreasurer bereits angekündigt.

Darüber hinaus hat die Zentralbank das Transmission Protection Instrument genehmigt. Mit diesem Instrument will der EZB-Rat die Normalisierung der Geldpolitik flankieren und sicherstellen, dass diese Transmission „reibungslos“ erfolgt. Das Instrument kann aktiviert werden, wenn die Zentralbank ungerechtfertigten und ungeordneten Marktdynamiken entgegenwirken will. Der Umfang der Ankäufe im Rahmen dieses Instruments hängt von der Schwere der Verwerfungen ab. Von vornherein sind die Ankäufe nicht beschränkt. Damit sichert sich die EZB maximalen Spielraum. Weitere Details zu dem Instrument will die Zentralbank im Laufe des Nachmittags bekanntgeben.

Update 21.07.2022: Tag der Entscheidung bei der EZB

Heute sind alle Augen auf die EZB gerichtet, die heute zum ersten Mal seit rund elf Jahren die Leitzinsen anheben will. Der EZB-Rat hat zuletzt eine Anhebung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angekündigt, allerdings vermuten manche Marktbeobachter einen Zinsschritt um 50 Basispunkte.

Update 14.07.2022: Sparda-Banken wollen Negativzinsen abschaffen

Die Sparda-Banken wollen die Negativzinsen für Privatkunden bald abschaffen. Florian Rentsch, Vorstandsvorsitzende des Verbands der Sparda-Banken, verwies am Mittwoch in Frankfurt auf die angekündigten Leitzinserhöhungen der EZB. 

„Die Sparda-Banken werden die Kundinnen und Kunden an der positiven Entwicklung teilhaben lassen und die Verwahrentgelte zeitnah wieder abschaffen“, kündigte er an. Damit folgt die Bank anderen Geldhäusern wie beispielswiese der ING, die die Negativzinsen zum 1. Juli für fast alle Privatkunden abgeschafft hat.

Update 21.06.2022: Commerzbank kündigt Abschied von Negativzinsen an

Die Commerzbank verabschiedet sich voraussichtlich im Herbst von den Negativzinsen. „Wir begrüßen, dass die EZB die Zinswende nun eingeleitet hat – das ist gut für unsere Kunden, und das ist auch gut für uns“, zitiert die F.A.Z. einen Sprecher der gelben Bank: „Wenn die EZB die negativen Einlagensätze reduzieren sollte, werden wir die Entgelte für Kundeneinlagen entsprechend anpassen.“

Vor einigen Tagen hatte die Deutsche Bank mitgeteilt, ihre Negativzinsen voraussichtlich im Oktober für Privatkunden abschaffen zu wollen. Wann dies für Firmenkunden geschehe, ließ ein Sprecher der blauen Bank auf Anfrage von DerTreasurer offen. Er sagte damals lediglich: „Wir überprüfen unsere Preisgestaltung kontinuierlich und unter Einbeziehung aller Marktparameter, um unsere Kunden bestmöglich zu begleiten.“

Update 17.06.2022: Fed erhöht Leitzins

Die US-Zentralbank Fed hebt den Leitzins weiter um 0,75 Punkte an. Der Leitzins liegt nun innerhalb der Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent. Zuvor hatte Fed-Chef Jerome Powell eine Steigerung um 0,5 Prozentpunkte angedeutet. Das ist der größte Zinssprung seit 1994.

Update 15.06.2022: EZB will Anleihen stützen

Die EZB hat heute überraschend eine Sondersitzung abgehalten, um gegen „wiederauflebende Fragmentierungsrisiken vorzugehen“. In der Sitzung hat der Rat beschlossen, Gelder aus dem ausgelaufenen Corona-Notkaufprogramm PEPP „flexibel“ einzusetzen, um „das Funktionieren des geldpolitischen Transmissionsmechanismus aufrechtzuerhalten“. Zudem wurden die zuständigen Ausschüsse des Eurosystems zusammen mit der EZB beauftragt, die Fertigstellung eines passenden Instruments zu beschleunigen.

Update 13.06.2022: Deutsche Bank will Negativzinsen beenden

Nachdem die EZB vergangene Woche die Zinswende beschlossen hat, kündigt die Deutsche Bank nun das Ende der Negativzinsen auf Giro- und Tagesgeldkonten an. „Wenn die EZB den Satz der Einlagenfazilität gemäß ihrer jüngsten Ankündigung um 0,25 Prozentpunkte anhebt, werden Deutsche Bank und Postbank diese Anpassung an ihre Privatkunden weitergeben und das Verwahrentgelt um 0,25 Prozentpunkte reduzieren,“ so ein Sprecher der Deutschen Bank.

„Wenn der Satz der Einlagenfazilität in einem zweiten Schritt auf null oder in den positiven Bereich angehoben wird, werden wir im Privatkundengeschäft kein Verwahrentgelt mehr erheben“, heißt es weiter in der Mitteilung. Voraussichtlich im Oktober werde man vollständig auf die Erhebung des Verwahrentgelts bei Privatkunden verzichten.

Die EZB plant die Leitzinsen im Euroraum bei der nächsten Sitzung am 21. Juli anzuheben. Die Deutsche Bank kündigte im November 2019 erstmals die Erhebung von Negativzinsen für Firmenkunden an. Seit Mitte 2020 müssen Privatkunden Negativzinsen zahlen.

Update 10.06.2022: HVB will Verwahrentgelte reduzieren

Die Hypovereinsbank (HVB) wird die mit ihren Firmen- und Privatkunden bisher individuell vereinbarten Verwahrentgelte „entsprechend künftiger EZB-Zinserhöhungen jeweils mindestens im gleichen Maße reduzieren“, teilte die Bank mit. Die Entgeltsätze würden bei Firmen- wie Privatkunden automatisch und kurzfristig nach den jeweiligen Zinsentscheiden angepasst.

Update 09.06.2022: EZB läutet Zinswende offiziell ein

Die EZB hat auf ihrer heutigen Sitzung das Ende des Anleiheankaufprogramms APP beschlossen. APP werde zum 1. Juli eingestellt, teile EZB-Präsidentin Christine Lagarde mit. Im Juli soll dann eine Zinserhöhungen um 25 Basispunkte folgen. Eine weitere Erhöhung könnte im September folgen. Es ist die erste Zinserhöhung seit knapp elf Jahren.

Update 24.5.2022: Christine Lagarde bereitet weiter auf Zinsanstieg vor

Das Ende der Negativzinsen naht. Die EZB-Chefin Christine Lagarde hat die Märkte mit einer erneuten öffentlichen Äußerung darauf vorbereitet. In einem Blogeintrag auf der EZB-Website schrieb sie, die Zentralbank werden „wahrscheinlich in der Lage sein, die negativen Zinssätze bis zum Ende des dritten Quartals zu stoppen“.

Die hohen Inflationsraten hatten die Zentralbank zuletzt unter Handlungsdruck gesetzt – auch wenn die wirtschaftliche Gesamtlage aufgrund des Ukraine-Kriegs herausfordernd bleibt. Mit ihrem Blogeintrag will Lagarde die Märkte auf die kommende Normalisierung explizit vorbereiten. Sie beschreibt sowohl das wirtschaftliche geopolitische Umfeld, die Gründe der Inflation sowie den weiteren eingeschlagenen Weg der EZB. Die Zentralbank werde alles tun, um mittelfristig das Inflationsziel von 2 Prozent zu erreichen.

Update 12.05.2022: Christine Lagarde stellt Zinserhöhung in Aussicht

Schon im Sommer könnte die EZB den Leitzins anheben. Die Anhebung der Zinsen könnte schon wenige Wochen nach dem Ende der Bondkaufprogramme erfolgen, sagte die Zentralbankchefin Christine Lagarde. Das Ende der Anleihekäufe sei für den Beginn des dritten Quartals geplant.

Für Finanzverantwortliche bedeutet das Ende der Kaufprogramme, dass sich ein wichtiger Käufer vom Bondmarkt verabschiedet, der in den vergangenen Jahren für exzellente Finanzierungskonditionen gesorgt hat. Das hat Folgen für das Finanzierungsumfeld.

Update 10.05.2022: ING streicht Verwahrentgelt für Privatkunden

Die ING streicht das Verwahrentgelt für viele Privatkunden. Ab dem 1. Juli erhöht sich der Freibetrag für Guthaben auf Giro- und Extrakonten von 50.000 auf 500.000 Euro. „Mit der Erhöhung des Freibetrags für Guthaben auf dem Giro- und Extra-Konto entfällt das Verwahrentgelt für 99,9 Prozent unserer Kundinnen und Kunden“, sagt Nick Jue, Vorstandsvorsitzender der ING in Deutschland.

Update 09.05.2022: EZB-Ratsmitglied kündigt Leitzinserhöhung im Juli an

Leitzinsanhebung im Sommer? Olli Rehn, EZB-Ratsmitglied und Gouverneur der finnischen Nationalbank, rechnet mit einer Leitzinserhöhung der EZB im dritten Quartal von 2022. Er sagte in einem Interview mit der Zeitung Welt, dass die EZB wohl im Juli den Leitzins anheben werde. Ähnlich hatte sich zuletzt auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel geäußert.

Update 05.05.2022: Britische Zentralbank erhöht Leitzins

Auch die Bank of England erhöht den Leitzins. Die britische Zentralbank kündigte heute eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent an. Der Leitzins ist nun so hoch wie zuletzt im Jahr 2009. Die amerikanische Zentralbank hatte ihren Leitzins gestern Abend angehoben.

Update 05.05.2022: Zinserhöhung in den USA

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Er liegt nun zwischen 0,75 und 1%. Das ist die stärkste Anhebung seit 22 Jahren. In der Regel nimmt die Zentralbank Zinsschritte über jeweils 0,25 Prozentpunkte vor. Die Fed will damit den hohen Inflationsraten begegnen, die derzeit die US-Amerikaner belasten.

Update 19.04.2022: 75 Prozent der Bundesanleihen haben positive Renditen

Die Bundesanleihen haben größtenteils wieder positive Renditen. Der Beratung Barkow Consulting zufolge sind die Renditen von 75 Prozent der deutschen Bundesanleihen im positiven Bereich.

Quelle Barkow Consulting

Update 14.04.2022: EZB belässt Leitzins unverändert

Die Europäische Zentralbank rüttelt nicht an den Zinsen. Der Leitzins bleibt weiterhin bei 0 Prozent, der Einlagenzins bei –0,5 Prozent. Ihren Plan, die milliardenschweren Anleihekäufe im dritten Quartal einzustellen, hat die EZB in ihrer heutigen Sitzung bestätigt. Aufgrund der hohen Inflationsraten gerät die Zentralbank immer mehr unter Druck. Im März lag sie im Euroraum bei 7,5 Prozent. Deshalb steigt die Erwartung, dass es noch in diesem Jahr einen ersten Zinsschritt geben könnte.

Update 01.04.2022: Mehr Banken verlangen Negativzinsen

Die Zahl der Banken, die Negativzinsen erheben, steigt. 449 von rund 1.300 ausgewerteten Banken verlangen ab einer bestimmten Summe auf dem Tagesgeld- oder Girokonto Negativzinsen. Das sind die Zahlen einer Untersuchung des Vergleichsportals Verivox. Drei Monate vorher verlangten nur 423 Banken Negativzinsen, vor einem Jahr waren es sogar nur 281 Institute. Gleichzeitig reduzieren die Banken auch ihre Freibeträge.

Update 29.03.2022: DKB verspricht Ende der Strafzinsen

Die BayernLB-Tochter DKB will Verwahrentgelte auf Guthaben wieder streichen, wenn die Negativzinsen der EZB abgeschafft werden. Das sagte CFO Jan Walther in einem Interview mit Bloomberg News. Neukunden der DKB müssen derzeit ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent auf Guthaben über 25.000 Euro zahlen. Bei Bestandskunden gibt es individuelle Vereinbarungen. Bisher haben sich noch nicht alle Banken auf ein Ende der Negativzinsen festgelegt.

Update 22.03.2022: Fed-Chef Powell erwägt schnellere Leitzinserhöhung

Nachdem die Fed vergangene Woche den Leitzins um 0,25 Punkte angehoben hatte, hat Fed-Chef Powell nun eine schnellere Erhöhung des Leitzinses ins Spiel gebracht. Die Fed könnte den Zinssatz bei den kommenden Sitzungen des Zentralbankrats bei Bedarf auch jeweils um mehr als 0,25 Prozentpunkte erhöhen, sagte Powell am Montag in einer Rede für eine Veranstaltung der Association for Business Economics (NABE).

Update 18.03.2022: Deutsche Banken zahlen über 4,1 Milliarden Euro Strafzinsen bei EZB

Rund 1 Billionen Euro betrug das Zentralbankguthaben deutscher Banken zuletzt bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Für dieses Guthaben fallen negative Einlagenzinsen an – abzüglich eines Freibetrags rund 330 Millionen Euro im Monat. Rund 4,1 Milliarden Euro müssen deutsche Banken 2022 an Strafzinsen zahlen, prognostiziert die Seite Tagesgeldvergleich.net. Voraussetzung sei, dass die Zentralbank ihre Einlagenzinsen nicht kurzfristig anpasse. 

 

Allerdings können die Banken durch das EZB-Kreditprogramm theoretisch mehr als 5 Milliarden Euro einnehmen. Aus dem Arbitragegeschäft könnten die Institute 2022 Erträge von rund 5,5 Milliarden Euro erzielen, so Tagesgeldvergleich.net.

 

Update 17.03.2022: Bank of England erhöht den Leitzins

Die Bank of England setzt ihre Zinserhöhungen fort: Heute hob sie den Leitzins auf 0,75 Prozent an. Zuletzt lag der Zins bei 0,5 Prozent. Das ist der dritte Zinsschritt seit Dezember. 

Weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr bleiben wahrscheinlich. „Eine weitere moderate Straffung der Geldpolitik in den kommenden Monaten könnte angemessen sein“, teilte die Notenbank mit. 

Update 17.03.2022: Fed erhöht den Leitzins um 0,25 Prozent

Die US-Notenbank Fed gab gestern Abend bekannt, den Leitzins anzuheben. Der Leitzins liegt nun in der Spanne von 0,25 bis 0,50 Prozent, davor waren es null bis 0,25 Prozent. Das ist die erste Anhebung seit 2018. 

Die Notenbank plant weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr. Im Dezember hatte die Fed noch mit Anhebungen bis auf 0,9 Prozent im Laufe des Jahres kalkuliert – nun geht sie von 1,9 Prozent in diesem Jahr und sogar 2,8 Prozent im kommenden Jahr aus.

Update 10.03.2022: EZB will ihre Anleihekäufe schneller zurückfahren als erwartet

Die EZB hat bei ihrer heutiger Sitzung beschlossen, die Anleihekäufe schneller zurückzufahren als gedacht. Das Kaufvolumen des Programms APP wird sukzessive von 40 Milliarden Euro im April auf 20 Milliarden Euro Ende Juni reduziert – dieses Niveau sollte ursprünglich erst im Oktober erreicht werden. 

Im dritten Quartal von 2022 könnte das Kaufprogramm enden. Allerdings nur, wenn sich die mittelfristigen Inflationsaussichten auch nach dem Ende seiner Nettoankäufe von Vermögenswerten nicht verschlechtern werde. Das in der Coronakrise aufgelegte Notfall-Kaufprogramm PEPP läuft Ende März aus. Daher wurde das Kaufvolumen für den April auf 40 Milliarden Euro verdoppelt, um einen Klippeneffekt zu vermeiden.

Der Leitzins bleibt bei 0 Prozent. Die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität liegen bei jeweils 0,25 und minus 0,5 Prozent. „Änderungen der EZB-Leitzinsen werden einige Zeit nach dem Ende der Nettoankäufe des EZB-Rats im Rahmen des APP vorgenommen. Dabei werden wir graduell vorgehen“, so die EZB in ihrer Mitteilung. „Die Entwicklung der EZB-Leitzinsen richtet sich weiterhin nach der Forward Guidance des EZB-Rats und seiner strategischen Verpflichtung, die Inflation auf mittlere Sicht bei 2 Prozent zu stabilisieren.“

Update 04.03.2022: Fed hält trotz Ukraine-Konflikt an Zinserhöhungen fest

Trotz des Ukrainekriegs will Fed-Chef Jerome Powell den Leitzins erhöhen. Das sagte Powell am Donnerstag vor dem US-Senatsausschuss. Er will an dem Vorgehen – wie es vor der Ukraine-Invasion geplant war – festhalten und sprach sich für eine Zinserhöhung um einen Viertel Prozentpunkt bei der nächsten Sitzung am 16. März aus. 

Gleichzeitig betonte er, dass man nicht wisse, wie stark sich der Krieg in der Ukraine auf die amerikanische Wirtschaft auswirke. Am Mittwoch hatte sich Powell bereits ähnlich im Repräsentantenhaus geäußert.

Update 18.02.2022: EZB-Ratsmitglied Kazimir für Ende des Anleihekaufprogramms im August

EZB-Ratsmitglied Peter Kazimir sprach sich in einem Interview mit Bloomberg für ein Ende der Nettoanleihekäufe der EZB im Sommer aus. Die Risiken, die mit dem Instrument bekämpft werden sollen, hätten nachgelassen, so der slowakische Nationalbank-Chef Kazimir. Die negative Nebenwirkungen hätten hingegen zugenommen.

Bislang hat sich die EZB noch nicht auf ein Enddatum für das Anleihekaufprogramm APP festgelegt. Das französische Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau hatte am Dienstag in einer online übertragenen Rede bei einer Veranstaltung der britischen Universität LSE gesagt, dass die APP-Käufe im dritten Quartal enden könnten.

Update 11.02.2022: Nicht alle Banken legen sich auf Ende der Negativzinsen fest

Noch in diesem Jahr könnte die EZB die Zinsen erhöhen, was wiederum Einfluss auf die Banken hätte. Diese verlangen größtenteils Negativzinsen von ihren Kunden, wenn auch teilweise mit Freibeträgen.

Nach Recherche der FAZ haben sich noch nicht alle Banken festgelegt, ob sie nach Abschaffung der Negativzinsen durch die EZB das sogenannte Verwahrentgeld einstellen. Die Deutsche Skatbank in Thüringen hat bereits angekündigt, dass sie die Negativzinsen nach entsprechender Entscheidung der EZB abschaffen werde. Die Commerzbank ist eine der Banken, die sich noch nicht festlegen will, wie sie sich nach dem Ende der Negativzinsen durch die EZB verhält. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) sagt, dies sei eine geschäftspolitische Entscheidung jedes einzelnen Instituts. 

Update 03.02.2022: EZB schließt Zinserhöhung für 2022 nicht aus

Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde schließt eine Zinserhöhung für das Jahr 2022 nicht mehr aus. Bei der heutige Sitzung der EZB antwortete Lagarde auf die Frage, ob sie eine Zinserhöhung ausschließe, die EZB werde datenabhängig handeln. Im Dezember hatte Lagarde noch gesagt, dass eine Zinserhöhung 2022 „sehr unwahrscheinlich“ sei.

Lagarde erteilte aber auch einer baldigen Zinserhöhung eine Absage. Der Leitzins bleibt vorerst unverändert bei null Prozent. Zudem hält die Notenbank an ihrem Plan für eine langsame Reduktion ihrer Anleihekäufe in diesem Jahr fest. Das Kaufprogramm PEPP soll demnach Ende März auslaufen.

 

Update 27.01.2022: Zweites Gericht erklärt Negativzinsen für rechtswidrig

Nach dem Landgericht Berlin hat nun auch das Landgericht Düsseldorf Verwahrentgelte auf Girokonten für rechtswidrig erklärt. Im jüngsten Fall hatte der Verbraucherzentrale-Bundesverband gegen die Volksbank Rhein-Lippe geklagt, die bereits ab 10.000 Euro ein sogenanntes Verwahrentgelt in Höhe von 0,5 Prozent pro Jahr von Neukunden erhob. Nach Auffassung des Landgerichts dürfe ein Kreditinstitut kein Verwahrentgelt zusätzlich zu Kontoführungsgebühren berechnen.

Update 27.01.2022: Fed will Leitzins „bald“ erhöhen

Die US-Notenbank Fed kündigte in der gestrigen Sitzung eine Erhöhung des Leitzinses an. Dieser Schritt sei „bald angemessen“, verkündete Jerome Powell. Die Notenbank erwäge, den Leitzins schon bei der nächsten Sitzung am 16. März anzuheben. Momentan liegt der Leitzins noch in der Spanne von 0,00 bis 0,25 Prozent. 

Zudem verkündete Powell, dass das Anleihekaufprogramm weiterhin um 30 Milliarden Dollar pro Monat abgebaut wird. Damit enden die Anleihekäufe Anfang März. „In light of the remarkable progress we have seen in the labor market and inflation that is well above our 2 percent longer-run goal, the economy no longer needs sustained high levels of monetary policy support“, resümiert Powell.

 

Update 26.01.2022: Deutsche Banken zahlen 2021 fast 4 Milliarden Euro Strafzinsen an die EZB

Deutsche Banken haben im Jahr 2021 knapp 4 Milliarden Euro für ihr Zentralbankguthaben an die EZB gezahlt, so die Redaktion von Tagesgeldvergleich.net. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Kosten damit um fast 73 Prozent. Die Zahlen basieren auf den Monatsberichten der Deutschen Bundesbank.

Allerdings konnten die Banken an anderer Stelle Einnahmen generieren: Die EZB vergibt seit 2019 in mehreren Auktionen negativ verzinste Kredite über ihr TLTRO-3-Programm. Die Institute können diese Kredite zu Minuszinsen aufnehmen und zu Nullzinsen bei der EZB wieder anlegen. Dadurch hätten Erträge von ungefähr 4,9 Milliarden Euro erzielt werde können, sagt Tagesgeldvergleich.net. Unter dem Strich bliebe den Banken also ein Plus von 900 Millionen Euro.

 

Update 19.1.2022: Rendite von 10-jährigen Bundesanleihen wieder positiv

Erstmals seit Mai 2019 ist die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen wieder positiv. Der Grund ist die hohe Inflation sowie die geldpolitische Wende der US-Notenbank Fed und anderer Notenbanken. Diese führen global zu einem Anstieg der Anleiherenditen – in der EU fiel der Anstieg geringer aus als in anderen Regionen.

Christian Kopf, Leiter Portfoliomanagement Renten und Mitglied des Union Investment Committee, sagt dazu: „Wir erwarten einen weiteren Renditeanstieg, aber nur in moderatem Maße. Im Ergebnis dürfte die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen nach unseren Prognosen bis zum Jahresende auf 0,2 Prozent klettern und die Kurse der Bundesanleihen dementsprechend weiter fallen.“

 

Update 30.11.2021: Consorsbank führt Negativzinsen ein

Ab dem zweiten Quartal kommenden Jahres erhebt nun auch die Consorsbank ein Verwahrentgelt. Das berichtet das Onlineportal Finanz-Szene mit Verweis auf eine Landing Page. Bei Giro- und Tagesgeldkonten soll es demnach einen Freibetrag von jeweils 50.000 Euro geben, bei Depot-Verrechnungskonten sogar 100.000 Euro. Zudem soll es laut dem Bericht bei guten Wertpapierkunden auch Ausnahmen geben.

Update 22.11.2021: Unternehmen zahlen Negativzinsen über 734 Millionen Euro

Laut einer Analyse des Beratungshauses Barkow Consulting, die im Auftrag der Kanzlei Freshfields durchgeführt wurde, haben deutsche Unternehmen Ende September rund 688 Milliarden Euro bei Banken geparkt. Das Liquiditätspolster kostet sie aktuell Negativzinsen in Höhe von 734 Millionen Euro pro Jahr. Betrachtet man zudem die Auswirkungen der Inflation so ergibt sich eine Realverzinsung von minus 4,64 Prozent – ein Rekordtief.

Update 1.11.2021: Kreditzinsen steigen an

Unternehmen müssen für Kredite wieder tiefer in die Tasche greifen. Das zeigt zumindest der Corporate Credit Index der Beratungsgesellschaft Barkow. Der durchschnittliche Zins von Unternehmenskrediten mit fünfjähriger Laufzeit ist demnach im Vergleich zur Vorwoche um 7 Basispunkte auf 1,76 Prozent gestiegen. Laut Barkow ist das der höchste Stand seit drei Jahren. Der Wert liegt 74 Basispunkte über dem Rekordtiefstand von 1,02 Prozent aus dem August 2019.

Update 28.10: EZB verschiebt Entscheidungen

Trotz der derzeit hohen Inflation hält die Europäische Zentralbank an ihrem Kurs fest. Die EZB belässt den Leitzins bei 0 Prozent und rüttelt auch nicht am negativen Einlagenzins von minus 0,5 Prozent. Auch das Anleihekaufprogramm der Zentralbank wird nicht verändert. Wie es mit dem Programm, dass während der Coronakrise aufgelegt wurde (Pandemic Emergency Purchase Programme) weitergeht, bleibt damit noch offen. Das Programm ist insgesamt 1,85 Milliarden Euro schwer.

Update 9.9.2021: Erste Bremssignale der EZB bei Anleihekäufen

Die Europäische Zentralbank hat in ihrer heutigen Sitzung beschlossen, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Allerdings gibt es ein erstes Signal der Zentralbank, dass sie bei den Anleihekäufen etwas auf die Bremse treten wird. Das Pandemie-Notfallkaufprogramm wird weiterhin bis März 2022 fortgesetzt, allerdings geht die EZB davon aus, dass die günstigen Finanzierungsbedingungen auch aufrechterhalten werden kann, wenn der Umfang der Nettokäufe im Vergleich zu den vorherigen Quartalen „moderat“ reduziert wird.

Update 25.8.2021: DKB weitet Strafzinsen aus

Die DKB senkt den Freibetrag, bis zu dem keine Strafzinsen erhoben werden, auf 50.000 Euro. Das berichtet das Nachrichtenportal Finanz-Szene unter Berufung auf ein Kundenschreiben. Ab dieser Summe wird ab dem 1. September bei allen neu eröffneten Konten ein Verwahrentgelt über 0,5 Prozent fällig. Dem Bericht zufolge werden aktuell auch bestimmte Bestandskunden aufgefordert, dem Entgelt zuzustimmen. Die DKB sagte gegenüber Finanz-Szene, eine „ausgewählte Kundengruppe mit besonders hohen Einlagen“, werde kontaktiert.

Update 10.8.2021: Sparer erwägen Bankwechsel

Längst ist das Niedrigzinsumfeld auch bei privaten Sparerinnen und Sparern angekommen, nachdem es lange Zeit vor allem die Unternehmenswelt traf. Nun machen auch Privatpersonen sich dieselben Gedanken wie Treasurer: Wie geht man mit den Negativzinsen um? Lassen sie sich vermeiden?

Eine Umfrage von JP Morgan Asset Management zeigt, dass 46 Prozent der 2.000 Befragten die Bank wechseln will, sollte diese mit Strafzinsen drohen. 26 Prozent will das Ersparte auf verschiedene Banken aufteilen, um unter den Freibeträgen zu bleiben.

Update 22.07.2021: Negativzinsen belasten Banken mit jährlich 17 Milliarden Euro

Für die Banken im Euroraum sei der negative EZB-Zins „nach wie vor eine deutliche Belastung“, teilt der Bankenverband BdB heute mit. So sei ihre jährliche Negativzinslast mittlerweile auf 17 Milliarden Euro gestiegen. Dies sei im Vergleich zum Herbst 2019, als die EZB einen Freibetrag für die Überschussliquidität eingeführt hatte, mehr als das Doppelte. Der Verband fordert deshalb, „die Banken zu entlasten“ und den „Freibetrag endlich deutlich auszuweiten“. Die besonders günstigen Konditionen für Langfristtender (TLTROs) seien „keine geeignete Kompensation.“

„Die EZB hat heute bekräftigt, was sich mit ihrer neuen Strategie vor zwei Wochen bereits abgezeichnet hat: Wirtschaft und Sparer werden leider noch lange Zeit mit Negativzinsen leben müssen. Und dies trotz deutlich steigender Preise“, sagte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, mit Blick auf die heutige EZB-Ratssitzung. Die Preissteigerung im Euroraum würde derzeit wegen Sondereffekten „etwas zu hoch“ abgebildet.

Insgesamt erwartet der Verband, dass sich die Inflation in den nächsten beiden Jahren bei 2 Prozent einpendeln wird. Diese Normalisierung solle die EZB nutzen, um „zumindest eine Perspektive für den Ausstieg aus den geldpolitischen Kriseninstrumenten aufzuzeigen“. Zu den Maßnahmen gehört auch der negative Einlagezins für Banken, der speziell Sparer zunehmend belastet.

Update 15.07. 2021: Sparzinsen bei Geschäftskunden erreichen neues Rekordtief

Laut einer EZB-Analyse erreichen die Sparzinsen bei Geschäftskunden ein neues Rekordtief. Ein Rückgang um sechs Basispunkte beschert den Geschäftskunden in der Eurozone einen neuen Negativrekord: Auf einjährige Einlagen müssen sie im Mittel -0,24 Prozent Strafzinsen entrichten. Deutsche Geschäftskunden müssen im Durchschnitt -0,34 Prozent Zinsen bezahlen.

Update 08.07. 2021: Bankenverband kommentiert EZB-Strategie

Der Bankenverband kommentiert die neue Strategie der EZB. „Die Europäische Zentralbank verschafft sich mit ihrem neuen Inflationsziel von 2 Prozent mehr Freiraum, um auch bei steigenden Preisen an ihrer extrem expansiven Geldpolitik festhalten zu können“, sagte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. Demnach müsste sich die Wirtschaft weiterhin auf Niedrigzinsen einstellen. „Um ungewollte Nebenwirkungen der Negativzinsen zu vermeiden, ist es jetzt umso wichtiger, dass die EZB die Freibeträge für Banken endlich erhöht. So haben die Banken auch mehr Luft, um die anspringende Wirtschaft nach der Pandemie mit Geld zu versorgen.“

Dass die EZB ihre Geldpolitik auch an Klimazielen ausrichten will, sei grundsätzlich richtig. Es sollte aber nur ein Nebenziel sein, ohne die Hauptaufgabe der Bank zu gefährden.

     

Update 30.6.2021: Nach Greensill-Pleite – Kämmerer akzeptiert jetzt auch Strafzinsen

Die Greensill-Pleite ist vielen Kommunen zum Verhängnis geworden. Nun folgt ein Umdenken. Wie die F.A.Z. berichtet, hat die Stadt Neckarsulm Lehren aus dem Vorfall gezogen und neue Anlagerichtlinien erlassen. Danach werden nun auch negative Zinsen bei der Geldanlage akzeptiert. Zuvor war stets das Ziel, einen Ertrag zu erzielen. In Zeiten des anhaltenden Niedrigzinsumfelds treibt das Anleger in höhere Risiken. Hier will die Stadt nun umdenken und im Zweifel der Sicherheit Vorrang geben.

Update 30.6.2021: Immer mehr Banken verlangen Strafzinsen

Die Zahl der Geldhäuser, die Strafzinsen erheben hat sich einer Studie zufolge innerhalb eines Jahres verdoppelt. Dem Vergleichsportal Verivox zufolge erheben mittlerweile 349 Banken Strafzinsen, oder Guthabengebühren, bei größeren Summen auf Tagesgeld- oder Girokonten. Ende 2020 seien es erst 171 Banken gewesen. Die Banken senkten zudem den Zinssatz weiter ins Negative und schraubten die Höhe der Freibeträge weiter nach unten. Lange galt bei vielen der Schwellenwert von 100.000 Euro, so das Vergleichsportal. Bei 102 Instituten liegt die Grenze nun bei 50.000 Euro oder weniger pro Kunde.

Update 30.6.2021: Verbraucherschützer fordern Gebühren von Banken zurück

Stillschweigende Zustimmung reicht nicht: Ende April hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass Banken bei Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Zustimmung ihrer Kunden benötigen. Von Zustimmung auszugehen, wenn kein Widerspruch erfolgt, reicht demnach nicht. Im Niedrigzinsumfeld hatten viele Geldhäuser an der Gebührenschraube gedreht. Jetzt steigt der Druck auf die Banken: Verbraucherschützer fordern die Rückzahlung der zu viel gezahlten Gebühren, berichtet die F.A.Z. Banken sollten freiwillig zahlen, sonst könne der Klageweg drohen.

Update 28.6.2021: ING Deutschland verlangt ab 50.000 Euro Strafzinsen

Die nächste Bank gibt bekannt, dass sie bei den sogenannten Verwahrentgelten die Zügel anzieht. Ab 6. Juli führt die Bank ab einem Guthaben von mehr als 50.000 Euro Strafzinsen von 0,5 Prozent ein. Betroffen sind davon alle neu eröffneten Giro- und Tagesgeldkonten. Das Entgelt wird ab November für alle Beträge anfallen, die den Freibetrag überschreiten.

„Bisher haben wir die Kosten, die durch sinkendende Zinsmargen und den negativen Einlagenzins der EZB entstehen, durch unser bestehendes Produktportfolio weitgehend ausgleichen können“, erklärt Nick Jue, Vorstandsvorsitzender der ING in Deutschland „Allerdings steigen die Einlagen weiter, auch weil viele Wettbewerber bereits ein Verwahrentgelt für Privatkunden eingeführt haben, das für Guthaben über 50.000 Euro oder sogar darunter erhoben wird“, so der Banker.

Update 15.6.2021: Unternehmen zahlen Strafzinsen über 551 Millionen Euro

Viele Unternehmen müssen bei der Geldanlage längst Gebühren auf ihre Guthaben zahlen. Eine Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat ergeben, dass detusche Unternehmen pro Jahr 551 Millionen Euro Strafzinsen auf ihre Bankeinlagen zahlen. Die Rechnung basiert auf der Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank, teilt das Institut mit. Nach Einschätzung des IW ist das vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen problematisch, die nicht am Kapitalmarkt aktiv sind. Sie setzen eher auf Bankkonten bei der Geldanlage.

Update 10.6.2021: EZB setzt Kurs fort

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält an ihrer aktuellen Linie fest. Die Leitzinsen bleiben unverändert. Die Anleihekäufe sollen weiterhin deutlich höher ausfallen als in den ersten Monaten des Jahres. Die Zentralbank hatte ihre Aktivitäten in dem Kaufprogramm im Frühjahr hochgefahren, um auf steigende Renditen am Anleihemarkt zu reagieren. Die anziehenden Inflationstendenzen erachtet die Zentralbank derzeit als vorübergehend. Sie behält die ultralockere Geldpolitik daher weiter bei.

Update 2.6.2021: Deutsche Bank zieht Strafzinsen an

Strafzinsen greifen weiter um sich. Nun hat die Deutsche Bank nach Informationen der F.A.Z. ihr Vorgehen verschärft und gibt die Strafzinsen nun verstärkt an Privatkunden weiter. Dem Bericht zufolge werden alle Privatkunden, die bei der Postbank ein neues Konto eröffnen, ab dem 21. Juni schon ab 50.000 Euro auf Girokonten und ab 25.000 Euro auf Tagesgeldkonten ein sogenanntes Verwahrentgelt über 0,5 Prozent bezahlen müssen. Laut dem Bericht lag der bisherige Freibetrag bei 100.000 Euro. Unternehmen werden von den meisten Geschäftsbanken bereits seit längerem mit Strafzinsen konfrontiert.

Update 20.05.2021: Einlagezinsen von Geschäftskunden sind gestiegen

Laut Daten der EZB sank der Durchschnittszins in Deutschland für Verbraucher seit 2020 um ganze 60 Prozent. Die Einlagezinsen von Geschäftskunden sind dagegen gestiegen, sie liegen aber noch durchschnittlich im Minusbereich bei -0,11 Prozent. Die Zinssätze in ganz Europa haben laut der Bank ihren Tiefpunkt noch nicht erreicht.

Update 22.04.2021: EZB setzt weiterhin auf umfangreiche Anleihekäufe

Die Europäische Zentralbank hält weiterhin an ihrem Kurs einer expansiven Geldpolitik fest. Auf der Sitzung am 22. April hat die EZB die Leitzinsen unverändert gelassen und betont, dass sie auf ihrem aktuellen oder niedrigeren Niveau bleiben werden, bis die Inflationsaussichten sich dem gewünschten Niveau nähern. Darüber hinaus wird die EZB die Anleihekäufe zur Abfederung der Coronakrise weiterhin mit erhöhtem Tempo als während der ersten Monate des Jahres fortführen. Das Pandemic Emergency Purchase Programme (Pepp) umfasst insgesamt 1,85 Billionen Euro und läuft bis mindestens Ende März 2022.

Update 14.04.2021: Viele Banken verdienen mit Negativzinsen

Die Kreditwirtschaft klagt über Negativzinsen, doch das Newsportal Finanz-Szene.de hat geprüft, ob die Strafzinsen die Banken unterm Strich tatsächlich etwas kosten oder nicht. Das Ergebnis: Etwa die Hälfte der Banken, die untersucht wurden, verdienen mit Negativzinsen sogar Geld. Das heißt: Sie zahlen selbst weniger Strafzinsen an etwa die EZB als sie von ihren Kunden im Gegenzug verlangen. Fünf Sparkassen, sechs Volksbanken, fünf Sparda-Banken und sechs PSD-Banken wurden dabei untersucht. Bei den Banken, die mehr Strafzinsen zahlen als sie von den Kunden einnehmen, waren die Verluste dadurch zum Teil aber erheblich.

Archiv

Update 21.5.2018: Banken zahlen Kreditzinsen zurück

In Österreich haben Banken 250 Millionen Euro an ihre Kreditnehmer zurückgezahlt, wie „derStandard.at“ unter Berufung auf die ORF-Sendung „ZiB“ berichtete. Grund für die ungewöhnliche Rückzahlung: Gerichte hatten entschieden, dass Kreditnehmer über längere Zeit zu hohe Zinsen gezahlt hatten. Konkret ging es um variabel verzinste Kredite. Der Euribor ist vor rund drei Jahren in den negativen Bereich gerutscht. Viele Banken hatten diesen Negativzins aber nicht an ihre Kunden weitergegeben, sondern den Zins bei Null festgesetzt, obwohl kein Euribor-Floor vereinbart war. Diese Differenz mussten die Banken nun nachträglich zurückzahlen.


Update 19.5.2018: Weidmann bereit für EZB-Chefposten

Medienberichten soll der Präsident der deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, seine Verfügbarkeit als neuer Chef der Europäischen Zentralbank deutlich gemacht haben. 2019 muss ein Nachfolger für Mario Draghi gefunden werden. Weidmann gilt als Kritiker der lockeren Geldpolitik. Erst kürzlich hatte er sich wieder dafür ausgesprochen, dass umstrittene Anleihekaufprogramm der Zentralbank bis zum Jahresende auslaufen zu lassen.


Update 8.3.2018: EZB gibt erstes „Tapering“-Signal

Die Europäische Zentralbank hat auf ihrer Sitzung im März keine Zinsveränderungen bekanntgegeben. Sie hat allerdings ein Signal dafür gegeben, dass die umfangreichen Anleihekaufprogramme der Bank bald auslaufen könnten („Tapering“). Im Fokus steht dabei weniger ein konkretes Statement, sondern über was sich die Zentralbank nicht äußerte. Hatte die Zentralbank bisher immer betont, dass sie das Kaufprogramm noch ausweiten könnte, wenn sich die wirtschaftlichen Indikatoren verschlechtern, so verzichtete sie bei ihrer Sitzung am 8. März auf diesen Zusatz. Experten wie Jürgen Odenius von PGIM Fixed Income werten dies als Hinweis auf eine Ännäherung an den Ausstieg aus den Anleihekäufen.


Update 26.1.2018: Urteil kippt Negativzinsen bei Neuverträgen

Das Landgericht Tübingen hat im Streit über die negativen Zinsen der Volksbank Reutlingen (Update 8.12.2017) ein Urteil gefällt. Konkret ging es darum, dass die Volksbank auf Bankkonten von Privatkunden negative Zinsen erheben wollte. Das Gericht hat nun entschieden: Nachträglich lassen sich bei bestehenden Verträgen keine solchen Strafzinsen erheben. Die Entscheidung untersagt aber nicht, dass Banken bei  Neuverträgen negative Zinsen verlangen können.


Update 30.12.2017: Deutsche Banken lagern 10 Milliarden Euro in Tresoren

Der Tresor ist bei Banken zur Lagerung ihres Bargelds nach wie vor beliebt: Knapp über 10 Milliarden Euro lagerten die Institute in Deutschland derzeit auf diese Weise, um den negativen Zinsen zu entgehen. Die Zahl teilte Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele mit, wie die F.A.Z. berichtete.

Der Wert habe sich in den vergangenen Monaten nur geringfügig erhöht, eine weitere Zunahme sei jedoch nicht auszuschließen. Seit März 2016 müssen Banken 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie das Geld nicht bar vorhalten und selbst lagern, sondern bei der Europäischen Zentralbank parken.


Update 8.12.2017: Sind Strafzinsen für Privatsparer erlaubt?

Das Landgericht Tübingen muss nach einer Klage der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg entscheiden, ob negative Zinsen für Privatkunden rechtens sind. Die Volksbank Reutlingen hatte Negativzinsen für Sparguthaben laut einem dpa-Bericht für möglich erklärt. Das Landgericht teilte bereits mit, dass sich die Frage lediglich bei Altverträgen stelle. Bei Neuverträgen seien Negativzinsen erlaubt.

Die Richter wiesen zudem darauf hin, dass der Fall das Potential habe, beim Bundesgerichtshof zu enden. Für die gesamte Bankenbrachen dürfte das für Ende Januar 2018 erwartete Urteil richtungsweisend sein.


Update 26.10.2017: Bankenpräsident fordert Freibetrag ohne Strafzinsen für Banken

Hans-Walter Peters, Präsident des Bankenverbands, hält die aktuellen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank zur Einschränkung ihrer expansiven Geldpolitik nicht für ausreichend. Die Reduktion des Kaufvolumens bei den Anleihekäufen sei zwar „eine richtige und  längst überfällige Entscheidung“. Doch kritisierte Peters die Verlängerung des Kaufprogramms bis zum September 2018.

Zudem fordert er für Banken einen Freibetrag für ihre überschüssige Liquidität bei der EZB. Für diesen Betrag müssten die Geschäftsbanken dann keine Strafzinsen bezahlen. Diesen Schritt hätte die Schweizer Notenbank bereits erfolgreich vorgemacht, und habe so „die Kollateralschäden der Negativzinsen“ zumindest etwas eindämmen können.


Update 9.8.2017: Strafzinsen treffen Sachsen, Bayern und Thüringen am stärksten

Fast jedes fünfte Unternehmen wird inzwischen von Banken mit Strafzinsen konfrontiert. Die kleinen Firmen trifft es allerdings deutlich weniger häufig als große und mittlere Unternehmen. Das hat eine aktuelle Umfrage des Ifo-Instituts unter 4.000 Unternehmen ergeben. Die Untersuchung zeigt auch regionale Unterschiede: Unternehmen in Sachsen, Bayern und Thüringen sind am stärksten betroffen. Allerdings versuchen alle betroffenen Unternehmen, Strafzinsen so lange wie möglich zu vermeiden. Bislang haben nur 8 Prozent negative Zinsen bei einer Bank tatsächlich akzeptiert.

Knapp die Hälfte der betroffenen Firmen versucht, über Verhandlungen mit den Banken Negativzinsen zu vermeiden. Etwas mehr als ein Drittel der Betroffenen hat zu einer Bank gewechselt, die keine Strafzinsen verlangt. Etwa 30 Prozent verschieben Gelder zudem in andere Anlageformen, zahlen Kredite zurück oder schichten Liquidität innerhalb des Unternehmens um. Nur 11 Prozent geben an, dass sie ihre Investitionen erhöht haben, um die negativen Zinsen zu vermeiden. Ein kleiner Teil der Unternehmen (4 Prozent) hat sich sogar entschlossen, mehr Bargeld vorzuhalten, um das Geld nicht bei den Banken parken zu müssen.


Update 8.8.2017: Deutsche Bank erhöht Gebühren

Das Niedrigzinsumfeld bringt nicht nur Strafzinsen mit sich. Banken drehen auch an der Gebührenschraube. Die Deutsche Bank erhöht die Gebühren für selbständige Unternehmer, die bislang ein kostenloses Geschäftskonto nutzen konnten. Ab Oktober müssen sie 8,90 pro Monat dafür zahlen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Die neue Gebühr betrifft nur Kunden, die im Schnitt im Monat mindestens 5.000 Euro auf dem Konto haben, für die anderen fiel die Gebühr ohnehin an. Experten rechnen jedoch damit, dass die Regelung dennoch tausende oder sogar zehntausende Geschäftskunden treffen wird, heißt es in dem Bericht weiter.


Update 23.7.2017: Banken bunkern Bargeld

Deutsche Banken horten in ihren Tresoren 10 Milliarden Euro zusätzlich, um den negativen Zinsen der Europäischen Zentralbank zu entgehen. Das sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele gegenüber dem „Tagesspiegel“. Er rechnet damit, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. DerTreasurer berichtete bereits im vergangenen Jahr darüber, dass einige Institute über solche Schritte nachdenken.


Update 17.7.2017: Die Volksbank Reutlingen schafft Negativzinsen wieder ab

Nach der Androhung einer Klage durch die baden-württembergische Verbraucherzentrale schafft die Volksbank Reutlingen Strafzinsen auf Tagesgeld- und Girokonten von Privatkunden wieder ab. Auch die Verbraucherzentrale Sachsen hatte zuletzt eine Klage angekündigt. Großkunden der Volksbank mit Anlagen in Höhe von mindestens 500.000 Euro werden, nach Absprache, jedoch weiter belastet. Der Verbraucherschutz hatte zudem nach einer Unterlassungserklärung zur Belastung von Kleinsparern verlangt, dem war die Volksbank allerdings nicht nachgekommen: Man werde auch in Zukunft auf steigende Verwahrungskosten, wie die Bank die Negativzinsen nennt, reagieren müssen, gab die Volksbank gegenüber dem „Handelsblatt“ bekannt.


Update 4.5.2017: Banken verschärfen Strafzinsen-Politik bei kurzfristigen Einlagen

Trotz der Diskussionen über eine mögliche Zinswende bleiben negative Zinsen für viele Treasurer ein Problem. Denn die Banken verschärfen ihre Vorgehensweise in Sachen Strafzinsen sogar, hat eine aktuelle Umfrage des Magazins FINANCE erbracht . Frühere Kulanzregeln und Freibeträge würden zurückgefahren, berichtet ein Leiter Finanzen eines MDax-Konzerns, dessen Unternehmen mittlerweile negativen Zinsen bezahlen muss. Wie Treasurer mit der Situation umgehen, lesen Sie im aktuellen E-Magazin von DerTreasurer. Eine ausführliche Analyse darüber, was die Banken dazu sagen, finden Sie zudem in der Mai/Juni-Ausgabe von FINANCE, einer Schwesterpublikation von DerTreasurer, die sie hier als E-Paper bestellen können.


Update 27.4.2017: EZB belässt Einlagenzins bei –0,4 Prozent

Die Europäische Zentralbank hat auf ihrer Sitzung Ende April die Zinssätze unverändert gelassen. Der Leitzins liegt nach wie vor bei 0 Prozent, der Einlagenzins bleibt auf seinem bisherigen Tiefststand von –0,4 Prozent. Zum weiteren Ausblick auf die Zinsentwicklung äußerte sich die Zentralbank wie schon in den vergangenen Sitzungen. Die EZB erwartet, dass die Zinsen noch für einen längeren Zeitraum auf dem derzeitigen Stand bleiben – oder sogar noch weiter sinken. Wie bereits im vorherigen Dezember betont die Zentralbank explizit, dass damit ein Zeitraum über die Dauer ihres Anleihekaufprogramms gemeint ist. Die EZB hatte ihre Bondkäufe bis Dezember dieses Jahres verlängert, allerdings das Volumen ab April von 80 auf 60 Milliarden Euro reduziert.


