Zum Start des Jahres hat EnBW zwei Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1,25 Milliarden Euro begeben. Der Konzern war nicht der einzige Versorger, der am Bondmarkt aktiv war: Fast gleichzeitig platzierten auch der französische Stromversorger EDF, der portugiesische Energiekonzern EDP und der spanische Stromkonzern Iberdrola milliardenschwere Bonds.
Laut der HSBC machten Neuemissionen aus dem Versorgungssektor im Jahr 2023 rund 48 Prozent der gesamten Euro-denominierten Neuemissionsvolumina aus, während der Anteil am Gesamtvolumen im Jahr 2022 nur knapp 23 Prozent betrug.
Nach einem holprigen Jahr 2022 kann sich der Energiekonzern schon gut eindecken. Eine der neuen Anleihen von EnBW hat ein Volumen von 500 Millionen Euro bei einer Laufzeit von 5,5 Jahren und einem Kupon in Höhe von 3,5 Prozent. Die andere umfasst ein Volumen von 750 Millionen Euro, läuft 12 Jahre und ist mit 4 Prozent verzinst. Der Spread des kürzer laufenden Bonds liegt 90 Basispunkte, der der länger laufenden 140 Basispunkte über Midswap.
Das Orderbuch habe insgesamt mehr als 3 Milliarden Euro ausgewiesen, teilten die Baden-Württemberger mit. Die Erlöse aus den Anleihen sollten in die Umsetzung der auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmensstrategie fließen, seien jedoch keinen konkreten Projekten zugeordnet, heißt es weiter.
EnBW zog 2022 Bond zurück
Vor etwa einem Jahr sah das Bild gänzlich anders aus. Noch im März 2022 zog EnBW einen geplanten Bond aufgrund der Volatilität infolge des Ukraine-Kriegs zurück. Stattdessen beschaffte sich der Konzern kurz später durch einen Schuldschein 500 Millionen Euro. Im November schloss EnBW dann eine US-Privatplatzierung in Höhe von 850 Millionen US-Dollar ab und begab zusätzlich zwei grüne Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 1 Milliarde Euro.
Zu schaffen machte EnBW im vergangenen Jahr besonders ihre Beteiligung an VNG, einem in die Krise geratenen Importeur von russischem Gas. VNG beantragte im September Staatshilfen, zog diesen Antrag aber nach einem Vergleich mit dem Bund wieder zurück. Demnach erhielt VNG einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag vom Staat und die verbliebenen Belastungen sollen von den Anteilseignern getragen werden. Nach der Einigung mit dem Bund bestätigte die Ratingagentur Moody’s im Dezember 2022 das Baa1-Rating von EnBW, der Ausblick ist stabil.
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Dieser Artikel ist zuerst im DerTreasurer E-Magazin erschienen. Die ganze Ausgabe zum Herunterladen finden Sie hier.
Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihr Themenschwerpunkt ist Unternehmensfinanzierung.

