Treasury
04.02.15 11:55

Der Zahlungsverkehr befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Im Onlinehandel gehört Paypal längst zu den beliebtesten Bezahlmethoden. Der Zahlungsverkehr zwischen Unternehmen ist deutlich komplexer, doch auch hier drängen neue Anbieter auf den Markt: „Banken müssen aufpassen, dass sie nicht den Anschluss verlieren“, warnt Axel Goedecke, Cash-Management-Berater bei Horváth & Partners im Interview mit FINANCE-TV. Welche Chancen die neuen Player CFOs bieten und was das für die Kunde-Bank-Beziehung bedeutet – Goedeckes Antworten hier bei FINANCE-TV.

Zahlungen in Echtzeit, besseres Reporting: CFOs profitieren von neuen Anbietern

Wer bei Rewe, Görtz und Otto seine Einkäufe bezahlt, kann das längst mit Paypal, Yapital und Co. machen. Doch auch jenseits des Einzelhandels revolutionieren neue Anbieter den Zahlungsverkehr. Im Firmenkundengeschäft hat diese Entwicklung gerade erst begonnen: Start-ups wie Traxpay und Taulia, aber auch etablierte Player wie American Express werben damit, Zahlungen rund um die Uhr in Echtzeit abwickeln zu können. Außerdem verknüpfen sie den Zahlungsverkehr mit Reporting- und Working-Capital-Tools. Damit treffen die neuen Anbieter den Nerv der CFOs, meint der Cash-Management-Berater Axel Goedecke im Interview mit FINANCE-TV: „Vom Rechnungseingang bis hin zur Auslieferung der Ware können Unternehmen den gesamten Prozess voll automatisieren.“ Das verbessere die Liquiditätslage und schaffe außerdem mehr Transparenz.

Warum Banken ihren Firmenkunden bislang keine Echtzeitabwicklung der Zahlungen anbieten, ist dem Berater ein Rätsel: „Die Systeme der Banken sind dazu fähig, sie müssten nur über das Wochenende weiterlaufen.“ Derzeit hätten die Banken wohl schlichtweg dringendere Themen auf der Agenda, vermutet Goedecke, der auch Banken berät.Das könnte jedoch ein Fehler sein: Paypal und Co. haben die Banken lange unterschätzt, im Firmenkundengeschäft könnte nun dasselbe passieren.

Warum eine EU-Regulierung den Druck auf die Banken im Zahlungsverkehr weiter erhöhen könnte und welche neuen Zahlungsverkehrs-Lösungen für Firmenkunden bald auf den Markt kommen könnten, erfahren Sie hier im Talk bei FINANCE-TV.

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Die Bedrohung durch Cybercrime greift zunehmend auf die Finanzabteilungen über. Mit gerissenen Methoden versuchen die Betrüger, Geld zu erbeuten. „Das geht soweit, dass einige CFOs inzwischen schon selbst Zahlungen freigeben wollen“, sagt Axel Goedecke, Berater bei Horváth & Partner, gegenüber FINANCE-TV. Wie genau die Betrüger vorgehen, warum ihre Maschen so schwer zu enttarnen sind und wie sich Unternehmen dennoch schützen können, das sehen Sie in der heutige Ausgabe von FINANCE-TV.

Im Firmenkundengeschäft wächst der Druck auf die Banken: Die Erträge sind seit Mitte 2012 rückläufig, die Profitabilität ging im zweiten Halbjahr 2013 gegenüber dem ersten Halbjahr sogar um rund ein Drittel zurück. Das verändert auch das Verhältnis zwischen CFOs und ihren Banken: „Die CFOs sind selbstbewusst“, sagt Walter Sinn, Deutschlandchef der Strategieberatung Bain & Company. Wie sich die laufenden Stresstests auf die Lage der Banken auswirken und ob das Firmenkundengeschäft bei einzelnen Häusern zur Disposition steht, darüber spricht Sinn im Talk bei FINANCE-TV.