Update 12.4.2017: DZ Bank prognostiziert Leitzinserhöhung im Herbst

Die Spekulationen um eine baldige Zinswende haben begonnen. Während aus der Europäischen Zentralbank selbst dazu bisher widersprüchliches zu hören ist, erwarten einige Marktbeobachter, dass es schon in diesem Jahr soweit sein könnte. Die DZ Bank prognostiziert in einem aktuellen Research-Papier, dass die Zentralbank die Zinsen in diesem Herbst von –0,4 Prozent auf –0,25 Prozent anhebt. Ein Argument dafür sei die zurückgegangene Deflationsgefahr in der Euro-Zone.

Generell kritisiert die Research-Abteilung der DZ Bank die These der EZB, der negative Einlagensatz führe zu einer verstärkten Kreditvergabe. Diese Argumentation sei wenig überzeugend, da die Überschussliquidität unter den Banken ungleich verteilt ist. Geschäftsbanken in Kerneuropa legen deutlich mehr Liquidität bei ihren Zentralbanken an und zahlen entsprechend den negativen Einlagenzins. In dieser Region sei die Kreditvergabe ohnehin stabil und brauche keinen zusätzlichen Impuls. In den Ländern der europäischen Peripherie halten die Banken dagegen wenig überschüssige Liquidität. Der Stimulus geht demnach an ihnen vorbei.


Update 21.2.2017: Einsparpotential bei Fondsgebühren

Im andauernden Niedrigzinsumfeld sind die Kosten bei der Geldanlage eine wichtige Stellschraube. Doch gerade im Asset Management mangelt es in dieser Hinsicht häufig an Transparenz. Laut einer Analyse der Beratungsgesellschaft Faros Pension & Asset Advisory fehlt den meisten Anlegern der Marktüberblick, um feststellen zu können, welche Kosten sie noch senken können. Laut Faros besteht das größte ungenutzte Einsparpotential bei den Fondsgebühren. Welches Preisniveau derzeit Standard ist und wie Treasurer die Fondsgebühren im eigenen Portfolio senken können, lesen Sie bei DerTreasurer.


Update 8.2.2017: Hamburger Sparkasse erhebt Strafzinsen

Jetzt will auch Deutschlands größte Sparkasse negative Zinsen erheben. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) will laut einem Bericht der F.A.Z.  ihre Firmenkunden zur Kasse bitten. Die Bank will allerdings den negativen Einlagenzins der Europäischen Zentral von minus 0,4 Prozent nicht immer weitergeben, sondern im Einzelfall entscheiden. Der Zinssatz sei nicht festgelegt, sondern richte sich nach dem individuellen Geschäftsumfang mit der Haspa. Negative Zinsen für Privatkunden wolle die Bank solange wie möglich vermeiden.


Update 17.1.2017: Bundesbank kauft Anleihen mit Rendite unter -0,4 Prozent

Die Bundesbank hat im Januar erstmals Anleihen gekauft, deren Rendite unterhalb der -0,4 Prozent liegt, die die EZB als Einlagenzins aufruft. Es handelte sich dabei laut einem Bericht der F.A.Z. um fünfjährige Staatsanleihen.

Der Kauf dieser Papiere mit so hoher negativer Rendite ist erst seit kurzem möglich. Die EZB hatte im Dezember die Verlängerung des Anleihekaufprogramms für das gesamte Jahr 2017 verkündet und dabei auch die Bedingungen aufgeweicht. Bislang durften Bonds nur mit einer negativen Rendite von -0,4 Prozent gekauft werden.


Update 12.1.2017: Langfristige Zinsen steigen an

Ob sich bereits eine Zinswende andeutet, ist bei den Experten umstritten. Klar ist, dass die Zinsen im langfristigen Bereich gerade ansteigen. Am 12. Januar hat die Bundesrepublik zum ersten Mal seit August vergangenen Jahres eine zehnjährige Staatsanleihe begeben, für die sie Zinsen zahlen muss. Der Kupon liegt bei 0,25 Prozent, berichtet die Frankfurter Allgemeine.


Update 28.12.2016: Sparkassen und Volksbanken erheben Strafzinsen

Auch zum Jahresende 2016 weiten sich negative Zinsen aus. Nun verlangen auch die Stadtsparkasse München und die Hamburger Volksbank Gebühren bei der kurzfristigen Geldanlage, berichtete die Frankfurter Allgemeine. Die Münchener Bank will ab April von Firmenkunden und institutionellen Anlegern 0,4 Prozent verlangen, wenn die Summe von 250.000 Euro überschreitet. In Hamburg sollen es 0,2 Prozent auf Tagesgeldkonten mit mehr als 500.000 Euro sein. Allerdings wolle man zunächst mit den Kunden über Anlagealternativen sprechen. Weitere Banken erwägen dem Bericht zufolge ähnliche Schritte. Während das Phänomen bisher hauptsächlich Firmenkunden betrifft, gibt es laut dem Bericht auch einzelne Banken die sie von ihren Privatkunden verlangen.


Update 14.12.2016: US-Notenbank Fed erhöht Leitzins

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,5 bis 0,75 Prozent angehoben. Sie reagiert damit auf die positive Entwicklung der US-Wirtschaft. Im kommenden Jahr werden zudem drei weitere Zinsschritte erwartet. Bislang hatten Marktbeobachter mit zwei Anhebungen gerechnet. In den USA stieg die Rendite zehnjähriger Treasuries am Tag nach der Bekanntgabe des Zinsschritts mit rund 2,6 Prozent auf den höchsten Stand seit Herbst 2014. Mit der Fed-Entscheidung koppeln sich die USA und Europa in Sachen Zinsentwicklung voneinander ab.


Update 12.12.2016: Niedrigzinsumfeld macht Commercial Paper attraktiv

Das Pflanzenzüchtungsunternehmen KWS Saat hat zum ersten Mal ein Euro-Commercial-Paper-Programm aufgelegt. Damit liegt das Unternehmen im Trend. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld beginnen einige Unternehmen, die niedrigen Zinsen über diesen kurzfristigen Finanzierungsweg für sich zu nutzen. Auch der Versandhändler Otto hatte im September eine kurzlaufende Anleihe  begeben und Anfang Oktober ein Commercial-Paper-Programm aufgelegt.

Doch nicht nur auf der Finanzierungsseite sind die kurzlaufenden Wertpapiere für Unternehmen attraktiv. Auch auf der Anlageseite investieren Treasurer verstärkt in CPs, um weniger Geld kurzfristig bei den Banken anlegen zu müssen und so den Strafzinsen zu entgehen.


Update 8.12.2016: EZB verlängert Anleihekaufprogramm

Die Europäische Zentralbank wird auch über das gesamte Jahr 2017 weiterhin als Investor am Bondmarkt auftreten. Das Anleihekaufprogramm wurde bis Dezember 2017 verlängert, allerdings mit einem geringeren Volumen: Ab April wird die Zentralbank monatlich nur noch 60 anstatt wie bisher 80 Milliarden Euro in die Märkte pumpen. Das geringere Kaufvolumen könnte zu einem langsamen Ende der Bond-Rally bei Unternehmensanleihen führen.

Neben der Verlängerung des Programms wurden auch einige Rahmenbedingungen für die Anleihekäufe angepasst. So konnte die Zentralbank bisher keine Bonds kaufen, deren Rendite unter dem eigenen negativen Einlagenzins von -0,4 Prozent notierte. Diese Beschränkung wurde nun aufgehoben. Der negative Einlagensatz ebenso wie der Leitzins von 0 Prozent bleiben unverändert.


Update 2.12.2016: Continental platziert Nullkuponanleihe

Die Finanzierungsbedingungen bleiben für Unternehmen nach wie vor extrem günstig. So konnte zum Beispiel der Automobilzulieferer Continental eine Anleihe ohne Kupon platzierten.  Für den Dax-Konzern ist es die erste Platzierung dieser Art. 600 Millionen Euro sammelte das Unternehmen ein. Das Papier wurde zu einem Kurs von 99,41 Prozent platziert, so das für die Investoren unterm Strich eine positive Rendite bleibt.

Continental ist das fünfte deutsche Unternehmen, das in diesem Jahr eine Anleihe mit Nullkupon begeben hat. Die Deutsche Bahn und Henkel konnten ihre Bonds sogar über par platzieren und damit eine negative Rendite an die Investoren ausgeben.


Update 23.11.2016: Negativzinsen fordern Treasurer beim Cash Pooling

Während die meisten deutschen Treasury-Abteilungen mit der Aufstellung ihrer Cash Pools zufrieden sind, gibt es zwei Bereiche, die sie umtreiben. Das hat das aktuelle Treasurer-Panel ergeben. Neben den steuerrechtlichen Anforderungen, die Treasurer Sorgen machen, ist das vor allem der Umgang mit negativen Zinsen im Cash Pool. Wann müssen die sogenannten Strafzinsen an Tochterunternehmen weitergegeben werden? Mit dieser Frage setzt sich gerade jeder dritte Befragte stark oder sehr stark auseinander. Wie viele Unternehmen negative Zinsen tatsächlich über den Cash Pool weitergeben, erfahren sie im aktuellen Treasurer-Panel.


Update 6.10.2016: Tresor als neue Anlageform

Um den Strafzinsen der Europäischen Zentralbank zu entgehen, erwägen immer mehr Banken Geld im Tresor zu horten. Die Nachfrage Versicherungen für Tresor-Anlagen sei sprunghaft angestiegen, berichten Brancheninsider. Da die Prämien niedriger sind als der EZB-Einlagenzins, kann sich die Alternative Tresor lohnen. Für wen die Tresorlösung eine Option ist, erfahren Sie in unserem E-Magazin 18-2016.


Update 4.10.2016: Diskussion um EZB-Kaufprogramm

Das Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank sorgt im Anleihemarkt nach wie vor für niedrige Zinsen – und das auch im langfristigen Bereich. In den vergangenen Tagen wurde spekuliert, die Zentralbank könnte das Programm langsam herunterfahren und weniger zukaufen. Das dürfte zu einem Anstieg der Zinsen führen. Zentralbank-Chef Mario Draghi dementierte jedoch ein baldiges Ende des Programms.


Update 29.9.2016: Erster Schweizer Konzern platziert Anleihe mit Minusrendite

Der Schweizer Hörgerätehersteller Sonova tritt in Henkels Fußstapfen. Der Konzern platziert als erstes Schweizer Unternehmen eine Unternehmensanleihe mit negativer Verzinsung am dortigen Bondmarkt. Die gesamte Transaktion umfasst 760 Millionen Schweizer Franken in drei Tranchen. 250 Millionen Franken davon entfallen auf eine Nullkuponanleihe, die über par platziert wurde. Bei einer weiteren Tranche liegt der Zinst bei 0,01 Prozent.


Update 7.9.2016: Henkel und Sanofi platzieren Bonds mit negativer Rendite

Die ersten Unternehmen ohne Staatshintergrund haben es geschafft: Der deutsche Konsumgüterhersteller Henkel und der französische Pharmakonzern haben Anleihen platziert, die bereits bei der Emission eine negative Rendite aufgewiesen haben. Bei beiden Transaktionen lag sie bei rund -0,05 Prozent.

Am Sekundärmarkt sind negative Renditen mittlerweile gang und gäbe. Laut Reuters notieren auch bei Unternehmensanleihen im Investmentgrade-Segment mehr als 27 Prozent im Minus.


Update 10.8.2016: 10-Jährige Bundesanleihe aufgestockt

Der Bund hat die zehnjährige Bundesanleihe, die im Juli erstmals mit negativer Rendite platziert wurde, um 5 Milliarden Euro aufgestockt. Das Gesamtvolumen des Papiers beläuft sich damit auf 10 Milliarden Euro. Die Investoren akzeptierten eine negative Rendite von minus 0,09 Prozent.


Update 4.8.2016: Bank of England senkt Leitzins

Um die negativen Folgen des Brexit-Referendums abzufedern, hat die Bank of England beschlossen, den Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent zu senken. Außerdem wird das QE-Programms für Staatsanleihen um 60 Milliarden Britische Pfund erweitert. Die Zentralbank will zudem Unternehmensanleihen über 10 Milliarden Britische Pfund kaufen.


Update 14.7.2016: Deutsche Bahn begibt erste Anleihe mit negativer Rendite

Die Deutschen Bahn hat als erstes Unternehmen eine Euroanleihe mit negativer Rendite platziert. Der Staatskonzern hat über die Deutsche Bahn Finance eine Nullkuponanleihe begeben. Anders als bei bisherigen Unternehmensanleihen mit Nullkupon wurde dieser Bond allerdings über par platziert. Unternehmen wie Sanofi oder Unilever hatten ihre Nullkuponanleihen über par platziert und damit noch eine positive Rendite geboten.


Update 1.7.2016: Britische Staatsanleihen rutschen ins Negative

Nachdem die Bank of England signalisiert hat, dass sie bereit ist geldpolitische Maßnahmen wie Quantative Easing zu nutzen, um die Märkte zu stützen, ist auch die erste britische Staatsanleihe in den negativen Bereich gerutscht. Der sogenannte Gilt mit einer Laufzeit bis März 2018 erzielte am 30. Juni eine Rendite von -0,003 Prozent. Die Bank of England erwägt Staatsanleihen und möglicherweise auch Unternehmensanleihen zu kaufen.


Update 14.6.2016: Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sinkt ins Negative

Bisher waren zehnjährige Bundesanleihen noch eines der wenigen Papiere der Bundesrepublik, bei der die Rendite ein positives Vorzeichen hatte. Seit dem heutigen Tag ist das nicht mehr so, auch diese langlaufenden Bonds bringen dem Anleger kein Geld mehr. Neben der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Zentralbank sorgt vor allem die Sorge um einen möglichen Brexit dafür, dass viele Anleger auf deutsche Staatsanleihen als sicherem Hafen zurückgreifen.

Laut der Beratungsgesellschaft Barkow Consulting wiesen Anfang Juni bereits 70 Prozent der deutschen Staatsanleihen eine negative Rendite auf. Der Wert dürfte sich nach den aktuellen Entwicklungen noch erhöht haben. Im globalen Durchschnitt werden laut Bank of America Merrill Lynch rund ein Viertel aller Staatspapiere mit negativer Rendite gehandelt.


Update 9.6.2016: Commerzbank will Geld im Tresor lagern

Die Commerzbank wehrt sich gegen die Strafzinsen der Europäischen Zentralbank. Die Commerzank will laut Finanzkreisen in Zukunft möglicherweise mehr Geld in den eigenen Tresoren lagern, anstatt es bei der Zentralbank für einen negativen Einlagenzinssatz von -0,4 Prozent anzulegen.

Nur einen Tag zuvor hatte auch Thomas Mayer, der Chefsvolkswirt der Deutschen Bank, harsche Kritik an der Politik der Zentralbank geübt. Die Politik der EZB sende das Signal, dass Sparen schlecht sei. Anleger würden so in riskantere Wertanlagen getrieben.


Update 8.6.2016: KfW begibt neuen Bond mit negativer Rendite

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat zum  ersten Mal eine fünfjährige Anleihe mit negativer Rendite begeben. Der Bond wird mit 0 Prozent verzinst und unter par platziert. Daraus ergibt sich eine negative Rendite von -0,196 Prozent. 5 Milliarden Euro konnte die Bank mit der Nullkuponanleihe einsammeln. Das Orderbuch belief sich sogar auf 7,5 Milliarden Euro. Es war für KfW nicht nur die größte Transaktion des Jahres, sondern auch die erste fünfjährige Anleihe einer staatlichen, supranationalen Organisation (SSA) mit negativem Vorzeichen


Update 10.5.2016: Zinsstatistik der Bundesbank rutscht ins Minus

Banken drohen nicht mehr nur mit dem Strafzins, mittlerweile werden Unternehmen tatsächlich zur Kasse gebeten. Das spiegelt sich inzwischen auch in der aktuellen Zinsstatistik der Bundesbank wider. Im März ist der Zins für Einlagen der Unternehmen mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr auf –0,3 Prozent gesunken. Insgesamt wurden rund 15 Milliarden Euro neue Mittel angelegt. Laut der Bundesbank haben vor allem großvolumige Transaktionen zu dem negativen Zins geführt. Laut der Beratungsfirma Barkow Consulting können diese Großtransaktionen aufgrund des Berechnungsverfahrens zwar überproportionalen Einfluss auf die Statistik haben, doch im Januar lag der Wert noch bei 0,8 Prozent.


Update 21.4.2016: Bundesanleihen im Minus

Die Geldpolitik der EZB sorgt vor allem am Anleihemarkt für weiter sinkende Zinsen. Das negative Vorzeichen hat sich auf die Papiere mit bis zu neun Jahren ausgeweitet. Im April sank außerdem die Umlaufrendite der deutschen Staatsanleihen zum ersten Mal auf 0 Prozent.


Update 28.4.2016: Negativzins erreicht auch private Sparer

Auf lange Sicht können sich selbst Privatleute dem negativen Zinsumfeld möglicherweise nicht entziehen. Die Sparkassen schließen den Strafzins für normale Sparer nicht mehr aus. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa.  Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, betonte, er die Sparkassen werden alles tun, um private Sparer zu schützen. Wenn das negative Zinsumfeld allerdings dauerhaft anhalte, dann könne man die Kunden nicht davor bewahren.

Auch auf Finanzierungsseite weitet sich das Phänomen der negativen Zinsen auf Privatleute aus. Ein Möbelgeschäft wirbt bereits mit einer 24-Monaten laufenden Finanzierung zu –1 Prozent. Es handelt sich dabei allerdings um einen Rabatt des Händlers selbst, nicht um eine Bankenfinanzierung.


Update 7.4.2016: Sanofi platziert Anleihe mit Nullkupon

Der französische Pharmakonzern Sanofi hat einen dreijährigen Bond mit einem Nullkupon begeben. Dabei handelt es sich um die erste Unternehmensanleihe mit dieser Laufzeit, die mit 0 Prozent verzinst wird. Die Tranche hat ein Volumen von 500 Millionen Euro.  Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, auch Corporate Bonds zu kaufen hat die preislichen Bedingungen für Unternehmen weiter gedrückt. Marktbeobachter rechnen damit, dass die erste Unternehmensanleihe mit negativer Rendite bei der Emission in greifbare Nähe rückt.


Update 1.4.2016: Negativzinsen bedrohen den Cash Pool

Das negative Zinsumfeld hinterlässt nicht nur bei der externen Geldanlage sondern auch innerhalb vieler Konzerne Spuren. Bald könnten die Negativzinsen auch im Cash Pool, also bei unternehmensinternen Finanzierungen, zum Tragen kommen. Denn aus steuerlichen Gründen könnte es problematisch sein, die negativen Zinsen nicht ohne Weiteres über den Cash Pool weiterreichen. Denn Cash-Pool-Bedingungen müssen den Marktbedingungen entsprechen. Mehr über die Problematik lesen Sie im E-Magazin von DerTreasurer.


Update 23.3.2016: DZ Bank will Strafzinsen an Volksbanken weiterreichen

Demnächst müssen sich auch Volks- und Raiffeisenbanken auf negative Zinsen einstellen, wenn sie ihr Geld bei ihrem Spitzeninstitut, der DZ Bank, parken wollen. Die genossenschaftliche Bank will die Nullzinsgrenze, die bisher galt, nur noch bis Ende Juni erhalten, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Danach werden die Interbankeinlagen angelehnt an den Marktzins verzinst. Die Vorstand der Bank verweist dabei auf die erneute Senkung des Einlagenzinses durch die Europäischen Zentralbank. Die Diskrepanz zwischen diesem Zins und der bisherigen Nullzinsgrenze sei mittlerweile zu groß, um nicht zu reagieren. Die DZ Bank verzeichne durch das fehlende „Preisregulativ“ einen erheblichen Zufluss an Einlagen mit sehr kurzen Laufzeiten.


Update 10.3.2016: EZB senkt den Einlagenzins erneut

Die Europäische Zentralbank hält weiterhin an der Niedrigzinspolitik fest. Auf der heutigen Ratssitzung hat sie ihre Maßnahmen noch einmal verschärft, indem sie den negativen Einlagenzins erneut um 10 Basispunkte gesenkt hat. Banken, die über Nacht bei der EZB Geld parken wollen, müssen ab 16. März also 0,4 Prozent Zinsen zahlen. Die Zentralbank senkt außerdem den Leitzins um fünf Basispunkte: dieser liegt jetzt bei Null Prozent.

Auch das Anleihekaufprogramm der Bank wird auf 80 Milliarden Euro ausgeweitet und umfasst jetzt auch Investmentgrade-Anleihen noch Emittenten außerhalb des Finanzsektors. Mit der weiteren Verschärfung der Niedrigzinspolitik hatten Marktbeobachter im Vorfeld gerechnet.


Update 4.3.2016: Sparkassen planen Schutzmaßnahmen gegen Strafzins

Sparkassen erwägen drastische Maßnahmen: Sie denken offenbar darüber nach, ihre überschüssige Liquidität im eigenen Tresor aufzubewahren, statt sie zum negativen Einlagenzins bei der EZB anzulegen. Das geht aus einem internen Rundschreiben des bayerischen Sparkassenverbands vor, das der Frankfurter Allgemeine Zeitung vorliegt. Die Sparkassen stellten sich demnach die Frage, ob es nicht wirtschaftlicher sei „hohe Bargeldwerte nicht – wie bisher – bei der EZB einzulagern, sondern stattdessen selbst zu verwahren“. Die höheren Versicherungskosten, die für das Bargeld im eigenen Tresor anfallen, seien immer noch geringer als der EZB-Strafzins. Wenn sich dieses Verhalten ausweitet, läuft die Geldpolitik der EZB zumindest bei den Sparkassen ins Leere, sie zu höherer Kreditvergabe anzuregen.


Update 29.2.2016: Fünfjährige Euro-Swaps sind jetzt negativ

Das negative Zinsumfeld weitet sich aus. Jetzt ist auch der Euro-Swap-Satz für fünfjährige Laufzeiten in den negativen Bereich gerutscht. Der Euro-Swap-Satz orientiert sich an Swap-Quotierungen gegen den 6-Monats-Euribor und ist eine wichtige Referenzgröße für Festsatzfinanzierungen. Bereits seit vergangenem Herbst notiert der Zinssatz für zweijährige Laufzeiten negativ, vor kurzem folgte der Zinssatz für vierjährige Laufzeiten. Den Schwenk in den negativen Bereich hatten Finanzierungsexperten bereits erwartet, wie DerTreasurer berichtet.


Update 23.2.2016: Gesundheitsfonds muss negative Zinsen zahlen

Das Niedrigzinsumfeld greift weiter um sich. Auch die Krankenversicherungen sind betroffen. Der Gesundheitsfonds, der vom Bundesversicherungsamt gemanagt wird, bestätigte gegenüber der F.A.Z., im vergangenen Jahr insgesamt 1,8 Millionen Euro an Strafzinsen gezahlt zu haben. Das Gesamtvolumen des Fonds liegt bei 200 Milliarden Euro.

Der Gesundheitsfonds ist durch Strafzinsen besonders betroffen, da monatlich immer wieder hohe Summen für kurze Zeit auf den Konten liegen, wenn die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber eingesammelt werden. Nach einigen Tagen werden die Gelder auf die Konten der Krankenkassen verteilt.


Update 11.02.2016: Finanzvorstände fordern Rechnungszins von 4,5 Prozent

23 deutsche Finanzvorstände, darunter die CFOs von Bayer, Deutscher Post, Siemens, Continental, Lufthansa, Adidas und Metro haben in einem Brief an den Bundestags-Rechtsausschuss um mehr Unterstützung bei der Bewältigung der Niedrigzinsphase gefordert. Erleichterungen seien vor allem bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen notwendig. Durch die dauerhaft niedrigen Zinsen sind Unternehmen gezwungen, immer mehr Geld für die Betriebsrenten zurückzulegen.

Die bisherigen Pläne zur Erleichterung reichen den Unternehmen nicht. Die Regierung hat angekündigt, dass sich der Rechnungszins, der zur Berechnung der Rückstellungen herangezogen wird, zukünftig aus dem durchschnittlichen Zins der vergangenen zehn statt wie bisher sieben Jahre ergeben soll. Damit soll sich das sinkende Zinsniveau weniger stark im Durchschnittszins niederschlagen. Die Unternehmen fordern dagegen den Zins bei 4,5 Prozent festzulegen oder den Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre als Berechnungsgrundlage zu verwenden.

Weiterhin kritisierten die Finanzchefs, dass die Regierung die Ausweitung des Bewertungszeitraums an eine Sperre der Ausschüttungen der Unternehmen geknüpft werden soll. Das würde komplexe Rechnungen nach sich ziehen, heißt es von Seiten der Unternehmen.


Update 10.02.2016: 10-jährige Japan-Bonds rutschen ins Negative

Die Rendite der japanischen Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit ist zum ersten Mal ins Negative gerutscht. Damit müssen Anleger dem japanischen Staat quasi Geld dafür zahlen, wenn sie ihm Geld leihen. Die Schuldverschreibungen des Staates haben nicht zuletzt durch die große Unsicherheit an den Börsen für Investoren deutlich an Attraktivität gewonnen.

Japan ist nicht das erste Land, dessen zehnjährige Anleihen eine negative Rendite bringen. Auch Schweizer Staatsanleihen in diesem Laufzeitbereich bringen bereits eine Rendite unter Null. Die Papiere des deutschen Staates bewegen sich bei zehnjähriger Laufzeit noch im positiven Bereich.


Update 09.02.2016: Commerzbank weitet Strafzinsen aus

Die Commerzbank weitet die Vergabe von negativen Zinsen aus. In den vergangenen Monaten ist die Bank verstärkt auf Unternehmen zugegangen, die hohe Geldbestände bei dem Institut halten. Nach Konzernen seien jetzt auch mittelgroße Firmenkunden betroffen. Ziel der Bank sei allerdings nicht, die Strafzinsen tatsächlich zu erheben, sondern den Firmenkunden alternative Anlageformen anzubieten. Welche das sind, lesen Sie hier.


Update 05.02.2016: Banken schließen Strafzinsen flächendeckend nicht mehr aus

Die Weitergabe von negativen Zinsen an Firmenkunden, ist bei der kurzfristigen Geldanlage zur neuen Normalität geworden, wie eine aktuelle FINANCE-Umfrage unter 14 Banken ergeben hat. Kein Geldinstitut schließt negative Guthabenzinsen mehr grundsätzlich aus. Acht der 14 befragten Banken räumen ein, dass negative Zinsen für Firmenkunden in bestimmten Fällen möglich sind. Zwei Banken erheben sie nach eigenen Angaben aktuell zwar nicht, schließen sie aber für die Zukunft nicht aus. Vier Banken – RBS, BNP Paribas, BNY Mellon sowie die Helaba – wollten sich zu dem sensiblen Thema allerdings nicht äußern. Wie die Banken ihr Vorgehen begründen und wie Treasurer reagieren, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe von DerTreasurer. Die gesamte Umfrage ist in der Februar-Ausgabe von FINANCE erschienen, die Sie hier als E-Paper bestellen können.


Update 29.01.2016: Japans Notenbank verlangt Strafzinsen

Die japanische Notenbank zieht nach: Überraschend hat die Bank in einer knappen Entscheidung beschlossen ebenso wie etwa die Europäische Zentralbank einen negativen Einlagenzins zu erheben. Banken müssen zukünftig 0,1 Prozent dafür zahlen, wenn sie Gelder bei der Bank of Japan parken wollen. Auch eine weitere Senkung des Zinses ist nicht ausgeschlossen, teilte die Bank mit.

Im Kampf gegen die Deflation setzt die Bank auch weiterhin auf eine Ausweitung der Geldmenge um jährlich 80 Billionen Yen, was etwa 617 Milliarden Euro entspricht.


Update 03.12.2015: EZB senkt den Einlagenzins auf minus 0,3 Prozent

Die Europäische Zentralbank hat beschlossen, den Einlagenzins noch weiter zu senken. Banken müssen jetzt einen negativen Zins von 0,3 Prozent zahlen, wenn sie Gelder bei der EZB parken wollen. Das sind 10 Basispunkte mehr als bisher, der Zins lag seit September 2014 bei minus 0,2 Prozent. Der Leitzins bleibt dagegen unverändert bei 0,05 Prozent.

Die EZB will durch die Maßnahme die Kreditvergabe der Banken ankurbeln. Allerdings wird dadurch die kurzfristige Geldanlage auch für Unternehmen immer herausfordernder. Banken blocken schon seit mehr als einem Jahr verstärkt kurzfristige Anlageliquidität ab und geben die Strafzinsen teilweise auch an Firmenkunden weiter.

Zudem verlängert die Zentralbank ihr Anleihekaufprogramm um weitere sechs Monate bis März 2017. Seit März dieses Jahres kauft die EZB monatlich Anleihen im Wert von rund 60 Milliarden Euro. Ursprünglich sollte das Programm im kommenden September auslaufen.


Update 22.10.2015: EZB erwägt, Einlagenzinsen zu senken

Nach den jüngsten Äußerungen von EZB-Präsidenten Mario Draghi ist klar, dass ein Ende des Niedrigzinsumfelds noch lange nicht in Sicht ist. Nach einer Sitzung des EZB-Rats verkündete Draghi, dass die Bank angesichts neuer Risiken und einer nach wie vor sehr niedrigen Inflationsrate zu handeln bereit sei. Ein mögliches Instrument dafür sei eine weitere Absenkung des Einlagenzinses, den Banken zahlen müssen, wenn sie Gelder bei der EZB parken. Der Zins liegt derzeit mit minus 0,2 Prozent schon seit über einem Jahr im negativen Bereich. In den vergangenen Monaten hatten viele Banken gedroht, den Negativzins an ihre Unternehmenskunden weiterzugegeben.

Weiterhin spekulieren Marktbeobachter darauf, dass Draghi das umfassende EZB-Anleihekaufprogramm ausweiten könnte. Mit dem Programm pumpt die Bank Geld in die Märkte, um die Zinsen zu senken und die Inflation anzutreiben. Mit einer Entscheidung über diese Maßnahme wird noch im Dezember gerechnet.


Update 17.09.2015: US-Notenbank Fed erhöht den Leitzins nicht

Die US-Notenbank Federal Reserve hat entschieden. Die Leitzinsen werden nicht erhöht. Damit bleibt die erste Leitzinserhöhung seit neun Jahren wieder aus und auch in den USA setzt sich das Niedrigzinsumfeld fort.

Im Vorfeld wurde die Entscheidung heftig diskutiert. Die Gegner einer Erhöhung befürchten, dass ein höherer Leitzins den Schwung der Wirtschaft bremsen könnte. Auch sei der Arbeitsmarkt in den USA längst nicht so positiv wie oft beschrieben, heißt es. Die Befürworter befürchten dagegen, dass Inflation und Preisblasen drohen, wenn die Zeiten des billigen Geldes nicht schnell vorbei sind.

Die Fed begründete ihr Abwarten mit den jüngsten Turbulenzen in der Weltwirtschaft. Weiterhin betonte Janet Yellen, dass im Oktober und Dezember die nächsten Möglichkeiten für eine Erhöhung anstünden.


Update 10.06.2015: Statt negative Zinsen zu verlangen, platzieren Banken Anleihen über pari

Um sich nicht auf Diskussionen über negative Kupons bei Anleihen einzulassen, verlangen viele Banken im Euroraum bei variabel verzinslichen Anleihen einfach vorab mehr Geld. Laut Medienberichten unter Berufung auf Bloomberg-Daten hätten die Banken in diesem Jahr variabel verzinste Anleihen und Floating Rates Notes in einem Gesamtvolumen von 5,1 Milliarden Euro mit Ausgabepreisen über pari an den Markt gebracht. Dafür gibt es einen Aufschlag beim Kupon, damit dieser trotz sinkender Referenzzinsen nicht negativ wird.

Die Swedbank habe beispielsweise eine Anleihe zu einem Ausgabekurs von 101,5 Cent je Euro Nominalwert platziert. Dafür zahlt die Bank mit 68 Basispunkten über dem 3-Monats-Euribor. Das sind etwa 50 Basispunkte mehr als sie unter normalen Bedingungen in diesem Laufzeitenbereich zahlen würde.


Update 28.5.2015: Jeder zweite Treasurer mit Strafzinsen konfrontiert

Negative Zinsen sind zum Massenphänomen geworden. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von DerTreasurer hervor. Mehr als jeder zweite der 85 befragten deutschen Treasurer wurde von Banken bereits mit negativen Zinsen konfrontiert. Allerdings kann der Großteil der Treasurer die Strafzinsen erfolgreich umgehen. Nur ein sehr kleiner Teil zahlt bei der Geldanlage wirklich drauf. Einigen kommen die Sockelbeträge zugute, unter denen die Banken die Negativzinsen nicht weitergeben. Knapp ein Drittel konnte den Strafzins durch Verhandlungen mit den Banken abwenden.

Viele Unternehmen überdenken Ihre Anlagerichtlinien und schichten auch um. Wie Osram, die Deutsche Bahn und die Deutsche Annington auf das derzeitige Niedrigzinsumfeld reagieren, lesen Sie in dieser Ausgabe des E-Magazins DerTreasurer.


Update 27.05.2015: Einige Emittenten schützen ihre Investoren vor negativen Kupons bei Unternehmensanleihen

Der 3-Monates-Euribor ist schon seit längerem im negativen Bereich. Für variabel verzinste Anleihen von guten Adressen kann es da schon knapp werden mit einem Kupon, der noch im positiven Bereich liegt. Einige Emittenten haben jetzt darauf reagiert und schützen die eigenen Investoren durch Klauseln in den Anleihebedingungen vor zukünftigen negativen Kuponzahlungen. Einer der Emittenten ist Volkswagen. Der Autokonzern hat einem Bericht des Handelsblatts zufolge bei einer ABS-Transaktion vor wenigen Wochen zum ersten Mal eine solche Klausel eingeführt. Volkswagen will seine Investoren nicht zur Kasse bitten.  


Update 26.05.2015: Viele Treasurer rechnen mit anhaltendem Niedrigzinsumfeld

Die Mehrheit der deutschen Treasurer rechnet damit, dass die Niedrigzinsphase noch weiter anhalten wird. 36 Prozent der 101 befragten Unternehmens-Treasurern in Deutschland gehen aktuell davon aus, dass der 3-Monats-Euribor auch Ende 2016 noch im negativen Bereich liegen wird. Das hat eine aktuelle Umfrage der Treasury-Beratung Schwabe Ley & Greiner (SLG) ergeben.

Mit 31 Prozent geht etwas weniger als ein Drittel davon aus, dass der Zinssatz bei um die 0 Prozent liegen wird. Allerdings rechnen auch 24 Prozent der Treasurer mit einem Anstieg des Zinses auf bis zu 0,5 Prozent. Einen Anstieg darüber hinaus erwarten lediglich 9 Prozent.


Update 22.05.2015: Sachsen-Anhalt begibt US-Bond mit negativem Zins

Jetzt sichert sich auch Sachsen-Anhalt ähnlich wie der Bund die negativen Zinsen für die Finanzierung. Das Land hat in dieser Woche eine Anleihe auf dem US-Markt über 750 Millionen US-Dollar platziert. Für den Bond mit einer dreijährigen Laufzeit zahlt das Land nach eigenen Angaben nach der Absicherung des Währungsrisikos einen negativen Zins von minus 0,08 Prozent.

Es war die erste Anleihe, die das Land am US-Markt begeben hat. Die Emission wurde von einem Bankenkonsortium aus Barclays Bank, Deutsche Bank und Morgan Stanley begleitet. Das Orderbuch war mit 1 Milliarde US-Dollar deutlich überzeichnet.


Update 21.05.2015: Portugal verkauft Staatsanleihe mit negativer Rendite

Jetzt hat es auch ein Land aus dem südlichen Teil Europas geschafft: Portugal hat eine Staatsanleihe mit negativer Rendite versteigert. Am Mittwoch emittierte das Land eine Anleihe mit einer Laufzeit von sechs Monaten mit einer Rendite von -0,002 Prozent. Das heißt, das Land erhält eine Gebühr dafür, dass es sich Geld von Investoren leiht. Im März hatte die Rendite eines ähnlichen Papiers noch bei 0,047 Prozent gelegen. Besonders brisant daran ist, dass Portugal selbst eines der Euro-Länder war, das in der Finanzkrise ins Trudeln geriet und auf finanzielle Hilfe angewiesen war.

Die Emission des Papiers erfolgte einen Tag nachdem bekannt wurde, dass die EZB ihr Anleihekaufprogramm in den nächsten Wochen verstärken wird, um die schwachen Sommermonate Juli und August auszugleichen, in denen erfahrungsgemäß wenig Liquidität am Markt besteht.


Update 15.04.2015: KfW erwägt negative Kreditzinsen

Im Rahmen ihrer Bilanzpressekonferenz hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau auch das anhaltende Niedrigzinsniveau thematisiert. Die Bank prüfe derzeit auch die Einführung von negativen Kreditzinsen. Allerdings sei noch keinesfalls sicher, dass diese Zinsen tatsächlich kommen werden, doch man bereite sich darauf vor. Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Schröder weist daraufhin, dass die Politik der EZB die Banken in diese Lage bringe. Die Sparkultur könnte völlig auf den Kopf gestellt werden: Sparer legen drauf, Schuldner erhalten Zinsen.


Update 14.04.2015: SEB kündigt Strafzinsen in Deutschland an

Die Deutschland-Tochter der SEB kündigt an, Strafzinsen von Firmenkunden zu verlangen. Von Seiten der Bank heißt es, dass sie „in den kommenden Monaten und Wochen über ein Entgelt für große Einlagenvolumina sprechen“ müsse. Die Bank stehe bereits seit 2014 im Austausch mit Kunden mit großen Einlagenvolumina, um alternative Anlagestrategien zu entwickeln und Volumenobergrenzen zu diskutieren.


Update 08.04.2015: Erste 10-jährige Anleihe mit negativer Rendite

Staatsanleihen mit negativer Rendite sind nichts Neues mehr. Allerdings weitet sich das Phänomen immer mehr über die Laufzeiten aus. Jetzt hat die Schweiz als erstes eine Anleihe mit zehnjähriger Laufzeit begeben, die eine negative Rendite aufweist. Reuters berichtet, dass die Rendite bei der 232 Millionen Schweizer Franken (rund 225 Millionen Euro) schweren Anleihe bei -0,055 Prozent lag.


Update 01.04.2015: Kämmerer verhandeln, Probleme bei Payer-Swaps

Auf der Finanzierungsseite profitieren Treasurer und auch Kämmerer vom derzeitigen Niedrigzinsumfeld, auch die Kreditzinsen sind niedrig. Aber negative Zinsen kommen in dieser Geschäftsrichtung selten vor. Der 3-Monats-Euribor bildet die Basis vieler variabler Kreditverträge von deutschen Kommunen. Was passiert aber, wenn dieser Zinssatz wie der 1-Monats-Euribor negativ wird? Deutsche Kämmerer berichten unterschiedliches – einige Banken saldieren negative Zinssätze mit der Marge. Andere ziehen einen Floor bei null Prozent. In Einzelfällen werden negative Zinsen sogar ausgezahlt, heißt es.

Wie genau im Einzelfall mit negativen Zinsen umgegangen wird, ist Verhandlungssache, eine einheitliche Linie scheint es noch nicht zu geben. Für Kämmerer könnten negative Referenzzinsen vor allem zum Problem werden, wenn sie einen variablen Referenzzinssatz über ein Derivat absichern. Zahlt eine Bank bei einem Payer-Swap den negativen Zins nicht aus, entsteht eine Asymmetrie für die Kommune. Weitere Details über diese Problematik lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation DerNeueKämmerer.


Update 09.03.2015: EZB startet Anleihekaufprogramm

Seit dem 9. März kauft die Europäische Zentralbank für 60 Milliarden Euro pro Monat Anleihen. Der Fokus liegt dabei auf Staatsanleihen. Das Programm der monetären Lockerung (QE) soll bis September 2016 laufen. Die Zentralbank will damit die Inflationsrate in Richtung ihres Ziels von zwei Prozent steigern.

Das Programm hat aber auch umstrittene Nebeneffekte für Unternehmensanleihen. Die Kurse steigen, aber die Renditen geraten noch stärker unter Druck. Auch ein Austrocknen der Liquidität am Bondmarkt wird von einigen Marktteilnehmern befürchtet. Laut einer Umfrage der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management sehen 58,6 Prozent der Investment Professionals die Liquiditätssituation am Markt für Unternehmensanleihen als problematisch. Knapp ein Drittel schätzt die Lage eher neutral ein und 12,5 Prozent sehen sie als unproblematisch.

Der Grund für die hauptsächlich negative Einschätzung der Lage ist das EZB-Anleihekaufprogramm. 40,6 Prozent der Befragten befürchten dadurch einen negativen Effekt auf die Liquidität am Markt für Unternehmensanleihen. Gerade im Sekundärmarkt sei die Liquidität zurückgegangen, heißt es von den Teilnehmern. Der Primärmarkt laufe dagegen gut. 21,1 Prozent der Befragten rechnen damit, dass das Programm die Liquidität verbessern kann. 38,3 Prozent der Investment Professionals rechnen mit keinen Effekten des Programms.


Update 03.03.15: Kredite: Euribor-Floor ist neuer Standard

Schlechte Nachrichten auf der Finanzierungsseite. Obwohl Banken bei Geldeinlagen das niedrige Zinsniveau bis in den negativen Bereich weitergeben, tun sie es nicht bei Finanzierungen und Zinsswaps, die an Euribor & Co. gebunden sind. Auf Bankenseite hat sich ein Marktkonsens gebildet und ein Euribor-Floor von 0 Prozent ist in syndizierten Kreditverträgen mittlerweile Standard. Die Banken schließen dadurch aus, bei Krediten negative Zinsen zahlen zu müssen.


Update 20.02.15: Erste Unternehmensanleihe mit negativer Rendite gehandelt

Der schweizerische Konzern Nestlé hat mit einer Unternehmensanleihe für Schlagzeilen gesorgt, die mit negativer Rendite gehandelt wurde. Auch wenn das noch eine Ausnahme bei Unternehmensanleihen ist, bleibt das Zinsniveau weiterhin unter starkem Druck. Der 1-Monats-Euribor war am Montag in den negativen Bereich gefallen, möglicherweise könnten auch die anderen Sätze des Euribors nachgeben. Das hätte vor allem Folgen für erstklassige variabel verzinste Anleihen, deren Renditen ins Negative rutschen könnten. Auch der Libor notiert negativ.

Dennoch ist der Anlagedruck so groß, dass keine Abkehr der Investoren vom Bondmarkt zu erwarten ist. Nach Angaben der Deka Investment liegt das Volumen von Staatsanleihen mit negativer Rendite in der Euro-Zone bereits bei 1,4 Billionen Euro. Das bedeutet, dass auch viele in diesem Segment aktive Investoren sich im Markt für Unternehmensanleihen nach Alternativen umsehen werden, da diese im Vergleich immer noch eine höhere Rendite bringen.


Update 21.11.2014: Commerzbank erhebt ‚Guthabengebühr‘

Die Commerzbank gibt öffentlich bekannt, dass sie eine Guthabengebühr für Großkunden erhebt. Die Bank hat öffentlich mitgeteilt, negative Zinsen an Firmenkunden weiterzureichen. Das gilt vor allem für einzelne große Firmenkunden mit hohen Guthaben, aber auch für Großkonzerne und institutionelle Anleger.


Update 10.11.2014: State Street und BNY Mellon erheben Strafzinsen

Die State Street Bank reiht sich ein: Ab dem 1. Dezember will auch sie den negativen Einlagenzins der EZB an ihre Kunden weitergeben. „Wir erwarten, dass die aktuelle Zinssituation in Europa auf absehbare Zeit eine Herausforderung bleibt“, erklärt ein Sprecher von State Street gegenüber DerTreasurer. „Aus diesem Grund haben wir beschlossen, negative Zinsen für in Euro lautende Depots zu erheben.“ Damit ist sie nicht allein, auch BNY Mellon, ein weiterer Top-10-Asset-Manager, erhebt negative Zinsen bei Kundeneinlagen. Seit der Ankündigung einer weiteren Senkung des Einlagenzinses „hat sich BNY Mellon entschieden, -0,2 Prozent auf Kundeneinlagen in Euro zu erheben“, bestätigt ein Sprecher der Bank. Dies gilt bereits seit dem 1. Oktober 2014. Bisher gilt diese Regelung nicht für das Depotbankgeschäft.

Wie sich weitere Banken zum Thema „Strafzinsen“ äußern und wer sie erhebt, lesen Sie in unserer Schwesterpublikation FINANCE.


Update 04.09.2014: EZB senkt Einlagenzins erneut

Die Europäische Zentralbank senkt den Einlagenzins für Bankguthaben von -0,1 noch weiter auf -0,2 Prozent. Die überraschende Entscheidung der Zentralbank setzt Banken weiter unter Druck. Im Gegensatz zu den Geldinstituten müssen Unternehmen zwar noch keine negativen Nominalzinsen bei der Anlage fürchten, Treasurer hadern jedoch mit negativen Realzinsen und beginnen, auf das neue Umfeld zu reagieren. Allerdings sind die Alternativen rar.


Update 05.06.2014: EZB senkt den Einlagenzins für Banken zum ersten Mal ins Negative

Die Europäische Zentralbank senkt den Einlagenzins zum ersten Mal ins Negative. Banken müssen jetzt -0,1 Prozent zahlen, wenn sie Gelder bei der EZB parken wollen. Der Schritt markiert den Beginn einer Abwärtsspirale in ein negatives Zinsumfeld. Für Treasurer wird die kurzfristige Geldanlage komplizierte. Die Zeiten des Parkens von überschüssiger Liquidität auf Tagesgeldkonten sind mit der politischen Entscheidung der Zentralbank vorbei.

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Green Finance: Erste grüne Hybridanleihen von Amprion https://www.dertreasurer.de/news/finanzierung/green-finance-die-wichtigsten-news-aus-der-esg-welt-16101/ Tue, 21 Apr 2026 11:26:36 +0000 https://stage01.dertreasurer.de/uncategorized/green-finance-ecovadis-sammelt-500-millionen-us-dollar-ein-16101/ Neue Grüne Transaktionen, aktuellen Entwicklungen in der ESG-Regulatorik: Alle News rund um Sustainable Finance finden Sie hier im Green-Finance-Ticker.

Neue FINANCE-Studie zu Nachhaltigkeit und Green Finance ++ Die EU-Kommission plant Änderungen bei der Marktstabilitätsreserve ++ Diese und weitere News im Green-Finance-Ticker.

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Neue Grüne Transaktionen, aktuellen Entwicklungen in der ESG-Regulatorik: Alle News rund um Sustainable Finance finden Sie hier im Green-Finance-Ticker.

Neue FINANCE-Studie zu Nachhaltigkeit und Green Finance ++ Die EU-Kommission plant Änderungen bei der Marktstabilitätsreserve ++ Diese und weitere News im Green-Finance-Ticker.

21.04.2026

Erstmals grüne Hybridanleihen von Amprion

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat erstmals zwei grüne Hybridanleihen in einem Gesamtvolumen von 1 Milliarden Euro am Kapitalmarkt platziert. Die Emissionserlöse der Debüttransaktion sollen der Finanzierung von nachhaltigen Projekten zum Aus- und Umbau des Übertragungsnetzes dienen.

Die nachrangigen Anleihen wurden in zwei Tranchen zu je 500 Millionen Euro mit einer Laufzeit von je 30 Jahren emittiert. Die erste Tranche wird mit 4,25 Prozent verzinst. Erstmalig zurückgezahlt werden kann die Tranche im Jahr 2031. Die zweite Tranche hat einen Kupon von 4,75 Prozent mit einer ersten Rückzahlungsoption im Jahr 2034. ING und Unicredit fungierten bei der Transaktion als globale Koordinatoren. Commerzbank, LBBW, Morgan Stanley und SEB agierten als Active Bookrunner.

