Treasury
25.02.15 11:55

Nicht nur Großkonzerne, auch viele Mittelständler sind inzwischen international aufgestellt und arbeiten mit Tochterfirmen und Banken rund um den Globus zusammen. Bei der Einbindung der internationalen Töchter in das zentrale Treasury stehen viele Mittelständler aber noch am Anfang, meint Treasury-Softwareanbieter Martin Bellin. Er hält inzwischen auch das ursprünglich für die Interbankenkommunikation gestartete Netzwerk Swift für mittelstandsfähig: „Das ist noch als teuer und komplex belegt“, räumt er ein. Inzwischen könnten Mittelständler aber schon für „wenige Hunderte Euro im Monat“ daran teilnehmen. Welche Voraussetzungen ein Mittelständler für eine Vernetzung schaffen muss, welche Fortschritte die Automatisierungsbemühungen in papierlastigen Domänen wie Trade Finance machen und bis wann internationale Treasury-Prozesse nach Meinung von Martin Bellin sogar nahezu ganz ohne Papier auskommen werden, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.

Globalisierung im Treasury: Technik soll die Datenflut beherrschbar machen

Studien zufolge verbringen Treasurer in einem internationalen Umfeld heutzutage bis zu 75 Prozent ihrer Zeit damit, Daten einzusammeln und zu vernetzen. Zwar gibt es heute technische Lösungen, die dies unterstützen, doch auch die Mitarbeiter müssen umlernen: „Sie müssen heute internationaler denken, auch was Kulturen und Sprache angeht“, sagt Treasury-Softwareanbieter Martin Bellin.

Auf der technischen Seite sieht er große Fortschritte: Verschiedene Anbindungswege von der Direktanbindung über Service-Büros bin hin zu Kooperationen mit Softwareanbietern haben das Finanznachrichtennetzwerk Swift für Unternehmen unterschiedlicher Größenordnungen nutzbar gemacht. Die Genossenschaft Swift bearbeitet den Transaktionsverkehr von mehr als 10.000 Banken weltweit. „Der Zugang ist heute auch für Mittelständler erschwinglich“, findet Bellin.

Der Treasury-Unternehmer ist fest überzeugt, dass immer mehr Prozesse im grenzüberschreitenden Treasury künftig automatisiert ablaufen können. Ein globales Netzwerk wie Swift mit einheitlichen Standards und Formaten sieht er dabei als Vorteil.

Auch für komplexe und stark dokumentenbasierte Prozesse wie Trade Finance wird sich nach Bellins Einschätzung bald eine automatisierte Lösung durchsetzen: „Wir werden in fünf Jahren auf papierbasiertes Trade Finance zurückblicken wie heute auf den papierbasierten Zahlungsverkehr“, ist sich Bellin sicher. Welche Fähigkeiten er einer internationalen Treasury-Infrastruktur in fünf Jahren zutraut und wo Mittelständler im Treasury seiner Meinung nach umdenken sollten, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.

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Treasury spielt sich längst nicht mehr nur in den Firmenzentralen ab, weltweit greifen Treasurer und Finanzchefs inzwischen mobil auf die Firmendaten zu. „Die CFOs treiben das voran“, hat Treasury-Softwareanbieter Martin Bellin beobachtet. Aus gutem Grund, wie er meint: „Das ist längst keine Spielerei mehr. Unternehmen öffnen sich ganz neue Welten, wenn sie ihre Systeme mobil machen.“ Doch die Debatte um die Datensicherheit lastet nicht erst seit der NSA-Affäre auf dem Thema. Wie er selbst die Datensicherheit einschätzt, wo die größten Gefahren lauern und für wie sicher er den Datentransfer über das Swift-Netzwerk hält – das Treasury-Interview mit Martin Bellin hier bei FINANCE-TV.

Viele deutsche Unternehmen – insbesondere im Mittelstand – vernachlässigen das Thema Treasury, meint der Ex-Treasurer und heutige IT-Unternehmer Martin Bellin: „In vielen Finanzabteilungen regieren die Buchhalter.“ Weshalb er ein gutes Treasury für existentiell wichtig hält, was ein Finanzvorstand davon erwarten kann und warum das gar nicht viel kosten muss – Bellins Einschätzung hier bei FINANCE-TV.

Seit der Finanzkrise nutzen Firmen verstärkt Supply-Chain-Finance-Programme, um ihr Working Capital zu optimieren. „Viele Unternehmen haben schmerzhaft erfahren, welche Folgen Unterbrechungen der Lieferketten haben“, sagt Markus Wohlgeschaffen, Head of Global Trade Finance & Services der UniCredit, im Interview mit FINANCE-TV. Wie die einzelnen Abteilungen innerhalb eines Unternehmens bei diesen Programmen zusammenarbeiten sollten und welche Auswirkungen er durch die Basel-III-Regularien auf Supply Chain Finance erwartet, verrät Wohlgeschaffen im Talk bei FINANCE-TV.

Mit der Umstellung auf Sepa ist der Zahlungsverkehr schneller geworden. Jetzt kommt der nächste Schritt: Überweisungen in Echtzeit. „Noch in diesem Jahr werden 25 Banken mit Instant Payments starten“, glaubt Andreas Windmeier, Leiter Treasury Services Deutschland und Österreich bei JP Morgan. „Spätestens 2020 werden Echtzeitzahlungen die neue Normalität“, prognostiziert er bei FINANCE-TV. Wie die Instant Payments funktionieren, welche Hürden es beim Einsatz von Echtzeitzahlungen noch gibt und was sich dadurch für Treasury-Abteilungen ändert – Windmeiers Antworten hier bei FINANCE-TV.

Mit der Fake-President-Masche haben Betrüger Millionen erbeutet, prominente Opfer wie der Automobilzulieferer Leoni und der Flugzeugkomponentenhersteller FACC sind nur die Spitze des Eisbergs: „Etwa jeder zehnte Kunde hat schon einmal Geld an Betrüger überwiesen“, sagt Andreas Schulz, Berater bei dem Treasury-Softwarehaus Litreca im Interview mit FINANCE-TV. Warum die Fake-President-Masche immer noch funktioniert, welche neuen Tricks die Betrüger anwenden und wie vermeintliche Schutzmaßnahmen für Unternehmen sogar zur Gefahr werden können, das sehen Sie hier bei FINANCE-TV.

Viele Fintechs feiern die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 als Geschäftschance, gewährt sie ihnen doch direkten Zugriff auf Bankkonten und Kundendaten. „Allerdings werden die Fintechs im Gegenzug strenger reguliert – und die zusätzlichen Kosten dafür haben viele nicht auf dem Schirm“, sagt Andrea München, Spezialistin für Finanzaufsichtsrecht bei der Kanzlei CMS Deutschland. Die Rechtsanwältin glaubt deshalb: „Die PSD2 wird zu einer Konsolidierung unter den Fintechs führen.“ Wie viele Player überleben werden, warum die Kooperation mit Banken ein Ausweg sein kann und welche Dienstleistungen genau reguliert werden – das erfahren Sie hier bei FINANCE-TV.