Die Märkte sind derzeit volatil, Prognosen über die weitere Entwicklung, auch die der Zinsen, sind schwierig. Das hat Auswirkungen auf die Kapitalanlage: Wie sollen Unternehmen mit etwaiger Überschussliquidität umgehen?
Niels Zimmermann, seit neun Monaten Direktor Institutionelle Kunden der Investmentgesellschaft Bayern Invest, berichtet, dass die Dokumentation und das Risikomanagement für Unternehmen immer anspruchsvoller werden. „Treasurer haben es schwer, wenn das Unternehmen die Überschussliquidität in andere Anlageklassen als Festgelder und Staatsanleihen investieren soll“, erklärt er.
Doch vor der Komplexität sollten die Finanzer trotz vielerorts rückläufiger Personalausstattung in ihren Teams nicht zurückschrecken, denn in der Tendenz würden die kurz- und mittelfristigen Zinsen weiter sinken. Damit werde das Erwirtschaften von attraktiven Renditen schwieriger.
Zinsen mit Laufzeitfonds absichern
Um Zinssicherung zu betreiben, ohne die eigene Geldanlage zu komplex werden zu lassen, rät Zimmermann, der seit 33 Jahren in der Asset-Management-Branche arbeitet, zu Laufzeitfonds, die etwa in bonitätsstarke Unternehmensanleihen investieren können. Bayern Invest bietet ein solches Produkt für Corporates, andere Anbieter haben ähnliche Angebote im Programm.
„Bekannt ist das Konzept aus dem Privatkundenbereich, es gibt es aber auch in Form von Spezialfonds“, erklärt der Experte. Das Angebot funktioniere nach dem Prinzip „Buy-and-Maintain“. Die ausgewählten Papiere haben in der Regel eine Laufzeit, die sich mit der Fondslaufzeit deckt. Aktuell sind dies fünf Jahre.
Sie werden üblicherweise bis zum Ende der Laufzeit gehalten, außer das Risikoprofil der Unternehmen ändert sich stark. Dann würden Anpassungen des Fonds vorgenommen, wie Zimmermann erklärt: „So lässt sich über die Laufzeit des Fonds eine optimale Wertentwicklung erzielen und durch aktive Selektion von Unternehmensanleihen die Performance optimieren.“ Ein gutes Risiko-Ertrags-Verhältnis für breit diversifizierte Fonds sieht er derzeit im Laufzeitband von drei bis fünf Jahren.
Investmentgrade-Bonds bieten nach Ansicht des Experten wieder einen attraktiven Aufschlag gegenüber Staatsanleihen. Daher sieht Zimmermann das Angebot für Investoren besonders attraktiv, die in in Euro denominierte Unternehmensanleihen von Nicht-Finanzunternehmen mit Investmentgrade investieren möchten.
Antonia Kögler ist Redaktionsleiterin bei DerTreasurer. Sie schreibt über Finanzierung und Asset Management und verfolgt alle Entwicklungen rund um das Thema Sustainable Finance.

