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25.09.13 11:55

Mit gewaltigen Kursausschlägen, einem straffen Aufwärtstrend und Warnungen durch Politiker sorgt die Internetwährung Bitcoin für immer mehr Aufsehen. Doch die Konstruktion des Bitcoinsystems hat Charme, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Geldpolitik. „Bitcoins sind digitales Gold, die Hartwährung des 21. Jahrhunderts“, glaubt Oliver Flaskämper, der die Handelsplattform Bitcoin.de betreibt. Bei FINANCE-TV erklärt er die Vor- und Nachteile der Bitcoins, wie sie entstehen und warum sie schon bald für Profi-Anleger und Konzerne relevant sein werden.

Bitcoins: Nerd-Spinnerei oder Weltwährung in spe?

An der Internetwährung Bitcoins scheiden sich die Geister. Für Kritiker ist das Bitcoin-Phänomen eine Spinnerei von Computer-Nerds, die zu allem Übel Kriminellen auch noch die Geldwäsche erleichtert. Doch haben die Bitcoins auch eine Grundkonstruktion, die sie angesichts der ultra-lockeren Geldpolitik rund um den Globus attraktiv macht: die Mengenbegrenzung. Maximal 20,5 Millionen Bitcoins wird es geben, wenn um das Jahr 2033 herum der letzte Bitcoin geschürft sein wird, erklärt  Oliver Flaskämper, Chef der Handelsplattform bitcoin.de, bei FINANCE-TV die Hintergründe des neuen Internet-Hypes: „Bitcoins sind das Gold des 21. Jahrhunderts – eine echte deflationäre Währung.“

Bitcoins werden mit Hilfe eines Computeralgorithmus geschaffen. Jeder, der über einen leistungsfähigen Rechner verfügt, kann selbst Bitcoins erzeugen. Jedoch dauert der Vorgang immer länger, bis schließlich alle Bitcoins geschürft sind. Alle zehn Minuten entstehen derzeit 25 Bitcoins, alle vier Jahre halbiert sich dieser Wert automatisch. Von den maximal möglichen 20,5 Millionen Bitcoins sind aktuell rund 11,6 Millionen im Umlauf. Ist die volle Menge erreicht, wird es kein Geldmengenwachstum mehr geben. Flaskämper vergleicht die Bitcoins deshalb mit der härtesten Währung der Welt – „nur mit dem Unterschied, dass sich die Goldproduktion bei hohen Preisen ausweitet – bei Bitcoins ist das nicht möglich.“ Relativ zu sämtlichen Papierwährungen, deren Geldmenge stetig wächst, können Bitcoins laut Flaskämper „langfristig eigentlich nur an Wert gewinnen“.

Diese Aussicht hat zahllose Spekulanten angelockt. Tatsächlich ist der Kurs der Bitcoins in den vergangenen zwei Jahren stark gestiegen. Aber wilde Kursschwankungen von 20 bis 30 Prozent pro Tag sind keine Seltenheit. Deutschland hat Bitcoins kürzlich als Sparwährung anerkannt, Thailand dem Bitcoin-Handel hingegen den rechtlichen Boden entzogen.

Wie es mit den Bitcoins weitergeht, ist völlig offen: Während die einen erwarten, dass Bitcoins schon in wenigen Jahren ein verbreitetes Zahlungsmittel und ein Investitionsziel für professionelle Großanleger sein werden, rechnen Skeptiker damit, dass die Politik Bitcoins früher oder später verbieten wird – je nach Lesart, um kriminelle Umtriebe zu unterbinden und Anleger zu schützen, oder um ihre Herrschaft über das Geld zu erhalten. Im Gespräch mit FINANCE-TV erklärt Flaskämper, warum die Politik  die Internet-Währung nicht wieder verschwinden lassen kann, wie anfällig die Bitcoins für Geldwäsche sind und wie intensiv sich Konzerne schon in ein paar Jahren mit der neuen Währung auseinandersetzen werden.

 

 

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