Commerzbank macht Payment-Plattform fit für ISO-Standard

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Die Commerzbank erneuert mit Hilfe des von PPI entwickelten Travic-Payment-Hub ihre bestehende Payment-Plattform zur Ausführung grenzüberschreitender Zahlungen. Damit möchte die Bank ihre Payment-Plattform auf das neue Format ISO 20022 für Zahlungsverkehrsnachrichten im internationalen Zahlungsverkehr umstellen. Die Commerzbank plant, die Migration des Payment-Hubs bis 2025 abzuschließen.

Im Fokus steht bei der Umstellung zunächst der Interbankenzahlungsverkehr. Konkret umfasst sind laut einer Mitteilung der Bank grenzüberschreitende Zahlungen über das SWIFT-Netzwerk sowie Großbetrags- und Eilzahlungen über die Zahlungssysteme Target 2 oder Euro 1, ebenso wie Korrespondenzbankzahlungen oder Zahlungen in Fremdwährung über das SWIFT-Netzwerk im Format Cross Border Payments and Reporting (CBPR+).

Ziel der Commerzbank ist es nach Abschluss der Migration 2025 sämtliche Zahlungsverkehrsnachrichten in Deutschland für die weltweiten Aktivitäten ihrer Kunden im Außenhandelsgeschäft und in der Treasury sowie deren Liquiditätsteuerung im Format ISO 20022 über die PPI-Plattform abzuwickeln.

Effizientere Datenverarbeitung

Der Travic-Payment-Hub von PPI wurde bereits auf Basis des ISO 20022-Formats entwickelt und soll daher weniger Wartungs- und Folgekosten bei der Umstellung auf den neuen weltweiten Zahlungsverkehrsstandard nach sich ziehen. Die Commerzbank wickelt im Interbankengeschäft nach eigenen Angaben bereits mehr als 90 Prozent der Zahlungen im erweiterten Format ab.

„Derzeit werden die Datenformate von alt auf neu konvertiert. Mit der Umstellung auf die neue Plattform werden wir die Nachrichten künftig ISO-nativ verarbeiten und damit die Effizienzen in der erweiterten Datenverarbeitung inklusive einem höheren Automatisierungsgrad heben“, erklärt die Bank auf Nachfrage.

Die Migration zum neuen weltweiten Zahlungsverkehrsstandard ISO 20022 im europäischen Markt begann bereits im März vergangenen Jahres. Die Umstellung muss von den Banken bis November 2025 abgeschlossen sein. Bis dahin gilt eine Übergangsphase, in der Zahlungsverkehrsnachrichten im alten MT-Format und im neuen XML-Format des ISO 20022 unterstützt werden.

Angebot für Firmenkunden soll verbessert werden

Für Firmenkunden hat der Umbau der Payment-Plattform der Commerzbank zunächst keine Auswirkungen. „2024 werden wir unsere Dateiformate mit Firmenkunden sukzessive auf den neuen Standard heben und unsere Kunden damit bei der Umstellung auf den neuen Zahlungsverkehrsstandard begleiten“, erklärt die Bank.

Nach Abschluss der Migration will die Commerzbank ihren Firmenkunden bessere Services anbieten, „beispielsweise schnellere Servicezeiten in der Zahlungsausführung sowie im Bereich internationaler Zahlungen mehr Schnelligkeit und Transparenz.“

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.