Finanzierung
27.05.15 11:55

Der Markt für Hybridanleihen boomt: Über 7 Milliarden Euro Hybridkapital haben deutsche Unternehmen in diesem Jahr schon aufgenommen, rechnet die Société Générale vor. „Dafür zahlen die Unternehmen Kupons, die vor zwei Jahren noch bei einer normalen Anleihe üblich gewesen wären“, sagt Martin Wagenknecht, der bei der Bank den Bereich Debt Capital Markets in der DACH-Region leitet. Worauf CFOs bei Hybridanleihen achten müssen, und ob aus der Nischenfinanzierungsform ein Trend werden kann – die Antworten von Martin Wagenknecht sehen Sie hier im Interview bei FINANCE-TV.

Niedrigzinsen und M&A-Boom treiben Hybridanleihe-Emissionen

Bayer, RWE, Volkswagen und Bertelsmann – sie alle haben sich in diesem Jahr schon mit Hybridkapital eingedeckt und vom derzeit extrem niedrigen Zinsniveau profitiert: Der Chemiekonzern Bayer etwa zahlt für seinen 1,3-Milliarden-Euro-Bond, den er nach siebeneinhalb Jahren erstmals kündigen kann, rekordverdächtige 2,375 Prozent. RWE muss für die beiden Tranchen seiner Hybridanleihe – die mit BBB- nur noch gerade so ein Investmentgrade-Rating von S&P erhalten hat – 2,75 Prozent beziehungsweise 3,5 Prozent Zinsen aufbieten. Trotz der historisch niedrigen Kupons reißen sich die Investoren um die nachrangigen Papiere. Für sie ist es eine gute Gelegenheit, um im Niedrigzinsumfeld noch recht ansehnliche Renditen zu erzielen, für CFOs um billig ihr Eigenkapital aufzubessern.

„Es ist inzwischen Marktstandard, dass Ratingagenturen die Hälfte des Hybridkapitals dem Eigenkapital zuordnen“, sagt Martin Wagenknecht, Leiter Debt Capital Markets für die DACH-Region bei Société Générale. Das macht die Nischenfinanzierung derzeit besonders attraktiv: „Die niedrigen Zinsen treiben die Pensionsverpflichtungen vieler Unternehmen in Höhe. Eine Hybridanleihe kann hier den Druck von der Eigenkapitalquote nehmen.“ Auch der M&A-Boom tut sein Übriges, da CFOs bei großen Deals häufig vorübergehend das Rating stützen müssen: „2015 wird ein Rekordjahr für Hybridanleihen“, glaubt Wagenknecht.

Worauf CFOs bei der Refinanzierung von Hybridkapital achten sollten und warum der Tui-Bond ein warnendes Beispiel ist, erklärt Wagenknecht bei FINANCE-TV.

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Für Merck ist es die zweite Auszeichnung: Bereits 2010 wurde das Unternehmen für die Begleitung der Millipore-Übernahme ausgezeichnet. Welche der Transaktionen für das Treasury komplexer war, ob die Erfahrungen aus der Millipore-Transaktion eine Hilfe waren und wie es sich anfühlt, in unsicherem Umfeld den Bondmarkt zu eröffnen, davon berichtet Mercks Treasury-Chef Rando Bruns im Talk bei FINANCE-TV.

 

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