16.04.2026

Neue Studie: Green-Finance-Markt wird erwachsen

Eine aktuelle Studie von F.A.Z. Business Media | research im Auftrag von ING Deutschland und FINANCE zeigt: Der Green-Finance-Markt steht zehn Jahre, nachdem sich in Deutschland das erste Unternehmen mit einem Green Schuldschein an den Markt gewagt hat, an einem Wendepunkt.

Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg werden inzwischen zusammengedacht und Green Finance etabliert sich unter anderem als Instrument für besseren Kapitalzugang, strategische Glaubwürdigkeit und langfristige Finanzierungsstrukturen. Dennoch konnten sich nicht alle Instrumente am Markt durchsetzen und sind teilweise unter Druck geraten.

Wie Unternehmens- und Finanzentscheider aktuell auf Green Finance blicken und mit welchen Instrumenten sie die Transformation vorantreiben, erfahren Sie in der Studie.

01.04.2026

Änderungen beim EU-Emissionshandel geplant

Die EU-Kommission hat eine Änderung des Europäischen Emissionshandels (ETS) angekündigt. Demnach soll die Marktstabilitätsreserve (MRS) angepasst werden. Über diese werden seit 2019 überschüssige CO2-Zertifikate aus dem Emissionshandel genommen, wenn davon zu viele in Umlauf sind, oder – bei Marktknappheit – Zertifikate injiziert.

Bislang werden in der MRS maximal 400 Millionen Zertifikate gehalten, darüber hinausgehende werden für ungültig erklärt. Dieser Ungültigkeitsmechanismus soll nun gestoppt werden, so dass „diese Zertifikate als Puffer zur Unterstützung der Marktstabilität beibehalten werden können“, teilt die Kommission mit. Dies stärke die Rolle der MSR als Puffer und verbessere ihre Fähigkeit, auf künftige Marktentwicklungen zu reagieren, einschließlich Situationen von Angebotsengpässen oder übermäßiger Preisvolatilität.

Der ETS gilt als eine wichtige Triebkraft für die Dekarbonisierung. Nach Angaben der EU-Kommission sanken die EU-Emissionen vor allem dank des Emissionshandels zwischen 1990 und 2024 um 39 Prozent, während die Wirtschaft um 71 Prozent wuchs. Gleichzeitig habe das System Investitionen in erneuerbare Energien angetrieben und die Energieunabhängigkeit Europas gestärkt.

Der Vorschlag zur Änderung der MSR wird nun dem Europäischen Parlament und dem Rat vorgelegt und müsste nach dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren angenommen werden. Eine umfassende Überprüfung des ETS soll im Juli 2026 folgen.

20.02.2026

Eurogrid schließt grüne Kreditlinie über 5,25 Milliarden Euro ab

Der Übertragungsnetzbetreiber Eurogrid hat eine neue grüne Revolving Credit Facility (RCF) über bis zu 5,25 Milliarden Euro unterzeichnet und löst damit bisherige Kreditlinien im Gesamtvolumen von 3,75 Milliarden Euro ab. Die Transaktion gilt nach Angaben des Unternehmens als erste großvolumige mehrere Milliarden Euro umfassende grüne RCF eines europäischen Kreditnehmers und stützt das Investmentgrade-Rating des Unternehmens. Die Ausgestaltung der Kreditlinie orientiert sich am Green Financing Framework, das Eurogrid im Herbst 2025 veröffentlicht hat. 

Die RCF läuft fünf Jahre mit zwei einjährigen Verlängerungsoptionen. ABN Amro, Commerzbank, Crédit Agricole und ING koordinierten die Transaktion, insgesamt 16 Banken beteiligen sich als Kreditgeber. Rechtlich beriet Greenberg Traurig die Eurogrid-Seite. kat

19.02.2026

Klage gegen Trumps Entscheidung über Treibhausgase

In der vergangenen Woche entschied US-Präsident Donald Trump, eine zentrale Einschätzung zur Gefährdung durch Treibhausgase, das sogenannte Endangerment Finding aus dem Jahr 2009, zu kippen. Profitieren soll davon insbesondere die amerikanische Autoindustrie.

Mit der Entscheidung hebelt Trump eine zentrale rechtliche Grundlage für Klimaschutzgesetze in den USA aus. Denn die bisherige Einstufung von Treibhausgasen als Gefahr für die öffentliche Gesundheit und das Wohlergehen war die Grundlage dafür, dass die Umweltschutzbehörde Grenzen für solche Schadstoffe festlegen durfte.

Ein Bündnis aus Gesundheits- und Umweltgruppen hat nun die US-Umweltschutzbehörde EPA verklagt, die aufgrund von Trumps Entscheidung die sogenannte Gefährdungsfeststellung zurückgezogen hatte. Weitere Klagen dürften folgen, bis zur letzten Entscheidung wird es wohl dauern. let

08.01.2026

Amprion sammelt 2,6 Milliarden Euro ein

Amprion hat neue Green Bonds über insgesamt 2,6 Milliarden Euro begeben. Das Volumen verteilt sich auf drei Tranchen mit Laufzeiten von 5, 12 und 20 Jahren. Die erste Tranche hat ein Volumen von 700 Millionen Euro (3,162 Prozent), die zweite ist 1 Milliarde Euro schwer (4,072 Prozent) und die dritte Tranche weist ein Volumen von 900 Millionen Euro (4,58 Prozent) auf. Es handelt sich um die bis dato größte Transaktion in der Unternehmensgeschichte der Dortmunder. phh

13.11.2025

EU-Parlament bringt Vereinfachung auf den Weg

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung soll vereinfacht werden und nur größere Unternehmen betreffen. Dafür hat das EU-Parlament am heutigen Donnerstag gestimmt. 382 Abgeordnete stimmten dem Verhandlungsmandat zu, 249 dagegen, 13 enthielten sich. Nach Auffassung des Parlaments soll die Nachhaltigkeitsberichterstattung nur für große Unternehmen mit durchschnittlich über 1.750 Beschäftigten und einem Jahresnettoumsatz von mehr als 450 Millionen Euro verpflichtend werden. Darüber hinaus sollen die Berichtsstandards vereinfacht werden, die branchenspezifische Berichterstattung soll etwa freiwillig sein.

Auch die Sorgfaltspflichten sollen künftig nur für große Unternehmen gelten, die mehr als 5.000 Beschäftigte haben und einen jährlichen Nettoumsatz von über 1,5 Milliarden Euro erzielen. Unternehmen sollen zudem keinen Übergangsplan vorlegen müssen, der zeigt, wie das Geschäftsmodell gewandelt werden soll.

Die Verhandlungen mit den EU-Mitgliedsstaaten sollen am 18. November beginnen. ako

13.11.2025

Tennet Germany veröffentlicht Green Finance Framework

Der Bayreuther Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet Germany hat erstmals ein Green Finance Framework veröffentlicht. Das Framework steht im Einklang mit den ICMA Green Bond Principles 2025 und den LMA Green Loan Principles 2025.

Zusätzlich zum Rahmenwerk hat der ÜNB ein European Green Bond Factsheet veröffentlicht, welches Tennet die Emission von grünen Anleihen ermöglicht, die dem noch relativ jungen European Green Bond Standard der Europäischen Union entsprechen. Tennet Germany zählt somit zu den ersten Unternehmen, die ihre Finanzierung an diesem europäischen Standard für nachhaltige Investments ausrichten.

Erst wenigen Wochen hatte der Berliner ÜNB Eurogrid nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen in Deutschland eine grüne Anleihe nach dem EU Green Bond Standard emittiert. phh

31.10.2025

Wie weit sind die Dax 40 auf dem Weg zum Pariser Klimaziel?

Das Klimatech Right hat den jährlichen „What if“-Report veröffentlicht. Darin untersucht das Startup nach der eigenen Metrik (X-Degree Compatibility/XDC), wie weit die Dax-Konzerne auf dem Weg zu einer mit den Pariser Klimazielen kompatiblen Wirtschaft sind. Der Gedanke dahinter: Die von Right entwickelte Kennzahl gibt an, um wieviel Grad Celsius sich die Erde bis 2100 erwärmen würde, wenn die Welt dieselbe Klimaperformance hätte wie das betrachtete Unternehmen.

Die Zielsetzung sei im Dax noch nicht ambitioniert genug, heißt es in dem Bericht für den 34 der 40 Dax-Unternehmen betrachtet wurden. Selbst wenn alle Unternehmen ihre gesetzten Ziele erreichen, liegt der sogenannte Target XDC im Median bei 1,9 Grad. „Die Speerspitze der deutschen Wirtschaft hat die Weichen gestellt, fährt jedoch noch nicht schnell genug“, heißt es in dem aktuellen Bericht. Das Tempo der Transformation ist noch zu gering. Right weist daraufhin, dass das Problem nicht mangelnde innovative Technologie sei, sondern in der Umsetzung liege.

Ein wenig Hoffnung macht der Report dennoch. „Die Dax 40 stehen an der Schwelle von Transparenz zu Steuerung – und von Ambition zu Umsetzung.“

Die Ergebnisse im Überblick

  • 5 Unternehmen sind vollständig Paris-kompatibel – sie verfügen sowohl über ein Paris-konformes Ziel (≤ 1,7°C) als auch über einen Paris-kompatiblen Pfad dorthin. Zu ihnen zählen Adidas, Deutsche Börse, Porsche, RWE und Siemens Healthineers.
  • 16 weitere Unternehmen erfüllen nur eine der beiden Bedingungen – sie haben entweder ein Paris-kompatibles Ziel oder laufen bereits auf einem Paris-kompatiblen Pfad. 
  • 14 Unternehmen liegen weder im Ziel noch im tatsächlichen Pfad im Paris-kompatiblen Bereich. 

23.10.2025

EU-Parlament lehnt erstes Omnibus-Paket ab

Mit knapper Mehrheit hat das EU-Parlament das Gesetz Omnibus I abgelehnt. Mit dem Gesetzt sollte das europäische Lieferkettengesetz und die Regeln zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen gelockert werden. Im Parlament gab es 309 Ja-Stimmen, 318 Nein-Stimmen und 34 Enthaltungen. Eigentlich hatten sich zuvor die Spitzen von EVP und Sozialdemokraten auf einen Kompromiss geeinigt.

Bundeskanzler Friedrich Merz nannte das Votum des Parlaments eine „fatale Fehlentscheidung“, die korrigiert werden müsse. Eine erneute Abstimmung des Parlaments wird im November stattfinden. Für Unternehmen bleibt vorerst also unklar, wie die Regeln letztlich ausgestaltet sein werden.

21.10.2025

E.on betritt australischen Kapitalmarkt mit Green Bond

E.on hat eine Debütemission am australischen Kapitalmarkt getätigt. Der Essener Energiekonzern sammelte über eine grüne Anleihe 500 Millionen Australischen Dollar (rund 276 Millionen Euro) ein. Das Papier hat eine Laufzeit von zehn Jahren, wird mit 5,461 Prozent verzinst und wurde in Euro geswappt.

E.on will künftig als regelmäßiger Emittent am australischen Anleihemarkt in Erscheinung treten. Die Erlöse aus der grünen Anleihe sollen zur Finanzierung grüner Projekte gemäß des Green Bond Framework des Konzerns verwendet werden. Mit der Transaktion seien nun über 70 Prozent des Finanzierungsbedarfs für 2025 durch grüne Anleihen gedeckt, teilt E.on mit. Deutsche Bank, SMBC und Westpac waren als Bookrunner für E.on aktiv.

14.10.2025

Rechtsausschuss stimmt Omnibus-Kompromiss zu

Der vom EU-Parlament eingebrachte Kompromiss zur Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichterstattung und des EU-Lieferkettengesetzes, hat eine weitere wichtige Hürde genommen. Am Montag stimmt eine Mehrheit im Rechtsausschuss dem Vorschlag zu.

Der Kompromiss sieht unter anderem einen reduzierten Anwendungsbereich für die Nachhaltigkeitsberichtserstattung vor. Demnach würden nur Unternehmen mit durchschnittlich mehr als 1.000 Beschäftigten und einem Jahresnettoumsatz von über 450 Millionen Euro unter die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) fallen.

Auch der Anwendungsbereich der EU-Lieferkettenrichtlinie soll laut Vorschlag des EU-Parlaments auf große EU-Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten und einem Jahresnettoumsatz von über 1,5 Milliarden Euro sowie für ausländische Unternehmen mit einem Nettoumsatz in der EU über dem gleichen Schwellenwert begrenzt werden.

Dabei soll die Sorgfaltsüberprüfung durch die Unternehmen nach einem risikobasierten Ansatz erfolgen. Das heißt: Unternehmen sollen nur dann erforderliche Informationen von ihren Geschäftspartnern anfordern müssen, wenn die Aussicht besteht, dass sich deren Aktivitäten nachteilig Auswirkungen haben könnten.

Auch die Haftungsregelungen für Schäden durch Verstöße gegen die Sorgfaltspflichten sollen durch den Vorschlag des EU-Parlaments vereinfacht werden. Demnach sollen Verstöße nach nationalem Recht haftbar sein und nicht wie im EU-Kommissionsentwurf auf EU-Ebene. Die Höchststrafe für Unternehmen, die gegen die Vorschriften verstoßen, soll dabei 5 Prozent ihres weltweiten Umsatzes betragen.

Verhandlungen über den endgültigen Wortlaut des Nachhaltigkeits-Omnibus zwischen EU-Parlament und den Regierungen der Mitgliedsstaaten könnten nun am 24. Oktober starten.

08.10.2025

Erster EU Green Bond von Eurogrid

Eurogrid, die Muttergesellschaft des Berliner Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz, hat nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen in Deutschland eine grüne Anleihe nach dem EU Green Bond Standard begeben. Dieser Ende 2024 von der EU eingeführte Standard gilt als besonders ehrgeizige Grundlage für grüne Anleihen in Bezug auf Anlagestruktur, Berichterstattung und externe Verifizierung.

Insgesamt platzierte Eurogrid 1,1 Milliarden Euro, aufgeteilt in zwei Tranchen in Höhe von 500 Millionen Euro und 600 Millionen Euro. Die kleinere der beiden Tranchen hat eine Laufzeit von vier Jahren und wird mit 2,886 Prozent verzinst. Die zweite Tranche läuft 15 Jahre und hat einen Zinssatz von 4,165 Prozent.

Das Orderbuch der Debüt-Emission war nach Angaben von Eurogrid vierfach überzeichnet. Die Erlöse sollen nun zur Finanzierung von Projekten an Land und auf See verwendet werden, die die Integration und den Transport von Elektrizität aus erneuerbaren Energien gemäß dem Green Financing Framework von Eurogrid ermöglichen. Die Berliner hatten das Framework Mitte September 2025 aufgesetzt und als erstes deutsches Unternehmen auch den EU Green Bond Standard darin integriert.

Begleitet wurde die Transaktion von ING, BNP Paribas, Natwest und Commerzbank als aktive Bookrunner sowie Deutsche Bank und Société Générale als passive Bookrunner. Mizuho und Rabobank standen Eurogrid als Sustainability Advisors zur Seite. let

07.10.2025

NZBA stellt den Betrieb ein

Die Net-Zero Banking Alliance (NZBA) stellt ihre Aktivitäten ein. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am vergangenen Freitag. Die Entscheidung folgt demnach auf eine Abstimmung unter den verbleibenden Mitgliedern der Allianz.

Die NZBA hatte ihre Arbeit bereits Ende August pausiert und eine Mitgliederabstimmung über die Zukunft der Gruppe angekündigt, nachdem weitere Banken das Klimabündnis über den Sommer verlassen hatten. Vorgeschlagen wurde damals eine Neuausrichtung der Allianz, um aus der NZBA eine „Rahmeninitiative“ anstelle einer mitgliedschaftsbasierten Organisation zu machen.

Nun teilte ein Sprecher des Klimabündnisses mit: „Als Ergebnis dieser Entscheidung (Abstimmung) wird die NZBA mit sofortiger Wirkung ihren Betrieb einstellen.“ Die über mehrere Jahre entwickelten Ressourcen der Allianz würden jedoch weiterhin für Banken zugänglich bleiben, die Unterstützung bei der Festlegung von Dekarbonisierungszielen suchen. let

19.09.2025

Eurogrid führt Green Financing Framework ein

Eurogrid, die Muttergesellschaft des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz, hat nach eigenen Angaben als erstes deutsches Unternehmen ein Green Financing Framework implementiert, das sich unter anderem am EU Green Bond Standard orientiert, wie die Berliner unlängst mitteilten. Dieser Standard gilt als besonders ehrgeizige Grundlage für grüne Anleihen in Bezug auf Anlagestruktur, Berichterstattung und externe Verifizierung.

Mit der Übernahme des EU Green Bond Standards treibe Eurogrid die eigene Klimaschutzstrategie und die Energiewende in Deutschland voran, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens zum neuen Framework. Die Finanzierungsstrategie sei dabei eng mit dem strategischen Ziel von 50Hertz, den durchschnittlichen Jahresstromverbrauch im 50Hertz-Netzgebiet bis 2032 zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien zu decken, und dem „Act Now“-Nachhaltigkeitsprogramm, das auf Klimaneutralität des eigenen Betriebs bis 2030 abzielt, verknüpft.

Das neue Framework dient laut Eurogrid neben der Begebung von Anleihen auch als Basis für weitere grüne Finanzierungsinstrumente des Konzerns, wie Commercial Paper und Kredite. let

01.09.2025

Neue grüne Anleihe von Volkswagen

Der Automobilkonzern Volkswagen hat über seine niederländische Finanzierungsgesellschaft Volkswagen International Finance einen neuen Green Bond in Höhe von 500 Millionen Euro platziert. Die Anleihe wird mit 4,125 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Das Orderbuch der Transaktion war mit 2,9 Milliarden Euro fast sechsfach überzeichnet. let

29.08.2025

E.on platziert Green Bonds über 1,1 Milliarden Euro

Der Düsseldorfer Energiekonzern E.on hat zwei grüne Anleihen über insgesamt 1,1 Milliarden Euro emittiert. Die erste Tranche mit sechsjähriger Laufzeit hat ein Volumen von 500 Millionen Euro und trägt einen Kupon von 3 Prozent. Die zweite Tranche über 600 Millionen Euro ist im September 2035 fällig und wird mit 3,5 Prozent verzinst. Das kombinierte Orderbuch summierte sich nach Unternehmensangaben auf rund 2,75 Milliarden Euro.

Laut E.on-CFO Nadia Jakobi hat der Energiekonzern mit dieser Emission seinen Finanzierungsbedarf für 2025 bereits vollständig gedeckt. Aufgrund von Vorfinanzierungen im Jahr 2024 blieb das diesjährige Emissionsvolumen mit 3 Milliarden Euro unter der üblicherweise angepeilten Spannen von 3,5 bis 5 Milliarden Euro. Von den 3 Milliarden Euro entfielen 70 Prozent auf grünen Anleihen. phh

27.08.2025

Kein ESG-Link mehr bei CHG Meridian

CHG Meridian hat einen neuen Schuldschein über 150 Millionen Euro platziert. Es ist der größte Schuldschein des Unternehmens bisher. Das Papier hat Laufzeiten von vier bis sechs Jahren und wurde von Commerzbank und DZ Bank arrangiert. Erstmals wurden dabei auch internationale Investoren angesprochen.

Anders als in der Vergangenheit hat Ulrich Bergmann, CFO von CHG Meridian, diesmal bewusst auf einen ESG-Link verzichtet. „Wir beobachten, dass die Nachfrage nach nachhaltigen Finanzierungen deutlich nachgelassen hat – sie findet derzeit fast nur noch auf Projektbasis statt“, erklärt er. „Nachhaltigkeit muss aber ein Zukunftsfaktor bleiben – ohne Unternehmen auszubremsen. Aktuell gibt es keinen ausgewogenen Rahmen, der Raum für wirtschaftliches Handeln lässt und gleichzeitig klare Orientierung gibt. Ein praxistaugliches Regelwerk für den Umgang mit ESG-Kriterien würde nicht nur Vertrauen schaffen, sondern auch dem aktuell schwächelnden Markt für grüne Finanzierungsinstrumente neue Impulse verleihen.“ ako

20.08.2025

Neuer Green Bond für die KfW

Die Förderbank KfW hat einen Green Bond über 3 Milliarden Euro platziert. Das Papier hat eine siebenjährige Laufzeit, der Kupon liegt bei 2,625 Prozent. Die Transaktion, mit der sich das Haus aus der Sommerpause zurück an den Kapitalmärkten meldet, war deutlich überzeichnet. Das Orderbuch belief sich auf mehr als 16 Milliarden Euro. Treasury-Chef Tim Armbruster zeigt sich zufrieden mit der Transaktion: „In der aktuellen Marktlage ist es besonders erfreulich, eine so breite Unterstützung für unsere grünen Refinanzierungsvorhaben zu sehen, die im laufenden Jahr bisher ein Volumen von mehr als 12 Milliarden Euro erreicht haben.“ Insgesamt hat das Haus in diesem Jahr bereits rund 58,6 Milliarden Euro refinanziert. Das entspricht rund 84 Prozent des erwarteten Jahresbedarfs der Bank.

08.08.2025

UBS tritt aus NZBA aus

Auf die Austritte der britischen Großbanken HSBC und Barclays aus der Net-Zero Banking Alliance (NZBA) folgt nun der Abschied von einem ehemaligen Gründungsmitglied. Die Schweizer Großbank UBS kündigte am Donnerstag an, dem Bündnis den Rücken zu kehren. Sie war 2021 bei der Gründung der NZBA in die Allianz eingetreten.

In einem Statement der Bank zu ihrem Austritt heißt es, die UBS erkenne die wertvolle Rolle der NZBA bei der Unterstützung von Banken bei der Entwicklung erster Zielsetzungsrahmenwerke zur Dekarbonisierung finanzierter Emissionen an. „Nachdem diese Arbeiten weit fortgeschritten sind und wir unsere internen Kompetenzen weiter gestärkt haben, haben wir, wie einige unserer globalen Mitbewerber, entschieden, aus der NZBA auszutreten“, heißt es in dem Statement weiter. Das Engagement für Nachhaltigkeit der UBS bleibe jedoch unverändert. let

05.08.2025

Barclays kehrt Net-Zero Banking Alliance den Rücken

Die britische Großbank Barclays tritt aus der Net-Zero Banking Alliance aus. Das Geldhaus begründet den Schritt damit, dass die meisten anderen global agierenden Banken die Initiative verlassen haben. Die Mitgliedschaft habe für Barclays unter diesen Umständen keine unterstützende Wirkung mehr bei der Transformation des eigenen Geschäfts. An dem Ziel, bis 2050 klimaneutral zu sein, hält Barclays aber fest.

Erst Mitte Juli hatte mit der HSBC eine weitere britische Großbank der Net-Zero Banking Alliance den Rücken gekehrt. Laut HSBC hat die Initiative bei der Entwicklung von Leitlinien geholfen. Mit der Schaffung dieser Grundlage habe sich HSBC nun entschlossen, das Bündnis zu verlassen. In der jüngeren Vergangenheit haben unter anderem auch Bank of America, Citigroup, Morgan Stanley und die Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) dem Banken-Klimabündnis den Rücken gekehrt. phh

29.07.2025

Global Head of Sustainable Finance für Deutsche Bank

Die Deutsche Bank Investment Bank hat Esra Turk zur Global Head of Sustainable Finance ernannt. Es handelt sich um eine neu geschaffene Position, wie Jörg Eigendorf, Chief Sustainability Officer der Deutschen Bank, auf Linkedin mitteilt.

In dem Geschäftsbereich Investment Banking bündelt das Institut die Felder Fixed Income & Currencies, Origination & Advisory. Im vergangenen Jahr steuerte die Sparte rund 10 Milliarden Euro beziehungsweise 33 Prozent zum Gesamtumsatz der Deutschen Bank bei.

Esra Turk arbeitet seit rund vier Jahren für Deutschlands größtes Geldhaus. Von London aus ist sie seit rund einem Jahr als Head of Institutional Client Group für die Region Mittel- und Osteuropa, Naher Osten und Afrika sowie als Chair of Investment Bank für den Nahen Osten und Afrika tätig. Vor ihrem Wechsel zur Deutschen Bank war sie mehr als zehn Jahre in verschiedenen Führungspositionen bei Barclays aktiv. phh

23.07.2025

Drohende Klima-Geldstrafe für Crédit Agricole

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Crédit Agricole mitgeteilt, dass sie zu den Banken gehört, denen wegen Nicht-Erfüllung der Erwartungen der EZB zum Klimarisikomanagement eine Geldstrafe droht. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die französische Bank ficht die sogenannte periodische Strafzahlung an, heißt es in dem Bericht weiter. Eine endgültige Entscheidung darüber, ob es zu einer Geldstrafe kommt, stehe noch aus, so Bloomberg mit Verweis auf die Insider. Es wäre die erste Strafe der Zentralbank gegen ein Geldinstitut im Zusammenhang mit Klimarisiken. Nach Angaben einer der informierten Personen dürften die Geldbußen allerdings eher gering ausfallen und höchstens 7 Millionen Euro betragen. Crédit Agricole wollte sich auf Nachfrage von DerTreasurer nicht zu den Gerüchten äußern.

Seit Jahren verschärft die EZB ihre Anforderungen an das Risikomanagement der Banken zur Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels. Zu den wichtigsten Risiken, die die EZB beobachtet, gehören die finanziellen Auswirkungen extremer Wetterereignisse auf Sachwerte und Lieferketten sowie die Wahrscheinlichkeit, dass CO2-intensive Unternehmen im Laufe der Zeit an Wert verlieren.

Seit 2023 hatte die Zentralbank bereits zwei Serien von Warnungen an Banken herausgegeben, in denen sie auf mögliche Strafen hinwies und den Instituten Zeit gab, die festgestellten Mängel zu beheben. Das Verfahren, das feststellen soll, ob Strafen verhängt werden, ist für beide Gruppen noch nicht abgeschlossen. let

22.07.2025

Schwarz-rot setzt Sustainable-Finance-Beirat fort

Das Aus der Ampel-Koalition im Herbst vergangenen Jahres brachte auch ein vorzeitiges Ende für den Sustainable-Finance-Beirat. Nun ist klar: Das über 30 Mitglieder große Expertengremium soll in der neuen schwarz-roten Koalition wiedereingesetzt werden. Dies bestätigte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums gegenüber dem „Tagesspiegel“.

Das Gremium versammelt ein breites Spektrum an Experten, unter anderem aus Unternehmen der Finanzwirtschaft, der Realwirtschaft, der Zivilgesellschaft sowie Wissenschaft. In der vergangenen Legislaturperiode war mit Klaus Wirbel von Rewe auch ein Treasurer vertreten. Die personelle Aufstellung des neuen Sustainable-Finance-Beirats ist allerdings noch nicht bekannt gegeben worden. phh

17.06.2025

Green-Bond-Debüt der Volkswagen Bank

Die Volkswagen Bank, eine Tochtergesellschaft von Volkswagen Financial Services, hat ihre erste Green-Bond-Emission vollzogen. Insgesamt platzierte die Bank zwei Anleihe-Tranchen im Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die erste Tranche in Höhe von 800 Millionen Euro wird mit 2,75 Prozent verzinst und läuft drei Jahre. Die zweite Tranche im Volumen von 700 Millionen Euro wird in sechs Jahren fällig und mit 3,5 Prozent verzinst.

Die Braunschweiger haben die Anleihen zudem erstmals im Senior-Preferred-Format begeben. Damit haben die Anleihen im Fall einer Insolvenz unter den Verbindlichkeiten eine höherrangige Position. Die Debüt-Transaktion stieß bei Investoren auf reges Interesse. Die Orderbücher der Anleihen lagen in der Spitze bei über 6,6 Milliarden Euro.

Mit den Emissionserlösen aus den grünen Bonds sollen nun ausschließlich Finanzierungsprodukte für rein batteriebetriebene Fahrzeuge refinanziert werden. So will die Volkswagen Bank den Absatz von VW-Elektrofahrzeugen unterstützen. let

17.06.2025

ICC-Prinzipien für nachhaltige Handelsfinanzierung

Die vier Großbanken Commerzbank, ING, Santander und Standard Chartered unterstützen nun offiziell die von der Internationalen Handelskammer (ICC) erarbeiteten Prinzipien für nachhaltige Handelsfinanzierung. Nach Angaben von ICC stehen die vier Institute für rund 25 Prozent des weltweiten Trade-Finance-Marktes.

ICC hat die im Oktober 2024 veröffentlichten Prinzipien gemeinsam mit der Boston Consulting Group (BCG) entwickelt, um Handelsfinanzierungen global nach einheitlichen Nachhaltigkeitskriterien bewerten zu können. Die Prinzipien umfassen laut ICC eine Bewertungsgrundlage für den Einsatz von Finanzierungsinstrumenten (Use-of-Proceeds), Vorschläge für Due-Diligence-Protokolle zur Verifizierung von Nachhaltigkeit sowie einheitliche Berichtsstandards.

12.06.2025

RWE kehrt an den Hybrid-Markt zurück

Vor zehn Jahren hatte RWE zuletzt den Hybrid-Bondmarkt angezapft. Nun kehrt der Energiekonzern mit zwei neuen grünen Hybridanleihen zurück. Beide Tranchen haben ein Volumen von 500 Millionen Euro und eine Laufzeit von dreißig Jahren. Die Papiere unterscheiden sich im Hinblick auf den ersten Rückzahlungstermin nach 5,25 beziehungsweise acht Jahren. Die erste Tranche wird mit 4,125 Prozent pro Jahr und die zweite mit 4,625 Prozent verzinst.

Die Transaktion war nach Angaben des Unternehmens zehnfach überzeichnet. Der Ausgabepreis der ersten Tranche lag bei 99,653 Prozent, bei der zweiten waren es 99,509 Prozent. Der Erlös wird gemäß des Green Finance Framework des Konzerns eingesetzt. RWE investiert massiv in die Energiewende.

„Die Hybridanleihe diversifiziert unsere Finanzierungsbasis weiter und bestätigt, dass unser Finanzierungsansatz in dem sich wandelnden Marktumfeld von heute gut ankommt”, kommentiert Anna Engelhardt, Leiterin des Bereichs Group Finance, die Transaktion gegenüber DerTreasurer. Mit dem Schritt will der Konzern zusätzliche finanzielle Flexibilität schaffen und die Bilanz stärken.

03.06.2025

Amprion platziert zwei neue Green Bonds

Amprion hat eine neue grüne Dual-Tranche-Anleihe im Volumen von insgesamt 1 Milliarde Euro am Kapitalmarkt platziert. Die erste Tranche in Höhe von 500 Millionen Euro hat eine Laufzeit von 4,5 Jahren und wird mit 3 Prozent verzinst. Die zweite Tranche, ebenfalls im Volumen von 500 Millionen Euro, wird in elf Jahren fällig und hat einen Kupon von 3,875 Prozent.

Die Emission ist bei Investoren auf sehr großes Interesse gestoßen, wie der Übertragungsnetzbetreiber in einer Pressemitteilung mitteilt. Der Großteil der Investoren habe einen starken Fokus auf Nachhaltigkeit. „Der erfolgreiche Zugang zum Kapitalmarkt ist eine wichtige Voraussetzung zur Finanzierung der Energiewende in Deutschland. Wir sind sehr zufrieden mit dieser erfolgreichen Transaktion“, teilt CFO Peter Rüth mit.

Die Emissionserlöse aus den neuen Anleihen sollen nun ausschließlich für nachhaltige Projekte verwendet werden, die den Kriterien des Green Finance Frameworks von Amprion entsprechen. Das Bankenkonsortium für die Transaktion bestand aus BayernLB, Commerzbank, DZ Bank, ING, Helaba, LBBW, SEB sowie Unicredit.

28.05.2025

OLG Hamm weist Klimaklage gegen RWE zurück

Die Klimaklage des peruanischen Landwirts Saúl Luciano Lliuya gegen den Energiekonzern RWE vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm ist gescheitert. Das Gericht erklärte am heutigen Mittwoch, die Berufung des Kleinbauern werde zurückgewiesen. Eine Revision vor dem Bundesgerichtshof sei nicht möglich, entschied das Berufungsgericht.

Liluya hatte geklagt, weil ein schmelzender Gletscher in den peruanischen Anden seine Heimatstadt bedroht und er für einen Teil Gletscherschmelze RWE verantwortlich sieht. Der Peruaner forderte von dem Energiekonzern, der für etwa 0,5 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist, eine finanzielle Beteiligung an notwendigen Schutzmaßnahmen. Konkret ging es um 17.000 Euro. Der zu zahlende Betrag wurde im Laufe des Verfahrens auf rund 13.000 Euro gesenkt.

Der Prozess dauerte zehn Jahre. Liluya hatte 2015 Klage beim Landgericht Essen eingereicht. Das Gericht hatte diese jedoch zunächst abgelehnt, da ein einzelnes Unternehmen nicht für den Klimawandel verantwortlich gemacht werden könne. Der peruanische Landwirt ging daraufhin in Berufung und das OLG Hamm wies eine Beweisaufnahme an – die Klimaklage hielt das OLG grundsätzlich für schlüssig. Sachverständiger, Richter und Anwälte waren sodann nach Peru gereist, um sich ein genaues Bild von der Lage vor Ort zu machen.

Vor dem Berufungsgericht ging es nun zunächst um die Frage, ob die Gefährdungslage für das Haus des Peruaners eine weitere Beweisaufnahme rechtfertigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Haus des Klägers in den nächsten 30 Jahren durch die befürchteten Folgen des Klimawandels zerstört werden könnte, seien jedoch zu gering, begründete der Vorsitzende Richter Rolf Meyer die heutige Entscheidung. Die Berufungsrichter stützten sich dabei maßgeblich auf die Gutachten der Sachverständiger.

28.05.2025

Erster Green Loan für Helrom

Das Schienengüterverkehrs- und Technologieunternehmen Helrom aus Frankfurt hat seinen ersten Green Loan in Höhe von 32,9 Millionen Euro abgeschlossen. Es ist das erste offiziell klassifizierte grüne Darlehen des Unternehmens, das den Standards der „Loan Market Association“ (LMA) und den LMA Green Loan Principles entspricht.

Der Kredit hat eine Laufzeit von sieben Jahren und ist als Asset-based Finance strukturiert. Bereitgestellt wurde die Finanzierung jeweils hälftig von Société Générale und DAL Deutsche Anlagen-Leasing. Mit dem Kapital plant Helrom nun die eignen nachhaltigen Transportaktivitäten auszubauen. Konkret sollen 120 neue Helrom-Trailerwagen angeschafft werden, die dem Unternehmen als Grundlage für sechs weitere Züge dienen.

20.05.2025

Eurogrid mit erstem Green Bond 2025

Eurogrid, die belgische Muttergesellschaft des Berliner Netzbetreibers 50Hertz, hat einen neuen Green Bond in Höhe von 800 Millionen Euro begeben. Es ist die erste große öffentliche Finanzierungstransaktion des Unternehmens in diesem Jahr. Die Anleihe läuft 12 Jahre und wird mit 4,056 Prozent verzinst.

Die Emissionserlöse des Green Bonds sollen in Projekte an Land und auf See fließen, die die Integration und den Transport von Strom aus erneuerbaren Energien im Einklang mit dem Green Bond Framework von Eurogrid fördern. 50Hertz will bis zum Jahr 2032 den gesamten Stromverbrauch im eigenen Netzgebiet zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken.

Das Orderbuch der Emission war laut Angaben von Eurogrid um mehr als das 4,5-fache überzeichnet. Mizuho, Rabobank, Santander und Unicredit fungierten als Joint Active Bookrunner für die Transaktion. Crédit Agricole und BayernLB waren als Passive Bookrunner beteiligt. let

15.05.2025

KfW platziert nächsten Green Bond

Die KfW hat einen Green Bond über 4 Milliarden Euro platziert. Das Papier läuft fünf Jahre lang und wird jährlich mit 2,5 Prozent verzinst. Das Orderbuch der Transaktion überstieg nach Angaben der Bank die 22 Milliarden Euro. „Unsere zweite Euro-Green-Bond-Transaktion in diesem Jahr zeigt, dass die Nachfrage der Investoren nach grünen Anleihen weiterhin solide ist.“, erklärt Tim Armbruster, Treasurer der KfW. „Wir gehen davon aus, dass wir das angekündigte Emissionsvolumen von 10 Milliarden Euro für grüne Anleihen in diesem Jahr übertreffen werden, denn bisher haben wir bereits 9,1 Milliarden Euro emittiert.“

07.05.2025

Institutionelle Anleger setzen weiter auf Nachhaltigkeit

Trotz des aktuellen Gegenwindes für das Thema ESG berücksichtigen 89 Prozent der institutionellen Investoren in Deutschland Nachhaltigkeitskriterien bei ihrer Anlageentscheidung (2023: 85 Prozent). Das zeigt die diesjährige Nachhaltigkeitsstudie von Union Investment, für die die Bank 179 institutionelle Investoren in Deutschland befragt hat.

Allerdings halten laut der Studie zwei Drittel der befragten Großanleger die Regulierung bei nahhaltigen Kapitalanlagen für zu komplex und 73 Prozent für zu aufwendig. Viele befragte Investoren würden daher für weniger Bürokratie, mehr Standardisierung und eine maßvolle Regulierung plädieren, heißt es in einer Pressemitteilung zur Studie.

Dennoch erwartet mit 53 Prozent über die Hälfte der Befragten eine gleichbleibende und 44 Prozent sogar eine wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit für ihre Kapitalanlagen und ihr Unternehmen. Mit einem sinkenden Stellenwert rechnen nur 3 Prozent. Dabei steht Nachhaltigkeit als Imagefaktor nur für 39 Prozent der Großanleger als Motiv für nachhaltiges Investieren im Vordergrund (2023: 47 Prozent). 80 Prozent begründen ihre Entscheidung für nachhaltige Investments mit der Übernahme von Verantwortung, 79 Prozent mit den Werten des eigenen Unternehmens. let

17.04.2025

NZBA ersetzt Klimaverpflichtung durch Empfehlung

Die Net Zero Banking Alliance (NZBA) hat die Selbstverpflichtung zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 für ihre Mitglieder abgeschafft und durch Empfehlungen ersetzt. Die Mitglieder der Bankenallianz hatten am vergangenen Dienstag für einen neuen Leitfaden für die Klimazielsetzung von Banken gestimmt.

Bislang enthielten die im vergangenen Jahr veröffentlichten Richtlinien eine Klima-Selbstverpflichtung für die Mitglieder der NZBA. Unter anderem verpflichteten sich die Banken, die Treibhausgasemissionen aus ihrer Kredittätigkeit bis 2050 auf Netto-Null zu senken und das 1,5-Grad-Ziel des Pariser-Klimaabkommens zu unterstützen. Gleiches galt für Kapitalmarktaktivitäten wie die Emission von Fremd- und Eigenkapital. Erfüllte eine Bank ihre Verpflichtung nicht, war sie gezwungen, dies zu erklären. Diese Verpflichtungen werden in den neuen Leitlinien durch reine Empfehlungen zur Zielsetzung ersetzt.

In einer Mitteilung der NZBA zum neuen Leitfaden heißt es, die Mitglieder hätten „mit überwältigender Mehrheit“ für die Änderungen gestimmt. Diese würden es der Gruppe ermöglichen, sich stärker auf die „Erschließung von Möglichkeiten zur Finanzierung der Dekarbonisierung der Realwirtschaft“ zu konzentrieren.

Die niederländische Triodos Bank verkündete aufgrund der Änderungen ihren Austritt aus der Klimaallianz. Die neuen Leitlinien blieben hinter der notwendigen Dringlichkeit zurück, die Kredit- und Investitionsportfolios an das Szenario einer globalen Erwärmung von 1,5 Grad Celsius anzupassen, heißt es im Statement der Nachhaltigkeitsbank.

Die Veränderungen bei der NZBA folgten auf den Exodus der US-Großbanken: Alle großen US-Banken haben der NZBA den Rücken gekehrt. Der Grund dafür liegt in der Position der neuen Regierung zum Thema Nachhaltigkeit. In den USA richtet sich politischer Druck gegen Finanzinstitute, die sich an Klimaallianzen wie der NZBA beteiligen. let

16.04.2025

Neue Kreditlinie mit ESG-Link für Ceconomy

Ceconomy hat eine neue revolvierende Kreditlinie abgeschlossen. Die neue Linie in Höhe von 900 Mio. Euro löst das alte Darlehen aus dem Jahr 2021 frühzeitig ab und läuft drei Jahre. Sie kann zudem zweimal um ein Jahr verlängert werden. Bei der Ausgestaltung der Kreditlinie setzt Ceconomy wie schon 2021 auf einen ESG-Link. Die Zinskonditionen des neuen Darlehens hängen von der erfolgreichen Reduktion der Treibhausgasintensität, der Anzahl der verkauften generalüberholten Produkte sowie dem Anteil an Frauen in Führungspositionen ab. let

03.04.2025

CSRD und CSDDD können verschoben werden

Das Europaparlament hat am heutigen Donnerstag für ein späteres Inkrafttreten der Corporate Sustainability Directive (CSRD) und der Coporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) gestimmt. Die Verschiebung ist Teil des Omnibus-Pakets der EU-Kommission.

Für die Umsetzung der Lieferkettenrichtlinie in nationales Recht werden die EU-Mitgliedsstaaten so bis zum 26. Juli 2027 und damit ein zusätzliches Jahr Zeit haben. Die erste Welle der von der CSDDD betroffenen Unternehmen wird die Regeln erst bis zum Jahr 2028 umsetzen müssen und damit auch erst ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen.

Die Anwendung der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung wird sich für zwei Unternehmensgruppen, die unter die Gesetzgebung fallen, um zwei Jahre verzögern. Zum einen werden große Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht erst 2028 anstatt schon 2026 vorlegen müssen. Zum anderen werden börsennotierte kleine und mittlere Unternehmen bis 2029 Zeit bekommen einen CSRD-Bericht vorzulegen. Damit die Änderungen in Kraft treten können, fehlt es nun noch an der formellen Zustimmung des Rates.

Über die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Anpassungen der CSRD und CSDDD, die den Inhalt und den Umfang der Richtlinien betreffen, muss zunächst noch der Rechtsausschuss des EU-Parlaments beraten. Sie waren nicht Teil der heutigen Abstimmung. let

10.03.2025

Unternehmen appellieren an neue Bundesregierung

Die Transformation zur Klimaneutralität konsequent fortsetzen – das fordert ein Zusammenschluss von 49 deutschen Unternehmen in einem am heutigen Montag veröffentlichen Appell an die nächste Bundesregierung. Denn eine zügige Transformation könne für mehr Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und sichere Arbeitsplätze in Deutschland sorgen.

Deshalb solle die kommende Bundesregierung ihre Wirtschafts- und Standortpolitik darauf ausrichten, langfristig verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und pragmatische Lösungen zu fördern. Insgesamt umfasst das veröffentlichte Papier acht Forderungen „für einen starken und klimaneutralen Standort“.

Konkret werden verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen, eine saubere, wettbewerbsfähige und sichere Energieversorgung, Anreize für private Investitionen, stetige staatliche Investitionen, die Unterstützung des Marktwachstums für klimafreundliche Produkte, die gezielte Förderung von Innovationen in Deutschland, mehr Pragmatismus bei der Transformation und die Übernahme von Verantwortung in Europa von dem Zusammenschluss gefordert.

Neben großen Industrieunternehmen wie Aurubis, Heidelberg Materials und Salzgitter gehören auch Energieunternehmen wie EnBW und Sunfire zu den Unterzeichnern des Appells. Darüber hinaus beteiligten sich Handelsunternehmen wie Aldi oder die Otto Group sowie BNP Paribas und ING aus dem Finanzsektor. let

06.03.2025

SMFG verlässt Net-Zero Banking Alliance

Als erste japanische Bank kehrt die Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) der Net-Zero Banking Alliance (NZBA) den Rücken. Damit folgt sie dem Vorbild aller großen US-Banken, die das Klimabündnis bereits in den vergangenen Monaten verlassen hatten.

In einem Statement begründete Japans zweitgrößte Bank den Austritt aus dem Klimabündnis mit „internationalen Trends“. Trotz dem Ausscheiden aus der Allianz bleibe ihr Klimaengagement hingegen unverändert. Die SMFG war dem Bündnis ursprünglich im Jahr 2021 beigetreten. Die Mitglieder der Net-Zero Banking Alliance haben sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen aus ihren Kredit- und Anlageportfolios bis 2050 auf null zu senken. let

27.02.2025

EU-Omnibus: Vereinfachung von CSRD und CSDDD

Die Europäische Kommission hat am vergangenen Mittwoch Vorschläge zur Vereinfachung mehrerer Richtlinien und Verordnungen im sogenannten Omnibus-Verfahren vorgelegt. Die vorgeschlagenen Änderungen betreffen neben dem Lieferkettengesetz (CSDDD), die Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD), die Taxonomie-Verordnung und den Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM).

Die zentralen Vorschläge der Kommission zur CSRD sollen den Kreis der berichtspflichtigen Unternehmen reduzieren, den Berichtsumfang verringern und die Erstanwendung der Richtlinie verschieben. Unternehmen, die mit dem Nachhaltigkeits-Reporting eigentlich schon im Jahr 2026 und 2027 beginnen müssten, bekommen nach dem Vorschlag der Kommission nun Zeit bis 2028.

Außerdem fallen rund 80 Prozent aller Unternehmen, die bislang berichtspflichtig waren, aus dem Anwendungsbereich der CSRD. Demnach sollen zukünftig nur noch Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern und einem Umsatz von mindestens 50 Millionen Euro oder einer Bilanzsumme von 25 Millionen Euro einen Nachhaltigkeitsbericht unter der CSRD erstellen müssen. Zuvor lag die Grenze bei 250 Mitarbeitern.

Auch die CSDDD soll verschlankt und verschoben werden. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sollen nach den Vorschlägen der Kommission bis 2027 und damit ein Jahr länger Zeit für die nationale Umsetzung der Richtlinie erhalten. Darüber hinaus schlägt die Kommission vor, die Sorgfaltspflichten für Unternehmen auf direkte Zulieferer zu beschränken. Ob diese Pflichten von den Unternehmen eingehalten werden, soll nur noch alle fünf Jahre und nicht mehr jährlich überprüft werden müssen.

Die Europäische Kommission erhofft sich durch den Bürokratieabbau vor allem eine erhebliche Kostenersparnis für die europäische Wirtschaft. Sie schätzt die Ersparnis bei den jährlichen Verwaltungskosten auf rund 6,3 Milliarden Euro. Die Richtlinienentwürfe werden nun dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat vorgelegt. Erst nach Zustimmung der beiden Institutionen können die Änderungen in Kraft treten. let

12.02.2025

Grüner Milliarden-Kredit für Eurogrid

Eurogrid, die Muttergesellschaft von 50Hertz, hat einen KfW-geförderten grünen Konsortialkredit im Volumen von 1 Milliarde Euro abgeschlossen. Das Tilgungsdarlehen hat eine Laufzeit von zehn Jahren und wurde von zwölf Banken bereitgestellt. Die IKB übernahm die Rolle als Arrangeur.

