Treasury
16.10.13 11:55

Treasury spielt sich längst nicht mehr nur in den Firmenzentralen ab, weltweit greifen Treasurer und Finanzchefs inzwischen mobil auf die Firmendaten zu. „Die CFOs treiben das voran“, hat Treasury-Softwareanbieter Martin Bellin beobachtet. Aus gutem Grund, wie er meint: „Das ist längst keine Spielerei mehr. Unternehmen öffnen sich ganz neue Welten, wenn sie ihre Systeme mobil machen.“ Doch die Debatte um die Datensicherheit lastet nicht erst seit der NSA-Affäre auf dem Thema. Wie er selbst die Datensicherheit einschätzt, wo die größten Gefahren lauern und für wie sicher er den Datentransfer über das Swift-Netzwerk hält – das Treasury-Interview mit Martin Bellin hier bei FINANCE-TV.

CFOs und Treasurer machen mobil

Smartphones und Tabletcomputer erobern auch die Finanzabteilungen. Immer mehr CFOs und Treasurer greifen aus allen Teilen der Welt mobil auf die Firmendaten zu. Sie analysieren Zahlen, bereiten sich auf Meetings vor, weisen Zahlungen an. Unternehmen, die dieser Technologie offen gegenüber stehen, kommen in den Genuss vieler Vorteile, meint Treasury-Unternehmer Martin Bellin: „Das ist alles andere als eine Spielerei. Ganz neue Prozessabläufe werden möglich, Treasurer können viel mehr externe Leute einbinden als vorher. Da eröffnen sich neue Welten“, sagt Bellin bei FINANCE-TV. So seien es auch die CFOs, die noch häufiger als die Treasurer den Modernisierungsprozess vorantreiben. An dessen Ende stünden oft Systemwelten, die nicht mehr ortsgebunden sind, berichtet Bellin. „Die CFOs tun das, weil sie darauf angewiesen sind, mobil auf ihre Finanzdaten zugreifen zu können.“

Das Thema Datensicherheit lässt jedoch viele Kunden zögern. Die Datenpakete, die über die mobilen Endgeräte weltweit abgerufen werden, gehören zu den sensibelsten Unterlagen, die die Finanzabteilungen zu bieten haben. Die NSA-Schnüffel-Affäre hat den Skeptikern Aufwind verliehen. Bellin sieht das Thema Datensicherheit differenziert, die größten Datenrisiken vermutet er innerhalb der Unternehmen – „schlechte Passwörter, weitergegebene Zugangsdaten“. Die Datenübertragung sei hingegen gut geschützt: „Die neuen Technologien machen die Datenübertragung in einem Maße stabil, mit dem jedes Unternehmen leben kann“, findet Bellin, der viele Jahre selbst als Treasurer gearbeitet und sich vor vielen Jahren als Anbieter von Treasury-Softwaresystemen selbstständig gemacht hat.

Wie sehr die NSA-Affäre die Treasury-Welt bewegt hat, wie er die Datensicherheit beim Dienstleister Swift einschätzt und was der Grund sein könnte, weshalb die Amerikaner vor ein paar Jahren so vehement gegen den Abzug von Swift-Hardware nach Europa protestiert haben, verrät Bellin bei FINANCE-TV.    

Ähnliche Sendungen

Nicht nur Großkonzerne, auch viele Mittelständler sind inzwischen international aufgestellt und arbeiten mit Tochterfirmen und Banken rund um den Globus zusammen. Bei der Einbindung der internationalen Töchter in das zentrale Treasury stehen viele Mittelständler aber noch am Anfang, meint Treasury-Softwareanbieter Martin Bellin. Er hält inzwischen auch das ursprünglich für die Interbankenkommunikation gestartete Netzwerk Swift für mittelstandsfähig: „Das ist noch als teuer und komplex belegt“, räumt er ein. Inzwischen könnten Mittelständler aber schon für „wenige Hunderte Euro im Monat“ daran teilnehmen. Welche Voraussetzungen ein Mittelständler für eine Vernetzung schaffen muss, welche Fortschritte die Automatisierungsbemühungen in papierlastigen Domänen wie Trade Finance machen und bis wann internationale Treasury-Prozesse nach Meinung von Martin Bellin sogar nahezu ganz ohne Papier auskommen werden, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.

