Finanzierung
17.09.14 11:55

Nach einer ausgeprägt langen und heftigen Sommerflaute kommt Unruhe auf unter den Investoren, Bankern und Emittenten am High-Yield-Markt. „Das ist nur eine normale Sommerschwäche“, beruhigt der High-Yield-Spezialist Matthias Minor bei FINANCE-TV. „Der Risikoappetit der Investoren ist nach wie vor hoch.“ Wann die abgeflossenen Gelder zurückkommen werden und was für ein Marktumfeld CFOs in den nächsten Monaten erwartet, verrät der Banker der Royal Bank of Scotland hier bei FINANCE-TV.

High-Yields: Guter Lauf, aber schwere Sommerflaute

Bis zu den Sommerferien sah alles bestens aus an den internationalen Märkten für Hochzinsanleihen, die allesamt neue Rekordwerte ins Visier nahmen, auch in Europa. So liegt das Emissionsvolumen europäischer High-Yield-Anleihen nach Daten der Royal Bank of Scotland mit 100 Milliarden Euro bis dato im Jahresverlauf 35 Prozent höher als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres. Das gesamte Vorjahresvolumen von 107 Milliarden Euro ist schon so gut wie erreicht. Der deutsche Hochzinsmarkt zeigt sich auch robust, wenngleich weniger dynamisch: Hier beläuft sich das Plus bei einem Emissionsvolumen von 9,3 Milliarden Euro auf 3 Prozent. Während Emittenten aus Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden mehr als 50 Prozent des Marktvolumens ausmachen, kommen deutsche Emittenten laut Matthias Minor, dem Leiter des Corporate-DCM-Geschäfts der Royal Bank of Scotland, nur auf einen Marktanteil von 8 Prozent.

Doch die ausgeprägte Schwächephase während der Sommerferien hat den Markt verunsichert – auch weil in nennenswertem Umfang Anlagegelder aus US-High-Yield-Fonds abgeschlossen sind. Minor hält das für eine Momentaufnahme: „Das war eine normale Sommerpause, vielleicht verbunden mit einer kleinen Marktkorrektur“, sagt er bei FINANCE-TV. Schon in Kürze sollten die Märkte wieder aufnahmebereit sein. „Der Markt steht auch für anspruchsvollere Kredite zur Verfügung“, macht Minor den CFOs emissionsbereiter Konzerne Hoffnung. „Der Risikoappetit der Investoren ist hoch.“

Ob das auch dann noch so bleibt, wenn in den USA die Zinsen steigen – und was Aufsichtsräte ihren CFOs in ein paar Jahren zu den aktuellen High-Yield-Emissionen sagen werden – der Marktüberblick mit Matthias Minor hier bei FINANCE-TV.

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Seit dem Sommer geht es am Bondmarkt nicht mehr vorwärts, die Emissionsbedingungen für CFOs verschlechtern sich nach und nach. Das hat Folgen: „Der Jahresstart war deutlich schwächer als 2015“, berichtet Paula Weißhuber, Leiterin des deutschen Debt-Emissionsgeschäfts der Bank of America Merrill Lynch bei FINANCE-TV. Ihr Rat an CFOs: „Timing wird in den nächsten Monaten extrem wichtig sein.“ Was Finanzchefs für ihre Fundingstrategie jetzt wissen müssen und warum sie unbedingt darauf achten sollten, was die Blue-Chip-Konzerne aus den USA in den nächsten Wochen machen – Paula Weißhubers Antworten nur hier bei FINANCE-TV.

Das Treasury hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert, sagt Michael Spiegel, Global Head of Trade Finance and Corporate Cash Management bei der Deutschen Bank. Treasurer hätten sich in Zeiten vor der inzwischen fünf Jahre dauernden Finanzkrise stärker auf ihr Unternehmen selbst fokussiert und sich mit Zinsänderungen, Währungs- und Finanzierungsrisiken beschäftigt. Heute rücke auch die Nachhaltigkeit der Supply Chain mit in den Fokus.

 

Treasurer würden ihre Aufgabe im weiteren Sinne als ein umfassendes Unternehmensrisiko-management auffassen, das auch Zulieferfinanzierungen umfasst. „Die Frage ist doch: Wie gesund und solvent sind die Zulieferer und wie gesund die Kunden?“ Wie sich die Eurokrise auf die Wahl der Bankpartner auswirkt, erfahren Sie im Interview bei FINANCE-TV.

Die Ankündigung der EZB, künftig auch Unternehmensanleihen kaufen zu wollen, hat die Bondrenditen deutlich gedrückt. Obwohl die EZB nur Investmentgrade-Papiere erwerben will, profitieren davon auch High-Yield-Emittenten: „Im Markt für Hochzinsanleihen ist reichlich Liquidität vorhanden. Was fehlt, sind die Neuemissionen“, sagt Steffen Wasserhess, Experte für High-Yield-Bonds bei der UniCredit. Warum die Neuemissionen bislang ausbleiben, was sich durch die EZB-Entscheidung ändert und wie sich der High-Yield-Markt in diesem Jahr entwickeln wird – Wasserhess‘ Antworten hier bei FINANCE-TV.

Mit einer Inhouse Bank, die konzerninterne Finanzdienstleistungen erbringt, wollen Unternehmen Prozesse im Treasury optimieren und Abläufe zentralisieren. Doch den Aufwand sollte man nicht unterschätzen: „Der Aufbau einer Inhouse Bank kann bis zu vier Jahre dauern“, sagt Manfred Fleckenstein, der bei der SEB als Head of Working Capital Management auch das Cash Management verantwortet. Welches die klassischen Schritte auf dem Weg zur Inhouse Bank sind und welche regulatorischen Hürden die Unternehmen bewältigen müssen, erklärt er im Talk bei FINANCE-TV.

In den vergangenen Wochen ist eine ganze Schwemme an Mini-Bonds in den Handel gegangen: Golfino, Mi-Tec und Royal Beach sind nur drei der Emittenten, deren Anleihen jüngst angeboten wurden. Für Roger Peeters, Vorstand bei Close Brothers Seydler Research ergibt sich ein „heterogenes Bild“. „Je mehr angeboten wird, desto bunter wird die Palette.“ Dies sei solange nicht schlimm, wie die Anleger für das erhöhte Risiko durch einen höheren Kupon entschädigt würden.

Insgesamt sieht er den Markt schon auf einem „vernünftigen Niveau.“ Viele Anleihen notierten nicht unter pari. Die Insolvenz von SIAG Schaaf sieht er als einen „Geburtsfehler“ des neuen Marktsegments, aber nicht als eine Gefährdung. Gleichwohl erwartet der Investmentbanker 2012 noch einen weiteren Ausfall. Welche Unternehmen er für kapitalmarktfähig hält und welche nicht, erfahren Sie im Interview bei FINANCE-TV.

 

Als Hans-Jürgen Wiecha im Februar 2013 zum Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach kam, waren die Covenants gerissen und das Unternehmen schrieb rote Zahlen. Ein Wechsel im Verwaltungsrat wenige Monate später hätten dem CFO eine Exit-Klausel eröffnet, doch er blieb: „Ich wollte es mir nicht zu einfach machen“, sagt Wiecha. Bis 2016 soll ein Programm zur Effizienzsteigerung auf Ebene des EBITDA eine Verbesserung von 230 Millionen Euro erzielen. Mit welchen Controlling-Methoden er die Fortschritte des Programms überwacht und welche Optionen er zur Ablösung des teuren High-Yield-Bonds in Betracht zieht, verrät CFO Wiecha im Gespräch bei FINANCE-TV.