Das europäische CO2-Handelssystem ETS steht in der Kritik: eine Flut an kostenlosen Emissionszertifikaten hat den Preis in den Keller getrieben und so den Anreizmechanismus außer Kraft gesetzt. Doch Andreas von Saldern, Experte für Klimawandel und Nachhaltigkeit bei Ernst & Young, setzt entgegen: "Das System hat genau getan, was es tun sollte. Die sinkende Industrieproduktion in Europa bei gleichzeitig steigender Energieeffizienz hat dazu geführt, dass der CO2-Preis gefallen ist.“ Im Interview bei FINANCE-TV warnt er CFOs davor, das Thema zu vernachlässigen, nur weil die gratis zugeteilten CO2-Zertifkate häufig mit dem Buchwert 0 in die Bilanz eingestellt würden. „Liefen die Schwankungen der CO2-Kosten durch die GuV, würden CFOs das Thema aufmerksamer verfolgen“, glaubt er.

Die Fake-President-Masche, bei der sich Betrüger als Chef ausgeben und falsche Zahlungen in Auftrag geben, kostet Unternehmen Millionen. Einmal verschwundenes Geld sehen die Firmen in der Regel nicht wieder – umso wichtiger ist Prävention und eine gute Versicherung. Bei letzterer hakt es jedoch häufig: „Am Anfang dachten die Versicherer, die Angriffe gehen vorüber“, sagt Gunbritt Kammerer-Galahn, Head of Insurance bei der Wirtschaftskanzlei Taylor Wessing. Inzwischen haben sie mit ihrem Angebot zwar nachgezogen, doch es kommt häufig zu Rechtsstreitigkeiten. Warum das so ist, welche Rolle Cybercrime-Policen spielen und worauf CFOs in persönlichen Haftungsfragen achten sollten, das sehen Sie hier bei FINANCE-TV.

Als Wachstumstreiber sind die Emerging Markets für viele deutsche Unternehmen wichtig, Zahlungsverkehr in diese Länder bringt aber Schwierigkeiten mit sich. Das beginnt bei umfangreicher Dokumentation und endet bei Schriftzeichen, die deutsche Tastaturen nicht abbilden können. Dennoch kann es sich lohnen, in lokaler Währung zu zahlen, beobachtet Franz-Xaver Puy Michl, Head of Payments & Cash Management Germany bei der HSBC: „Man nimmt dem Geschäftspartner vor Ort das Währungsrisiko ab. Im Gegenzug räumt dieser oft Rabatte ein.“ Bis zu 5 Prozent seien häufig drin. Oberstes Gebot sei es, die Regularien einzuhalten, auch wenn sie strikt erscheinen. „Im Zweifelsfall sollte man sich mit dem Regulierer direkt zusammensetzen, damit kein Vertrauen verspielt wird“, rät Puy Michl. Welche Fortschritte er beim Zahlungsverkehr in den Emerging Markets sieht, welche Lockerungen er für den Renminbi erwartet und welche Probleme von Firmen oft unterschätzt werden, erklärt Puy Michl im Talk bei FINANCE-TV.

Die Zinswende in den USA trifft auch deutsche CFOs: Die Finanzierung in US-Dollar wird teurer, gleichzeitig drängen immer mehr amerikanische Unternehmen auf den vergleichsweise günstigen Euro-Anleihemarkt: „US-Unternehmen arrangieren sich schneller mit der neuen Situation, europäische Finanzchefs sind preissensibler“, sagt Jörg Sautter, Leiter des Debt Capital Markets Geschäfts der Citibank in der DACH-Region. Was er deutschen CFOs im Hinblick auf Euro-Emissionen rät, warum es sich lohnen kann, am US-Dollar-Bondmarkt schnell zu sein, und wie er die weiteren Schritte der US-Notenbank Fed einschätzt – Sautters Antworten hier bei FINANCE-TV.