Mit dem Kredit sollen zwei Offshore-Netzanschlüsse in der Nord- und Ostsee finanziert werden. Unter den Projekten ist auch der erste Offshore-Netzanschluss von 50Hertz in der Nordsee vor der Küste Schleswig-Holsteins. Mit der Finanzierung sichert sich Eurogrid eigenen Angaben nach bereits frühzeitig im Jahr einen signifikanten Betrag zur Finanzierung der diesjährigen Investitionen. let

10.01.2024

Blackrock tritt aus Klimabündnis aus

Der Vermögensverwalter Blackrock ist aus dem Klimabündnis Net Zero Asset Managers Initiative ausgetreten. Der Austritt habe rechtliche Gründe, teilte das Unternehmen mit. Die Mitglieder des Klimabündnisses für Asset Mananger verpflichten sich, das Ziel einer klimaneutralen Wirtschaft bis 2050 aktiv zu unterstützen. Mit dem Austritt folgt Blackrock kurz vor dem Amtsantritt Trumps dem Beispiel der US-Großbanken, die in den vergangenen Wochen allesamt ein vergleichbares Klimabündnis für Banken verlassen haben. let

09.01.2024

JP Morgan kehrt Klimaallianz den Rücken

Knapp anderthalb Wochen vor dem Amtsantritt von Donald Trump verlässt auch JP Morgan die Net-Zero Banking Alliance. Damit haben nun alle US-Großbanken dem Bündnis den Rücken gekehrt. Im Dezember waren bereits Citigroup, Bank of America, Goldman Sachs und Wells Fargo aus der Klimaallianz ausgetreten. Anfang des Jahres folgte dann Morgan Stanley. Die Net-Zero Banking Alliance hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen aus Kredit- und Anlageportfolios ihrer Mitglieder bis 2050 auf null zu senken.

Den Rückzug der US-Großbanken aus dem Net-Zero Banking Alliance erklärt sich wohl mit dem nahenden Amtsantritt von Donald Trump . Die neue US-Regierung wird voraussichtlich viele Nachhaltigkeitsregulierungen zurückfahren. Zudem hatte Donald Trump den menschengemachten Klimawandel in der Vergangenheit bereits mehrmals angezweifelt und republikanische Politiker warnen Institutionen, die Teil der Klimaallianz sind, seit Monaten, dass ihre Mitgliedschaft kartellrechtliche Vorschriften verletzen könnte.

Ken Paxton, Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Texas, drohte den großen US-Banken sogar mit dem Ausschluss von kommunalen Anleiheemissionen. Nach den Austritten der Banken aus der Klimaallianz nahm er seine Drohung jedoch zurück. let

03.01.2025

Bofa, Citigroup und Morgan Stanley verlassen Klimaallianz

Nach Wells Fargo und Goldman Sachs haben drei weitere US-amerikanische Banken die Net-Zero Banking Alliance (NZBA) verlassen. Bank of America (Bofa) und Citigroup gaben am Dienstag bekannt sich aus dem Bündnis zurückziehen zu wollen. Morgan Stanley teilte am Donnerstag mit, das Haus werde die Allianz verlassen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, teilte Morgan Stanley keine Gründe für den Austritt mit. Das Engagement der Bank für den weltweiten Übergang zu einem Netto-Null-Emissionsausstoß werde „unverändert“ bleiben. Auch die Bofa erklärte in einer E-Mail gegenüber Reuters: „Wir werden weiterhin mit unseren Kunden zu diesem Thema zusammenarbeiten und auf ihre Bedürfnisse eingehen.“ Citigroup teilte gegenüber der Nachrichtenagentur mit, man habe Fortschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität gemacht und sich daher entschieden, die Allianz zu verlassen.

Auch Wells Fargo und Goldman Sachs verließen das Bündnis Anfang Dezember 2024. Die Net-Zero Banking Alliance hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen aus Kredit- und Anlageportfolios ihrer Mitglieder bis 2050 auf null zu senken. Die Commerzbank und die Deutsche Bank haben sich im April 2021 der Allianz angeschlossen.

Viele Geldhäuser, die in der Vergangenheit wegen ihrer Verbindungen zur Industrie für fossile Brennstoffe kritisiert wurden, haben in letzter Zeitvermehrt CO2-Neutralutätsstandards in ihre Geschäftstätigkeit einbezogen. Jedoch nahmen laut Reuters einige Banken ihre Initiativen zur CO2-Reduktion wieder zurück, um republikanische Politiker nicht zu verärgern, die gegen eine Einschränkung der Finanzierung fossiler Brennstoffe sind. let

12.12.2024

KfW-Refinanzierungsbedarf sinkt infolge schwacher Konjunktur

Die KfW plant für das kommende Jahr 2025 eine Mittelaufnahme am Kapitalmarkt in Gesamthöhe von 65 bis 70 Milliarden Euro. Davon sollen rund 10 Milliarden Euro über Green Bonds aufgenommen werden. Zudem wird die KfW ihre Euro-Benchmarkanleihen ab dem kommenden Jahr standardmäßig als Zentralregisterwertpapiere emittieren.

2024 hat die staatliche Förderbank insgesamt rund 78 Milliarden Euro an den internationalen Kapitalmärkten eingesammelt, gut 12 Milliarden entfielen davon auf grüne Anleihen. Der im Vergleich dazu geringere Mittelbedarf für 2025 resultiere aus einer „komfortablen Liquiditätsposition“ infolge der konjunkturell bedingt, geringer als erwarteten Nachfrage nach Förderkrediten im aktuellen Jahr sowie den reduzierten Prognosen für das Jahr 2025. phh

18.11.2024

IDW warnt vor verzögerter CSRD-Umsetzung

Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW) warnt vor den Folgen einer verzögerten Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Planmäßig soll die EU-Richtlinie bis zum 31. Dezember 2024 in deutsches Recht umgesetzt werden. Die rechtzeitige Umsetzung steht laut dem Institut jedoch nicht zuletzt aufgrund des Endes der Regierungskoalition auf der Kippe.

Laut eines vom IDW in Auftrag gegebenen Gutachtens bliebe ohne Umsetzung bis zum Jahresende der aktuelle Rechtsrahmen in Kraft und Unternehmen, die von der Non-Financial Reporting Directive (NFRD) betroffen sind, müssten auch für das Geschäftsjahr 2024 eine nichtfinanzielle Erklärung oder einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht abgeben. Diese Berichterstattung würde keiner verpflichtenden externen Prüfung unterliegen. Zudem gäbe es keine Pflicht, die Berichterstattung nach den European Sustainability Reporting Standards zu erstellen.

Bei einer verspäteten Umsetzung der CSRD in nationales Recht könnte die EU-Richtlinie darüber hinaus rückwirkend nicht mehr auf bereits abgeschlossene Geschäftsjahre angewendet werden. IDW-Vorstandssprecherin Melanie Sack betonte in einer Pressemitteilung des Instituts: „Wir sehen nach wie vor Unsicherheiten im Rechtsrahmen. Wir werden jetzt mit Hochdruck in den IDW-Gremien an möglichen Lösungen arbeiten, die entstehen, wenn die CSRD in diesem Jahr tatsächlich nicht mehr umgesetzt wird.” let

07.11.2024

Asklepios mit Social-Schuldschein-Debüt

Der Klinikbetreiber Asklepios hat ein Social-Schuldscheindarlehen in Höhe von 500 Millionen Euro platziert. Der Schuldschein ist mit Laufzeiten von drei, fünf, sieben und zehn Jahren ausgestattet. Es ist die erste Schuldscheintransaktion des Klinikbetreibers unter dem neu aufgesetzten Social Finance Framework.

Die Emissionserlöse sollen im Bereich der sozialen Gesundheitsinfrastruktur eingesetzt werden. Hafid Rifi, CFO der Asklepios Gruppe, teilte in einer Pressmitteilung zur Transaktion mit: „Das neue Social-Schuldscheindarlehen ermöglicht uns die Finanzierung von Investitionen in unsere Gesundheitsinfrastruktur und schafft eine klare Zuordnung von Finanzierungsmitteln zum sozialen Nutzen unseres täglichen Handelns als Gesundheitskonzern.“

Aufgrund der großen Investorennachfrage konnte das ursprünglich angedachte Volumen des Schuldscheins in Höhe von 250 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro verdoppelt werden. Die Helaba, ING, die LBBW und Unicredit begleiteten die Platzierung als Arrangeure. Linklaters fungierte als Rechtsberater bei der Transaktion. let

31.10.2024

Baden-Württemberg begibt vierten Green Bond

Das Land Baden-Württemberg hat einen neuen Green Bond begeben. Es ist bereits die vierte grüne Anleihe des Bundeslandes. Der Green Bond im Volumen von 650 Millionen Euro wird mit 2,625 Prozent verzinst. Die Laufzeit für das Papier beträgt zehn Jahre. Das Orderbuch des Bonds war laut Angaben des Landes mehr als vierfach überzeichnet.

Mit den Emissionserlösen sollen ökologisch nachhaltige Projekte und Vorhaben des Landes Baden-Württemberg aus dem Haushalt 2023 refinanziert werden. Zu den insgesamt 53 ausgewählten Projekten zählen unter anderem energieeffiziente Neubauten und der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur. Zudem sind Maßnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel sowie die Erweiterung des landesweiten Biotopverbundes vorgesehen. let

24.10.2024

EnBW platziert erstmals Anleihen in Australien

Der Energiekonzern EnBW hat erstmals den australischen Bondmarkt betreten und dort Green Bonds mit einem Gesamtvolumen von 1 Milliarde Australischen Dollar (rund 616 Millionen Euro) platziert. Die Emission besteht aus zwei Tranchen mit Laufzeiten von fünf und zehn Jahren. Die Kupons liegen bei 5,302 Prozent beziehungsweise 6,048 Prozent. Die Erlöse fließen in klimafreundliche Projekte gemäß der EU-Taxonomie und dem Green Financing Framework des Konzerns. Es ist die erste Transaktion unter dem neuen Australian Medium Term Notes Programm des Konzerns. Die Anleihen dienen laut EnBW bereits zur Finanzierung des Geschäftsjahrs 2025. ako

24.10.2024

CA Immo platziert Green Bond über 350 Millionen Euro

Die auf Büro-Immobilien spezialisiert CA Immo hat einen Green Bond über 350 Millionen Euro begeben. Das Papier mit einer Laufzeit von 5,5 Jahren hat einen Kupon von 4,25 Prozent. Die Emission war fast fünffach überzeichnet, rund 150 Investoren hätten das Papier nachgefragt, teilte das Unternehmen mit. Der Nettoerlös soll insbesondere zur Refinanzierung eines 2025 fälligen Green Bonds verwendet werden. Zudem bietet CA Immo den Rückkauf von bis zu 75 Millionen Euro der ausstehenden grünen Anleihe an. ako

10.10.2024

Imug Rating wird zu Ethifinance

Die deutsche ESG-Ratingagentur Imug Rating GmbH firmiert seit Oktober unter dem Namen Ethifinance GmbH. Imug Rating gehört bereits seit März 2023 zur europäischen Ethifinance Gruppe. Mit der Umfirmierung erfolgte nun der letzte Schritt der Integration in die französische Ratingagentur.

Durch den Zusammenschluss stehen deutschen Unternehmen zusätzlich zu den bisherigen Produkten der Imug Rating die ESG-Produkte und -Dienstleistung von Ethifinance zur Verfügung. Hierzu zählen unter anderem das europäische Small- und Midcap ESG Research sowie ESG Due Diligence für Private-Equity-Beteiligungen. let

02.10.2024

Sustainability-linked Kredit von Lanxess

Der Spezialchemiekonzern Lanxess aus Köln hat eine neue syndizierte Kreditlinie in Höhe von 800 Millionen Euro abgeschlossen. Der Revolver löst die bestehende Kreditlinie des Konzerns vorzeitig ab. Zudem kann sie auch als Avallinie in Anspruch genommen werden. Die Laufzeit der neuen Kreditlinie beträgt fünf Jahre. Darüber hinaus besteht die Option den Revolver zweimal um ein Jahr zu verlängern. Nach Angaben des Unternehmens ist der Kreditvertrag unverändert an keine finanziellen Sicherungsklauseln geknüpft.

Die Höhe des Kupons des neuen Revolvers ist an die Erreichung von bestimmten ESG-Kriterien gekoppelt. Sie hängt von der erfolgreichen Reduktion der Treibhausgasemissionen von Lanxess im Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Bereich sowie der Steigerung des Frauenanteils in Managementpositionen ab. Das Bankenkonsortium für den Kredit bestand aus elf internationalen Banken. Deutsche Bank und Unicredit haben die Transaktion koordiniert. Hengeler Müller hat Lanxess beim Abschluss der Kreditlinie rechtlich beraten. let

26.09.2024

München begibt erste grüne Anleihe

Die Stadtkämmerei der Landeshauptstadt München hat zum ersten Mal eine grüne Anleihe am Kapitalmarkt platziert, wie die DerTreasurer-Schwesterpublikation Der Neue Kämmerer berichtet. Nach Angaben der Stadt handele es sich dabei insgesamt um die erste deutsche kommunale Anleihe dieser Art. Der Bond habe ein Volumen von 300 Millionen Euro mit einer Laufzeit von sieben Jahren und eine Rendite von 2,838 Prozent. Mit den Erlösen will München laut eigenen Angaben den Bau umweltfreundlicher Gebäude wie Schul- und Kitagebäude sowie den ÖPNV, die Verbesserung der Radinfrastruktur sowie den Ausbau erneuerbarer Energien (re)finanzieren. Bis 2035 will München klimaneutral sein.

Der von der Stadt ausgegebene Green Bond war der Mitteilung zufolge 2,5-fach überzeichnet. Deshalb habe sich München dazu entschlossen, das ursprünglich geplante Emissionsvolumen von 250 Millionen Euro auf 300 Millionen Euro aufzustocken. Für die Platzierung am Kapitalmarkt hatte die Stadt ein Konsortium aus BayernLB, Deutsche Bank und ING beauftragt.

Die vollständige Story können Sie nach kurzer Registrierung bei Der Neue Kämmerer lesen. jae

 

24.09.2024

Erster Green Bond von Knorr-Bremse

Knorr-Bremse hat zwei Anleihen im Gesamtvolumen von 1,1 Milliarden Euro begeben. Teil der Transaktion war die erste grüne Anleihe des Münchener Zulieferers für die Schienen- und Nutzfahrzeugindustrie. Diese hat einen Nennbetrag von 500 Millionen und wird mit 3,25 Prozent verzinst. Fällig wird der Green Bond in acht Jahren.

Die Erlöse dieser Tranche sollen in geeignete grüne Projekte aus dem Green Financing Framework des Unternehmens fließen. Dieses wurde am 23. August 2024 veröffentlicht. Die grünen Projekte von Knorr-Bremse gliedern sich in vier grüne Kategorien: Sauberer Transport, Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Grüne Gebäude.

Die zweite Tranche, eine konventionelle Anleihe in Höhe von 600 Millionen Euro, wird mit 3 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Mit den Emissionserlösen aus der zweiten Tranche soll unter anderem die Übernahme des US-Bahnsignaltechnikgeschäfts des französischen Zugbauers Alstom durch Knorr-Bremse finanziert werden. Zudem werden die Erlöse zur Refinanzierung einer Anleihe des Unternehmens verwendet, die im Jahr 2025 fällig wird.

03.09.2024

Jost Werke versieht Konsortialkredit mit ESG-Komponente

Jost Werke hat seinen vor der Fälligkeit stehenden Konsortialkredit in Höhe von 280 Millionen Euro um fünf Jahre refinanziert. Das Volumen verteilt sich zu gleichen Teilen auf einen Term Loan sowie eine revolvierende Kreditlinie, wobei Letztere über eine Verlängerungsoption verfügt.

Der neue Konsortialkredit von Jost ist zudem mit einer ESG-linked-Komponente ausgestattet. Konkret wird die Verzinsung dabei an die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen in den drei Bereichen CO2-Reduktion, Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen sowie Reduktion der Arbeitsunfälle gekoppelt. phh

22.08.2024

Greenium auf niedrigstem Stand seit Anfang 2023

Das „Greenium“, also die Prämie für grüne Anleihen, ist in letzter Zeit gesunken und liegt aktuell auf dem zweitniedrigsten Wert seit Anfang 2023. Das berichtet das Research-Haus Barkow Consulting. Im Durchschnitt aller ausstehenden Green Bonds betrage es derzeit 0,78 Basispunkte. Auf dem Höhepunkt im Januar 2023 lag es noch bei 5,21 Basispunkten. In den Anfangszeiten grüner Anleihen waren jedoch sogar negative Greenia üblich.

Die Finanzagentur des Bundes führt den Rückgang des Greeniums auf ein gestiegenes Angebot sowohl an grünen Bundeswertpapieren als auch insgesamt im Bereich öffentlicher Emittenten, wie beispielsweise der EU, zurück. Sie betont gegenüber Barkow Consulting jedoch, dass am Primärmarkt weiterhin eine gute Nachfrage nach grünen Bundeswertpapieren bestehe und bislang bei jeder Emission ein Greenium erzielt werden konnte. Für den Bund sei dadurch bisher eine Kostenersparnis in Höhe eines hohen zweistelligen Millionenbetrags entstanden.

21.08.2024

Bayer lässt Aktionäre bei Klimaschutz mitbestimmen

Als erster Dax-Konzern lässt der Chemie- und Pharmakonzern Bayer seine Aktionäre beim Thema Klimaschutz mitbestimmen. Das Unternehmen hat angekündigt seine Klimaschutzpläne zukünftig nach dem internationalen Standard „Say on Climate“ zur Abstimmung bringen zu wollen. Der Standard sieht vor, dass Unternehmen spezifische Klimaschutzziele formulieren, über die ihre Anteilseigener dann abstimmen können. Zusätzlich erhalten sie die Möglichkeit in jährlichen Versammlungen ihre Kritik und Anregungen zu äußern.

Über den Klimapfad von Bayer sollen die Aktionäre nun auf der Hauptversammlung im kommenden Frühjahr abstimmen. Die Leverkusener versprechen, in jedem Jahrzehnt bis Mitte des Jahrhunderts ihre Treibhausgasemissionen zu halbieren.

Andere große Konzerne im europäischen Ausland wie Shell und Total Energies haben sich bereits 2021 den „Say on Climate“-Standards unterworfen. In Deutschland hat sich 2023 das Chemieunternehmen Alzchem der Initiative angeschlossen und in diesem Jahr hat der Maschinen- und Anlagenhersteller Gea seine Aktionäre über seinen Klimapfad abstimmen lassen. let

21.08.2024

Amprion platziert milliardenschwere Green Bonds

Der Netzbetreiber Amprion hat zwei grüne Anleihen im Gesamtvolumen von 1,1 Milliarden Euro begeben. Die erste Tranche über 500 Millionen Euro wird in sechs Jahren fällig und mit 3,125 Prozent verzinst. Eine zweite Tranche im Volumen von 600 Millionen Euro hat eine Laufzeit von 15 Jahren und wird mit 3,85 Prozent verzinst.

BayernLB, Commerzbank, DZ Bank, ING, Helaba, LBBW, SEB und UniCredit waren bei der Transaktion als Joint Lead Managers tätig. Die Emissionserlöse aus den beiden Anleihen sollen in das grüne Projektportfolio des Unternehmens fließen und damit den Ausbau und die Modernisierung des Übertragungsnetzes vorantreiben. Bereits im Mai hatte Amprion für diesen Zweck zwei grüne Anleihen im Gesamtvolumen von 1 Milliarde Euro begeben. Bis zum Ende des Jahres sollen 3,9 Milliarden Euro in den Netzausbau fließen. let

21.08.2024

Volkswagen emittiert neuen Green Bond

Der Automobilkonzern Volkswagen hat einen neuen Green Bond begeben. Die Anleihe in Höhe von 500 Millionen Euro läuft bis 2026 und wird variabel verzinst. Der Kupon ist an den 3-Monats-Euribor geknüpft, die Marge liegt bei 0,55 Prozent. Volkswagen möchte den Emissionserlös der Anleihe zur (Re-)Finanzierung grüner Projekte gemäß des Green Finance Framework des Konzerns zu nutzen. let

02.08.2024

BASF startet nachhaltiges Payable-Finance-Programm

Der Chemiekonzern BASF hat sein erstes Sustainability-linked Programm zur Finanzierung von Verbindlichkeiten in Asien aufgelegt. Es setzt auf einer bestehenden Payable-Finance-Struktur des Konzerns auf und wurde mit Hilfe der Deutschen Bank auf lokale Geschäftsanforderungen, insbesondere in China, zugeschnitten.

Im Fokus steht das Thema Supply Chain Finance: Durch das Programm erhalten Lieferanten des Unternehmens Anreize nachhaltig zu handeln. Sie können sich für Vorzugszinsen qualifizieren, wenn sie ein Nachhaltigkeitsrating der Agentur Ecovadis erlangen und ihr Rating-Ergebnis stetig verbessern.

Birka Benecke, Senior Vice President Corporate Treasury bei BASF, sagte: „Mit diesem Programm können wir die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten vertiefen und die Partnerschaft im Bereich der Nachhaltigkeitstransformation stärken. Das gibt uns auch die Möglichkeit, unsere Lieferketten weiter zu optimieren.“ let

31.07.2024

EIB: Rückbürgschaftsprogramm zur Risikoteilung

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat heute ein Finanzierungsprojekt zur Unterstützung europäischer Hersteller von Windenergieanlagen gestartet. Die Initiative umfasst ein Fördervolumen von insgesamt 5 Milliarden Euro. Erster Projektpartner ist die Deutsche Bank, die eine Rückbürgschaft in Höhe von 500 Millionen Euro von der EIB bereitgestellt bekommt.

Die Transaktion soll es dem Frankfurter Geldhaus ermöglichen, ein Portfolio von Bankgarantien in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro für Investitionen in europäische Windparks aufzubauen. Die Zusammenarbeit ist die erste Operation im Rahmen eines im Dezember 2023 beschlossenen Windkraft-Förderplans der EIB. Ziel ist es, Geschäftsbanken insgesamt fünf Milliarden Euro bereitzustellen, damit diese Bankgarantien an Unternehmen der europäischen Windindustrie vergeben.

Durch den Einsatz von Rückbürgschaften teilen sich EIB und Geschäftsbanken die Ausfallrisiken der Kredite. Dadurch soll insbesondere der Zugang zu Kreditlinien für Vorauszahlungen und Leistungsgarantien erleichtert werden.

EIB und Deutsche Bank haben in der Vergangenheit bereits ähnliche Kooperationen im Bereich Mittelstand und Wohnungswirtschaft geschlossen. phh

24.07.2024

Sustainable-Finance-Beirat nimmt GAR unter die Lupe

Der Sustainable-Finance-Beirat (SFB) der Bundesregierung hat ein neues Konzeptpapier veröffentlicht, das Vorschläge zur Verbesserung der Green Asset Ratio der EU-Taxonomie vorstellt. Kritikpunkte sind unter anderem die in ihrer aktuellen Form begrenzte Aussagekraft der Green Asset Ratio sowie die von Banken freiwillig offenlegbare Banking Book Alignment Rate (BTAR), die als Alternative nicht alle Probleme der Green Asset Ratio lösen könne.

Der SFB empfiehlt, die Umfänge von Zähler und Nenner der Green Asset Ratio zu überarbeiten und sich dabei am Anwenderkreis der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) zu orientieren. Darüber hinaus setzt sich das Komitee für ergänzende Hinweise zum Gesamtfinanzierungsvolumen und eine Stärkung der Aussagekraft des Verhältnisses zwischen taxonomiefähiger und taxonomiekonformer Finanzierungen ein.

Das vollständige Konzeptpapier können Sie hier lesen.

18.07.2024

CHG Meridian mit neuem ESG-Konsortialkredit

Der Technologiekonzern CHG Meridian hat einen neuen ESG-Konsortialkredit in Höhe von 100 Millionen Euro abgeschlossen. Das Darlehen mit fünfjähriger Laufzeit wird von insgesamt 25 Sparkassen bereitgestellt. Die Helaba fungierte als einziger Lead Arranger der Transaktion, an der sich laut CHG auch vier neue Geldgeber beteiligten.

Nach eigenen Angaben hat CHG-Meridian alleine im vergangenen Jahr 385 Millionen Euro über nachhaltige Finanzierungsquellen generieren können, darunter ESG-linked Konsortialkredite und Schuldscheine. phh

16.07.2024

EnBW begibt zwei nachhaltige Anleihen

Der Energiekonzern EnBW hat zwei grüne Anleihen im Gesamtvolumen von 1,2 Milliarden Euro am Kapitalmarkt platziert. Der erste Bond mit einem Volumen von 650 Millionen Euro läuft sieben Jahre und wird mit 3,5 Prozent verzinst. Die zweite Anleihe über 550 Millionen Euro wird 2036 fällig. Der Kupon liegt bei 4 Prozent.

Mit den Emissionserlösen sollen klimafreundliche und EU-Taxonomie konforme Projekte gemäß des Green Financing Framework des Unternehmens finanziert werden. Der Energiekonzern hatte sein 2018 erstmals veröffentlichtes Framework erst kürzlich aktualisiert und um weitere Projekte, die für eine grüne Finanzierung in Frage kommen, erweitert. Das Bankenkonsortium für die Emission bestand aus Barclays, BNP Paribas, Commerzbank, Crédit Agricole, DZ Bank, ING und LBBW. Barclays, BNP Paribas und ING waren zudem als Global Coordinators tätig.

Nach eigenen Angaben konnte das Unternehmen durch die Emission, die für 2024 geplante Kapitalmarktfinanzierung bereits jetzt umsetzen. „Unsere Strategie ist klar auf Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung, also die Umsetzung der Energiewende, ausgerichtet. Das gilt entsprechend auch für unsere Investitionen und deren Finanzierung. Mit der heutigen Emission haben wir bereits grüne Anleihen im Volumen von 6,7 Milliarden Euro begeben. Bis 2030 sollen mindestens 85 Prozent unserer Neuemissionen nachhaltig sein“, teilt EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer in einer Pressemitteilung mit. let

15.07.2024

EnBW erweitert Green-Finance-Optionen

Der Energiekonzern EnBW hat sein Green Financing Framework aktualisiert. Durch die Aktualisierung wird die Liste der Projekte, die für eine grüne Finanzierung in Frage kommen, um die Stromerzeugung durch Wasserkraft und Strom-Übertragungsnetze erweitert. Die ING hat EnBW bei der Strukturierung des Green Financing Frameworks beraten. Das Framework wurde im Jahr 2018 zum ersten Mal aufgesetzt und dient als Grundlage für die Begebung aller grüner Finanzierungen des Konzerns.

„Seit 2018 hat die EnBW über 5 Milliarden Euro grüne Anleihen erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Damit ist bereits rund die Hälfte der ausstehenden EnBW-Anleihen grün, und bis 2030 wollen wir den Anteil nachhaltiger Finanzierungsinstrumente auf mehr als 85 Prozent erhöhen“, teilt Marcel Münch, Senior Vice President Finanzen, M&A und Investor Relations bei EnBW in einer Pressemitteilung mit.

EnBW plant bis 2030 rund 40 Milliarden Euro in die Energiewende zu investieren. Über die Hälfte dieser Summe soll in den Ausbau der Strom- und Gasnetze fließen, während ein Drittel in die Dekarbonisierung des Erzeugungsportfolios investiert werden soll. Bis 2028 möchte das Unternehmen aus der Kohleverstromung aussteigen und im Jahr 2035 klimaneutral sein. let

05.07.2024

Mercedes mit erster grüner ABS-Transaktion in China

Der Automobilkonzern Mercedes-Benz hat seine ersten grünen Asset-Backed-Securities (ABS) am chinesischen Kapitalmarkt platziert. Die Anleihe hat ein Volumen von 765 Millionen Renminbi (100 Millionen Euro). Mercedes ist laut eigenen Angaben das erste ausländische Unternehmen, das eine grüne ABS-Finanzierung in China begibt. Für den Autobauer ist es zugleich die erste grüne Emission dieser Art weltweit.

Die Anleihe hat eine Laufzeit von 1,42 Jahren und wird mit jährlich 1,87 Prozent verzinst. Das Orderbuch des Bonds sei dreifach überzeichnet gewesen, teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. China Merchants Securities, BNP Paribas (China) Limited, die Bank of China und die Standard Chartered Bank (China) Limited arrangierten die Transaktion. Mehr zur Emission finden sie hier. let

24.06.2024

Ceconomy will nachhaltige Anleihe begeben

Der Handelskonzern Ceconomy, Mutterkonzern von Media Markt und Saturn, lanciert eine nachhaltigkeitsgebundene Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro. Die fünfjährige Anleihe mit Fälligkeit 2029 soll zur Refinanzierung einer bestehenden Anleihe gleichen Volumens genutzt werden, die im Juni 2026 fällig wird.

Das Unternehmen bietet den Inhabern der bestehenden Anleihe eine Barabfindung an. Die Investorenmeetings hierzu finden vom 24. bis 26. Juni statt, das Rückkaufangebot endet am 2. Juli. evb

14.06.2024

Heidelberg Materials startet Emission grüner Anleihen

Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials hat erstmals eine grüne Anleihe im Rahmen seines Green Finance Framework emittiert. Der Green Bond mit zehnjähriger Laufzeit hat ein Volumen von 700 Millionen Euro und ist mit einem fixen Kupon von 3,95 Prozent ausgestattet.

Heidelberg Materials ist eigenen Angaben zufolge der erste europäische Hersteller in der Industrie für schwere Baustoffe, der eine grüne Anleihe am Kapitalmarkt platziert hat. In der Vergangenheit hatte das Unternehmen bereits einen Sustainability-linked Bond begeben. phh

05.06.2024

ESAs wollen kein neues Greenwashing-Regelwerk

Die Europäischen Aufsichtsbehörden der EU-Kommission (ESAs) haben einen Abschlussbericht zum Thema Greenwashing vorgelegt. Zu den drei ESAs zählen die Wertpapieraufsicht (ESMA), die Bankenaufsicht (EBA) und die Versicherungsaufsicht (EIOPA).

Die ESAs kommen zum Schluss, dass die bestehenden Regelwerke ausreichen, um Greenwashing zu bekämpfen. Sie weisen jedoch auf Probleme wie die Qualität und Verfügbarkeit von ESG-Daten hin. Diese seien „zum Teil noch unzureichend“, was die Aufsicht erschwere, heißt es im Bericht.

Daher empfehlen die ESAs, dass der europäische Gesetzgeber Unklarheiten in den Rechtstexten beseitigt und einen einheitlichen Rahmen für ESG-Faktoren schafft. Der europäische Gesetzgeber sei aufgerufen, in zentralen Rechtstexten, wie etwa der Offenlegungsverordnung oder der Referenzwerteverordnung, etwaige Unklarheiten auszuräumen oder Lücken zu schließen.

Die nationalen Wettbewerbsbehörden sollen ihre Prüfung nachhaltigkeitsbezogener Angaben intensivieren. Dazu sollen sie ihre Ressourcen und ihr Fachwissen ausbauen sowie in sogenannte Suptech-Lösungen, also Supervisory-Technology-Lösungen, investieren.

Die ESMA will diese Bemühungen unterstützen und plant, bei Bedarf gemeinsame Aufsichtsmaßnahmen zu ergreifen sowie zusätzliche Leitlinien für Marktteilnehmer und Aufsichtsbehörden in Hochrisikobereichen des Greenwashings bereitzustellen. evb

04.06.2024

Neues Mitglied im Sustainable-Finance-Beirat

Bettina Storck wurde als neues Mitglied im Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung aufgenommen. Storck leitet seit 2020 das Group Sustainability Management bei der Commerzbank. Laut „Börsenzeitung“ wurde sie Mitte Mai als Nachfolgerin von Nicolaus Heinen nominiert. Heinen wechselte von der Deutschen Börse ins Finanzministerium, wo er nun die Leitung der finanzpolitischen und volkswirtschaftlichen Grundsatzabteilung innehat. evb

22.05.2024

Energiekonzern Verbund sammelt 500 Millionen ein

Der österreichische Energieversorger Verbund hat einen Green Bond in Höhe von 500 Millionen Euro platziert. Das Papier hat eine Laufzeit von sieben Jahren, der Zinskupon liegt bei 3,25 Prozent.

Bis zu 90 Prozent der Anleiheerlöse will Verbund für den Bau einer neuen Hochspannungsleitung in Salzburg verwenden, die die Transportkapazitäten der erneuerbaren Energien in Österreich stärkt. phh

14.05.2024

Amprion platziert grüne Anleihe

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat eine grüne Dual-Tranche-Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 1 Milliarde Euro emittiert. Die Anleihe, die Teil eines 9 Milliarden Euro schweren Debt-Issuance-Programms ist, war mehrfach überzeichnet.

Die erste Tranche der Anleihe umfasst 500 Millionen Euro mit einer Laufzeit von sieben Jahren und einem Zinskupon von 3,625 Prozent pro Jahr. Die zweite Tranche, ebenfalls 500 Millionen Euro schwer, hat eine Laufzeit von 20 Jahren und einen Zinskupon von 4 Prozent pro Jahr. Die Erlöse werden ausschließlich für nachhaltige Projekte verwendet, die den Kriterien des Green Finance Frameworks von Amprion entsprechen.

Die Transaktion wurde von der BayernLB, der Commerzbank, der DZ Bank, der ING, der Helaba, der LBBW, der SEB sowie der Unicredit als Joint Lead Managers begleitet. evb

14.05.2024

Stadt Münster platziert zweiten grünen Schuldschein

Die Stadt Münster hat einen grünen Schuldschein platziert. Mit ihrem zweiten grünen Schuldschein wirbt Stadtkämmerin Christine Zeller 170 Millionen Euro zur Finanzierung nachhaltiger Investitionen ein. „Die hohe Nachfrage nach diesem Finanzierungsinstrument zeigt, dass es genau der richtige Zeitpunkt war, jetzt mit einer Neuauflage in den Markt zu gehen“, sagt Zeller gegenüber der DerTreasurer-Schwesterpublikation DNK. evb

03.05.2024

KfW: Sehr hohe Nachfrage für neuen Green Bond

Die Förderbank KfW hat ihren ersten Euro Green Bond im Jahr 2024 emittiert. Die Nachfrage für die 4 Milliarden Euro schwere Anleihe war immens: Das Orderbuch war mit einem Volumen von 24,5 Milliarden Euro mehr als sechsfach überzeichnet. Das Papier hat eine Laufzeit von acht Jahren und trägt einen Zinskupon von 2,875 Prozent. Commerzbank, Danske Bank, Natwest Markets und Société Générale fungierten als Joint Lead Manager der Transaktion.

03.05.2024

Stadt Münster plant neuen grünen Schuldschein

Die Stadt Münster will einen weiteren grünen Schuldschein begeben. Kämmerin Christine Zeller sagte gegenüber der DerTreasurer-Schwesterpublikation DNK das Ziel sei, 120 Millionen Euro bei Investoren einzuwerben. Die vorbereitenden Arbeiten seien in Zusammenarbeit mit einem Bankenkonsortium bestehend aus der Helaba und der Unicredit bereits abgeschlossen sowie das städtische Rahmenwerk für grüne und soziale Finanzierungen aktualisiert und durch eine externe Ratingagentur geprüft worden. evb

24.04.2024

ZF Friedrichshafen platziert grüne US-Anleihe

ZF Friedrichshafen hat eine grüne Anleihe in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar bei institutionellen Investoren platziert. Der Bond besteht aus zwei Tranchen. Die erste Tranche in Höhe von 800 Millionen US-Dollar ist mit einem Kupon von 6,750 Prozent ausgestattet und hat eine Laufzeit bis 2030. Die zweite in Höhe von 700 Millionen US-Dollar ist mit 6,875 Prozent verzinst bei einer Laufzeit bis 2032.

Die Mittel sind für Investitionen in Windkraft-Antriebstechnik und Komponenten für batterieelektrische Fahrzeuge vorgesehen. ZF hat zuletzt im Januar eine grüne Anleihe platziert.

12.04.2024

RWE begibt ersten Green Bond in US-Dollar

Der Energiekonzern RWE hat erstmals den US-Bondmarkt angezapft. Zwei Milliarden Dollar hat das Unternehmen eingesammelt. Die Transaktion besteht aus einer Tranche mit zehn und einer mit 30 Jahren Laufzeit. Die kürzere Tranche wurde zu 99,619 Prozent ausgegeben und wird mit 5,875 Prozent verzinst. Bei dem langlaufenden Bond lag der Ausgabepreis bei 99,852 Prozent und der Kupon bei 6,25 Prozent.

Die Transaktion stieß auf hohe Investorennachfrage, der Bond war mit 7,6 Milliarden Dollar 3,8-fach überzeichnet, wie RWE mitteilt. Es ist für den Konzern die erste Green-Bond-Platzierung außerhalb Europas. Der Konzern sieht den Schritt als „strategisch wichtigen Einstieg in den US-Anleihemarkt“. Bis 2030 wollen die Essener jährlich Bonds über rund 3 bis 3,5 Milliarden in Euro und Dollar emittieren. Für die Energiewende stehen massive Investitionen an, RWE will bis 2030 etwa 55 Milliarden Euro netto in Erneuerbare Energien, Speichertechnologien, flexible Erzeugung und Wasserstoffprojekte investieren. ako

10.04.2024

Salzgitter schließt Green Loans ab

Salzgitter Flachstahl hat zwei neue syndizierte Exportkreditlinien in Höhe von insgesamt rund 500 Millionen Euro abgeschlossen. Die Kreditlinien wurden von einem Club von Hausbanken zur Verfügung gestellt und sind als Green Loans ausgestaltet.

Eine der Kreditlinien in Höhe von 200 Millionen Euro wurde von der Österreichischen Kontrollbank abgesichert, die andere Kreditline in Höhe von 300 Millionen Euro von dem italienischen Kreditversicherungsunternehmen SACE. Die Finanzierung unterstützt die erste Stufe des Transformationsprojekts „Salcos“, womit die Stahlproduktion auf CO2-arme Verfahren umgestellt werden soll. Beraten wurde das Unternehmen von Linklaters. evb

04.04.2024

Vonovia emittiert Social Bond mit langer Laufzeit

Der Immobilienkonzern Vonovia hat nach zwei Jahren erneut einen Social Bond emittiert. Die neue Anleihe hat ein Volumen von 850 Millionen Euro und wird in zehn Jahren fällig. Verzinst wird der unbesicherte Bond mit 4,25 Prozent. Die Anleihe wurde in Übereinstimmung mit dem im Februar 2022 definierten Sustainable Finance Framework des Konzerns begeben.

Mit den Emissionserlösen des Social Bonds sollen soziale Immobilienprojekte finanziert werden. Diese umfassen laut Angaben des Unternehmens belegungsgebundene Wohnungen für Haushalte mit niedrigem Einkommen und freifinanzierte Wohnungen in Berlin, deren Miete unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Zusätzlich sollen die Erlöse für die Modernisierung barrierearmer Wohnungen genutzt werden.

Vonovia konnte sich bei der Emission über eine starke Investorennachfrage freuen. Das Orderbuch der Anleihe war 4,8-fach überzeichnet. „Wir haben das sehr starke Marktumfeld opportunistisch genutzt. Mit dem einzigen Euro-Bond im Markt lag der volle Fokus auf Vonovia. Das Ergebnis: ein qualitativ sehr starkes Orderbuch mit mehr als 250 Order und einer leicht negativen Neuemissionsprämie“, erklärt Philip Grosse, CFO von Vonovia, in einer Mitteilung des Unternehmens.

Zusätzlichen Rückenwind dürfte der Immobilienkonzern durch das von Fitch im März vergebene „BBB+“ Rating bekommen haben. Es war das erste Mal, dass das Ratinghaus ein Rating für Vonovia vergab. let

21.03.2024

US-Regierung fördert Thyssenkrupp Nucera

Thyssenkrupp Nucera hat vom US-Energieministerium (DOE) eine Förderung in Höhe von 50 Millionen US-Dollar erhalten. Mit dem Geld will die Thyssenkrupp-Wasserstoff-Tochter ihre ihre Präsenz auf dem nordamerikanischen Wasserstoffmarkt weiter ausbauen.

Konkret will Nucera eigenen Angaben zufolge Innovationen im Bereich der Massenproduktion von Elektrolysezellen sowie die Einrichtung einer automatisierten Pilotmontagelinie für die Produktion von alkalischen Elektrolyseuren (AWE) forcieren. phh

13.03.2024

Grünes ABCP-Programm von Jobrad

Jobrad, ein Unternehmen, das auf Dienstradleasing spezialisiert ist, hat ein grünes Asset-backed-Commercial-Paper-Programm (ABCP) abgeschlossen. Die LBBW war bei der Transaktion Sole Arranger, das Programm läuft über das bankeigene Vehikel Weinberg Capital. Das grüne ABCP-Programm hat einen Finanzierungsrahmen von bis zu 500 Millionen Euro.

„Das ABCP-Programm ist eine dynamische und skalierbare Finanzierungsform und damit ein wichtiger Baustein für unsere Weiterentwicklung als digitale und nachhaltige Leasinggesellschaft“, kommentiert Alexander Wiedenbach, Geschäftsführer von Jobrad. Die LBBW ergänzt: „Damit wird nicht nur der Finanzierungsmix erweitert: Zugleich erhält die Jobrad Leasing auch einen mittelbaren Zugang zum Kapitalmarkt, wo sich das Unternehmen über die ,Green‘ Komponente als nachhaltige Adresse positionieren kann.“

Das grüne ABCP steht im Einklang mit dem Weinberg-Green-ABCP-Framework und ist mit einer Second Party Opinion der Nachhaltigkeitsratingagentur Sustainalytics unterlegt. Das Framework folgt den ICMA Green Bond Principles und berücksichtigt dabei ABCP-spezifische Besonderheiten.

06.03.2024

Tui mit ESG-linked Bond

Tui hat einen Sustainability-linked Bond emittiert. Das ursprünglich angepeilte Volumen von 300 Mio. Euro konnte der Touristikkonzern dank guter Nachfrage noch um 200 Mio. Euro erhöhen. Die Anleihe hat eine fünfjährige Laufzeit und trägt einen Zinskupon in Höhe von 5,875 Prozent.

Die Marge ist an die Senkung der CO2-Emissionen der Tui-Fluglinien gekoppelt. Mit dem frischen Geld will Tui unter anderem bestehende Verbindlichkeiten zurückzahlen und seine KfW-Kreditlinie reduzieren. phh

29.02.2024

Siemens Energy mit neuer ESG-Kreditlinie

Siemens Energy hat eine revolvierende ESG-Kreditlinie mit einem Volumen von 4 Milliarden Euro abgeschlossen. Die neue Kreditlinie soll eine bestehende revolvierende Kreditlinie des Konzerns in Höhe von 3 Milliarden Euro und eine Kreditlinie der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa in Höhe von 2 Milliarden Euro ersetzen.

Die Marge des Revolvers ist an die Erreichung bestimmter ESG-Ziele geknüpft. Ein Sprecher des Unternehmens teilte auf DerTreasurer-Nachfrage mit, die KPIs der Kreditlinie würden sich auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien beziehen und dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen und die Anzahl der Arbeitsunfälle, die zu Ausfallzeiten führen zu reduzieren. Weitere Details zu den KPIs wollte das Münchener Unternehmen nicht preisgeben.

Der neue Revolver hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Diese kann um zwei weitere Jahre verlängert werden. Das Konsortium für die Kreditlinie bestand aus 26 internationalen Banken. let

23.02.2024

Axpo schließt ESG-Kredit in Höhe von 7 Milliarden Euro ab

Das Schweizer Stromkonzern Axpo hat eine neue unbesicherte, revolvierende Kreditlinie in Höhe von 7 Milliarden Euro und einer Laufzeit von drei Jahren abgeschlossen. Die Zinshöhe der Kreditlinie ist von der Erreichung mehrerer Nachhaltigkeitsziele abhängig, welche den Ausbau erneuerbarer Energien, die Besetzung von Management-Positionen mit Frauen und die Anzahl an Auszubildenden betreffen.

Von Seiten des Stromversorgers heißt es, das Volumen der Kreditlinie wurde aufgrund der großen Nachfrage von 6 Milliarden Euro auf 7 Milliarden Euro erhöht. Mit der neuen Kreditlinie plant das Unternehmen, zwei Kreditlinien in Höhe von jeweils 3 Milliarden Euro aus dem Jahr 2022 zu refinanzieren. Beteiligt an der Finanzierung war ein Konsortium bestehend aus über 30 Banken. let

23.02.2024

Mahle unterzeichnet Kreditvertrag mit ESG-Komponente

Der Automobilzulieferer Mahle hat eine neue revolvierende Betriebsmittellinie in Höhe von 1,6 Milliarden Euro unterzeichnet. Diese besteht aus einem Darlehen mit einem Volumen von 600 Millionen Euro und einer ESG-konformen Fazilität in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Zur genauen Ausgestaltung der Fazilität ist nichts bekannt.

Die Kreditlinie soll zur Refinanzierung eines bestehenden Konsortialkredits genutzt werden. Das Bankenkonsortium unter der Führung von BNP Paribas, Citibank, Deutsche Bank und JP Morgan wurde von Latham & Watkins beraten. Clifford Chance war als Rechtsberater des Unternehmens tätig. let

23.02.2024

Vossloh schließt neuen ESG-Konsortialkredit ab

Vossloh hat einen an die EU-Taxonomie gekoppelten Konsortialkredit in Höhe von 240 Millionen Euro abgeschlossen. Dieser ist als revolvierende Kreditlinie ausgestaltet. Die Zinsmarge der Kreditlinie ist in Form einer Bonus-Malus-Regelung an den Anteil der taxonomiekonformen Umsätze geknüpft. Der Kredit soll einen bestehenden Darlehensvertrag aus dem Jahr 2017 ablösen. let

16.02.2024

Weniger ESG-Anleihen im Jahr 2023

Europäische Unternehmen haben im Jahr 2023 weniger ESG-Anleihen emittiert als im Vorjahr, insbesondere Unternehmen aus den Sektoren Utilities und Immobilien, so das Fazit von Scope Rating. Das Volumen europäischer ESG-Anleihen ist von rund 140 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf rund 120 Milliarden Euro gesunken.

Ein Hauptgrund dafür ist der Einbruch von Emissionen aus dem Immobiliensektor, die zuvor stark auf ESG-Anleihen setzten, sowie ein Rückgang bei Sustainability-linked Anleihen. Investoren zeigten sich aufgrund von Greenwashing-Bedenken zurückhaltender bei ESG-Anleihen. Diese Sorgen, insbesondere bei Sustainability-linked Anleihen, führten auch zum Verschwinden des sogenannten Greeniums, eines zuvor erzielten Renditevorteils.

Der Automobilsektor verzeichnete den größten Anstieg bei der Emission von ESG-linked Anleihen. Diese machten 2023 rund 27 Prozent der gesamten Neuemissionen von Automobilanleihen nach Volumen und 12 Prozent nach Anzahl der Anleihen aus.

Der Anteil von ESG-Unternehmensanleihen am gesamten europäischen Bondmarkt sank von 32 Prozent auf 25 Prozent. „Obwohl der Anteil der ESG-Anleihen in Europa zurückgegangen ist, liegt die Aktivität immer noch deutlich über den 4 Prozent in Nordamerika und Asien“, so Eugenio Piliego von Scope Ratings. „Die Führungsrolle Europas bei ESG-Anleihen scheint vorerst unschlagbar.“

Die Analysten von Scope erwarten für 2024 eine moderate Erholung, angetrieben durch Refinanzierungsbedarf im Immobiliensektor und mögliche Zinssenkungen im zweiten Halbjahr. Im Januar 2024 stieg das Volumen neuer europäischer ESG-Anleihen im Vergleich zum Vorjahr um fast 25 Prozent auf umgerechnet 24 Milliarden US-Dollar. Dennoch fiel der Anteil der ESG-Anleihen am Gesamtmarkt auf 35 Prozent, verglichen mit 43 Prozent im Vorjahr. evb

13.02.2024

Nachhaltige Anleihen könnten 1-Billion-Marke knacken

Das Emissionsvolumen von Green, Social, Sustainability and Sustainability-Linked Bonds (GSSSB) könnte in diesem Jahr die 1-Billion-Dollar-Marke übersteigen, prognostiziert S&P Global Ratings in einem Report. Der Bericht geht von einem leichten Anstieg auf 950 Milliarden bis 1,05 Billionen US-Dollar aus. Im Jahr 2023 wurden nachhaltige Anleihen in Höhe von 980 Milliarden US-Dollar platziert.

