Finanzfachmarktmedien
11.09.12 11:55

20 Prozent der deutschen Unternehmen haben große Probleme mit säumigen Kunden, glaubt Stefan Brauel, Vorstand des Finanzdienstleisters GFKL: „Das ist nicht unerheblich für die Liquidität dieser Unternehmen. Die Zahlungsmoral in Deutschland ist nur mittelmäßig.“ Noch viel schlechter sieht es im europäischen Ausland aus, warnt Brauel.

 

Wie sehr sich die Lage zuspitzen wird, welche Unternehmen am meisten leiden und wie sehr CFOs die Außenstände mit Hilfe einer strengen Inkasso-Politik reduzieren könnten, hier bei FINANCE-TV.

Zahlungsmoral in Europa driftet auseinander

In Deutschland ist die Zahlungsmoral seit mehreren Jahren relativ konstant, findet Stefan Brauel, Vorstand des Finanzdienstleisters GFKL Financial Services. In Südeuropa, insbesondere in Italien, hat sie sich in der jüngsten Vergangenheit hingegen weiter verschlechtert – von einem bereits „bedenklichen Niveau“ aus, wie Brauel findet. Und dieser Trend werde sich noch verstärken.

Brauel rät CFOs, die mit hohen Außenständen zu kämpfen haben, zu einem professionellen Inkasso-Management. Damit könnten im Schnitt 15 bis 30 Prozent der faulen Forderungen abgebaut werden. Zu Lasten der Kundenbeziehung müsse das nicht gehen, betont Brauel. Inkasso-Unternehmen sollten dazu gezielt den Kontakt zu den säumigen Kunden suchen und gemeinsam nach Wegen suchen, die offenen Schulden zu reduzieren. Aber dennoch gibt es in vielen Unternehmen Konflikte zwischen Finanzabteilung und Vertrieb. Während die Finanzer die Forderungen oft rabiat eintreiben wollen, sorgen sich die Vertriebler um den Ruf des Unternehmens bei den Kunden. Was an dieser Ferndiagnose dran ist, erklärt Brauel im Gespräch mit FINANCE-TV.

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Im Spätsommer wird das EU-Parlament neue Gesetze zur Derivateregulierung verabschieden – mit erheblichen Konsequenzen für Unternehmen, wie Hedgingspezialist Dr. Volker Anhäuser warnt: „Für die Cash-Hinterlegung an einer zentralen Clearingstelle könnten künftig sehr hohe Geldsummen fällig werden.“ Ob es wirklich so schlimm kommt und was Treasurer und CFOs jetzt unbedingt sollten, um sich dagegen zu wappnen – die Antworten hier bei FINANCE-TV.

 

Das Russland-Geschäft bereitet deutschen CFOs großes Kopfzerbrechen: Die Zahlungsausfälle in dem Land sind zuletzt nach oben geschnellt, und damit auch die Entschädigungen, die Kreditversicherer leisten müssen. „Es wird in Russland zunehmend schwieriger, geltendes Recht durchzusetzen und Forderungen per Inkasso einzutreiben“, sagt Jochen Böhm, Risk Underwriting Director bei Coface. Wie der Kreditversicherer darauf reagiert und welche Absicherungsmöglichkeiten CFOs in Russland jetzt noch haben – Böhms Antworten hier bei FINANCE-TV.

Die Großkonzerne Siemens, Daimler, Symrise, aber auch viele Mittelständler wollen im Iran durchstarten. Doch fünf Monate nachdem weite Teile der Iran-Sanktionen gefallen sind, herrscht Ernüchterung: Banken stellen keine Finanzierung, im Zahlungsverkehr hapert es nach wie vor, und auch Kreditversicherer sind zurückhaltend: „Wir machen keine Geschäfte im Iran“, sagt Mario Jung vom Kreditversicherer Coface. Warum sich das auf absehbare Zeit wohl nicht ändern wird, wie Coface derzeit mit Anfragen von Firmenkunden umgeht und wie der Coface-Manager die wirtschaftliche Lage im Iran einschätzt – das sehen Sie hier bei FINANCE-TV.

Hybridanleihe, Schuldschein, Mezzanine-Kapital: Der Industriekonzern Georgsmarienhütte ist mit verschiedenen Instrumenten am Kapitalmarkt aktiv. „Etwa 50 Prozent unserer Linien sind bilaterale Kreditlinien, der Rest kapitalmarktnahe Transaktionen“, sagt Stefan Brunn, Leiter Finanzen, bei FINANCE-TV. Eine verlässliche Finanzplanung ist aber schwierig – aus Angst vor steigenden Strompreisen durch die Energiewende und nachlassender Wettbewerbsfähigkeit hat das Unternehmen Investitionen, die nicht unbedingt notwendig sind, zurückgestellt. Für die Georgsmarienhütte könnten es bis zu 50 Millionen pro Jahr sein – bei einem Ebit von 149 Millionen Euro im Jahr 2011 ein gewaltiger Betrag. Wie das Unternehmen darauf reagiert und wie sich dadurch auch die M&A-Strategie des Unternehmens ändert, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.

Kampfansage an die drei großen Ratingagenturen: „Wir wollen die europäische Alternative zu Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch werden, der europäische Player in diesem Oligopol“, kündigte Scope-Chef Torsten Hinrichs im Interview mit FINANCE-TV an. Mittelfristig strebt Scope im deutschen Corporate-Rating-Markt einen zweistelligen Marktanteil an. Wie genau Scope-Chef Hinrichs den großen Drei das Fürchten lehren will und was für CFOs dabei herausspringt – die Antworten nur hier im heutigen Talk von FINANCE-TV.

Die Ratingagentur Scope nimmt unaufgefordert alle Emittenten von Mittelstandsanleihen unter die Lupe. Nach den ersten 17 Bewertungen ist die Richtung schon klar: Die Scope-Ratings liegen zum Teil viele Notches schlechter als die bestehenden Ratings: „Qualitative Aspekte wie ein gutes Controlling oder funktionierende Prozesse können über wenig Eigenkapital und schwankende Liquidität nicht hinwegtäuschen“, verteidigt Scope-Chef Thomas Morgenstern bei FINANCE-TV seinen quantitativen Ratingansatz und seine schlechteren Bewertungen. „Insofern muss man auch nicht überrascht sein, dass wir bei Mittelstandsanleihen auch schon erste Ausfälle gesehen haben.“ Was er mit seinem Massen-Rating bezweckt und was er zu dem Vorwurf sagt, er wolle die Emittenten nur erpressen – hier bei FINANCE-TV.