Treasury
03.02.14 11:55

Lange sah es nach einer harten Umstellung des Zahlungsverkehrs auf Sepa-Formate zum 1. Februar aus, doch dann kam im Januar die überraschende Nachricht aus Brüssel: Unternehmen bekommen eine sechsmonatige Übergangsfrist, in der sie weiterhin Zahlungsaufträge mit Kontonummer und Bankleitzahl statt BIC und IBAN anliefern dürfen. Eine Überraschung auch für die Banken, sagt Frank-Oliver Wolf, Global Head Cash Management & International Business bei der Commerzbank. Wie Unternehmen sich jetzt verhalten sollten und wie groß die Chancen sind, dass die vollständige Umstellung im August reibungslos verläuft, das sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.

Sepa: Der lange Weg zur Umstellung

Bereits im Januar 2008 wurde die erste Sepa-Überweisung getätigt, und eigentlich sollte das Sepa-Format vom 1. Februar dieses Jahres an für Unternehmen, Vereine und öffentliche Behörden verpflichtend werden. Doch überraschend gab es eine weitere sechsmonatige Übergangsfrist. Unternehmen sollten sich auf der verlängerten Frist allerdings nicht ausruhen, warnt Frank-Oliver Wolf, Global Head Cash Management & International Business bei der Commerzbank. Er rät Kunden, die Umstellung weiter zu forcieren – zumal für einige Formate wie beispielsweise Abbuchungen im alten Format der 1. Februar als Enddatum bestehen bleibt. Erschwerend käme hinzu, dass nicht alle Sepa-Länder die sechsmonatige Verlängerung mittragen. „Wir befinden uns in diesem Punkt leider nicht in einem einheitlichen Raum“, kritisiert Wolf.

Für etliche Banken, die bereits gebührenpflichtige Konvertierungslösungen für die Nachzügler unter ihren Kunden erarbeitet hatten, ist die Umstellung auch finanziell ein Ärgernis – bis zum 1. August müssen sie nun kostenlos konvertieren. Auch beim Thema Gebühren ist Sepa für Banken nicht unbedingt eine Hilfe. Das Niveau der Länder mit vergleichsweise niedrigen Preisen dürfte sich dort durchsetzen, glaubt Wolf. Dennoch ist er sicher, dass Sepa langfristig mehr Chancen als Risiken mit sich bringt. Auf die Vorbereitungsarbeit der Banken will er nichts kommen lassen: „Was die Banken gemacht haben, geht über das Normalmaß hinaus“, sagt der Cash-Management-Experte. Die Fristverlängerung bis August hat deshalb auch ihn überrascht: „Ich dachte zunächst, es handle sich um einen Scherz“, gibt Wolf freimütig zu. Ob er die Entscheidung nachvollziehen kann, wie Kunden die Übergangszeit nutzen sollten und welche Chance er für eine erfolgreiche Sepa-Umstellung im Sommer sieht, erfahren Sie im Talk bei FINANCE-TV. 

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Die Absicherung von Zinsrisiken gehört in vielen Unternehmen seit Jahren zum Standard, die Absicherung von Rohstoffrisiken wird dagegen nach wie vor vernachlässigt, findet Frank-Oliver Wolf, Leiter des Zins- und Währungsmanagements der Commerzbank. Oftmals schaffen Unternehmen es nicht einmal, die Risiken überhaupt aufzudecken. Wie man Klarheit über sein Rohstoff-Exposure erlangt und welche Sicherungsmechanismen funktionieren, erklärt Wolf im Talk bei FINANCE-TV.

Von Februar 2014 an müssen Firmen ihren Zahlungsverkehr nach den Maßgaben der Single Euro Payments Area (Sepa) ausführen – doch bei der Vorbereitung gibt es Nachholbedarf, meint Norbert Müller, Leiter Cash Management Sales Deutschland bei der UniCredit. „Sepa ist eines der von den Unternehmen am meisten unterschätzten Themen.“ Wo es hakt, wie ein Unternehmen Engpässe vermeidet und welche Vorteile die Umstellung auf ein einheitliches Zahlungsverkehrsformat bringen kann, erklärt Müller bei FINANCE-TV.

Mit der Umstellung auf Sepa ist der Zahlungsverkehr schneller geworden. Jetzt kommt der nächste Schritt: Überweisungen in Echtzeit. „Noch in diesem Jahr werden 25 Banken mit Instant Payments starten“, glaubt Andreas Windmeier, Leiter Treasury Services Deutschland und Österreich bei JP Morgan. „Spätestens 2020 werden Echtzeitzahlungen die neue Normalität“, prognostiziert er bei FINANCE-TV. Wie die Instant Payments funktionieren, welche Hürden es beim Einsatz von Echtzeitzahlungen noch gibt und was sich dadurch für Treasury-Abteilungen ändert – Windmeiers Antworten hier bei FINANCE-TV.

Die Venture-Investoren pumpen immer mehr Gelder in den Fintech-Sektor – jetzt auch in Deutschland. Rund 400 Millionen US-Dollar sind es jetzt schon, mehr als doppelt so viel wie im gesamten Vorjahr. Für Banken könnte das existenzbedrohend sein, glaubt der Fintech-Investor Christian Nagel vom Venture-Fonds Earlybird: „Alle Geschäftsbereiche der Banken werden von den Fintechs angegriffen – vielleicht mit Ausnahme des Investmentbankings und der Vermögensverwaltung für sehr reiche Kunden“, erklärte er gegenüber FINANCE-TV. Welche Grundfunktionen die Fintechs den Banken als erstes wegnehmen wollen und welche die heißesten Fintechs in Deutschland sind – die Antworten gibt Nagel hier im aktuellen FINANCE-TV-Talk.

Die Bilanzen des deutschen Mittelstands sind offenbar gegen die Eurokrise gewappnet. Banken wie die Commerzbank drängen den Finanzchefs zusätzliche Kredite geradezu auf. „Wir würden gerne mehr Kredit vergeben, erwarten bis zum Jahresende aber keine steigende Nachfrage unserer Firmenkunden“, klagt Jochen Ihler, Bereichsvorstand bei der Mittelstandsbank der Commerzbank, gegenüber FINANCE-TV. „Es gibt definitiv keine Finanzierungslücke im Mittelstand.“ Und die CFOs warten ab: Sie sitzen auf dem Cash und schauen vor allem auf die Risiken einer Kreditfinanzierung, wie eine großangelegte Umfrage von 4.000 deutschen Unternehmen ergeben hat. Wie hoch Ihler die Gefahr einschätzt, die von der Eurokrise für deutsche Unternehmen ausgeht – hier bei FINANCE-TV.

Der Zahlungsverkehr befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Im Onlinehandel gehört Paypal längst zu den beliebtesten Bezahlmethoden. Der Zahlungsverkehr zwischen Unternehmen ist deutlich komplexer, doch auch hier drängen neue Anbieter auf den Markt: „Banken müssen aufpassen, dass sie nicht den Anschluss verlieren“, warnt Axel Goedecke, Cash-Management-Berater bei Horváth & Partners im Interview mit FINANCE-TV. Welche Chancen die neuen Player CFOs bieten und was das für die Kunde-Bank-Beziehung bedeutet – Goedeckes Antworten hier bei FINANCE-TV.