Märkte
04.12.17 11:55

Der Anleihemarkt hat CFOs in den vergangenen Jahren mit Traumkonditionen verwöhnt. Doch hält dieser Zustand auch 2018 an, wenn der Großinvestor EZB sein Aufkaufprogramm von 60 auf 30 Milliarden Euro zurückschraubt? „Wir werden ein leichtes Anziehen der Credit Spreads vor allem am lange Ende sehen“, prognostiziert Anthony Bryson, der die Corporate Debt Plattform der BNP Paribas für Deutschland, Österreich und die Schweiz leitet. Warum das Tapering aber nicht zu Verwerfung am Corporate-Bond-Markt führen wird, welche Rolle geopolitische Risiken spielen und wieso Green Bonds mehr als nur ein Marketing-Gag sind – Brysons Antworten hier bei FINANCE-TV.

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Der Finanzierungsspezialist Arno Fuchs warnt CFOs eindringlich davor, sich bei ihrer Finanzierung zu sehr auf den boomenden Bondmarkt zu stützen: „Viele CFOs laufen blind in den Bondmarkt hinein, nur weil dort gerade eine Bonanza herrscht“, sagt der Gründer des Beratungshauses FCF Fox Corporate Finance bei FINANCE-TV. Dies sei nicht nur gefährlich, sondern auch teuer: „Wenn CFOs die gleichen Ressourcen wie in eine Bondemission in Bankverhandlungen stecken würden, bekämen sie viel bessere Ergebnisse“, glaubt Fuchs. Wie groß der Zinsvorteil sein kann, welche Finanzierungsstrategie für ihn Bundesliga-Format hat und welche nur Regionalliga-Niveau– das alles verrät Fuchs hier bei FINANCE-TV.

Die Zinswende in den USA trifft auch deutsche CFOs: Die Finanzierung in US-Dollar wird teurer, gleichzeitig drängen immer mehr amerikanische Unternehmen auf den vergleichsweise günstigen Euro-Anleihemarkt: „US-Unternehmen arrangieren sich schneller mit der neuen Situation, europäische Finanzchefs sind preissensibler“, sagt Jörg Sautter, Leiter des Debt Capital Markets Geschäfts der Citibank in der DACH-Region. Was er deutschen CFOs im Hinblick auf Euro-Emissionen rät, warum es sich lohnen kann, am US-Dollar-Bondmarkt schnell zu sein, und wie er die weiteren Schritte der US-Notenbank Fed einschätzt – Sautters Antworten hier bei FINANCE-TV.

Nach zahllosen Pleiten und Skandalen herrscht seit einem Jahr Flaute am Mini-Bondmarkt, es finden kaum noch neue Emissionen ihren Weg an den Markt. Im Interview mit FINANCE-TV deutet Eric Leupold von der Deutschen Börse erstmals öffentlich an, dass der zentrale Handelsplatz der Mini-Bonds sich bald stärker engagieren wird, um die Schwächen des Segments auszumerzen, und den Mini-Bonds als Finanzierungsinstrument eine Zukunft zu sichern: „Irgendwann müssen wir auch Standards setzen. Mittelfristig wird sicher etwas passieren.“ Wo genau die Deutsche Börse ansetzen will und welche Verschärfung bereits auf dem Weg ist, erfahren Sie hier in der aktuellen Sendung von FINANCE-TV.

Die Angst vor dem Euro-Crash treibt die Investoren in Bundesanleihen. „Das zeigt, wie viel Wert die Investoren im Moment darauf legen, dass ihnen das Geld überhaupt zurückgezahlt wird“, beschreibt Maxence Mormède, leitender Rentenfondsmanager bei Allianz Global Investors, bei FINANCE-TV die Hintergründe des Runs auf deutsche Staatsanleihen. Auch aus Mangel an Alternativen: „Die anderen sicheren Häfen in Europa sind fast genauso teuer wie Bundesanleihen. Damit sind und bleiben Bundesanleihen der sicherste Hafen für institutionelles Geld in Europa.“ Ob die Renditen mittelfristig wieder steigen und was passiert, wenn Eurobonds kommen – das ganze Interview hier bei FINANCE-TV.

Der Bondmarkt boomt: In den ersten zwei Wochen 2017 haben Unternehmen Euro-Anleihen über 17 Milliarden Euro platziert – so viel wie seit über vier Jahren nicht mehr. „2017 gilt: Je früher man an den Markt geht, desto besser“, sagt Christoph Paul, DCM-Banker bei der Crédit Agricole CIB im Interview mit FINANCE-TV. Denn die exzellenten Konditionen aus dem vergangenen Herbst sind wohl passé. Warum das so ist und wie die Zinswende konkret abläuft – Pauls Prognosen hier bei FINANCE-TV.

Die Ratingagentur Scope nimmt unaufgefordert alle Emittenten von Mittelstandsanleihen unter die Lupe. Nach den ersten 17 Bewertungen ist die Richtung schon klar: Die Scope-Ratings liegen zum Teil viele Notches schlechter als die bestehenden Ratings: „Qualitative Aspekte wie ein gutes Controlling oder funktionierende Prozesse können über wenig Eigenkapital und schwankende Liquidität nicht hinwegtäuschen“, verteidigt Scope-Chef Thomas Morgenstern bei FINANCE-TV seinen quantitativen Ratingansatz und seine schlechteren Bewertungen. „Insofern muss man auch nicht überrascht sein, dass wir bei Mittelstandsanleihen auch schon erste Ausfälle gesehen haben.“ Was er mit seinem Massen-Rating bezweckt und was er zu dem Vorwurf sagt, er wolle die Emittenten nur erpressen – hier bei FINANCE-TV.