Treasury
14.04.15 11:55

Das Tabu ist gebrochen: Seit dem vergangenen Herbst reichen immer mehr Banken die Strafzinsen, die sie bei der EZB zahlen, an ihre Firmenkunden weiter. „Großen Firmenkunden müssen wir marktgerechte Zinsen in Rechnung stellen“, bestätigt Roland Weiß, Leiter Corporate Sales bei der DZ Bank im Interview mit FINANCE-TV. Wie CFOs im kurzfristigen Bereich noch eine positive Rendite erzielen können und welche Risiken sie dafür eingehen müssen, das erklärt Weiß im Talk bei FINANCE-TV.

Geldanlage: Wie CFOs Strafzinsen vermeiden können

Zinsen um und unter null sind bei kurzfristigen Geldanlagen zum neuen Normalfall geworden. Es dürfte weiter ins Minus gehen, schließlich hat die EZB gerade erst mit ihrem Quantitative-Easing-Programm begonnen: Allein im März hat die Zentralbank die Märkte durch Aufkäufe von Staatsanleihen, Pfandbriefen und Hypothekenpapieren mit rund 60 Milliarden Euro geflutet. In dieser Größenordnung soll es nun bis September 2016 jeden Monat weitergehen.

Zugleich reichen immer mehr Banken die Strafzinsen von 0,2-Prozent, die sie seit September bei der EZB zahlen, an ihre Firmenkunden weiter. „Spareinlagen sind für Banken ein Kostenfaktor geworden“, sagt Roland Weiß von der DZ Bank bei FINANCE-TV. Für CFOs wird es daher immer schwieriger, negative Zinsen zu vermeiden. Doch es gibt Alternativen – sofern Unternehmen bereit sind, höhere Risiken einzugehen: „Mit Commercial Paper lassen sich bei einer Laufzeit von sechs bis neun Monaten noch 10 Basispunkte erzielen. Dann befinden wir uns allerdings nicht mehr im Investmentgrade-Bereich, sondern knapp darunter.“

Was das für das Risikomanagement der Unternehmen bedeutet, welche weiteren Optionen CFOs in der kurzfristigen Geldanlage haben und warum eine genaue Liquiditätsplanung immer wichtiger wird – Weiß‘ Antworten hier bei FINANCE-TV.

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