Unternehmensnachfrage für KfW-Förderung bricht ein

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
Teilen auf LinkedIn
Teilen per Mail
URL kopieren
Drucken

Das Fördergeschäft der KfW ist im ersten Halbjahr 2024 deutlich zurückgegangen. Mit 34,7 Milliarden Euro liegt es knapp 41 Prozent unter dem Vorjahresniveau in Höhe von 58,7 Milliarden Euro.

Das Institut erklärt den starken Rückgang damit, dass die von Corona- und Energiehilfen geprägten Jahre 2020 bis 2023 überwunden sind. „Die Folgen der Krisenjahre sind vorbei“, heißt es in einer Mitteilung anlässlich der Halbjahreszahlen. Das in den ersten sechs Monaten 2024 registrierte Fördervolumen sei demnach Ausdruck einer Normalisierung des Fördergeschäfts und entspreche in etwa dem des ersten Halbjahres 2019 (33,6 Milliarden Euro).

KfW-Fördergeschäft mit Unternehmen sinkt

Bemerkbar machte sich vor allem das Auslaufen diverser Sonderprogramme wie der Soforthilfe im Bereich Gas und Wärme, auf die im ersten Halbjahr 2023 noch 7 Milliarden entfielen, sowie dem Wegfall von Sonderfinanzierungen im Energiesektor, die im selben Zeitraum bei 11,5 Milliarden Euro lagen.

Darüber hinaus lahmte im ersten Halbjahr 2024 das Fördergeschäft mit Unternehmenskunden. Dieses im Segment Mittelstandsbank angesiedelte Geschäftsfeld schrumpfte um etwa 44 Prozent von 10,1 auf 5,7 Milliarden Euro. Als Gründe verweist die Bank zum einen auf Investitionszurückhaltung der Unternehmen infolge konjunktureller Sorgen. Zum anderen belaste der hohe EU-Referenzzinssatz, der laut KfW in der besten Preisklasse bei derzeit 5,11 Prozent liegt.

KfW kann Halbjahresgewinn leicht steigern

Im Bereich Export- und Projektfinanzierung erreichte die zuständige Konzerntochter KfW Ipex-Bank im ersten Halbjahr 2024 ein Neugeschäftsvolumen in Höhe von 12,3 Milliarden Euro nach 14,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Hier viel der Rückgang also deutlich geringer aus.  Treiber war vor allem der Bereich „Mobility“ (Schienenverkehr, Maritime Industrie und Luftfahrt) mit Neuzusagen in Höhe von knapp 5 Milliarden Euro.

Auf operativer Seite steigerte die KfW ihren Halbjahresgewinn im Vergleich zum Vorjahr leicht von 885 auf 932 Millionen Euro. Auch beim Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderaufwand) konnte sich das Geldhaus steigern. Es wuchs unter anderem dank einer guten Entwicklung des Zinsüberschusses sowie höheren Erträgen aus der Eigenmittelverzinsung von 829 auf 965 Millionen Euro.

Philipp Hafner ist Redakteur bei DerTreasurer und FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Zuvor arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.