Green Bonds werden die Märkte für nachhaltige Anleihen weiterhin dominieren, sagt Patrice Cochelin, Mitautor des Berichts. „Transition und Blue Bonds könnten 2024 auf dem GSSSB-Markt an Bedeutung gewinnen“, so seine Einschätzung. evb

12.02.2024

Finale Abstimmung über EU-Lieferkettengesetz verschoben

Die finale Abstimmung über das EU-Lieferkettengesetz wurde am vergangenen Freitag kurzfristig durch die belgische Ratspräsidentschaft verschoben. Widerstand gegen das Gesetz kam zuvor von Seiten der FDP. Die Bundesregierung kündigte daraufhin an, sich bei der geplanten Abstimmung zu enthalten. Damit war die benötigte Mehrheit unter den EU-Mitgliedsstaaten für die Abstimmung nicht mehr gesichert.  

Das EU-Lieferkettengesetz soll Unternehmen in die Pflicht nehmen, ihre gesamte Lieferkette zu überwachen und sie auf Menschenrechtsverletzungen, wie beispielsweise Kinderarbeit, oder Verletzungen des Umweltschutzes zu überprüfen. So sollen Unternehmen unter anderem stärker zur Einhaltung der Pariser Klimaziele verpflichtet werden.

Der Bundestag verabschiedete bereits 2021 ein Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Dieses liegt in seinen Anforderungen jedoch hinter der nun geplanten EU-Richtlinie zurück. Kritikpunkte aus der Wirtschaft und von Seiten der FDP am geplanten EU-Vorhaben sind vor allem der hohe Bürokratieaufwand für die betroffenen Unternehmen.

Die notwendige Mehrheit für die Verabschiedung des EU-Lieferkettengesetzes wäre bei einer Zustimmung von 15 der 27 EU-Mitgliedsstaaten, die mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren, erreicht. Neben der FDP hatten auch Italien und weitere kleinere EU-Mitgliedsstaaten Bedenken am jetzigen Gesetzesentwurf geäußert. Für wann die erneute Abstimmung über das EU-Lieferkettengesetz geplant ist, ist derzeit nicht bekannt. let

Update 09.02.2024: EU schreitet mit Regulierung von ESG-Ratings voran

Der Europäische Rat und das Europäische Parlament haben sich vorläufig auf die Regulierung von ESG-Rating-Anbietern geeinigt. Im vergangenen Sommer hatte die EU-Kommission dazu bereits einen Vorschlag vorgelegt. Die neuen Regeln sehen vor, dass bisher nicht regulierte Anbieter von ESG-Ratings in der Europäischen Union von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zugelassen und beaufsichtigt werden müssen. Ratingagenturen, die außerhalb der EU ansässig sind, müssen ihre Ratings von einer in der EU regulierten Ratingagentur absegnen lassen.

In der Einigung ist auch festgelegt, dass bei den ESG-Ratings Umwelt-, Sozial- und Menschenrechts- oder Governance-Faktoren auch separat bereitgestellt werden können. Wird jedoch nur ein einziges Rating bereitgestellt, sollte ausdrücklich angegeben werden, wie die E-, S- und G-Faktoren gewichtet wurden.

Auch auf die Trennung von ESG-Rating-Tätigkeiten von anderen Tätigkeiten geht die Einigung ein. Die Anbieter müssen sicherstellen, dass Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit ESG-Ratings stehen, nicht zu Interessenskonflikten führen. Es gibt aber auch einige Dienstleistungen, die den ESG-Ratingagenturen nicht gestattet sind, darunter Beratungsdienstleistungen, Kreditratings, Benchmarking, Anlagetätigkeiten, Prüfungstätigkeiten oder Bank-, Versicherungs- und Rückversicherungstätigkeiten.

Für kleine Rating-Unternehmen gibt es eine vereinfachte Regelung, die drei Jahre gilt. Die EU-Staaten und das Parlament müssen dem Kompromiss noch zustimmen. evb

Update 09.02.2024: HSBC geht Klima-Partnerschaft mit Google ein

HSBC und der Technologiekonzern Google haben sich zusammengetan, um Technologien zu fördern, die vielversprechende Lösungen für den globalen Klimawandel darstellen. Unterstützt werden sollen Unternehmen, die Teil des Google Cloud Ready-Sustainability-Programms des Technologiekonzerns sind. Die HSBC will „versuchen” Finanzmittel für diese Unternehmen bereitzustellen, heißt es in einer „Reuters“-Mitteilung.

Aus Sicht von Martin Richards, globaler Leiter des Bereichs Climate Tech and Sustainable Finance bei HSBC, biete Googles Due Diligence „eine gewisse Sicherheit”, die die eigene Einschätzung der Bank zu potentiellen neuen „Venture Debt Deals” ergänze. HSBC kündigte bereits letztes Jahr an, bis 2030 eine Milliarde US-Dollar für  Climate-Tech-Unternehmen bereitstellen zu wollen. let

Update 07.02.2024: Stadt Köln platziert grünen Schuldschein

Die Stadt Köln hat ihren ersten grünen Schuldschein platziert. Das ursprünglich geplante Emissionsvolumen in Höhe von 100 Millionen Euro konnte dank guter Nachfrage auf 150 Millionen Euro aufgestockt werden. Alle Details zu der kommunalen Transaktion können Sie bei DerTreasurer-Schwesterpublikation Der Neue Kämmerer nachlesenphh

Update 29.01.2024: ZF emittiert Green Bond

ZF hat einen Green Bond in Höhe von 800 Millionen Euro platziert. Der Kupon der fünfjährigen Anleihe beträgt 4,75 Prozent. Das Orderbuch war mehr als vierfach überzeichnet. Der Autozulieferer setzt bereits seit ein paar Jahren auf grüne Finanzierungenevb

Update 22.01.2024: Eurogrid mit zwei Green Bonds

Eurogrid hat International Financing Review zufolge zwei Green Bonds in Höhe von 700 Millionen Euro und 800 Millionen Euro platziert. Die Laufzeiten der beiden Tranchen betragen fünf und zehn Jahre. Die Banken Mizuho, Rabobank, Santander and Unicredit haben die Transaktion begleitet. evb

Update 17.01.2024: EnBW platziert grüne Hybridanleihe

EnBW platzierte eine grüne Hybridanleihe in Höhe von 500 Millionen Euro. Die Anleihe dient der Finanzierung von Projekten wie Solar- und Windparks sowie dem Ausbau der Netzinfrastruktur im Rahmen der Energiewende.

Die Anleihe war mit einem Orderbuch in der Spitze von 4,5 Milliarden Euro neunfach überzeichnet. Die Laufzeit beträgt 60 Jahren bei einem anfänglichen Kupon von 5,25 Prozent. Der erste Call-Termin ist am 23. Oktober 2029. Die Hybridanleihe wird von Ratingagenturen zur Hälfte als Eigenkapital gewertet. 

Die Platzierung erfolgte durch ein Bankensyndikat. Joint Global Coordinators and Joint Structuring Advisers waren die Deutsche Bank, HSBC und SMBC. Barclays, Deutsche Bank, HSBC, MUFG, NatWest, SMBC und Société Générale agierten als Joint Active Bookrunners. evb

Update 16.01.2024: VW begibt Green Bonds in der Schweiz

Gut eine Woche nach dem ersten Auftritt am Bondmarkt ist VW erneut aktiv geworden. Wiederum handelt es sich um Green Bonds, diesmal allerdings in Schweizer Franken. Konkret platzierte Deutschlands größter Autobauer über seine Tochter VW Financial Services zwei Tranchen zu je 300 Millionen Franken.

Die erste ist mit einem Kupon von 2,2075 Prozent ausgestattet, der Spread lag bei 110 Basispunkten über Mid-Swap. Die Laufzeit beträgt drei Jahre. Tranche Nummer 2 trägt einen Kupon von 2,4925 Prozent und wurde zu einem Spread in Höhe von 135 Basispunkten über Mid-Swap zugeteilt. Die Laufzeit liegt bei sechs Jahren.

Die Erlöse dienen VW zur (Re-)Finanzierung nachhaltiger Projekte im Sinne seines Green Finance Framework (GFF) aus dem August 2023. Die Transaktion wurde unter anderem von BNP Paribas, Commerzbank und Deutscher Bank begleitet. phh

Update 15.01.2024: Wacker erhält SBTI-Validierung

Die Science Based Targets Initiative (SBTI) hat das Ziel von Wacker, bis 2045 klimaneutral zu werden, validiert. Damit gehört das Unternehmen zu den weltweit ersten 15 Chemieunternehmen mit einem verifizierten Klimaneutralitätsziel „Net Zero 2045“. Wacker hat sich 2021 Klimaschutzziele für 2030 gesetzt und diese von SBTi validieren lassen. Unter anderem sollen die absoluten CO2-Emissionen des Konzerns bis 2030 um 50 Prozent sinken.

Update 09.01.2024: E.on setzt auf grüne Anleihen

Der Energiekonzern E.on hat zwei grüne Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro begeben. Die erste Tranche über 750 Millionen Euro läuft bis Januar 2031 und bietet einen Kupon von 3,375 Prozent. Die zweite Tranche, ebenfalls 750 Millionen Euro, hat eine Laufzeit bis Januar 2036 mit einem Kupon von 3,750 Prozent. Das Orderbuch lag bei über 4,6 Milliarden Euro.

Die Erlöse der grünen Anleihen fließen in nachhaltige Projekte gemäß E.ons Green Bond Framework. Als aktive Bookrunner fungierten Barclays, ING, SMBC und Société Générale. Mit den Erlösen und den bereits platzierten Anleihen im vergangenen Jahr hat E.on einen erheblichen Teil des Finanzierungsbedarfs dieses Jahres abgedeckt. evb

Update 08.01.2024: RWE platziert Green Bond

RWE hat einen Green Bond in Höhe von 500 Millionen Euro mit einem Kupon von 3,625 Prozent platziert. Die Laufzeit beträgt acht Jahre. Die Neuemissionsprämie lag mit 45 Basispunkten überdurchschnittlich hoch. evb

Update 05.01.2024: VW mit grünen Anleihen

Volkswagen Leasing hat grüne Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 2,75 Milliarden Euro emittiert, wobei die Nachfrage mit 10,4 Milliarden Euro das Angebot deutlich überstieg. Die Anleihen wurden in drei Tranchen aufgeteilt mit Volumen in Höhe von 850 Millionen Euro, 1,15 Milliarden Euro und 750 Millionen Euro. Die Laufzeiten betragen 2,75 Jahren, 4,75 Jahren und 7,25 Jahre. 

Die Zins-Spreads der Anleihen variierten zwischen 105 und 160 Basispunkten über Mid-Swap. Für die Abwicklung der Transaktion waren BBVA, BNP Paribas, LBBW, MUFG, Santander und Unicredit verantwortlich. evb

Update 15.12.2023: Wiener Stadtwerke begeben grünen Schuldschein

Die Wiener Stadtwerke haben einen grünen Schuldschein in Höhe von 260 Millionen Euro emittiert. Das Geld wird in grüne Projekte investiert. Das Schuldscheindarlehen basiert auf dem Green Finance Framework der Stadtwerke, das von der Nachhaltigkeitsagentur ISS ESG geprüft wurde. Die Transaktion wurde von der Helaba begleitet. evb

Update 15.12.2023: Sustainable-Finance-Beirat legt Infrastruktur-Paper vor

Der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung hat ein Paper für den Ausbau der nachhaltigen Infrastruktur vorgelegt. Ein zentrales Anliegen des Beirats ist dem Bericht zufolge die Diversifizierung der Finanzierungsquellen für die Transformation kommunaler Infrastruktur. Es gebe eine Angebotslücke im Bereich Eigenkapitalfinanzierung, weswegen ein stärkeres Engagement privater Investoren gefragt sei.

Erleichterte Rahmenbedingungen für mehr nachhaltige Infrastrukturprojekte könnten laut dem Diskussionspapier vor allem durch Verbesserungen in den folgenden drei Bereichen geschaffen werden:

  1. Rechtliche und prozessuale Rahmenbedingungen
  2. Ausstattung und Förderung von Kommunen
  3. Investitionsbedingungen für privates Kapital

evb

Update 08.12.2023: Sustainable-Finance-Beirat legt Paper für Industrie vor

Der Sustainable-Finance-Beirat hat ein Paper für Industrieunternehmen veröffentlicht. Es ist das dritte seiner vier Diskussionspapiere zum Thema „Zukunftsfähige Transformationsfinanzierung“. Die Unterarbeitsgruppe unter der Leitung von Heidelberg-Materials-Treasurer Severin Weig stellt in dem Papier die aktuelle Situation der Industrie in Deutschland dar und analysiert, welche Maßnahmen notwendig sind, um die CO2-Ziele zu erreichen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu erhalten.

Der Fokus des Diskussionspapiers liegt dabei auf den auf den sogenannten „hard-to-abate“-Sektoren, also jenen Sektoren, deren CO2-Emissionen nur schwer zu mindern sind. Diese Sektoren, unter die Papier, Chemie, Stahl, Kalk, Zement und Glas fallen, machen zwei Drittel der CO2-Emissionen der produzierenden Industrie aus.

Aus Sicht des Beirats sollten diese Voraussetzungen geschaffen werden:

  • Bedarfsgerechte Förderung und Zuschüsse für neue Technologien zur CO2-Vermeidung mit Fokus auf „hard-to-abate“-Industrien auf Bundes- und Länderebene, um die größten Emittenten möglichst schnell zu dekarbonisieren 
  • Anreize durch Steuererleichterungen und Abschreibungen
  • Vereinfachung der Antragstellung für Förderungen und schnellere Genehmigungsverfahren
  • Aufbau eines deutschlandweiten Transport- und Speichersystems für CO2 inklusive eines Marktes für Negativemissionen, mit dem Ziel diesen in das ETS zu integrieren. 
  • Klare Definition von „Transformation“ bzw. Festlegung von anwendungsorientierten Prinzipien für Transition Finance 
  • Erleichterungen bei der Kreditvergabe für Investitionsprojekte der Transformation (Stichwort Anschubfinanzierung)

evb

Update 23.11.2023: EZB ermahnt Banken wegen ESG-Risiken

Die EZB hat etwa 20 Banken wegen ESG-Defiziten mit Strafgeldern gedroht, wie Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet. In den Briefen hat die Zentralbank individuelle Fristen für die Behebung von Schwachstellen im Umgang mit Klimarisiken gesetzt. Die in regelmäßigen Abständen zu zahlenden Strafgelder zeigen, dass die Geduld der EZB gegenüber Nachzüglern beim Klimaschutz nachlässt, so die Folgerung von Bloomberg. evb

Update 21.11.2023: Heidelberg Materials platziert Sustainability-linked Bond

Heidelberg Materials hat einen Sustainability-linked Bond begeben. Dieser hat ein Volumen von 750 Millionen Euro, eine Laufzeit von zehn Jahren und einen Kupon von 4,875 Prozent. Es ist bereits die zweite Transaktion dieser Art: Schon Anfang des Jahres hat der Zementhersteller eine Anleihe mit Nachhaltigkeitskomponente begeben. 

Das Unternehmen befindet sich derzeit auf einem Transformationspfad, um bei der Zementherstellung weniger CO2 zu emittieren. Im DerTreasurer-Interview berichtete Treasury-Chef Severin Weig, wie das Treasury von der Transformation betroffen ist. evb

Update 21.11.2023: Creditreform Ratings bietet ESG-Ratings an

Creditreform Ratings will nun auch ESG-Ratings anbieten. Die Ratingagentur beabsichtigt ESG-Ratingnoten zu vergeben, die nach den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance differenziert sind.

„Als ESMA-akkreditierte Ratingagentur mit langjähriger Expertise in der Erstellung von Ratings sind wir bestens aufgestellt, um die Nachhaltigkeit von Unternehmen zuverlässig zu messen, sagt Michael Munsch, Vorstand der Creditreform Rating. „Durch unsere langjährige Berücksichtigung von ESG-Faktoren in Credit Ratings und unser Bekenntnis zu den UN Principles for Responsible Investment bringen wir etablierte Prozesse und Strukturen zur Analyse der Nachhaltigkeit von Unternehmen in unser ESG-Rating ein. Gleichzeitig bleiben wir durch die Orientierung an den europäischen Nachhaltigkeitsstandards jederzeit transparent und objektiv.“

Darüber hinaus strebt Creditreform Rating die Zulassung für das Eurosystem Credit Assessment Framework (ECAF) an, das darauf abzielt, finanzielle Risiken bei geldpolitischen Geschäften zu begrenzen. evb

Update 20.11.2023: VW nimmt Lieferkette unter die Lupe

Kerstin Waltenberg, seit 2022 Menschenrechtsbeauftragte bei Volkswagen, hat vergangenen Freitag ihren ersten Jahresbericht vorgelegt. Mehreren Medienberichten zufolge habe man dabei mit Blick auf das seit Jahresbeginn geltende Lieferkettengesetz bislang keinerlei Menschenrechtsverletzungen im eigenen Unternehmen festgestellt.

Risiken wurden allerdings bei der Analyse der gesamten VW-Lieferkette, also inklusive externer Zulieferer, identifiziert. Hier konnten laut Waltenberg Risiken sowie konkrete Verdachtsfälle ausgemacht werden. Entsprechend gebe es hier noch „Verbesserungspotenziale“, so Waltenberg.

Laut Unternehmensangaben ist das umstrittene VW-Werk Ürümqi in dem chinesischen Autonomiegebiet Xinjiang kein Fall für das neue Gesetz, da es nicht selbst, sondern von einem Joint-Venture-Unternehmen unter Beteiligung eines chinesischen Herstellers betrieben werde. Dennoch werde das Werk laut Waltenberg deshalb nicht ausgeblendet. phh

Update 17.11.2023: EnBW begibt grüne Anleihen

Der Energieversorger EnBW hat zwei neue Green Bonds im Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro emittiert. Die über ihre Tochter EnBW International Finance begebenen Papiere haben Laufzeiten von 6,5 beziehungsweise 10,5 Jahren und werden mit 3,85 beziehungsweise 4,30 Prozent verzinst.

Die frischen Gelder wollen die Karlsruher ausschließlich für klimafreundliche Projekte einsetzen, dazu zählen unter anderem Solarparks, Onshore- und Offshore-Windparks sowie der Ausbau der Netzinfrastruktur. Mit der neuen Transaktion summiert sich das seit 2018 von der EnBW platzierte Green-Bond-Volumen auf 5 Milliarden Euro. phh

Update 13.11.2023: Vorwürfe gegen BMW-Zulieferer

Bei einem marokkanischen Zulieferer von BMW soll es schwere Verstöße gegen Umwelt- und Arbeitsschutzregeln gegeben haben, berichtet eine Recherche-Team von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ (SZ). Konkret soll der Rohstoffkonzern Managem in seiner Kobalt-Mine in Bou Azzer große Mengen giftigen Arsens in die Umwelt freigesetzt haben. Darüber hinaus wird dem Unternehmen vorgeworfen, internationale Standards zum Schutz von Arbeitern nicht eingehalten zu haben und gegen kritische Gewerkschaften vorgegangen zu sein.

„Gemäß internen Richtlinien und gegebenen Sorgfaltspflichten hat die BMW Group unmittelbar Untersuchungen gestartet und unseren Lieferanten Managem zu einer Stellungnahme aufgefordert. Sollte ein Fehlverhalten des Lieferanten tatsächlich nachgewiesen werden, wird die BMW Group selbstverständlich unverzügliche Abhilfemaßnahmen seitens des Lieferanten einfordern“, kommentierte ein Sprecher von BMW gegenüber DerTreasurer.

Gegenüber Reuters sagte ein Sprecher von BMW, dass es im Sommer erste Anschuldigungen gegen Managem gegeben habe, die BMW vorgelegten Dokumente jedoch glaubwürdig erschienen seien. Die Umweltzertifikate von Managem seien auf dem neuesten Stand, sagte er. Der Zulieferer ist mehrheitlich im Besitz des marokkanischen Königshauses. evb

Update 09.11.2023: Einigung auf Strompreispaket für Industrie

Die Regierung hat sich auf die Unterstützung der Industrie wegen hoher Strompreise geeinigt. Das Strompreispaket soll sich allein im kommenden Jahr auf rund zwölf Milliarden Euro summieren. 

Die Stromsteuer wird 2024 und 2025 für das produzierende Gewerbe auf das EU-Minimum von 0,05 Cent pro Kilowattstunde gesenkt. Zudem sollen bestehende Regelungen für die Strompreiskompensation, die für die rund 350 Unternehmen gelten, die am stärksten im internationalen Wettbewerb stehen, um fünf Jahre verlängert und ausgeweitet werden. Dies betrifft auch die bestehende Regelung zum „Super-Cap“, der für die rund 90 besonders stromintensiven Unternehmen gilt. Diese Entlastung soll ebenfalls für die nächsten fünf Jahre fortgeführt werden und durch Entfall des Sockelbetrags ausgeweitet werden. 

Mit der Strompreiskompensation und dem „Super-Cap“ werden die Unternehmen von den Summen entlastet, die im Zusammenhang mit emissionshandelsbedingten indirekten CO2-Kosten entstehen. Bereits zuvor beschlossen wurde die Stabilisierung der Übertragungsnetzentgelte für das erste Halbjahr 2024.

Update 09.11.2023: Altana platziert ESG-linked Schuldschein

Der Spezialchemiekonzern Altana hat ein ESG-linked Schuldscheindarlehen in Höhe von 180 Millionen Euro platziert. Ursprünglich auf 100 Millionen Euro geplant, wurde das Gesamtvolumen aufgrund der hohen Nachfrage erhöht. Das Darlehen hat Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren mit variablen und festen Zinssätzen, wobei der feste Zinssatz durchschnittlich 4,40 Prozent pro Jahr beträgt. Die Zinsen sind außerdem an ESG-Ziele gekoppelt. Die Platzierung erfolgte über die Deutsche Bank und die LBBW.

Update 08.11.2023: Mazars baut ESG-Team aus

Mazars stärkt den ESG-Bereich durch die Ernennung von sechs neuen Partnerinnen und Partnern. Die Wirtschaftsprüferin Yvonne Mayer wechselt von EY zu Mazars. Sie soll die ESG-Prüfungskompetenz von Mazars erweitern. „Yvonne Meyer ist das fehlende Puzzle-Teil in der ganzheitlichen ESG-Strategie von Mazars“, erläutert Christoph Regierer, Sprecher des Management Boards von Mazars in Deutschland. 

Zudem werden fünf Geschäftsführer von Stakeholder Reporting, einer Nachhaltigkeitsberatung, die Mazars Anfang 2023 übernommen hat, zu Partnern: Carolin Friedrich (Schwerpunkt: Sustainable Supply Chains), Katrin Meyer (Strategy & Materiality), Moritz Sckaer (Sustainability Management & Reporting), Harald Utler (Climate & ESG Data) und Kai Wuttke (Sustainable Finance). „Der Einstieg der Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer von Stakeholder Reporting in unsere Partnerschaft markiert einen Meilenstein im erfolgreich voranschreitenden Integrationsprozess“, kommentiert Regierer.

Update 25.10.2023: Nächste Hürde zu European Green Bonds genommen

Nach dem EU-Parlament hat nun auch der europäische Rat die Verordnung für den Standard für europäische grüne Anleihen (European Green Bonds) angenommen. Das Siegel für European Green Bonds (EuGB) soll Emittenten und Investoren gleichermaßen helfen.

Die Verordnung tritt 20 Tage nach der Annahme, die am 23. Oktober stattfand, in Kraft. Sie gelangt 12 Monate nach ihrem Inkrafttreten zur Anwendung.

Update 20.10.2023: Deutsche Bank legt Sektorenziele vor

Die Deutsche Bank hat einen Plan zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei Unternehmenskrediten vorgestellt. Konkret hat die Bank für Kohlebergbau, Zement und Schifffahrt Sektorenziele dargelegt. Der Zielpfad für die Luftfahrt soll im kommenden Jahr folgen.

Bisher hat die Deutsche Bank Vorgaben für Öl und Gas („Upstream“), Energieversorger, Stahl und Automobilbau gemacht. Neben der Finanzierung der Kunden verweist die Bank auch auf die Klimaziele zur Reduktion von Emissionen im eigenen Betrieb der Bank und der Lieferkette. Mehr zu dem Transitionsplan der Deutschen Bank lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 06.10.2023: EU-Parlament verabschiedet Standard für Grüne Anleihen

Das Europäische Parlament hat gestern dem Label für „europäische grüne Anleihen“ zugestimmt. Bereits im März hatten sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments auf das neue EU-Label geeinigt. Nun müssen die EU-Staaten noch zustimmen.

Das Siegel für European Green Bonds (EuGB) soll sowohl Emittenten als auch Investoren helfen. Es ist der erste Standard für die Definition von grünen Anleihen weltweit. Die unter diesem Label emittierten Anleihen sollen von externen Stellen bewertet werden. 

Bis der Taxonomierahmen vollständig einsatzbereit ist, müssen die Emittenten einer europäischen grünen Anleihe sicherstellen, dass mindestens 85 Prozent der durch die Anleihe aufgenommenen Mittel für Wirtschaftstätigkeiten verwendet werden, die mit der EU-Taxonomie-Verordnung in Einklang stehen. Die übrigen 15 Prozent können anderen wirtschaftlichen Aktivitäten zugeordnet werden, vorausgesetzt, der Emittent erfüllt die Anforderungen, klar darzulegen, wohin diese Investitionen fließen sollen.

Update 27.09.2023: KfW emittiert Green Bond

Die Förderbank KfW hat einen Green Bond in Höhe von 3 Milliarden Euro emittiert. Die dritte grüne Anleihe in diesem Jahr hat eine Laufzeit von sieben Jahren bei einem Kupon von 3,25 Prozent.

„Mit der Emission […] haben wir nun Green Bonds im Volumen von umgerechnet 11,5 Milliarden Euro in mehreren Währungen emittiert. Damit übererfüllen wir bereits jetzt unser gestecktes Ziel von 10 Milliarden Euro Green-Bond-Volumen in diesem Jahr“, kommentiert KfW-Treasurer Tim Armbruster. Das Orderbuch lag bei 4 Milliarden Euro. Joint Lead Managers sind BNP Paribas, Credit Agricole, DZ Bank und Nomura.

Update 26.09.2023: DWS zahlt Millionenstrafe unter anderem wegen Greenwashing

Die DWS muss im Greenwashing-Skandal eine Strafe in Höhe von 19 Millionen US-Dollar zahlen. Aus Sicht der amerikanischen Börsenaufsicht SEC hat die Fondsgesellschaft irreführende Aussagen über die Einbeziehung von ESG-Faktoren in Forschung und Anlageempfehlungen für ESG-Produkte gemacht.

Die DWS habe sich selbst als führendes Unternehmen im Bereich ESG vermarktet, das spezifische Richtlinien für die Integration von ESG-Aspekten bei Investments befolgt, aber von August 2018 bis Ende 2021 seien bestimmte Richtlinien zur Umsetzung der ESG-Integration nicht angemessen umgesetzt worden. Die DWS habe es versäumt, Verfahren einzuführen, die sicherstellen, dass die öffentlichen Erklärungen zu ihren ESG-Produkten korrekt seien, heißt es weiter.

Neben dem ESG-Verfahren hat die SEC eine weitere Strafe in Höhe von 6 Millionen US-Dollar gegen die DWS verhängt, weil diese kein Anti-Geldwäsche-Programm aufgesetzt hatte.

Update 26.09.2023: ICMA hat Q&As zu Sustainability-linked Bonds erneuert

Der Branchenverband International Capital Markets Association (ICMA) hat den Q&As zu Sustainability-Linked Bonds ein Update verpasst. Damit wird eine bestehende Version aus dem Jahr 2022 ersetzt. Die erneuerte Version enthält unter anderem zusätzliche Hinweise zur Auswahl von Key Performance Indicators (KPIs).

Update 25.09.2023: Grenke mit erstem Green Bond

Das Leasingunternehmen Grenke hat erstmals einen Green Bond in Höhe von 500 Millionen Euro platziert. Gleichzeitig ist es auch die erste Anleiheemission, nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr eine Anleihe wegen geringer Nachfrage verschieben musste. Der Kupon des bis April 2027 laufenden Bonds beträgt 7,875 Prozent.

Die Erlöse des Green Bonds sind zweckgebunden und werden für die Refinanzierung von als nachhaltig geltenden Objekten beispielsweise aus den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität sowie Ressourcen- und Abfallmanagement eingesetzt. Als gemeinsame Bookrunner wurden die Deutsche Bank, Goldman Sachs und die HSBC mandatiert.

Update 21.09.2023: Weniger Unternehmen fallen unter CSRD

Änderung bei der CSRD: Es könnten bald weniger Unternehmen als bisher gedacht Nachhaltigkeitskennzahlen berichten müssen. Die EU-Kommission will die Definition dessen, was als Großunternehmen gilt, anpassen. Bisher gilt die CSRD für Großunternehmen, die zwei von drei Kriterien erfüllen: mindestens 250 Mitarbeiter, Umsatzerlöse von mehr als 40 Millionen Euro oder eine Bilanzsumme von über 20 Millionen Euro.

Die EU-Kommission plant nun, diese Größenschwellen um 25 Prozent anzuheben. Als Begründung werden die Inflation und die Vereinfachung der Berichterstattungspflichten genannt. Laut einem Bericht der Financial Times setzt sich die Bundesregierung dafür ein, den Schwellwert von 250 auf 500 Mitarbeiter anzuheben.

Die Plattform Sustainability Reporting Navigator geht davon aus, dass die von der EU vorgeschlagene Anpassung der Definition dazu führen könnte, dass in Deutschland 5 bis 10 Prozent weniger Unternehmen als Großunternehmen gelten. Das würde etwa 1.000 Unternehmen weniger bedeuten.

Update 19.09.2023: VW Leasing platziert erste Green Bonds

Volkswagen Leasing hat erstmals Green Bonds mit einem Volumen von 2 Milliarden Euro emittiert. Die Transaktion ist in drei Tranchen mit einem Volumen von 800 Millionen Euro, 500 Millionen Euro und 700 Millionen Euro untergliedert. Die Tranchen laufen bis März 2026, März 2029 und September 2031. Die Kupons betragen 4,5 Prozent, 4,625 Prozent und 4,75 Prozent.

Die Emission basiert auf dem neuen Green Finance Framework von Volkswagen Financial Services. Mit den Emissionserlösen der grünen Anleihen werden ausschließlich Finanzierungsprodukte für sogenannte Battery Electric Vehicle, also rein batteriebetriebene Fahrzeuge finanziert und refinanziert. Die Bonds waren rund dreieinhalbfach überzeichnet. Als Active Bookrunners agierten die Deutsche Bank, ING, IMI-Intesa Sanpaolo, SEB und Societe Generale.

Update 13.09.2023: Deutsche Bank und EIB kooperieren

Neue Kooperation von Deutscher Bank und Europäischer Investitionsbank (EIB): Für nachhaltige Investitionen mittelständischer Unternehmen haben die beiden Institute ein gemeinsames Kreditprogramm in Höhe von 400 Millionen Euro konzipiert. Mindestens die Hälfte der Kredite soll in Projekte für die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen fließen. Die langlaufenden Darlehen können über die Deutsche Bank beantragt werden, wobei die EIB für bis zu 50 Prozent der Kreditsumme bürgt.

Die langlaufenden Darlehen können über die Deutsche Bank beantragt werden, wobei die EIB für bis zu 50 Prozent der Kreditsumme bürgt. Von dieser EIB-Darlehensgarantie, die Teil des EU-weiten „Linked Risk Sharing“-Programms (LRS) ist, sollen allein die antragstellenden Unternehmen in Form günstiger Konditionen profitieren. Voraussetzung ist eine Belegschaft zwischen 250 und 3.000 Mitarbeitern.

Update 12.09.2023: ZF Friedrichshafen emittiert Green Bond

Im Zuge des Anleihebooms vergangene Woche hat ZF Friedrichshafen einen Green Bond in Höhe von 650 Millionen Euro platziert. Der Kupon beträgt 6,125 Prozent bei einer Laufzeit von fünfeinhalb Jahren. Insgesamt war die Anleihe fast dreifach überzeichnet.

Update 05.09.2023: Neuer ESG-Leitfaden für Schuldscheine

Der Bundesverband Öffentlicher Banken und der Gesamtverband der Versicherer haben für Unternehmen eine Hilfestellung bezüglich ESG-Informationen veröffentlicht. Die Verbände haben einen ESG-Leitfaden für Schuldscheine erstellt. Dabei wurden verschiedene Vorgaben berücksichtigt, insbesondere Angaben zur Offenlegungsverordnung. Neue ESG-Regulierungsvorgaben werden zukünftig noch aufgenommen, teilten die Verbände mit. Den Leitfaden finden Sie hier.

Update 01.09.2023: Rewe veröffentlicht Sustainability-Linked Bond Framework

Rewe hat erstmals ein Sustainability-Linked Bond Framework veröffentlicht, das darauf abzielt die Treibhausgasemissionen bei Rewe und Penny zu reduzieren. Sustainalytics hat die Second-Party Opinion erstellt.

Das Unternehmen hat sich drei Ziele gesetzt, die nur für die Ketten Rewe und Penny gelten: Bis 2030 sollen die Treibhausgase-Emissionen aus Scope 1 und 2 um 42 Prozent reduzieren werden. Zudem sollen die non-FLAG Emissionen aus Scope 3 bis 2030 um 42 Prozent vermindert werden. Bei den sogenannten FLAG-THG-Emissionen aus Scope 3 wird eine Verringerung um 30,3 Prozent angestrebt. Als FLAG-Emissionen werden Emissionen aus Forst-, Land- und Agrarwirtschaft bezeichnet. Alle Ziele haben als Basiswert das Jahr 2021.

Update 24.08.2023: E.on begibt grüne Bonds

E.on hat zwei grüne Anleihen im Gesamtwert von 1,5 Milliarden Euro emittiert, um grüne Projekte gemäß des Green Bond Frameworks des Unternehmens zu finanzieren. Die Anleihen sind in zwei Tranchen mit einem Volumen von jeweils 750 Millionen Euro und Laufzeiten bis März 2029 und August 2033 aufgeteilt.

Die Kupons liegen bei 3,75 Prozent und 4 Prozent. Mit dieser Emission wurde eine deutliche Vorfinanzierung für 2024 ermöglicht. Bank of America Securities, Deutsche Bank, Natwest Markets und Unicredit fungierten als aktive Bookrunner.

Info

Korrektur: In einer früheren Version stand, dass der Kupon der E.on-Tranche, die bis 2033 läuft, 5 Prozent beträgt. Dies ist nicht korrekt. Der Kupon liegt bei 4 Prozent.

Update 31.07.2023: EU veröffentlicht finalen Entwurf zur ESG-Berichterstattung

Die EU-Kommission hat heute ihren finalen Entwurf für Standards zur Nachhaltigkeitsberichtserstattung (ESRS) veröffentlicht. Laut WWF wurden wesentliche Teile des Entwurfs, der im November 2022 von den Experten der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) vorgelegt wurde, abgeschwächt. Im Juni hatte die Kommission bereits einen deutlich abgeschwächten Entwurf für den Delegierten Rechtsakt veröffentlicht. Das gesamte Q&A der Kommission finden Sie hier.

Update 27.07.2023: Vossloh debütiert mit ESG-Schuldschein 

Vossloh hat einen Schuldschein platziert, der an die EU-Taxonomie gekoppelt ist. Das Volumen beträgt 60 Millionen Euro. Konkret ist der Zinskupon im Rahmen einer Bonus-Malus-Regelung an den Anteil des taxonomiekonformen Umsatzes geknüpft. Bisher sind 64 Prozent des Umsatzes von Vossloh taxonomiekonform. Wenn das Unternehmen im Bereich zwischen 61 und 67 Prozent bleibt, ist der Zinssatz unverändert. Fällt Vossloh unter die Marke von 61 Prozent, steigt der Kupon um 5 Basispunkte. Hingegen reduziert sich der Zinssatz um 5 Basispunkte, wenn die Taxonomiekonformität über 67 Prozent beträgt.

Insgesamt hat Vossloh im Rahmen einer Privatplatzierung zwei Tranchen ausgegeben, die variabel verzinst sind. Die Hälfte des Darlehens hat eine Laufzeit von fünf Jahren, der andere Teil läuft sieben Jahre lang. Als Joint Lead Arrangeure der Transaktion fungierten die BayernLB und die LBBW, erstere begleitete die Transaktion zudem als ESG-Advisor.

Update 27.07.2023: Varo Energy schließt grünes Darlehen ab

Das Schweizer Unternehmen Varo Energy hat ein grünes Darlehen mit einem Volumen von 165 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Mit diesem wird die Akquisition von Bio Energy Coevorden teilweise refinanziert. Das grüne Darlehen wurde von ISS ICS unabhängig bewertet und geprüft. ING war Sustainability Coordinator beim Green Term Loan. Der Kredit war Teil eines Finanzierungspakets, das insgesamt ein Volumen von 3,33 Milliarden US-Dollar hat.

Update 24.07.2023: Classen Gruppe mit grünem Schuldschein

Die Classen Gruppe debütiert mit einem grünen Schuldschein. Diesen hat das Unternehmen über die digitale Plattform Finpair platziert. Die Emission stehe im Einklang mit den Green Bond Principles (GBP) und wurde von der Imug Rating geprüft, heißt es weiter.

Das genau Volumen ist nicht bekannt. Allerdings teilte die Classen Gruppe mit, der Schuldschein habe ein ähnliches Volumen wie der Vorgänger. Der letzte Schuldschein des Bodenbelagherstellers hatte ein Volumen von 75 Millionen Euro und wurde im Jahr 2022 emittiert. Die Laufzeiten des neuen Schuldscheins betragen drei, fünf und sieben Jahre. Das Familienunternehmen will mit dem frischen Kapital nachhaltige und energieeffiziente Produktionsverfahren in der Fußbodenbranche vorantreiben.

Update 21.07.2023: Deloitte stockt Nachhaltigkeitsberatung massiv auf

Das Big-Four-Haus Deloitte baut die Nachhaltigkeitsberatung stark aus. Die Einheit wurde im Januar gegründet und ist darauf spezialisiert, Unternehmen bei der Transformation zu nachhaltigen und klimaneutralen Geschäftsmodellen zu unterstützen. Zum 1. Juli ist nun Nicole Röttmer mit einem Team zu Deloitte gestoßen. Sie leitet gemeinsam mit Bernhard Lorentz und Lydia Neuhuber die Nachhaltigkeitsberatung.

Zuletzt stockte Deloitte Sustainability & Climate bereits massiv auf: insgesamt konnte die Einheit in diesem Jahr schon 30 Kollegen von anderen Big-Four-Beratungen abwerben. Insgesamt kommt der Nachhaltigkeitsarm nun auf 60 Mitarbeiter, bis Ende des Jahres soll das Team mindestens 90 Mitarbeiter umfassen.

Mehr zu der Personaloffensive lesen Sie im Artikel unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 04.07.2023: Deutsche Konzerne sind nicht taxonomiekonform

Nur ein Bruchteil der Aktivitäten deutscher Unternehmen ist taxonomiekonform, zeigt eine Untersuchung von Econsense, der Universität Kassel und der Frankfurt School of Finance & Management. Demzufolge lassen sich nur 26 Prozent der Umsätze großer deutscher Firmen potentiell von der Taxonomie erfassen, sprich sind taxonomiefähig. Von diesen 26 Prozent sind lediglich 3 Prozent der Umsätze nach der Definition der EU-Taxonomie nachhaltig (taxonomiekonform). 

Besser sieht es bei den Investitionsausgaben aus: 40 Prozent vom Capex ist taxonomiefähig, wovon 13 Prozent taxonomiekonform ist. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen begonnen haben, ihre Geschäftsmodelle zu transformieren, folgern die Studienautoren.Zudem zeigte sich, dass es große Unterschiede bezüglich der EU-Taxonomie-Kennzahlen zwischen den Industrien gibt. Im Durchschnitt haben die Konsumgüter-, Industrie-, Immobilien- und Versorgungsbranchen einen höheren Anteil an Umsatz, Capex und Opex, der der Taxonomie angerechnet werden kann.

Update 04.07.2023: Bafin ruft zum ESG-Test

Rund 20 Geldinstitute müssen derzeit der Bafin Rede und Antwort zu Nachhaltigkeitsvorgaben in der Anlageberatung stehen, das geht aus Informationen von „Finanz-Szene“ hervor. Grund hierfür ist die seit August vergangenen Jahres in Kraft getretene Ergänzung zur Mifid-II-Richtlinie. Nach dieser müssen Anlageberater die ESG-Präferenzen ihrer Kunden abfragen.

So sollen die ausgewählten Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaften der Bafin beispielsweise beantworten, wie hoch der Anteil nachhaltiger Produkte am gesamten Investitionsangebot ist. Mit der Auswertung der rund 30 Fragen will die Bundesbehörde den Einfluss der überarbeiteten Ausführungsvorschrift zur ESG-Nachfrage nachvollziehen.

Update 27.06.2023: ISSB stellt neue Standards vor

Das International Sustainability Standards Board (ISSB) hat erste Nachhaltigkeitsstandards veröffentlicht. Die neuen Standards sollen Grundsätze der nachhaltigkeitsorientierten Rechnungslegung für Unternehmen weltweit regeln – im Gegensatz zu den europäischen Richtlinien.

Es handelt dabei um die Standards IFRS S1 „General Requirements for Disclosure of Sustainability-related Financial Information” und IFRS S2 „Climate-related Disclosure”.

Demnach enthält IFRS S1 Offenlegungspflichten, die es den Unternehmen ermöglichen sollen, die Anlegern über kurz-, mittel- und langfristigen Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit zu informieren. IFRS S2 legt spezifische klimabezogene Angaben fest und ist so konzipiert, dass er zusammen mit IFRS S1 verwendet werden kann. Weitere Standards werden folgen.

Neben ISSB gibt es auch europäische Initiativen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die EU-Kommission hat erst kürzlich die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) zur Konsultation gestellt. Die ESRS sind das Rahmenwerk für Unternehmen, die unter die Regelungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) fallen. Auch die amerikanische Börsenaufsicht arbeitet an Standards, die unter dem Titel Climate Disclosure Rules veröffentlicht werden sollen.

Update 21.06.2023: RWE veröffentlicht neues Green Financing Framework

RWE hat eine neues Green Financing Framework vorgelegt. Das Rahmenwerk ermöglicht die Emission von grünen Anleihen und die Nutzung weiterer grüner Finanzierungsinstrumente und spiegelt die RWE-Strategie Growing Green wider, so RWE. Grüne Finanzierungen will der Energiekonzern für Projekte im Bereich Batteriespeicher und Wasserstoff verwenden, zusätzlich zu Wind- und Solarprojekten, die schon im vorherigen Rahmenwerk enthalten waren.

Das Green Financing Framework steht im Einklang mit den sogenannten ICMA Green Bond Principles von 2021 sowie den Green Loan Principles von 2023. Zudem folgt es den Empfehlungen des neuesten vorgeschlagenen EU Green Bond Standards und hält die Kriterien der EU-Taxonomie ein. Das Framework wurde von der Ratingagentur Sustainalytics geprüft. RWE ist einer der größten CO2-Emittenten in Deutschland und will bis 2050 über 50 Milliarden Euro in die Energiewende investieren.

Update 15.06.2023: EU will bei ESG-Ratings nachschärfen

Die EU-Kommission hat einen Vorschlag vorgelegt, demzufolge ESG-Ratinganbieter stärker reguliert werden sollen. Künftig soll die Transparenz von Ratinganbietern erhöht werden, um Interessenkonflikten zu vermeiden. 

Der Vorschlag enthält vier zentrale Punkte:

  • ESG-Ratinganbieter müssen sich bei der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) registrieren lassen
  • die Methoden müssen laufend und mindestens einmal jährlich überprüft werden
  • die Anbieter müssen Maßnahmen ergreifen, um Interessenkonflikte zu verhindern 
  • und sie müssen Informationen über ihre Methoden und Annahmen offenlegen

Gegen Anbieter von ESG-Ratings, die gegen diese Verordnung verstoßen, können Geldstrafe in Höhe von maximal 10 Prozent des gesamten jährlichen Nettoumsatzes verhängt werden. Eine Standardmethodik für die ESG-Ratings wird nicht vorgeschlagen.

Update 12.06.2023: EU-Kommission veröffentlicht Standards für ESG-Berichterstattung

Die EU-Kommission hat vergangenen Freitag ihren finalen Entwurf für einheitliche europäische Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung veröffentlicht. Im vergangenen Jahr hat die Kommission beschlossen, dass Unternehmen darüber Bericht erstatten müssen, wie sich ihre Aktivitäten auf Mensch und Umwelt auswirken.

Die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) stehen bis zum 7. Juli zur öffentlichen Konsultation. Kritik kam von der Umweltorganisation WWF, da die Kommission den von der Expertengruppe Efrag erarbeiteten Vorschlag abgeschwächt hatte. WWF monierte unter anderem, dass Unternehmen mit weniger als 750 Mitarbeitern später über Scope-3-Emissionen sowie Biodiversitäts- und den Sozialstandards berichten müssen. Zum anderen kritisiert WWF, dass die Indikatoren der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) im Entwurf der Kommission nicht mehr verpflichtend seien, sondern einer Wesentlichkeitsanalyse unterliegen.

Update 06.06.2023: Banken achten bei Kreditvergabe vermehrt auf ESG-Risiken

Banken berücksichtigen vermehrt ESG-Risiken bei der Kreditvergabe an Firmenkunden, wie eine gemeinsame Studie des Beraters PPI und der FH Münster zeigt. Bereits ein Drittel der Banken und Sparkassen bezieht diese Risiken bei der Entscheidung über Kredite ein, und mehr als die Hälfte plant konkrete Maßnahmen dafür. 

Die Studie zeigt jedoch auch, dass es noch keine einheitliche Antwort auf die Bewertung von ESG-Risiken gibt. Derzeit dominieren Negativlisten für bestimmte Branchen oder Geschäftsmodelle, während quantitative Analysen wie Scorings oder Szenariomodelle seltener zum Einsatz kommen. Weitere Herausforderungen sind laut den Banken der zeitliche Aufwand und die noch dünne Datenlage. Kritik gibt es an der unverständlichen und nicht ausreichenden Kommunikation seitens der Aufsichten sowie an der ökonomischen Angemessenheit. 

Update 23.05.2023: Fresenius platziert ESG-linked Schuldschein

Erstmals hat der Gesundheitskonzern Fresenius ein Schuldscheindarlehen mit Nachhaltigkeitsbezug platziert. Insgesamt hat das Darlehen ein Volumen von 850 Millionen Euro und ist in sechs Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren aufgeteilt. Die Tranchen wurden jeweils mit fester und variabler Verzinsung angeboten.

Die Höhe der Marge des Schuldscheindarlehens hängt von der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen ab. Diese beziehen sich zum einen auf Behandlungsqualität und zum anderen auf Produktsicherheit. Der Erlös aus dem Schuldscheindarlehen wird für allgemeine Geschäftszwecke verwendet, einschließlich der Refinanzierung bestehender Finanzverbindlichkeiten. Die Auszahlung ist für den 30. Mai 2023 geplant.

Update 11.05: Meyer-Burger-Tochter gibt grüne Wandelanleihe aus

Der Schweizer Solarhersteller Meyer Burger hat eine Anleihe mit einem Gesamtnennbetrag von 216 Millionen Euro platziert, die von der deutschen Tochtergesellschaft MBT Systems ausgegeben wird. Es handelt sich um eine grüne, nicht nachrangige, unbesicherte und garantierte Wandelanleihe mit einem Zinssatz von 3,75 Prozent pro Jahr. Der anfängliche Wandlungspreis der Anleihe wurde auf 0,6953 Euro festgesetzt, was einer Prämie von 27,5 Prozent auf den Referenzaktienkurs entspricht.

Das Unternehmen plant, den Nettoerlös aus dem Verkauf der Anleihe für förderfähige, grüne Projekte gemäß des „Green Financing Framework“, das im Juni 2021 erstellt wurde, zu verwenden. Diese Projekte umfassen die Beschaffung von Material und Ausrüstung sowie die Steigerung der Produktion von Modulen und Solarzellen.

