Treasury
26.07.12 11:55

Seit der Finanzkrise nutzen Firmen verstärkt Supply-Chain-Finance-Programme, um ihr Working Capital zu optimieren. „Viele Unternehmen haben schmerzhaft erfahren, welche Folgen Unterbrechungen der Lieferketten haben“, sagt Markus Wohlgeschaffen, Head of Global Trade Finance & Services der UniCredit, im Interview mit FINANCE-TV. Wie die einzelnen Abteilungen innerhalb eines Unternehmens bei diesen Programmen zusammenarbeiten sollten und welche Auswirkungen er durch die Basel-III-Regularien auf Supply Chain Finance erwartet, verrät Wohlgeschaffen im Talk bei FINANCE-TV.

Finanzierung entlang der Lieferkette rückt in den Fokus

Seite Jahren versuchen Anbieter, Supply-Chain-Finance-Programme an den Kunden zu bringen – so richtig erfolgreich sind sie damit aber erst, seit Themen wie  Working Capital Management im Zuge der Finanzkrise in den Fokus der Unternehmen gerückt sind. „Viele große Unternehmen haben Spezialisten für Working Capital Management, die direkt an den CFO berichten“, beobachtet Markus Wohlgeschaffen, Head of Global Trade Finance & Services der UniCredit. In kleineren Unternehmen gibt oft der Geschäftsführer selbst den Anstoß für ein Supply-Chain-Finance-Programm – und überwacht dann auch selbst dessen Implementierung.

In großen Firmen müssen Einkauf und Finanzabteilung  zusammenarbeiten, um überhaupt zu erkennen, an welcher Stelle der Lieferkette ein Supply-Chain-Finance-Programm sinnvoll sein könnte. Wohlgeschaffen glaubt zu erkennen, dass sich die Abstimmung innerhalb der Unternehmen  zu diesem Thema verbessert, auch wenn das noch nicht in jedem Fall funktioniert. „Es gab schon Auftaktveranstaltungen zu Supply-Chain-Finance-Programmen, bei denen zwei Kollegen desselben Unternehmens sich zum ersten Mal trafen und ihre Visitenkarten austauschten“, erinnert sich Wohlgeschaffen.

Neben Banken interessieren sich auch Versicherungen und Hedgefonds für die Programme, mit denen Firmen ihr Working Capital optimieren wollen. Tendenziell vermutet Wohlgeschaffen, dass die Anzahl an Partnern, mit denen ein Unternehmen bei diesen Projekten zusammenarbeitet, zunehmen wird. Dabei ist nicht nur die Risikotragfähigkeit der finanzierenden Partner entscheidend: „Wir sehen es oft, dass Unternehmen große Programme bewusst auf mehrere Partner verteilen, um Abhängigkeiten zu vermeiden“, sagt Wohlgeschaffen. Er vermutet, dass die Basel-III-Regulierung einen weiteren Impuls für Supply-Chain-Finance-Programme geben wird: Die Tendenz hin zu kurzfristigen und transaktionsspezifischen Finanzierungen wird die Nachfrage weiter steigern, erwartet der Experte. Das vollständige Interview sehen Sie bei FINANCE-TV.

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Eine Woche nach dem starken Debüt von Schaeffler am Anleihemarkt sieht Anleihenexperte Christian Reusch von der UniCredit für deutsche Unternehmen alle Ampeln auf Grün geschaltet: „Unternehmensanleihen werden von den Investoren gesucht, die Kupons sind nach unten gekommen, und das Momentum wird durch die Bank stark bleiben.“ Wo der Hunger der Investoren am größten ist und wie Unternehmen ihre Bondemission timen sollten – Reuschs Einschätzung hier bei FINANCE-TV.

Von Februar 2014 an müssen Firmen ihren Zahlungsverkehr nach den Maßgaben der Single Euro Payments Area (Sepa) ausführen – doch bei der Vorbereitung gibt es Nachholbedarf, meint Norbert Müller, Leiter Cash Management Sales Deutschland bei der UniCredit. „Sepa ist eines der von den Unternehmen am meisten unterschätzten Themen.“ Wo es hakt, wie ein Unternehmen Engpässe vermeidet und welche Vorteile die Umstellung auf ein einheitliches Zahlungsverkehrsformat bringen kann, erklärt Müller bei FINANCE-TV.

