Überraschende Wendung: Der Eschborner Energiedienstleister Techem geht doch nicht an TPG und GIC. Wie aus einem Eintrag bei der Europäischen Kommission hervorgeht, hat TPG den Antrag auf die kartellrechtliche Prüfung des geplanten Deals zurückgezogen.
Der offizielle Grund für den Rückzug ist bislang nicht bekannt. Aus Marktkreisen ist zu hören, dass die EU die Transaktion genauer unter die Lupe nehmen wollte. Ein möglicher Grund dafür: TPG ist in Deutschland auch an Aareon beteiligt, einem Software-as-a-Service-Anbieter für die Immobilienwirtschaft. Diesen hatte der Finanzinvestor im vergangenen Sommer gemeinsam mit dem kanadischen Investor CDPQ von der Aareal Bank übernommen.
Eine vertiefte Prüfung hätte den M&A-Prozess in die Länge ziehen können. Für Finanzinvestoren, die generell an einem zügigen Deal-Abschluss interessiert sind, könnte ein verlängerter Freigabeprozess mit unklarem Ausgang abschreckend wirken.
Techem: „Stehen in engem Austausch mit Beteiligten“
Nun muss sich der Private-Equity-Investor Partners Group, der derzeitige Eigentümer von Techem, wieder neu mit dem Exit beschäftigen. Für den Energiedienstleister selbst bedeutet die Deal-Absage auch erneute Unklarheit. CFO Carsten Sürig und Treasury-Chef Glenn McBride hatten Ende 2024 im Interview mit DerTreasurer über die Vorbereitungen auf den Deal gesprochen.
„Techem nimmt die Rücknahme der Anmeldung auf kartellrechtliche Freigabe der geplanten 6,7 Milliarden Euro Übernahme bei der EU-Kommission durch TPG zur Kenntnis“, teilt der Energiedienstleister nun in einer offiziellen Stellungnahme mit. Die Entscheidung ändere jedoch nichts an der strategischen Ausrichtung von Techem.
„Ungeachtet der aktuellen Entwicklungen bleibt Techem fest entschlossen, seine starke Positionierung als zukunftsfähige Plattform auf dem Markt beizubehalten und auszubauen“, heißt es aus Eschborn weiter. Das Unternehmen verfolge seine auf „Kontinuität, Stabilität und langfristiges Wachstum ausgerichtete Strategie konsequent weiter“.
Ob die Partners Group nun nach einem neuen Eigentümer sucht oder (wieder) einen Börsengang auslotet, ist nicht bekannt. Möglich wäre zudem, dass der Investor es noch einmal mit TPG und GIC in anderer Konstellation probiert. So wäre etwa denkbar, dass TPG nur mit einer Minderheit bei den Eschbornern einsteigt. Techem hält lediglich neutral fest: „Wir stehen in engem Austausch mit allen beteiligten Parteien, um Klarheit über die nächsten Schritte zu schaffen.“
