SixtDer Autovermieter Sixt hat Mitte Juni den Anleihemarkt angezapft: Das 300 Millionen Euro schwere Papier hat eine Laufzeit von vier Jahren und vier Monaten, der Zinskupon liegt bei 5,125 Prozent.
Das Besondere an der Transaktion: Sixt ist nach der Porsche SE erst der zweite deutsche Emittent im laufenden Jahr, der sich ohne Rating an den Bondmarkt gewagt hat. Aufgrund dessen habe es keine wirklich brauchbaren Erfahrungswerte im aktuellen Marktumfeld gegeben, berichtet Franz Weinberger, Head of Corporate Finance bei Sixt, gegenüber DerTreasurer. „Wir waren uns angesichts unserer Bekanntheit und starken Bonität aber von Anfang an sehr sicher, dass die Transaktion gelingen würde“, so Weinberger.
Zusätzlich habe man sich dafür entschieden, zwei Tage statt einen im Vorfeld für die Transaktion zu werben, um möglichst viel Investorenfeedback zu erhalten. „Auch Porsche hatte das so gehandhabt. Die Rückmeldungen waren dann sowohl in Quantität als auch Qualität sehr positiv und haben unsere Einschätzung bestärkt“, berichtet Weinberger.
In der Spitze sei das Orderbuch knapp zweifach überzeichnet gewesen, mit einem Anteil von über 60 Prozent ging der Löwenanteil an Asset Manager. „Wir konnten in einem immer noch angespannten Marktumfeld ein echtes Ausrufezeichen setzen. Es gab sogar Nachfragen, ob wir das Volumen nicht doch noch einmal erhöhen möchten“, betont der Head of Corporate Finance.
Sixt will sich aktuell kein externes Rating besorgen
Ob sich Sixt trotz des gelungenen Auftritts über kurz oder lang ein Rating besorgen wird, ist eine Frage, die Weinberger oft gestellt wird: „Wir registrieren natürlich, dass sich in den letzten Jahren viele Unternehmen haben raten lassen, Adidas beispielsweise.“ Und da es zur Unternehmenskultur gehöre, Entscheidungen immer wieder zu hinterfragen, kann Weinberger ein Rating für die Zukunft nicht kategorisch ausschließen. „Gegenwärtig sehen wir allerdings nicht, dass die Vorteile eines solchen Ratings die Nachteile, insbesondere die damit verbundenen Kosten, überwiegen“, so Weinbergers Fazit.
Grundsätzlich habe sich Sixt als häufiger Emittent von nicht gerateten Anleihen einen sehr guten Namen erarbeitet, weshalb Weinberger optimistisch ist, auch in schwierigen Marktphasen problemlos emittieren zu können. „Wir konnten zum Beispiel im Dezember 2020, also mitten in der Corona-Krise, einen 300 Millionen Euro großen Bond begeben und hatten auch dort eine sehr starke Nachfrage“, erinnert sich der promovierte Jurist, der seit Ende 2013 für Sixt arbeitet.
Alle weiteren Details zu der Transaktion sowie den weiteren Refinanzierungsplänen von Sixt erfahren Sie im E-Magazin 13/2023 von DerTreasurer.
Philipp Hafner ist Redakteur bei DerTreasurer und FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Zuvor arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.

