Strategie
17.11.14 11:55

Als Hans-Jürgen Wiecha im Februar 2013 zum Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach kam, waren die Covenants gerissen und das Unternehmen schrieb rote Zahlen. Ein Wechsel im Verwaltungsrat wenige Monate später hätten dem CFO eine Exit-Klausel eröffnet, doch er blieb: „Ich wollte es mir nicht zu einfach machen“, sagt Wiecha. Bis 2016 soll ein Programm zur Effizienzsteigerung auf Ebene des EBITDA eine Verbesserung von 230 Millionen Euro erzielen. Mit welchen Controlling-Methoden er die Fortschritte des Programms überwacht und welche Optionen er zur Ablösung des teuren High-Yield-Bonds in Betracht zieht, verrät CFO Wiecha im Gespräch bei FINANCE-TV.

Schmolz + Bickenbach: Finanzielle Rundumerneuerung

Rund anderthalb Jahre nach seinem Amtsantritt hat CFO Hans-Jürgen Wiecha die Finanzierung des Stahlkonzerns Schmolz + Bickenbach neu aufgestellt. Eine Kapitalerhöhung über 350 Millionen Euro erweiterte den bilanziellen Handlungsspielraum, und auch an anderer Stelle erzielte der CFO zuletzt bessere Konditionen: Ein Asset-Backed-Securities-Programm über 300 Millionen Euro hat er in diesem Sommer bis April 2019 verlängert, zudem steht dem Konzern jetzt ein Kredit über 450 Millionen Euro zur Verfügung. Die neuen Finanzierungen honorieren dem CFO zufolge die Fortschritte im Verschuldungsabbau. Jede weitere Verbesserung im Finanzprofil des Konzerns bringt weiter sinkende Zinsmargen. Das macht sich in den Kapitalkosten deutlich bemerkbar: Noch im vergangenen Jahr musste Schmolz + Bickenbach eine Zinslast von 105 Millionen Euro tragen. „Für 2014 rechne ich mit 60 bis 65 Millionen Euro“, prognostiziert Wiecha.

Einen echten Kostenfresser hat der CFO vom Vorgänger-Management geerbt: Im Mai 2012 hatte dieses einen High-Yield-Bond mit Zinsen von 9,875 Prozent begeben, der bis 2019 läuft. 35 Prozent der Hochzinsanleihe hat Wiecha bereits getilgt, im Mai 2015 könnte der Konzern den Bond zu einem Festpreis zurücknehmen. Verschiedene Optionen dazu prüft der CFO. Die endgültige Entscheidung will er im Frühjahr fällen, basierend auf der Marktsituation und der operativen Performance des Konzerns. „Die Zielsetzung zur ganzen oder teilweisen Rückführung habe ich in jedem Fall“, sagt Wiecha. Welche Möglichkeiten dafür in Betracht kommen und welche Fortschritte der Konzern bei seinem laufenden Sparprogramm macht, berichtet er exklusiv im Talk bei FINANCE-TV. 

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