Die Ankündigung der EZB, künftig auch Unternehmensanleihen kaufen zu wollen, hat die Bondrenditen deutlich gedrückt. Obwohl die EZB nur Investmentgrade-Papiere erwerben will, profitieren davon auch High-Yield-Emittenten: „Im Markt für Hochzinsanleihen ist reichlich Liquidität vorhanden. Was fehlt, sind die Neuemissionen“, sagt Steffen Wasserhess, Experte für High-Yield-Bonds bei der UniCredit. Warum die Neuemissionen bislang ausbleiben, was sich durch die EZB-Entscheidung ändert und wie sich der High-Yield-Markt in diesem Jahr entwickeln wird – Wasserhess‘ Antworten hier bei FINANCE-TV.

Zahlungsverkehr ist in den Finanzabteilungen ein Kernthema. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Prozessen läuft er seit Jahren nach demselben Schema. Innovationen setzen sich nur langsam durch – und das liegt auch an den Banken, sagt Markus Rupprecht, Vorstand von Traxpay, einem Anbieter von Software für den Zahlungsverkehr. „Die Banken haben keinen Anreiz, es besser zu machen. Teilweise verdienen sie mit den alten Prozessen“, kritisiert Rupprecht. Der Antrieb zu Veränderungen müsse daher aus den Unternehmen kommen. Rupprecht sieht besonders beim Thema Flexibilität noch Verbesserungsbedarf – sowohl, was die Datenmenge angeht, die mit einer Zahlung mitgeliefert werden kann, als auch mit Blick auf die Ausführung von Zahlungen. „Jeder wird nervös, wenn Facebook mal zehn Minuten ausfällt. Auf der anderen Seite ist es für einen Treasurer völlig normal, dass er Zahlungsverkehr nur zwischen 8 und 14 Uhr machen kann“, sagt Rupprecht.

 

Allerdings sieht er auch in den Unternehmen eine gewisse Skepsis gegenüber Neuerungen wie Cloud-Diensten. Wie man den Vorbehalten begegnen kann, welche Vorteile Innovationen aus dem Consumer-Bereich für Unternehmen mit sich bringen könnten und wie sich der Zahlungsverkehr in den nächsten Jahren verändern könnte, erklärt Rupprecht bei FINANCE-TV.

 

Die Blockchain hat das Potential, die Finanzwelt zu revolutionieren. Bis 2025 wird auf Basis der Technologie eine Infrastruktur entstehen, über die Geschäfte mit sämtlichen handelbaren Assets – Wertpapiere, Derivate, Devisen, Grundstücke und Co. – abgewickelt werden können, prognostiziert Markus Krall, Managing Director bei der Unternehmensberatung Goetzpartners: „Es werden völlig neue Gebührenmodelle im Banking entstehen.“ In welchen Bereichen er die größten Anwendungsmöglichkeiten für die Blockchain sieht, ob die neue Technologie die Banken obsolet machen wird und warum die Behauptung, die Blockchain sei absolut sicher, nur in Teilen stimmt – die Antworten bekommen Sie hier bei FINANCE-TV.

Das Russland-Geschäft bereitet deutschen CFOs großes Kopfzerbrechen: Die Zahlungsausfälle in dem Land sind zuletzt nach oben geschnellt, und damit auch die Entschädigungen, die Kreditversicherer leisten müssen. „Es wird in Russland zunehmend schwieriger, geltendes Recht durchzusetzen und Forderungen per Inkasso einzutreiben“, sagt Jochen Böhm, Risk Underwriting Director bei Coface. Wie der Kreditversicherer darauf reagiert und welche Absicherungsmöglichkeiten CFOs in Russland jetzt noch haben – Böhms Antworten hier bei FINANCE-TV.