Viele deutsche Unternehmen – insbesondere im Mittelstand – vernachlässigen das Thema Treasury, meint der Ex-Treasurer und heutige IT-Unternehmer Martin Bellin: „In vielen Finanzabteilungen regieren die Buchhalter.“ Weshalb er ein gutes Treasury für existentiell wichtig hält, was ein Finanzvorstand davon erwarten kann und warum das gar nicht viel kosten muss – Bellins Einschätzung hier bei FINANCE-TV.

Der Markt für Hybridanleihen boomt: Über 7 Milliarden Euro Hybridkapital haben deutsche Unternehmen in diesem Jahr schon aufgenommen, rechnet die Société Générale vor. „Dafür zahlen die Unternehmen Kupons, die vor zwei Jahren noch bei einer normalen Anleihe üblich gewesen wären“, sagt Martin Wagenknecht, der bei der Bank den Bereich Debt Capital Markets in der DACH-Region leitet. Worauf CFOs bei Hybridanleihen achten müssen, und ob aus der Nischenfinanzierungsform ein Trend werden kann – die Antworten von Martin Wagenknecht sehen Sie hier im Interview bei FINANCE-TV.

Der Dachziegelhersteller Braas Monier hat eine komplexe Restrukturierung hinter sich, die mit einer finanziellen Neuaufstellung einherging. Im Juni dieses Jahres wagte das Unternehmen den Sprung an die Börse und ist seit September im SDax gelistet. Die Treasury- Abteilung hat die Voraussetzungen für den IPO geschaffen und diesen begleitet. Dafür hat das Team auf der diesjährigen Structured FINANCE von der Publikation DerTreasurer den Preis für das Treasury des Jahres erhalten. Welches der wichtigste Beitrag des Treasury für den Börsengang war, welches die nächsten Finanzierungsschritte sind und wie sich die Arbeit in der Finanzabteilung durch den IPO verändert hat, darüber berichtet Axel Zwanzig, Director Group Treasury & Corporate Finance bei Braas Monier, im Interview bei FINANCE-TV.

Mit einem Volumen von 17 Milliarden US-Dollar ist die Übernahme des amerikanischen Laborausrüsters Sigma-Aldrich der bis dato größte Zukauf in der Unternehmensgeschichte des Darmstädter Chemiekonzerns Merck. Für das Treasury-Team war die Akquisitionsfinanzierung ein Kraftakt. Insbesondere das Währungsrisiko, das aus dem großen Volumen in US-Dollar entstand, musste das Treasury absichern. Für diese Leistung hat das Team auf der diesjährigen Structured FINANCE von der Publikation „Der Treasurer“ den Preis für das Treasury des Jahres erhalten.

 

Für Merck ist es die zweite Auszeichnung: Bereits 2010 wurde das Unternehmen für die Begleitung der Millipore-Übernahme ausgezeichnet. Welche der Transaktionen für das Treasury komplexer war, ob die Erfahrungen aus der Millipore-Transaktion eine Hilfe waren und wie es sich anfühlt, in unsicherem Umfeld den Bondmarkt zu eröffnen, davon berichtet Mercks Treasury-Chef Rando Bruns im Talk bei FINANCE-TV.

 

Die Bedrohung durch Cybercrime greift zunehmend auf die Finanzabteilungen über. Mit gerissenen Methoden versuchen die Betrüger, Geld zu erbeuten. „Das geht soweit, dass einige CFOs inzwischen schon selbst Zahlungen freigeben wollen“, sagt Axel Goedecke, Berater bei Horváth & Partner, gegenüber FINANCE-TV. Wie genau die Betrüger vorgehen, warum ihre Maschen so schwer zu enttarnen sind und wie sich Unternehmen dennoch schützen können, das sehen Sie in der heutige Ausgabe von FINANCE-TV.