Finanzierung
21.05.12 11:55

Der Fußballclub Schalke 04 steht vor seinem Debüt am Kapitalmarkt, eine Anleihe soll 50 Millionen Euro in die Vereinskasse spülen. „Wir sind uns im Vorstand einig, dass wir jetzt nicht wie wild in den Kader investieren werden, nur um einen bestimmten sportlichen Erfolg zu erzielen“, weist Peters im Interview bei FINANCE-TV die Sorgen mancher Investoren zurück. Wie stabil die Schalke-Bilanz ist, mit welchen Einnahmen Peters in den nächsten Jahren kalkuliert und wie er es schaffen will, innerhalb von zehn Jahren mehr als 200 Millionen Euro Schulden abzubauen – die Antworten hier bei FINANCE-TV.

Schalke 04: Nach Schechter kommt jetzt die Mittelstandsanleihe

Der Fußballclub Schalke 04 strebt an den Kapitalmarkt. Vom 30. Mai bis zum 8. Juni läuft die Zeichnungsfrist für eine Mittelstandsanleihe, mit der Schalke 50 Millionen Euro aufnehmen will, um damit andere Verbindlichkeiten zu tilgen. Schalke-CFO Peter Peters wirbt vor allem mit den stillen Reserven, die seiner Aussage nach in der Bilanz stecken: Das vereinseigene Stadion ist mit rund 100 Millionen Euro bilanziert, besitzt laut Peters aber einen Zeitwert von 250 Millionen Euro. „Außerdem haben wir die Catering- und Vermarktungsrechte nicht bilanziert, die andere Bundesligaklubs für bis zu 70 Millionen Euro verkauft haben“, erklärte Peters bei FINANCE-TV.

Doch der Verein ist hoch verschuldet. Zu den 184 Millionen Euro Finanzschulden gesellen sich noch weitere Millionen, die als Hypothek auf der Arena lasten. „Wenn wir die Anleihe in sieben Jahren wieder tilgen müssen, wird das Stadion aber abbezahlt sein“, verspricht Peters. Auch alle übrigen Schulden will der Finanzchef innerhalb der nächsten zehn Jahre zurückzahlen, allerdings ohne Abstriche am Spielerkader zu machen. Peters glaubt, dass der Verein sich beides leisten kann. Grund: „Wir haben wichtige Sponsorenverträge mit Gazprom, Adidas und Veltins langfristig verlängert, ab 2013 kommt noch der neue Fernsehvertrag mit Sky hinzu, der uns Mehreinnahmen von 10 bis 15 Millionen Euro im Jahr bringen wird“, listet Peters die Cashflowbringer auf. „Das sind alles keine Hoffnungswerte, unsere Ertragskraft ist garantiert.“

Der Finanzchef bekennt sich dazu, die zusätzlichen Mittel nicht für neue Spieler zu verschleudern, wie das schon viele Fußballclubs vor Schalke getan haben: „Wir sind uns im Vorstand einig, dass wir jetzt nicht wie wild in den Kader investieren werden, nur um einen bestimmten sportlichen Erfolg zu erzielen.“

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