Treasury
08.04.15 11:55

Die heftigen Währungsschwankungen, insbesondere der Rubel-Verfall, haben Metro, Adidas und Stada zuletzt einen nennenswerten Teil ihrer Gewinne gekostet. „Diese Verluste ergeben sich vor allem daraus, dass Unternehmen Translationsrisiken, also Umrechnungseffekte, nicht absichern“, sagt Sven Jürgensen, Leiter Devisenhandel Firmenkunden bei der HSBC in Deutschland, im Interview mit FINANCE-TV. Warum CFOs diese FX-Risiken nicht hedgen, welche Lehren sie aus den aktuellen Turbulenzen ziehen können und warum sich Flexibilität im Währungsmanagement auszahlt – das erfahren Sie hier im Talk bei FINANCE-TV.

So stemmen sich CFOs gegen Wechselkursschwankungen

Auf den Währungsmärkten herrschen stürmische Zeiten: Der Euro hat innerhalb eines Jahres 25 Prozent an Wert gegenüber dem US-Dollar verloren und marschiert in Richtung Parität, der brasilianische Real befindet sich in einer Abwärtsspirale, der russische Rubel erholt sich nur langsam von seinem massiven Einbruch im Spätherbst. Diese Turbulenzen haben in den Bilanzen vieler deutscher Unternehmen kräftige Spuren hinterlassen: Den Sportartikelhersteller Adidas haben Währungsschwankungen im abgelaufenen Geschäftsjahr 550 Millionen Euro des Konzernumsatzes gekostet. Beim Handelsriesen Metro könnte der Rubel-Verfall im laufenden Geschäftsjahr 2014/2015 das Ebit gar um rund 200 Millionen Euro zusammenstutzen. 

CFOs haben begonnen, ihre Lehren aus den Verwerfungen zu ziehen, beobachtet Sven Jürgensen, Leiter Devisenhandel Firmenkunden bei der HSBC in Deutschland: „Die Turbulenzen haben dazu geführt, dass Unternehmen ihrer Treasury-Abteilung mehr Flexibilität bei der Wechselkursabsicherung einräumen.“ In volatilen Märkten sei es wichtig, schnell reagieren zu können. Diese Erkenntnis setze sich nun zunehmend in den deutschen Unternehmen durch.

„In der Vergangenheit haben Unternehmen häufig ganz oder gar nicht abgesichert“, sagt Jürgensen. Jetzt gewinnen dynamische Ansätze an Bedeutung, bei denen die Absicherungsquoten variieren, je nachdem wie sich der Wechselkurs entwickelt. Wie diese Ansätze genau aussehen, wie es beim Währungspaar Euro-Dollar weitergeht und was das für die Absicherungsstrategie bedeutet, erfahren Sie hier bei FINANCE-TV. 

Ähnliche Sendungen

Die drastischen Strafen gegen europäische Banken in den USA schrecken auch Industrie-CFOs auf. Denn sie zeigen: Die Teilnahme am US-Dollar-Finanzsystem bedeutet de facto, dass man sich US-Sanktionsrecht unterwirft. Wer kann, sollte daher darüber nachdenken, in kritischen Regionen auf den Dollar zu verzichten, rät Hans Bleuel, Professor für Internationale Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Düsseldorf: „Unternehmen mit ausreichend Marktmacht können das bei ihren Kunden durchsetzen.“ Für welche Unternehmen das eine Option ist und wie er den Feldzug der US-Justiz gegen europäische Banken einschätzt, erklärt Bleuel im Interview bei FINANCE-TV.

Die Zinswende in den USA trifft auch deutsche CFOs: Die Finanzierung in US-Dollar wird teurer, gleichzeitig drängen immer mehr amerikanische Unternehmen auf den vergleichsweise günstigen Euro-Anleihemarkt: „US-Unternehmen arrangieren sich schneller mit der neuen Situation, europäische Finanzchefs sind preissensibler“, sagt Jörg Sautter, Leiter des Debt Capital Markets Geschäfts der Citibank in der DACH-Region. Was er deutschen CFOs im Hinblick auf Euro-Emissionen rät, warum es sich lohnen kann, am US-Dollar-Bondmarkt schnell zu sein, und wie er die weiteren Schritte der US-Notenbank Fed einschätzt – Sautters Antworten hier bei FINANCE-TV.

Die Absicherung von Zinsrisiken gehört in vielen Unternehmen seit Jahren zum Standard, die Absicherung von Rohstoffrisiken wird dagegen nach wie vor vernachlässigt, findet Frank-Oliver Wolf, Leiter des Zins- und Währungsmanagements der Commerzbank. Oftmals schaffen Unternehmen es nicht einmal, die Risiken überhaupt aufzudecken. Wie man Klarheit über sein Rohstoff-Exposure erlangt und welche Sicherungsmechanismen funktionieren, erklärt Wolf im Talk bei FINANCE-TV.

Mit einem Volumen von 17 Milliarden US-Dollar ist die Übernahme des amerikanischen Laborausrüsters Sigma-Aldrich der bis dato größte Zukauf in der Unternehmensgeschichte des Darmstädter Chemiekonzerns Merck. Für das Treasury-Team war die Akquisitionsfinanzierung ein Kraftakt. Insbesondere das Währungsrisiko, das aus dem großen Volumen in US-Dollar entstand, musste das Treasury absichern. Für diese Leistung hat das Team auf der diesjährigen Structured FINANCE von der Publikation „Der Treasurer“ den Preis für das Treasury des Jahres erhalten.

 

Für Merck ist es die zweite Auszeichnung: Bereits 2010 wurde das Unternehmen für die Begleitung der Millipore-Übernahme ausgezeichnet. Welche der Transaktionen für das Treasury komplexer war, ob die Erfahrungen aus der Millipore-Transaktion eine Hilfe waren und wie es sich anfühlt, in unsicherem Umfeld den Bondmarkt zu eröffnen, davon berichtet Mercks Treasury-Chef Rando Bruns im Talk bei FINANCE-TV.

 

Die Venture-Investoren pumpen immer mehr Gelder in den Fintech-Sektor – jetzt auch in Deutschland. Rund 400 Millionen US-Dollar sind es jetzt schon, mehr als doppelt so viel wie im gesamten Vorjahr. Für Banken könnte das existenzbedrohend sein, glaubt der Fintech-Investor Christian Nagel vom Venture-Fonds Earlybird: „Alle Geschäftsbereiche der Banken werden von den Fintechs angegriffen – vielleicht mit Ausnahme des Investmentbankings und der Vermögensverwaltung für sehr reiche Kunden“, erklärte er gegenüber FINANCE-TV. Welche Grundfunktionen die Fintechs den Banken als erstes wegnehmen wollen und welche die heißesten Fintechs in Deutschland sind – die Antworten gibt Nagel hier im aktuellen FINANCE-TV-Talk.

Die Russland-Sanktionen der EU laufen Ende Juli aus. Einige deutsche Unternehmen spekulieren bereits darauf, dass die Sanktionen nicht verlängert werden. „In Russland ist der Tenor klar: Die Sanktionen kippen auf jeden Fall“, sagt Thomas Heidemann, Partner bei der Wirtschaftskanzlei CMS, im Interview mit FINANCE-TV. Wie er die Chancen für ein Ende der Sanktionen einschätzt und warum selbst ein Ende der Sanktionen noch keine Trendwende für das Russland-Geschäft deutscher Unternehmen bedeuten würde – Heidemanns Antworten sehen Sie hier.