Update 05.05.2023: Palfinger begibt ESG-linked Schuldscheine

Der Maschinenbauer Palfinger hat einen ESG-linked Schuldschein mit einem Volumen von 150 Millionen Euro begeben. Die überzeichnete Transaktion besteht aus fünf Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren. Es beteiligten sich rund 40 Investoren aus dem In- und Ausland.

Die Schuldscheine sind an zwei Nachhaltigkeits-KPIs gebunden: an die produktionsbezogenen CO2-Emmissionen und die Unfallrate. Die Erreichung der Ziele wird jährlich geprüft. Arrangiert wurde die Transaktion von der Erste Group Bank und der LBBW, unter Einbindung der digitalen Schuldscheinplattform Debtvision. Palfinger refinanziert mit dem Schuldschein ein auslaufendes Darlehen und will damit auch Investitionen finanzieren.

Update 12.4.2023: Dürr begibt grünen Schuldschein

Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr nutzt erneut den Green-Finance-Markt. Das Unternehmen platziert einen grünen Schuldschein über 300 Millionen Euro. Mit dem Erlös sollen nachhaltiger Produktinnovationen und klimafreundlicher Projekte finanziert werden. Dürr gibt an, dabei der EU-Taxonomie zur Klassifizierung ökologisch nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten sowie dem eigenen Sustainable Finance Framework zu folgen. Abgesehen von dem grünen Verwendungszweck ist auch ein ESG-Link in die Finanzierung eingebaut. Der Zins des Schuldscheins wurde an das Nachhaltigkeits-Rating der Agentur ISS gekoppelt.

Für Dürr ist es das erste Mal, dass der Konzern eine nachhaltige Use-of-Proceeds-Finanzierung abschließt. Bislang setzte Dürr auf Instrumente mit ESG-Link. Das Unternehmen war im Sommer 2019 der erste überhaupt, der diese Logik am Schuldscheinmarkt einführte.

Update 05.04.2023: Nordex platziert grüne Wandelanleihen

Nordex hat grüne Wandelanleihen in Höhe von insgesamt 333 Millionen Euro emittiert. Ursprünglich hatte der MDax-Konzern ein Platzierungsvolumen von rund 350 Millionen Euro angestrebt. Die nicht nachrangigen und unbesicherten Papiere mit siebenjähriger Laufzeit können in neue und/oder bestehende auf den Inhaber lautende Stückaktien der Nordex gewandelt werden. Die Bezugsrechte der bestehenden Aktionäre wurden hingegen ausgeschlossen. 

Der Kupon der Wandelanleihen liegt mit 4,25 Prozent am oberen Ende der avisierten Spanne. Der Wandlungspreis beträgt 15,73 Euro, was einem Aufschlag von 30 Prozent zum Referenzpreis entspricht. Die frischen Gelder will der Windkraftanlagenbetreiber für grüne Projekte gemäß ihrem Green Bond Framework verwenden. 

HSBC agierte als Sole Structuring Bank und ESG Coordinator der Transaktion. HSBC, Unicredit und Crédit Agricole CIB waren Joint Global Coordinators und zusammen mit der Commerzbank, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Intesa Sanpaolo Joint Bookrunners. Rabobank agierte als Co-Manager. Frühestmöglicher Rückzahlungstermin der Wandelanleihen ist der 14. April 2028.

Wie das Unternehmen mitteilte, haben die Joint Global Coordinators eine gleichzeitige Platzierung bestehender Aktien der Gesellschaft zu einem Platzierungspreis von 12,10 Euro für Investoren der Wandelanleihen durchgeführt, die das Marktrisiko eines Investments in die Wandelanleihen absichern soll. Der Gesellschaft werden keine Erlöse aus dem Angebot bestehender Aktien zufließen. 

Update 03.04.2023: Munich Re verlässt Klimaallianz NZIA

Der Rückversicherer Munich Re hat sich dazu entschlossen, aus der Klimainitiative Net Zero Insurance Alliance (NZIA) auszutreten. Als Grund nannte Vorstandschef Joachim Wenning kartellrechtliche Risiken. An den eigenen Klimazielen wolle der Versicherer aber festhalten, betont Munich Re.

Welche kartellrechtlichen Risiken gemeint sind und ob der Vorstand bereits Anzeichen für eine Kartellrechtsprüfung in Deutschland oder einem anderen Land hat, teilte Wenning nicht mit. Die NZIA ist eine Klimaschutzinitiative 30 großer Versicherer, die mit dem UN-Umweltprogramm Unep zusammenarbeitet. Die teilnehmenden Unternehmen haben sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 auf null zu senken. 

Update 30.03.2023: Siemens Energy platziert Green Bond in Höhe von 1,5 Milliarden Euro

Siemens Energy hat erstmals einen Green Bond begeben und ist mit einer Mega-Transaktion an den Markt gegangen. Insgesamt hat die grüne Anleihe ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Emission besteht aus zwei Tranchen in Höhe von jeweils 750 Millionen Euro mit Laufzeiten von drei und sechs Jahren. Die kürzere Tranche ist mit 4 Prozent, die längere mit 4,25 Prozent verzinst.

Das Orderbuch belief sich insgesamt auf 5,5 Milliarden Euro. Die Erlöse werden verwendet, um bestehende Kreditverbindlichkeiten von Siemens Gamesa Renewable Energy zu refinanzieren. Zudem soll ein Teil des Nettoerlöses zur Refinanzierung des Ankaufs ausstehender Aktien der Siemens-Tochter genutzt werden. „Die erfolgreiche Platzierung unserer ersten Anleihe, die unserem Green Bond Framework entspricht, zeigt, dass die Kapitalmärkte unsere Vision unterstützen, eine führende Rolle bei der Energiewende zu übernehmen“, kommentiert Maria Ferraro, CFO von Siemens Energy. Siemens Energy stellte das Framework im Januar vor.

Update 29.03.2023: Climate-Tech Right holt Manuel Bode als CCO

Das Climate-Tech Right verstärkt sich mit Manuel Bode als Chief Commercial Officer (CCO). Er war zuletzt bei der Haufe Group für die Entwicklung des Steuerplattformgeschäfts verantwortlich. Das Unternehmen wurde 2016 von Hannah Helmke und Sebastian Müller gegründet und entwickelt Metriken und Softwaretools, um die Klimawirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten transparent zu machen. Bode soll bei dem Start-up die Kommerzialisierung der Produktpalette vorantreiben.

Update 28.03.2023: EnBW erhält SBTi-Gütesiegel für Klimaziele

Die Science Based Targets Initiative (SBTi) hat die Klimaziele des Energieversorgers EnBW testiert. In diesem Zuge haben sich die Baden-Württemberger dazu entschieden, früher als ursprünglich geplant aus der Kohleverstromung auszusteigen: bis 2028 soll der Kohleausstieg vollzogen sein. In einem Interview mit dem Handelsblatt hat EnBW-CEO Andreas Schell gesagt, dass das bislang geplante Ausstiegsdatum mit dem 1,5-Grad-Ziel nicht zu vereinbaren gewesen sei, wie der Zertifizierungsprozess gemäß der Science Based Targets-Initiative ergeben hätte.

EnBW will die CO₂-Emissionen in den Scopes 1 und 2 bis zum Jahr 2035 im Vergleich zum Basisjahr 2018 um 83 Prozent reduzieren. Die dann noch verbleibenden Restemissionen sollen durch Klimaschutzprojekte kompensiert werden. Die Scope-3-Emissionen sollen um 43 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 2018 verringert werden. Vergangene Woche berichtete Lothar Rieth, Nachhaltigkeits-Leiter von EnBW, bei der Green-FINANCE-Konferenz darüber, wie sich der Versorger der EU-Taxonomie näherte.

Update 20.03.2023: SAP mit Sustainability-linked Kredit

SAP hat einen Sustainability-linked Kredit in Höhe von 3 Milliarden Euro abgeschlossen mit dem ein bestehender Kredit in Höhe von 2,5 Milliarden Euro abgelöst wird. Die Fazilität hat eine Laufzeit von fünf Jahren und beinhaltet zwei einjährige Verlängerungsoptionen.

Die Marge des Kredits ist an Ziele für Netto-Null Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette und Frauen in Führungspositionen gekoppelt. Zur Verfügung gestellt wurde der Kredit von 20 Banken. Koordinatoren, Bookrunner und Lead Arranger der Transaktion waren die Citibank, Commerzbank, Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale and die ING.

Update 10.03.2023: Pepperl+Fuchs schließt nachhaltigen Kredit ab

Das Mannheimer Unternehmen Pepperl+Fuchs hat einen grünen Kredit in Höhe von 15 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Mit dem Darlehen, das von der Deutschen Bank zur Verfügung gestellt wurde, soll eine neue Fabrik in Vietnam finanziert werden, die die Standards für umweltfreundliche Gebäude erfüllt. Die neue Fertigungsstätte hat eine sogenannte „LEED Gold“-Zertifizierung.

Update 07.03.2023: Urteil zu grüner Werbung bei Commerzbank-Tochter, DWS-Verhandlungen folgen

Nach einem Urteil des Landgerichts Stuttgart darf die Commerzbank-Tochter Commerz Real nicht mehr damit werben, dass einer ihrer Fonds eine „messbare“ ökologische Wirkung habe – zumindest solange sie die Berechnungsmethode für die Wirkung nicht offenlegt. 

Konkret ging es in der Klage, die von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg initiiert wurde, darum, dass die Commerz Real mit der messbaren ökologischen Wirkung ihres Klimavest Fonds geworben hatte. Laut Meinung der Verbraucherschützer sei die Wirkung des Fonds aber nicht messbar. Dem Gerichtsurteil zufolge muss die Fondstochter die Berechnungsmethode in der Werbung zur Verfügung stellen, wenn sie mit einer „messbaren“ ökologischen Wirkung wirbt. 

Die Verbraucherzentrale hatte zudem gegen die DWS wegen irreführender Werbung in Bezug auf nachhaltige Geldanlage geklagt. Nach Auffassung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sei die Angabe des DWS Invest ESG Climate Tech Fonds nicht in kontroversen Sektoren wie „Kohle“ oder „Rüstungsgüter“ zu investieren, irreführend, weil nicht transparent erläutert werde, wie die DWS zu diesen Angaben gelange. Die Verhandlung findet am 10. März statt.

Update 03.03.2023: Aurubis koppelt Factoring an ESG

Der Kupferhersteller Aurubis hat sein Factoring-Programm mit einem ESG-Link ausgestattet. Das dreijährige Programm hat ein Volumen von 150 Millionen Euro und soll sukzessive auf 300 Millionen Euro erhöht werden. Die Transaktion ist an das ESG-Rating des Unternehmens, das von Ecovadis erhoben wird, geknüpft.

Update 03.03.2023: Deutsche Bank verschärft Kohle-Richtlinien

Die Deutsche Bank verschärft ihre Richtlinien für ihr Geschäft mit der Kohlebranche. Die Bank wolle kein Neugeschäft mehr mit Kunden eingehen, deren Kohleanteil am Umsatz 30 Prozent übersteigt. Zuvor lag diese Schwelle bei 50 Prozent. Das Geldhaus mache eine Ausnahme, wenn Kunden nachvollziehbare Transformationspläne vorlegen, erläutert die Bank in einer Mitteilung. Bestandskunden müssen diese bis Ende 2025 erarbeiten, für Neukunden seien diese Pläne eine Voraussetzung für eine Kreditvergabe.

„Wir als Deutsche Bank sind davon überzeugt, dass es nur die Ultima Ratio sein sollte, sich nach einem Transformationsdialog von einem Kunden zu trennen“, erklärt Deutsche-Bank-CEO Christian Sewing. „Aber wir schrecken auch nicht davor zurück, eine Kundenbeziehung zu beenden, wenn wir keine Bereitschaft zu einer glaubwürdigen Transformation erkennen können.“

Zudem fordert die Bank künftig Netto-Null-Ziele von Unternehmen: Ab 2026 sollen sich mindestens 90 Prozent der Kunden mit hohen Emissionen aus besonders CO2-intensiven Sektoren, die neue Unternehmenskredite in Anspruch nehmen wollen, zu einem Netto-Null-Ziel verpflichtet haben. Aktuell liegt dieser Wert noch bei rund 50 Prozent.

2023 hat die Deutsche Bank auch vor, für mindestens vier weitere Sektoren Netto-Null-Ziele zu veröffentlichen. Bislang wurden bereits Ziele für die CO2-intensiven Sektoren Öl und Gas (Upstream), Energieversorger, Stahl und Automobilbau definiert. Bei ihrem Nachhaltigkeitstag gab die Deutsche Bank außerdem bekannt, ihre Öl- und Gasrichtlinien zu überarbeiten. Umweltschutzorganisationen fordern seit längerem strengere Maßnahmen bezüglich der Öl- und Gasindustrie.

Update 01.03.2023: Einigung auf EU-Label für Green Bonds

Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments haben sich am Dienstagabend auf ein neues EU-Label für europäische grüne Anleihen geeinigt, wie der Rat der Mitgliedstaaten mitteilte. Das Siegel für European Green Bonds (EuGB) soll sowohl Emittenten als auch Investoren helfen. Die Finanzministerin von Schweden, Elisabeth Svantesson, kommentierte den Beschluss folgenderweise: „Die Emittenten werden nachweisen können, dass sie legitime grüne Projekte finanzieren, die mit der EU-Taxonomie übereinstimmen. Und die Anleger, die die Anleihen kaufen, können leichter beurteilen, vergleichen und darauf vertrauen, dass ihre Investitionen nachhaltig sind, wodurch die Risiken des Greenwashings verringert werden.“

Die neue Verordnung legt nun einheitliche Anforderungen an die Herausgeber für die Verwendung des neuen Labels fest. Diese beziehen sich den Angaben zufolge auf die EU-Taxonomie, die bereits Bereiche listet, in die Bürger und Unternehmen Geld investieren können, um den Klimawandel zu bekämpfen. Zudem wird ein Aufsichtsrahmen für externe Prüfer der grünen Bonds aufgesetzt. Für Bereiche, die bislang nicht in der Taxonomie geregelt werden, ist zunächst ein bestimmtes Maß an Flexibilität vorgesehen. Die Einigung muss nun noch formell vom Europaparlament und den EU-Staaten bestätigt werden. Sie soll ein Jahr nach Inkrafttreten wirksam werden.

Update 22.02.2023 Brenntag feiert ESG-Finanzierungsdebüt

Brenntag hat seine neue Kreditfazilität über 1,5 Milliarden Euro erstmals an das Erreichen quantitativer ESG-Ziele gekoppelt. Wie der Chemikalienhändler mitteilt, ersetzt diese eine im Januar 2024 auslaufende syndizierte Kreditfazilität in ähnlicher Höhe. Sie hat eine Laufzeit von fünf Jahren und teilt sich in zwei variable Kreditlinien auf: eine in verschiedenen Währungen beanspruchbare Linie im Volumen von 1 Milliarde Euro sowie eine US-Dollar-Kreditlinie über 525 Millionen US-Dollar.

Die Zinskonditionen hängen von Brenntags Fortschritten bei den ESG-Unternehmenszielen für das Jahr 2030 ab, teilt der Konzern weiter mit. Konkret werden demnach die drei Themenfelder Treibhausgasemissionen, Arbeitssicherheit sowie der Anteil weiblicher Mitarbeiter adressiert.

Sofern sich die Kennzahlen in diesen drei Segmenten verbessern, würde Brenntag davon in Form geringerer Kreditzinsen profitieren. Erreicht der Dax-Konzern die gesteckten Ziele hingegen nicht, wird es teurer. Zu den konkreten quantitativen Vorgaben macht das Unternehmen in der Mitteilung indes keine Angaben.

Für Brenntag handelt es sich damit bereits um das zweite Novum auf der Refinanzierungsbereich innerhalb relativ kurzer Zeit: Im Sommer 2022 begab der Konzern den ersten Schuldschein der Unternehmensgeschichte. Das Volumen lag damals mit 650 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie ursprünglich geplant. Mehr dazu lesen Sie bei unserer Schwester-Publikation FINANCE.

Update 07.02.2023: GLS verlässt Net-Zero Banking Alliance

Die GLS will nicht länger Teil der Net-Zero Banking Alliance (NZBA) sein. Als Grund nannte das Gründungsmitglied, dass größere Unterzeichner in den USA weiterhin Öl-, Gas- und Kohleprojekte in Schwellenländern unterstützen. „Wir sind darauf aufmerksam geworden, dass einige große NZBA-Mitgliedsbanken weiterhin neue Infrastrukturprojekte für fossile Brennstoffe auf dem afrikanischen Kontinent finanzieren“, sagte die GLS-Sprecherin Nora Schareika gegenüber „Bloomberg“. Die Net-Zero Banking Alliance wurde gegründet, um den Bankensektor auf das Ziel auszurichten, die globale Erwärmung nicht über die kritische Schwelle von 1,5 Grad Celsius ansteigen zu lassen.

Im vergangenen Jahr haben sich mehrere US-Banken, die Mitglieder der Allianz sind, gegen verbindliche Beschränkungen für die Finanzierung fossiler Brennstoffe gewehrt. JPMorgan, Morgan Stanley und Bank of America drohten „Bloomber“-Informationen zufolge sogar mit dem Austritt aus der Allianz, falls solche Beschränkungen durchgesetzt würden.

Eine Studie der Organisation „Reclaim Finance“ hatte ergeben, dass Unternehmen innerhalb der NZBA seit der Gründung der Bankenkoalition im April 2021 Kredite in Höhe von mindestens 269 Milliarden Dollar für Öl-, Gas- und Kohleunternehmen, die ihr Geschäft ausweiten, vermittelt haben.

Update 30.01.23: ZF mit Green Bond

ZF Friedrichshafen hat eine grüne Anleihe emittiert. Diese hat ein Volumen von 650 Millionen Euro bei einem Kupon 5,75 Prozent und einer Laufzeit von dreieinhalb Jahren. Der Bond war mehrfach überzeichnet. Die Einnahmen werden laut ZF im Rahmen des Green Finance Framework verwendet.

Update 25.01.2023: Deloitte gründet eigene Nachhaltigkeitsberatung

Das Wirtschaftsprüfer- und Beratungshaus Deloitte hat eine eigene Gesellschaft für Nachhaltigkeitsservices gegründet: Die „Deloitte Sustainability & Climate GmbH“. Vor einem Jahr kam Bernhard Lorentz zu Deloitte, um den Geschäftsbereich Klima-Strategie weltweit zu leiten. Nun übernimmt er gemeinsam mit Lydia Neuhuber die Geschäftsführung der Deloitte Sustainability & Climate. Neuhuber wird ihren Fokus auf Sustainability & Climate im Consulting legen.  

Die neue Gesellschaft mit Sitz in Berlin startet mit einem internationalen Team von knapp 30 Mitarbeitenden, bis Ende des Jahres soll diese Zahl auf 100 steigen. Laut Deloitte bündelt die neue Gesellschaft die Nachhaltigkeitsservices aus den verschiedenen Geschäftsbereichen und entwickelt sie weiter. Geschäftsführer und ESG-Experte Lorentz erklärt, es ginge darum, Wege zu finden, das Ziel „einer echten und vollständigen Dekarbonisierung und ESG-Transformation“ möglichst schnell und effektiv zu erreichen. Dafür müssten Unternehmen etwa ihre Strategien neu definieren, Nachhaltigkeit in Geschäftsprozesse integrieren, Steuer-, Offenlegungs- und regulatorische Anforderungen erfüllen sowie die Transformation von Organisationen und Wertschöpfungsketten beschleunigen. Mehr dazu lesen Sie bei unserer Schwester-Publikation FINANCE.

Update 25.01.2023: Volumen grüner Anleihen verdoppelt

Laut Daten der EZB hat sich das Volumen von nachhaltigen und grünen Anleihen in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt. Damit sei der Markt deutlich schneller gewachsen als der gesamte Anleihemarkt im Euroraum. Die EZB gibt jedoch zu bedenken, dass es keine international anerkannten und harmonisierten Standards für die Definition von grünen oder nachhaltigen Anleihen gebe. Somit seien die Daten insgesamt weniger zuverlässig. 

Die Zahlen zu den grünen Anleihen sind Teil der neuen Statistiken, die die Europäische Zentralbank veröffentlichen wird, um bei der Analyse von Klimarisiken im Finanzsektor und der Überwachung des grünen Übergangs zu helfen. Die vorläufigen Ergebnisse zeigten, dass im Euroraum der größte Teil der über Aktien oder Anleihen finanzierten Emissionen von Investmentfonds gehalten wird. „Die Daten deuten jedoch darauf hin, dass die kohlenstoffintensivsten Aktivitäten über den Bankensektor finanziert werden, da die von ihnen finanzierten Unternehmen bei ihren Geschäftstätigkeiten relativ mehr Emissionen verursachen, um ein bestimmtes Ertragsniveau zu erreichen“, heißt es in der Mitteilung weiter. 

Update 19.01.2023: Neue grüne Taxonomie

Die Organisationen WWF und Ecos haben ein eigenes grünes Label für Finanzprodukte vorgestellt. Das Label soll ausschließlich an klimafreundliche Finanzprodukte vergeben werden, heißt es in einer Mitteilung. „Die Initiative soll Klarheit für Investoren schaffen, nachdem die EU Gaskraftwerke, Kernkraftwerke, das Verbrennen von Bäumen, intensive Abholzung und andere schädliche Aktivitäten in der EU-Taxonomie als ‚nachhaltig‘ bezeichnet hat“, begründen die Umweltorganisationen ihr Vorgehen.

Mit der eigenen Taxonomie wolle man strenge Kriterien schaffen, damit Finanzinstitute besser einschätzen können, was klimafreundlich ist und was nicht. Die Organisationen wollen nach und nach alle wirtschaftlichen Aktivitäten nach einem Ampel-Prinzip als grün, gelb oder rot einstufen. Die Kriterien dafür sollen regelmäßig von einer Gruppe unabhängiger Experten überprüft werden.

Update 11.01.2023: Schnabel schlägt neue Klimastrategie vor

Die EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat eine Änderung der Klimastrategie der EZB im Hinblick auf Investitionen in Unternehmensanleihen vorgeschlagen.

Seit Oktober 2022 berücksichtigt die EZB bereits einen Klima-Score, wenn sie Geld aus fällig werdenden Unternehmensanleihen reinvestiert. Der EZB-Klima-Score eines Unternehmens setzt sich aus den vergangenen Treibhausgasemissionen, den Klimazielen der Firmen und der Datenoffenlegung bezüglich ihrer Emissionen zusammen. Allerdings werden die Anleihekäufe zurückgefahren, wodurch dieses Instrument seine Schlagkraft verliere, betonte Schnabel.

Die Direktorin schlägt statt dem sogenannten „Flow-based Tilting“ den „Stock-based Tilting“ Ansatz vor. Das bedeute, dass die EZB ihr Portfolio aktiv in Richtung grünerer Emittenten umschichten solle. Dieser Ansatz soll auch für Covered Bonds and Asset-backed Securities gelten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Update 06.01.2022: E.on emittiert Green Bond

E.on hat einen neuen Green Bond mit einem Volumen von einer Milliarde Euro begeben. Die Anleihe läuft bis Januar 2035 und ist mit 3,875 Prozent verzinst. Mit dem Erlös sollen grüne Projekte gemäß des Green Bond Framework von E.on finanziert werden. Commerzbank, JP Morgan, Morgan Stanley, MUFG Securities fungierten als aktive Bookrunner bei der Transaktion.

Update 06.01.2022: Agrana mit ESG-linked Schuldschein

Agrana hat einen ESG-linked Schuldschein begeben, dessen Marge an das Rating des Nahrungsmittelunternehmens, welches von der Ratingagentur ISS ermittelt wird, gekoppelt ist. Das Volumen des Schuldscheins beträgt 235 Millionen Euro. Der Schuldschein hat Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren bei fester sowie variabler Verzinsung. Begleitet wurde die Transaktion von der Helaba, der Unicredit, der DZ Bank und der Raiffeisen Bank International. 

Update 03.01.2023: Gea knüpft Aktienrückkauf an ESG-Komponente

Der Maschinen- und Anlagenbauer Gea hat sein Aktienrückkaufprogramm von insgesamt rund 300 Millionen Euro erfolgreich in zwei Tranchen abgeschlossen. Das Gesamtvolumen der zwischen 16. August 2021 bis 30. Dezember 2022 über die Börse erworbenen Aktien beläuft sich auf etwas mehr als 8 Millionen Aktien.

Gea ist laut eigenen Angaben das erste Unternehmen in Deutschland, welches einen Aktienrückkauf mit einer Nachhaltigkeitsinitiative verbindet. Die zweite Tranche des mit BNP Paribas umgesetzten Aktienrückkaufprogramms, welche im Juli 2022 startete, wurde mit einer ESG-Komponente verknüpft.

Die Düsseldorfer sind hierfür eine dreijährige Partnerschaft mit der gemeinnützigen Organisation Viva con Agua eingegangen, die sich für den Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt. Gea setzt einen Teil der garantierten Outperformance des Aktienrückkaufprogramms ein und hat 250.000 Euro für eine Regenwassersammelanlage in Tansania gespendet, die unter anderem drei Schulen mit sauberem Wasser versorgen wird. Die Netze und Zisternen, die Teil des Regenwassersammelsystems sind, werden im Jahr 2023 gebaut.

„Durch das Programm unterstützen wir ein Projekt, welches durch den Bau von Nebelfangnetzen Wasser gewinnt und so rund 1.000 Kindern den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht.  Durch das Regenwassersammelsystem kann zudem zusätzliches Wasser gewonnen werden, um weiteren 6.000 Menschen aus umliegenden Gemeinden Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen,“ erklärt Nadine Sterley, Chief Sustainability Officer bei Gea.

Update 27.12.2022: Nordzucker begibt Konsortialkredit mit ESG-Komponente

Nordzuckerhat eine syndizierte Kreditfazilität in Höhe von 350 Millionen Euro abgeschlossen. Der neue Konsortialkredit löst die bestehende syndizierte Kreditfinanzierung ab und hat eine Laufzeit von fünf Jahren mit Möglichkeiten, die Laufzeit um bis zu zwei weitere Jahre zu verlängern. Die Verzinsung ist an ein ESG-Rating geknüpft. Commerzbank, Coöperatieve Rabobank und Unicredit waren als Koordinatoren tätig.

Update 06.12.2022: Biodiversität fehlt in Taxonomien

Die meisten Taxonomien berücksichtigen laut WWF die Biodiversität zu wenig. Laut einem Bericht der Organisation beinhalten derzeit nur sechs der 14 Taxonomien, die in den G20-Staaten entwickelt werden, naturrelevante Umweltziele. Auch der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) ist alarmiert: Weltweit seien eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Das Thema Biodiversität wird ab morgen bei der 15. Weltnaturkonferenz in Montréal, Kanada von Regierungsvertretern diskutiert.

Update 05.12.2022: Jost platziert ESG-linked Schuldschein

Jost hat einen ESG-linked Schuldschein in Höhe von 130 Millionen Euro emittiert. Der Schuldschein hat Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren und ist teils fest und teils variable verzinst ohne finanzielle Covenants. Die tatsächliche Verzinsung sei zusätzlich an die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen zur CO2-Reduktion und zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen gekoppelt, teilte das Unternehmen mit.

Jost konnte sich laut eigenen Angaben Preiskonditionen am unteren Ende der Vermarktungsschwelle sichern. Insgesamt haben sich 23 institutionelle Investoren beteiligt und der Schuldschein wurde aufgrund der hohen Überzeichnung des Orderbuchs von 100 auf 130 Millionen Euro aufgestockt. Der Emissionserlös wird für die Refinanzierung bestehender Darlehen mit Fälligkeit im Jahr 2023 sowie für die Rückführung von gezogenen Kreditlinien eingesetzt, heißt es. Joint Lead Arrangeure des Schuldscheins waren die BayernLB sowie die Helaba. Rechtlich beraten wurde der Zulieferer von der Kanzlei Hengeler Mueller.

Update 28.11.2022: Deutsche Post DHL veröffentlicht Sustainability-linked Finance Framework

Der nächste Dax-Konzern verankert das Thema Nachhaltigkeit in der Unternehmensfinanzierung. Am heutigen Montag hat die Deutsche Post DHL Group ein Sustainability-linked Finance Framework veröffentlicht. Damit schafft der Logistikkonzern die Basis für eine nachhaltige langfristige Unternehmensfinanzierung. Lesen Sie den vollständigen Artikel hier.

Update 25.11.2022: Mercedes-Benz mit ersten grünen Panda Bonds

Grünes Panda-Debüt bei Mercedes-Benz: Der Autobauer hat erstmals grüne Panda Bonds in China ausgegeben. Die Anleihen haben ein Volumen von 500 Millionen Yuan, was umgerechnet rund 68 Millionen Euro sind. Die Laufzeit ist zwei Jahre bei einer Verzinsung von 2,9 Prozent. Die Platzierung wurde von der Bank of China und der HSBC begleitet. 

Der Nettoemissionserlös werde an die Tochtergesellschaft Mercedes-Benz Leasing mit Sitz in China verliehen, die diese Mittel zur Finanzierung neuer Kundenleasingverträge von batterieelektrischen Fahrzeugen verwenden werde, teilte Mercedes-Benz mit. Das Unternehmen ist laut eigener Aussage der erste Automobilhersteller, der eine grüne Panda-Anleihe in China platziert.

Update 22.11.2022: EU-Taxonomie: Viele nutzen noch keine Standardprozesse für Datenlieferung

Die EU-Taxonomie kommt langsam im Berichtswesen der Unternehmen an. Knapp die Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) hat bereits mit der Konformitätsberichterstattung zur EU-Taxonomie begonnen. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Umfrage von PwC Deutschland unter insgesamt 170 Unternehmen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden sowie neun Großbanken aus acht europäischen Ländern befragt.   

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Seit Anfang 2022 müssen zur nichtfinanziellen Berichterstattung verpflichtete Unternehmen erstmals auch Angaben zur EU-Taxonomie machen. Das bedeutet, sie müssen grüne Kennzahlen wie grüne Umsätze sowie Investitions- und Betriebsausgaben veröffentlichen. Außerdem werden diese Kennzahlen ab 2024 voraussichtlich nicht nur berichts-, sondern auch prüfungspflichtig.

Banken müssen unter anderem die Green Asset Ratio angeben, also den Anteil grüner Kredite und Investments in ihrem Portfolio.

Allerdings ist der Aufwand, die EU-Taxonomie umzusetzen, nicht zu unterschätzen. 46 Prozent der Befragten gehen außerdem davon aus, dass sie für die Berichterstattung zusätzliches Personal einsetzen müssen. Und sechs von zehn Befragten mussten bereits auf externe Unterstützung zurückgreifen, um ihren Berichtspflichten nachzukommen.

Zudem gibt es oft noch keinen Standardprozess zur Datenlieferung. Zwei Drittel der befragten Unternehmen haben laut PwC Deutschland noch keinen standardisierten Prozess zur Lieferung der taxonomierelevanten Daten entwickelt.

Für automatisierte Prozesse seien dezidierte Nachhaltigkeitsreportingtools essentiell, ist PwC Deutschland überzeugt. Bislang nutzt laut der Umfrage nur etwa jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) ein dezidiertes Nachhaltigkeitsreportingtool, spezielle Tools für die Berichterstattung zur EU-Taxonomie nutzten sogar nur neun Prozent, heißt es weiter.  Derzeit verwendeten knapp drei Viertel der befragten Unternehmen Excel für die EU-Taxonomie-Berichterstattung, etwa jedes vierte Unternehmen setze auf Word und rund jedes fünfte nutze E-Mails.

Nadja Picard, Global Reporting Leader bei PwC Deutschland sagt dazu: „Excel- oder Word-Dateien sind aus unserer Sicht für die Berichterstattung zur EU-Taxonomie nicht geeignet, weil diese Dateiformate nicht über Zugriffskontrollen und nur bedingt über eine Änderungsverfolgung verfügen. Somit erlauben sie keine prüfsichere Dokumentation.“

Update 17.11.2022: ZF platziert nachhaltigen Schuldschein

ZF hat einen nachhaltigen Schuldschein in Höhe von 700 Millionen Euro platziert. Dieser ist an das Nachhaltigkeitsrating des Unternehmens geknüpft, welches von Ecovadis evaluiert wird. Das Darlehen hat Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren. Es zeichneten mehr als 50 Investoren. Arrangiert wurde die Transaktion von der LBBW, der Helaba und der ING.

Update 16.11.2022: EnBW platziert grüne Bonds

EnBW hat zwei grüne Unternehmensanleihen zur Finanzierung von klimafreundlichen Projekte platziert. Die Bonds haben insgesamt ein Volumen von 1 Milliarde Euro und sind in zwei Tranchen mit einem Volumen von jeweils 500 Millionen Euro unterteilt. Die vier und siebenjährige Anleihe sind jeweils mit 3,625 beziehungsweise 4,049 Prozent verzinst. Das Orderbuch der Anleihen belief sich in der Spitze insgesamt auf rund sieben Milliarden Euro.

Mit den Erlösen der Anleihe mit der kürzeren Laufzeit sollen Erneuerbare-Energien-Projekte wie die Offshore-Windprojekte Morgan und Mona in der Irischen See sowie Morven vor der schottischen Küste, aber auch Onshore Wind Parks in Deutschland finanziert werden. Die Mittel der siebenjährigen Anleihe fließen in den Ausbau der Stromverteilnetze in Baden-Württemberg. 

Bei der Emission wurde EnBW von der Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG begleitet. Von Bankenseite waren Barclays, Société Générale und Unicredit als Global Coordinators an Bord. Die Deutsche Bank, DZ BANK, MUFG und SEB waren Additional Joint Bookrunners.

Update 16.11.2022: VW begibt grüne Anleihen

VW hat drei Green Bonds mit einem Volumen von insgesamt 2,5 Milliarden Euro begeben. Eine dreijährige Tranche mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro ist mit 4,125 Prozent verzinst. Die beiden anderen Tranchen in Höhe von jeweils 750 Millionen Euro haben eine fünf- bzw. siebenjährige Laufzeit und sind dabei jeweils mit 4,250 bzw. 4,375 Prozent verzinst. Das Orderbuch lag bei rund neun Milliarden Euro.

Die Erlöse der Bonds werden für grüne Investitionen genutzt, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. Kürzlich hatte Volkswagen das Green Finance Framework erweitert.

Update 11.11.2022: EU Parlament beschließt die CSRD

Das EU-Parlament hat am gestrigen Donnerstag mit großer Mehrheit die Corporate Sustainability Reporting Directive beschlossen. Damit werden rund 50.000 Unternehmen in der EU künftig verpflichtet werden, Informationen über Nachhaltigkeitsthemen zu veröffentlichen. Bislang gelten solche Berichtspflichten nur für etwa 11.700 Unternehmen.

Update 11.11.2022: CO2-Emissionen steigen 2022 weiter

Die globalen CO2-Emissionen steigen im Jahr 2022 weiter an. In diesem Jahr liegen die Emissionen höher als vor der Coronapandemie, zeigt ein Bericht des Global Carbon Projects, an dem mehr als einhundert Wissenschaftler beteiligt sind.

Laut dem Bericht, den die Forscher auf der Klimakonferenz in Ägypten vorstellen, liegt der CO2-Ausstoß im Jahr 2022 bei 36,6 Milliarden Tonnen. Das steht im Widerspruch zu dem Ziel die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius im vorindustriellen Vergleich zu begrenzen. Wenn sich die Emissionen wie bisher entwickeln, wird das verbliebene Kohlenstoffbudget zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze in neun Jahren aufgebraucht sein, erläutern die Wissenschaftler.

Allerdings habe sich das langfristige Wachstum der CO2-Emissionen abgeschwächt. 24 Länder darunter auch Deutschland konnten ihren Ausstoß in der vergangenen Dekade senken. Dennoch sprechen die Wissenschaftler von „schockierenden Zahlen“. Um bis 2050 die Emissionen auf null zu reduzieren, müssten die gesamten menschengemachten Emissionen um durchschnittlich 1,4 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr gesenkt werden.

Update 10.11.2022: Vitesco schließt ESG-linked Kredit ab

Vitesco Technologies hat einen ESG-linked Kredit über 800 Millionen Euro abgeschlossen. Die Kreditmarge des Revolvers ist an den Grad der Erfüllung zweier Nachhaltigkeitskriterien gekoppelt. Diese umfassen die Reduktion von Treibhausgasemissionen und die Unfallhäufigkeit im Unternehmen. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre und kann um bis zu zwei Jahre verlängert werden.

Mit der revolvierenden Kreditlinie löst das Unternehmen die Post-Spin-off-Finanzierung in Höhe von zuletzt 800 Millionen Euro ab, die das Unternehmen vor rund einem Jahr aufnahm als es sich von der Mutter Continental abspaltete. Die Finanzierung wurde von der Deutschen Bank, der ING, JP Morgan, der LBBW und der Unicredit arrangiert und im Kreise einer erweiterten Bankengruppe syndiziert.

Update 09.11.2022: Covestro platziert grüne Anleihe

Covestro hat erstmals eine grüne Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro platziert. Der Bond ist mit 4,75 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit von sechs Jahren. Der Erlös wird genutzt, um nachhaltige Projekte zu finanzieren, teilte das Unternehmen mit. Dazu gehören die Bereiche erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltiges Bauen. Covestro wurde bei der Platzierung der Anleihe von BNP Paribas, Deutsche Bank, ING und Société Générale unterstützt.

Update 04.11.2022: Schufa will ESG-Datenbank aufbauen

Die Schufa will eine ESG-Datenbank für EU-Taxonomie-Daten aufbauen. Diese Plattform will die Schufa zusammen mit dem Fintech Greenomy auf die Beine stellen. Sie soll für Banken, Investoren und Unternehmen gedacht sein. Sowohl Banken als auch Unternehmen soll Daten einspeisen können.  

Update 03.11.2022: Greiner emittiert ESG-linked Schuldschein

Greiner hat erstmals einen ESG-linked Schuldschein emittiert. Der Schuldschein in Höhe von 147 Millionen Euro ist an drei Ziele gekoppelt: Bis 2030 soll der Anteil an Grünstrom weltweit auf 100 Prozent ausgebaut werden, der Frauenanteil in Führungspositionen soll auf 40 Prozent erhöht werden und das Unternehmen will gruppenweit nur mit Lieferanten zusammenarbeiten, die ein Ecovadis-Rating von mindestens 50 Punkten aufweisen. Wenn Greiner die Ziele erreicht, will das Unternehmen die jährliche Zinsreduktion an NGOs spenden. Die Transaktion wurde von der HSBC und der LBBW begleitet.

Update 03.11.2022: Schaeffler knüpft Kredit an ESG

Schaeffler hat einen neuen Kreditvertag mit 14 Banken abgeschlossen, der erstmals an ESG-Kriterien geknüpft ist. Dieser besteht aus der Erhöhung eines revolvierenden Kredits von 1,8 auf 2 Milliarden Euro. Die Laufzeit geht bis November 2027 und kann um bis zu zwei weitere Jahre verlängert werden. Zudem hat der Autozulieferer ein Darlehen in Höhe von 500 Millionen Euro abgeschlossen für den Kauf der Ewellix Gruppe. Die Margen des Kreditvertrags wurden an zwei ESG-Kriterien geknüpft: Zum einen an die Reduzierung der CO2-Emissionen in der eigenen Produktion (Scope 1 und 2), zum anderen an die nachhaltige Verringerung der Unfallrate den Standorten.

Update 03.11.2022: Volkswagen erneuert Green Finance Framework

Volkswagen hat ein neues Green Finance Framework vorgestellt – in diesem ist im Vergleich zum vorherigen auch die EU-Taxonomie einbezogen. Im neuen Framework werden nur Investitionen für batterieelektrische Fahrzeuge berücksichtigt, die EU-taxonomiekonform sind. Investitionen in Plug-in-Hybrid- und Verbrenner-Fahrzeuge sind demnach ausgeschlossen. Zudem kündigte CFO Arno Antlitz an, den Anteil von grünen Fremdkapitalinstrumenten in dem Finanzierungsmix zu erhöhen. Sustainalytics hat eine Second Party Opinion bei dem Framework abgegeben.

Update 03.11.2022: Klimawissenschaftler kritisieren Science Based Targets Initiative

Die Science Based Targets Initiative hat sich zum neuen Goldstandard bei der Bewertung von Klimazielen gemustert. Die Initiative, die auf eine Partnerschaft von CDP, United Nations Global Compact, World Resources Institute and WWF zurückgeht, vergibt Zertifizierungen für Net-Zero-Strategien von Unternehmen. Regulatorische Standards gibt es dafür nämlich noch nicht.

Doch eine Gruppe von Klimaforschern hat die Initiative nun in einem offenen Brief kritisiert. Zum einen gibt es Kritik an der Berechnungsmethode. Zum anderen heißt es, SBTI prüfe nicht, ob die Daten, die die Unternehmen liefern, auch stimmen. Aufgrund der steigenden Relevanz der SBTI, unter anderem auch bei Sustainability-linked Transaktionen, könnte das erst der Beginn einer intensiveren Debatte um die Rolle der Initiative sein.

Update 02.11.2022: ESG-Beirat fordert einheitliche Unternehmensberichte

Der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung fordert in einem Offenen Brief einheitliche Nachhaltigkeitsstandards in Unternehmensberichten. Die ESG-Berichte sollten auf internationaler Ebene geregelt werden und standardisiert sein, heißt es in dem Brief. Der Beirat unterstütze die aktuelle Standardentwicklung auf europäischer (EFRAG) und globaler Ebene (ISSB und GRI) und werbe für deren enge Abstimmung und Harmonisierung.

Konkret fordert das Gremium, vollständige Widerspruchsfreiheit zwischen internationalen und EU-Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie eine Verhältnismäßigkeit, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-Ups, zu gewährleisten.

Update 25.10.2022: Deutsche Bank gibt Klimaziele bekannt

Die Deutsche Bank hat ihre Klimaziele im Kreditgeschäft für vier Branchen veröffentlicht: Das Geldhaus will die Summe der finanzierten Emissionen in den vier Branchen Öl & Gas, Energieversorger, Automobilbranche und Stahl reduzieren. Diese machen mit 250 Milliarden Euro einen erheblichen Teil des Kreditbuchs des Instituts aus. 

Bei Öl und Gas will die Bank die finanzierten Emissionen (Scope 3) um 23 Prozent bis 2030 und um 90 Prozent bis 2050, gerechnet in Millionen Tonnen CO2, reduzieren. Die Ziele der anderen Branchen sind relativ, das heißt nicht die absolut finanzierten Emissionen werden verringert, sondern die Emissionsintensität der Firmen soll reduziert werden. Demnach kann die Bank im Kreditgeschäft in diesen Branchen wachsen, wenn die von ihr finanzierten Firmen sich im Durchschnitt verbessern. 

Zuletzt sah sich die Deutsche Bank-Tochter DWS mit Greenwashing-Vorwürfen konfrontiert. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat die Fondsgesellschaft wegen „irreführender Werbung für angeblich nachhaltige Geldanlagen“ verklagt. Schon seit vergangenem Jahr gibt es Greenwashing-Vorwürfe einer ehemaligen DWS-Managerin gegen die Fondsgesellschaft.

Update 21.10.2022: HSBC unter Greenwashing-Verdacht

Der HSBC wird vorgeworfen, dass sie Kunden in die Irre geführt und Greenwashing betrieben haben soll. Die britische Werbeaufsicht (ASA) hat der Bank den Einsatz von zwei Plakaten untersagt, auf denen die HSBC ihr Engagement für die Klimaschutz betont. Mit den Plakaten warb die Bank im vergangenen Jahr im Vorfeld des UN-Weltklimagipfels in Glasgow.

Als Begründung für das Plakatverbot nannte die ASA, dass die HSBC ihrem Geschäftsbericht zufolge noch bis 2040 die Produktion von Kraftwerkskohle und deren Verstromung bis zu einem gewissen Grad finanzieren will. Zudem beliefen sich die Emissionen der von der Bank finanzierten Kunden aus der Öl- und Gasbranche auf 65 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.

Update 20.10.2022: Tool zur Messung des 1,5-Grad-Ziels im Unternehmen

Wie schneiden Unternehmen in Bezug auf das 1,5-Grad-Ziel ab? Mit dem „XDC Climate Impact Snapshot“ wird auf Grundlage von Daten zur finanziellen Lage und dem Emissionsausstoß des Unternehmens ermittelt, ob das Unternehmen im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel steht. Dafür benötigen Unternehmen beispielsweise Daten aus dem letzten Geschäftsjahr.

Update 20.10.2022: Henk

el erweitert Supply-Chain-Financing

Taulia und Henkel haben das größte Segment des Supply-Chain-Finance-Programms von Henkel um ESG-Komponenten erweitert. Lieferanten von Henkel haben nun flexible Finanzierungsoptionen mit Vorzugskonditionen, die von ihren ESG-Ratings abhängen. Durch die Verbesserung ihrer ESG-Bewertung können die Lieferanten ihre Finanzierungskosten in der Lieferkette weiter senken. Henkel hatte schon in der Vergangenheit ESG-Faktoren in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank in die Lieferkettenfinanzierung eingebracht. 

Update 19.10.2022: ESG auf Vorstandsebene angekommen

Das Thema Nachhaltigkeit ist auf der Ebene der Vorstände bei börsennotierten Unternehmen angekommen – so das Fazit einer Studie von BDO und Kirchhoff Consult. Untersucht wurden Nachhaltigkeitsberichte und nichtfinanziellen Erklärungen/Berichte der 160 Unternehmen aus Dax40, MDax und Sdax.

Vorstände werden zunehmend in die Pflicht genommen, ihre selbst gesetzten Ziele zu erreichen: Mehr als 70 Prozent der Dax-160-Unternehmen haben nachhaltigkeitsbezogene KPIs in die Regelungen zur Vorstandsvergütung integriert. Unter den Dax-40-Unternehmen liegt der Anteil sogar bei 85 Prozent. Ein weiteres Ergebnis: 41 Prozent der Unternehmen ordnet den Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) zudem einem Vorstandsressort zu. 

Leichte Verbesserungen zum Vorjahr zeigten sich beim Thema Gleichstellung. In über der Hälfte der Unternehmen, 53 Prozent, sitzt mindestens eine Frau im Vorstandsgremium. Das sind 15 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Allerdings bleibt der Anteil von Frauen in den Vorstandsposten insgesamt niedrig: Nur 14 Prozent aller Vorstandsmitglieder sind weiblich. Die Entwicklung lässt sich laut den Studienautoren auf das „Zweites Führungspositionen-Gesetz“ zurückführen. Dieses verpflichtet beispielsweise Vorstände mit mehr als drei Mitgliedern zu mindestens einem weiblichen Mitglied.

Auch beim Thema ESG-Ratings zeigt sich ein Trend: Fast alle Dax-160-Unternehmen, 96 Prozent, sind mit einer Bewertung in der Datenbank von Sustainalytics vertreten. Allerdings kommuniziert nur etwa die Hälfte der Unternehmen in ihrem Berichten das Rating. Im Jahr 2021 waren lediglich 69 Prozent der Unternehmen in der Datenbank von Sustainalytics zu finden.

Update 13.10.2022: Mercedes-Benz wandelt Kredit um

Mercedes-Benz hat einen bestehenden Kredit in Höhe von 11 Milliarden Euro in einen Sustainability-Linked Loan umgewandelt. Das Darlehen umfasst KPIs zur Verbesserung der ESG-Kriterien und zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks des Unternehmens.

Ein KPI bezieht sich auf den weltweiten Anteil vollelektrischer Fahrzeuge der Mercedes-Benz Flotte. Bankenseitig wurde Mercedes-Benz von der Skandinaviska Enskilda Banken AB (PUBL), SEB und LBBW als Nachhaltigkeitsberater begleitet. Die SEB fungierte bereits als Structuring Advisor für das Green Finance Framework des Unternehmens.

