Treasury
05.11.14 11:55

Die ersten Zahlungen laufen bereits über das kürzlich eröffnete Renminbi Clearing Center in Frankfurt. Einige CFOs und Treasurer hoffen, dass grenzüberschreitender Zahlungsverkehr in der chinesischen Währung dadurch günstiger werden könnte – und die Hoffnung ist mittelfristig begründet, sagt Andrej Ankerst, Head of Cash Management Germany bei der BNP Paribas. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, welche weiteren Lockerungen er bei der Nutzung des Renminbi erwartet und wie er die Konkurrenz durch chinesische Banken im Wettbewerb um Firmenkunden einschätzt, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.

Cashpools, Clearing Center & Co.: Die neuen Möglichkeiten der Renminbi-Nutzung

Für CFOs und Treasurer gibt es zunehmend mehr Möglichkeiten, die chinesische Währung Renminbi zu nutzen. Seit einigen Wochen laufen erste Zahlungen über das neue Frankfurter Clearing Center – wenn auch noch in kleinerem Rahmen. „Das Clearing Center ist ein positives Signal dafür, dass der Renminbi wichtiger wird“, sagt Andrej Ankerst, Head of Cash Management Germany bei der BNP Paribas. Zwar böten internationale Großbanken bereits Clearinglösungen für ihre Kunden an, allerdings sei das Clearing Center nun eine weitere Möglichkeit. Insbesondere lokale Banken ohne eigene Infrastruktur könnten ihr Leistungsangebot für die Firmenkunden mit dem Center verbessern. Auch der Zahlungsverkehr in Renminbi könnte günstiger werden, vorausgesetzt, die abgewickelten Volumina stimmen. Ob das Center wettbewerbsfähig ist, müsse sich aber erst zeigen, sagt Ankerst: „Das ist ein Prozess.“

Schon deutlich konkreter wird es beim Thema Cash Pooling: Seit Februar können deutsche CFOs und Treasurer Renminbi-Zahlungen über Tochterfirmen mit Sitz in der Freihandelszone Schanghai in den Cashpool einbinden. Schrittweise soll dies auf ganz China ausgeweitet werden – und Ankerst geht davon aus, dass sich bereits im ersten Halbjahr 2015 Fortschritte zeigen werden. Wovon die chinesische Regierung ihre Entscheidung abhängig machen wird, welche Steigerung er bei den Nutzungsraten in Renminbi beobachtet und bis wann die Währung seiner Meinung nach frei konvertibel sein wird, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV. 

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Im Zahlungsverkehr gehört der chinesische Renminbi inzwischen zu den zehn wichtigsten Währungen. Auch für ausländische Unternehmen gibt es immer mehr Möglichkeiten, den chinesischen Finanzierungsmarkt zu nutzen. Heinz Hilger, Leiter des deutschen Großkundengeschäfts bei der Standard Chartered Bank, geht davon aus, dass sich auch die neue Möglichkeit der Onshore-Anleihe durchsetzen wird: „Der Markt wird sich weiter kultivieren.“ Für wen Anleihen in China interessant sind, welche Vorteile die frisch eingerichtete Freihandelszone in Schanghai für Unternehmen bringt und welche Erleichterungen sich insbesondere beim Cashpooling bieten erklärt im Gespräch mit FINANCE-TV.

Als Wachstumstreiber sind die Emerging Markets für viele deutsche Unternehmen wichtig, Zahlungsverkehr in diese Länder bringt aber Schwierigkeiten mit sich. Das beginnt bei umfangreicher Dokumentation und endet bei Schriftzeichen, die deutsche Tastaturen nicht abbilden können. Dennoch kann es sich lohnen, in lokaler Währung zu zahlen, beobachtet Franz-Xaver Puy Michl, Head of Payments & Cash Management Germany bei der HSBC: „Man nimmt dem Geschäftspartner vor Ort das Währungsrisiko ab. Im Gegenzug räumt dieser oft Rabatte ein.“ Bis zu 5 Prozent seien häufig drin. Oberstes Gebot sei es, die Regularien einzuhalten, auch wenn sie strikt erscheinen. „Im Zweifelsfall sollte man sich mit dem Regulierer direkt zusammensetzen, damit kein Vertrauen verspielt wird“, rät Puy Michl. Welche Fortschritte er beim Zahlungsverkehr in den Emerging Markets sieht, welche Lockerungen er für den Renminbi erwartet und welche Probleme von Firmen oft unterschätzt werden, erklärt Puy Michl im Talk bei FINANCE-TV.

Im Kampf gegen die Kapitalflucht und die Abwertung des Renminbi greifen die chinesischen Behörden zu drastischen Mitteln: In einigen Regionen werden schon Auslandsüberweisungen ab 1 Millionen US-Dollar streng geprüft. „Deutsche Exporteure müssen sich auf Zahlungsverzögerungen von drei bis fünf Wochen einstellen“, sagt Andreas Tesch, Chief Market Officer bei dem Kreditversicherer Atradius, im Interview mit FINANCE-TV. Wie deutsche CFOs diesen Kontrollen begegnen sollten und wie sich die Einschränkungen auf Konditionen von Exportabsicherungen auswirken – Andreas Teschs Antworten nur hier bei FINANCE-TV.

Im Spätsommer wird das EU-Parlament neue Gesetze zur Derivateregulierung verabschieden – mit erheblichen Konsequenzen für Unternehmen, wie Hedgingspezialist Dr. Volker Anhäuser warnt: „Für die Cash-Hinterlegung an einer zentralen Clearingstelle könnten künftig sehr hohe Geldsummen fällig werden.“ Ob es wirklich so schlimm kommt und was Treasurer und CFOs jetzt unbedingt sollten, um sich dagegen zu wappnen – die Antworten hier bei FINANCE-TV.

 

Von Februar 2014 an müssen Firmen ihren Zahlungsverkehr nach den Maßgaben der Single Euro Payments Area (Sepa) ausführen – doch bei der Vorbereitung gibt es Nachholbedarf, meint Norbert Müller, Leiter Cash Management Sales Deutschland bei der UniCredit. „Sepa ist eines der von den Unternehmen am meisten unterschätzten Themen.“ Wo es hakt, wie ein Unternehmen Engpässe vermeidet und welche Vorteile die Umstellung auf ein einheitliches Zahlungsverkehrsformat bringen kann, erklärt Müller bei FINANCE-TV.

Der Zahlungsverkehr befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Im Onlinehandel gehört Paypal längst zu den beliebtesten Bezahlmethoden. Der Zahlungsverkehr zwischen Unternehmen ist deutlich komplexer, doch auch hier drängen neue Anbieter auf den Markt: „Banken müssen aufpassen, dass sie nicht den Anschluss verlieren“, warnt Axel Goedecke, Cash-Management-Berater bei Horváth & Partners im Interview mit FINANCE-TV. Welche Chancen die neuen Player CFOs bieten und was das für die Kunde-Bank-Beziehung bedeutet – Goedeckes Antworten hier bei FINANCE-TV.