Treasury
21.11.12 11:55

Die Refinanzierung von Techem über fast 1,3 Milliarden Euro war eine der größten Transaktionen des Jahres. Für Steffen Bätjer (43), seit drei Jahren CFO beim Eschborner Energiedienstleister ist, war sie ein voller Erfolg. Es gelang dem Portfoliounternehmen im Besitz der australischen Bank Macquarie, die Laufzeiten zu verlängern, die Finanzierungsquellen zu diversifizieren, Swaps der vorherigen Bankfinanzierung abzulösen und noch immer Zinskosten einzusparen. Rund 1,6 Millionen Euro weniger muss Techem nun im Jahr berappen.

 

Techem wählte eine laut Bätjer „zinsoptimierende“ Junior-Senior-Struktur, nach der die beiden Bonds zu 410 (Laufzeit 2019) bzw. 325 Millionen Euro (Laufzeit 2020) aufgeteilt wurden. Das vergleichsweise schwache Moody’s-Rating war dabei kein Hindernis. Die Anleihen waren 9-fach überzeichnet. „Es ist verständlich, dass Ratingagenturen bei Neuemittenten vorsichtig sind“, sagt Bätjer. „Wir waren auf der Kippe zwischen einem B und einem BB. Ein stabiles BB-Rating ist unser längerfristiges Ziel.“ Dieser Zielvorgabe entsprechend will Bätjer nun die Verschuldung von 5,7 Mal EBITDA auf den Faktor 4,5 senken. Warum Bätjer keine Angst vor verschlossenen Zeitfenstern am High-Yield-Markt hatte, erfahren Sie hier.

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Die Ankündigung der EZB, künftig auch Unternehmensanleihen kaufen zu wollen, hat die Bondrenditen deutlich gedrückt. Obwohl die EZB nur Investmentgrade-Papiere erwerben will, profitieren davon auch High-Yield-Emittenten: „Im Markt für Hochzinsanleihen ist reichlich Liquidität vorhanden. Was fehlt, sind die Neuemissionen“, sagt Steffen Wasserhess, Experte für High-Yield-Bonds bei der UniCredit. Warum die Neuemissionen bislang ausbleiben, was sich durch die EZB-Entscheidung ändert und wie sich der High-Yield-Markt in diesem Jahr entwickeln wird – Wasserhess‘ Antworten hier bei FINANCE-TV.

Ab dem 26. November will Ekosem Agrar, die deutsche Holding des russischen Agrarkonzerns Ekoniva, zum zweiten Mal in diesem Jahr den Bondmarkt anzapfen. Nach einer erfolgreichen Erstemission über 50 Millionen Euro im Segment Bond M im März an der Stuttgarter Börse, will CFO Wolfgang Bläsi nun weitere 60 Millionen Euro platzieren.

 

Ein Grund für das Ausweichen auf den deutschen Kapitalmarkt: Kreditzinsen in Russland sind angesichts von fast 7 Prozent Inflation deutlich teurer als die rund 7-Prozent-Kupons in Deutschland. Zudem ist der russische Bankensektor vergleichsweise zersplittert. Die Erlöse will er in die Herde von Milchkühen, Ställe und Fläche investieren und die Betriebsleistung in den kommenden Jahren von 80 Millionen Euro auf annähernd 200 Millionen Euro steigern. Die hohen Vorfinanzierungen führen dabei zu einem negativen Free Cashflow, solange das Unternehmen wächst, erklärt Bläsi. Das Geschäft sei profitabel genug, um die Investoren zu bedienen, versichert er. Ekosem profitiert von den auf Mangelversorgung beruhenden hohen russischen Milchpreisen.

 

Im Vorfeld der ersten Emission musste er mit der Börse und den Investoren „reden, reden, reden“, um die Russlandgeschichte deutlich zu machen. Wie er das politökonomische Risiko einschätzt, erfahren Sie im Interview bei FINANCE-TV.

Gleich für zwei Paukenschläge hat der Pay-TV-Sender Sky Deutschland kürzlich gesorgt: Die Münchener präsentierten im zweiten Quartal den ersten operativen Gewinn seit Jahren, und sie erwarben im Frühjahr die Bundesliga-Übertragungsrechte bis 2016 – für einen doppelt so hohen Preis wie zuvor. Sky-Deutschland-CFO Steven Tomsic betont im Interview mit FINANCE-TV, dass das alles solide finanziert sei: „Wir müssen keinen Deal machen und der Telekom oder einem anderen Internet-TV-Anbieter die Internetrechte weiterverkaufen – einen Deal machen wir nur, wenn er für uns attraktiv ist.“ Was diese aggressive Strategie für die Finanzen und den Cashflow des TV-Riesen bedeutet und wie es sich als CFO anfühlt, seit Jahren am finanziellen Tropf des Mutterkonzerns News Corp zu hängen – dies und mehr verrät Tomsic im Gespräch mit FINANCE-TV.

Finanzabteilungen verschlingen immer mehr Geld. Dies ist das Kernergebnis einer aktuellen Benchmarkstudie von PwC. Doch angesichts der immens steigenden Anforderungen an die CFOs und ihre Mitarbeiter sei der Kostenanstieg moderat, findet Thomas Weber, Partner im Finance-Consulting-Bereich bei PwC: „Die Finanzabteilungen werden effizienter.“ Doch auch die Schwächen, die die Untersuchung zu Tage gefördert hat, stechen ins Auge: Reporting, Forecasting, Risikomanagement – in all diesen Feldern schätzen viele Finanzabteilungen ihre Leistungen selbst als ungenügend ein. Wo genau die Probleme liegen und wie CFOs die Performance ihrer Teams verbessern können – die Antworten hier bei FINANCE-TV.

Totgesagte leben länger: Nur drei Jahre nach dem tiefen Einbruch des Automarktes und der hausgemachten Schuldenkrise steht der Autozulieferer Continental stärker da als je zuvor. Dank eines strammen Abbaus der Verschuldungsquote (Gearing) von 219 auf 85 Prozent hat Conti wieder Spielräume, die das Management aber vorerst nicht nutzen will: „Wir werden erst einmal weiter Schulden abbauen, bis wir unser Gearing unter 60 Prozent gedrückt haben“, kündigt Conti-CFO Wolfgang Schäfer im Interview bei FINANCE-TV an. Wie lange das noch dauern wird, was seine Pläne für die Zeit danach sind und wie er zu der Idee steht, Großinvestor Schaeffler herauszukaufen – Schäfers Antworten exklusiv hier bei FINANCE-TV.

Das Modelabel Tom Tailor expandiert mit neuen Retail-Stores und Produktlinien. Dafür muss der Konzern aber erst einmal Working Capital aufbauen und Anfangsinvestitionen stemmen – das geht an die Substanz. Doch das soll sich von diesem Jahr an ändern, verspricht Finanzchef Dr. Axel Rebien im Talk mit FINANCE-TV. Der operative Cashflow soll die Investitionen von voraussichtlich 23 bis 25 Millionen Euro übersteigen. In welchen Märkten die Modekette wachsen will und wie sie ihre Kontrollmechanismen aufbaut, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.