Der Nutzfahrzeughersteller Traton hat erneut den Kapitalmarkt angezapft. Das Unternehmen hat vergangene Woche zwei Anleihen mit Laufzeiten von zwei und fünf Jahren platziert. Das zweijährige Papier hat ein Volumen von 500 Millionen Euro und wird mit 4 Prozent verzinst. Die ähnlich große Tranche mit Laufzeit bis 2028 wird mit 4,25 Prozent verzinst. Crédit Agricole CIB, ING, JP Morgan, LBBW, Mizuho und Unicredit haben die Transaktion begleitet.
Die Emission war für die VW-Tochter kein Selbstläufer, das Marktumfeld legte dem Unternehmen einige Steine in den Weg. Ein Grund dafür waren die Zentralbanken. Viele Emittenten hatten die Entscheidungen von Fed und EZB in der Vorwoche abgewartet, nur fünf Unternehmen zapften den Markt an.
In der darauffolgenden Woche gab es dafür ein regelrechtes Gedränge. Das hatte zur Folge, dass die Überzeichnungen im Schnitt schwächer ausfielen, die Spread-Aufschläge waren überdurchschnittlich hoch. Am 9. Mai, dem Tag der Traton-Emission, gingen 14 Euro-Neuemissionen von neun Unternehmen an den Markt – eine extrem hohe Aktivität für einen Tag. Es war damit laut Finanzkreisen ein absoluter Rekord in diesem Jahr.
Interesse an kürzer laufender Tranche fiel höher aus
Bei Traton war das Interesse an der kürzer laufenden Tranche höher, das Orderbuch lag bei 840 Millionen Euro. Bei der länger laufenden Anleihe standen jedoch nur 490 Millionen Euro im Orderbuch, die Nachfrage fiel also deutlich geringer aus.
Traton ist nicht das einzige deutsche Unternehmen, das vergangene Woche den Bondmarkt anzapfte. Neben dem Nutzfahrzeughersteller platzierte die Deutsche Bahn die zweite Anleihe des Jahres. Der Konzern sammelte mit einem zehnjährigen Bond 600 Millionen Euro ein, der Kupon liegt bei 3,25 Prozent.
Antonia Kögler ist Redaktionsleiterin bei DerTreasurer. Sie schreibt über Finanzierung und Asset Management und verfolgt alle Entwicklungen rund um das Thema Sustainable Finance.