Update 10.10.2022: Covestro begibt ersten Schuldschein

Covestro hat erstmals einen Schuldschein begeben. Dieser hat ein Volumen von 650 Millionen Euro, wurde in US-Dollar und Euro ausgeben, und ist an das ESG-Rating des Konzerns geknüpft. Die verschiedenen Tranchen haben eine Laufzeit von drei, fünf und sieben Jahren und sind sowohl fix als auch variabel verzinst. Commerzbank, Helaba und Unicredit haben die Finanzierung arrangiert.

Update 05.10.2022: Biesterfeld mit grünem ABCP-Programm

Das Unternehmen Biesterfeld koppelt sein Asset-Backed-Commercial-Paper-Programm an ESG-Kriterien. Das neuartige Finanzierungsangebot, das sich am ESG-Rating von Biesterfeld orientiert, wurde mit der LBBW entwickelt. Bewertet wird das Unternehmen von der Rating-Agentur Ecovadis.

Biesterfeld koppelte bereits einen Schuldschein im Jahr 2021 an ein ESG-Rating. Diese Logik soll nun auf das neue ABCP-Programm übertragen werden. Die LBBW will das grüne ABCP-Programm auch anderen Unternehmen anbieten. Mehr dazu lesen Sie in unserem neusten Artikel.

Update 22.09.2022: Amprion emittiert Green Bond in Milliardenhöhe

Amprion hat einen Green Bond in Höhe von 1,8 Milliarden Euro platziert. „Mit unserem ersten Green Bond erweitern wir nur ein Jahr nach unserem Debüt am Anleihemarkt den Investorenkreis erneut“, erläutert Amprion-CFO Peter Rüth.

Die Anleihe besteht aus zwei Tranchen. Eine Tranche mit einem Volumen von 800 Millionen Euro, läuft fünf Jahre und ist mit einem Kupon von 3,450 Prozent verzinst. Die zweite Tranche ist eine Milliarden Euro schwer, hat eine Laufzeit von zehn Jahren und ist mit 3,971 Prozent verzinst. Mit dem Erlös aus der Platzierung will der Übertragungsnetzbetreiber den notwendigen Um- und Ausbau des Stromnetzes weiter vorantreiben und damit seinem gesetzlichen Auftrag folgen, teilte das Unternehmen mit. Die Projekte müssen im Einklang mit dem Green-Finance-Framework von Amprion stehen.

Die Emission wurde von der Commerzbank, der SEB und der Unicredit als gemeinsame globale Koordinatoren und aktive Bookrunner sowie von der ING und der LBBW als weitere aktive Bookrunner begleitet. Zusätzliche Bookrunner waren die Bayern LB, die DZ BANK sowie die Helaba. 

Update 20.09.2022: EZB wendet ESG-Score bei Anleihekauf an

Die Europäische Zentralbank (EZB) will beim Kauf von Unternehmensanleihen zukünftig noch stärker auf Klimaschutz-Kriterien achten. Ab Oktober wird die Zentralbank bei allen Käufen von Bonds einen sogenannten Klima-Score berücksichtigen. Die Punktezahl setzt sich aus den vergangenen Treibhausgasemissionen, den Klimazielen der Firmen und der Datenoffenlegung bezüglich Emissionen zusammen.

Auch Green Bonds, die gewisse Kriterien erfüllen, werden bevorzugt behandelt. Der Score gelte vorerst für Reinvestition fällig werdender Barmittel aus bestehenden Anleihen, teilte die Zentralbank mit. Zusätzlich will die EZB weitere Maßnahmen ergreifen wie beispielsweise die Laufzeiten von Emittenten mit einer niedrigen Punktezahl begrenzen. 

Update 16.09.2022: Knorr-Bremse emittiert Sustainability-linked Bond

Knorr-Bremse hat erstmals einen Sustainability-linked Bond in Höhe von 700 Millionen Euro begeben. Die Emission hat ein Volumen von 700 Millionen Euro bei einer Laufzeit von 5 Jahren. Der Kupon, der bei 3,25 Prozent liegt, erhöht sich um 20 Basispunkte, wenn der Autozulieferer das anvisierte Ziel, die Scope-3-Emissionen zu reduzieren nicht erfüllt. Die Emissionserlöse sind für allgemeine Unternehmenszwecke vorgesehen. Anfang des Jahres hat Knorr-Bremse bereits einen ESG-linked Loan in Höhe von 750 Millionen Euro abgeschlossen.

Update 16.09.2022: Henkel platziert nachhaltige Anleihe

Henkel hat eine Anleihe in Höhe von 650 Millionen Euro begeben. Der Kupon der fünfjährigen Anleihe ist an Nachhaltigkeitsziele gekoppelt. Wenn die Reduktion der Scope 1 und 2 Emissionen um 54 Prozent pro Tonne an Produkten sowie der Anstieg des Anteils des verwendeten recycleten Plastiks in Produktverpackungen um 30 Prozent nicht erreicht werden, steigt der Kupon, der bei 2,645 Prozent liegt. Die Mittel solle für allgemeinen Unternehmenszwecke sowie der Bedienung von Fälligkeiten bestehender Finanzverbindlichkeiten genutzt werden.

Update 13.09.2022: NordLB platziert neuen Green Bond

Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) hat einen Grünen Pfandbrief im Benchmark-Volumen von 500 Millionen Euro emittiert. Dieser hat eine Laufzeit von 5 Jahren und ist mit 2,25 Prozent verzinst. Der Bond war mehr als fünffach überzeichnet. Laut NordLB handelte es sich um das größte Orderbuch der Geschichte der Bank.

Die Anleihe wurde vor allem an institutionelle Investoren in Europa ausgegeben. Die Mittel werden ausschließlich für ökologisch nachhaltige Finanzierungen verwendet. Finanziert werden besonders energieeffiziente Gebäude, sogenannte Green Buildings. 

Update 31.08.2022: Metzler holt ESG-Experten

Philipp Finter wechselt zu Metzler.

Foto Metzler Asset Management

Philipp Finter wechselt zu Metzler.

Metzler Asset Management verstärkt ihr Sustainable Investment Office mit Philipp Finter. Der ESG-Experte wird ab 1. September bei dem Vermögenverwalter für die ESG-Research-Initiativen zuständig sein und die Integration von ESG-Indikatoren im Portfoliomanagement weiterentwickeln. Finter kommt von HQ Asset Management, wo er die Aktien- und Multi-Asset-Portfolios sowie die Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie verantwortete. Davor war er knapp sieben Jahre lang Leiter Investmentstrategie Research des Bankhauses Sal. Oppenheim.

Update 25.08.2022: Eurogrid bedient sich am Green-Finance-Markt

Eurogrid, der Mutterkonzern von 50Hertz, hat einen Green Bond in Höhe von 750 Millionen Euro begeben. Mit diesem soll der für die Energiewende notwendige Netzausbau finanziert werden. Es ist schon der zweite Green Bond des Unternehmens.

Der Kupon der Emission liegt bei 3,279 Prozent und die Laufzeit beträgt neun Jahre. Finanziert werden ausgewählte Projekte an Land und auf See, mit denen die Integration und der Transport zusätzlicher Mengen erneuerbaren Stroms gesteigert werden kann. Die Emission wurde von Santander, Mizuho Bank, Rabobank und Unicredit begleitet. Die Investoren stammen vorwiegend aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten, teilte das Unternehmen mit. Die Ratingagentur Imug Rating führte eine unabhängige Evaluation des Green Bond Frameworks im Vorfeld durch.

Update 25.08.2022: Clariant platziert ersten Green Bond

Clariant debütiert am Green-Finance-Markt: Das Unternehmen hat einen Green Bond in Höhe von 175 Millionen Schweizer Franken platziert. Dieser ist mit 2,717 Prozent verzinst und läuft bis 2027. Der Nettoerlös aus der Platzierung wird gemäß dem Green Financing Framework von Clariant für die Finanzierung und/oder Refinanzierung von Investitionen in geeignete Vermögenswerte (Eligible Assets) verwendet werden. Als Eligible Assets gelten laut den Schweizern jene Vermögenswerte, die den Übergang zu einer kohlenstoffarmen und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft fördern. Die UBS Investment Bank und skandinavische Privatbank SEB fungierten gemeinsam als Lead Manager bei der Emission. 

Update 23.08.2022: Siemens ernennt neue Nachhaltigkeitschefin

Eva Riesenhuber ist neue Head of Sustainability bei Siemens.

Foto Siemens

Eva Riesenhuber ist neue Head of Sustainability bei Siemens.

Siemens hat eine neue Nachhaltigkeitschefin ernannt. Eva Riesenhuber wird ab 1. Oktober die Leitung der Nachhaltigkeitsabteilung übernehmen. Bisher war sie Head of Investor Relations. Die bisherige Nachhaltigkeitschefin, Jenny Bofinger, wird am 1. Dezember zum Boardmitglied des neu gegründeten International Sustainability Standards Board (ISSB) berufen.

Das ISSB ist ein unabhängiges Gremium, das für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit bei der Berichterstattung über Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung (ESG) sorgen soll. Mehr zu dem Wechsel lesen Sie bei unserer Schwester-Publikation FINANCE.

Update 23.08.2022: Axpo platziert Sustainability-linked Bond

Der Schweizer Energiekonzern Axpo hat einen Sustainability-linked Bond in Höhe von 500 Millionen Schweizer Franken begeben. Die aktuelle Transaktion besteht aus zwei Tranchen. Eine Tranche, die eine Laufzeit von 4 Jahren und ein Volumen von 300 Millionen Schweizer Franken hat, ist mit 2 Prozent verzinst. Die zweite Tranche umfasst ein Volumen von 200 Millionen Schweizer Franken, läuft 6,5 Jahre und hat einen Kupon von 2,5 Prozent.

Die Zinssätze sind an das Erreichen von Zielen beim weiteren Ausbau der Kapazitäten im Bereich der erneuerbaren Energien geknüpft. Den Erlös der Emission will Axpo für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden.

Es ist bereits die zweite nachhaltige Anleihe des Unternehmens in diesem Jahr. Anfang des Jahres sicherte sich Axpo zudem einen Kredit mit Nachhaltigkeitskomponente in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Im Juni berichtete Axpo-Treasurer, Marc Pfefferli, im Interview mit DerTreasurer über die nachhaltigen Finanzierungen des Energieriesens.

Update 17.8.2022: Sustainable-Business-Team der BNP Paribas wächst

Nils Wetterich stößt zum Sustainable Business Team der BNP Paribas aus. Seit dem 1. August ist er dort Head of Sustainable Business CPBS (Commercial, Personal Banking & Services). Das Team wird von Chief Sustainability Officer & Member of the Group Management Board Germany, geleitet. 

In der neu geschaffenen Position wird Wetterich die zum Segment CPBS gehörenden Geschäftseinheiten, das sind unter anderem Arval, BNP Paribas Leasing Solutions, Cardif und Consors Finanz, in allen Fragen rund um Nachhaltigkeit beraten. Außerdem soll er konzernweit die nachhaltige Transformation von Partner und Kunden unterstützen. Wetterich kommt von BNP Paribas Consors Finanz. Seit 2019 war er dort als Head of Sales für die Kooperation mit Firmen aus dem Bereich Financial Institutions &  Partnerships verantwortlich.

Update 16.08.2022: CHG-Meridian schließt zwei neue ESG-Instrumente ab

CHG-Meridian hat zwei Finanzierungen mit ESG-Komponente abgeschlossen. Das Ravensburger Unternehmen hat einen ESG-linked Schuldschein mit einem Volumen von 100 Millionen Euro platziert. Arrangeur war hierbei die LBBW. Zusätzlich hat CHG eine Sparkassen-Konsortialfinanzierung – ebenfalls mit einem Volumen von 100 Millionen Euro – abgeschlossen. Konsortialführerin des Darlehens war die Helaba. 

Die Laufzeiten der Finanzierungen liegen zwischen vier und sechs Jahren. Der Zinssatz ist an das Rating von Ecovadis geknüpft. Auch bei ihrem ersten grünen Finanzierungsinstrument, einem ESG-linked Loan, über den CFO Ulrich Bergmann in einem Interview mit DerTreasurer berichtete, setzte das Unternehmen auf das Rating der Agentur. Ziel von CHG-Meridian ist, dass künftig jeder zweite aufgenommene Euro aus einer grünen Finanzierung kommen soll.

Update 10.08.2022: Mann+Hummel setzt auf ESG-Kredit

Mann+Hummel setzt ein weiteres Mal auf Green Finance. Nach drei grünen Schuldscheinen in den vergangenen Jahren, einer davon zusätzlich mit ESG-Link, hat das Unternehmen nun einen revolvierenden Kredit über 800 Millionen Euro mit Nachhaltigkeitskomponente abgeschlossen. Der Zinssatz der Kreditlinie ist an das ESG-Rating von Ecovadis gekoppelt. Diese Bewertung hatte das Unternehmen schon bei dem ESG-linked Schuldschein eingesetzt.

Die Kreditlinie hat eine Laufzeit von fünf Jahren und beinhaltet zwei Optionen zur Laufzeitverlängerung um jeweils ein Jahr. Beteiligt war ein Konsortium aus neun Kernbanken. BNP Paribas, ING und LBBW waren bei der Transaktion Koordinatoren, Bookrunner und Konsortialführer, teilte der Autozulieferer mit. Die Linie löst den bisherigen Konsortialkredit vorzeitig ab, der noch bis 2024 gelaufen wäre.

Update 09.08.2022: Teamviewer begibt ESG-Kredit

Teamviewer hat einen Kredit in Höhe von 600 Millionen Euro begeben. Diese Konsortialfinanzierung ist an ESG-Vorgaben geknüpft. Mit der Kreditlinie will das Unternehmen bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren.

Update 04.08.2022: LBBW nennt sich nicht mehr klimaneutral

Die Landesbank Baden-Württemberg zieht den Claim zurück, sie sei klimaneutral. Das hatte zunächst die „Zeit“ berichtet. Ein Sprecher der Bank hat das gegenüber der Nachrichtenagentur dpa bestätigt. Im Nachhaltigkeitsbericht 2020 hatte die Bank noch angegeben, seit 2021 klimaneutral zu sein. Die verbleibenden Emissionen würden über Investitionen in ein Aufforstungsprojekt ausgeglichen. Im Nachhaltigkeitsbericht 2021 ist die Aussage bereits nicht mehr zu finden. Der Bericht wurde im April veröffentlicht.

Das allgemeine Verständnis zu Kompensationen sei ein anderes, weshalb man Klimaneutralität nicht für sich reklamieren könne, zitiert die dpa den Sprecher der Bank. Die Zeit berichtete, die Bank habe gängige Kriterien für solche Kompensationen nicht beachtet, etwa, dass die Bäume nicht ohnehin gepflanzt worden wären und nicht sichergestellt, dass dieselbe Tonne CO2 nicht von zwei Investoren beansprucht werde könnte.

Update 04.08.2022: Lanxess setzt sich Scope-3-Ziel

Der Spezialchemiekonzern Lanxess will die gesamte Lieferkette klimaneutral machen. Das Ziel: Die indirekten Emissionen in der vor- und nachgelagerten Lieferkette sollen bis 2050 eliminiert werden. Damit seien indirekt entstehende Emissionen insbesondere bei eingekauften Rohstoffen, aber auch in der Logistik und bei den Endprodukten gemeint, teilt der Konzern mit.

 

Die Science Based Targets Initivative hat dem Unternehmen nach Angaben von Lanxess bestätigt, dass es sich auf dem 1,5-Grad-Pfad befindet. Der Konzern hat zudem sein Klimaneutralitätsziel für dirkete Emissionen und zugekaufte Energie (Scope 1 und 2) bis 2040 bestätigt.

 

Update 03.08.2022: Stadtwerke Düsseldorf geben ESG-Debüt

Die Stadtwerke Düsseldorf haben erstmals einen ESG-linked Schuldschein begeben. Dieser hat ein Volumen von 145,5 Millionen Euro und ist an drei KPIs gekoppelt. Diese sind der Ausbau von grüner Wärme, Grünstromerzeugung und Ladeinfrastruktur. Die Unicredit begleitete das Unternehmen bei der Strukturierung des Nachhaltigkeitskonzepts. Der Schuldschein hat vier Tranchen mit Laufzeiten von sieben, zehn, zwölf und fünfzehn Jahren.

Die laut den Stadtwerken deutlich überzeichnete Emission lockte neben Bestandsinvestoren auch neue Investoren an. Die Emission wurde von der DZ Bank, der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale und der Unicredit als Arrangeure, der Stadtsparkasse Düsseldorf als Co-Manager sowie CMS Hasche Sigle als Rechtsberater begleitet. Zusätzlich wurde der Schuldschein über die digitale Plattform Vc Trade vermarktet.

Update 01.08.2022: DIC Asset emittiert weiteren ESG-linked Schuldschein

Das Immobilienunternehmen hat einen weiteren ESG-linked Schuldschein emittiert. Dieser hat ein Volumen von 100 Millionen Euro und ist an Nachhaltigkeitskennzahlen geknüpft: Sinkt der Anteil von Green Buildings im Bestandsportfolio von DIC Asset bis Ende 2023 unter 15 Prozent, steigt der Zinssatz für die folgenden Zinsperioden um 5 Basispunkte. Liegt er zwischen 15 und 20 Prozent, ändert sich nichts – liegt er über 20 Prozent, sinkt der Zinssatz um 5 Basispunkte, teilte ein Sprecher von DIC Asset mit.

Der Schuldschein hat Tranchen mit Laufzeiten zwischen drei und fünf Jahren. Die gewichtete jährliche Durchschnittsverzinsung ist 3,56 Prozent. Zeichner waren  institutionelle Investoren aus Deutschland und dem Ausland. Die nachhaltige Emission wurde von der BayernLB und der Helaba begleitet.

Update 28.07.2022: OLB ernennt Holger Sandker zum Nachhaltigkeitschef

Der Vorstand der Oldenburgischen Landesbank (OLB) hat Holger Sandker zum 1. August 2022 zum Head of Sustainability berufen. Mit der neu geschaffenen Funktion will die Bank eigenen Angaben zufolge „der wachsenden Bedeutung des Themenfeldes Nachhaltigkeit Rechnung tragen und die zugehörigen Aktivitäten der Bank künftig zentral steuern“.

Sandker berichtet direkt an OLB-CFO Rainer Polster. Der frisch berufene Nachhaltigkeitschef ist seit 2004 für die OLB tätig und hat zuletzt das Vorstandsbüro geleitet. In dieser Rolle habe er das Thema Nachhaltigkeit für die OLB von Beginn an verantwortet, heißt es seitens der Bank. Erst im Juli dieses Jahres hat der Vorstand der OLB eine Leitlinie für Nachhaltigkeit verabschiedet.

Update 28.07.2022: Philipp Killius wird Head of Sustainability/ESG bei Mazars

Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars holt Philipp Killius als Head of Sustainability/ESG an Bord. Er soll zusammen mit Mazars‘ Nachhaltigkeitsteam und den zehn Kollegen und Kolleginnen, die mit ihm von Kirchhoff Consult wechseln, vom Standort Hamburg aus das Geschäftsfeld Sustainability/ESG weiter ausbauen, heißt es seitens der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft am heutigen Donnerstag.

„Ein wichtiges Ziel ist es, die Nachhaltigkeitsleistungen verschiedener Fachbereiche und -gebiete in einer integrierten Lösung zu verknüpfen“, teilte Mazars weiter mit. In den Fokus rückten insbesondere die Beratung zur nichtfinanziellen Berichterstattung nach der europäischen Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), zur gesetzeskonformen Gestaltung nachhaltiger Lieferketten sowie zu den kapitalmarktrelevanten Themen Sustainable Finance und ESG-Ratings. Auch die verstärkte Unterstützung der Prüfungsteams rund um ESG-Audits und ESG-Due-Diligence-Prozessen stünde auf dem Plan, heißt es weiter.

Update 27.07.2022: Badenova begibt erstmals grünen Schuldschein

Badenova hat erstmals eine grüne Finanzierung abgeschlossen. Der Energieversorger hat einen grünen Schuldschein in Höhe von 70 Millionen Euro platziert. Ursprünglich hatte das Freiburger Unternehmen nur 50 Millionen Euro einsammeln wollen. Mit dem frischen Geld möchte Badenova Energiewende- und allgemeine Infrastrukturmaßnahmen finanzieren. Weitere Details, zum Beispiel zu Tranchen und Laufzeiten, sind nicht bekannt.

Als Arrangeur der Transaktion agierte Finpair, die digitale Schuldscheinplattform der NordLB. Volkhard Leopold, Leiter Finanzen & Controlling bei Badenova, und Joachim Heizmann, Leiter Treasury von Badenova, haben den Energieversorger bei der Finanzierung betreut.

Update 21.7.2022: Neuer Chief Sustainability Officer bei der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank will ihren ESG-Bereich neu aufstellen und schlagkräftiger machen. Dafür schafft das Haus die Position Chief Sustainability Officer. Diese wird ab 1. September der bisherige Kommunikationschef Jörg Eigendorf besetzen. Mehr über die Hintergründe dieser Personalie lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 07.07.2022: Responsible-Investing-Chef von HSBC AM tritt ab

Der suspendierte Global Head of Responsible Investing von HSBC Asset Management, Stuart Kirk, gibt seinen Posten ab, wie aus einem Post auf Linkedin hervorgeht. Der britische Banker war im Mai suspendiert worden, nachdem er in einem Vortrag unter dem Motto „Warum sich Investoren keine Sorgen wegen des Klimawandels machen müssen“ gesagt hatte, dass die Risiken durch den Klimawandel übertrieben dargestellt würden. Er sei in seiner Karriere immer wieder „Spinnern“ begegnet, die einen Weltuntergang vorhergesagt hätten. In dem aktuellen Post kündigt er zudem an, mit einigen anderen an einem neuen Projekt zu arbeiten – der „wohl großartigsten Sustainable-Investing Idee, die je entwickelt wurde“.

Update 06.07.2022: EU nimmt Atomkraft und Erdgas in die Taxonomie auf

Die Entscheidung ist gefallen. Heute hat das EU-Parlament den delegierten Rechtsakt zur EU-Taxonomie angenommen. Um den Beschluss zu verhindern, hätten 353 der 705 Abgeordneten dagegen stimmen müssen. Das taten allerdings nur 328. Dieser umfasst unter bestimmten Voraussetzungen die Einbeziehung von Atomkraft und Gas in die Taxonomie, die mehr Klarheit darüber schaffen soll, was nachhaltig ist und was nicht.

Gegen die Aufnahme dieser Energieformen, die als politischer Kompromiss gilt, wurde bis zum Schluss gerungen. Umweltverbände, wie etwa der WWF, erwägen rechtliche Schritte gegen die Entscheidung. Der Beschluss könnten noch aufgehalten werden, wenn sich 20 der 27 EU-Mitgliedsstaaten dagegen stellen. Das gilt allerdings als sehr unwahrscheinlich.

Update 06.07.2022: Nachholbedarf bei ESG-Reportings

Ein Großteil der Unternehmen hat bislang Nachholbedarf beim Thema ESG-Reporting. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von Workiva. Zwei Drittel der befragten Firmen gaben an, nicht ausreichend darauf vorbereitet zu sein, ESG-Ziele zu erreichen und die gesetzlichen Anforderungen an die Berichterstattung zu erfüllen.

Zudem berichteten 73 Prozent, dass sie keine Vertrauen in die Daten haben, die derzeit an die Stakeholder berichtet werden. Und das, obwohl rund 70 Prozent der deutschen Unternehmen Verantwortliche für die ESG-Berichterstattung benannt haben.

Update 05.07.2022: EZB will bei Corporate Bonds stärker auf Klimabilanz achten

Die Europäische Zentralbank will ihre Geldpolitik stärker an Nachhaltigkeitskriterien orientieren. Dazu gehört auch, dass sie beim Kauf von Unternehmensanleihen künftig stärker auf Klimaaspekte achten will. Ab Oktober will die Zentralbank diese neue Richtlinie bei ihren Reinvestitionen einsetzten und stärker auf Titel von Firmen mit besserer Klimabilanz setzen. Diese bessere Leistung soll anhand von niedrigeren Treibhausgasemissionen, ehrgeizigeren Zielen für die CO2-Reduktion und besseren klimabezogenen Offenlegungen gemessen werden, teilt die Zentralbank mit. Weitere Details sollen kurz zuvor folgen.

Gleichzeitig sollen auch die Regeln für Sicherheiten geändert werden, die Banken bei Kreditgeschäften mit der EZB stellen. Beispielsweise soll der Anteil von Papieren von Unternehmen mit großem O2-Fußabdruck, die Banken als Sicherheiten stellen können, begrenzt werden. Bis diese neue Regelung umgesetzt wird, könnte es aber noch bis Ende 2024 dauern.

Update 05.07.2022: Commerzbank setzt sich Ziele für CO2-Reduzierung in Kundenportfolio

Die Commerzbank hat für die Hälfte ihres ausgereichten Kreditvolumens Ziele für die CO2-Reduzierung in den kommenden acht Jahren festgelegt. Bei der Steuerung des Klimarisikos will sich die Bank eigenen Angaben zufolge zunächst auf CO2-intensive Branchen fokussieren. So strebt sie für den Bereich Energieerzeugung bis 2030 ein Reduktionsziel von mindestens 73 Prozent an, für das deutlich größere Portfolio mit privaten Baufinanzierungen eine Verringerung um mindestens 57 Prozent.

„Für die Bank ist das Erreichen dieser Ziele ein wichtiger Zwischenschritt, um die CO2-Emissionen ihres gesamten Kredit- und Anlageportfolios bis spätestens 2050 auf netto null zu reduzieren“, teile das Kreditinstitut mit.

Die konkreten Ziele, Kriterien für eine nachhaltige Kreditvergabe und verbindliche Ausschlusskriterien hat die Commerzbank in ihrem neuen ESG-Rahmenwerk festgehalten. Der Fokus des Dokuments liege auf dem Kerngeschäft, dem Kunden- und Produktportfolio, heißt es seitens der Bank weiter.

Dabei werde zwischen Sustainable Finance und Transformation Finance unterschieden. Sustainable Finance ist demnach der Anteil des Portfolios, der bereits als nachhaltig klassifiziert wird. Bis 2025 wird die Commerzbank mindestens 300 Milliarden Euro für nachhaltige Produkte mobilisieren. Das ist eine Verdreifachung gegenüber 2020. Zu Transformation Finance wiederum zählen die Finanzierungen, die zwar nicht den Anforderungen für Sustainable Finance erfüllen, die aber auch als normale Finanzierungen einen Beitrag zur Transformation der Kreditnehmer in Richtung Nachhaltigkeit leisten können.

Update 01.07.2022: Schweizer SIG begibt ESG-Schuldschein

Der Verpackungshersteller SIG hat ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 650 Millionen Euro platziert, wie das Unternehmen bekanntgegeben hat. Die Struktur des Darlehens mit Nachhaltigkeitsbezug besteht aus mehreren Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren und mit festen und variablen Zinssätzen auf marktgerechtem Niveau. Die hohe Nachfrage eines breiten Investorenkreises führte dazu, dass die Transaktion von einem Startbetrag von 300 Millionen Euro aufgestockt wurde.

Die Mittel werden für die Rückzahlung von Brückenfinanzierungen verwendet, die Anfang 2022 für die Akquisitionen von Evergreen Asia und Scholle IPN aufgenommen wurden, schreibt SIG weiter. Der Schuldschein von SIG ist laut Unternehmensangaben die bisher größte Platzierung eines Schweizer Emittenten in diesem Jahr und eine der größten, die in den letzten zwei Jahren auf dem Markt stattgefunden hat.

Update 29.06.2022: Siltronic begibt ESG-linked Schuldschein

Siltronic hat einen ESG-linked Schuldschein über 300 Millionen Euro platziert. Die Transaktion ist in sechs Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren, die jeweils fix und variabel verzinst werden, erfolgt. Den Emissionserlös will der Siliziumwaferhersteller zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung und zur Finanzierung von strategischen Wachstumsinvestitionen nutzen. Die Verzinsung ist an die Bewertung der Nachhaltigkeitsentwicklung von Siltronic gekoppelt, sie ist abhängig vom Sustainalytics Management Score der Münchener.

Update 28.06.2022: Knorr-Bremse erhält Gold-Rating

Knorr-Bremse erhält den Gold-Status im Nachhaltigkeitsrating von Ecovadis. Demnach ist der Bremsenhersteller unter den besten fünf Prozent der von Ecovadis bewerteten Unternehmen.

Update 23.6.2022: ESG-Schuldscheine nehmen zu

Der Trend zu nachhaltigen Finanzierungstransaktionen zeigt sich auch am Schuldscheinmarkt deutlich. Wie aus einer aktuellen Veröffentlichung der Ratingagentur Scope hervorgeht, sind inzwischen rund 42 Prozent aller neuen Transaktionen am Schuldscheinmarkt mit einer ESG-Komponente versehen. Das umfasst Green Schuldscheine, die zur Finanzierung nachhaltiger Projekte eingesetzt werden, ebenso wie ESG-linked Transaktionen, deren Marge an ein Rating oder individuelle Nachhaltigkeitsziele gekoppelt ist. Die sogenannten ESG-linked Transaktionen sind die am häufigsten genutzte Variante, heißt es seitens der Agentur. Dominierend ist dabei die Koppelung der Zinsen an ESG-Ratings.

Der ESG-Trend am Schuldscheinmarkt setzt sich damit fort: Im vergangenen Jahr waren es nur knapp 30 Prozent der Transaktionen. Der Schuldscheinmarkt liegt damit in Sachen Sustainable Finance nun deutlich vor dem Anleihemarkt. Laut Sebastian Zank, Managing Director für Corporate Ratings bei Scope, sind es bei den Bonds in diesem Jahr nur etwa 32 Prozent der Emissionen mit einer Nachhaltigkeitskomponente versehen.

Update 15.06.2022: Ecovadis sammelt 500 Millionen US-Dollar ein

Die Nachhaltigkeitsratingagentur Ecovadis hat in einer Finanzierungsrunde 500 Millionen US-Dollar eingesammelt. Angeführt wurde die Runde von Astorg and dem amerikanischen Investor General Atlantic. Zudem beteiligten sich aus Singapur die Investoren GIC und Princeville Capital. GP Bullhound war als Finanzierungsberater für Ecovadis aktiv.

Update 13.06.2022: BNP Paribas Asset Management und Fintech Matter starten Lösung für Nachhaltigkeitsdaten

BNP Paribas Asset Management und das dänische Fintech Matter starten eine gemeinsame Lösung für Nachhaltigkeitsdaten. Mit der Datenlösung sollen Investoren analysieren können, inwieweit die Erträge von Unternehmen mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen („SDGs“) übereinstimmen – oder auch nicht.

Update 07.06.2022: Commerzbank emittiert Green Bond

Die Commerzbank hat einen Green Bond begeben. Die nicht-bevorrechtigte Anleihe hat ein Volumen von 500 Millionen Euro und war mehr als doppelt überzeichnet. Mit dem Erlös des Bonds will die Bank Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien finanzieren. Es ist bereits der dritte Green Bond der CoBa. 

Die Anleihe hat eine Laufzeit von 5,25 Jahren und ist mit einem Kupon von 3 Prozent pro Jahr verzinst. Joint-Lead-Manager der Transaktion waren neben der Commerzbank ABN, BBVA, ING und Natixis.

Update 07.06.2022: BayernLB erweitert Rahmenwerk für nachhaltige Finanzierungen

Die BayernLB hat ihr Sustainable Financing Framework erweitert. Neben Solarenergie und Windkraft beinhaltet das Regelwerk nun auch die Kategorie Schienenverkehr. Das Rahmenwerk, das die Basis für nachhaltige Emissionen der BayernLB bildet, orientiert sich an den Zielen und Standards der EU-Taxonomieverordnung. Die Nachhaltigkeitsratingagentur ISS ESG bestätigt die Taxonomiekonformität des Schienenverkehrsportfolios der BayernLB.

Update 02.06.2022: Industriefirmen haben Nachholbedarf bei ESG-Ratings

Industrieunternehmen haben derzeit noch Nachholbedarf bei ESG-Ratings. Das zeigt eine aktuelle Branchenumfrage von Horváth. Demnach hat aktuell erst jedes vierte Unternehmen eine objektive Bewertung seiner Nachhaltigkeitskriterien durchführen lassen.

„Die Industrie ist grundsätzlich von ESG-Ratings überzeugt. Die zögerliche Umsetzung ist eher mit den Kriegsfolgen zu erklären. In den vergangenen Monaten mussten die Unternehmen ihre Strukturen in Einkauf, Produktion, Vertrieb und Logistik erst einmal mit Fokus auf andere Parameter durchleuchten und optimieren“, sagt Daniel Kittelberger, Studienleiter und Industrieexperte für Automatisierungs-, Antriebs- und Elektrotechnik bei der Managementberatung Horváth.

Den Willen zur Zertifizierung zeigt auch die Studie: 40 Prozent der Befragten planen, ein ESG-Rating spätestens 2023 umzusetzen. Zwei Jahre später werden dann voraussichtlich 80 Prozent die Zertifizierung durchlaufen haben.

Leidglich ein Fünftel sieht gar keinen Anlass für eine ESG-Bewertung. „Von einigen wenigen Unternehmen werden ESG-Ratings noch als Bewertungsmaßstab rein für Investoren missverstanden. Dabei hat sich dieser Reporting-Standard längst zur allgemeinen Marktanforderung entwickelt, als Orientierungs- und Entscheidungshilfe für Kunden- und Partnerunternehmen“, sagt Kittelberger.

Info

Über die Studie

Für die Horváth-Studie „Nachhaltigkeit im produzierenden Gewerbe 2022 – ökonomische Potenziale der Green Transformation“ wurden Industrieunternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden und 100 Millionen Euro Jahresumsatz aus Deutschland sowie Österreich und der Schweiz befragt. Sie basiert auf einer Stichprobe von 35 repräsentativ nach Industriezweig und Größe ausgewählten Unternehmen.

Update 25.5.2022: Nord/LB unterschreibt Klimaschutz-Selbstverpflichtung

Die Nord/LB hat sich der Klimaschutz-Selbstverpflichtung des deutschen Finanzsektors angeschlossen. Die Bank verpflichtet sich damit, ihre Kredit- und Investmentportfolien an den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten. Mit dieser Verpflichtung will der Bankensektor das Ziel festschreiben, aktiv an der gesellschaftlichen Transformation gegen den Klimawandel mitzuwirken. Das Haus hat bereits die Principles of Responsible Banking und den UN Global Compact unterzeichnet.

Update 24.05.2022: Fast die Hälfte der Anleihen in Europa laut PwC bis 2026 grün, sozial oder nachhaltig

Der Markt für Green und Sustainable Finance ist in Europa auf Wachstumskurs. Die europäischen Emissionen grüner, sozialer und nachhaltiger Anleihen (Green, Social, Sustainability/GSS Bonds) dürften bis 2026 auf 1,4 bis 1,6 Billionen Euro steigen – und dann nahezu die Hälfte der Anleiheemissionen in Europa ausmachen.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC, „ESG – Transformation of the Fixed Income Market?“, für die 2021 mehr als 200 Investoren und Emittenten von GSS-Anleihen befragt wurden.  2021 erreichten die Emissionen von GSS Bonds in der Staatengemeinschaft demnach bereits ein Rekordhoch von 500 Milliarden Euro und einen Anteil von 13,7 Prozent an den Gesamtemissionen.

Wachstumstreiber in Europa sind dabei die Green Bonds: 82 Prozent der befragten Emittenten wollen der Studie zufolge in den nächsten 24 Monaten einen Green Bond begeben. Bis 2026 dürften die Emissionen von grünen Anleihen auf 691,2 Milliarden Euro wachsen. Die Emissionen von Social Bonds dürften auf 317,1 Milliarden Euro und von Sustainability Bonds auf 391,8 Milliarden Euro zulegen.

Insgesamt wollen 84 Prozent der befragten Emittenten in den kommenden 24 Monaten eine GSS-Anleihe an den Kapitalmarkt bringen. 35 Prozent planen, ihre Emissionen dieser Assetklasse um mehr als 20 Prozent auszuweiten. 82 Prozent der Emittenten tendieren zu einem Green Bond.

Update 24.5.2022: Heidelberg Cement zapft Green-Finance-Markt an

Der Zementhersteller Heidelberg Cement hat eine revolvierende Kreditlinie mit ESG-Link abgeschlossen. Der Kredit hat ein Volumen von 2 Milliarden Euro. Die Verzinsung ist unter anderem an die Reduzierung von Emissionswerten gekoppelt. Zu den beteiligten Banken zählten Bank of America, BNP Paribas, Citibank, Commerzbank, Deutsche Bank, Danske Bank, ING, Intesa Sanpaolo, Helaba, Morgan Stanley, SEB und Standard Chartered als Koordinatoren, Bookrunner und Mandated Lead Arranger. Beraten wurde das Unternehmen von Hengeler Mueller.

Heidelberg Cement hat zudem ein Sustainability-linked Finance Framework veröffentlicht. Dieses Papier dient als Grundlage für künftige Emissionen verschiedener Art mit ESG-Link. Dazu können Anleihen, CPs, Darlehen, Schuldscheine und weitere Finanzierungsinstrumente zählen.

Update 12.05.2022: ING macht Pricing ihrer Finanzmarkprodukte von ESG-Performance abhängig

Die ING koppelt künftig das Pricing ihrer Finanzmarkprodukte an die ESG-Performance ihrer Firmenkunden. In Deutschland sei bereits ein Pilotprojekt gestartet worden, bei dem Quotierungen nicht mehr ausschließlich von internen Bonitäts- und Rentabilitätskennzahlen abhängen, sondern auch von der aktuellen ESG-Performance der Unternehmenskunden, teilte die Bank am heutigen Mittwoch mit. Den Anfang macht die ING eigenen Angaben zufolge mit dem Devisenhandel, weitere Anlageklassen wie Zinsen sollen folgen. Mit diesem Schritt will die Bank mehr nachhaltige Unternehmen als Kunden gewinnen. Hier können Sie den ausführlichen Artikel dazu lesen.

Update 11.05.2022: Taulia kooperiert mit Ecovadis

Das amerikanische Fintech Taulia hat eine Partnerschaft mit Ecovadis geschlossen. Die ESG-Ratings von Ecovadis sollen in die Taulia-Plattform Sustainable Supplier Finance eingebunden werden, damit Unternehmen nachhaltige Zulieferer identifizieren können. Lieferanten sollen wiederum finanzielle Anreize zur Verbesserung ihrer eigenen ESG-Leistung bekommen. Ecovadis und Taulia haben schon länger gemeinsam an einem Pilotprojekt für ein ESG-Linked Supply Chain Finance Programm gearbeitet.

Update 02.05.2022: Accenture übernimmt ESG-Beratung Akzente

Accenture hat die Nachhaltigkeitsberatung Akzente übernommen. Akzente berät Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen wie Automobil, Finanzdienstleistung, Energie und Konsumgüter dabei, Nachhaltigkeit fest in ihr Kerngeschäft zu integrieren. Darunter zählen Nachhaltigkeitsstrategien, Nachhaltigkeitsberichterstattung und -kommunikation sowie Stakeholdermanagement. Bei Accenture verstärken die Neuzugänge den Bereich Accenture Sustainability Services. Insgesamt kommt Akzente in München und Berlin auf 60 Mitarbeiter.

Update 29.04.2022: KfW emittiert ersten Green Bond des Jahres

Die KfW hat den ersten Green Bond des Jahres emittiert. Dieser hat eine Laufzeit von 10 Jahren und ein Volumen von 3 Milliarden Euro. Der Bond ist mit 1,375 Prozent verzinst.

Update 27.04.2022: CRX Markets und Ecovadis werden Partner

Das auf Working-Capital-Finanzierungen spezialisierte FintechCRX Markets und die Nachhaltigkeitsagentur Ecovadis haben eine Partnerschaft geschlossen. Das teilten beide Parteien am heutigen Mittwoch mit. Ziel der Partnerschaft sei es, die individuellen ESG-Ratings der Unternehmen nahtlos in die Plattform von CRX zu integrieren, um Finanzierungspartnern die Möglichkeit zu geben, die Nachhaltigkeit von Unternehmen faktenbasiert zu bewerten und adäquate Finanzierungskonditionen anzubieten. Die Daten könnten nun auf der Plattform auf Rechnungsebene mit relevanten ESG-Ratings und ESG-Kennzahlen angereichert werden.

Update 13.04.2022: Varta schließt ESG-linked Schuldschein ab

Der Batteriehersteller Varta hat ein Schuldscheindarlehen über 250 Millionen Euro platziert. Die Transaktion wurde von BayernLB, HBSC und Unicredit begleitet. Das Darlehen besteht aus vier Tranchen mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren, schwerpunktmäßig mit fixem Zinssatz. Die anfängliche durchschnittliche Verzinsung liegt nach Unternehmensangaben bei rund 1,44 Prozent.

Der Schuldschein ist zudem an eine ESG-Komponente gekoppelt. Je nachdem, wie sich das von Sustainalytics für das Unternehmen erstellte ESG-Rating verändert, kann sich der Spread des Schuldscheins ändern. Mit dem Erlös der Transaktion soll der Ausbau des Lithium-Ionen-Geschäfts finanziert werden.

Update 08.04.2022: BDO und Helaba erwarten mehr Nachfrage nach Sustainability-Linked Loans

Der Wirtschaftsprüfer BDO und die Helaba erwarten eine steigende Nachfrage nach Sustainability-linked Loans. Auch im Mittelstand könnten künftig mehr Finanzierungen mit ESG-Elementen nachgefragt werden, so Alexander Rasch von der Helaba. Grund dafür ist die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), durch welche künftig rund 15.000 deutsche Unternehmen eine Nachhaltigkeitsberichterstattung ablegen müssen. Bisher waren es nur 550 Unternehmen. Diese erweiterte Berichtspflicht ebnet den Weg für ESG-linked Finanzierungen im Mittelstand.

Update 01.04.2022: KfW hat 37 Green Bonds emittiert

Die KfW hat laut eigenen Angaben im Jahr 2021 insgesamt 37 Green Bond Emissionen an den Markt gebracht. Diese hatten ein Volumen von 16,2 Milliarden Euro. Die Green Bonds machen 20 Prozent vom Gesamtemissionsvolumen der Förderbank aus. 85 Prozent der Emissionserlöse werden im Bereich Energieeffizienz verwendet, die restlichen 15 Prozent für Erneuerbare Energien.

Update 30.03.2022: Unternehmen setzen sich für ISSB-Standards bei EU ein

Mehr als 40 Unternehmen (unter anderem Bosch, Siemens Energy und Vonovia) haben sich in einem Schreiben an die Minister Buschmann und Lindner dafür eingesetzt, dass die Standards des International Sustainability Standards Boards (ISSB) im europäischen Recht aufgenommen werden. Das International Sustainability Standards Board (ISSB) ist in Frankfurt ansässig und erarbeitet international gültige Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen. Die EU skizziert aktuell im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) eigene Richtlinien. Mehr zum Thema ESG-Reporting lesen Sie in dem Artikel unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 24.3.2022: E.on begibt Green Bonds über 1,5 Milliarden Euro

Der Energiekonzern E.on hat den Bondmarkt angezapft und Green Bonds über 1,5 Milliarden Euro platziert. Die Transaktion war stark nachgefragt, die Bonds waren achtfach überzeichnet. Die Emission teilt sich in zwei Tranchen: eine Tranche über 750 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis 2025 und einem Kupon von 0,875 Prozent, sowie eine weitere mit dem gleichen Volumen, einer Fälligkeit im März 2031 und einem Kupon von 1,625 Prozent.

Wie die Essener mitteilen konnte mit der gestrigen Transaktion bereits der Großteil des derzeit erwarteten Refinanzierungsbedarfs von 2022 gedeckt werden. Die Transaktion wurde von Goldman Sachs, J.P. Morgan, NatWest Markets und Santander als aktive Bookrunner begleitet.

Update 23.03.2022: Lanxess emittiert ESG-linked Bond

Das Chemieunternehmen Lanxess emittiert einen ESG-linked Bond in Höhe von 600 Millionen Euro. Dieser wurde mit 1,75 Prozent verzinst. Das Unternehmen strebt an, seine CO2-Emissionen bis zum Jahr 2025 im Vergleich zum Basisjahr 2018 um 600.000 Tonnen auf dann 2,6 Millionen Tonnen zu reduzieren. Erreicht der Konzern das Ziel nicht, steigt der Zinssatz um 0,250 Prozentpunkte pro Jahr für nachfolgende Zinsperioden bis zum Ende der Laufzeit.

 

Update 22.03.2022: Vonovia emittiert Green und erstmals Social Bonds

Vonovia hat am gestrigen Montag erstmals zwei Social Bonds sowie eine grüne Anleihe, die vollständig mit der neuen EU-Taxonomie übereinstimmt, emittiert. Das sei eine Premiere in der Immobilienbranche, teilte der Immobilienkonzern am heutigen Dienstag mit.

Die Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 2,5 Milliarden Euro und einem Kupon von 1,875 Prozent waren nach Unternehmensangaben 4,7-fach überzeichnet. Die beiden Social Bonds, mit denen soziale Projekte wie belegungsgebundene Wohnungen für Haushalte mit niedrigem Einkommen oder barrierearme Wohnungen finanziert werden, laufen 3,85 und 6,25 Jahre. Der Green Bond läuft zehn Jahre. Mehr zu den Bonds lesen Sie in dem Artikel unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 21.03.2022: CHG-Meridian gibt grünes Debüt

Der Technologiemanager CHG-Meridian gibt sein grünes Debüt: Das Unternehmen aus der Nähe von Ravensburg hat zusammen mit der Helaba einen ESG-linked Loan über 50 Millionen Euro platziert. Das Darlehen wird über fünf Jahre zurückgeführt. Der ESG-linked Loan ist an das Rating der Agentur Ecovadis gekoppelt, mit der CHG-Meridian seit 2016 zusammenarbeitet.

Update 11.03.2022: Dussmann setzt auf Kredit mit ESG-Komponente

Der Dienstleistungskonzern Dussman hat eine Revolving Credit Facility mit ESG-Komponente über 140 Millionen Euro abgeschlossen. Der Revolver hat eine Laufzeit von fünf Jahren und kann zwei Mal um jeweils ein Jahr verlängert werden. 

Die Finanzierung ist an das Nachhaltigkeitsranking von Ecovadis gekoppelt. Wenn sich dieses verbessert oder verschlechtert, gibt es bei der Finanzierung einen Auf- oder Abschlag im Bereich von etwa 2,5 Basispunkten. Differenzbeträge will das Unternehmen an eine gemeinnützige Organisation spenden, die sich für Nachhaltigkeitsthemen einsetzt, so CFO Dieter A. Royal im Interview mit FINANCE.

Zudem wurden mit dem Bankenkonsortium vereinbart, dass sie zu den Konditionen des Revolvers noch einmal einen dreistelligen Millionenbetrag nachziehen könnten, wenn beispielsweise eine attraktive M&A-Option zusätzliche Investitionen erfordern würde.

Update 08.03.2022: Neuer Green Bond für BASF

Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF platzierte neue Bonds über 2 Milliarden Euro. Die neunjährige Tranche über 1 Milliarde Euro ist als Green Bond ausgestaltet. Der Kupon des Papiers liegt bei 1,5 Prozent. Mit dem Erlös will der Chemiekonzern in die Bereiche Erneuerbare Energien, Carbon Management und zu einem kleinen Teil in Recycling-Projekte investieren.

