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16.05.12 11:55

Das Modelabel Tom Tailor expandiert mit neuen Retail-Stores und Produktlinien. Dafür muss der Konzern aber erst einmal Working Capital aufbauen und Anfangsinvestitionen stemmen – das geht an die Substanz. Doch das soll sich von diesem Jahr an ändern, verspricht Finanzchef Dr. Axel Rebien im Talk mit FINANCE-TV. Der operative Cashflow soll die Investitionen von voraussichtlich 23 bis 25 Millionen Euro übersteigen. In welchen Märkten die Modekette wachsen will und wie sie ihre Kontrollmechanismen aufbaut, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.

Tom Tailor will wachsen – in den Kernmärkten und in China

In ihren Kernmärkten Deutschland, Österreich und der Schweiz will die Modekette Tom Tailor allein in diesem Jahr 60 bis 70 neue Stores eröffnen. In Deutschland nennt das Unternehmen 150 Monolabel-Stores sein Eigen und sieht noch viel Raum für weitere Neueröffnungen: „Wir sehen Potential für 600 Stores“, sagt Finanzvorstand Dr. Axel Rebien.

Neben dem Wachstum im Heimatmarkt steht in diesem Jahr der Markteintritt in China an – allerdings nicht im Alleingang. „Wir haben das Land in Regionen unterteilt und arbeiten jeweils mit einem Partner zusammen“, sagt Rebien. So soll das Risiko des Markteintritts reduziert werden.

Trotz des raschen Wachstums will der Finanzchef in den kommenden Jahren aber auch Reserven aufbauen. In diesem Jahr liegt der Investitionsbedarf bei etwa 23 bis 25 Millionen Euro, der Cashflow soll dies übertreffen. Im ersten Quartal verbuchte das Unternehmen trotz Umsatzzuwächsen von 20 Prozent aber noch ein Periodenergebnis von minus 5,2 Millionen Euro. Allein 3 Millionen an außerordentlichen Kosten wurden für die Refinanzierung des Unternehmens fällig. Die Ende 2013 auslaufende alte Finanzierung wurde vorzeitig abgelöst, durch günstigere Zinsen spart Tom Tailor etwa 1 Million Euro Zinskosten pro Jahr. Auch eine Finanzierung über Anleihen hat das Unternehmen geprüft, wie der CFO verrät. Doch letztlich sei die Kreditfinanzierung über ein Bankenkonsortium passender gewesen. Wie die operative Struktur sich mit dem Konzernwachstum verändert und bis wann der Break-Even in China gelingen soll, berichtet Rebien im Talk bei FINANCE-TV.

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