Update 02.03.2022: EBA gibt Update zu nachhaltigen Verbriefungen

Die Europäische Bankaufsicht hat einen Bericht vorgelegt, der sich mit der Schaffung eines Rahmenwerks für nachhaltige Verbriefungen befasst, wie „TSI Kompakt“, ein Blog für Kredit- und Verbriefungsmärkte berichtete. Dafür hat die Behörde eine umfangreiche Bestandsaufnahme des Marktes vorgenommen, die zeigt, dass bislang eine geringe Emissionstätigkeit bei nachhaltigen Verbriefungen herrscht. Die Eba führt diese Tatsache auf die mangelnde Verfügbarkeit von nachhaltigen Forderungen sowie fehlenden Standards und Daten zurück.

Die Behörde hält den Use-of-Proceeds-Ansatz, also die Verwendung des Erlöses für nachhaltige Zwecke, für sinnvoll an diesem Markt. Sie empfiehlt zu diesem Zeitpunkt allerding kein dezidiertes nachhaltiges Verbriefungsrahmenwerk.

Update 24.02.2022: CSRD-Berichtspflichten könnten erst später kommen

Die Berichtspflichten der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) könnten erst später als erwartet greifen. Für einige Unternehmen sollte es schon für das Geschäftsjahr 2023 soweit sein. Davon rückt der europäische Rat nun für die weiteren Verhandlungen ab. Vielen Delegationen sei der vorgeschlagene Zeitplan der EU-Kommission zu ambitioniert gewesen, daher schlägt das Gremium nun neuen Fristen vor.

Ab dem Jahr 2024 sollen die neuen Regeln für die Unternehmen gelten, die bereits der NFRD unterliegen. Sie müssten dann 2025 über das vergangene Geschäftsjahr berichten. Ab Januar 2025 würden die Regeln auch die großen Unternehmen erfassen, die von der NFRD bislang nicht betroffen sind. Noch ein Jahr darauf wären dann die kleinen und mittleren Unternehmen dran. Für die KMU ist außerdem eine Übergangszeit vorgesehen, für den Fall dass Informationen über die Wertschöpfungskette noch nicht vorliegen. In einer Karenzphase soll ihnen mehr Flexibilität bei der Berichterstattung eingeräumt werden.

Update 22.2.2022: Vonovia erweitert Finanzierungsprogramm um soziale Komponente

Der Immobilienkonzern Vonovia hat ein neues Finanzierungsprogramm aufgelegt, das die Anforderungen an nachhaltige Finanzierungen weiter konkretisiert. Die Nachrichtenagentur ISS ESG hat eine Second Party Opinion zu dem neuen Sustainable Finance Framework abgegeben.

Die Bochumer richten sich dabei nun an dem Standard aus, der in der EU-Taxonomie für nachhaltige Gebäude definiert wird. Darüber hinaus hat Vonovia in dem neuen Programm auch die Finanzierung von sozialen Projekten. Darunter fallen Wohnungen für Haushalte mit niedrigem Einkommen, oder im Vergleich günstige Mietwohnungen. Ziel dabei ist den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu erleichtern. Außerdem soll der Erlös von künftigen Social Bonds auch für barrierefreie Wohnungen genutzt werden.

Update 16.02.2022: Nassauische Heimstätte platziert Green und Social Schuldschein

Die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen hat für die Nassauische Heimstätte einen Green und Social Schuldschein platziert. Dieser ist an soziale und grüne Projekte gebunden. Die Landesbank agierte als Sole Arranger bei der Emission des Wohnungsunternehmens.

Das gesamte Emissionsvolumen in Höhe von 130 Millionen Euro verteilt sich auf Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten von sieben und zehn Jahren sowie Namensschuldverschreibungen mit Laufzeiten von bis zu 22 Jahren. Die Spreads konnten jeweils am unteren Ende der Vermarktungsspanne festgelegt werden. Die Emission war mehrfach überzeichnet.

Mit dem Green und Social Schuldschein werden Neubauvorhaben finanziert, deren Energieausweis mindestens der Klasse A entspricht oder deren Primärenergiebedarf zehn Prozent unter den Vorgaben der geltenden Gebäudeenergiegesetzgebung liegt, sowie umfassende energetische Modernisierungsvorhaben. Zudem finanziert die Emission Investitionen mit einem klaren sozialen Nutzen, die bezahlbaren Wohnraum für einkommensschwache Mieter schaffen, und den Bau von Schulen und Kindertagesstätten. Geprüft wurde der Sustainability Schuldschein von der Nachhaltigkeitsagentur ISS ESG.

Update 09.2.2022: Axpo sichert sich Kreditlinie mit Nachhaltigkeitskomponente

Der Schweizer Energiekonzern Axpo schließt eine ungesicherte, revolvierende Kreditlinie mit Nachhaltigkeitskomponente in Höhe von 2,5 Milliarden Euro ab. Damit refinanziert das Unternehmen die bestehende kommittierte Kreditlinie über 550 Millionen Franken aus dem Jahr 2020. Aufgrund der starken Nachfrage und einer deutlichen Überzeichnung wurde die Höhe der Kreditlinie von ursprünglich 1,5 Milliarden auf 2,5 Milliarden Euro erhöht. 

 

Der Kredit besteht aus mehreren Tranchen mit einer Laufzeit von 3 und 5 Jahren mit Verlängerungs- und Erhöhungsoptionen. Die Zinshöhe ist abhängig von der Erreichung von Zielen beim Ausbau der erneuerbaren Energien und im Bereich Diversität.

Update 08.2.2022: Green Bonds könnten die 1,5-Billionen-Dollar-Marke knacken

Grüne Anleihen könnten im Jahr 2022 die Marke von 1,5 Billionen Dollar knacken – betrachtet man das globale Emissionsvolumen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht von S&P Global Ratings. Für dieses Jahr werden weltweit mehr Sustainability-linked Bonds und Green Bonds erwartet. Die Ratingagentur geht davon aus, dass Sustainability-linked Bonds das Segment ist, das am stärksten wächst.

Update 02.2.2022: Aurubis schließt einen ESG-linked Kredit ab

Der Metallanbieter Aurubis schließt einen Konsortialkredit über 350 Millionen Euro mit ESG-Link ab. Bei der syndizierten Kreditlinie ist die Option auf eine Erhöhung um bis zu 150 Millionen Euro eingebaut. Der Kredit hat eine Laufzeit von fünf Jahren und kann zweimal um je ein Jahr verlängert werden. 

Die neue Finanzierung ist an das Rating der Nachhaltigkeits-Bewertungsplattform Ecovadis gekoppelt. Die Kreditlinie ersetzt einen bestehenden Konsortialkredit, der eine Laufzeit bis 2023 hatte.

Update 01.2.2022: Deloitte holt sich ESG-Experten an Board

Bernhard Lorentz wechselt zu Deloitte und leitet dort ab 1. Februar den Geschäftsbereich Klima-Strategie. Zuletzt war Lorentz Geschäftsführer der Stiftung Klimaneutralität, zudem gründete der 50-Jährige die umweltpolitischen Think Tanks Agora Energiewende und Mercator Institute for Global Commons and Climate Change (MCC).

Lorentz hat bereits Erfahrung in der Beratung: Von 2015 bis 2019 arbeitete er bei EY, zuletzt als Managing Partner für die DACH-Märkte.

 

Update 28.1.2022: Erster ESG-linked-Factoring-Vertrag

Die LBBW-Tochter Süd Factoring wickelt mit dem Stuttgarter Servicespezialisten Leadec den ersten ESG-linked-Factoring-Vertrag in Deutschland ab. Ende 2021 haben Leadec und Süd Factoring bereits das seit 2017 bestehende Factoringprogramm um eine Nachhaltigkeitskomponente erweitert. Das Prinzip hinter dem ESG-linked-Factoring-Modell ist: Je erfolgreicher das Engagement von Leadec im Bereich Nachhaltigkeit ist, desto günstiger wird die Finanzierung. Das Unternehmen wird dabei jährlich in einen von vier ESG-Standards eingestuft: Platin, Gold, Silber oder Bronze. Die Finanzierungskonditionen sind unmittelbar an das Nachhaltigkeitsrating gebunden. Verbessert Leadec seinen Standard, verringert sich die Zinsmarge. Verschlechtert sich die Einstufung, erhöht sich die Kondition. Bei einer Beibehaltung des derzeitigen Standards bleibt die Kondition unverändert.

Update 24.1.2022: Berlin Hyp emittiert 500-Millionen-Green-Bond

Die Berlin Hyp hat einen ersten Green Bond unter ihrem neugeschaffenen Framework emittiert. Dabei handelt es sich um eine Senior Preferred Anleihe in Höhe von 500 Millionen Euro mit fünfjähriger Laufzeit. Die Anleihe ist an das Green Bond Framework der Berlin Hyp geknüpft, das durch die ESG-Ratingagentur ISS ESG zertifiziert wurde und mit den Vorgaben für Gebäude und Bauvorhaben der EU-Taxonomie konform ist. Moody’s und Fitch bewerten den Bond mit Aa2 beziehungsweise AA-. Laut Berlin Hyp wurde die deutlich überzeichnete Anleihe vorrangig von Banken, Sparkassen und Fonds gezeichnet. Die Emission wurde von Commerzbank, Crédit Agricole, JP Morgan, LBBW und Unicredit begleitet, es handelt es sich dabei bereits um den 15. Green Bond, den die Berlin Hyp emittiert hat.

Update 18.1.2022: Erster ESG-linked Loan für Knorr-Bremse

Das Münchener Unternehmen Knorr-Bremse hat seinen ersten Konsortialkredit abgeschlossen, der zudem an Nachhaltigkeitskriterien gekoppelt ist. Das Volumen beträgt 750 Millionen Euro. Konkret hat das Unternehmen als Messlatte der eigenen Nachhaltigkeitsleistung ein ESG-Rating von ISS Corporate Solutions gewählt. Derzeit liegt die Bewertung bei C+. Je nachdem, ob sich das Rating verbessert oder verschlechtert, kann die Kreditmarge sinken oder steigen. Deutsche Bank und Unicredit haben die Transaktion koordiniert.

Mit dem Kredit, der über fünf Jahre läuft und zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden kann, ändert das Unternehmen zudem auch seine Finanzierungsstrategie. „Mit der Konsortialfinanzierung erweitern wir unsere Instrumente für die Langfristfinanzierung und modifizieren unsere bisherige Strategie, die von kurzfristig zugesagten, bilateralen Kreditlinien in Kombination mit langfristigen Kapitalmarktinstrumenten geprägt war“, erklärt Frank Markus Weber, Finanzvorstand von Knorr-Bremse.

Update 14.1.2022: ESG-Schuldscheine im Aufwind

Die Helaba rechnet damit, dass 2022 mehr als 50 Prozent des Marktvolumens am Schuldscheinmarkt auf nachhaltige Schuldscheine entfallen wird. Damit sind sowohl projektgebundene Green Schuldscheine sowie ESG-linked Schuldscheine, also mit Zinskoppelung an ESG-Rating oder ESG-KPIs, gemeint. Damit dürfte die Marke von 10 Milliarden Euro Platzierungsvolumen überschritten werden. Als einen Treiber der Entwicklung sieht die Bank unter anderem die neuen Berichtspflichten zu Nachhaltigkeitsthemen, die auf viele Unternehmen zukommen.

Update 14.1.2022: Felix Schoeller Group begibt digitalen ESG-Schuldschein

Das Familienunternehmen Felix Schoeller Group hat einen digitalen Schuldschein mit ESG-Bezug platziert. Der Spezialpapierhersteller lässt sich bereits seit 2018 von der Nachhaltigkeitsagentur Ecovadis bewerten.

Der Schuldschein dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung und wurde über die Digitalplattform Finpair begeben. Das Fintech hat sich entschlossen, für jede abgeschlossene Transaktion 100 Bäume zu pflanzen. Weitere Details wie das Volumen oder die genaue Ausgestaltung des ESG-Bezugs sind nicht bekannt.

Update 12.1.2022: E.on platziert neuen Green Bond

Der Energiekonzern E.on ist ein Frequent Issuer am Gree-Finance-Markt. Nun hat das Unternehmen eine neue grüne Anleihe platziert. Der Bond über 800 Millionen Euro hat eine Laufzeit bis 2034 und wird mit 0,875 Prozent verzinst. Der Erlös dient „zur Finanzierung und/oder Refinanzierung berechtigter grüner Projekte gemäß Definition im Green Bond Framework von E.on“, heißt es.

Die aktuelle Emission besteht zudem noch aus einer herkömmlichen Anleihe über 500 Millionen Euro für allgemeine Unternehmenszwecke. Dieser Bond läuft bis 2026 und wird mit 0,125 Prozent verzinst.

Update 10.1.2022: Indus platziert ESG-linked Schuldschein

Es ist bereits das zweite Mal, dass Indus auf einen ESG-linked Schuldschein setzt. Das neue Papier hat ein Volumen von 56 Millionen Euro und besteht aus Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren. Gezeichnet wurde der Schuldschein nach Angaben des Unternehmens bei Investoren aus dem Sparkassensektor. Im September 2020 hatte die mittelständige Beteiligungsgesellschaft erstmals auf eine solche Transaktion gesetzt.

Als Messlatte für die Verzinsung des Schuldscheins hat sich Indus für das ESG-Rating entschieden, dass die Agentur ISS-ESG erstellt. Derzeit erhält das Unternehmen dort den Prime  Status und die Bewertung C+ im Bereich Corporate ESG Performance. Details darüber, wie sich das Rating für eine Verschiebung des Kupons verändern müsste und wie hoch der finanzielle Vor- oder Nachteil genau ausfällt, sind nicht bekannt.

Update 10.1.2022: Reconcept begibt neuen Green Bond

Reconcept, ein Unternehmen, das Erneuerbare-Energien-Projekte mit Investoren verbindet, emittiert einen neuen Green Bond. Das geplante Volumen des Papiers, das derzeit gezeichnet werden kann, wurde auf 15 Millionen Euro erhöht. 10,7 Millionen Euro davon sind nach Angaben des Unternehmens bereits gezeichnet. Der Bond läuft über sechs Jahre und wird mit 6,25 Prozent verzinst. Mit den Mitteln soll die Projektentwicklung im In- und Ausland vorangetrieben werden. Dazu zählen unter anderem Windenergieanlagen und Photovoltaikprojekte.

Update 3.1.2022: S Immo platziert grüne Anleihe

Das Immobilienunternehmen S Immo begibt einen Green Bond über 50 Millionen Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren. Der Bond, der mit 1,25 Prozent pro Jahr verzinst wird, enthält eine Aufstockungsoption. Die Vermarktung des Papiers läuft aktuell. Die Transaktion wird von der Erste Group Bank als Sole Lead Manager und Bookrunner begleitet. 

Der Green Bond ist nicht der erste seiner Art für das österreichische Unternehmen. „Moderne und energieeffiziente Immobilien mit höchsten Standards sind nicht nur in Bezug auf eine nachhaltige Wertentwicklung unseres Portfolios wesentlich, sondern auch im Sinne des Umweltgedankens. Mit der erfolgreichen Anleiheemission werden wir unser Wachstum in genau diesem Bereich fortsetzen“, kommentiert CEO Bruno Ettenauer die Transaktion. 

Update 1.1.2022: EU-Kommission will Gas und Atom in Taxonomie aufnehmen

Die EU-Kommission hat zum neuen Jahr den Plan bekanntgegeben, die Energieerzeugung aus Gas und Atomkraft in die EU-Taxonomie aufzunehmen. Die Kommission argumentiert, diese Formen der Energieerzeugung könnten einen Beitrag zum Übergang hin zu erneuerbaren Energien sein. Darüber hinaus sollen die Transparenzvorgaben angepasst werden, sodass Investoren erkennen können, ob Atom- oder Gasaktivitäten enthalten sind. 

Der Streitpunkt darüber, ob gerade Atomenergie in die Taxonomie aufgenommen wird, war lange bekannt. Vor allem Frankreich votiert dafür, Deutschland ist dagegen. Die nun just zum Jahreswechsel bekanntgegebene Entscheidung hat sofort harsche Kritik ausgelöst. Atomenergie als nachhaltig zu deklarieren, sehen viele als Greenwashing an. Dass die Pläne der Kommission aber noch gestoppt werden, gilt als unwahrscheinlich. Dafür müssten 20 der 27 Mitgliedsstaaten widersprechen. 

Update 29.12.2021: Neumann Kaffee schließt neues Master Credit Agreement ab

Die Neumann Kaffee Gruppe hat ein Master Credit Agreement über 1 Milliarde Euro neu gefasst. Dabei hat das Unternehmen ESG-Elemente in die Vereinbarung eingebaut, die sich an der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens orientieren. Details zu den ESG-Aspekten sind jedoch nicht bekannt. 

Darüber hinaus hat das Unternehmen einen Mechanismus in die Vereinbarung eingebaut, die eine bevorzugte Umstellung von US-Libor auf den neuen Zinssatz-Term Sofr ermöglicht, ohne dass dafür weitere Vertragsanpassungen notwendig sind. Laut der Kanzlei Linklaters, die das Bankenkonsortium bei der Transaktion beraten hat, ist das Unternehmen damit eines der ersten im Markt. 

Kreditgeber waren 13 internationale Banken, darunter Deutsche Bank und Rabobank als ESG Coordinators. Commerzbank war als Borrowing Base Monitoring Agent tätig. 

Update 21.12.2021: Baywa begibt ESG-linked Schuldschein

Erstmals hat der Münchener Mischkonzern Baywa einen ESG-linked Schuldschein abgeschlossen. Das Papier hat ein Volumen über 350 Millionen Euro. Im Mittel liegt die Laufzeit bei 6,3 Jahren und der durchschnittliche Zinskupon bei 1,15 Prozent. Die Tranchen liegen zwischen fünf und zehn Jahren. Nach Angaben des Unternehmens war das Papier mehrfach überzeichnet.

Als ESG-Link setzt die Baywa ein Nachhaltigkeitsrating der Agentur MSCI ein, welches derzeit bei AA liegt. Damit nutzt der Konzern die gleiche Messlatte wie bereits im September bei der ersten ESG-linked Konsortialfinanzierung des Unternehmens. Mit dem Erlös des Schuldscheins sollen vor allem die Schuldscheine aus den Jahren 2021 und 2022 refinanziert werden. 

Baywa-Treasurer Uwe Falk erklärt, dass mit dem Abschluss des Schuldscheins nun mehr als 50 Prozent aller Fremdmittel im Portfolio des Unternehmens durch grüne und nachhaltige Finanzprodukte abgedeckt werden. Die Münchener hatten zuvor schon einen Green Bond genutzt. Die aktuelle Transaktion wurde von Commerzbank, DZ Bank und LBBW begleitet. 

Update 21.12.2021: Grüne Garantielinie für Siemens Gamesa

Siemens Gamesa Renewable Energy hat ihre erste grüne Garantielinie über 200 Millionen Euro abgeschlossen. Die Linie vereinbarte der Hersteller von Off- und Onshore-Windkraftanlagen mit der RBI. „Bei Siemens Gamesa konzentrieren wir uns darauf, in allen Bereichen immer nachhaltiger zu werden, und diese Vereinbarung ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Diese Garantielinie wird unser Onshore-, Offshore- und Servicegeschäft und damit unsere Kunden und die globale Energiewende unterstützen“, sagte Gonzalo Onzain, Head of Capital Markets and Bank Relations zu der Transaktion. 

 

Die Mittel aus der Garantielinie sollen für grüne Projekte, wie Windkraftanlagen genutzt werden. Die förderwürdigen Projekte und ihre Umweltauswirkungen wird das Unternehmen in einem jährlichen Green Report dokumentieren, heißt es seitens der Bank. 

   

Info

Alle Entwicklungen rund um nachhaltige Finanzierungen lesen Sie auf unserer Themenseite Green Finance.

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So finanziert BASF ein chinesisches Megaprojekt https://www.dertreasurer.de/news/finanzierung/so-finanziert-basf-ein-chinesisches-megaprojekt-36238/ Thu, 01 Feb 2024 11:50:50 +0000 https://stage01.dertreasurer.de/uncategorized/so-finanziert-basf-ein-chinesisches-megaprojekt-36238/ Birka Benecke berichtet über einen Renminbi-Kredit.

BASF sichert sich einen Milliardenkredit in Renminbi. Treasury-Chefin Birka Benecke berichtet über die Finanzierung des neuen Megaprojektes in China.

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Birka Benecke berichtet über einen Renminbi-Kredit.

BASF sichert sich einen Milliardenkredit in Renminbi. Treasury-Chefin Birka Benecke berichtet über die Finanzierung des neuen Megaprojektes in China.

BASF goes Renminbi: Der Chemiekonzern hat Ende November einen Konsortialkredit in Höhe von 40 Milliarden Renminbi abgeschlossen, was umgerechnet rund 5 Milliarden Euro entspricht. Bereitgestellt wurde das Darlehen mit 15-jähriger Laufzeit von fünf chinesischen Großbanken unter Federführung der Bank of China.

Mit dem Kredit teilfinanziert BASF einen neuen Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang, wo in erster Linie für den lokalen Markt produziert werden soll. „Die Entscheidung für einen Renminbi-Kredit war eine zugunsten einer währungskongruenten Finanzierung“, erklärt Birka Benecke, Senior Vice President Corporate Treasury bei BASF, im Gespräch mit Der-Treasurer. „Zudem haben wir seit Ende 2021 beobachtet, dass wir uns lokal in Renminbi zu günstigeren Konditionen finanzieren können als außerhalb Chinas.“ Die Finanzierungskonditionen des Konsortialkredits seien sehr attraktiv, weitere Details könne sie allerdings nicht nennen.

BASF braucht 10 Milliarden Euro

Die Kosten für den voraussichtlich im Jahr 2030 fertiggestellten Verbundstandort Zhanjiang taxiert BASF auf bis zu 10 Milliarden Euro. Gestemmt werden sollen diese mit einer Kombination aus rund 20 Prozent Eigenkapital und 80 Prozent Fremdkapital. „Das Eigenkapital wurde bereits vollständig durch die Reinvestition von Dividenden anderer BASF-Gruppengesellschaften in China eingezahlt“, so Benecke, die im November 2019 die Treasury-Leitung von dem zu ZF gewechselten Ulf Loleit übernommen hat.

Das übergeordnete Ziel der Finanzierungsstrategie mit 80 Prozent Fremdkapital habe darin bestanden, Konditionen, Liquidität und Flexibilität im Einklang mit den regulatorischen Anforderungen zu optimieren.

Dies ist nur ein Auszug. Der gesamte Artikel ist im DerTreasurer E-Magazin erschienen.

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Frank Hoefnagels verlässt die BBVA https://www.dertreasurer.de/news/personalien/frank-hoefnagels-verlaesst-die-bbva-36224/ Wed, 24 Jan 2024 15:07:09 +0000 https://stage01.dertreasurer.de/uncategorized/frank-hoefnagels-verlaesst-die-bbva-36224/ Frank Hoefnagels verlässt die BBVA nach über 15 Jahren.

Der Europachef des spanischen Geldhauses BBVA verlässt die Bank. Wohin es Hoefnagels jetzt zieht, ist noch unklar.

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Frank Hoefnagels verlässt die BBVA nach über 15 Jahren.

Der Europachef des spanischen Geldhauses BBVA verlässt die Bank. Wohin es Hoefnagels jetzt zieht, ist noch unklar.

Frank Hoefnagels, der derzeitige Europachef der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA), wird Ende Februar das Geldhaus verlassen. Dies hat die DerTreasurer-Schwesterpublikation FINANCE vorab erfahren. Der Niederländer ist seit über 15 Jahren für die BBVA tätig und kam im Oktober 2008 von ABN Amro zu der spanischen Bank.

Firmenkundenbanker Hoefnagels startete bei der Citibank

Im Juli 2019 wurde er zum Head Corporate & Investment Banking (CIB) Europe ernannt und hatte die Aufgabe, die europäischen CIB-Einheiten enger zu verzahnen und die Position der Bank bei digitalen sowie nachhaltigen Themen zu stärken. Seine Laufbahn begann der Firmenkundenbanker Ende der neunziger Jahre bei der Citibank. 

Nun möchte sich Hoefnagels neu orientieren. Näheres ist dazu bislang nicht bekannt – dasselbe gilt mit Blick auf seinen Nachfolger als Europachef der BBVA. Die genauen Beweg- und Hintergründe für seinen Abschied können Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE nachlesen.

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Trauer um Blockchain-Pionier Philipp Sandner https://www.dertreasurer.de/news/personalien/trauer-um-blockchain-pionier-philipp-sandner-36220/ Mon, 22 Jan 2024 14:32:04 +0000 https://stage01.dertreasurer.de/uncategorized/trauer-um-blockchain-pionier-philipp-sandner-36220/ Ökonom Philipp Sandner ist überraschend mit 43 Jahren verstorben.

Philipp Sandner, Professor an der Frankfurt School of Finance und deutscher Krypto-Experte, ist tot. Mit nur 43 Jahren verstarb er unerwartet am vergangenen Dienstag.

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Ökonom Philipp Sandner ist überraschend mit 43 Jahren verstorben.

Philipp Sandner, Professor an der Frankfurt School of Finance und deutscher Krypto-Experte, ist tot. Mit nur 43 Jahren verstarb er unerwartet am vergangenen Dienstag.

Traurige Nachricht von der Frankfurt School of Finance: Die Hochschule trauert um ihren Professor Philipp Sandner. Der 43-Jährige war am 16. Januar überraschend verstorben, wie die Hochschule am Montag mitteilte.  

Sandner galt in Deutschland als einer der versiertesten Blockchain– und Krypto-Experten. 2017 war er Mitbegründer des Blockchain Centers an der Frankfurt School of Finance, an der seit 2015 lehrte. Zusätzlich war Sandner Berater in Politik und Wirtschaft. So war er unter anderem Mitglied im Fintech-Rat und im Digital Finance Forum des Bundesfinanzministeriums.

Philipp Sandner bekannt als „Blockchain-Papst“

Der Wirtschaftswissenschaftler versuchte auf vielen Ebenen die Zurückhaltung gegenüber Krypto-Märkten und der Nutzung von Blockchain entgegenzuwirken. Sei es mit seiner 2019 ins Leben gerufenen Podcast-Reihe Block52 oder als Mitgründer des Blockchain-Bundesverbandes und der International Token Standardization Association. 

Der als „Blockchain-Papst“ bekannte Ökonom engagierte sich auch außerhalb Deutschlands, wie beim EU Blockchain Observatory und als Forscher am Berkeley Center for Law & Technology. Zuletzt beschäftigte sich der Mitbegründer der Digital Euro Association (DEA) mit den Plänen der Europäischen Zentralbank zur Einführung des digitalen Euros.  

Von seinen Kollegen und anderen Experten der Krypto-Szene wurde Sandner hochgeschätzt. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

mirjam.loercher[at]finance-magazin.de

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Die Treasury-Herausforderungen 2024 https://www.dertreasurer.de/news/cash-management/die-treasury-herausforderungen-2024-36218/ Mon, 22 Jan 2024 07:52:22 +0000 https://stage01.dertreasurer.de/uncategorized/die-treasury-herausforderungen-2024-36218/ Die Zinsentscheidungen der EZB werden auch dieses Jahr ein wichtiges Thema sein.

Zinsen, Regulatorik, Geopolitik. Diese bekannten und neuen Aufgaben warten auf Treasurer in diesem Jahr.

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Die Zinsentscheidungen der EZB werden auch dieses Jahr ein wichtiges Thema sein.

Zinsen, Regulatorik, Geopolitik. Diese bekannten und neuen Aufgaben warten auf Treasurer in diesem Jahr.

Sie waren das Mega-Thema des vergangenen Jahres und werden wohl auch 2024 prägen: die Zinsen. Im vergangenen Jahr stiegen die Leitzinsen in historischem Ausmaß, am Ende des Jahres legten die Zentralbanken aber eine Atempause ein. Kommen nun die erhofften Zinssenkungen? Angesichts der rückläufigen Teuerung antizipieren die Märkte das bereits mit deutlich gesunkenen langfristigen Zinsen.

„Es werden Zinssenkungen durch Zentralbanken erwartet und in die Zinskurven eingepreist, somit werden die Sicherung von Zinserträgen bei Geldanlagen und die Absicherungsmöglichkeiten von künftigen Finanzierungen eine wichtige Rolle spielen“, glaubt Ole Matthiessen, Leiter Cash Management der Deutschen Bank, und weist auf inverse Zinskurven hin.

Zinsen sind zurück im Treasury

Damit bleibt eine Treasury-Kernkompetenz wichtig, die in der langen Niedrigzinsphase eingestaubt war: „Die Unternehmen haben zehn Jahre kein Zinsmanagement betrieben. Das ändert sich jetzt“, beobachtet etwa Volker Anhäuser, Global Markets Experte von BNP Paribas. Fälligkeiten von Finanzierungen würden stärker in den Blick genommen, Pre-Hedging und Swap-Optionen hätten zugenommen, berichtet er.

Zinsen sind aber nur eines der Themen, die das Jahr prägen werden. Die Herausforderungen sind mannigfaltig. Auch wenn Prognosen immer mit Unsicherheit behaftet sind, besonders wenn sie die Zukunft betreffen, und in den vergangenen Jahren etwa durch die Corona-Pandemie oder den Ukraine-Krieg schnell zunichtegemacht wurden, lohnt sich ein Ausblick. Dafür hat die Redaktion von DerTreasurer Marktexperten befragt.

„Die Unternehmen haben zehn Jahre kein Zinsmanagement betrieben. Das ändert sich jetzt.“

Volker Anhäuser, Global Markets Experte von BNP Paribas

Finanzierung ist Kernthema

Dabei zeichnet sich eine zweite große Herausforderung für Treasurer in diesem Jahr ab: die Finanzierung. Nach Jahren der wirtschaftlichen Stabilität und der niedrigen Zinsen wird der Markt für die Aufnahme von Kapital nun rauer. Banken schauen nach höheren Insolvenzzahlen stärker auf Risiken, Unternehmensaussichten haben sich teils eingetrübt.

„2024 rechnen wir insgesamt mit einer schwierigeren Finanzsituation vieler Unternehmen, weil sie Probleme bei der Prolongation bestehender Kreditlinien bekommen könnten“, glaubt Alfons-Maria Gracher, Geschäftsführer des gleichnamigen Kreditversicherungs- und Kautionsmaklers. Kautionsversicherer, Warenkreditversicherer und Factoringgesellschaften stünden aber auch in dieser Zeit zur Verfügung, allerdings nicht immer zu den gleichen Preisen wie 2023.

Soft Landing?

Das Preisniveau dürfte gerade für Unternehmen mit hoher Verschuldung eine Herausforderung werden. Die weitere konjunkturelle Entwicklung ist für sie entscheidend. Laut Experten von SEB preise der Markt derzeit eine sanfte Landung der Industrie ein. „Wenn das nicht passiert, werden die Märkte reagieren und sich die Spreads im Kapitalmarkt ausweiten“, glauben die Banker.

Viele Unternehmen können mit dem raueren Finanzierungsumfeld umgehen und höhere Kosten verkraften, allerdings nur, wenn die eigene Strategie nicht zu sehr auf Kante genäht ist. BNP-Experte Volker Anhäuser prognostiziert, dass sich Treasurer in diesem Jahr mit der Sicherung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit beschäftigen. „Eine Lehre aus den vergangenen Jahren war, dass der Kapitalmarkt nicht immer verfügbar ist, wenn man ihn braucht.“ Daher rät der Banker zu Vorsichtskassen und einer Diversifizierung der Finanzierungsquellen, um für volatile Kapitalmärkte gewappnet zu sein.

Dies ist nur ein Auszug. Wie sich Geopolitik, Inflation und Digitalisierung auf die Arbeit im Treasury auswirken können, lesen Sie im vollständigen Artikel. Dieser ist im DerTreasurer E-Magazin erschienen.

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Deutsche Bank holt neue M&A-Chefin https://www.dertreasurer.de/news/personalien/deutsche-bank-holt-neue-ma-chefin-36196/ Fri, 05 Jan 2024 11:44:06 +0000 https://stage01.dertreasurer.de/uncategorized/deutsche-bank-holt-neue-ma-chefin-36196/ Die Deutsche Bank hat eine neue M&A-Chefin ernannt. Sie kommt von der Citigroup.

Alison Harding-Jones wird neue Global Head of M&A bei der Deutschen Bank. Sie löst die Interims-Doppelspitze ab.

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Die Deutsche Bank hat eine neue M&A-Chefin ernannt. Sie kommt von der Citigroup.

Alison Harding-Jones wird neue Global Head of M&A bei der Deutschen Bank. Sie löst die Interims-Doppelspitze ab.

Personelle Veränderungen im M&A-Geschäft der Deutschen Bank: Alison Harding-Jones wird neue Global Head of M&A und löst damit die Doppelspitze von Berthold Fürst und Bruce Evans ab. Die Position wurde 18 Monate lang interimistisch von den beiden besetzt. 

Die Deutsche Bank hatte erst 2021 das globale M&A-Geschäft global statt regional gegliedert. Fürst wird sich nun wieder auf das Investmentbanking in der Region EMEA konzentrieren, während Evans für Nord- und Südamerika zuständig sein wird. 

Harding-Jones war zuvor bei der Citigroup tätig und gilt als eine der ranghöchsten Frauen im europäischen Finanzwesen. Den vollständigen Artikel zum Thema können Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE nachlesen.

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Mehr Wettbewerb bei Kautionsversicherungen https://www.dertreasurer.de/news/risiko-management/mehr-wettbewerb-bei-kautionsversicherungen-36188/ Fri, 22 Dec 2023 06:00:00 +0000 https://stage01.dertreasurer.de/uncategorized/mehr-wettbewerb-bei-kautionsversicherungen-36188/ Kautionsversicherer nehmen rückläufige Preise wahr. Foto: BillionPhotos.com - stock.adobe.com

Entspannung zum Jahresausklang. Ein neuer Anbieter hat laut Gracher Index für leicht sinkende Preise gesorgt.

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Kautionsversicherer nehmen rückläufige Preise wahr. Foto: BillionPhotos.com - stock.adobe.com

Entspannung zum Jahresausklang. Ein neuer Anbieter hat laut Gracher Index für leicht sinkende Preise gesorgt.

Versöhnlicher Jahresausklang bei Kautionsversicherungen: Trotz zahlreicher Krisen nimmt der Kautionsversicherer Gracher rückläufige Preise wahr. Das ist ein Ergebnis des Gracher Kautionspreisindex (KPI) für das dritte Quartal 2023.

Auch die Ratinganforderungen seien nicht verschärft, sondern sogar gesenkt worden. „Wir sehen steigende Ausfallwahrscheinlichkeiten, und dennoch gehen die Preise zurück. Das haben wir lange nicht mehr gesehen“, berichtet Alfons-Maria Gracher, Gründer und Geschäftsführer des Kautionsdienstleister. Grund sei der Markteintritt eines neuen Kautionsversicherers.

Neuer Anbieter

Wer dieser neue Anbieter ist, will Gracher aus Vertraulichkeitsgründen allerdings nicht verraten. Nur so viel: Es stünden „erfahrene Köpfe“ dahinter, die die Risiken gut einschätzen und bewerten könnten. Der neue Anbieter habe mit seinen Konditionen „einen signifikanten Anteil am Neugeschäft erobert und die Wettbewerber unter Druck gesetzt“. 

Dies ist ein Auszug. Den gesamten Artikel lesen Sie im DerTreasurer E-Magazin 24/2023.

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Die strategische Entwicklung von virtuellen Karten: Jenseits von Plastik https://www.dertreasurer.de/news/business-perspectives/die-strategische-entwicklung-von-virtuellen-karten-jenseits-von-plastik-36248/ Mon, 18 Dec 2023 12:16:00 +0000 https://stage01.dertreasurer.de/uncategorized/die-strategische-entwicklung-von-virtuellen-karten-jenseits-von-plastik-36248/

Virtuelle Karten sind nicht nur ein technologischer Wandel, sondern sind auch von strategischer Bedeutung, da sie im Working Capital Management mehr Kontrolle, Flexibilität und finanzielle Vorteile bieten.

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Virtuelle Karten sind nicht nur ein technologischer Wandel, sondern sind auch von strategischer Bedeutung, da sie im Working Capital Management mehr Kontrolle, Flexibilität und finanzielle Vorteile bieten.

In der schnelllebigen modernen Geschäftswelt entwickelt sich auch das Finanzmanagement dynamisch weiter und an vorderster Front stehen virtuelle Karten. Diese digitalen Zahlungslösungen sind nicht nur praktisch für Mitarbeiter, sondern können auch zu einem unverzichtbaren Instrument für Unternehmen werden, die bessere Kontrolle und mehr Transparenz anstreben – und vor allem ihr Working Capital strategisch verbessern wollen.

Herkömmliche Firmenkreditkarten sind seit langem ein wichtiges Instrument für Unternehmen, da sie einen Puffer für den persönlichen Cashflow bieten und Beschaffungsprozesse vereinfachen. Mit dem Aufkommen virtueller Kreditkarten hat sich diese Landschaft jedoch verändert. Diese digitalen Alternativen bieten Unternehmen unvergleichliche Vorteile, von einer besseren Integration und Kontrolle bis hin zu kostenlosen zinslosen Krediten, die besonders in einem Umfeld mit hohen Zinssätzen von Vorteil sind.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

Der Nutzen virtueller Karten geht weit über die Grenzen der Reisekosten hinaus. Unternehmen können sie für das Veranstaltungsmanagement, die Begleichung von Steuerverbindlichkeiten, die Finanzierung digitaler Werbekampagnen, die Bearbeitung von Rechnungen für IT- und Bürobedarf, die Verwaltung von Zahlungen für Versorgungsleistungen und vieles mehr einsetzen. Die Vielseitigkeit virtueller Karten macht sie zu flexiblen Instrumenten, die sich an die unterschiedlichen finanziellen Bedürfnisse eines modernen Unternehmens anpassen lassen.

Strategische Zusammenarbeit mit Bankpartnern

Der Schlüssel zur Ausschöpfung des vollen Potentials virtueller Karten liegt in der strategischen Zusammenarbeit mit Bankpartnern. Die Aufnahme eines Dialogs mit dem Kartenaussteller, in der Regel einer Bank, ermöglicht es Unternehmen, virtuelle Kartenlösungen auf ihre spezifischen Anforderungen zuzuschneiden. Dieser kooperative Ansatz beinhaltet die Entwicklung umfassender Business Cases für verschiedene Anwendungsbereiche und geografische Regionen und gewährleistet eine nahtlose Integration in bestehende Prozesse.

Vorteile neu definiert: Die Funktionen virtueller Karten

Virtuelle Karten definieren die Vorteile, die mit Unternehmensausgaben verbunden sind, neu. Im Gegensatz zu ihren physischen Gegenstücken können Unternehmen mit virtuellen Karten eine unbegrenzte Anzahl digitaler Kartennummern unter einem einzigen Konto erstellen. Jede Kartennummer kann mit einem bestimmten Ausgabenbetrag, einer Gültigkeitsdauer und einer Ausgabenkategorie versehen werden. Dies erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern ermöglicht auch eine genaue Kontrolle der Ausgaben.

Virtuelle Kreditkarten bieten eine höhere Sicherheit im Vergleich zu herkömmlichen Karten. Echtzeitkontrollen können mühelos durchgeführt werden und bieten einen zusätzlichen Schutz vor Betrug und Rückbuchungen. Einige Banken bieten sogar virtuelle Karten mit aufgeschobener Abbuchung an, die es Unternehmen ermöglichen, Zahlungen bis zu 120 Tage lang aufzuschieben, gekoppelt mit einer 30-tägigen Abrechnungsperiode, was zu einer um fünf Monate aufgeschobenen Abrechnung von Transaktionen führen kann.

Die entscheidende Rolle der Finanzabteilung

Wenn ein Unternehmen beschließt, virtuelle Kartenlösungen einzuführen, kommt der Finanzabteilung eine zentrale Rolle in diesem Prozess zu. Durch die Übernahme einer führenden Rolle bei der Kommunikation mit den Banken, der Erstellung und Überprüfung von Business Cases und der Sicherstellung einer nahtlosen Integration wird die Finanzabteilung zum Dreh- und Angelpunkt für die erfolgreiche Implementierung virtueller Kreditkarten in einem Unternehmen.

Erfolgskontrolle: Wichtige Leistungsindikatoren (KPIs)

Die Reise endet aber nicht mit der Implementierung: Erfolg ist ein fortlaufender Prozess, der eine kontinuierliche Überwachung erfordert. Key Performance Indicators (KPIs) lassen sich leicht durch einen täglichen Datenfeed zum gewünschten ERP-Endpunkt oder durch eine Reporting-Plattform erstellen, die rund um die Uhr von jedem internetfähigen Gerät aus zugänglich ist. Diese Echtzeit-Transparenz stellt sicher, dass Unternehmen ihre virtuelle Kartenstrategie auf der Grundlage konkreter Daten anpassen und optimieren können.

Die Zusammenarbeit von HSBC mit branchenführenden Partnern

Um die wachsende Bedeutung virtueller Karten zu unterstreichen, hat HSBC kürzlich eine Zusammenarbeit mit Oracle und Mastercard angekündigt. Diese Partnerschaft wird es Kunden ermöglichen, im Jahr 2024 Zahlungen an Lieferanten nahtlos über virtuelle Karten abzuwickeln und damit den B2B-Zahlungsprozess innerhalb der Oracle Fusion Cloud Enterprise Resource Planning (ERP)-Plattform zu streamlinen und zu automatisieren.

Darüber hinaus ist HSBC eine Partnerschaft mit Coupa Pay eingegangen, um die Reibungsverluste zu verringern und die Effizienz in Accounts-Payable-Prozessen zu verbessern, indem Einblicke in die unternehmensweiten Ausgaben gewonnen werden, um bessere Entscheidungen zu treffen, Risiken effektiver zu verwalten und die Liquidität und das Betriebskapital auf kostengünstige Weise zu optimieren.

HSBC Virtual Card, integriert in SAP, ermöglicht es Kunden, Rechnungsprozesse effizienter zu gestalten, indem sie Lieferanten sicher mit virtuellen Einwegkarten bezahlen, die Transparenz der Unternehmensausgaben verbessern und den Abgleich einer Vielzahl von Rechnungen vereinfachen.

Die Reise beginnt mit einer virtuellen Karte

Diese Innovationen sind ein Beispiel für das transformative Potential virtueller Kreditkarten bei der Neugestaltung der Finanzlandschaft von Unternehmen. Die Ära der virtuellen Karten ist nicht nur eine technologische Entwicklung, sondern eine strategische Notwendigkeit für Unternehmen, die die Komplexität der modernen Finanzlandschaft bewältigen müssen. Durch die Einführung dieser digitalen Lösungen erhalten Unternehmen eine noch nie dagewesene Kontrolle, Transparenz und finanzielle Flexibilität, was letztendlich das Working Capital Management neugestaltet.

Info

Business Perspectives
Marktakteure verfügen über ein einzigartiges Fachwissen. Mit Business Perspectives geben wir Marktteilnehmern Raum, ihre Expertise und ihre Sicht auf wichtige Themen einem breiteren Fachpublikum zugänglich zu machen. Hier gibt die HSBC Einschätzungen rund um das Themenfeld Treasury Transformation.

Wie die Zukunft im Treasury aussehen kann und welche Hürden auf dem Weg zu meistern sind, erfahren Sie hier.

Globale Innovation mit HSBC als Partner

HSBC Deutschland ist Teil der HSBC-Gruppe, einem der größten Finanzdienstleister der Welt. Unser Netzwerk umfasst rund 60 Länder und Territorien und unsere globalen Geschäftsbereiche betreuen weltweit mehr als 39 Millionen Kunden. Vertrauensvolle und strategisch ausgerichtete Kundenbeziehungen stehen im Mittelpunkt unseres Handelns.

Da sich Veränderungen global immer schneller vollziehen, unterstützen wir Sie dabei, Ihren Wettbewerbsvorteil langfristig zu erhalten und Ihre Geschäftsmöglichkeiten in Entwicklungs- und Industrieländern gleichermaßen zu nutzen. Mit einem starken Fokus auf digitaler Innovation unterstützen wir Sie bei der Finanzierung Ihrer globalen Wachstumsstrategie, der optimalen Steuerung Ihres Working Capitals und Ihrem individuellen Cash- und Liquidity Management.

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Rekordverdächtig viele Restrukturierungsfälle https://www.dertreasurer.de/news/risiko-management/rekordverdaechtig-viele-restrukturierungsfaelle-36136/ Tue, 28 Nov 2023 06:00:00 +0000 https://stage01.dertreasurer.de/uncategorized/rekordverdaechtig-viele-restrukturierungsfaelle-36136/ Fast wie Dominosteine fallen gerade die Unternehmen um.

Das Umfeld für Unternehmen ist schwierig, Insolvenzen und Restrukturierungen nehmen zu. Das zeigen auch die Ergebnisse des 23. Restrukturierungsbarometers von FINANCE und Struktur Management Partner.

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Fast wie Dominosteine fallen gerade die Unternehmen um.

Das Umfeld für Unternehmen ist schwierig, Insolvenzen und Restrukturierungen nehmen zu. Das zeigen auch die Ergebnisse des 23. Restrukturierungsbarometers von FINANCE und Struktur Management Partner.

Unternehmenskrisen nehmen zu. Das ist nicht nur gefühlt der Fall angesichts prominenter Firmenpleiten oder Krisen wie bei der Signa Holding, die die Nachrichten bestimmen. Im vergangenen Halbjahr ist der Anteil der Befragten, die mehr Restrukturierungsfälle zur Bearbeitung bekommen haben, weiter deutlich gestiegen. Aktuell haben das 67 Prozent der Umfrageteilnehmer bestätigt (Frühjahr 2023: 55 Prozent), so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Frühjahr 2013. Korrespondierend dazu ist der Anteil derer, die weniger Restrukturierungsfälle zur Bearbeitung bekommen haben, auf 5 Prozent gefallen. 28 Prozent gaben in etwa „gleich viele“ Fälle an.

Zu diesem Ergebnis kommt das neueste Restrukturierungsbarometer, für das FINANCE in Zusammenarbeit mit dem Beratungshaus Struktur Management Partner (SMP) regelmäßig Restrukturierungsexperten bei Banken und Warenkreditversicherern befragt. An der aktuellen Umfrage nahmen 57 Spezialisten teil. Die kommenden Monate versprechen eine Fortsetzung dieses Trends: 89 Prozent der Umfrageteilnehmer rechnen mit zunehmenden oder deutlich zunehmenden Zahlen (Frühjahr 2023: 83 Prozent).

„Auch die Warenkreditversicherer sind sehr sensibel geworden.“

Georgiy Michailov, Struktur Management Partner

Zusammenarbeit in Finanzierungspools schwieriger

Erschwerend kommt hinzu, dass nicht nur die Restrukturierungsfälle seit geraumer Zeit immer komplexer werden, was mittlerweile knapp drei Viertel der Befragten (74 Prozent) bestätigen – ein neuer Höchststand. Daneben wird auch die Finanzierung von Restrukturierungsfällen wird immer schwieriger. 68 Prozent der befragten Banker sind dieser Meinung (Frühjahr 2023: 64 Prozent). Von einfachen oder sehr einfachen Finanzierungsbedingungen spricht derweil keiner der Umfrageteilnehmer mehr.

Das wirkt sich auch auf die Zusammenarbeit innerhalb der Restrukturierungspools aus. Für immerhin 44 Prozent der Befragten gestaltet sich das Miteinander der verschiedenen Finanziers bei Restrukturierungsfällen schwieriger als noch im Frühjahr 2023. „Auch die Warenkreditversicherer sind sehr sensibel geworden, was ihre rechtzeitige Einbindung in die Kommunikation angeht“, betont Georgiy Michailov, Geschäftsführer bei Struktur Management Partner, mit Blick auf die aktuelle Zusammenarbeit zwischen den Finanzierern. Eine proaktive und symmetrische Kommunikation mit Banken und Finanzdienstleistern sei wichtiger denn je.

Die kompletten Umfrageergebnisse finden Sie hier.

Redaktion[at]derTreasurer.de

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